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Das PYMT-Modell für Brustkrebs

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 22.05.2007

Stichworte: Tiermodell, Interleukin-2, beta-Interferon, BLV, HTLV, Forschungsdefizite

Das Problem bei Tiermodellen zur experimentellen Untersuchung von Brustkrebs besteht Ein Onkogen ist ein Krebs
darin, ein Brustkrebsmodell zu finden, das dem menschlichen Brustkrebs ähnlich ist. Das verursachendes Gen: Onkos =
hat man nämlich bis heute nicht geschafft, und deshalb muss man sich damit begnügen, Krebs.
etwas zu benutzen, was dem menschlichen Brustkrebs möglichst ähnlich ist.

Und da ist man auf das PYMT Modell gekommen. Das Onkogen, das die Tumore
verursacht, ist dabei das vom Polyomavirus und der Promotor, der dieses Gen anstellt, ist Brustkrebsmodelle
aus dem Mausmammatumor-Virus und so setzt sich dann der Name zusammen:

PY steht für Polyoma und


MT für MMTV.

Denn MMTV hat kein eigenes Onkogen und kann deshalb Krebs nicht verursachen,
sondern nur z.B. Fibroadenome, die man beim Menschen auch findet, die aber harmlos
sind. Das PYMT hat nun in sofern einige Ähnlichkeit mit dem menschlichen Brustkrebs,
als es in die Lungen metastasiert. Es bewirkt aber keine Knochenmetastasen, wie sie für
menschlichen Brustkrebs ganz besonders typisch sind. Trotzdem hat man mit diesem
Modell etwas über Metastasen herausgefunden, was ganz interessant ist. So zeigt Jeff
Pollard aus New York an diesem PYMT-Modell auf, dass beim Fortschreiten der
Krankheit nicht nur die Krebszelle selbst eine Rolle spielt, sondern dass eine
kooperierende Blutzelle, in seinem Modell sind es Makrophagen, gebraucht werden.

Das heißt, dass es in seinem Modell, dem PYMT-Modell, gelingt, die Krebsentwicklung
aufzuhalten, in dem man nicht die Krebszellen, sondern die zuarbeitenden Makrophagen
durch geeignete Hemmer von Makrophagen spezifischen Wachstumsfaktoren beeinflusst.

Das erinnert an die Situation in menschlichen Tumoren, wo erfolgreich eine ähnliche

Das PYMT-Modell gegen Brustkrebs von Elisabeth Rieping 1


Vorgehensweise bei metastasierendem Brustkrebs angewendet wird, und zwar die
Behandlung mit Interleukin-2 und beta-Interferon, kombiniert mit einer
Antihormonbehandlung, die zu einer erstaunlichen Lebenverlängerung bei
metastasierendem Brustkrebs mit Metastasen führt.

Es wäre natürlich besser, man würde mit einem Modell arbeiten, das auf dem BLV-Virus
oder auch auf dem HTLV-1-Virus basiert, denn die sind dem menschlichen Brustkrebs
viel ähnlicher. Und BLV ist ja wahrscheinlich das Brustkrebs verursachende Virus.

Das BLV-Virus, dessen DNA in Brustkrebszellen nachgewiesen ist, und auch sein enger
Verwandter, das HTLV-1-Virus, die Knochenmetastasen und Hyperkalzämie verursachen,
zwei Krankheitssymptome die für Brustkrebs beim Menschen absolut typisch sind, sind
aber kein Objekt der Brustkrebsforschung und sie werden es auch so bald nicht werden.
Das ist so traurig, das es mich richtig deprimiert.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/pymt_modell_f


%C3%BCr_brustkrebs.htm
(Link funktioniert wegen Umlaut wahrscheinlich nicht.)

Das PYMT-Modell gegen Brustkrebs von Elisabeth Rieping 2