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Vorlesung: Mathematik zur Astronomie


Dozent: Angelika Erhardt, Prof. i.R.

Aufgabenblatt 7

Literaturhinweis: Bitte, bis zum nächsten Mal im Lehrbuch Papula Bd. 1 die folgenden Kapitel in
3.2.1-3.2.5 über die Funktionseigenschaften Nullstellen, Periodizität, Monotonie, Umkehrbarkeit, Sym-
metrie (haben wir schon verstanden) durchlesen.

Aufgabe 1
Als Parallaxe bezeichnet man die scheinbare Änderung der Position eines Objektes (Sternes), wenn der
Beobachter seine eigene Position ändert.
Versuchen wir das nun auf auf einen Stern, dessen Distanz zur Erde wir messen wollen, umzulegen.
Die Erde bewegt sich um die Sonne, ändert also ihren Standort in Bezug auf den Stern. Abb. 1 zeigt, wie
sich die Erde um die Sonne bewegt. Der Stern ändert dabei scheinbar seine Position in Bezug auf den weit
entfernten Himmelshintergrund. Daraus entsteht ein gleichschenkliges Dreieck (bzw. zwei rechtwinkli-
ge Dreiecke) sowie ein Winkel, woraus man die Entfernung des Sterns berechnen kann ( (Abb. 1)).

Abbildung 1: Aufgabe 1: Entfernungsbestimmung von Sternen durch Parallaxenmessung

a) Berechnen Sie die Entfernungen der folgenden Sterne:


Stern Alt. Name Parallaxe
α Bootis Arktur 0.08885”
α Lyrae Wega 0.12893”
α Aurigae Capella 0.07729”
β Orionis Rigel 0.00422”
α Canis Minoris Procyon 0.28593”
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b) Das Hubble Space Teleskop ist in der Lage, Winkel bis 0.05′′ (Bogensekunden) zu messen. Wie
groß ist die maximale Entfernung (in pc bzw. in ly), die man mit Hubble und der Parallaxenme-
thode messen kann?
c) Mit Hilfe des Satelliten Hipparcos gelang es, Entfernungen bis 400 pc mit dieser Methode zu
messen. Wie groß ist also sein kleinster Winkel, der gerade noch mit seinem Teleskop aufgelöst
werden kann?
d) Natürlich hat jeder Stern noch eine Eigenbewegung. Warum kann sie getrost vernachlässigt wer-
den?

Aufgabe 2
Bei astronomischen Entfernungsbestimmungen über die Parallaxenmethode hat man es meist mit sehr
kleinen Winkeln zu tun. Man nützt deshalb aus, dass für α im Bogenmaß und α << 1 gilt: α ≈ tan α ≈
sin α. Das nennt man die Kleinwinkelnäherung.

a) Probieren Sie es für einige 0 < α < 30◦ aus.


b) Wie groß kann α in etwa sein, damit die Kleinwinkelnäherung noch guten Gewissens angewendet
werden kann? Damit wir das nicht alles ausprobieren müssen, plotten wir einfach α, sin α und
tan α in ein einziges Diagramm.
Tip: Winkel α im Bogenmaß, plotten für 0 < α < 0.5, dann sieht man es am besten.
c) Mit der Kleinwinkelnäherung gibt es nun einen wunderbaren Trick, die Entfernungen in pc viel
einfacher zu berechnen:
1AE 1AE 1
1pc = ≈ ∝ ′′ , also:
tan(1 )
′′ 1 ′′ 1
Bei 1′′ haben wir eine Entfernung von 1pc
Bei 2′′ haben wir eine Entfernung von 0.5pc
Bei 0.5′′ haben wir eine Entfernung von 2pc = 1/0.5pc
Bei 0.4′′ haben wir eine Entfernung von 2.5pc = 1/0.4pc
usw. Man muss also nur den Winkel in (”) invers nehmen und man hat die Parsecs der Entfernung!
Berechnen Sie die Entfernungen der folgenden Sterne mit der Kleinwinkelnäherung
Stern Alt. Name Parallaxe
α Bootis Arktur 0.08885”
α Lyrae Wega 0.12893”
α Aurigae Capella 0.07729”
β Orionis Rigel 0.00422”
α Canis Minoris Procyon 0.28593”
Vergleichen Sie diese Werte mit der exakten Rechnung.

Aufgabe 3
Bilden und zeichnen Sie die Umkehrfunktionen f −1 (x) der Funktionen f (x). Schränken Sie gegebe-
nenfalls den Definitionsbereich ein, so dass die Funktion streng monoton steigend oder streng monoton
fallend ist.
 π  π
a) f (x) = sin 2x + b) f (x) = cos 2x −
3 8
c) f (x) = ex d) f (x) = e−2x
2
e) f (x) = e−x f) f (x) = x2 − 6x + 9
Symbolverzeichnis 3

Literaturverzeichnis