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Eine
predigt/MDAider
den Türcken.

SNart. Luth.
XDAIttemberg,
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Eine ZeerpreOig/AAiOer den
ürcken, -
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DOartinus Lutber. - - - - - -
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ÄFewolicbin meinem
Büchlin / vom Türckenkrie
N §/º ge/faſt
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genugſam vnterricht
gethan habe / mit welcherley
àAº-º Gewiſſen vnd weiſe C wo ſichs
begebe)der krieg wider den Türcken ſoltefmr
zunemen ſein. Doch hab ich bey meinen lie
ben Deudſchen die gnade/das ſie mir weder
gleuben noch zuhören/bis das ſie zu lange
harren/ vnd der glaube in die hand komet/
vnd denn weder hülffe noch rad da iſt.
Gleich wie dem Volck Jſrael auch ge
„ſchach/da ſie die ProphetenCals 4.Neg. >.
ſtehet)ſo lange verachten / das zu letzt auch
kein rad noch hülffe mehr da war. Eben ſo
iſts vns jtzt auch gangen. WTiemand wolt
gleuben/was ich vom Türcken ſchreib/bis
das wirs nu mit ſo groſſem jamer erfaren/
vnd ſo vieltauſent MOenſchen/in ſo wenig ta
gen/erwürget vñ weggefüret geſehen haben.
Das wolten wir haben. Vfhette nicht
Gottwünderbarlichynd ſovnuerſehen uns
j geholffen/
geholffen / Soſolten wir erſt ein rechten in
mer in Dendſchen Candenerfaren haben.
XOnd kenne ich recht meine lieben Deud
ſchen/die vollen Sew/ſo ſollen ſie wol/jrer
weiſenach/ſich widernnbnider ſetzen/ vnd
mit gutem mut in aller ſicherheit/zechen vnd
wolleben/Vnd ſolcher groſſen gnadeerzeigt/
gar nicht brauchen / ſondern mit aller vn
danckbarkeit vergeſſen vnd dencken/LOa/der
Türck iſt nu weg/vnd geflohen/Was wöl
len wir viel ſorgen vnd vnnütze Koſte drauff
wenden. Er kompt villeicht nimermehr wi
der. Auf das wir javnſer woluerdienteſtra
ffe von Gott redlich empfahen.
Wolan/ich kan doch nicht mehr thnn/
Da ich anzeigt/ MOan ſolte des Türckenge
walt nicht verachten/Ey das war ein ſpêt
tiſchevnd nichtigerede/Da waren viel Für
ſten mechtiger denn er/Jch ſolte die Deud
ſchen Fürſten nicht alſo ſchrecken noch ver
zagt machen. Lasnn die ſelbigen Geifferer
herfir tretten/vnd die Fürſten tröſten/ vnd
des Türcken macht verachten. Jch meine ja/
der Türck habe ſie zu Lügnern/ vnd mein
wort war gemacht, -

Aber doch vmb der Gottloſen Pnb Chr


ſtus Cefterer willen/nichts angefangen/Al
- ſo anch
-
ſo auch vmbſrer willen nichts gelaſſen. Es
haben König vnd Fürſten/ Biſchoue vnd
Pfaffen/bisher das Euangelium veriagt wfi
verfolget viel/bluts vergoſſen/vnd den Die
nern Chriſtialleplag vnd vnglück angelegt/
vnd iſt die Leſterung vfi Schmach./anch wi
der die offentliche erkandte warheit/ ſo vber
die maſſen ſchendlich groß geweſt/ vnd das
Volck/ſovberaus böſe vnd mutwillig/Das
ich hab Weiſſagen müſſen/ Dendſch Land
müſſe in kurtz Gott eine torheit bezalen/Daſ
ſelbige gehetjtzt daher/vnd fehet an/Gott
Helffe wns/vndſey vng gnedig/Amen.
Denn weil ſie wider Chriſtunn/ſotreff
lich zornig vnd böſe ſind/das ſie ſein Wort
vnd Diener vberböſen /vnd
ermnſt leiden vfi
ſchwach gegen ſie ſein/Sothut er warlich
recht/nach dem Sprichwort(Es ward nie
keiner ſo böſe/es kam noch ein böſer vber jn)
vnd zeucht ab/leſſt ſich vberböſen. Schicket
aber an ſolche böſe zornige Junckern/ noch
einen böſern / den Tiircken/Wil zu ſehen/
weil ſie ja böſe ſein wollen / welcher bieden
andern vberböſen werde/Sep nn böſe / wer
#
L13. ,
kan/itzt gilts böſens/vnd vberbö
Solchg wilich geſagt haben/wider die
Vnbusfertigen/ſtarrige Feinde vnd Verfol
ger des worts Chriſti. Aber weil dcnnoch
- iij riel.
wielin Deubſchen Landen ſinb/bie bas work
lieben/vnd Chriſtus on zweiuel nicht einge
ringezal Glieder/darinnen hat/ Vmb derſel
bigen willen ſol dieſe LOeerpredigt ausgehen/
ſie zutröſten vnd zuuermanen/in dieſen grew
lichen fehrlichen lenfften. Denn der Teuffel
ſicht durch ſeinen Zeug/den Tircken/frei
lich nicht allein die weltliche Oerrſchafft/
Sondern auch das Reich Chriſti/ vnd ſeine
Oeiligen vnd Glieder/vom Glauben zuſtoſ
ſen/wie Danielſagt/am 7.Capit. Darumb
wilich dieſe predigt unzwey ſtück teilen. Zin
erſt / die Gewiſſen vnterrichten. Darnach
auch die Fauſt vermanen.
Das Gewiſſen zu vnterrichten/dienek
wolzurſachen/das man gewisſey/was der
Türckeſey/vnd wofurer zuhalten ſey/nach
der Schrifft. Denn die Schrifft weiſſaget
wng vom zweien grarvſamen Tyrannen wel
che ſollen fur dem Jüngſten tage die Chri
ſtenheit/verwüſten vnd zurſtören. Einer gei
ſtlich/mit Liſten oder falſchem Gottesdienſt
vnd Lere/ wider den rechten Chriſtlichen
Glauben vnd Emangelium/Daruon Da
niel ſchreibt am 2.-Capitel/daser ſich ſoler
heben vber alle Götter/vnd vber alle Gottes
dienſt 2c. Welchen auch S. Paulus nennet
den Endchriſt/2.Theſſ2. Das iſt der Bapſt
mit ſeinem Bapſtum/daruon wir ſonſt gnug
geſchreiben, , - * -

Der an
Der ander/mit dem ſchwerd/leiblich vfienſ“
ſerlich auffsgrewlichſt. Darnon Danielam
7.Cap.gewaltiglich geweiſſaget.Vnd Chri
ſtus Matth.am 24.Cap.von einem trübſal/
des gleichen aufferden nicht geweſtſey/das
iſt der Türcke. Alſómus der Teuffel/weil der
Welt ende furhanden iſt/die Chriſtenheit zur
vor/mit beider ſeiner macht/auffs aller greu
lichſt angreiffen/vnd vns die rechte Letzege
ben/ehe wir gen Oimelfaren,
Vernu ein Chriſt wilſen/zn dieſer zeit/
der faſſe einhertz/in Chriſto/vnd denckenur
nicht hinfurt auf Friede vnd gute tage/Die
zeit ſolcher trübſal vnd weiſſagung iſt daſ
Deſſelbigen gleichen vnſer trotz vnd troſt/
anff die Zukunft Chriſtivfivnſer erlöſing/
iſt auch nicht fern ſondern wird flugs drauff
folgen./wie wir hören werden.
Darumbſöhalt feſte/ vndſey ſicher/
Das der Türcke gewislich ſey/ der letzte vfi
ergeſte zorn des Teuffels/wider Chriftum/
damit er dem Faſs den boden ausſtöſſet/vf
ſeinen grimme gantz ausſchüttet/wider Chrt
ſins Reich: Darzu auch die gröſte ſtraffe
Gottes auf Erden/vber die vndanckbaren
vnd Gottloſen Verechter / vnd Verfolger
Chriſtivnd ſeines Worts/ Vnd on zweinel
der vorlauff der Oellen vnd ewiger ſtraffe/
Denn
«?

Denn Daniel ſägt/das nach dem Türcken


Ä
das Gericht vnd die Oelle folgen ſöl.
XOnd man ſihets auch wolander that / wie
grewlicher die Leute/Kind Veiber/Jung
vnd Alterwürget / ſpiſſetzuhacket / die jm
doch nichts gethan/vndſShandelt/als ſey
er derzornige Teuffel ſelbslebhafftig. Denn
nie kein Königreich alſö getobet hat / mit
morden vnd wiiten/alserthut. VVolan/wir
wollen das hie von dem Propheten Daniel
bören. - - - - - - - - -- -
Vier Keiſerthumb hat Daniel beſchrie
ben/die anff Erdenkomen ſollen./ehe der
Weltendekeme/VPie wir leſen. Danielisanu
d

F.Cap.

Folget die Figur ſampt


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cb Daniel ſprichter daſelbs)
ſahe ein Geſicht in der Nacht/ Vnd ſi
He/ die vier Winde vnter dem Oimel/ſtür
meten widdernander auf dem groſſen MOe
er / Vnd Vier groſſe Thier ſtiegen erauff
aus dem MOeer/einsjeanders denn das an
Der.
Das erſte wie ein Lewe /vnd hat flü
gel wie ein Adeler.
Das ander Thier hernach/war gleich
einem Beeren/vndſtundauff der einen ſei
ten/vnd hatte in ſeinem MPaul vnter ſeinen
Zeemen/drey groſſe lange Zeene/etc.
-r Das dritte war gleich einem Parden/
das hatte vier Flügel/wie ein Vogel/aufF ſei
nem rücken/vnd daſſelbige Thier hatte vier
Köpffeetc.
Das vierde Thier war grewlich vnd
ſchrecklich/rndſeer ſtarck/ vnd hatte groſſe
eiſerne Zeene/fraſs vmb ſich vnd zumalmet/
vnd das vbrige zutrats mit ſeinen füſſen/Es
war auch viel anders/denn die vorigen/ vnd
hatte zehen Oörner.
Da ich aber die Oörnerſchawet/ſihe/
da brach erfir/zwiſchen denſelbigen/einan
der kleinhorn/fur welchem/der förderſten
börner drey/ausgeriſſen wurden/Vnd ſihe/
daſſelbige Oorn hatte augen wie Menſchen
angen/vnd ſein MOaul/das redet groſſeding.
Solchsſaheich/bis das Stüle geſetzt
- PPUTÖCI
wurden/YOnd der Alte ſetzet ſich/Das Ge
richt ward gehalten/ vnd die Bücher wur
den auffgethan. Jch ſahezu/vmb der groſs
ſen rede willen/ſo das IOornrebet/Jchſahe
zu/bis das Thier getödtet ward/ vnd ſein
Leib wmb kam / vnd insfewer geworffen
warb/Vnd der ander Thiergewalt auch aus
BVCIi,

DÄ iſt der Text Daniel/anffkurtzeſter


zelet/ſo viel vnsjtzt notiſt. Nu die Auske
gungefolgetim ſelbigen Capitelhernach/da
er ſpricht.

(FCD gieng ZU Oer einem Die


da ſtunden/ vnd batjn/bas er mir von
dem allem gewiſſen bericht gebe. Onder re
detmitmir/vnd zeigt mir/was es bedeutet.
Dieſe vier groſſe Thier/ſind vier Reich/
ſö anfferden komen werden/Aber die Deili
gen des IOöheſten werden das Reich einne
men vnd werdengjmer vnd ewiglich beſitzen.
Darnach hette ich gern gewuſt gewiſſen
bericht/von dem vierden Thier/welches gar
anderſt war denn die andern alle/ſeergrew
lich/ das eiſerne Zeene vnd eherne Klawen
hatte/das wmb ſich frag vnd zumalmet/vnd
das vbrige mit ſeinen füſſen zutrat/vnd von
den zehen Dörnern anffſeinem Oeubt.
- B j Pnd
XOnd von dem andern/ das erfir brach/
fir welchem drey abfielen/ vnd von dem ſel
bigen Oorn/dasaugen hatte/vnd ein Maul/
das groſſe ding redet/vnd groſſer war/denn
die neben jm waren/Vnd ich ſähe daſſelbige
WOorn ſtreiten wider die LOeiligen/ vnd be
hielt denſieg widerſie/bis der Altekam/vnd
Gericht hielt fur die Oeiligen des Oöheſten/
vnd die zeitkam/das die LOeiligen das Reich
einnamen.

Vnder ſpraeh alſó/Das vierde Thier/


wird das vierde Reich auffErden ſein/Wel
chs wird mechtiger ſein/denn alle Reich/vnd
wird alle Land freſſen/zutretten vnd zu mal
men. Die zehen Oörner bedeutenzehen Kö
nige/ ſo aus dem ſelbigen Reich entſtehen
WerÖen. - -

Nach demſelbigen aber/wird einander


auffkomen/der wird mechtiger ſein denn der
vorigen keiner/vnd wird drey König demiti
gen. Er wird den Döheſten leſtern/ vnd die
Oeiligen des Oöheſten verſtören/vnd wird
ſich vnterſtehen/ Zeit vnd Geſetz zu endern.
Sie werden aber in ſeine Oand gegeben wer
den/ eine zeit/ vnd aber etliche zeit / vnd ein
halbezeit. Darnach wird das Gericht gehal
ten werden./da wird denn ſein gewalt/ weg
genomen werden./das er zu grund vertilget
vnd vmbbracht werde. Aber das Reich/ge
- walt vñ
walt vnd macht/vnter dem gantzen Oimelf
wird dem Oeiligen Volck des LOöheſtenge
geben werden/ Des Reich ewig iſt/ vnd alle
gewaltwirdjm dienen vnd gehorchen,

ºs. Jeſe Weiſſagung Danielis /iſt eintre


DÄ von allen Lerern ausgelegt./
von den vier folgenden Keiſerthumben
Das erſt/das Keiſerthumb zu Aſſirien/ vnd
Babylonien. Das ander/ das Keiſerthumb
der Perſen vnd MOeden. Das dritte/das Kei
ſerthumb des groſſen Alexanders vnd der
Kriechen. Das vierde/das Römiſche Keiſer
thumb./ welches das gröſſeſt/gewaltigſt
vnd grauſameſt/dazu auch das letzte iſt auff
MErden / wie hie Daniel klerlich zeigt / Das
nach dem vierden Thiere oder Keiſerthumb/
das Gericht folget/ vnd kein ander Keiſer
thumb mehr/ſondern das Reich der Oeil
gen/ das ewig iſt Tc.
- Weil denn nur das gewis iſt/ vnd kein
zweiuel hat/dasauffSrden ſoldas Römiſch
Reich das letzte ſein/wie auch im andern Car
pitel Daniel zeigt/in dem groſſen Bilde oder
Seulen/die einen güldenkopff/ſilbernbruſt/
ehernehÄffte vnd eiſerne ſchenckel hatte. So
mus das daraus folgen/das der Tircke im
Römiſchen Keiſerthum ſein wird./vñim vier
den Thieremus begriffen ſein/Denn das iſt
- B ij beſchloſ
beſchloſſen/weil das Römiſche Keiſerthumb
das letzte iſt/So wird vnd kan/der Türke/
mimermehr ſo mechtig werden/ als das Rö
miſch Reich geweſſen iſt/Sonſt wurde nicht
vier/ſondern funff Keiſerthumb anff Erden
komen/Darumb.mus der Türcke kein Kei
ſer werden./noch ein new oder eigen Keiſer
thumb auffrichten/wie er8 wolim ſinn hat/
Aber es wird vnd musjm gewislich feelen/
oder Daniel würde zum Lügener/das iſt ni
cht müglich.
Weil aber zu dem der Türcke/bennoch
ſo gros vnd mechtig iſt/ vnd, im Römiſchen
Reich ſitzen ſöl/muſſen wir jn in demſelbigen
ſinchen/vnd vnter den O5rnern des vierden
Thiers finden/Denn es mus ein ſolch gewal
tig ding in der Schrifft verkündigt ſein.
Wolan/LOorn heiſſet ein Königreich in
der Schrifft/wie hie Daniel ſelbs ſagt/das
die zehen Oörner/zehen Könige ſind/ die
zum vierden Keiſerthumb gehören. So kan
zu der Türcke/keines derſelbigen zehen ſein/
denn die ſelbigen Oörner ſind die Königreich
ſo zum Römiſchen Keiſerthumb gehöretha
ben/da es in ſeiner wollen macht geſtanden
iſt/Als nemlich / Oiſpanien/Fränckreich/
Italia/Africa/ Egyptns/Spria/ Aſia/
Getia/Deudſch Land tc.Solche Landha
ben die Römer alle gehabt in voller macht/
- ehe denn
ehe denn der Mahometh oder Türck iſt kos
INLI,
So ſpricht nn Daniel/Das nach ſölch
en zehen Oörnern/ erſt kompt das kleine
IOorn /zwiſchen den zehen Oörnern. Die
kompt vnd findet ſich der Türcke/ Denn
gleich wie das kleine Oorn/vnter den zehen
auffwechſt/vnd ſtöſſet derſelbigen drey weg
Alſo muſte ja komen ein Königreich./das in
den obgenanten Lendern vnd Ä
des vierden Thiers oder Keiſerthumbs wich
ſſe/vnd derſelbigen drey gewunne.
Solchs alles zeigt wnd bezeugt auch das
werck/vnd ſtimmet mit dem Text/das der
MOahometh daſſelbige kleine Dornſein mus
Denn er iſt von geringem anfang auffko
men/Er iſt aber alſo gewachſſen/daser drey
Oörner im Römiſchen Keiſerthumb hat ab
geſtoſſen vnd eingenomen/YTemlich/Egyp
tum/ Griechenland vnd Aſiam. Denn der
Soltan vnd Saracener haben langezeit die
ſer Oörner oder Königreich zweyjnnen ge
habt/ Egipten vnd Aſiam/ vnd ſind alſo
drinnen blieben ſitzen/ wie auch der Türcke
drinnen ſitzt auffden heutigen tag/ vnd hat
das dritte Oorn/Griechenland/ dazu ge
wonnen. Solchshat ſonſt niemand gethan/
pnd wir ſehens dafür augenftehen/ das ge
ſchehen iſt/Das iſt/MDahomets Reich/ da
haben wir das kleine Oorn gewis, Ob
Ob nun wol der Turck den Soltan ver
ſagt/vnd ſolche Lender eingenomen/vnd ſei
nen MOoff oder Sitz anderswo helt/denn der
Soltan thet/ iſts darumb kein ander oder
new Reich / ſonder eben das ſelbige LOaho
mets Rcich/Denn beide/Soltan vnd Türck/
deſſelben/ vnd gleich einesgleubens ſind/
nemlich /des MDahomets. Das aber einer
den ander veriagt/iſt auch wolfaſt/in allen
Keiſerthumben geſchehen./dasein Bruder
den andern veriagt / ein Amptman ſein
ZOerrn vertrieben hat.
Wie geſchachs in Perſèn/ da ſie den
Keiſerlichen Sitz vnd LOoff/ ans MOeden in
Perſen verſetzten/bleib dennoch gleichwol
daſſelbige Keiſerthumb. Vnd das Keiſertüb
zu Aſſirien/von WTiniue gen Babylon/ Vnd
das Römiſch von Rom gen Conſtantinopel
verſetzt ward. Alſo iſt auch jtzt des MDaho
mets Reich/von Alkayr gen Conſtantinopel
verſetzt./mit dem Oofflager/Aber iſt gleich
wol das ſelbige Reich des MOahomets blie»
ben/Denn Perſon vnd LOofflager mügen
ſich in eim Reich wol endern/ das dennoch
das Reich firſich ſelbs bleibe/in ſeiner wei
ſe/regiment/glauben vnd allem weſen.
So wir nun Äg kleine Dorn/den
Mahomethen vnd ſein Reichhie gewislich
haben/Sokönnen wir nuleichtlich vndkler
lich
lich/ans Danielleren/wofür der Türckevnd
das MDahometiſch Reich zu halten ſey/ Vnd
auch/was es fur Gott gelte.
Erſtlich/ſoler wol ein mechtiger Derr
ſein/als der dem Römiſchen Reich/drey Oör
ner/das iſt/drey faſt die beſten Königreich/
als Egypten/ Gretiam/ Aſiam/ abgewin
nen vnd behalten/vnd damit mechtiger ſein/
denn keines vnter den zehen IOörnern iſt.
Das iſt der klare Text/ vnd findet ſich alſo
imwerck/Denn kein König/ſovnter den RS
mern/geweſt/als Franckreich/LOiſpanien/
Welſchland / Deudſchland Tc. ſo mechtig
iſt/ als das Türckiſch oder MYahometiſch
Reich/das der Türcke itzt hat/Vnd ſitzt al
ſo faſt mitten im Römiſchen Reich/jain des
Römiſchen Keiſers Oauſe zu Conſtantino
pel / wie das kleine IOorn/ vnter den zehen
WOörnern/im vierden Thier bedeutet.
Zum andern/Oat das Oorn/MOenſchen
angen/das iſt/des MDahomets Alkoran o
der Geſetz/damit er regirt. In welchem Ge
ſetz iſt kein Gottlich auge/ſondern eitelmen
ſchliche vernunft/on Gotteswort vnd geiſt.
Denn ſein Geſetz leret nichts anders/denn
was menſchliche witzevnd vernunft wollei
denkan. Vnd was er im Emangelio finden
hat/das zu ſchweer vnd hoch zum glenbenge
weſt/das hat er anes g/ Sensº
>
- L“
ber/das Chriſtus Gottſey/ vnd vns erlöſet
hat mit ſeinem Tode tc. Das meinet Daniel
da er des LOorns auge deutet / vnd ſpricht/
LEr wird ſich vnterſtehen/ Geſetz vnd Ord
nung zu endern/vernim/ Gottes ordnunge/
als das Smangelium vnd Chriſtliche lere.
Zum dritten/Dats ein LIOanl/das re
detgrewliche ding/Das ſind die grauſamen
leſterungen/damit der WOahometh Chriſtum
nicht alleine verleugnet/ ſondern auch gantz
auffhebt/ Vnd gibt fur/ Erſey vber Chr
ſtum/viel höher vnd wirdiger fur Gott/denn
alle Engel / alle Oeiligen/alle Creaturn/
- - - dazu vber Chriſtum ſelbs/ VVie das in ſei
„nem Alkoranklerlich ſtehet/ vnd die Türcken
. ." ich rhümen/ vnd je lenger je grewlicher
A* e leſterung treiben vnd vben.
- Darumb ſpricht hie Daniel von dem
- ſelbigen LOorn/vnd deutet deſſelbigen groſ
- ſes Maul. Er wird wider den O3beſten re
- den/das iſt/wider Chriſtum leren/jnleſtern
*. - - wndſchenden/damit er jn nicht fur den OÖ
heſten/ſöndern fur einen ſchlechten /vnd viel
geringern Propheten Helt/deñ ſich ſelbs/vnd
... ſpricht/Chriſtung lere Hab ein ende/ da MOa
hometh komenſey.
Zum vierden/Das er wider die Oeili
gen des Oöheſten krieg füret. Dis darffja
keiner gloſen/Jch meine wir habens bisher
wol geſehen vndgefület/Denn der Türck kei
N

nem Volck ſofeind iſt/anff Erben/als den


Chriſten/Streitet auch wider niemand mit
ſolchem Blutdurſt/als wider die Chriſten/
auff das er dieſe Weiſſagung Danieliscrfül
le. -

Danielaberheiſſet die Chriſten/ Oefli


gendes Oöbeſten/ Denn obwolvielfalſch
er Chriſten ſind vnter dem Hauffen. Weil a
ber das Euangelium vnd Sacrament/ von
Chriſto befolhen/in einem Lande bleibt/So
ſind gewislich in demſelbigen Lande viel
Chriſten/ Vnd wie wenig derſelbigen iſt/ſo
wird doch daſſelbige Land/vmb jres glan
bens/predigeng vnd Euangeliums willen/jer
wmb Chriſtus willen/welches WName/wort/
geiſt/Socrament daſelbſt iſt/ Chriſtenland ,
vnd rechte LOeiligen Gottesgenent. Daru
auch noch in der Tirckey viel Chriſten ſind/
XOnd villeicht mehr denn ſonſt in einem Lan
de/als da die gefangen ſind/vnd dem Türck
en dienen müſſen/der ſie gewunnen hat/VPie
Daniel bie ſaget/ daner ſigen ſolle wider
die Deiligen/vnd vber ſie berſchen.
Gleich wie zurzeit Elia des Propheten
umwolck Iſraei/geſchach/ da ſo viel böſer/
(
vnd wenig frummerleute waren/das Elias
ſelbs meinetzer were allein / vnd windſcht
darumb tod zu ſein. Aber dennoch wolſiben
tauſentfunden wurden/ die Gott jnz behal
ten hatte./frum vnd heilig / Vmb welcher
C Willen
willen dennoch das Volck Jſrael/ Gottes
Volck vnd Gottes Oeiligen hieſſen/als bey
welchem ſein WTame/wort vnd geiſt wonete.
VViejtzt auch vnd bisher vnter dem Bap
ſtum geſchehen/ da es auch alles - alſo gar
iſt verderderbt geweſt/mit MOenſchen leren vii
wercken/das man ſchier keine Chriſten mehr
geſehen hat/Aber dennoch haben etliche da
müſſen ſein/weil Chriſtus WTame/Tauffe/
WEuangeliü/Sacrament Tc. blieben iſt/vmb
welcher willen auch das gantze Land/der
Chriſtenland/vnd ſie die Chriſtenheit/ oder
Chriſtus volck vnd Gottes Oeiligen heiſſen/
Denn S.Paulusſagt . Theſſa.4. Der End
chriſt der Bapſt/ ſolle im Tempel Gottes
ſitzen/ Mniſt der Tempel Gottes/ die Chri
ſtenheit oder die Oeiligen Gottes/ wie Da
niel redet. -

Auch ſo mus man in dieſem Spruch Da


niclis mehr achten vnd richten nach des Tür
cken meinung vnd willendefinach der Chri
ſtenzal/ Denn der Türck helthte keine rech
nung noch vnterſcheid/wie viel oder wenig
heiliger Chriſten vnter vns ſeien/Er helt ei
nen wie den andern/achtet vns alle fir Chri
ſten/ wie denn der WName Chriſtus vns allen
gemein iſt/Denn er iſt dem Chriſtlichen WTa
menfeind/denſelbigen wolt der Tenffelgern
vnterdrücken mit dem Schwerd des MOaho
mets/wie er denn auch mit falſcher lere bey
- VIZ .
vns denſelbigen vnterdrücket/ Vndwil ſich
alſo an wnſerm OErrn Chriſto rechen.
2lſo wil Danielſagen/Das nach des
Türcken gewiſſen vnd meinung/ alleg Chri
ſten(das iſt/Heiligen Gottes Oſind/die er be
kriegt/XOñhelts dafür/Das kein erger wolck
auff Erden ſey/denn die Chriſten. Darumb
nennen vns auch die Türcken nicht anders/
– denn Paganos/ das iſt Deiden/Sich ſelbs
aber halten ſie fur das heiligſte Volck auff
MErden.
Das fünfft/Das er(wie geſagt)glück
hat im kriegen/ wider die Chriſten/ vnd ge
meiniglich obligt/vnd den Sieg behelt. Vnd
daſſelbigeſtück macht auch die Türcken ſo
ſtoltz/verſtockt wnd ſicher in jrem glauben/
daß ſie gar nichts zweiuelen / jr glaube ſey
recht/ vnd der Chriſten falſch / als denen
Ä viel Sieg gibt/vnd die Chriſten alſo
Perleſſt .
Wiſſen aber nicht/das hiejm Daniel
alſo zumor verkündigt iſt/das die Chriſten
wmb jrer ſinde willen hie auff Erden ge
ſtrafft/vnd die Vnſchüldigen zu MOertererge
macht werden/Denn Chriſtns mus MOerte
rer haben/Darüb hatte er allezeit die ſeinen
laſſen/ leiblich vnterligen vnd ſchwach ſein/
VVidernmb ſeine Feinde obligen/ vnd mech
tig ſein/auff das er die ſeinen fege vnd reinige
Darnach ſeine Feinde / wenn ſie wol ange
C ij lauffen/
lauffen/vnb auffshöheſtkomen ſind./heim
ſüche mit dem belliſchen fewrewiglich.
Solch vrteil wiſſen die blinden vnſinni
gen Leute nicht/Vnd meinen/weil ſich Chri
ſtus ſo ſchwachſtellet/Esſey kein volck auff
Erden angeremer denn ſie/ Aber gar weid- -
lich lauffen ſie an/vnd wird ſich das Spiel
plötzlich wenden / ehe ſie meinen/ wie her
nach folget. -

Zum ſechſten/Solflugs auffs Türcken


Reich wnd wüten / der Jüngſtag vnd das
Reich der Deiligen komen / wie Daniel bie
ſpricht/ Das des Dorns kriegevndſiege ſol
weren/bis der Alte komernd ſetze ſich zu Ge
richte. Solch drewen wñſchrecklich Gericht/
glauben die Tircken auch nicht/ Das Gott
damit vns erlöſen/ vnd ſie in die Oelle ſtoſ
ſen wird.
Wie lange aber das weren ſolle/daser
ſo ſieghafft ſey/kan niemand wiſſen/ Denn
Chriſtus ſagt/ das von dem tage niemand
wiſſen ſolle/On der Vater alleine/Wie denn
bie Daniel auch mit tunckeln worten ſagt/
Sie werden in ſeine LOende gegeben werden/
eine zeitlang/vnd aber etliche zeit/ vnd noch
ein wenig zeit/So wird denn das Gericht
gehalten werden. -

* Aus dem es ſcheinet/ das des Türcken


Reich vom Oimel geſtürtzet werden ſol/Vff
kein König komen werde/derſn vnterdrücke
Pnd
vnd mechtiger werde/riachjm/ wie auch Da
niel hie ſagt/das der leib des vierden Thiers/
nach dem groſſen leſtern des kleinen Oorns/
ins Fewerſol geworffen werden/zu verbren
IL,
So ſtehet ja auch im Apoca. am 2o.ca
pit. Das der Gog vnd MOagog/ ſolle durchs
Fewr vom IOimel verzeret werden Eben daſ"
ſelbige ſchreibet auch Ezechiel am 3o.Capit.
Das Gott wolle Fewr vnd Schwefel vber
Gog vnd MDagog regenen laſſen/vnd vber jr
MOeer,Mu iſt kein zweinel/Gog/ſey der Tür
cke/der aus dem Land Gog oder der Tattern
komen iſt in Aſiam/wie die Diſtorien bewei
ſen,
Weil aber dennoch Chriſtus hat Zeich
en gegeben / dabey man kennen ſol/ wenn
der Jüngſte tag nahe ſey/vñ demnach/wef
der Türcke ein ende haben werde/ So kön
nen wir ſicherlich weiſſagen/das der Jüngſt
tag müſſe fur der thür ſein. Denn weil Da
nielhie ſagt/Das im vierden Thier das klei
ne lOorn ſolle das mechtigiſte rnd letzte ſein/
Vnd wir ſehen offentlich/das in des Römi
ſchen Reichs Lendern kein mechtiger iſt/
denn der Türcke/ vnd nach jm keiner mehr
kommen wird./ So iſt die ſchrifft des Türck
en halben ſchon erfüllet/Denn er hat die drey
IOörner weg C wie geſagt) vnd Daniel gibt
im kein Oorn mehr,
Demnach
W

Demnach iſts zu hoffen./das der Tür


cke hinfurt keinland des Römiſchen Reichs
mehr gewinnen wird/XOnd was er in LOun
gern vnd Deudſchen Landenthut/das wird
das letzte gekretze vnd gereuffe ſein/ daß er
mit den vnſern/ vnd die vnſern mit jm haben
werden/vnd darmit ein ende/Alſo/das er
LOungern wnd Deudſch land wol zauſen
mag/aber nicht rügelich beſitzen/ wie er A
ſiam vnd Egyptum beſitzt. Denn Daniel
gib jmdrey Oorner vnd nicht mehr/zwackt
vnd reiſſet er etwas den Grentzen vnd WTach
Ä abe/dasſey ſein Schlafftrunck zu guter
NACHt.
Darumb der krieg vnd Sieg des MOaho
mets/damon Danielſagt/iſt am meiſten ge
ſchehen vnd erfüllet/in Aſia/Gretia/Egyp
to/ XOnd wird alſo ein Ende nemen/ wenn
er am allermechtigſten/vndauffs aller beſte
gerüſt iſt/das er gleich ſicher daher ſchwebt
vndferet/als dem nun niemand weren noch
widerſtehen könne/ vnd noch viel Land zuge
winnen gedenckt/Eben wenn daſſelb ſtünd
. linkomen wird./das er ſo viel noch thun wil/
vnd trotzig vnd girig ſein wird / Da wird
Chriſtus mit Schwefel vndfewrvberjnko
men/vndfragen/ Warumb er ſeine IOeili
gen/diejm kein leid gethan/on alle vrſache
ſo grewlich verfolget vnd geplagt habe A
men. Denn die Schrifft iſt alle erfüllet/Ä
ind
Ä zeither /ſö viel Zeichen geſchehen/
Vnd iſt ſogros Liecht des Euangelijfurhan
den/dazu ſolch grosleſtern/mutwillen/fre
mel/in der Velt/ als nie geweſt/ auch nicht
erger ſein künde/Esmus brechen vnd einen
dehaben.
Bisher haben wir nun geſehen/wofur der
Türckevnd ſein Mahometiſch Reich zu hal
ten ſey nach der heiligen Schrifft/memlich/
das erſey ein feind Gottes/vnd ein Leſterer
vnd verfolger Chriſti/ vnd ſeiner Oeiligen/
durch ſchwerd vnd ſtreit/Alſo/daser gleich
darauffgericht vnd geſtifft iſt/ mit ſchwerb
vnd kriegen/wider Chriſtum vnd die ſeinen zu
wüten/Denn obwol andere Könige vorzei
ten auch haben die Chriſten vorfolget mit
dem ſchwerd/So iſt doch jr Reich vnd Regi
ment nicht darauffgeſtifft vñgericht geweſt/
das ſie Chriſtum leſtern vnd bekriegen ſollen/
ſondern geſchicht zufal8 aus einem mis
brauch/Oats ein König verfolget/ſö iſt ein
ander hernach gut geweſt/ vnd hats laſſen
gehen/Das alſo/nicht die Königreiche oder
regiment/anjnen ſelbſt wider Chriſtum ge
ſtrebt/ſondern die Perſonen/ſo das regiment
- gehabt haben/ſind zu weilen böſe geweſen.
Aber des MOahomets Schwerd wnd
Reich an jm ſelber/iſtſtracks wider Chriſtum
gericht/alsbette es ſonſt nichts zuthun/vnd
könne ſein Schwerd nicht beſſer branchen/
D Öentz
denn das er wider Chriſtum leſtert vnd ſtreſs
tet/Wie denn auchſein Alkoran vnd die that
darzu beweiſen. -

XOs dem kannu ein jglicher ſein Gewiſs


ſen richten vnd verſichern/ wo er zum
ſtreit wider den Türcken gefordert wird
wie er gedencken vnd ſich halten ſol. Tems
lich./das er kein zweiuel haben ſol/Wer wi
der den TürckenCſöerkrieg anfehet Oſtreit/
das er wider Gottes Feind vnd Chriftus Le
ſterer/ja wider den Teuffel ſelbs ſtreit/Alſö
das er ſich nicht beſorgen darff/ ob er etwa
einen Türcken erwürget/das er vnſchuldig
blutvergieſſe/oder einen Chriſten erwürget/
Sondern gewislich erwürgeter/einen Feind
Gottes vnd Leſterer Chriſti/als den Gott
ſelbs durch die ſchrifft Damielis/fur einen
feind Chriſtivnd ſeiner Oeiligen/zum Oels
liſchen fewr verurteilet hat.
Darumb auch kein Chriſten noch Gof
tes freundin des Türcken Oeer ſein kan/er
verlangne denn Chriſtum/ vnd werde auch
Gottes vnd ſeiner Oeiligen Feind/ ſondern
ſind alle des Teuffels eigen/ vnd mit dem
Tenffel beſeſſen/wiejr Oerr MOahometh vñ
der Türckiſche Keiſer ſelbs. Denn dn muſt
die wort Danielis wolfaſſen vnd mercken/
da er dem kleinen Oorn das Leſtermaulwl
der Gott/ vnd den ſtreit wider die Oeiligen
Gotteszuſehreibet/WPelche wort
-
"sº t
fes / ſondern alles vbel vnd bosheit/ vom
Türcken oder MDahometh zeugen. -

Darumb hab ich im vorigen Büchlin


auch ſo trewlich geraten/ Das man nicht
ſolle wider den Türcken kriegen/als vnter der
Chriſten namen/noch mit ſtreit angreiffen/
als einen feind der Chriſten/ Denn hiehöre
ſtu/ das dem Mahometh oder Tircken der
Sieg wider die Chriſten vnd Oeiligen ver
kündigt iſt/wie denn bisher geſchehen iſt/in
Den drey Dörnern / die er abgeſtoſſen hat/
das iſt/ in Gretia/Aſia/Egypten. Chriſtus
wil ſchwach ſein/vnd leiden anff Erden mit
den ſeinen/auff das er die gewaltigen zu Mar
ºren vnd zumſchandenmache/vnd brauchejres
wiitens darzu/ das ſie jm C wiewol vnwiſ
ſend) den Dimel volMOerterer vnd Oeiligen
machen/ damit ſein Reich deſter eher vol
werde/ vnd zu Gericht kome/vnd den Ty
# fl.
jhren Lohn gebe/ ehe ſie ſichs verſe
Sondern/ſöhab ich geraten/vnbrate
noch alſo/das woleinjglicher ſich vleiſſigen
ſöl/ein Chriſtenzu ſein/willig vnd bereit zu
leiden/vom Türcken vnd jederman. Aber ſöl
le nicht ſtreiten/als ein Chriſten/ oder vnter
eines Chriſten namen/Sondern/las deinen
weltlichen Oberherrn kriegen/ Vnter deſſel
bigen Panier vnd namenſöltu reiſen/als ein
weltlicher Pnterſas/ nach dem Leibe/ der
ſeinem Oberhern geſchworen iſt / mit leb
vnd gute gehorſam zu ſein /Das wil Gott
von dir haben/Ro,3.Titum 3,XOndſönder
lich/wo ſolcher ſtreitgeſchicht/nicht ausfinr
witz/ Gut vnd Ehre zu erlangen/ ſondern zu
ſchützenvndſchirmen Land/vnd Leute weib
vnd kind 2c, wie dieſer Krieg iſt wider den
Tircken. -

Alſö leſen wir vom dem lieben Oeiligen


S.Moritz vnd ſeinen Geſellen/vnd viel an
bern Deiligen./dcs ſie in ſtreit gezogen ſind/
nicht als Chriſten/anch nicht wider die Chr.
ſten/Sondern als vnterthenige gehorſame
bürger oder Ritter/gefoddert vñberuffen von
jrem Keiſer/oder anderjrer Oberkeit/ denen
ſie mit Leib vnd Gut zudienen ſchnldig wa
ren/Vnd hies nicht ein Chriſten Deer oder
Volck/ noch ein Chriſten ſtreit/ Sondern
des Keiſerg Volck oder Oeer,
Sihe/alſo ſtehet denn dein Gewiſſen
recht vndfein/ vnd kanſtein mutiger freidi
diger MOan ſein./das ſolch bertz vnd mut/on,
zweinel deinen Leib vnd Roſs/auch deſter
ſtercker machen wird. Denn du biſt gewis/
das du in deines Oberherrn gehorſam vnd
in Gottes willen vndbefehl zeuchſt vndſtrei
teſt/der dir ſolche Deerfart anffleget/ vnd
von dir haben wil/ So darffſtu auch nicht
ſorgen noch fürchten/dasdin in der Türcker
Oeer vnſchuldig bluttreffeſt/ weil dn
- - - -
Ä
Ög Big
das ſie von Gott als ſeine Feinde/zum Tode
vnd zur Oellen / verurteilet ſind. Vnd ge
beut dir/durch deinen Oberherrn / das du
ſolch vrteil/an dem Türcken volbringen ſolt/
vndjtzt deine fauſt vnd ſpies/ Gottes ſauſt
vnd ſpies iſt vndheiſt/ Vnd biſt alſo Gottes
des allergröſten Oerrn/Scharffrichter oder
LOencker/wider ſeinen groſſen verdampten
Feind/Wieköndeſtuehrlicher vnd löblicher
ſtreiten?
Gerets aber/daser dich erſticht oder er
ſchlecht/wie kanſtu redlicherstods ſterben/
ſo du anders ein Chriſten biſt. Denn/zumer
ſten ſtehet da Daniel/ vnd macht dich zum
Oeiligen/daer ſpricht/ Der Türcke ſtreite
wider Gottes Oeiligen. Das auffder Türck
en vnd Teuffelsſeiten die fahr ſtehet/das er
als ein MOörder/eitel vnſchuldig wnd heilig
Bluttreffe/vndſö vielheiliger MOertererma
che/ſo viel er auffvnſer ſeiten erſchlet. Wie
es denn gewisiſt/das er eitelwnſchuldig blut
trifft/ weil er die angreifft/ da er kein recht
noch vrſachezu hat/wndon befehl vnd not/
ſolch mörden firnimpt / So iſts auch ge
wig/das er viel MOerterer mache( Denn es
müſſen Chriſten drunder ſein/wo der Türcke
wider die Oeiligen ſtreit/ als Danielſagt)
Vnd thnt alſo denn der Tircke an dir/ was
Daniel von jm ſagt/Memlich/ das er ein
Deiligenmörder vnd MOerterermacher iſt.
it Zums
- -
Zum andern/ſtehet da beingut ſicher
Gewiſſen/ das du durch Gottes gebot/ in
deines Oberherrn einfeltigem gehorſam er
fundenvnd erſtochen wirſt. Vndwensgleich
zn wechſelnſein ſolt/ſölteſtuhunderttauſent
mal lieber ein Chriſt/gehorſamer Bürger o
der Ritter/vom Türckeu erſtochen ſein wöl
len/denn des Türckiſchen Keiſers ſelbsſieg/
mit alle ſeinem gut vnd ehre haben/ Denn
wie geſagt/du biſt gewig ein Oeilige/wo du
ſothuſt/das du ein Chriſtbiſt/vndingehor
am ſtreiteſt/der LOimel iſt dein/das hat kei
nen zweiuel. VVaG iſt aber des Türcken ſieg
vnd Ehre/ja aller Velt/gegen dem LOimel
vnd ewigen leben,
Gedencke/wie wolteſtuthnn/wenn du
zurzeit der MOerterer gelebt hetteſt/da dich
auch die böſen Keiſer vnd Tyrannen erwür
gethetten/vmb Chriſtus willen? Oder wie
wolteſtu jtzt thun / wenn dich der Bapſt/
Biſchone/vnſer Keiſer oder Tyrannen erwir
geten /vmb des Suangeliums willen/ wie
denn vielen geſchicht. Dnmtiſteſt dennoch
gleuben/das ſie dich zum IOelligen vnd MOer
terer machten / Vnd gewis ſein/ das du in
einem rechten Stand vnd geborſam erfun
den würdeſt.
Was iſt nu der Türcke anders/ mit ſei
nem ſtreitten/denn ein ſolcher böſer Tyrann/
der Gottes Oelligen tödtet vnd zu MOerterrer
macht?
macht On das der Türcke uit groſſer gar
tzer macht/on vnterlas ſolches thut/vnd für
allen andern viel mehr LOeiligen macht/VVie
ſichs denn gebiirt am ende der Velt/das der
Tenffel vnſerm OErrn Chriſto eine guterei
che Letze gebe. Lieber/es iſt ein trefflich gros
wort/das Danielſagt/ Der Türck ſolle ni
cht etliche einzelen Oeiligen martern/ wie
ander Keiſer/ſonder mit ſtreite vnd allerma
cht angreiffen/ vnd ſie vberweltigen/Jnn
ſtreit aber müſſen viel mehr Oeiligen vnter
liegen/denn der einzelen MOerterer iſt/die auſ"
fer dem ſtreit/hin vnd wider gemartert wer
ÖkII.
So weiſtu ja wol/das du dennoch ein
mal fterben muſt/vnd keinen tag noch ſtun
de des Todes ſicher biſt. Wie wenn denn ſok
cherſtreit wider den Türcken/eben deinſtünd»
lin ſein ſolt/vnd von Gott alſo verordnet we
re Solteſtunicht lieber/ ja darzn mit freur
den/dich alda Gott ergeben/in einem ſolchen
ehrlichen heiligen Todt(da dn ſo viel Göttli
cher vrſachen/gebot vnd befehl haft/vndſi
cher biſt/das du nicht in deinen ſunden/ſon
dern in Gottesgebot vnd gehorſam ſtirbeſt/
Villeichtin einem angenblick aus allem jamer
kompſt/vnd gen Oimel zum Chriſto auff fleun
geſt ODenn das du anff dem Bette miſteſE
kigen/vnd dich lange mit deinen ſind en/mtt
dem Tod vnd Teuffel reiſſen/beiſſen Ä
- - - - -
-
W etRA
ffen/yndringen in aller fahr vnd not/ vnd
dennoch ſolche herrliche Gottesbefehl vnd
gebot nicht haben. Die ſtirbſtu alleine fur
dich ſelbſt/vnd friſſet dich ein amechtig driis
oder Peſtilentz dahin. Dort/ſpricht Daniel/
ſterben viel Deiligen mit dir/vnd haſt Gött
liche/heilige/liebliche Geſelſchafften/die mit
dir faren.
- Summa/werkanallerleyfahr des To
des erzelen/darinnen wir teglich ſchweben/
zu waſſer/znfewr/znfeld / zuhaus/in der
Infft/auff Erden/So viel Thier/ſo vielſen
chten ſind vmb.wns/Der fellt vom dach/der
vom Roſs/derfellt in ſein meſſer/etlichehen
gen/ erſtechen/ erſeuffen/ſich ſelbs/ Der
kompt ſonſt/der ſo vmb. Der wird vmbgel
des willen/der wmb eines Weibswillen/der
wmb eines worts willen/Jaetliche vmb wol
that willen/erſchlagen/So mancherley tö
de müſſen wir teglich warten. Vnd wagens
etlich mit frenden/ da doch kein redlich vr
ſach noch Göttlich befehliſt/Darzudie hin
fart ferlich vndmislich iſt/wie man dort an
kome-Vndſölten vnshie ſofauloder verzagt
ſtellen/da wir gewiſen Gottesbefehl vndge
fallen haben/vnſer Oberkeit zu gehorchen
mit leib vnd gut. Darzuſö wir Chriſten fin
den werden/gewis das ewige Leben mit den
AOeiligen haben. VVere doch ſolcher Tod/ zu
ſichen an der MVeltende/ wenn das
-
Ä
I1 Ög
lin da iſt. Ond wer ſich ſolchs nicht bewegen
leſſt/dem were kein billicher Fluch zu win
ſchen/denn das er zum Türcken fiele/vnd ein
Türcke würde / des Teuffels leibeigen wie
ſein Oerr der Türck iſt/von Gott zum Tode
vnd Oellen verdampt.
Solchs alles redeich fur die/ſö Chriſten
ſind/oder gerne weren/Das ſie wiſſen/ wie
ſie ſich zu dieſer zeit richten vnd tröſten ſol
ien/das ſie nicht zu faſt erſchrecken fur dem
Türcken/noch fir dem Tenffel ſeinem Gott.
Denn wenn der Türcke die Chriſten Cſo es
müglich were) ſchon allzumalfreſſe/hette er
damit nichts gewunnen/ denn das ſein ver
damnis defter gröſſer würde/vnd deſter eilen
derkeme/vnd die Chriſten deſterehegen LO
melfüren. Er ſey ſo zornig vnd wütig/als er
jmer wil/mit allen Teuffeln darzu/Somus
er Knecht vnd Diener ſein der Chriſten/XOnd
eben damit zu jrem beſten helffen damit er ſie
meinet zu verderben,Denn da ſtehet Daniel/
vnd ſpricht/Esſein Oeiligen/die er ſchlecht
vnd würget.
So ſpricht S. Petrus/Vnd wer iſts/
der euch ſchaden kan/ſojr dem guten nach
ſtrebet . Dauid auch im ..]6. Pſalm. Q wie
köſtlich iſt fur dem Oerrn der Tod ſeiner Oei
ligen. Vnd im.72. Pſal. Vndjrblut iſt teur
fur ſeinen angen. Solche vnd der gleichen trö
ſich biſher gaben Ä ein -
prteil/Das der Turckeſey ein Oeiligenmör
der/rndthuim ſelbs damit den gröſten ſcha
den ewiglich. VPiderumb/ das ſein zorn vnd
morden/ müſſe hie zeitlich dienen vnd helf
fen/ den Chriſten zu groſſer ewiger herrlig
keit/on ſeinen danck/on alle ſeinen willenvno
wiſſen. -

VVertenſchet vnd mordet nnhiedenats


dern am beſten. Der Türckmordet die Chri
ſtenzeitlich/zum ewigen Leben/ Aber eben
in dem ſelbigen mordet er ſich ſelbs/zum ewi
gen helliſchen feur/mit allen Teuffeln. Denn
die Chriſten haben zum herrliche/ mechtige
Sprüche/wie gehört. Ond Daniel heiſſet ſie
AOeiligen/ vnd den Türcken einen Deiligen
mörder/Da wird er nicht viel an gewinnen
vnd die Chriſten nicht viel verlieren. Aber ſo
ſol der MDahometh mit den ſeinen bezalet
werden/vnd die Chriſten an ſich ſelbs rech
Ä / vnd ſeinen lohn von ſich ſelber empfa
LN 4 - -

Darumbhalt ich das nicht fir ein Meiſter


ſtück/das der Türcke dieChriſten zu ſchreck
en/jre Kindlin zuhawet/ zuſticht/vndauff
die Zannſtecken ſpiſſet/vnd was ſonſt nicht
fort kan/alles erwürget/vnd grauſam han
delt. Es iſt mehr ein gros Marrenſtück/auch
fur der welt/ Denn damit würde kein frum
MOan ſich ſchrecken laſſen/ das er ſehe ſein
Kind vnd Weibzuhackenvndzuſpiſſen/ſon
- - dern viel
Hern vielmehr zornig vnd bitter werden/pnd
vollend hinan ſetzen vnd wagen/ſtumpffvnd
ſtill/vnd was da noch vberig were/ Vnd ob
er tod were/ wurden oder ſolten je die andern
vberigen deſter bitterer vnd zorniger werden/
auch alles vollend/ an die Teuffels glieder
3th Wagen. - -

Aber für den Chriſten iſt ſolche witerey


viel weniger ſchrecklich/ Denn die wiſſen/
das ſolche gefpiſfete vnd zurhackete elende
Kindlin vndfrume Cente/eitel Oeiligen ſind/
Vnd das jnen der Türcke/das hunderſte teil
nicht kündte/ ſo viel gutsthun/wenn er ein
jglichs/auch zum Türckiſchen Keiſer ſelbs
machete/ als er damit thut/das er ſie/aus
des Teufelszorn ſo grauſam handelt/ denn
eropffert ſie damit Gott in den Oimel/Vnd
künde auch alle Welt ſich nicht ſo reichlich
vnd herrlich an jm rechen/als er an ſich ſelbs
ſolche Leute rechet/Denn er ſtöſſet ſich ſelbs
damit in abgrund der hellen.
Jaſprichſtu/Des lachet er vnd fragt
nichts darnach/mit allen den ſeinen VVolan
erſols auch lachen/ darzu nicht werdſein/
das ersglenben oder erkennen ſolle.Chriſtus
wird jm das lachen wol vertreiben/ vnd das
alles wolleren. Denn ich dis (wie geſagt)
den Chriſten ſchreibe zu troſt/ vnd nicht den
Türcken oder Türcks genoſſen zu lachen.
Daniel hat jm fur vns allen gnug geſchrie
- - E ben/
ben/ba # einen Feinb vnd Leſterer Got
tes/züm Oelliſchen Feur verdampt/vnd wer
kündigt. Wird Danielis ſchrifft veracht/ſo
ligt nichts dran/ ob vnſer ſchrifft auch ver
lacht werde/VPir haben den Text/ der vºns
nicht leugt noch treugt/ das Gottes Deili
gen ſind/wider welche der Türcke ſtreit.
Sinds Oeiligen Gottes/ſo fragt ein Chriſt
nicht groß darnach./wie grawſam der Tür
cke oder der Teuffel / mit den Kindlin vnb
Chriſten/euſſerlich am Leibe vmbgehet/Es
müſſen doch Engel da ſein/die anffjre See-,
le warten/vnd ſie auf den Oenden tragen/
pnd gen Oimel bringen.
Denn es ſtehet geſchrieben in dem 9.
Pſalm/Er hat ſeinen Engeln befolhen vber
dir/das ſie dich auf den LOenden tragen/
2luff das du deinen fus nicht an, einen ſtein
ſtöſſeſt. So ſpricht auch Chriſtus MOatt.am
J8.Jch ſage euch warlich/das jre Engel ſe
hen allezeit das Angeſicht meines Vaters im
ZOimel. /

Wir leſen in der Könige bücher vom Pro


pheten Eliſa/ wie er gantze Bergevol feuri
gerwagen vnd Reuter vmb ſich ſeinem Die
nerzeigete wider die Syrer/So dazumal ſo.
viel Engel vmb die ſtad waren/zum leiblich
enſchutz/Wie vielmehr/meinſtu wol/das
hie in ſolchem ſtreit, die Engel da ſind/empfa
Henvnd beſchützen geiſtlich die Seelen der
Chriſten
Chriſten/ober wie Danielſagt/ber Oeiligen
Gottes.
Das aber die Chriſten nicht alzeitwer
den beſchützt leiblich von den Engeln/ wie
im alten Teſtament/hab ich droben ange
zeigt/ Das Chriſtuswil vnd mus hie auff
Erden leiden/ſchwach ſein/ vnd ſich tödten
laſſen/Auff das ſein Reich eilend gemehret
vnd volwerbe-Denn ſein Neich iſt nicht leib
lich anff Erden/ Darum biſt ſein ſtreit am
ſterckeſten/ wenn viel leiden da iſt/ vnd viel
MOerterer werden/MVieer S. Paulo antwor
tet/2. Corinth. 2. Cas dir benügen an meiner
gnaden/Denn meine Krafft wird volkomen
in ſchwacheit.
Alſothun in dieſem fall die Chriſten auch/
Laſſen ſnen bentigen an der gnade/ das ſie
Chriſten vnd Gottes Oeiligen ſind/ durch
vnſern OMErrn Chriſtum/ wie Danielſagt/
Vndwens nicht anders ſein wil/laſſen ſie den
Türckenjmerhin ſiegen/rhümen vnd poch
en/bleiben ſie ſchwach vnd laſſen ſich mar
tern. Denn ſie ſehen/das gleich wie bey jrem
ſterben eitel Engel ſind/die anff jre Seele
warten. Alſo widerumbing Tircken Oeer/
eitel Teuffel ſind/die anff der Türcken Seele
warten/vñſieinabgrund der Dellenſtöſſen.
WNicht das ſie waffen vnd wehre von ſich
werffen/vnd ſich alſo von den Tirckenwehr
los ermorden laſſen ſolten/wie die MOerterer
it auſſer
«à-
auſſer den Kriegshenbelen gethan haben/
vnd noch thun/vnd thun ſollen. Sondern
weil die Chriſten mit leib vnd gut/Veltlicher
Oberkeit vnterworfen ſind/ vnd ſie alle/ ein
glicher von ſeiner Oberkeit zum ſtreit wider
den Türcken geforddet/ vnd berufen wer
ben/ Sollen ſie thun als die trewen gehor
ſamen Vnterthanen (wie ſie denn gewislich
thun/ſö ſie rechteChriſten ſind)vnd mit freu
den/die fauſt regen vnd getroſt drein ſchla
hen/morden/rauben/vndſchadenthun/ ſo
viel ſie jmer mügen/ weil ſie ein aber regen
können. Denn ſolchs gebent jn ſr weltliche
Oberkeit/welcher ſie gehorſam vnd ſolchen
dienſtſchuldig ſind/vnd Gott von jn wilha
ben/bis in den Tod hinein/Rom. 3. Titum 3
Gleich wie vorzeiten die heiligen MOerte
rer(wie droben geſagt)gethanhaben. Veñ
ſie vom Keiſer etwa wider einen Tyrannen
oder ander Feinde gefodert würden /worf
fen ſie freilich nicht diewaffen vñ wehre von
ſich/vnd lieſſen ſich ermorden/wie der Tyran
wolt. Denn damit hetten ſie jrem Keiſer ni
cht wol gedienet / ja vielſchadens gethan.
Sondern ſie haben trewlich die fauſt geregt/
vnd nach fres LOerrngebot/frölich dreinge
ſtochen vnd gehawen/als die freilich wolge
wnſt vnd gedacht haben,/ das ſie auff das
mal/nicht als Chriſten/ſondern als Diener
vnd vnterthanen des Keiſers/ mit e,
Gzt
Gmt/gefoddert waren./zu ſtreiten/zu wür
gen/vnd den Feinden ſchaden zuthun/XOnd
welche darüber ſind erſchlagen/ſind eiteil
IOeiligen worden/Als die nicht allein Chri
ſten/ſondern auch frome gehoſametrewe vn
terthane/erfunden ſind. -

2llſo ſollen jtzt die Chriſten auch thun/


denn der Türck iſt ein Feind vnd Tyrann/ni
cht alleine wider Chriſtum/ſondern auch wi
der den Keiſer vnd vnſer Oberkeit/ Foddert
ſie nu die Oberkeit/ſollen ſie ziehen/vnd drein
ſchmeiſſen/wie gehorſame vnterthanen. Wer
den ſie darüber erſchlagen/VVolan/ſö ſind ſie
nicht allein Chriſten/ſondern auch gehorſa
metrewe Vnterthanen geweſen/die leib vnd
gut/in Gottes gehorſam/bey jre Oberherrn
zugeſetzt haben / Selig vnd heilig ſind ſie e
wiglich/wie der frome YOrias.
Aber weil der Türcke gleich wolGottes
rute vnd eine plage iſt vber die ſinde/beide
der Chriſten vnd Vnchriſten oder falſchen
Chriſten/Soſölle ſich ſolchstroſtes vñtrotz
es dauon bisher geſagt/nicht ein jglicheran
nemen/ vnd tollküne daher faren/ vndſprea
chen/Jch bin ein Chriſt/Jch wildran/Som
dern zunor ſich bekeren vñſein Leben beſſern
vnd alſö mit furcht vnd erſtlichem Gebet /
zu ſolchem troſt vnd trotz komen . Denn
lch hab droben geſagt / weil Dendſchland
ſo volbosheit vndleſterung iſt/ das zu hoch.
- - vbermacht
pbermacht iſt/vnd in Oimel ſchreiet/Kans
nicht anders werden/wo wir vns nicht beſ
ſern/ vndablaſſen von verfolgung vndleſte
rung des Euangelij/wir müſſen herhalten/
vnd eine ſtaupe leiden. Wo es der Türck ni
chtthut ſo muß es doch etwas anders thun.
Ss were denn/das der Jüngſtag ſelbs
keme. Es komme aber ſtaupe oder Jüngſter
tag/VVer Chriſten iſt/vnd ſich gebeſſert hat/
derkans erleiden vnd wird ſelig/Die andern
müſſen geſtrafft vnd verloren werden. Von
dieſem ſtücke/das man ſich beſſern vndbeten
ſol/habe ich gnugſam geſchrieben in einem
Büchlin vom Türckenkrieg/das nicht
not widerumbbie zu erholen.

Das ander Teil Oer Deer


PrcOigt.
LEFl95 ſcy gnug VOm er
ÄQ\\ſtenteil dieſer predigt/memlich/die
z-Ä% jewen zuvnterrichten vnd trö
GÄ&ſten. Miu wollen wir das ander für
vns nemen/Auch die Fauſt zuuermanen/
das iſt/daß man leib vnd gut daran wagen/
vnd williglich daran ſtrecken ſolle. Vnd wo
die Oberkeit zu dieſem ſtreit ſchatzung fod
dert / daß man dieſelbigen gebe/ wie man
ſchuldig iſt/Rom, 3, Deſſelbigen gleichen/
WO
wo ſie die Perſön oder leibfoddert/ſöl man
auch zu lauffen/denn da hat Gott gehorſam
gebOtch.
Denn wnſere Junckern vom Adel/ha
ben bisher gnug gebraſſet/geſchlemmet/ge
rennet/geſtoltzirt/gepranget/mit allzu vber
flüſſiger koſt vnd kleidung/dadurch ſie alles
gelt aus Oeudſchem Lande geſchütt/ vnd
ſich Con was der Sunden wider Gott iſt) an
leib vñgut verderbet. Es iſt zeit/ das ſie auch
jren ſtand vndampt beweiſen/ vnd ein mal
mit ernſt ſehen laſſen./das ſie vom Adelſind.
Deſſelbigen gleichen auch die Bürger
vnd Kauffleute/mitvbermeſſigem ſchmuck
vnd vnzelichem wucher vnd geitz/lang gnug
jre luſtgebiſſet/ Oaben ſo vielhundert tau
ſentgülden/ſolange verkleidet/verthan oder
verſamlet/Sollen ſie auch ein mal eine buſſe
dauon geben/vmbjrer hoffart willen/dazu
ſie bisher ſo guten ſtillenfriede gehabt/ vnd
des misbraucht.
Alſo auch der Danckwercks vnd Baw
ersman/baben ſo lange her mit wberſetzen/
ſchinden/ſtelen vnd rauben/neben anderm
groſſen mutwillen vnd vngehorſam/ein red
liche Buſſe wol verdienet/ Sonderlich ſint
derzeit das Euangelium antag iſt komen/
dardurch ſie frey vnd reich geworden/ von
allenſchindern vnd Bettlern erlöſet/ das ſie
meinen/ſie dürfen Gott nicht mehr geben/
F noch
hoch allen ſeinen Dienern/ſondern allein zu
ſich ſcharren vnd reiſſen/ auff dem Marckte
durch vberſetzen./gleich als aus dem beutel
ſtelen. Darzum ſie bisher groſſen friedgehabt/
geſoffen/getantzt vnd geſungen haben in al
ler ſicherheit.
Wolan/was ſie erſparet/geſtolen vnd
geſamlet haben/VPasſiejren Predigern vnd
Pfarherrn entzogen/ Das ſollen ſie bruder
Veiten den Landsknechten/zuſammen bracht
haben/vnd keinen danck darzu haben. Die
Fürſten ſollens on alle barmhertzigkeit von
jnennemen/ vnd kriegswolck damit halten,
Quod non tollit Chriſtus, tollit fiſcus,So
ſoles gehen/LOaſtu nicht wölleneinen gülden
eben zum frieden/ Gott zu lieb vnd dienſt.
o gib nu zehen oder zwentzig/zum ſtreit/
Gott zur ſtraffe vndbuſſe. Oaben wir guts
empfangen von dem LOERrn( ſpricht Oi
Äeidet,
Ärumb wollen wir das böſe auch nicht
-

Es hat ein jglichsthun ſein zeit/ſpricht


Salomon/Eccleſiaſtes. Bisher iſt friedens
zeit geweſt/Mu iſts ſtreitens zeit- Bisher/
braſſens vnd brangenszeit/WNu aber ſorgens
vndarbeitenszeit. Bisher/ wucherns./ſte
leng/ſcharrenszeit/WNt aber ausgebeng/be
zalens/rnd ausſtrewenszeit. Bisher eſſeng/
trinckeng/tantzeng/freuden/ lachens zeit/
Mn aber trawrens/ſchreckens/fürchtens/
* .. -
weinens -
weinenszeit. Bisher ringens/ſchlaffens/miſ
ſig gehens/ſicher lebenszeit/Mu aber wach
eng/ vnruhe/ſchaffen8/werenszeit. Daben
wir jenegutezeit kund gern haben/ vnd den
noch Gott nichts dafur dancken noch erken
nen/So laſt vn8 nu dieſe böſe zeit auch dul
den/vnd daran lernen/fur jene gutezeit dan
cken, -

Ja/wenn Gott jmmer gute zeitgebe/


vnd lieſſe wns drinnen mit aller bosheit vnd
mutwillen die Erde erfüllen bis an den Oi
melhinan/vnd hies vns darzu lieben Junck
ern/ das möchten wir leiden/ vnd ſind alſo
der guten tag vndfriedens/in aller büberey
gewonet. WTu wils vns faulthun/ das auch
böſe zeit vnd vmfriedekömpt / Vnd wöllen
ſcheel vnd ſaur ſehen/ſchatzung zu geben o
der ſelbs zu reiſen/Ja man müſts vng beſtel
len/ Warumbhaſtu zunor nicht gehörcht/
da man dir Gotteswort ſagt Sohöre nu
den Tenffelim Türcken/ der du Gott nicht
hören wolteſt in Chriſto.
Sperreſtu dich aber/vnd wilſt nicht ge
ben noch reiſen/Wolan/ſo wird dichs der
Türck wolleren/ wenn er ins Land könnpt/
vndthnt dir wie er ſtzt vor Wien gethan hat
Memlich/daser keine ſchatzung noch reiſe
von dir foddert / ſondern ſtecket dir Oaus
vnd hoffan/nimpt dir vihe vñfutter geltvnd
gut/ſticht dich zu todC wo dirs noch ſo gut
. F j wird)
wird)ſchendet oder würget dir dein Weib pf.
Töchter vor deinen Augen,/ zuhacket deine
Kinder/vnd ſpiſſet ſie auffdeine zaunſtecken.
XOnd muſt darzu/ das das ergſte iſt/ ſolchs
alles leiden vnd ſehen/ mit böſem verzagten
Gewiſſen/als ein verdampter Vnchriſt, der
Gott vnd ſeiner Oberkeit wugehorſam geweſt
iſt/ oder füret dich ſamptjn weg in die Tür
ckey/verkeufft dich daſelbſt/wie ein Ound/
das du dein Lebenlag/muſt vmb ein ſtück
Brodsvndtrunckwaſſers dienen/in ſtetiger
arbeittag vnd nacht/mit ruten vnd knütteln
getrieben / vnd dennoch keinen lohn noch
danck verdienen. Vnd wo ein Sturm ſolge
ſchehen/muſtu der verloren Dauff ſein./wnd
alle arbeit im Deer thun. XOber das kein E
mangelium hören/ MTNichts von Chriſtovnd
deiner Seelen ſeligkeit lernen.
Als denn würdeſtugern von zwo Kienei
nezurſchatzung geben/ Gerne würdeſtt. ſel
beſt die helfft deiner Güter anbieten/ Gern
ſelbs vnter deinem Fürſten reiſen/Gern einen
Prediger ſelbgermeeren/der dirim jar viermal
predigte/ vnd wird alles vmb ſonſt ſein. Sie
he/das wiltu haben/Darnach ringeſtn jtzt.
Denn der Türck iſt der MOan/ der dich leren
wird/was du jtzt fir gutezeit haſt/vnd wie
jemerlich/vndanckbarlich/böslich/du ſie wi
der Gott/ſeine Diener/vnd deinen WTcheſten
znbracht/verſeumet vnd misbraucht Ät
-
Der Türckeweis den Adelznmuſtern vnd zu
demütigen/Die Bürger zu zuchtigen wndge
Horſam znmachen/ Die Bawrnzn zemen/
vnd denn mutwillen zi büſſen. Darumb
denck/ vndſey frum/vud bitte Gott/das der
Türck nicht dein Schulmeiſter werde/ das
rat ich dir/MEr hats vor VPien allzu grewlich
Ä“
er erſey.
ein wüſter vnſauber Zuchmei
Jch wolt wündſchenC wovns vnſer ſin
defur Gott ſo viel witze vnd mut lieſſen) das
alle Deudſchen ſo geſinnet weren/ das ſich
kein Flecklin noch Dörfflin plündern noch
weg füren lieſſen vom Türcken/ Sondern/
wens zu ſolchem ernſt vnd notkeme/das
ſich weret was ſich weren künd/jung vnd
vndalt/MOan vnd Weib/Knecht vnd Magd
bis das ſie alle erwürget würden/Dazu ſelbs
WOaus vnd Ooffabbrenneten/vnd alles ver
derbeten / das die Türcken nichts finden/
denn junge Kindlin/welche ſie doch one das/
ſpiſſen vnd zuhacken/wenn ſie wns lebendig
weg füren/ vnd wir denſelbigen doch nicht
helffen können.
Vnd dasſölchs geſchehe mit vorgehen
dem gebet zu Gott/darin ſie alles ſeiner gna
den befolhen/vñals im gehorſam der Ober
keit/wie droben geſagt. Eg were je beſſer/
das man dem Türcken ein leer Land lieſſe/
denn ein volles. Vnd wer weis/wasſolche
i turſt
-

enrſt ſchaffen/airbe bey den Türcken? Wer


den wir weg gefurt/ſo haben wirs viel erger
denn ſo wir erwürget werden/wie drobenge
höret. Vnd iſt groſſe fahr / das wir in der
Tirckey vom Chriſtlichen Glauben / zum
Türckiſchen glauben fallen würden / zum
Teuffelin die Delle hinein. -

- Schreiben doch die Römer ſelbs/von


der Deudſchen weiber/ das ſie vorzeiten/e-
benſo wol als die LOenner/ zu felde gezogen
wnd geſtritten haben. Vnd welche MOagd o
der Jungfraw/nicht hat einen Feind erwür
get/hat zur ſtraff müſſen Jungfrawbleiben
So ſchreiben die newen Diſtorien von den
Türcken/da ſie zu Lemno in Griechenland
ſind eingefallen/vnd den Thorhüter erſtoch
en/hat die Tochter des Thorhüters/ da ſie
den Vater tod geſehen/ſeinewehre angeho
men/vnd den Türcken in Thor/ ſo lange ge
weret/bis die Bürger darzukomen ſind/vnd
die Türcken vertrieben haben. Thun doch die
Türcken ſelbs auch alſo/das ſie ſich ehe vnd
lieber erwürgen/denn fangen laſſen/YOndne
men keine gefangene wider an/ ob ſie gleich
gern wider beim wolten.
Denn ich achte kein Oenslinſogeringe/
wo man ſich draus wehren wolte/die feinde
müſten har drüberlaſſen. Doch ſolches alles
wiſſen die Kriegsleute beſſer denn ich/ber ich
mich auffſolchegelegenheit vfilenffte nichts
» 4“ „ peſtehe/
verſtehe / Sondern damón rebeich/weiles
doch in ſolchem fallmus gewaget ſein/XOnd
keiner gnaden bey dem Türckenzuhoffen iſt/
wenn er vns weg füret/ ſondern alles vn
glückhon wnd ſpotleiden müſſen leiblich/dar
zu in geiſtlicher ferligkeit der Seelen / des
worts beraubt ſein/ vndjr ergerlich Maho
metiſch leben ſehen müſſen. So dechtich/es
were das beſte/Gott ſich befelhen/XOndaus
gethaner pflicht vnd gehorſam der Oberkeit
ſich weren/ſolange vnd mit welcherley wei
ſe man jmer köndte/ vnd ſich nicht fangen
laſſen/ſondern würgen/ſchieſſen vnd ſtech
en in die Türcken/bis wir da legen. Denn das
du wmb der jungen Eindlin willen gedechteſt/
dein Leben zubehalten iſt nichts/Weil du ge
hörethaſt/das die Türcken/ſolche Kindlin/
vnd was ſie nicht mit füren miigen / alles
erſtechen/zuhacken vnd ſpiſſen/das dn doch
jnen wider helfen noch raten kanſt/Son
dern allein gröſſernjamer vnd elend daranſe
hen mtºſt . . .
Vnd ob ſie gleich die Kindlin mit dir
wegfiren/ſo darffſtn nicht hoffen/ das ſie
dieſelbigen laſſen bey dir bleiben / da wird
nicht aus/Man verkanfft in der Türckey die
gefangene Chriſten/wie das Vibe/vnd wie
die Sew/achtet nicht/wer hie Vater/ MOu
ter/Kind oder Weibſey/Dawird das we
dorthin / der Pan hieher verkauft. Alſo
- - - gehetS
gehets auch mit den Eltern vnd Kindern zu/-
das keinsbey dem andern gelaſſen wird/wie
diekauffer vnd verkauffer wollen. Das doch
allenthalben beſſer were/daheimen im hau
ſe ſich weren vnd erwürgen laſſen/in Gotees
willen vnd der Oberkeit gehorſam/denn ſich
in ſolch fehrlich ſchendlich gefengnis geben.
Das iſt mein guterwundſch/ Aber ich
Halt/es wilwol ein wundſch bleiben/ Denn
ich ſolchsſage/ meinen lieben Chriſtlichen
Deudſchen zu gut/ſo da gerne wöllen vnter
richt ſein. Die andern bedürffens nichts/ha
benſelbsgut diinckel/ſack vnd vaſs vol/ A
ber wöllen wir mit den Türcken ſtreiten vnd
vnsweren/ſo werden wir müſſen andere vnd
newe gedancken faffen/ vnd was anders
ſchicken vnd gewehnen/beide mit herttz vnd
hand/denn wir bisher gewonet ſind.
AZ Je bey mns ich auch ein vermamung
thun/vnd einen troſt geben den Dend
ſchen/ſo bereit in der Türckey gefangen
ſind/oder noch gefangen möchten werden/
Gleich dem Exempel nach des heiligen Pro
pheten Jeremia/welcher auch einen Briene
ſchreibe gen Babylonien/vnd vermamete ſei
negefangene Jüden/das ſie ſölten gedültig
ſein im Gefengnus/ vnd im Glauben feſte
bleiben/big auffdie zeitjrer erlöſinge/das ſie
ſich nicht ergern ſolten an der Dab#
Al12
-"

Glauben vnd Gottesdienſt/welcher gros


war/vnd trefflichen ſchein hatte/ Das gar
viel Jüden dahin fielen / wie ich denn höre
vnd leſe/das auch die Chriſtenſeer abfallen/
vnd des Türcken oder MOahomets glauben/
williglich wind vngezwungen annemen/vmb
des groſſen ſcheins willen / den ſie haben in
jrem glauben. Darumb merck auffmein lie
berbruder/las dich warnen vnd vermanen/
das du ja im rechten Chriſten glauben blei
beſt/vnd deinen lieben OERRºnwfi Deiland
Jeſim Chriſtum/der fur deineſünde geſtor
ben iſt/nicht verleugneſt noch vergeſſeſt.
So lerne nu/weil du noch raum vnd
ſtat haſt/ die Zehen Gebot/dein VATER
XONSER/den Glauben/ vnd lerne ſie wol/
Sonderlich dieſen Artickel / da wir ſagen/
XOndan Jeſihm Chriſt ſeinen einigen Son/
vnſern OERRYM/Der empfangen iſt vom
Deiligen Geiſt/ Geborn von der Jung
frawen Maria/ Gelittenvnter Pontio Pila
to/Gecreutziget / geſtorben wnd begraben/
WTider gefaren zur Oellen/Am dritten tag
aufferſtanden von den Todten/Auffgefaren
gen Oimel/ſitzend zur rechten/Gottes des
allmechtigen Vaterg/XOon dannen erkomen
wird zurichten die lebendigen vnd die todten
etc. Denn an dieſem/Artickelligtg/ von die
ſem Artickel heiſſen wir Chriſten/ vnd ſind
auch auf denſelbigenzdurchs Euangelium/
- G beruffen/
-

berüffen/getanfft/vnd in die Chriſtenheit ge


zelet vnd angenommen/ vnd einpfaben durch
denſelbigen den heiligen Geiſt/wii vergebung
der Sunden/Darzu die Aufferſtehung von
den Todten/vnd das ewige leben. Denn dic
ſer Artickelmachet vng zu Gottes kinder/vfi
Chriſtusbrüder/das wir jm ewiglich gleich/
vnd LOiterben werden.
Vnd durch dieſen Artickel wird vnſer
glauben geſondert/von allen andern glauben
auff Erden/Denn die Jüden haben des m
cht. Die Türcken vnd Saracener auch nicht.
Darzu kein Papiſt noch falſcher Chriſt/
noch kein anderwnglaubiger/ ſondern allein
die rechten Chriſten. Darumb/ wo du in die
Tirckey komeſt/ da du keine Prediger noch
Bücher haben kanſt/daerzele bey dir ſelbs/
esſey im Bette oder in der arbeit/ csſey mit
worten oder gedancken / dein Vater vnſer/
den Glauben/vnd die Zehen gebot. -

Vnd wenn du auffdieſen Artickelkömpſt/


ſo drück mit dem daumen auff den finger/o-
der gib dir ſönſt etwa ein Zeichen mit der
Handoberfug/auff das du dieſen Artickelbur
woleinbildeſt vnd inercklich macheſt / Vnd
ſonderlich / wo dn etwa wirſt ein Türckiſch
ergernis ſehen oder anfechtung haben/ Vnd
bitte mit dem Vater vnſer/das dich Gott be
hüte fur ergernis/ vnd behalte dich rein vnd
feſte in dieſem Artickel/Deſian dem Artickel/
ligt dein lebenvndſeligkeit. Eben
"-
Ebenalſö vermanet S.Jeremias ſeine
Jüden zu Babylonien/wem ſie die gülden
vnd ſilbern Götzen ſehen wirden/ſolten ſie
an jren Gott zu Jeruſalem gedencken/ vnd
bey ſich ſprechen/LOSER/ dich allein ſolle
man anbeten Tc. Alſothu hieanch/wo du
bey den Türcken wirſt etwa ſehen/cinen groſ
ſenſchein der heiligkeit/So las dich nicht be
wegen/ſondern ſprich/XOnd wenn du ein En
gelwereſt ſo biſtu dennoch nicht Jeſus Chri
ſtus/OSrr Jeſi/an dich glaube ich alleine
Hilfmir Tc.
Vnter andern ergerniſſen bey den Türck
en/iſt das wol das furnemeſte/Dasjre Prie
ſter oder Geiſtlichen/ein ſolch ernſt/tapffer/
Strenge Leben füren/ das man ſie möcht
fir Engel/vnd nicht fur MOenſchen anſehen/
das mit allen vnſern Geiſtlichen vnd MOiinch
en im Bapſtum/einſchertz iſt gegen ſie. Offt
werden ſie auch entzückt/vber Tiſch bey den
Leuten/ das ſie ſitzen / als weren ſie todt.
Thun auch zu weilen groſſe Wunderzeich
en darzu . VVen ſoltent ſolchs nicht ergern
vnd bewegen? Du aber/ wenn dir ſolche
fürkomen/So wiſſe vnd gedencke/das ſie
dennoch nichts von deinem Artickel / oder
von deinem OLER RN Jeſin Chriſtowiſ
noch halten/ Darumb ſo mus es falſch
ein,
Denn der Teuffelkan auch ernſt ſein/
- G j ſaurſe
ſaur ſehen/vielfaſten/falſche Wunderzeich
enthun/vnd die ſeinen entzücken. 2ber Jhe
ſim Chriſtum mag er nicht leiden/noch hö
ren. Darumb ſo wiſſe/das ſolche Türckiſche
WOeiligen/des Teuffels Oeiligen ſind/ die
durchſreigen groſſewerck/wöllen frum vnd
ſelig werden/vnd andern helfen/on vnd auſ
ſerdem einigen LOeiland Jheſin Chriſto/vnd
verfiiren alſo beide/ ſich ſelbs vnd alle ande
re/die dieſen Artikel von Jbeſin Chriſto nicht
wiſſen/oder nicht achten / Allerdinge/ wie
vnſer MOünche haben wöllen zum LOimel
helffen/mit jrer eigenheiligkeit.
Zum andern/wirſtu auch finden./das
ſie in jren Kirchen/offt zum gebet zuſamen
komen/vnd mit ſolcherzucht/ſtille/vnd ſchö
nen euſſerlichen geberden / beten / das bey
wns invnſern Kirchen/ſolche zucht vndſtille
auch nirgent zu finden iſt. Denn da ſind die
Weiber an eim ſönderlichen ort/ vnd ſo ver
hillet/das man keine kananſehen/das auch
wnſere gefangen Brüder in der Türckey/kla
gen vber vnſer Volck/das nicht auch in vn
ſern Kirchen/ſoſtill/ordentlich vnd geiſtlich
ſich zieret vndftellet.Sihe/das möcht aber
mal ein ſolchen gedancken geben in deinher
tze/vndſägen/Furwar/ſöfeinhalten vndſtel
len ſich die Chriſten nicht in jren Kirchen 2c.,
Da drücke abermal mit dem daumen auff
einen finger/ vnd gedenck an Jheſium Chri
- - - ſtrºm/
ſtum/den ſie nicht haben noch achten. Denn
las ſich zieren/ſtellen geberden/wer da wil/
vnd wie er wil/ Glaubt er nicht an Jheſium
Chriſt/ſo biſtu gewis/das Gott lieber hat/
eſſen vnd trincken im Glauben/denn faſten
cn Glauben/Lieber wenig ordentlich geber
de im Glauben/denn viel ſchöner geberdon
Glauben/Lieber wenig gebet im Glauben/
denn viel gebeton Glauben. Chriſtus vrtei
let doch im Euangelio Luce 7. Das die ar
me Sünderin frömer were/ mit weniger ge
berden/denn Simon der auſſetzige mit allem
ſeinem geprenge. Vnd der arme Stinder der
Zölner/muſte beſſer ſein on faſten vnd feiren/
denn der hochmütig Phariſeer mit ſeinem fa
ſten vnd allerheiligkeit. Vnd ſprach darzu wi
der die vnglenbigen Phariſeeralle/die doch
Heilig anzuſehen waren/LOurn vnd Zölner/
werden ehe gen Oimelkomen denn jr.
Zum dritten/ wirſtn auch Walfarten zu
den Türckiſchen Oeiligen./daſelbeſt finden/
die doch nicht im Chriſten glauben/ ſondern
im MDahomets glauben geſtorben ſind/wie
ſie bekennen vnd rhümen/ Da geloben ſich
die Türcken hin/ lauffen vnd ruffen ſie an/
Aller maſſen/ wie wir zu vnſern Walfarten
gelaufen ſind/vnd wnſer Oeiligen angeruf
fen haben. Es wird auch vielen geholffen/
vnd geſchehen viel groſſer Zeichen / gleich
wie bey vns auch geſchehen iſt/Von ſolchen
- --
G i. falſch
falſchen Wunderzeichen/haben wir oft vnd
wie geſchrieben/die bey wns/von den Oeili
gen(als wir gemeinet/vnd bey den VValfar
ten geſchehen/Das auch etliche todtenanff
erwerckt/Blinden ſehend / Lamen gehend
worden ſind / vnd der gleichen/ Wie denn
Chriſtus verkündigt hat/LOatt.24.Das die
falſchen Chriſti vnd falſche Propheten ſol
che wunder thun ſolten./das auch die Auſer
welten möchten verfiret werden/Desgleich
en S. Paul.2.Theſſa.2 auch verkündigt.
Denn das iſt dem Teuffelein geringes/
einen MOenſchen zuplagen/daser vnd jeder
man nicht anders meinet/denn erſey blind/
lam/tob/Darnach/ wenn er damit hat ſeine
Abgöterey angericht / vnd die Lente von
Chriſto /etwa zum Oeiligen C das iſt/ ſich
ſelbs) anzuruffen getrieben/ als den ablaſſe
zuplagen/ Das der Menſch glaube/ Sein
Deilige Habjm geholfen. Er kam auch wol,
ſo vielkunſt/das er zu weilen rechte kranck
heit vertreiben/ vnd rechteſcheden heilen kan.
Denn er iſt ein Doctor vber alle Doctor in
der Artzney/darzu ein Firſt der VPelt.Sihe/
was wunder thut er bey vnd durch ſeine Zeu
berer/ wie ſeltzam er jnen hilfft/vnbegreiff
liche ding zuthun. -

Wastheter dem heiligen LWVan Oiob/


welch ein VVetter vnd donner macht er in der
yfft/ vnd verbrennet jm all ſein Gut/
- - -
Ä
tödtet
tödtet jm ſeine Kinder. Darzuſchlug er ſm
ſeinen eigen Leib/mitgrewlichen böſenblat
tern vnd geſchweren . Site / wie er wnſern
OErrn Chriſtum ſelbs in den lufften fürete/
auff den Tempel/wnd vom Tempel auf den
hohen Berg/al8 were er ſein Gott/vndzei
getjm alle Reich anff Erden/in einem augen
blick . Kan er nu Wetter machen/ blattern
ſchaffen/ in Lüfften füren/ vnd alſo mit den
ZOeiligen ſpielen/darzn mit Chriſto ſelbs/
VVasſolte er nicht vermügen mit ſeinen Gott
loſen vnd Vnchriſten.
Daruinb ſey gewarnet/ Wenn du in der
Türckey Zeichen ſehen oder hören würdeſt/
das du gedenckeſt bey dir ſelbs/ vnd ſprech
eſt/Vnd wenn dn alle Todten anfferweckteſt
vnd alle Zeichen theteſt / weil dn darneben
Jheſium Chriſtum verleugneſt vndleſterſt/o-
der nicht kennen wilt/So glaube dir derTeuf
fel an meiner ſtatJch wilviel lieberon Zeich
en vnd Wunder / bey meinem ſchwachen
Chriſto bleiben/defi zu dir ſtarcken vnd mech
tigen Wundertheter fallen. -

Vnd iſt zwar in der Tirckey das vorteil/


das man ſolche falſche Wunder leichtlich
kennen/vnd ſich darfur hiiten kan/weil die
ſelbigen nicht in Chriſtus namen geſchehen/
ſondern wider Chriſtus WNamen, in des MOa -

homets namen. Denn wie geſagt/ Sie hal


ten nichts von Chriſto/ſpotten vnd leſtern
- viel mehr
viel Ä die Chriſten mit dem WNamen Chri
ſti/als mit einen vntüchtigen Oeiligen WTa
men / der die ſeine verleſt / vnd jnen nicht
hilft wider den MDahometh. .
Aber bey vns wnter dem Babſtumb ſind
ſolche falſchezeichen viel ferlicher vnd ſchwe
rer zu erkennen/weil ſie bey wns/als bey den
Chriſten/vnd vnter dem WNamen Chriſti/als
von ſeinen Chriſtlichen heiligen/geſchehen/
Da hat er ſein recht Teuffels ſpiel/vnter dem
namen Chriſti/die Leute von Chriſto zufü
ren als auffs aller geſchwindeſt vnd behen
deſt/wie Chriſtus ſpricht/das ſolche falſche
#ºsº auch die Auſſerwelten ver
Zum vierden wirſtu ſehen/bey den Türck
en/nach dem euſſerlichen wandel/ ein dap
ffer/ſtrenge vnd ehrbarlich weſen/Sie trin
cken nicht Weinſauffen vnd freſſen nicht ſo/
wie wir thnn/ kleiden ſich nicht ſo leichtfer
tiglich vnd köſtlich/ bawen nicht ſo prech
tig/brangen auch nicht ſo/ſchweren wndflu
chen nicht ſo/haben groſſen trefflichen ge
horſam/zucht vnd ehre gegen jren Keiſer vnd.
AOerrn/ Vnd haben jr Regiment enſſerlich
gefaſſet vnd im ſchwanck/wie wir gerne ha
ben wolten in Deudſchen Landen.
Vnd wiewoljr Geſetzezuleſſt/das einer
mag zwelff Eheweiber haben/ vnd darzu
Megde oder Beiſchlefferin/ wie vieler wil/
PIO Oeil
wind dennoch aller Kinder gleicherben ſinb/
So halten ſie doch ſolche Weiber allein gro
ſem zwang vñgehorſam/das auch der MDan
fur den Leuten/ſelten mit ſeiner Weibeinem
redet/ oder leichtfertiglich bey jr ſitzt oder
ſchertzt / Denn obwol der MOan jm ſolche
Veiber leſſt vertrawen durch die Prieſter/
So behelt er doch das recht vnd die macht/
von ſich zu laſſen welche erwil/nach dem ſie
verdienet/oder er ſie lieb hat oder gram wird
AOie mit zwingen ſiejre Weiber gewaltiglich.
Vnd wiewol ſolche Ehe/nicht ein Ehe fur
Gott/ſondern mehr einſchein iſt/ denn ein
MEhe/WToch halten ſie damit ſre Weiber in
ſolchem zwang/vnd ſchönengeberden./das
bey jnen nicht ſolch fürwitz/vppigkeit/leicht
fertigkeit/vndander vberflüſſiger ſchmuck/
koſt vnd pracht vnter den VVeibern iſt/ als
beyvng.
MTn iſt ſolcher ſchein auch wolſö ein gros
ergernis einem vnberichten vnd ſchwachen
Chriſten/als kein gülden Bilde zu Babylon
den Jüden geweſt iſt/ vnd kein Cartheuſer
Kloſter bey vns iſt/weilbey wns kein Orden
- ſo heilig iſt/der nicht Weintrincke/Vnd kein
VVeib noch Jungfraw/dermaſſen im zaum
leben mus. Darumbſihe dich fur/vnd drück
abermal den finger mit dem daumen/ Denn
dn findeſt auch in dieſem ftücke deinen Chri
ſtum nicht. Was hilft denn ſolch ſchön
D ding/
ding/ſö es auſſer vnd wider Chriſtum iſt:
Da magſtu wolſagen das Sprichwort/
Es iſt ſchon böſe. Aber bey vns iſt/Alber fe
ſte/ Denn es iſt ja beſſer in Chriſtomeſſig
Wein trincken/vnd frölich ſein/Denn auſſer
Chriſtoſolch treffenlich ſaur dingfimrgeben/
das weder Propheten noch Apoſtel/ noch
Chriſtus ſelbshat furgegeben: Denn Chri
ſtus aſs vnd dranck/beide mit MOannen vnd
Weibern/beide mit Phariſeern vnd Zölnern.
Aber die Türckeu müſſens höher vnd beſſer
machen/denn Gott vnd ſein eigen Son ſelbs
machen/welchen ſie doch dieweilleſtern vnd
verfolgen/ wie vnſer Geiſtlichen vnd Gleis
ner bey vns anch thun. So wiſſe nu/das
Chriſtus Reich/ſtehet nicht in eſſen oder trin
cken/ auch nicht in euſſerlichen geberben/
ſondern im Glauben des hertzen/ Luce >.
vnd las dich ſolch gleiſſen nichts anfechten.
Vber dieſe ergernis/ſchlecht nu das groſ
ſeglºckzu/das die Türcken ſomechtig wor
den ſind./ſo viel Sieghaben/die Chriſten/
C wie ſie meinen Oſöofft darnider gelegt ha
ben/vnd bisher ſo treffenlich zugenomen/
Das es keine vernunft anders deuten mag/
denn das jrheiligkeit ſolchs verdiene/ vnd jr
glauben vnd weſen Gott ſowol gefalle. Dar
über ſie ſo ſtarrig/hart vnd verſtockt werden./
Das man meinet/esſey vnmüglich / einen
Türcken zu bekeren, - Widera.
Wiberumb halten ſie/das kein erger
Volckſey/denn die Chriſten/vnd kein ſchend
licher glaube/ denn der Chriſtliche glaube.
XOnd fallen daher in ſolchen vberſchwenck
lichen Hochmut/zu leſtern vnd zu ſchenden/
Chriſtum vnd ſeine Chriſten/das ſie vnterein
ander rhtimen/ſpotten vnd ſagen/Die Chri
ſten ſind Veiber/ Aber die Türcken ſind jre
LOenner/ als weren ſie alleine eitel Oelden
vnd Riſen/ Vnd wir Chriſten eitel Weiber
vnd Memmen. Wiſſen aber nicht/ wie ſaur
es wird mitjnen außgehen,
Die ſtoltzen Babylonier waren auch
MOemmer/vnd die Jüden muſten Weiber ſein/
Aber die ſelbigen Weiber/blieben zuletzt bel
de MOan vnd Oerr/d0 die Babylonier weder
Haut noch har behielten.
Sihe/vnter dieſem heiligen ſchein der
Türcken/ligen verborgen/ ja vnnerborgen/
ſo viel wngehewrer/ ſchrecklicher grewel/
WTemlich/das ſie Chriſtum nicht allein leug
nen/ſondern anch leſtern vndſchenden/ mit
ſeinem blut/ ſterben/anfferſtehen/ vnd mit
allem Gut/ das er der Welt gethan hat/
vnd ſetzen jren MDahometh vber jn / Da
mit ſie anch Gott den Vater leſtern/ vnd den
Teuffelan Gottesſtat ehren. Darnach auch
ſolche Bluthunde ſind./ſogrewlich viel blut
vergieſſen vñmord begehen/in ſo viellendern
als nie auffMErden gehört iſt. Darzn ſolch
ZO ij MPelſch
Welſchºrnd Sobomiſch vnkenſcheit treiben/
das nicht zuſagen iſt/fur zichtigen Leuten/
On was das iſt das ſie die Ehe ſo gar nichts
achten. Sind darzn die allergröſten ranber
vnd verderber aller Land vnd Leute. -

Vnd wer wil alle ſolche grewelerzelen/


der ſie doch keine fur ſinde halten/ ſondern
alles fur eiteltugent/ Das heiſſetblindheit
vber alle blindheit/ Vnd wird ſolches alles
mit dem euſſerlichen ſchein(wie geſagt) alſo
geſchmückt/das viel Chriſten abfallen./wnd
zu jrem glauben/vnd zu ſolchem grewlichen/
heſslichen ſchönen Teuffel/ williglich ſich
geben. Vnd zwar/wo ſolche falſche Heilig
keitiſt/damiiſſen alle laſterauffeimhauffen
ſein/ Wie wir wol ſehen an vnſern Geiſtlich
en/das jr leſtern/hochmut/mord/geitz/vn
zucht/vnd aller laſter kein mag iſt. -

Sie tröſten ſich aber mit dieſem Spruch/


WEy meinſtu/das Gott ſo viel Leute/ſolange
ſolt jrren vnd verdammen laſſen, wie ſich vn
ſer Endchriſt auch tröſtet. Welcher ſpruch
oder gedancken/auch wolkan einen bawfel
ligen Chriſten ſtoſſen/ vnd einen halsſtarri
genbubenſtercken. Gleich wie ſie die Jüden
vorzeiten/auch damit ſetzten wider die Oei
lige Propheten/vnd ſprachen / Ey Gott iſt
nicht ſo zornig/ Er wird nicht ſöwbelthun/
wie MOicheas ſchreibet vnd die andern.
Aber man mus dieſen Spruch vnd ge
- dancêen/
dancken/ats den augenthin/vnd von Got
tes wercke/oder vrteil/ nicht richten/nach
LOenſchen werck oder vrteil/ Denn es ligt
nicht daran/ ob viel oder wenig MOenſchen/
gleuben oder nicht gleuben/ verdampt oder
ſelig werden / Sondern da ligts an/ Was
Gott geboten oder verboten ty.at/ VVagſein
wort oder nicht ſein wortſey / da ſol man
anffſehen/vnd nachdencken/ vnd die gantze
VVelt nicht achten/ob ſie gleich allzumal zum
Teuffel füren/Denn Gott vnd ſein wort blei
ben/obgleich Oimel vnd Erden vergehen.
Darumbhalt feſt/halt feſt/ſage ich/ an dei
nem Chriſto/das du fur ſolchen pfeilen vnd
Stürmen des Teuffels/ ſicher ſein/ vnd ein
Chriſt bleiben mitgeſt/ſo wirſtn ſelig/ Las
Türcken vnd alle Gottloſen / wenn ſie nicht
anders wöllen/zum Teuffel faren.
Dasſey von der Vermanunge an die Ge
fangene/anff das ſie im Glauben feſte blei
ben/wider alle ergernis vnd anfechtungen.
MTNun wollen wir ſie auch tröſten/ daß ſie ge
dültig ſein ſollen in jrem Gefengknis/vndal
lejrelende/vmb Gottes willen williglich lei
den vnd tragen. So mercke nu/ wo es Gott
verhenget/das du vom Türcken gefangen/
weg gefüret/ vnd verkauft wirſt /das din
muſt jres willens leben/vnd ein knecht ſein/
So gedenck/das du ſolch elende vnd dienſt/
von Gott zugeſchickt/ gedultig vnd willig
TO iij LIL
annemeſt/vnbvmb Gottes willen leideſt/
vndauffs aller trewlichft vnd fleiſſigſt dei
nem Oerrn dem du verkauft wirdeſt D die
neſt/ vnangeſehen / das du ein Chrift/ vnd
Dein Oerr ein Deide oder Türck iſt/darumb
er nicht werd ſolte ſein/ das du ſein Knecht
ſein ſolteſt.
Vnd beyleibelauffe nicht weg(wie et
liche thun D vnd meinen/ſie thun recht vnd
woldran. Etliche auch ſich ſelbs erſeuffeno
Der ſonſt erwürgen. Wicht/nichtſö/ lieber
Bruder/Du muſt dencken/das du deinfrei
Heit verloren haſt / vnd eigen worden biſt/
Daraus du dich ſelbs/ on willen vnd wiſſen
Deines LOerrn/ nicht onſinde vnd vngehor
ſam/wirckenkanſt. Denn du raubeſt vnd ſtie
eſt damit deinem Oerrn/ deinen Leib/wel
chener gekauft hat/ oder ſonſt zu ſich bra
cht/das erfortbin/nicht dein/ ſondern ſein
gut iſt wie ein Vihe /oder ander ſeiner habe.
Denn hie iſtszeit/zugehorchen vnd zu
Halten/die Sprüche S. Petrivnd Pauli/da
ſie leren/Das die Knechte oder leibeigen ſol
lenjren leiblichen Derrn gehorſam/trew/de
mittig/ehrſam vnd vleiſſig ſein/WNicht an
berg/denn als dieneten ſie Chriſto dem LOer
nſelbs/Obgleich die herrn vnchriſten oder
böſe ſind/ Wie du leſen magſt .Cor. >. E
phe.6.Vnd Coloſ3.Jr Knechte ſeid gehor/
am in allen dingen ewren leiblichen Derrn/
Wicht
WNicht mit dienſtfir angen/als den Menſch
en zu gefallen/Sondern mit einfeltigkeit des
Hertzen/vnd mit Gottesfurcht Bc. Auch J.
Petri 2.Denn wo du ſonſt ein rechter Chriſt
biſt/ſchadet dir ſolcher dienſt vnd elend ni
cht/ Ja wo du ſein kanſt Chriſtlich vnd ge
dültig brauchen/iſt dirs gut vnd nutzzur ſelig
keit als dein creutz/darin dein glaube geübet
Pnd beweret wird, -

Gedenckt an die Exempelaller Oeili


gen/Sihe/wte der Ertzuater Jacob/denn
ſchalckhafftigen argen Laban ſeinem ſchwe
her dienet wmb Rahel / vnd hielt jm ſeinen
dienſt trewlich aus/Gene, 3o. Vnd darnach
ſein Son Joſeph/wieder ſelbige ſeinem Va
ter geſtolen vnd verkauft von ſeinen eigen
Brüdern/ in Egypten ſeinem LOeidniſchen
AOerrn/ſo trewlich dienet/vnd drüber in Ker
cker kam. Aber zuletzt herrlich herangkam/
vnd ein Oerr des Landgward/ Gene. 38
Jtem/wie einen ſchweren dienſt das gant;
Volck Iſrael muſtethun lange zeit dem Kö
nige Pharao in Egypten/ Ero... Vnd liefF
doch keiner ans ſeinem dienſt/wie vnſchlach
tig oder heidniſch vnd böſejre Oerrn waren«
Item hernach/War das nicht einſchwe
rer dienſt/ da das Königreich Jſrael/gen
Aſſyrien/ Pnd hernach/das
-
*# UNO-G
Juba/gen Babylonien gefliret ward/ Da
mmſten König/Königin/Fürſten/Prieſter/
Propheten/vnd viel heiliger Leute/denn du
biſt/dienen/ vnd Knechte ſein/ wie Daniel
vnd ſeine Geſellen(Danie J. Ownter dem grau
ſamen Könige/da ſie vielferligkeit Leibs vnd
Seelen/teglich warten vnd auch dulden mu
ſten/mit aller ſchmachvndſpot(wie der 37
Pſalm wo anzeiget. Super flumina Ba
bylonis tc. Da ſind freilich auch vngedulti
ge Jüden geweſt/ die geheulet/geklaget/ge
flucht vnd gemurret haben/ Etliche darzu
vom Jüdenthumb gefallen/ vnd Oeiden
worden ſind, Aber es muſte gleichwol ſein/
Die frtimen hatten gedult/lieffen nicht weg/
ſondern dieneten mit aller trew vnd fleis/wie
Daniel vnd ſeine Geſellen/vnd bleiben im re
chten Glauben/ Darumb wirden ſie auch
erhöret/vnd von Gott gnediglich vnd wün
derlich erlöſet.
Vnd das wir zum newen Teſtamentko
men. MOuſt nicht Chriſtus/ die Jüden/vnd
den Oeiden Pilatum vnd Derodem mit
ſich machen laſſen/was ſie wolten A MOuſte
nicht S.Paulus gefangen ſein/ vnd faſt alle
Apoſtel/ etliche in das elend verſtoſſen vnd
verbannet/ als S. Johannes in Pathmos.
Vnd hernach viel heiliger MOerterer/ ans
Rom vnd andern Stedten/von Oauß vnd
Ooff/ von Veib vnd Kind/in ferne wüſte
Jnſilen
Jnſhlen vertrieben/vnd daſelbſt in Steinbrü
chen vndander ſchwere erbeit/wie die Eſel/
erbeiten. Warumb.wolteſtu es beſſer haben/
denn dein LOSrr Chriſtus ſelbs/mit allen ſei
nen Oeiligen/im Alten vnd Mewen Teſta
ment. Der Jünger ſols nicht beſſer haben/
denn ſein Meiſter (ſpricht Chriſtus D Denn
iſt er recht geſchaffen/wenn es jmgehet/wie
ſeinem Meiſter/Luce 6.
MOit vnwillen vnd vmgebnltthuſt du ni
cht mehr/ denn das du deinen Oerrn/des
Knecht du worden biſt/ ergerſt vnd deſter
böſer macheſt. Schendeſt dazu die lere vnd
den WNamen Chriſti/ als ſeyen die Chriſten
ſolche böſe/vntrewe/falſche Leute/die nicht
dienen/ſöndern entlaufen vnd ſich ſelbsent
wenden wöllen/als die Schelcke vnd Diebe/
vnd werden dadurch in jrem glauben berter
vnd verſtockter. VViderumb/wo du trewlich
vndfleiſſig dieneteſt/wurdeſtu das Euange
lium vnd den Namen Chriſti/ ſchmücken
vnd preiſen/ Das dein Oerr /vnd villeicht
welander/wie böſe ſie weren/ſagen müſten/
VVolan/nn ſind doch die Chriſten/eintrew/
gehorſam/ frum/demütig/vleiſſig Volck/
XOnd würdeſt dazu der Türcken glauben da
mit zuſchandenmachen/vnd villeicht viel be
keren/wenn ſie ſehen würden/ das die Chri
ſten/mit demut/gedult/vleis/trew/vnd der
gleichen Tugenden/die Türckenſoweit vber
. . . J treffen.
h
treffen. Das meinetS.Paulus/bcer Titunt
3, ſpricht/Die Knechte ſollen die Lerewnſers
OERRMT ſchmücken oder zieren in allen
Dingen.
Denn wie böſe kans denn ſein/ einem
Türcken oder LOeiden zudienen, ſofern du
Gleubig vnd ein Chriſt biſt vnd bleibeſt/
MOus doch hie bey vns mancher dienen/ei
nem Buben/Tyrannen/oder böſen Oerrn.
Ja wie müſſen wir thun vnter dem Bap
ſtum/dawnſer Tyrannen/vnsfangen/zwits
gen/veriagen/treiben/brennen/köpffen/ er
ſeuffen/vnd crger mit vns handlen/denn die
Türcken mit dir thun/ Noch müſſen wir/
weichen/dulden/leiden/dienen/helfen/ra
ten/beten/Heben/ vnd tragen / Welchs du
alles mit vnswagen vnd warten müſteſt/wo
du mit vns wolteſt ein Chriſtſein/vnd Chris
ſtum bekennen/Denn der Bapſt in dem ſtü
cke vielerger iſt/denn der Türcke. Der Tircke
zwinget doch niemand Chriſtum zu verleug
nen/ vnd ſeinem glauben anhangen/ XOnb.
wenn er gleich auffshöheſt wütet/ mit leib
lich morden an den Chriſten/fothut er damit
nichts.C ſo viel an jm iſt)denn das er den Oi
melvol Oeiligen machet/ Denn ſeine leſte
rung wider Chriſtum/ vnd ſein euſſerlicher
heiliger ſchein zwingen nicht/ ſondern verſil
chen vnd locken:
2lber der Bapſt/eben damit/daser# z“,
- 1C)

(
nicht Feinb noch Türcke/ſönbern der liebe
Vater/Ja, der aller heiligſt Vater vnd aller
treweſte LOirte ſein/fülleter Cſo viel an jm
iſt) die Oelle mit eitel Chriſten/Denner reiſ
ſet die edlen Seelen von Chriſto / durch ſeine
leſterliche MOenſchen lere/ vnd füret ſie auf F
eigen Gerechtigkeit/ welchB iſt das rechte gei
ſtlich morden/vnd ſchier ſo gut/als des MOa
homets oder Türckenlerevndleſterung. Wo
man aber jmſolcher LOelliſchen Teuffliſchen
verfürungen nicht wil geſtaten/nimpter ſich
des Tirckenweiſe auch an/vnd mordet auch
Leiblich/Vermöchteerg/on zweinel/er ſolt
wol gröſſer MDort vnd Blutuergieſſen anrich
ten denn der Tircke / wie ſie bisher wol be
weiſetbaben/mit ſo viel Kriegen/hetzen vnd
reitzen/vnter Keiſervnd KSnigen tc. -

Summa/Wo wir hinkomen/ba iſt der


rechte Wirt der Teuffel/daheim. Komen wir
zum Türckenſofaren wir zum Teuffel/Blei
ben wir vnter dem Bapſt/ſo fallen wir in die
WOelle/Eitel Teuffel auffbeiden ſeiten vndal
lenthalben/So ſtehet es leider jtzt in der welt
vnd gehen die Sprüche Chriſtivnd S.Pau
liim vollem ſchwang/Das in den letztenta
gen/ſo fehrliche vnd grauſamezeit ſein./da
der Teuffel losworden/alle Welt verfüret/
vnd ſolch amer vnd not anricht das kein
MOenſch kündſelig werden/wo Gott dieſel
: J bigen
Y
bigen tage nicht würde verkürtzen/vmbſel
ner Auſſerwelten willen/Esmus alſo gehen
zur letzte/das der Teuffel die Chriſtenheit/
mit aller macht/auffallen ſeiten angreiffe/
beide Leiblich vnd Geiſtlich/vnd ſein beſtes
vndhöheſtesanjr verſiche/damit ein Ende,
Darumblaſſt vnswachen vnd wacker
ſein in feſtem Glauben an Chriſtum/ Vnd
ein jglicherhalt ſich vnter ſeiner Oberkeit/
gehorſam/ vnd warte was Gott machen
wird/XOnd lasgehen/was da gehet/faren
wie es feret/Es iſt doch hinfurt nichts guts
mehr zu hoffen/Das Töpffen iſt zubrochen/
vnd die Suppen verſchütt/ wir mügen die
Scherben vollend hinach wagen/vnd ſo viel
es miiglich iſt/guts muts dazu ſein/wiewns
Chriſtus leret vnd ſpricht von dieſer böſen
zeit/Luce 2.J.VVenn jr ſolches ſehet/das an
gehet/So ſehetauff/vfi richtetewer Deupt
FT
E,
ewer erlöſiung kompt vnd iſt na
Doch das ich das nicht vergeſſe/wenn
du vnter dem Türcken biſt vnd dienen muſt/
wie geſagt iſt/ So ſolt du ſolchen dienſt ni
cht weiter verſtehen noch deuten/ denn ſo
fern es deinem Oausherrn mitzet zu ſeinen
gütern. Wenn er dich aber zwingen wolt/
wider die Chriſten zu ſtreiten/Daſöltu nicht
gehorſam ſein/ ſondern lieber alles leipen/
- UVIZ

e
7

was er dir thun kan/ ja viel leber ſterben,


Denn du höreſthie/das Daniel vom Tür
cken ſchreibet/Sein ſtreitſey wider die WOei
ligen Gottes/die jm nichts gethan haben/
vnd vergetſſt eitel wnſchuldig blut. Da mu
ſtn dich furhiiten/das du dich des nicht teil
hafftig macheſt/Gleich wie du ſeinem leſter
lichen Abgot vnd MOahometh nicht muſt zu
fallen/ob du gleich vnter jm dienen muſt.
Bleib doch der frume Naaman/3. Reg.
5, in ſeines herrn Königes dienſt/vnd bettet
auch mit jm in ſeinem Tempel/Aber den
noch bettet er ſeinen Abgott nicht an. Vnd
die lieben heiligen MOerterer S. Moritz vnd
ſeine Geſellen/da ſie der Keiſer hies wider die
Chriſten ſtreiten / wolten ſie es nicht thun/
worffen die Waffen weg vnd ſprachen/
VVenn er wolt wider die Chriſten ſtreiten/
dürfft er keine ander ſichen/ſieweren ſelbs
da/als Chriſten Leute/ bereit zu leiden was
er YPOlte.
Eben alſo ſöltu deinendienſt den Türcken
auch leiſten/ das du damit nicht wider die
Chriſten/ noch wider Gott ſtrebeſt/ ſon
dern allein ſeinem Oaus vnd Gütern zum be
ſten helffeſt. Solchs wilich auch geſagt vnd
geraten haben allen denjenigen/ſovnter vn
ſerm Keiſer/Bapſt/Fürſten7 leben/ das ſie
ſich nicht gebrauchen laſſen/ wider das E
J iij mangelini /
uangelium/ober wider bie Chrlſten zu ſtrei
ten/oder ſie zu verfolgen/Denn damit wer
den ſie vnſchuldig Blut auf ſich laden/
vnd nichts beſſer ſein / denn die Türcken.
man mus, Gott mehr gehorſam ſein/ denn
den LOenſchen. So hat Gott keinem Oer
rn die Oberkeit der maſſen gegeben/ oder
die Leute vnterworffen/ das er damit ſöl
le wider Gott vnd ſein Wort ſtreben oder
Ä; Vnd iſt auch in ſolchem fall/kein
XOnterthan ſeiner Oberkeit/ ein har breit/
ſchiildig oder verwand/ Ja es iſt als denn
ſchon kein Oberkeit mehr / wo ſolchs ge
ſchicht/Sondern die Pnterthanen ſind ſchul
dig / der Oberkeit Leiblich zum beſten zu
dienen / das Friede auf Erden erhalten
werde / vnd dis leiblich Leben müge deſte
ſicher vnd wol ſtehen, -

Aber Gott der Vater aller gnaden vnd


VPeisheit/wollewns dieſe zeitgnediglich ver
kürtzen/vnd vns mit Weisheit vnd Stercke
begaben vnd bereiten/das wir dieweilweis
lich vnd manhaftig wandeln/ vnd der Zu
kunft vnſers lieben OERRYN Jheſi, Chriſti
frölich warten/vnd von dieſem Jamer
thal ſeliglich ſcheiden mügen/Dem
ey lob vnd danck/ehre vnd
preis in ewigkeit/
"Ää5EH.
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4. - - -
Gedrückt zu Wit
temberg/durch
NickelSchir
lent3. Fnnd -

AO. S. XLII.
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