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2010 10:34 Seite 1

Hans-Jürgen Fründt
hans-jürgen fründt „Der handliche Band
5., neu bearbeitete und komplett
aktualisierte Auflage 2010 enthält eine Fülle von
Mit REISE KNOW-HOW
372 Seiten ⁄ 14,90 [ D ] reisepraktischen Hin-
Spanien verstehen:
ISBN 978-3-8317-1946-4 weisen sowie Literatur-
REISE KNOW-HOW Verlag, Bielefeld tipps und Sprachführer
Lleida Sabadell
Terrassa Komplett in Farbe im Anhang.“

costa dorada
(Lérida)

SPANIEN Barcelona
} Über 100 Fotos ekz-Informationsdienst
Valls El Vendrell El Prat de
Reus Llobregat } Kleine Sprachhilfe Spanisch
Vilanova
Cambrils i la Geltrú und Katalanisch
Tarragona
Salou
Eb
ro L’Ametlla
de Mar
} Orientierungssystem mit Karten-
Tortosa Golf de 0 50 km
verweisen und Griffmarken
Saint Jordi
Amposta } Strapazierfähige PUR-Bindung
Preiskategorien im Buch für Hotels
Sant Carles MITTELMEER } 8 Karten und Pläne (Doppelzimmer in der Hauptsaison)
de la Ràpita

Mit Barcelona ⁄ bis 40 ⁄


Spaniens ⁄⁄ 41 – 70 ⁄
⁄⁄⁄ 71–100 ⁄
attraktivste TIPPS ⁄⁄⁄ über 100 ⁄
Kauderwelsch Fiestas:
Katalanisch – Volks- und Ein musikalischer Weg:
Wort für Wort: Stadtfeste Das Museum Pau Casals in El Vendrell Seite 228
der unkomplizierte mit historischen Ein elegantes Seebad:
Sprechführer, Hintergründen 88 historische Villen und ein quirliges Nachtleben in Sitges Seite 189

barcelona
auch für Anfänger KulturSchock
Spanien: fundierte Eine dampfende Sammlung:
Informationen zum Das Museum für Dampflokomotiven in Vilanova i la Geltrú Seite 204
kulturellen Hintergrund Ein schaumig-spritziges Vergnügen:
Besuch einer Cava-Bodega in Sant Sadurní d’Anoia Seite 208
Ein Bett im Reisfeld:
Weitere Spanien-Titel bei REISE KNOW-HOW Ferien im Ebro-Delta, der Reiskammer Spaniens Seite 318
(Auswahl): Ein Spaziergang durchs Mittelalter:
In der Altstadt von Altafulla Seite 245
} Andalusien } Fuerteventura
Ein Besuch bei Ben Hur:
} Barcelona } Gomera Auf den Spuren der Römer in Tarragona Seite 250
} Costa Blanca } Gran Canaria
Ein königliches Gemach:
} Costa Brava } La Palma
Nächtigen im Parador von Tortosa Seite 339
} Costa de la Luz } Mallorca
} Costa del Sol } Pyrenäen Eine Kreuzfahrt auf dem Fluss:
Von Amposta zur Ebro-Mündung Seite 346

Reiseführer zum Bereisen und Entdecken der „Goldenen Küste“ Reiseführer zum Bereisen und Entdecken der „Goldenen Küste“
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Reisetipps A–Z

Land und Leute


202cd Foto: bb

Staat und Gesellschaft

Costa Daurada, Überblick

Barcelona

Nördliche Costa Daurada

Südliche Costa Daurada

Anhang
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Hans-Jürgen Fründt
Costa Dorada

Ich glaube, das genuin Katalanische


ist in Tarragona zu Hause.

Joan Miró
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Impressum
Hans-Jürgen Fründt
Costa Dorada
erschienen im
REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH
Osnabrücker Str. 79, 33649 Bielefeld

© Peter Rump 2002, 2004, 2006, 2009


5., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auflage 2010
Alle Rechte vorbehalten.

Gestaltung
Umschlag: G. Pawlak, P. Rump (Layout), Andrea Hesse (Realisierung)
Inhalt: G. Pawlak (Layout), Andrea Hesse (Realisierung)
Karten: Catherine Raisin, der Verlag
Fotos: Susanne Muxfeldt (sm), Hans-Jürgen Fründt (jf), Barbara Bossinger (bb),
www.fotolia.de © Aline Caldwell, www.fotolia.de © Emmanuel Steffan
Titelfoto: Susanne Muxfeldt (Skulptur der Castellers auf der Rambla in Tarragona)

Lektorat: Liane Werner


Lektorat (Aktualisierung): Barbara Bossinger

Druck und Bindung: Wilhelm & Adam, Heusenstamm

ISBN 978-3-8317-1946-4
Printed in Germany

Dieses Buch ist erhältlich in jeder Buchhandlung Deutschlands, der Schweiz,


Österreichs, Belgiens und der Niederlande. Bitte informieren Sie Ihren
Buchhändler über folgende Bezugsadressen:
Deutschland
Prolit GmbH, Postfach 9, D–35461 Fernwald (Annerod)
sowie alle Barsortimente
Schweiz
AVA-buch 2000, Postfach, CH–8910 Affoltern
Österreich
Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH, Sulzengasse 2, A–1230 Wien
Niederlande, Belgien
Willems Adventure, www.willemsadventure.nl

Wer im Buchhandel trotzdem kein Glück hat,


bekommt unsere Bücher auch über unseren
Büchershop im Internet: www.reise-know-how.de
Wir freuen uns über Kritik, Kommentare und Verbesserungsvorschläge,
gern auch per E-Mail an info@reise-know-how.de.
Alle Informationen in diesem Buch sind vom Autor mit größter Sorgfalt gesammelt
und vom Lektorat des Verlages gewissenhaft bearbeitet und überprüft worden. Da
inhaltliche und sachliche Fehler nicht ausgeschlossen werden können, erklärt der
Verlag, dass alle Angaben im Sinne der Produkthaftung ohne Garantie erfolgen und
dass Verlag wie Autor keinerlei Verantwortung und Haftung für inhaltliche und
sachliche Fehler übernehmen. Die Nennung von Firmen und ihren Produkten und
ihre Reihenfolge sind als Beispiel ohne Wertung gegenüber anderen anzusehen.
Qualitäts- und Quantitätsangaben sind rein subjektive Einschätzungen des Autors
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186cd Foto: sm

Hans-Jürgen Fründt

Costa Dorada
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REISE KNOW-HOW im Internet


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Vorwort 7

Vorwort
Das muss man doch mal zugeben, pfiffige Namen
haben sich Spaniens Touristikmanager schon im-
mer ausgedacht. Costa Dorada (auf Katalanisch
Costa Daurada) heißt „Goldene Küste“. Klingt das
nicht viel versprechend? Neugierig machend?
Tatsächlich erfüllt die Costa Dorada dieses hohe
Versprechen mit Bravour. Denn man muss schon
ziemlich lange suchen, um schönere Strände zu
finden. Beinahe jeder Ort rollt seine feinsandige
Playa aus. Die Strände sind meist ziemlich breit
und kilometerlang. Hellfarbig, ja fast „gülden“ so-
wieso. Ideal also für endlose Strandspaziergänge
oder auch für geruhsames Sonnenbaden. Es bleibt
zumeist viel Platz rund ums Handtuch.
Aber nicht nur die Strände locken, auch so man-
ches Kleinod am Wegesrand will entdeckt wer-
den. Beispielsweise bei einem Spaziergang durch
das charmante Städtchen Sitges. Oder beim kuli-
narischen Hineinschnuppern ins Weingebiet Pe-
nedès. Vielleicht darf es auch ein Sprung in die
Römerzeit sein? Bitte sehr, in Tarragona stolpert
man fast von einem Monument zum nächsten.
Und schließlich erst das Ebro-Delta. Eine derart ur-
wüchsige Landschaft, dass dem Autor fast das
Wörtchen „Geheimtipp“ herausgerutscht wäre.
Von Nord nach Süd werden alle Orte der Costa
Dorada vorgestellt mit einer Fülle von Tipps und
Ratschlägen. Und auch die Strände werden
knapp, aber dennoch kritisch beschrieben. Die
ungefähre Größe benannt, die Beschaffenheit er-
klärt (weicher, heller Sand oder grober Kiesel?),
und auch ein paar Anmerkungen zur Lage fehlen
nicht. Als weiteren wichtigen Service stellen wir
Barcelona vor und geben alle notwendigen Tipps
und Informationen für einen erfolgreichen Tages-
ausflug in diese faszinierende Weltstadt.
Macht Sie das alles nicht neugierig?
Buen viaje!
Hans-Jürgen Fründt
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8 Inhalt

Dorada oder Daurada?


In diesem Buch finden Sie zwei Schreibweisen für das hier vorgestellte
Gebiet. Auf Spanisch heißt die Zone „Costa Dorada“ und auf Ka-
talanisch „Costa Daurada“. Bei uns zu Hause gebräuchlicher ist die
spanische Variante, also „Dorada“. Deshalb ist für den Buchtitel die
Version „Costa Dorada“ gewählt worden. Vor Ort dagegen werden Sie
überwiegend, aber nicht ausschließlich, mit der katalanischen Schreib-
weise „Costa Daurada“ konfrontiert werden. Deshalb wird im Buch
auch überwiegend diese Form genutzt.

Inhalt Reisezeit
Sicherheit
75
76
Sport und Erholung 78
Vorwort 7 Sprache 84
Kartenverzeichnis 10 Telefonieren 87
Wahl des Urlaubsortes 11 Unterkunft 90
Zum Gebrauch 12 Versicherungen 97
Begriffe und Abkürzungen 13 Zollbestimmungen 98

Praktische Land und Leute


Reisetipps A–Z
Geografie 102
Autofahren 16 Klima 103
Diplomatische Die Katalanen 105
Vertretungen 27
Essen und Trinken 28 Staat und Gesellschaft
Feste und Feiertage 42
Formalitäten 50 Administrat. Gliederung 112
Geldfragen 51 Symbole Kataloniens 114
Gesundheit 53 Geschichte 115
Hin- und Rückreise 54 Katalonien heute 122
Infostellen 68
Mit Kindern unterwegs 69
Notfälle 70 Die Costa Daurada
Öffentliche im Überblick
Verkehrsmittel 71
Öffnungszeiten 72 Kurzcharakteristik
Post 73 aller Orte 126
Radfahren 73 Die Highlights 130
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Inhalt 9

Barcelona Die südliche


Costa Daurada
Überblick 136
Geschichte 137
Überblick 278
Sehenswertes 142
La Pineda 279
Praktische Tipps 172
Salou 282
Cambrils 291
Die nördliche Miami Platja 302
Costa Daurada L’Hospitalet de l’Infant 307
L’Ametlla de Mar 310
Überblick 184 L’Ampolla 315
Castelldefels 185 Ebro-Delta 318
Sitges 189 Tortosa 331
Vilanova i la Geltrú 201 Amposta 344
Sant Sadurní d’Anoia 208 Sant Carles de la Ràpita 348
Vilafranca del Penedès 212 Les Cases d’Alcanar 353
Cubelles 213
Cunit 216 Anhang
Calafell 219
El Vendrell 224 Literaturtipps 360
Roda de Barà 232 Kleine Sprachhilfe 362
Creixell 236 Hilfe! 366
Torredembarra 238 Register 368
Altafulla 244 Der Autor 372
Tarragona 250
Montblanc 273

Exkurse
So eine Schweinerei! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Ein Drachentöter, eine Rose und ein Buch . . . . . . . . . . . . . 48
Der Kampf mit den Stieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
En català, si us plau! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Antoni Gaudí . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
El Cava . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
Pau Casals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
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10 Kartenverzeichnis, Adressen

Kartenverzeichnis
Übersicht:
Costa Daurada . . . . . . . . Umschlagklappe hinten

Stadtpäne:
Barcelona, Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
Barcelona, Zentrum . . . . . Umschlagklappe vorn
Cambrils . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
Sitges . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
Tarragona . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 256
Tortosa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332

Küstenpläne:
Ebro-Delta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 320

Die spanischen Adressen


Pl., Plz. oder Pza. = Plaza bzw. katalanisch Plaça („Platz“)
c/ = Calle bzw. katalanisch Carrer („Straße“)
P° = Paseo bzw. katalanisch Passeig („Promenade“)
Av., Avda. = Avenida bzw. katalanisch Avinguda („Allee,
Chaussee“)
Ctra. = Carretera („Fernstraße“)
s/n = sin número („ohne Hausnummer“), wird gewählt,
wenn es sich um ein markantes Gebäude handelt.

In diesem Buch werden einige Hotels und Campingplätze


vorgestellt, die an der Nationalstraße 340 liegen, der Car-
retera N-340. Die genaue Kilometerangabe gilt dann als
Adresse, also z.B. Ctra. N-340, km 88,350.

Bei Wohnungen gibt es so gut wie nie Namensschildchen,


stattdessen wird auf das Stockwerk und die Lage im Flur
(links, rechts, zentral) hingewiesen.
i oder iz. bzw. izqu. = izquierda („links“)
c = centro („Mitte“)
d oder derr. = derrecha („rechts“)
Als ich noch in Madrid wohnte, lautete meine Adresse:
„C/ Ave María 50, 1° i“, das bedeutet „Calle Ave María,
Hausnummer 50, erster Stock links“, alles klar?
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Wahl des Urlaubsortes 11

Wahl des Urlaubsortes


Wer sein Zielgebiet nicht genau kennt, kann
schnell enttäuscht werden. Hier deshalb ein Ver-
such, in aller Kürze Entscheidungshilfen zu geben.
Weitere Tipps finden Sie im Kapitel „Die Costa
Daurada im Überblick“.
Sie wollen einen Ort mit ausgeprägtem Nachtle-
ben, wo man tagsüber schön am Strand relaxen
kann? Salou wäre die Nummer 1, aber auch in Sit-
ges sowie in Cambrils bleibt kein Auge trocken.
Sie wollen einen Ort mit einem schönen Strand,
wo abends nicht übermäßig viel Trubel herrscht?
L’Ampolla käme dann in Frage, aber sehr viel los
ist dort gerade nicht. L’Hospitalet ginge auch, ge-
nau wie Altafulla. Torredembarra hat zwar viele
Besucher, aber kein überbordendes Nachtleben.
Und auch El Vendrell böte sich noch an.
Sie wollen in einen netten Ort, wo der Touris-
mus nicht dominiert? Dann prüfen Sie Creixell.
Sie wollen nur an den Strand, „Vamos à la playa“
ist Ihr Motto, der Rest ist egal? Schöne Strände gibt
es in sehr vielen Orten der Costa Daurada. Cam-
brils kann in die engere Wahl gezogen werden,
ebenso wie Salou. Außerdem haben Calafell, Tor-
redembarra und El Vendrell tolle Strände.
Sie wollen dahin, wohin sich sonst kaum andere
ausländische Touristen verirren? Ohne Spanisch-
kenntnisse wird es etwas mühsam, aber wer das
akzeptiert, kann mal Les Cases de Alcanar testen
(sehr klein, sehr nett) oder das Ebro-Delta, obwohl
es dort bereits Ferienwohnungen gibt, die über
heimatliche Reiseveranstalter zu buchen sind.
Sie wollen vor allem sportiv sein? Da gibt’s nicht
viele Möglichkeiten – außer Segeln. Viele Orte ha-
ben eine Marina. Wer sonstigen Wassersport be-
treiben möchte (Rudern, Kanu, Canyoning etc.),
könnte Amposta testen, das hat aber keinen Strand.
Sie wollen einen attraktiven Ort mit einer netten
Atmosphäre und etwas Unterhaltung? Da gibt es
nur eins: auf nach Sitges!
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12 Zum Gebrauch

Zum Gebrauch
Das erste Kapitel enthält allgemeine Tipps mit al-
len reisepraktischen Hinweisen für den Urlaub
(unter Mitarbeit von E.H.M. Gilissen).
Das folgende Kapitel „Land und Leute“ gibt ei-
nen Überblick zu Geografie, Klima und den Be-
wohnern der Region Katalonien, zu der die Pro-
vinz gehört. Im Kapitel „Staat und Gesellschaft“
wird die geschichtliche Entwicklung kurz vorge-
stellt und ein Blick auf die heutige Lage geworfen.
Danach folgt eine Beschreibung der Costa Dau-
rada, von Nord nach Süd wandernd. Jeder einzel-
ne Ort wird individuell vorgestellt mit Tipps zu
Unterkunft, Restaurants, Aktivitäten und mit ei-
nem breiten Adressenteil.
Ein besonderer Service ist die ausführliche Be-
schreibung der jeweiligen Strände. Nicht nur die
Art des Strandes (zumeist feiner, heller Sand, aber
manchmal auch dunkler und steinig), sondern
auch die Lage (einsame Bucht oder mitten in der
Stadt, eine Schnellstraße verläuft fast übers Hand-
tuch) werden detailliert beschrieben.
Ergänzend werden fundierte und konkrete Rat-
schläge für einen Tagesausflug nach Barcelona
und Tarragona gegeben. Niemand muss sich mit
einer organisierten Tour zufrieden geben; wer auf
eigene Faust diese tollen Städte besuchen möch-
te, findet hier alle nötigen Hinweise, von der An-
reise, über Parkplatzsuche bis zu einer sinnvollen
Stadtbesichtigung. Und Tipps, wo es leckere Ta-
pas gibt, fehlen natürlich auch nicht.
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Begriffe und Abkürzungen 13

Begriffe und Abkürzungen


Bei Ortsangaben, Adressen oder auch im be-
schreibenden Text wird der Leser unweigerlich
wiederholt auf bestimmte Begriffe oder Abkür-
zungen stoßen, die nicht so ohne Weiteres immer
übersetzt werden können. Hierzu eine Übersicht
der im Buch und auf den Straßen häufig auftau-
chenden Wörter. Wenn zwei Begriffe angegeben
werden, handelt es sich zuerst um die spanische
Variante, das zweite Wort ist die katalanische
Form, die man auch häufig auf den Straßenschil-
dern findet.

Avenida oder Avinguda Allee oder allgemeiner:


wichtige, breite Straße
Av. Abkürzung für Avenida
oder Avinguda
Barrio oder Barri (Stadt-)Viertel
c/ Abkürzung für Calle oder
Carrer (Straße)
Cala kleine Bucht
Cabo oder Cap Landspitze
Calle oder Carrer Straße
Carretera Überlandstraße, Fernstraße
Casa Haus
Castillo oder Castell Burg
Centro oder Centre Zentrum
Ciudad oder Ciutat Stadt
Iglesia oder Església Kirche
Mercado oder Mercat Markt
Mirador Aussichtspunkt
Museo oder Museu Museum
Paseo oder Passeig breite, wichtige Straße
(führt oft, aber nicht
immer, am Meer entlang)
Playa oder Platja Strand
Pueblo oder Poble Dorf
Punta Landspitze
Puig Berg
s/n Abkürzung für sin número
(ohne Hausnummer)
Torre Turm
Urbanización Neubaugebiet, meist
aus Ferienwohnungen
bestehend
Vila Stadt
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14 Praktische Reisetipps A–Z

001cd foto: sm
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Praktische Reisetipps A–Z 15

Praktische
Reisetipps A–Z
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16 Autofahren

Autofahren
Straßen- Entlang der Küste verlaufen zwei Fernstraßen, die
netz gebührenpflichtige Autobahn AP-7 und die Na-
tionalstraße N-340. Speziell im südlichen Bereich
der Costa Daurada, zwischen Tarragona und dem
Ebro-Delta, existieren keine weiteren großen Stra-
ßen. Grund: Im nahen Hinterland erheben sich
Gebirgszüge, die nur von einigen wenigen Stra-
ßen gequert werden. Im nördlichen Bereich der
Costa Daurada wird die Landschaft flacher, die
Besiedlung stärker und das Straßennetz dichter.
Sowohl die AP-7 als auch die N-340 verlassen ab
dem Ort El Vendrell die Küste in Richtung Norden
und verlaufen weit im Hinterland. Während die
Autobahn einen großzügigen Bogen um Barcelo-
na schlägt und nördlich dieser Millionenstadt wie-
der zur Küste schwenkt, endet die N-340 schließ-
lich in Kataloniens Hauptstadt.
Ab El Vendrell verlaufen entlang der Küste Rich-
tung Barcelona die Autobahn C-32 und die Fern-
straße C-31. Vor einigen Jahren wurden in Kata-
lonien etliche Fernstraßen, inklusive Autobahnen,
umbenannt, so auch diese beiden. In alten Karten
finden sich noch die ehemaligen Bezeichnungen:
A-16 für die Autobahn und C-246 für die Fern-
straße.

Seite 14/15: Kinder beim Aufbau eines Menschenturms (casteller)

Ticket ziehen in 500 Metern


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Autofahren 17

002cb Foto: jf

Reisetipps A–Z
Autobahn Wer die Autobahn benutzt, muss zahlen. Auf man-
chen Passagen wird ein Ticket bei der Einfahrt ge-
zogen und bei Ausfahrt dann bezahlt. Manchmal
wird aber auch für eine kurze Strecke ein fester
Betrag angezeigt, dann gibt’s kein Ticket. Be-
glichen werden kann die Summe sowohl bar als
auch per Kreditkarte. Wer den Betrag passend hat,
fährt an die Kasse mit dem Schild „automático“
und wirft dort die Münzen in einen Trichter.
Wechselgeld gibt’s hier nicht. Wer es nicht pas-
send hat, reiht sich in die Schlange beim Schild
manual ein. Dort sitzt ein Kassierer, der wechselt.
Und wer mit Kreditkarte zahlen will, nutzt die Spur
mit dem großen T, das für tarjeta („Karte“) steht.

Verkehrs- Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Verkehrsschil-


schilder der auf Katalanisch den Weg weisen. Hier eine
Übersicht über die wichtigsten Schilder:
prohibit estacionar = Parken verboten
prohibit estacionar caravanes; autocaravanes = für Wohn-
mobile und Caravans Parken verboten
totes direccions = alle Richtungen (an einer Kreuzung)
centre vila = ins Zentrum
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18 Autofahren

platja = Strand, platges = Strände


temps maxim autoritzat 1:30 = maximal erlaubte Park-
zeit: 1 Std. 30 Min.
zona blava (blaue Zone) = hier muss für das Parken
ein Ticket gezogen werden
centre urbà = Zentrum
cediu el pas = Vorfahrt gewähren
P gratuit = hier kann kostenfrei geparkt werden
aparcament = Parkmöglichkeit
altres direccions = andere Richtungen
(meist steht dann ein weiteres Schild, das zu
einem bestimmten Ort verweist)
circulació prohibida, zona peatonal = Durchfahrt
verboten, Fußgängerbereich
solo turismes = nur Pkws (es heißt nicht,
dass hier nur Touristen fahren können!)
itinerari amb prioritat = Weg mit Priorität,
also: Vorfahrtsstraße

Straßen- Eine Karte, die ausschließlich die Costa Daurada


karten abbildet, existiert nicht auf dem deutschspra-
chigen Markt. Drei Anbieter vertreiben Karten, die
neben der Costa Dorada auch immer die Costa
Brava abdecken:
ADAC-Karte im Maßstab 1:250.000, mit dem Cityplan
Barcelona.
Shell-Urlaubskarte im Maßstab 1:200.000 mit einem
kleinen Reiseführer.
Marco Polo Regionalkarte im Maßstab 1:300.000 mit
ganz Katalonien und einem Cityplan von Barcelona.

Höchstgeschwindigkeiten

in Land- Land- Auto-


Orten straßen1) straßen2) bahnen
Pkw und 50 90 100 120
Motorräder
Busse 50 80 90 100
Pkw mit An- 50 70 80 80
hänger, Lkw 903)
Wohnmobile 50 90 90 120
bis 3,5 t
Wohnmobile 50 80 80 100
über 3,5 t
1) zwei Fahrspuren 2) drei Fahrspuren 3) Lkw ohne Anhänger
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Autofahren 19

Verkehrs- Was ist anders als in Deutschland?


regeln Es gilt ein Überholverbot 100 Meter vor Kup-
pen und auf Straßen, die nicht mindestens 200

Reisetipps A–Z
Meter zu überblicken sind. Auf beleuchteten Stra-
ßen, außer Autobahnen und Kraftfahrstraßen, darf
man nur mit Standlicht fahren. Abschleppen
durch Privatfahrzeuge ist verboten.
Kontrolliert wird immer stärker; wer als Tem-
posünder erwischt wird, muss zahlen, sofort! Bis
zu ca. 600 Euro sind dann fällig.
Fremd dürfte für die meisten auch der sehr häu-
fig anzutreffende Kreisverkehr sein. An größeren
Kreuzungen hat man auf Ampeln verzichtet, statt-
dessen einen geräumigen Kreisverkehr angelegt.
Und, wie es scheint, erfolgreich, lange Schlangen
bilden sich hier nie. Jeder passt ein wenig auf, fä-
delt sich ein, dreht eine halbe Runde und fährt
wieder raus, fertig! Das Grundprinzip funktioniert
so: Wer im Kreis ist, hat Vorfahrt, wer reinfahren
will, muss warten. Und wenn man nun „seine“ Ab-
fahrt verpasst hat? Kein Problem, eine Runde dre-
hen, auf die Schilder achten und ab.
In etlichen kleineren Orten sind flexible Am-
peln zu finden. Diese hängen unübersehbar gelb
blinkend hoch oben über der Zufahrtsstraße.
Rauscht nun ein Pkw mit überhöhter Geschwin-
digkeit heran, springt sie um auf Rot. Simples Prin-
zip, nicht wahr? „50 km/h, a más velocidad semá-
foro cerrado“ („50 km/h, bei schnellerer Ge-
schwindigkeit rote Ampel“), so steht es dazu auf
kleinen Schildern vor besagten Ampeln.
In Spanien gilt übrigens hochoffiziell die 0,5-
Promille-Grenze. Wer mit mehr Alkohol im Blut
erwischt wird, muss mit bis zu 600 Euro Strafe
rechnen. Eine ähnlich hohe Summe soll derjenige
löhnen, der fahrend mit einem Handy am Ohr er-
wischt wird. Erlaubt ist das Sprechen am Steuer
nur über eine Freisprechanlage.
Bandas sonoras bedeutet, dass zwei quer über
die Straße gelegte Schwellen kommen. Wer hier
nicht die Geschwindigkeit reduziert, kracht so
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20 Autofahren

richtig schön darüber, dass es wirklich „wohl-


klingt“, wie das Schild verspricht.
Cambio de sentido besagt, dass man hier die
Richtung wechseln kann, also einen U-Turn, wie
es so schön Neudeutsch heißt, fahren darf. Es
steht aber auch für „Abfahrt“, mit anschließender
Möglichkeit, die Fahrtrichtung zu wechseln.
Ungewohnt auch dies: Speziell auf Überland-
straßen muss der Linksabbieger oftmals zuerst
nach rechts auf eine besondere Spur schwenken,
die einen Halbkreis beschreibt und dann die eben
verlassene Straße kreuzt. Staus werden so ver-
mieden.
Ähnlich verhält es sich an Stellen, an denen sich
ein Fahrer in den Verkehr einfädeln will. Wenn
beispielsweise an einer Kreuzung ein Wagen nach
links abbiegt, dann befindet er sich manchmal
noch nicht gleich auf der eigentlichen Straße, son-
dern zunächst auf einer Art Einfädelungsspur, die
links neben der rechten Fahrspur verläuft und
dann in diese übergeht. Wie gesagt, ungewohnt,
aber auch durchaus sinnvoll.

Parken In den Städten einen Parkplatz zu finden, ist nicht


immer ganz einfach. Dem Ausländer kann man
nur dringend empfehlen, in den Großstädten den
Parkleitschildern zu folgen, auch wenn man auf
den Parkplätzen, zu denen man geführt wird, im-
mer eine Gebühr zahlen muss. Wer auf eigene
Faust einen Platz irgendwo an einer Straßenecke
sucht, kann sich sehr schnell heillos verfahren.
Parkplätze, die mit blauen Linien gekennzeichnet
wurden, sind gebührenpflichtig. Also nicht ein-
fach forsch rein in eine Parklücke und verschwin-
den, sondern erst mal den Automaten suchen.
Dort muss der Parkschein gezogen werden. Das
verlangt aber, sich ungefähr darüber im Klaren zu
sein, wie lange man hier parken möchte. Die Ge-
bühren sind sehr unterschiedlich, die mögliche
Parkdauer ebenfalls. In einigen Orten beträgt die
Höchstgrenze zwei Stunden, in anderen vier. Al-
014-049d.qxd 19.05.2010 11:49 Seite 21

Autofahren 21

003cl Foto: jf

Reisetipps A–Z

so, entsprechende Münzen einwerfen, den Park-


schein ziehen und gut sichtbar hinter die Wind-
schutzscheibe legen. Wer seine Zeit überzieht
und ganz viel Pech hat, wird von der GRUA (Ab-
schleppdienst) abgeschleppt.
Bei gelben Bordsteinmarkierungen heißt es auf-
passen, hier herrscht absolutes Parkverbot!

Erst zahlen, dann parken!


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22 Autofahren

Auf eine ärgerliche Unsitte muss noch hingewie-


sen werden. Die Spanier parken gern in der zwei-
ten Reihe! Es ist leider keine Ausnahme, sondern
Alltag, dass Autos am Straßenrand ohne Rücksicht
zugeparkt werden. Zumeist verschwinden die
Fahrer dann tatsächlich nur mehr oder weniger
kurze Zeit in der nächsten Bar, aber wer weiß?
Und ruck-zuck parkt der nächste ebenso, dann
folgt der dritte und so weiter, bis eine komplette
zweite Reihe steht. Was tun, wenn man zugeparkt
wurde? Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Zu-
nächst versuchen, das im Weg stehende Auto
wegzuschieben. Dass dies nötig werden könnte,
haben die Fahrer oft schon einkalkuliert und we-
der Gang eingelegt noch Handbremse angezo-
gen. Falls das Wegschieben nicht möglich ist, hilft
nur noch eins: so lange gnadenlos auf die Hupe
drücken, bis aus irgendeiner Bar jemand angelau-
fen kommt und unter vielen „Perdón!“ seinen Wa-
gen wegfährt – oder bis die GRUA kommt.

Autounfall Was tun, wenn es kracht? Mir ist klar, dass die fol-
genden Ratschläge in dem Stress und der mög-
lichen Hitze nicht einfach zu befolgen sind. Den-
noch: Möglichst die Polizei rufen. Zuständig ist in-
nerorts die Policía Municipal (Tel. 092), außerorts
die Guardia Civil (Tel. 091). Auch unter der allge-
meinen Notfallnummer 112 kann man Hilfe rufen.
Die Polizei wird allerdings nur bei größeren
Schäden oder bei Unfällen mit Verletzten ein Pro-
tokoll aufnehmen. Deshalb sollte man so genau
wie möglich selbst dokumentieren. Hierbei hilft
der internationale Unfallbericht, den jeder Versi-
cherer ausgibt. Man sollte die Unfallstelle genau
fotografieren und darin die Lage der Fahrzeuge,
Bremsspurenfesthalten, Verkehrszeichen und Kilo-
meterstein nicht vergessen. Außerdem Anschrift,
Kennzeichen und Versicherungsnummer des Un-
fallgegners festhalten und Anschriften von eventu-
ellen Zeugen notieren. Den internationalen Un-
fallbericht vom Unfallgegner unterschreiben las-
014-049d.qxd 19.05.2010 11:49 Seite 23

Autofahren 23

sen. Ohne diese Angaben wird es später schwie-


rig, seine Rechte durchzusetzen.
Seit einigen Jahren gibt es europaweit eine neue

Reisetipps A–Z
Gesetzeslage, die eine Schadensabwicklung von
im Ausland aufgetretenen Unfällen vereinfacht.
Der Geschädigte muss sich nicht mehr mühsam
durch ausländische Rechtssprechung kämpfen,
sondern hat auch die Möglichkeit, in seinem Hei-
matland Ansprüche geltend zu machen. Dazu
wurden eine Auskunfts- und eine Entschädi-
gungsstelle eingerichtet.
Alle Kfz-Versicherungen der EU, und damit auch
alle spanischen Versicherungen, müssen einen
Schadensregulierungsbeauftragten in Deutsch-
land benennen, an den man sich später wenden
kann. Je mehr Daten man von seinem Unfallgeg-
ner erfahren konnte, desto besser. Hierzu gehö-
ren: Name, Anschrift von Fahrer und Halter, Poli-
cen-Nummer der Kfz-Haftpflichtversicherung,
Kennzeichen. Die Adresse des Repräsentanten er-
fährt man dann über die Auskunftsstelle:

Zentralruf der Autoversicherer, Tel. (0180) 25 026,


www.zentralruf.de. Über die gebührenfreie Nummer
„0800 NOTFON D“ ist der 365 Tage erreichbare Handy-
Notruf der deutschen Autoversicherer erreichbar. Die Tas-
ten ergeben auf der Tastatur des Handys die Nummer
0800 668 3663.

Schadens- Geschädigte können sich an den oben genannten


fall Repräsentanten wenden und ihre Ansprüche gel-
tend machen. Binnen drei Monaten nach der
Schadensmeldung muss ein Angebot unterbreitet
oder eine begründete Absage erteilt werden.
Erhält der Geschädigte keine Antwort innerhalb
der drei Monate, kann er sich direkt an eine Ent-
schädigungsstelle wenden. Unter bestimmten
Voraussetzungen kann diese dann sogar selbst
den Schaden regeln.
Verkehrsopferhilfe e.V., Wilhelmstr. 43/43G, 10117 Ber-
lin, Tel. (030) 2020 5858, Fax 2020 5722, www.verkehrs
opferhilfe.de.
014-049d.qxd 19.05.2010 11:49 Seite 24

24 Autofahren

002cd Foto: sm

Auch wenn die Abwicklung eines in Spanien pas-


sierten Unfalls nun von der Heimat aus geregelt
werden kann, greift dennoch spanisches Recht.
Das bedeutet u.a. eine Abweichung der Höchst-
grenzen von Entschädigungen: bei Sachschäden
100.000 ⁄, Personenschäden 350.000 ⁄.
Wer sich näher informieren möchte, bekommt
ein Merkblatt über Kraftfahrzeugunfälle beim
Generalkonsulat.

Hängebrücke über dem Ebro


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Autofahren 25

Jeder Autofahrer ist gut beraten, einen interna-


tionalen Unfallbericht, den Schutzbrief eines
Automobilclubs oder eine Verkehrsrechtschutz-

Reisetipps A–Z
versicherung mit sich zu führen.

Panne Es muss ja nicht immer gleich der eigene Automo-


bilclub gerufen werden, in mehreren Orten ent-
lang der Küste befinden sich autorisierte Werk-
stätten der namhaften Autohersteller. Vor allem in
den großen Urlaubsorten sind viele Marken mit
großen Werkstätten vertreten. Im Adressteil der
einzelnen Ortskapitel sind diese aufgeführt.
Sprachprobleme? Dann fragen Sie doch ein-
fach mal den Kellner Ihres Restaurants oder den
Hotelportier. Gegen ein gutes Trinkgeld wird er
bestimmt helfen. Ich selbst musste dreimal meinen
Golf in eine Seat-Werkstatt bringen, die Reparatu-
ren wurden binnen 24 Stunden einwandfrei aus-
geführt und, das noch am Rande bemerkt, zum
halben germanischen Stundensatz.

Telefonnummern der Pannendienste und der größten


Automobilclubs Deutschlands, Österreichs und der
Schweiz siehe Kapitel „Notfälle“.

Autobahn- Kaum hat der Urlauber die spanische Grenze bei


piraten La Jonquera passiert und am ersten Rasthaus, kei-
ne zwei Kilometer hinter dem Schlagbaum ver-
! schnauft, da bekommt er vielleicht sogleich den
ersten Schrecken. Vom dortigen Touristenbüro
werden kleine Warnzettel verteilt, die vor Auto-
bahnpiraten warnen. Im Kern läuft es darauf hi-
naus, dass diese versuchen, einen Autofahrer zum
unplanmäßigen Anhalten zu überreden („Feu-
er!“ oder „Öl läuft aus!“). Steigt dann der verunsi-
cherte Fahrer aus, um den vermeintlichen Scha-
den anzusehen, wird blitzschnell irgendetwas ge-
klaut. Leider ist Derartiges tatsächlich passiert.
Dennoch sollte nun niemand in Panik verfallen
und nur noch ängstlich fahren. Falls Sie aber doch
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26 Autofahren

in eine ähnliche Situation geraten, stur weiterfah-


ren bis zum nächsten Rastplatz und erst dort aus-
steigen, wo sich viele Menschen aufhalten, notfalls
direkt beim Tankwart.

Mietwagen In jedem Ort, in dem sich überwiegend auslän-


dische Touristen aufhalten, werden Mietwagen an-
geboten. Werbende Handzettel liegen überall aus,
an der Hotelrezeption genauso wie in vielen Lä-
den. Man kann sie gar nicht übersehen. Rent-a-car
oder spanisch alquiler de coches, manchmal auch
de motos („Motorradverleih“) heißt es dann. Als
Voraussetzungen gelten vielfach, aber nicht im-
mer, ein Mindestalter von 21 Jahren und eine Kre-
ditkarte. Der Vermieter zieht sich einen Blankoab-
schnitt. Wer keine Karte hat, muss einen hohen
Barbetrag hinterlegen. Es kann aber passieren,
dass man ihm gar keinen Wagen vermietet.
Der Kunde muss vorher klären, ob er den Wa-
gen mit begrenzter Laufleistung mietet oder ob
er unbegrenzt fahren kann. Limitierungen liegen
meist bei 100 Kilometer pro Tag. Die werden
schnell erreicht. Wer darüber liegt, zahlt pro Kilo-
meter eine weitere Gebühr.
Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung
kann nur jedem angeraten werden.
Die Angebote sind meist so gehalten, dass der
Preis für einen Tag, für drei und für sieben Tage
genannt wird, selten jedoch der Endpreis. Addiert
werden dann Steuern, Versicherung und eventuell
die mehr gefahrenen Kilometer.
Der Wagen muss mit der gleichen Menge
Benzin, wie sich bei der Abholung im Tank be-
fand, zurückgegeben werden. Die Menge wird im
Vertrag festgehalten.
Wer für einen längeren Zeitraum einen Wagen
mieten will, sollte dies eventuell schon zu Hause
machen. Reiseveranstalter bieten nämlich mitun-
ter ganz erstaunliche Tarife an, die dann zumeist
in Kombination mit einer Flugreise gelten. Außer-
dem kommt im Streitfall dann zumeist auch deut-
014-049d.qxd 19.05.2010 11:49 Seite 27

Diplomatische Vertretungen 27

sches Recht zum Tragen, was im Falle eines Falles


nicht unwichtig sein kann.
Interessant für Mietwagenfahrer könnte auch ei-

Reisetipps A–Z
ne sogenannte Traveller-Police sein. In Spanien
liegen die Deckungssummen der Haftpflichtversi-
cherungen deutlich unter den in Deutschland übli-
chen. Bei einem Unfall gehen höhere Schadensfor-
derungen zu Lasten des Verursachers. Die Travel-
ler-Police deckt Personen-, Sach- und Vermögens-
schäden bis zu 500.000 ⁄ ab, wenn die örtliche
Haftpflichtdeckungssumme erschöpft ist. Informa-
tionen gibt es u.a. über die Automobilclubs:
www.adac.de, www.oeamtc.at, www.tcs.ch.

Diplomatische Vertretungen
Vertretungen in Spanien

Wie überall auf der Welt, sitzt die Botschaft in der


Hauptstadt des Landes, also in Madrid. Konsula-
rische Betreuung wird aber auch im Bereich der
Costa Daurada angeboten:

Deutsch- Deutsches Generalkonsulat, Passeig de Gràcia, 111,


land 08008 Barcelona, Tel. 932 921 000 und in dringenden
Notfällen unter der Mobilrufnummer 639 615 278.

Österreich Österreichisches Honorargeneralkonsulat, Carrer Ma-


rià Cubi 7, Barcelona, Tel. 933 686 003.

Schweiz Schweizer Generalkonsulat, Edificio Trade, Gran Vía de


Carlos III. 94, 7. Stock, Barcelona, Tel. 934 090 650.

Spanische Botschaft
In Deutsch- Botschaft d. Königreichs Spanien, Lichtensteinallee 1,
land 10787 Berlin, Tel. (030) 254 0070, Fax 25 799 557.
Weitere Konsulate in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg,
Hannover, München und Stuttgart. Genaue Adressen un-
ter www.spanischebotschaft.de.
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28 Essen und Trinken

In Spanische Botschaft, Argentinierstr. 34, 1040 Wien, Tel.


Österreich (01) 505 5788, Fax 505 578 825.
Außerdem Honorarkonsulate in Rankweil, Linz, St. Pölten
und Henndorf.

In der Spanische Botschaft, Kalcheggweg 24, 3000 Bern 15,


Schweiz Tel. (031) 350 5252, Fax 350 5255.
Weitere Konsulate in Bellinzone, Bâle, Cointrin, Zürich.

Essen und Trinken


Durch den Tag

Frühstück Spanier halten sich nicht lange mit dem Frühstück


auf. Ein Kaffee, begleitet von einem Croissant
oder Toast, das war’s im Wesentlichen. Nicht we-
nige gehen morgens so gegen 8 Uhr zum desayu-
no gleich in eine Bar, frühstücken nicht einmal zu
Hause.
Übrigens fällt auch in manchen kleinen, typisch
spanischen Hotels das Frühstück manchmal arg
mager aus. Das gilt natürlich nicht für die großen
internationalen Hotels, dort wird ein üppiges Früh-
stücksbüffet serviert.
Wer einen Kaffee bestellen will, hat drei Varian-
ten zur Auswahl. Ein café sólo ist tiefschwarz und
winzig, er wird gerne nach dem Essen bestellt. Ein
cortado („Abgeschnittener“) heißt eine kleine Tas-
se Kaffee mit etwas Milch und ein café con leche
(Milchkaffee) besteht aus einer normal großen
Tasse Kaffee mit viel Milch.
Das bisschen Mageninhalt reicht natürlich nicht
bis zum Mittag, also wird mindestens noch einmal
die Bar für eine Art zweites Frühstück aufgesucht,
so zwischen 10 Und 11 Uhr. Es bleiben beschei-
dene Mengen, die verzehrt werden, Gebäck viel-
leicht, möglicherweise auch eine Eierspeise, ein
Stückchen tortilla. Um diese Zeit gibt’s meist noch
Kaffee, nur sehr wenige versuchen sich schon am
vino. Der folgt erst zwei Stunden später, wenn es
zur Vor-Mittags-Pause in die Bar geht, so um 12
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Essen und Trinken 29

oder 13 Uhr etwa. Gerne werden jetzt bocadillos


gegessen, eine Art belegte Baguettes. Begleitet
werden diese meist von einem Bierchen oder ei-

Reisetipps A–Z
nem vino.

Mittag- Das Mittagessen schließlich wird niemals vor 14


essen Uhr eingenommen, zumeist erst um 15 Uhr. Dann
versammelt sich die gesamte Familie am Tisch,
oder die Arbeitskollegen treffen sich im Restaurant.
Mittags werden in beinahe allen Restaurants
günstige Menüs serviert. Ein menú del día besteht
meist aus zwei Gängen nebst Nachtisch und einer
halben oder ganzen Flasche Hauswein. Der Preis
liegt zwischen 8 und 12 ⁄. Eine andere Variante
sind „Mittagsteller“, plato del día genannt. Dort
bekommt der Gast einen gut gefüllten Teller mit
einem variierenden Gericht, mehr aber nicht.
Das Mittagessen zieht sich hin, vor 16 Uhr steht
niemand auf, die letzten Ausdauernden verlassen
den Tisch erst um 17 Uhr. Dann wird entweder eine
Siesta gehalten, oder es geht zurück an die Arbeit.

Abend- Abends wird entsprechend spät gegessen, vor 21


essen Uhr öffnen nicht einmal die Restaurants. Eine
cena, ein Abendessen um 22 Uhr oder gar 23 Uhr
ist nichts Ungewöhnliches. Kein Wunder also, dass
Spanier morgens keinen Hunger verspüren.
In den Touristenorten regiert natürlich ein an-
derer Rhythmus, dort werden in den großen Ho-
tels und auch in vielen Restaurants Mahlzeiten zu
mitteleuropäischen Zeiten serviert.

Spanische Spezialitäten

Tapas Unter Tapas versteht man kleine Tellerchen mit


kalten oder auch manchmal warmen Häppchen,
die den Wein oder das Bier begleiten sollen. Sie
sind normalerweise eine kostenlose Beigabe des
Wirtes und werden dem Gast, der am Tresen steht
und sein Getränk bestellt hat, gleich mit dem Glas
serviert.
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30 Essen und Trinken

005cl Foto: jf

Über die Ursprünge der Tapas kursieren ver-


schiedene Legenden. Die verbreitetste behauptet,
dass irgendwann im 18. Jahrhundert Gästen in
Wirtshäusern ein Glas Wein mit einem Tellerchen
bedeckt gereicht wurde. So sollte vermieden wer-
den, dass Fliegen ins Glas gerieten. Auf dieses Tel-
lerchen wurde dann mit der Zeit eine kleine Bei-
gabe gelegt, eine Olive, ein halbes Ei, ein Stück

Eine besondere Leckerei:


„churros con Chocolate“ – Gebäck mit Schokolade
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Essen und Trinken 31

Schinken – die tapa war geboren. Der Begriff lei-


tet sich nämlich vom spanischen Wort tapar ab,
was „zudecken“ heißt.

Reisetipps A–Z
Diese sympathische Sitte der kostenlosen
Dreingabe einer kleinen Leckerei wird noch in
vielen dörflichen Bars gepflegt, in den Touristik-
hochburgen natürlich kaum noch.
An Tapas kann beinahe alles gereicht werden,
da gibt es eine schier unglaubliche Vielfalt, wie
Sardinen mit Käse oder Tomaten oder Schinken
oder Oliven oder ...
Einfache Tapas, die kostenlos serviert werden,
sind Oliven, eine Sardine, ein halbes Ei mit einem
kleinen Belag wie zum Beispiel ein Paprikastreifen.
Möglich sind auch ein Schälchen mit Erdnüssen,
frittierte Kartoffeln oder ein Klecks Kartoffelsalat,
manchmal auch eine Scheibe Schinken.
Andere Tapas müssen bezahlt werden, und hier
kennt die Fantasie keine Grenzen. Es gibt Teller
mit Schinken-, Salami- und Käsescheiben oder den
unterschiedlichsten Meeresfrüchten, mit einem
Zahnstocher auf kleine Scheiben von Stangenbrot
gespießt, oder auch patatas bravas, frittierte Kar-
toffeln in scharfer Sauce.
Tapas können auch „montiert“ werden, das
heißt, dass verschiedene Varianten auf einem Tel-
ler zusammengestellt werden, sodass der Gast
mehrere probiert. Montados oder montaditos
werden diese Teller auch genannt.
Standardtapas wären albóndigas, kleine Hack-
bällchen in scharfer Sauce, oder ensaladilla rusa,
eine Art Kartoffelsalat, oder boquerones, sauer
eingelegte Sardinen. Mit einem Bier dazu schme-
cken sie köstlich!
Manche Tapas sind natürlich auch richtig teuer,
beispielsweise der jamón de bellota, das ist ein
Schinken, der unglaublich zart auf der Zunge zer-
geht.
Wenn der Hunger etwas größer ausfällt, kann
man gleich eine ración („Portion“) bestellen. Dann
erhält der Gast einen gut gefüllten Teller.
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32 Essen und Trinken

Eine Tapas-Tour durch mehrere Bars ist ein kuli-


narisches Highlight! Irse de tapas oder tapeo be-
deutet, einen Bummel durch mehrere Tapas-Bars
zu unternehmen. Ganze Familien, Gruppen oder
Nachbarn (immer mit mehreren Personen, nie-
mals alleine!) treffen sich in einer Bar, stehen am
Tresen (niemals hinsetzen!), bestellen eine Runde
Bier oder Wein und die jeweilige Tapa-Spezialität
der Bar (niemals die gleiche Tapa zweimal bestel-
len!). Beim Trinken und Tapas-Essen wird vor allem
geplaudert (niemals schweigen!), dann zahlt einer
die Runde und weiter geht’s. Mittlerweile gibt es
sogar einige Bücher, die nichts weiter als die bes-
ten Tapas-Bars auflisten.

Bocadillos Bocadillos sind kleine Baguettes oder etwas


größere Brötchen, die ohne Butter unterschiedlich
belegt werden, mit Schinken, Käse, Tortilla,
Fleisch, Salat usw. Die idealen Hungerstiller für
zwischendurch gibt es ebenfalls in jeder Bar.
Literaturtipp: In der Reihe „Kauderwelsch“ ist im REISE
KNOW-HOW Verlag der Sprechführer Spanisch kulinarisch
(Band 151) erschienen, mit dem Wortschatz für Restaurant
und Supermarkt.

Katalanische Küche

Katalonien wird durch starke klimatische Ge-


gensätze geprägt: im Norden das raue Hochge-
birge der Pyrenäen, entlang der Küste das milde
mediterrane Klima und im Ebro-Delta fast subtro-
pisches Klima. Diese Komponenten tragen zur
Vielfalt der katalanischen Küche bei, in der sich
sowohl exzellente Fisch- als auch Fleischgerichte
finden. Die Küche wird vom Meer und vom Ge-
birge gleichermaßen geprägt, ergänzt werden die
Gerichte um den Reis, der im Ebro-Delta, im süd-
lichen Katalonien, angepflanzt wird. Aus den Ber-
gen stammen die etwas deftigeren Gerichte und
die Wildgerichte, von der Küste natürlich alle
Fischgerichte. Hervorzuheben sind regionale Spe-
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Essen und Trinken 33

151cd Foto: sm

Reisetipps A–Z
zialitäten, wie Gerichte mit angulas, Glasaalen aus
dem Ebro-Delta, oder langustas aus Cambrils. Hier
ein paar typische Beispiele:

Vorspeisen Pà amb tomaquet: Wird wohl überall gereicht – ein


Scheibchen Weißbrot wird mit Öl beträufelt, darauf folgen
Knoblauch, Salz und ausgepresste Tomaten.
Truita de patates: Tortilla oder Kartoffelomelette.
Xató: Salat, basierend auf Thunfisch und Stockfisch nebst
Sardellen und Oliven.
Amanida verde: Grüner Salat.
Amanida catalana: Salat, Käse und Wurst.

Suppen Bullida de verdures: Gemüsesuppe.


Sopa de brosses: Gemüsesuppe.
Caldereta: Eintopf aus Fisch oder auch Hammelfleisch.
Escudella: Leichte Suppe, enthält Fleisch und Gemüse.

Primer Plat (hier: Fischspezialitäten)


(Erster Esqueixada: Salat mit Stockfisch und vielen Beilagen.
Susquet: Fischtopf, der heiß in einer Tonschüssel serviert
Gang) wird. Fisch und Muscheln sind mit diversem Gemüse an-
gereichert, und das Ganze ist mit Schnaps verfeinert.
Sarsuela: Eines der exklusiveren Gerichte entstand bei
dem Versuch, verschiedene Fischsorten zu kombinieren.
Die sarsuela wird in einem Tontopf gereicht. Vorsicht, heiß!
Mar i Montanya: Kombination von Schalentier mit
Fleisch oder Geflügel.
Marmitako: Fischeintopf, stark mit Paprika gewürzt.

Tapas-Teller
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34 Essen und Trinken

152cd Foto: sm

Bullabesa: Fischsuppe, die aus Krustentieren und Fisch-


stückchen hergestellt wird.
Wer Fisch oder Fleisch bestellt, kann sich die Gerichte
auf unterschiedliche Art zubereiten lassen: Bei „a la plan-
cha“ wird das Stück Fisch oder Fleisch auf einer heißen
Herdplatte relativ kurz angebraten; bei „a la marinera“ wer-
den Fisch- und Muschelgerichte mit Petersilie, Zwiebeln
und Weißwein (mariniert) zubereitet; „a l’all cremat“ be-
deutet, dass das Gericht mit angebratenem Knoblauch un-
terlegt ist.

Segon Plat Pollo y langusta: Huhn und Languste, eine Verbindung


(Zweiter von Fisch und Fleisch.
Escudella i carn d’olla: Eintopf, bestehend aus Fleisch,
Gang) Gemüse und etlichen Beilagen. Das Gericht wird in zwei
Schritten gereicht, zunächst die Brühe mit Nudeln, später
die Fleischeinlagen mit Kartoffeln und Bohnen.
Conill amb allioli: Kaninchenfleisch mit Knoblauchsauce.
Espinacs a la Catalana: Spinat mit Pinienkernen und Ro-
sinen.
Bè rostit: Geröstetes Lamm.
Pollastre amb gambes: Hühnchen mit Krabben.
Botifarra amb allioli: Katalanische Wurst mit Knob-
lauchsauce.

Meeresfrüchte auf dem Markt


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Essen und Trinken 35

Nachtisch Zum Nachtisch natürlich crema catalana (karamellisier-


(Postres) ter Pudding aus Eiern und Milch).
Braç de gitano: Eingerollter Kuchen mit Schokolade und

Reisetipps A–Z
Cremefüllung.

Beilagen Romesco: Scharfe Sauce aus Mandeln, Pfeffer, Knob-


lauch und weiteren Zutaten, die zum Fisch gereicht wird.
Allioli: Kalte Knoblauchsauce, oft als Beilage gereicht.
Arros negre (schwarzer Reis): Der Reis wird dunkel ge-
färbt durch Beigabe von Tintenfisch oder schwarz gebrate-
nen Zwiebeln.

Getränke

Bier Auch viele Kurzzeiturlauber lernen recht schnell


wenigstens ein spanisches Wort: cerveza. Tatsäch-
lich hat der Bierkonsum schon lange den Wein-
verbrauch in den Schatten gestellt. Auf ein kleines
Gläschen mal eben in die nächste Bar gehen,
auch schon mal morgens um 11 Uhr, das gehört
heute zum alltäglichen Leben. Trotzdem sieht man
selten einen Spanier sturzbetrunken. Ein kleines
Gläschen: ja, auch mehrmals am Tag, aber liter-
weise Bier in sich hineinschütten: nie!
Ein kleines Glas Bier bestellt man mit una caña,
ein etwas größeres mit un tubo, beides wird dann
blitzschnell gezapft. Die „Sieben-Minuten-benö-
tigt-ein-gutes-Bier“-Regel gibt es in Spanien nicht.
Wer einen Krug möchte, bestellt una jarra. Eine
Flasche ist una botella, ein winziges Fläschchen un
botellín. Alkoholfreies Bier, cerveza sin alcohol, fin-
det auch in Spanien immer mehr Freunde, und
una clara, mit Limo gemischtes Bier, schmeckt
ebenfalls sehr erfrischend. Ein spezielles katalani-
sches Bier ist das gehaltvolle Voll Damm.

Wein Wein kann wie überall in unterschiedlichen Qua-


litäten und zu stark differierenden Preisen bestellt
werden. Selten fährt man mit einem Hauswein
schlecht (vi de la casa auf Katalanisch bzw. vino de
la casa auf Spanisch). Eine Kellnerempfehlung
kann dagegen teuer werden, lieber einmal mehr
auf die Karte schauen. Der Hauswein ist immer
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36 Essen und Trinken

preiswert. Bestellt wird er am Tresen einfach mit


un blanco (ein Weißer) oder un tinto (ein Roter).
Am Tisch im Restaurant klappt es im Prinzip
ähnlich, da sollte nur der Zusatz vino de la casa
nicht fehlen.
Eine erfrischende Variante heißt schlicht „Som-
merwein“, vino del verano, eine Art gespritzter
Rotwein mit Limo und Eis.
Wein aus Spanien ist längst nicht so bekannt wie
französischer oder italienischer. Zu Unrecht, denn
spanische Winzer achten schon seit den 1920er
Jahren auf hohe Qualität. In jener Zeit entstand
nämlich ein System der Herkunftsbezeichnung,
das strengen Kriterien unterliegt. Eine sogenannte
denominación de origen (D.O. ist das gängige Kür-
zel für die Herkunftsbezeichnung) gilt für be-
stimmte Weinanbaugebiete, in denen jeweils re-
gionale Vorschriften eingehalten werden müssen.
So versucht man, eine gleich bleibende Qualität
zu erzeugen. Momentan existieren rund 60 deno-
minaciones in ganz Spanien, davon sechs im Ge-
biet der Costa Daurada.
Festgelegt wird beispielsweise, welche Rebsor-
ten verwendet werden dürfen, in welchem Gebiet
angepflanzt wird und gegebenenfalls ist sogar ei-
ne Höchstmenge festgesetzt. Weiterhin wird die
Lagerzeit der Weine bestimmt. Weiß- und Rosé-
weine müssen wenigstens ein Jahr, Rotweine zwei
Jahre gelagert werden, ein Jahr davon im Fass. Die
Einhaltung all dieser Vorgaben überwacht ein un-
abhängiges Gremium und vergibt dafür ein Güte-
siegel. Jedes Gebiet der denominaciones hat sein
eigenes. Obendrein erhalten die Weine eine fort-

Wein mit Olivensnack


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Essen und Trinken 37

153cd Foto: sm

Reisetipps A–Z
laufende Nummer, sodass eventuelle Unregelmä-
ßigkeiten sich genau zurückverfolgen lassen. Auf
den Etiketten der Weinflaschen müssen neben
dem Herkunftssiegel und der Nummer die Trau-
benbezeichnungen erscheinen.
Bei den D.O.-Gebieten im Bereich der Costa
Daurada ist das nördlichste gleichzeitig das he-
rausragendste und eines der bekanntesten von
ganz Spanien: Penedès. Es liegt unweit von Barce-
lona rings um den Ort Vilafranca del Penedès;
überwiegend werden hier Weißweine hergestellt.
Das D.O.-Gebiet Conca de Barberá liegt im Nor-
den der Provinz Tarragona und ist das höchstgele-
gene Weingebiet, die hier erzeugten Weine gelten
im Geschmack als ziemlich frisch. Rings um die
Provinzhauptstadt gleichen Namens liegt das
große D.O.-Gebiet Tarragona, hier werden sowohl
exzellente als auch für den Massengeschmack ge-
eignete Weine produziert. Das Priorat-Gebiet ist
klein, genau wie das benachbarte Gebiet Mont-
sant. und liegt etwa 20 Kilometer von Cambrils im
gebirgigen Hinterland. Die Weine werden als ge-
haltvoll eingestuft, ebenso die der D.O. Terra Alta.
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38 Essen und Trinken

Sekt Katalonien ist berühmt für seinen Sekt, die Cava.


Angebaut wird Cava im Hinterland der Costa
Daurada in der Gegend von Sant Sadurní. Es gibt
sehr verschiedene Marken sowie Qualitäten, und
es ist durchaus nicht gleichgültig, welche Flasche
man trinkt, wenn auch unter dem Sternenhimmel
so manches verschwimmt.
Ein Blick auf das Flaschenetikett verrät eine
ganze Menge. Anhand dreier Begriffe kann man
die Qualität ganz gut einschätzen. Auf dem Etikett
darf zunächst einmal der Begriff „Cava“ nur dann
erscheinen, wenn die traditionelle Methode der
Lagerung und des Anbaus eingehalten wurde,
nämlich die Flaschenfermentierung. Die Lagerung
und der Reifeprozess müssen mindestens neun
Monate betragen. Wenn reserva auf dem Etikett
steht, hat die Cava eine Reife von 30 bis 48 Mona-
ten, Reifeprozesse von bis zu fünf Jahren berech-
tigen zum Tragen der Auszeichnung gran reserva.
Der Zuckergehalt wird in Gramm pro Liter an-
gegeben.

dulce („süß“): mehr als 50 Gramm.


semi-seco („halbtrocken“): 33 bis 50 Gramm.
seco („trocken“): 12 bis 20 Gramm.
brut (etwa: „rein“): maximal 15 Gramm.
extra brut: bis maximal 6 Gramm.
brut nature: Bezeichnet eine Cava, der kein Zucker zuge-
führt wurde. Der Zuckergehalt (maximal 3 Gramm)
stammt nur aus den Trauben.

Lokalitäten

Bar In jedem noch so kleinen Dorf findet man wenigs-


tens eine Bar. Darunter darf man sich aber keinen
Nachtclub oder Ähnliches vorstellen, sondern
mehr eine Mischung aus Eckkneipe und Café.
Die Einrichtung ist meist schlicht, die Gäste drän-
geln sich am Tresen, um ein Gläschen zu trinken
und eine Kleinigkeit zu essen. Die meisten verwei-
len aber nicht lange, sodass die wenigen Sitzplät-
ze selten in Anspruch genommen werden.
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Essen und Trinken 39

Cafetería Unter einer Cafetería darf man sich wiederum


kein stilvolles Kaffeehaus vorstellen, in dem Kell-
ner Tabletts mit Kaffee und Cognac durch rauch-

Reisetipps A–Z
geschwängerte Luft balancieren. Eine Cafetería ist
ein schlichtes Lokal, das sich meist nur durch an-
dere Öffnungszeiten von einer Bar unterscheidet.
Die Cafetería ist ebenso wie die Bar mit einem
langen Tresen, grellem Neonlicht, einigen weni-
gen Tischen und einem meist ununterbrochen
laufenden Fernseher ausgestattet. Als entschei-
dender Unterschied kann in der Cafetería ein klei-
nes Mittagessen eingenommen werden, was nicht
in jeder Bar möglich ist.

Restaurant Ein Restaurant dient im Unterschied zu Bar und


Cafetería der gemütlichen Nahrungsaufnahme.
Selten wird hier nur schnell ein Glas am Tresen ge-
kippt, man setzt sich für einen längeren Zeitraum
an den Tisch. Mittags gibt es meist ein menú del
día (Tagesgericht), das billiger als die sonstigen
Hauptgerichte ist. Mittagessen gibt es ab 14 Uhr.

Lokal-Knigge
In einem typischen Restaurant geht es oft recht
laut her, auch wenn niemand zuschaut, läuft nicht
selten der Fernseher mit voller Lautstärke. Man
sollte sich jedoch davon nicht abschrecken lassen,
denn dies sagt nichts über die Küche des Hauses
aus. Abendessen wird in einem spanischen Res-
taurant nicht vor 21 Uhr angeboten. Ausnahmen
werden natürlich in den Touristenorten gemacht.

Platzsuche Wer ein Restaurant betritt, setzt sich nie direkt an


einen freien Tisch. Ein Kellner wird kommen, nach
der Personenzahl fragen und dann Tischvorschlä-
ge unterbreiten. Sollten alle Tische besetzt sein,
wird man gebeten, einen Moment an der Bar zu
warten. Niemals selbst zu einem Tisch gehen und
fragen: „Ist hier noch frei?“, auch nicht, wenn nur
eine Person einen Riesentisch okkupiert!
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40 Essen und Trinken

In spanischen Bars und Cafeterías stellt man


sich an den Tresen. Der Kellner nimmt die
Neuankömmlinge garantiert wahr, fragt nach den
Wünschen und findet ein Plätzchen am Tresen.
Sodann wird der Tresen an dieser Stelle geputzt
und ein neuer Aschenbecher platziert, dann kom-
men auch schon Speis und Trank. Wer an einem
Tisch Platz nimmt, wartet zwar auch nicht länger,
zahlt aber mehr. Und noch ein wenig teurer wird
es für den, der draußen auf einer Terrasse sitzt.

Bezahlen Die Preisliste muss in allen Gastronomiebetrie-


ben aushängen. Zwar findet man die Liste häufig
erst nach intensivster Suche, aber es gibt sie im-
mer. In Bars und Cafés, aber auch in manchen Res-
taurants findet man auf der Preisliste unter den
Worten barra und mesa zwei verschiedene Prei-
se. Das Getränk am Tresen, an der barra, zu be-
stellen und zu verzehren ist immer billiger als am
Tisch (mesa). Einige Lokale haben noch einen drit-
ten Preis, den man auf der Terrasse (terraza) zahlt.
Der Terrassenpreis ist immer der teuerste, da der
Kellner den weitesten Weg zurückzulegen hat.
006cb Foto: jf
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So eine Schweinerei! 41

So eine Schweinerei!

Reisetipps A–Z
Engländer haben weiß Gott Sinn für Humor, aber dies-
mal wussten meine beiden Tischnachbarn nicht, ob ich
sie auf den Arm nehmen wollte. „Was willst du deiner
Frau mitbringen? Schinken? ...“ Tatsächlich hatte ich ge-
nau das vor, aber natürlich nicht irgendeinen Schinken,
sondern Bellota-Schinken. Das Feinste vom Feinen. Zar-
teren Schinken gibt es einfach nicht. Wer in einer gu-
ten (!) Bar sehr guten (!) Schinken probieren möchte,
bestelle una racción de jamón de bellota. Daraufhin
werden die Augen des Kellners a) aufleuchten, dann b)
zweifeln, schließlich wird er c) und d) wenigstens zwei-
mal nachfragen, ob man wirklich bellota wolle. Ver-
ständlich, denn dieser Schinken ist nicht nur sehr lecker,
sondern auch sehr teuer.
Bellota-Schinken stammt vom Iberischen (dem
schwarzen) Schwein. Unter schweinezüchterischen Ge-
sichtspunkten leben diese Schweine in paradiesischen
Zuständen. Fast ihr gesamtes Leben tummeln sie sich
draußen auf saftigen Weiden unter Eichenbäumen in
Südwest-Spanien (Andalusien, Extremadura). Nach gut
einem Jahr, wenn im Herbst dann die Eicheln – spa-
nisch: bellotas – von den Bäumen purzeln, beginnt die
eigentliche Mast, montanera genannt. Zwischen No-
vember und Februar fressen die Schweine die nahrhaf-
ten Eicheln und futtern sich so Kilo um Kilo an, bis sie
etwa 160 bis 180 Kilogramm wiegen. Schließlich geht’s
zum Schlachter, vorzugsweise in kleine Bergdörfer in
den Alpujaras (bei Granada). Dort erfolgt die Weiter-
verarbeitung. Die prallen Schinkenkeulen werden in
reichlich Meersalz gepackt und müssen mehrere Tage
abhängen, pro Kilogramm Gewicht einen Tag in 5 °C
bei 80 % Luftfeuchtigkeit. Danach folgt der Reifepro-
zess in verschiedenen Klimastufen, der bis zu zwei Jah-
re dauern kann. Und erst dann geht es in die Fein-
schmeckerlokale. Eine Schinkenkeule soll nicht mehr als
sieben Kilo wiegen und kann bis zu 200 Euro kosten.
Kein Wunder, dass Kellner sich bei einer Bestellung
rückversichern. Erst dann schneiden sie mit einem lan-
gen Spezialmesser hauchdünne Streifen ab. Die zerge-
hen fast auf der Zunge – ein kulinarisches Gedicht! Und
ein wahrhaft würdiges Mitbringsel.

In der Bar speist man am Tresen


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42 Feste und Feiertage

187cd Foto: sm

004cd Foto: sm

Wer in einem Restaurant speist, zahlt in der Re-


gel inklusive Bedienung. Trinkgeld (la propina)
wird zwar immer gegeben, aber nie besonders
viel. Beim Bezahlen wird immer die Gesamtrech-
nung auf einem kleinen Tellerchen präsentiert,
auseinander dividiert wird nicht. Die spanischen
Kellner sind getrennte Rechnungen nicht ge-
wöhnt und mögen sie auch nicht besonders. Es
sollte möglichst einer für alle zahlen.

Feste und Feiertage


Jeder Ort feiert seine eigenen Feste, nicht nur das
des jeweiligen Ortpatrons, sondern auch weitere,
die meist uralten Traditionen entspringen. Unter
den jeweiligen Ortsbeschreibungen sind die wich-
tigsten lokalen Festivitäten aufgeführt. Hier ein
paar generelle Anmerkungen zu den wichtigsten
Festen. Einige Bestandteile finden sich aber bei na-
hezu allen Festen, deshalb auch eine Kurzbe-
schreibung, was sich hinter els castellers, correfoc,
Sardana und gegants verbirgt.
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Feste und Feiertage 43

Els Die „Menschentürme“ (castellers) symbolisieren


Castellers den Gemeinschaftssinn der Katalanen. Um einen
Menschenturm zu errichten, bedarf es Kraft,

Reisetipps A–Z
Gleichgewicht, Mut und eben Gemeinschaftssinn,
alles, was man Katalanen als Charaktereigenschaf-
ten nachsagt.
Ausgehend von einer starken Basis, bestehend
aus Dutzenden von Männern, wird die erste Ebe-
ne des Turms gebildet. Von den vielen Händen
der Basis gestützt, steigen die ersten auf, bilden ei-
nen Stamm durch vier oder manchmal auch nur
durch zwei Männer. Auf die Schultern derjenigen,
die die erste Etage bilden, klettern weitere kräftige
Männer, stellen sich auf die Schultern der jeweils
unten stehenden. Darauf klettern wieder andere
und so fort. Je höher der Turm wächst, desto klei-
ner werden die Kletterer. Zum Schluss krabbeln
nur noch Kinder oder junge Mädchen katzenge-
wandt hoch. Auf diese Weise bilden sich Men-
schentürme. Alle Beteiligten müssen zum Gelin-
gen beitragen und sich gegenseitig stützen. Patzt
einer, kracht der ganze Turm zusammen, und alle
stürzen zu Boden.
Castellers sind ungemein beliebt. Speziell in Tar-
ragona wird die Tradition der castellers gepflegt,
angeblich stammen von dort auch heute noch die
besten „Baumeister“.
Gute Gruppierungen schaffen es, castellers von
neun Etagen zu errichten, aber auch schon sechs
Ebenen gelten als hervorragende Leistung. Die
erste Ebene wird pinya (Ananas) genannt; sie be-
steht aus vielen Körpern und Händen, die dicht
gedrängt die Hochkletternden ertragen müssen
(und auch eventuelle Stürze). Die Spitze wird von
zwei mutigen, aber schmächtigen Kindern gebil-
det, dem aixecador (Vorletzter, der sich oben quer
hinlegt) und dem anxaneta (der Letzte, der auf
den Liegenden klettert und sich aufrichtet). Den

Links Sardana-Tänzer, rechts der Aufbau von Castellers


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44 Feste und Feiertage

154cd Foto: sm

Stamm bilden kräftige Männer, entweder stehen


auf jeder Etage vier oder nur zwei, immer auf den
Schultern der jeweils unter ihnen Stehenden. Je-
der muss das Gleichgewicht halten und das
Gewicht der folgenden Etage ertragen.
Ein ganz besonders diffiziler Turm ist ein torre
de cinc, bei dem fünf Etagen entstehen, aber je-
weils nur durch eine Person pro Etage. Diese For-
mation gilt aber als äußerst schwierig. Normal
wären quatre de vuit (mehrere Etagen mit je vier
Personen), wobei die untere Ebene, die alles stützt
(die pinya) als erste Ebene zählt. Dann folgen vier
Ebenen, auf denen jeweils vier Personen stehen.
Die sechste wird aus zwei Personen gebildet (les

Größenvergleich zwischen Mensch und Gegants


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Feste und Feiertage 45

dosos), die schließlich den aixecador (siebente


Ebene) tragen. Die Krönung ist der anxaneta, der
ganz oben steht, immerhin in gut 10 Meter Höhe.

Reisetipps A–Z
Die zweite Version gilt als noch schwieriger, ein
Castell dos de nou amb folre i manilles. Dabei
trägt die pinya (Basis) eine zweite pinya, die folre
genannt wird und nur etwas dünner ausfällt. Gar
eine dritte pinya wäre manilles. Erst darauf, ab der
vierten Etage, stehen dann einzelne Personen als
Stamm, in diesem Fall aber nur jeweils zwei. Die
Krönung wären auch hier wieder die beiden Kin-
der an der Spitze.
Perfekt ist die Figur, wenn die Beteiligten nach
Vollendung wieder hinunterklettern können.

Correfoc Bei manchen Feierlichkeiten wird ein correfoc ver-


anstaltet (wörtlich: „Lauffeuer“), gemeint ist eine
Art Feuerwerk auf Rädern. Feuerspeiende Figu-
ren, Drachen oder Teufel ziehen dann durch die
Straßen, werfen Knallkörper oder lassen benga-
lische Feuer sprühen und veranstalten einen Hei-
denkrach. Dann erscheint Sant Jordi, der Drachen-
töter, und macht den Krawallbrüdern den Garaus.

Gegants Die Darstellung der Riesen (gegants) ist weit ver-


breitet, es gibt kaum eine Ortschaft, wo man sie
nicht zu bestimmten Festen durch die Straßen tan-
zen lässt. Es handelt sich um täuschend echt ge-
baute riesige Figuren von teilweise vier Meter
Höhe, die wichtigen Persönlichkeiten der Ort-
schaft nachempfunden sind. Oftmals wurden
auch nur die Köpfe überdimensional groß gestal-
tet, was besonders irreal ausschaut, wenn diese
körperlosen Köpfe durch die Straßen schweben.
Die Figuren der gegants werden auch tänzerisch
bewegt, was mühsame Arbeit bedeutet. Immerhin
müssen die Träger das Gleichgewicht der Figur
halten, können nur durch eine kleine Öffnung in
„Bauchhöhe“ gucken und müssen dabei auch
noch halbwegs sinnvolle Bewegungen machen,
wahrlich keine leichte Aufgabe.
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46 Feste und Feiertage

Sardana Eine Sardana ist weit mehr als ein Volkstanz, sie ist,
ebenso wie els castellers, ein Symbol für den ka-
talanischen Gemeinschaftssinn. Die Sardana ist
ein Gemeinschaftstanz, bei dem sich die Tänzer
im Kreis aufstellen, an den Händen fassen und ei-
ne bestimmte Schrittfolge tanzen. Die Hände wer-
den zumeist in Kopfhöhe gehalten, wandern aber
manchmal auch im Takt mit nach unten. Man be-
wegt sich dabei ganz langsam im Kreis. Die Füße
tippen in einer genau festgelegten Abfolge auf
den Boden, werden übereinander gesetzt, einen
Schritt weiter platziert, immer im Rhythmus der
Musik. Eine Kapelle (cobla) gehört auch dazu, in
der Bläser dominieren. Der Tanz sieht spielerisch
leicht aus, wird aber absolut ernsthaft betrieben.
Diktator Franco war der Tanz einst so suspekt,
dass er ihn verbieten ließ, wie alles, was ihm ka-
talanisch vorkam. Aber natürlich wurde die Tradi-
tion trotzdem bewahrt. Heute finden Sardana-Tän-
ze auf fast jedem Dorffest in Katalonien statt und
sogar in der Weltstadt Barcelona, nämlich jeden
Sonntag um 12 Uhr vor der Kathedrale.

Gesetzliche landesweite Feiertage


1. Januar: Año Nuevo, Neujahr
6. Januar: Día de Reyes, Heilige Drei Könige
Gründonnerstag: Jueves Santo
Karfreitag: Viernes Santo
1. Mai: Día del Trabajo, Tag der Arbeit
25. Juli: Santiago Apóstol, Sankt Jakobus
15. August: Fiesta de la Asunción, Mariä Himmelfahrt
12. Oktober: Día de la Hispanidad, Tag des Spaniertums; auch:
Día de la Raza, Tag der Entdeckung Amerikas
1. November: Todos los Santos, Allerheiligen
6. Dezember: Día de la Constitución, Tag der Verfassung
8. Dezember: Purísima Concepción, Tag d. Unbefleckten Empfängnis
25. Dezember: Navidad, Weihnachten.

Im Gegensatz zu fast allen anderen spanischen Regionen feiert man in


Katalonien sowohl Ostermontag als auch den zweiten Weihnachtstag.

Feiertag der autonomen Region Katalonien


11. September: La Diada
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Feste und Feiertage 47

008cl Foto: jf

Reisetipps A–Z
Semana Die Osterwoche wird weihevoll-feierlich began-
Santa gen, aber mittlerweile auch als mehrtägiger Kurz-
urlaub verstanden. Das Fest beginnt mit der Pro-
zession am Palmsonntag, also am Sonntag vor
Karfreitag. Auch an den folgenden Tagen finden
Messen und prunkvolle Umzüge statt. Im Mittel-
punkt steht immer die Leidensgeschichte Jesu.
Gewaltige Figuren werden von stolzen Trägern ge-
messenen Schrittes durch die Straßen getragen,
die Bevölkerung folgt würdevoll.

Fiestas Jeder Ort feiert irgendwann sein Fest zu Ehren


(katalan. des Ortspatrons. Im Grundsatz laufen diese Fies-
festes) tas immer ähnlich ab. Nach einer Messe wird das
Bildnis der Patronin oder des Patrons in einer Pro-
zession durch die Straßen getragen, und die Be-
wohner gehen hinterher. Je nach Ausrichtung wer-
den diese Umzüge mal feierlich, mal feucht-fröh-
lich gehalten. Aber immer, ohne Ausnahme, findet
abends eine richtige Fiesta statt, die die ganze
Nacht dauert. Ich durfte einmal in einem kleinen

Prozessionen werden zu vielen Feierlichkeiten veranstaltet


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48 Ein Drachentöter, eine Rose und ein Buch

Ein Drachentöter,
eine Rose und ein Buch
Der Tag des Drachentöters ist zugleich der Tag der Lieben-
den. Am 23. April wird nämlich nicht nur des heiligen Ge-
org, auf Katalanisch Sant Jordi, des Schutzpatrons von Bar-
celona, gedacht. An diesem Tag schenken sich Freunde,
Verwandte und Liebende nach alter Sitte ein Buch und ei-
ne Rose. Wie diese beiden Daten zusammengewebt wur-
den, ist nicht ganz klar. Um Sant Jordi und seinen Kampf
gegen einen Drachen ranken sich verschiedene Legenden,
seit 1456 gilt er jedenfalls als Schutzpatron von Barcelona.
Buch und Rose kommen erst sehr viel später ins Spiel.
Anfang des 20. Jahrhunderts wollte man einen Feiertag zu
Ehren von Miguel Cervantes, des Schöpfers von Don Quicho-
te, und ganz allgemein zu Ehren der Literatur schaffen. Aber
wie das so ist, man verhedderte sich in Gremien und Daten,
bevor der 23. April als Tag des Buches festgelegt wurde. Zu-
fälligerweise ist es der Todestag von Cervantes. Und die Ro-
se? Die verschenkten die Katalanen schon immer, als Zei-
chen der Zuneigung und um den Frühling zu begrüßen.
Heute fällt nun alles zusammen und hat sich zu einem
dicken Geschäft entwickelt. Vor allem die Straßen von Bar-
celona werden vollgestellt mit kleinen Kiosken, Tischen
und Verkaufsständen. Zu finden ist nur eine Ware: Bücher,
Bücher, Bücher. Mittlerweile werden zum 23. April genau-
so große Umsätze erzielt wie zu Weihnachten. Manche
Verlage planen ganz gezielt das Erscheinen eines mög-
lichen Bestsellers zu diesem Termin. Im Jahr 1995 wurde
der 23. April dann gewissermaßen noch geadelt, als die
UNESCO diesen Tag zum Welttag des Buches erklärte. Ein
würdiges Datum, ist der 23. April doch nicht nur der To-
destag von Cervantes, sondern auch der von Shakespeare.

Dorf mitmachen; als ich um 3 Uhr morgens die


Segel strich, galt ich als debilucho, Schwächling.

Wall- Ähnlich verläuft eine romería. Im ursprünglichen


fahrten Wortsinn sind das Wallfahrten zu Ehren von be-
stimmten Heiligen. Am berühmtesten dürfte die
Pfingstwallfahrt nach El Rocío sein, einem klei-
nen Dorf in Andalusien, im Südwesten Spaniens.
In tagelangen Märschen wandert eine riesige Zahl
von Pilgern von Sevilla aus dorthin, manches Jahr
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Ein Drachentöter, eine Rose und ein Buch 49

005cd Foto: sm

Reisetipps A–Z

Sant Jordi, der Drachentöter

sind es etwa 100.000 Menschen, nach anderen


Quellen sollen es sogar bis zu einer Million sein!
Besonders spektakulär fallen die Wallfahrten zu
Ehren der Virgen del Carmen aus, die Meerespro-
zessionen, die auch in vielen katalanischen Dör-
fern stattfinden.
Literaturtipp: In der Reihe „Praxis“ ist im REISE KNOW-
HOW Verlag der Band Spaniens attraktivste Fiestas er-
schienen; er beschreibt die attraktivsten Feste und weitere
Events und zeigt, wie man sie am besten erleben kann.
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50 Formalitäten

Formalitäten
Mittlerweile 28 europäische Länder, unter ande-
rem Deutschland, Portugal, Österreich, die
Schweiz und auch Spanien, haben das Schengen-
Abkommen unterschrieben. Das Territorium die-
ser Länder gilt als sogenanntes grenzenloses Ge-
biet. Das bedeutet, dass Bürger von „Schengen-
Nationen“ sich ohne Grenzkontrollen in diesem
Gebiet bewegen dürfen.
Das bedeutet aber nicht, dass man bei einer
Reise nach Spanien auf Personalausweis oder
Reisepass verzichten kann, im Gegenteil, die
meisten Hotels und alle Campingplätze verlangen
das Personaldokument. Die meisten Camping-
platzbetreiber nehmen den Ausweis sogar als
Pfand in Verwahrung und geben ihn erst nach
Bezahlen der Rechnung wieder zurück, Kinder
müssen ihren Kinderausweis mitführen. Weiterhin
verlangen trotz des Schengen-Abkommens alle
Fluggesellschaften die Vorlage eines Ausweispa-
piers, um zu überprüfen, ob der Name des Reisen-
den tatsächlich mit dem im Ticket genannten
übereinstimmt.
Wollen sie länger als drei Monate im Land blei-
ben, müssen Schweizer bei der spanischen Bot-
schaft ein Visum beantragen. Auch in Deutsch-
land, Österreich oder der Schweiz lebende Staats-
bürger von Nicht-EU-Staaten müssen grundsätz-
lich ein Visum bei der entsprechenden diplomati-
schen Vertretung Spaniens beantragen. Adressen
siehe unter „Diplomatische Vertretungen“.
Auch für alle Durchreiseländer auf dem Landwe-
ge müssen Nicht-EU-Bürger ein Visum beantra-
gen. Die diplomatischen Vertretungen kann man
hier erfahren:
Deutschland: www.auswaertiges-amt.de, Tel. (030) 50
000, Fax 50 003 402.
Österreich: www.bmeia.gv.at, Tel. 05-01150-4411, Fax
0501-1590 (05 muss immer vorgewählt werden).
Schweiz: www.dfae.admin.ch, Tel. (031) 323 8484.
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Geldfragen 51

Wer mit einem Pkw einreist, benötigt den natio-


nalen Führerschein und das Nationalitätenkenn-
zeichen. Die Grüne Versicherungskarte muss

Reisetipps A–Z
nicht mehr an der Grenze vorgezeigt werden,
aber bei einem Unfall wird danach gefragt.
Zur Einreise mit einem Haustier siehe Kapitel
„Zollbestimmungen“.

Geldfragen
Euro Der Euro wird „e-juro“ ausgesprochen, während
Cent als centimos durchgehen. Letztere Begriffe
kennen die Spanier noch aus der Peseten-Vergan-
genheit. Auf den Münzen sind der spanische Kö-
nig, Miguel de Cervantes (Autor des „Don Quicho-
te“) und die Kathedrale von Santiago de Compos-
tela abgebildet.
Nicht wundern: In nicht wenigen Geschäften
wird nach wie vor die Ware mit zwei Preisen aus-
geschildert, in Peseten und Euro.

Kaufkraft Ein Billig-Reiseland ist Spanien schon lange nicht


mehr. Sicher, immer noch werden vereinzelte Pro-
dukte billiger als bei uns angeboten, aber bei der
Kalkulation des Urlaubsbudgets sollte man ruhig
von heimatlichen Preisen ausgehen. Natürlich
lassen sich im Supermarkt oder auf den zahllosen
Wochenmärkten Produkte finden, die günstiger
sind als bei und zu Hause. Das schon, aber richtig
billig ist Spanien für uns nicht mehr.

Geldkarten In jeder Stadt findet sich heute ein Geldautomat,


hier kann jedermann mit seiner Maestro-(EC-)
Karte Geld ziehen. Die Geheimnummer (PIN)
eintippen und als nächsten Schritt die Sprache
wählen, dann folgen alle weiteren Anweisungen
auf Deutsch. Ob und wie hoch die Kosten für die
Barabhebung sind, ist abhängig von der karten-
ausstellenden Bank und von der Bank, bei der die
Abhebung erfolgt. Man sollte sich daher vor der
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52 Geldfragen

188cd Foto: sm

Reise bei seiner Hausbank informieren, mit wel-


cher spanischen Bank sie zusammenarbeitet. Im
ungünstigsten Fall wird pro Abhebung eine Ge-
bühr von bis zu 1 % des Abhebungsbetrags per
Maestro-Karte oder gar 5,5 % des Abhebungsbe-
trags per Kreditkarte berechnet.
Am preiswertesten ist es, größere Ausgaben
gleich per Kreditkarte zu bezahlen. Hotels und
etliche Campingplätze bieten diesen Service ge-
nauso an wie die meisten Geschäfte, die touristi-
sche Artikel im Sortiment führen. Sogar an Tank-
stellen wird das Plastikgeld akzeptiert. Für dieses
bargeldlose Zahlen per Kreditkarte dürfen die aus-
gebenden Banken innerhalb der EU keine Gebühr
für den Auslandseinsatz veranschlagen; für die
Schweizer wird jedoch ein Entgelt von ca. 1–2 %
des Umsatzes berechnet.
Bei Verlust oder Diebstahl der Karten siehe Ka-
pitel „Notfälle“.
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Gesundheit 53

Gesundheit
Gesetzliche Die gesetzlichen Krankenkassen von Deutschland,

Reisetipps A–Z
Krankenver- Österreich und der Schweiz garantieren eine Be-
sicherung handlung auch im akuten Krankheitsfall in Spa-
nien, wenn die medizinische Versorgung nicht bis
zur Rückkehr warten kann. Als Anspruchsnach-
weis gilt die Europäische Krankenversicherungs-
karte, die man von seiner Krankenversicherung
erhält.
Im Krankheitsfall besteht ein Anspruch auf am-
bulante oder stationäre Behandlung bei jedem zu-
gelassenen Arzt und in staatlichen Krankenhäu-
sern. In Spanien hat die staatliche Sozialversiche-
rung Gesundheitszentren eingerichtet, die in al-
len Bezirken ansässig sind. Die Behandlung durch
einen Arzt dieser Gesundheitszentren erfolgt kos-
tenfrei. Ein Facharzt kann nur mit einer Überwei-
sung aufgesucht werden.
Da jedoch die Leistungen nach den gesetz-
lichen Vorschriften im Ausland abgerechnet wer-
den, kann man auch gebeten werden, zunächst
die Kosten der Behandlung selbst zu tragen. Ob-
wohl bestimmte Beträge von der Krankenkasse
hinterher erstattet werden, kann ein Teil der finan-
ziellen Belastung beim Patienten bleiben und zu
Kosten in kaum vorhersagbarem Umfang führen.
Deshalb wird der Abschluss einer privaten Aus-
landskrankenversicherung dringend empfohlen.
Bei Abschluss der Versicherung – die es mit bis zu
einem Jahr Gültigkeit gibt – sollte auf einige Punk-
te geachtet werden. Zunächst sollte ein Voll-
schutz ohne Summenbeschränkung bestehen,
im Falle einer schweren Krankheit oder eines Un-
falls sollte auch der Rücktransport übernommen
werden, denn dieser wird von den gesetzlichen
Krankenkassen nicht übernommen. Diese Zusatz-
versicherung bietet sich auch über einen Automo-

Gelb signalisiert: Hier gibt’s Geld


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54 Hin- und Rückreise

bilclub an, insbesondere wenn man bereits Mit-


glied ist.
Wichtig ist auch, dass im Krankheitsfall der Ver-
sicherungsschutz über die vorher festgelegte
Zeit hinaus automatisch verlängert wird, wenn
die Rückreise nicht möglich ist.
Schweizer sollten bei ihrer Krankenversiche-
rungsgesellschaft nachfragen, ob die Auslands-
deckung auch für Spanien inbegriffen ist. Sofern
man keine Auslandsdeckung hat, kann man sich
kostenlos bei Soliswiss (Gutenbergstr. 6, 3011
Bern, Tel. (031) 381 0494, info@soliswiss.ch, www.
soliswiss.ch) über mögliche Krankenversicherer in-
formieren.
Zur Erstattung der Kosten benötigt man Quit-
tungen (mit Datum, Namen, Bericht über Art und
Umfang der Behandlung, Kosten der Behandlung
und Medikamente).
Der Abschluss einer Jahresversicherung ist in
der Regel kostengünstiger als mehrere Einzelversi-
cherungen. Günstiger ist auch die Versicherung
als Familie statt als Einzelpersonen. Man sollte nur
die Definition von „Familie“ genau prüfen.

Hin- und Rückreise


Per Auto

Wer zwei oder drei Wochen Urlaub hat, wird um


eine Fahrt über die gebührenpflichtigen franzö-
sischen Autobahnen nicht herumkommen. Ich
habe selbst vor Jahren einmal versucht, über Land-
straßen durch Frankreich zu rollen, aber es dauert
wenigstens einen Tag länger.
Je nach Ausgangspunkt führen im Wesentlichen
drei Wege in Richtung Spanien, alle drei laufen
spätestens ab Lyon zusammen.
Norddeutsche reisen vorzugsweise über Frei-
burg, zunächst über die A 7, später über die A 5.
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Hin- und Rückreise 55

Die Grenze wird bei Mulhouse überschritten, wei-


ter über die französische Autobahn A 36 Richtung
Dijon. Dort stößt die A 36 auf die nach Süden

Reisetipps A–Z
führende Autobahn, die über Lyon, Montpellier
und Narbonne zur spanischen Grenze führt.
Alternativ kann ein Reisender aus Norddeutsch-
land auch den Weg wählen, den die meisten
Westdeutschen wohl fahren werden, nämlich
über Luxemburg. Die Route führt von Trier über
Luxemburg nach Frankreich, verläuft dann über
die A 31 nach Metz und Nancy und erreicht
schließlich auch Dijon, wobei das Stück bis Nancy
gebührenfrei bleibt. Ab Dijon verdichtet sich der
Verkehr, denn dort vereinen sich drei Autobah-
nen, die aus Paris kommende, die aus Freiburg
und die aus Luxemburg.
Wer aus dem Raum Süddeutschland startet,
kann sowohl die Variante über Freiburg wählen als
auch durch die Schweiz fahren. Eine Route würde
über Zürich, Bern, Lausanne und Genf führen und
schließlich bei Lyon auch auf die zur spanischen
Grenze führende Autobahn stoßen.

Luxemburg Luxemburg ist schnell passiert, die Autobahn ist


– Beaune hervorragend ausgeschildert und kostenfrei. Das
kleine Herzogtum wird in Richtung A 31 verlassen
und der ganze Weg über Thionville bis Metz
bleibt gebührenfrei, immerhin fast 60 Kilometer.
Die Autobahn verläuft großzügig an Metz vorbei
und führt schnurstracks nach Süden, immer noch
mautfrei. Erst bei dem Ort Toul, unweit von Nan-
cy, wird erstmals eine Zahlstelle erreicht, da sind
aber schon 130 Kilometer zurückgelegt.
Die A 31 verläuft ab Toul stetig nach Süden.
Nächster neuralgischer Punkt ist das Autobahn-
dreieck bei Langres, dort vereinigt sich die Auto-
bahn mit der A 15 aus Paris. Nach etwa 320 Kilo-
metern (von Luxemburg) wird schließlich Dijon er-
reicht. Nun fehlen nicht mehr allzu viele Kilometer
bis Beaune, wo sich das Verkehrsaufkommen
spürbar erhöht. Von Deutschland kommt die A 36
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56 Hin- und Rückreise

(Grenzübergang Freiburg-Mulhouse) und von Pa-


ris die A 6. Alle drei Autobahnen vereinen sich und
verlaufen als A 6 nach Süden, als Autoroute du
Soleil.

Freiburg – Die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich


Beaune nimmt man kaum wahr. Eben noch in Freiburg ge-
wesen und deutschen Schildern gefolgt, huscht
man rüber auf französisches Gebiet, ohne es rich-
tig zu realisieren, und schon erreicht man Mul-
house. Die Autobahn A 36 verläuft über gut 200
Kilometer und erreicht bei Dole die nach Süden
führende A 39. Diese Autobahn führt schließlich
als A 42 nach Lyon, von wo es auf der A 7 stramm
nach Süden geht.

Beaune – Der Rastplatz Beaune-Tailly bei Kilometer 307 hat


spanische nicht nur ein gutes Motel und mehrere Restau-
Grenze rants, sondern auch eine besichtigenswerte Se-
henswürdigkeit zu bieten, das Archéodrome
Bourgogne. Eine bestens geeignete Pausenmög-
lichkeit, um den lieben Kleinen mal etwas Ab-
wechslung zu bieten, denn dieses archäologische
Museum zeigt, wie unsere Vorfahren lebten. Kei-
ne staubtrockenen Exponate, sondern durch Pup-
pen nachgestellte Szenen des Alltags bis hin zu
Schwerter schwingenden Kämpfern. Eine weitere
Überraschung bietet der Rastplatz bei Kilometer
364, der ganz im Zeichen von Pilzen gehalten ist,
mit originellem Kinderspielplatz und Trimmpfad.
Weiter auf der Autobahn wird Lyon erreicht, im-
mer noch das einzige Nadelöhr auf dem Weg
nach Süden. Zwei Wege werden angeboten, einer
führt mitten durch die Stadt, auf dem anderen
wird der Fahrer weiträumig an der Stadt vorbeige-
lotst. Ich bin beide Strecken gefahren, und mir
schien der Weg durch die Stadt angenehmer. Bis
auf einen ganz kurzen Abschnitt verläuft nämlich
eine zweispurige, autobahnähnliche Straße mitten
durch Lyon. (Auf der Rückfahrt kann man hier
übrigens stur der Beschilderung „Paris“ folgen.)
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 57

Hin- und Rückreise 57

189cd Foto: sm

Reisetipps A–Z
Die Umgehungsstrecke erfordert etwas mehr
Konzentration, da hier etliche Gabelungen richtig
zu nehmen sind. In weitem Bogen führt die Um-
gehungsautobahn A 46 östlich an Lyon vorbei.
Schließlich wird der Abzweiger Marseille erreicht,
bei dem es dann wieder Richtung Süden geht,
zurück auf die E 15.
Die Autobahn heißt nun A 7 und führt stetig
nach Süden. Zunächst wird Valence passiert, spä-
ter Montélimar und nun wird auch schon bald
der erste Hinweis auf „Barcelone“ kommen. Die
Autobahn verläuft parallel zur Rhône, vereinzelt
erheischt man einen Blick auf den Fluss. Nach
etwa 700 Kilometern (von Luxemburg) wird
Orange erreicht, hier gabelt sich die Autobahn er-
neut. Die A 7 biegt ab in Richtung Marseille,
während die Strecke zur Costa Brava A 9 heißt
und über Avignon, Nîmes, Montpellier und Nar-
bonne immer dem Küstenverlauf des Mittel-
meers folgt. Bei Montpellier kann man erstmals

Vielleicht doch lieber fliegen ...?


050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 58

58 Hin- und Rückreise

das Meer erspähen. Dann wird bei Narbonne ein


weiteres Autobahndreieck erreicht: Die A 61 von
Toulouse stößt auf unsere „Route des Südens“.
Nach gut 1000 Kilometern (von Luxemburg) ge-
langt man nach Perpignan. Die Raststätte „Village
Catalan“ gibt einen ersten Eindruck von der Kultur
der Umgebung, in der man sich nun bewegt. Ein
katalanisches Dorf wurde hier nachgebaut. Kurze
Zeit später erreicht man endlich die Grenze, heut-
zutage brausen wir nur noch durch, dem Schen-
gen-Abkommen sei Dank.

Höchstgeschwindigkeiten in Frankreich
in auf Land- auf Auto-
Orten straßen bahnen
Pkw 50 90 130/1101)
Pkw mit 50 80 80
Anhänger
1) bei Regen

Autobahn- Unter www.autoroutes.fr kann man im Internet die


gebühren aktuellen Autobahngebühren erfragen (auf Fran-
zösisch und Englisch). Ebenso bieten der ADAC
(www.adac.de unter „Reiseservice, Tourplaner“)
sowie der ÖAMTC (www.oeamtc.at unter „Reise,
Routen-Planer“) Hilfestellungen. Auch die Schwei-
zer finden unter www.tcs.ch hierzu Infos.
Wer ein Wohnmobil steuert, muss etwa 60 bis
90 % mehr bezahlen, je nach Größe des Fahr-
zeugs. Ein Gepäckanhänger unter 500 Kilogramm
bleibt kostenfrei, während ein Caravan noch ein-
mal etwa 50 % des Pkw-Preises zusätzlich kostet.
Unter www.autoroutes.fr kann man im Internet die
aktuellen Gebühren erfragen.
Die Schweizer Vignette muss jeder deutsche
Autofahrer haben, der auf Schweizer Autobahnen
oder autobahnähnlichen Strecken fährt. Wer ohne
sie erwischt wird, zahlt eine saftige Strafe und
muss sie obendrein nachkaufen. Die Vignette
kann an der Grenze erworben werden.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 59

Hin- und Rückreise 59

Staugefahr Im Juli und August ist die Strecke zwischen Lyon


und der spanischen Grenze eine der am stärksten
befahrenen Autobahnen Europas! Schon aus die-

Reisetipps A–Z
sem Grund sollte jeder sein Fahrpensum nicht zu
großzügig bemessen und Staus genauso wie
Übernachtungspausen einkalkulieren.

Übernach- Etwa alle 80 Kilometer befindet sich auf einem der


ten in großen Rastplätze ein Motel. Diese sind immer
Frankreich rechtzeitig ausgeschildert, erstmals bereits 20 Ki-
lometer vorher. Angeboten werden drei Zimmer-
typen, deren qualitative Unterschiede marginal
sind. Die Preise liegen bei etwa 60 bis 90 ⁄ pro
Zimmer. Frühstück wird extra berechnet, der Wa-
gen parkt direkt vor dem Zimmer. Erstaun-
licherweise schläft es sich recht ruhig, trotz der
unmittelbaren Nähe zur Autobahn.
Die Raststätten fallen grundsätzlich recht
großzügig aus. Wenn sogar ein Motel errichtet
wurde, hat man nicht an Platz gespart. Ein Restau-
rant fehlt nie, ein kleiner Laden auch nicht, ein
Bistro und eventuell noch eine Snackbar runden
das Angebot ab. Aber auch die Raststätten ohne
Tankstelle und Verpflegung können sich sehen
lassen, ein WC gibt es immer, eine Freiluft(!)-
Dusche meistens.
Motels von Nord nach Süd:
A-6: km 307 – Aire de Beaune-Tailly
A-6: km 375 – Aire de Mâcon-St. Albain
A-7: km 28 – Aire de St. Rambert (bei Annonay,
kurz hinter Lyon)
A-7: km 120 – Aire de Montélimar
A-9: km 18 – Aire de Travel-Nord
A-9: km 110 – Montpellier Fabrèques
A-9: km 182 – Narbonne-Vinassan
A-9: km 264 – Village Catalan (bei Perpignan)
Wer von Freiburg kommt, findet an der A-36 bei km 112,
Besançon Marchaux, ein Motel.

Durch Glücklich an der französisch-spanischen Grenze


Spanien angekommen, bleiben immer noch schlappe
130 bis 200 Kilometer, je nach Zielort. Die Grenze
selbst nimmt man heute kaum noch wahr. Auf
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 60

60 Hin- und Rückreise

spanischer Seite rollt zunächst recht viel Verkehr


Richtung Barcelona. Im Großraum dieser Millio-
nenstadt, der nach etwas mehr als 100 Kilometern
erreicht wird, verdichtet sich das Verkehrsaufkom-
men. Der Urlauber, den es nach Süden zieht, wird
großzügig um Barcelona herumgeleitet.
Ausgeschildert sind Tarragona und die AP-7.
Zwischen Barcelona und Tarragona verläuft die
autopista dreispurig, wenn auch nicht durchge-
hend. Mehrfach müssen übrigens kleinere Sum-
men zwischen 1 und 3 ⁄ an Mautgebühr bezahlt
werden, Kleingeld also bereithalten.
Barcelona wird recht großzügig auf der Auto-
bahn AP-7 umfahren. Man muss immer der Aus-
schilderung nach Valencia oder Tarragona folgen.
Etwa ab dem Ort Vilafranca del Penedès erreicht
man mögliche Abfahrten zu Orten an der Costa
Daurada.

Autobahnabfahrten in Nord-Süd-Richtung:
Nr. 29: Vilanova (Sitges, Vilanova i la Geltrú)
Nr. 30: Santa Margarida
Nr. 31: El Vendrell (Cunit, El Vendrell, Calafell)
Nr. 32: Torredembarra (Altafulla, Torredembarra, Creixell)
Nr. 33: Tarragona, Valls
Nr. 34: Reus (Flughafen)
Nr. 35: Salou (Port Aventura, Reus Sur)
Nr. 36: Die Nummer fehlt!
Nr. 37: Cambrils
Nr. 38: L’Hospitalet (L’Hospitalet, Miami Platja)
Nr. 39: L’Ametlla (L’Ametlla de Mar, L’Ampolla)
Nr. 39a: L’Ampolla
Nr. 40: Tortosa, L’Aldea (Ebro-Delta, Tortosa)
Nr. 41: Amposta, St. Carles

Parallel verläuft die gebührenfreie A-7 (Autovía, et-


wa: „Schnellstraße“), das ist die ehemalige Natio-
nalstraße N-340. In Teilen ist diese alte National-
straße umbenannt worden in A-7, aber nicht
durchgängig. Außerdem trägt diese Straße durch-
gehend die Bezeichnung E-15 (Europastraße 15),
da sie von der französischen Grenze bis nach Al-
geciras in Südspanien verläuft. Sie ist in weiten Tei-
len zweispurig ausgebaut.
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Hin- und Rückreise 61

009cl Foto: jf

Reisetipps A–Z
Per Autoreisezug

Nach Im Hochsommer quält sich halb Europa über die


Narbonne französischen Autobahnen Richtung Spanien und
steht kollektiv im Stau. Bequemer und vor allem
entspannter fährt man mit dem Autoreisezug,
wenn auch der Preis manche Reisenden zunächst
zögern lässt.
Die DB AutoZug GmbH bietet von verschiede-
nen Terminals (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt-
Neu Isenburg, Hamburg, Hildesheim) eine Ver-
bindung bis zum südfranzösischen Narbonne an.
Von dort fährt man dann nur noch 140 Kilometer
bis zur spanischen Grenze. Die Fahrt dauert rund
24 Stunden (ab Hamburg), man erreicht jeweils
gegen Mittag ausgeschlafen Narbonne. Gewählt
werden kann zwischen Schlafwagenabteilen (für
maximal drei Personen), Einzelplätzen im Liege-
wagen und einem Liegewagenabteil für maximal
fünf Personen.

Autobahnzahlstelle
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 62

62 Hin- und Rückreise

Für die 1570 Kilometer lange Strecke von Ham-


burg nach Narbonne zahlen zwei Erwachsene im
Liegewagen inklusive Autotransport je nach Sai-
son 400 bis 660 ⁄ (mit dem begrenzt erhältlichen
Autozug-Spezial-Tarif kostet es nur 209 ⁄).

Infos: www.dbautozug.de oder Tel. 01805 241224


(0,14 ⁄/Min.).

Per Bahn

Ideal für die Anreise aus Deutschland, Österreich


und der Schweiz bis Barcelona ist der Talgo-
Nachtzug Pau Casals. Er fährt im Sommer täg-
lich, sonst dreimal wöchentlich ab Zürich, Bern
und Genf. Der Wechsel des Zuges an der Grenze
zur breiteren spanischen Spurweite dauert nur ein
paar Augenblicke, ohne dass man aufwacht oder
umsteigen müsste.
Der Talgo-Nachtzug Juan Miro fährt jede
Nacht von Paris-Austerlitz und bildet die beste
Verbindung für Reisende aus der nördlichen Hälf-
te Deutschlands, die zunächst mit dem Thalys
nach Paris Nord oder dem ICE nach Paris Est fah-
ren. Der Bahnhofswechsel in Paris mit der Metro
erfordert – wenig Gepäck vorausgesetzt – gut ei-
ne Stunde.
Die Talgo-Züge kommen am Bahnhof Barcelo-
na Franca an. Auch hier rechnet man für den
Wechsel des Bahnhofs per Metro rund eine Stun-
de. Vom Bahnhof Barcelona Sants gelangt man zu
beinahe allen in diesem Buch beschriebenen Or-
ten. Die Fahrt bis Tarragona kostet rund 15 ⁄.
Saisonal unterschiedlich oft verkehrt der Nacht-
zug von Strasbourg und Mulhouse zum Grenz-
ort Port Bou. Dort besteht direkter Anschluss
Richtung Tarragona und Valencia.
Alle Nachtzüge fahren gegen 20 Uhr ab und er-
reichen am nächsten Morgen gegen 9 Uhr ihren
Endbahnhof.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 63

Hin- und Rückreise 63

Die gesamte Strecke ohne Nachtfahrt zurück-


zulegen geht natürlich auch, allerdings nicht ohne
eine Übernachtung in irgendeinem schönen Ort

Reisetipps A–Z
an der Strecke.
Durch die Fertigstellung etlicher neuer Bahn-
strecken wird die Fahrt in den nächsten Jahren im-
mer mehr beschleunigt, und es werden neue, di-
rekte Tagesverbindungen entstehen. Strasbourg –
Barcelona in weniger als sechs Stunden ist noch
Zukunftsmusik, aber sie ist schon deutlich zu
hören.
Die Fahrt bis Barcelona lässt sich – auf der Basis
von Spar- und Frühbucher-Preisen, Vier-Bett-
Schlafwagen, einfache Fahrt – ab dem gesamten
deutschen Sprachraum schon für 100–130 ⁄
zurücklegen. Aus dem Norden schafft man es für
20 bis 40 ⁄ mehr. Rechtzeitige Buchung und Ver-
fügbarkeit sind allerdings Voraussetzung – sonst
kann es viel teurer werden.
Wer im Nachtzug mehr Komfort will, zahlt 95 ⁄
extra für den Platz im Doppel-Abteil oder 200 ⁄
für ein Einzel-Abteil. Der Aufpreis für eine Fahrt im
Doppel-Abteil der sehr komfortablen Gran Classe
beträgt 140 ⁄ – gepflegtes Abendessen und Früh-
stück inklusive.
Die genannten Zahlen sind als grobe Richt-
schnur zu sehen – ein kompletter Überblick ist
wegen der häufig wechselnden Angebote ebenso
wenig möglich wie eine exakte Angabe.

Buchung Deutsche Bahn, www.bahn.de, (D)-Tel. 11861 (Anfangs


und Infos 0,03 ⁄/Sek., Weiterleitung zum Reiseservice 0,39 ⁄/Min.).
Österreichische Bahn, www.oebb.at, (A)-Tel. 05 1717
(zum Ortstarif).
Schweizer Bahn, www.sbb.ch, (CH)-Tel. (0900) 300 300
(1,19 sFr./Min.).
SNCF (Frankreich), www.voyages-sncf. com.
RENFE (Spanien), www.renfe.es.
Gleisnost am Stadttheater, Bertoldstr. 44, 79098 Frei-
burg, Tel. (0761) 383 031 oder Gleisnost im Bahnhof Lit-
tenweiler, Lindenmattenstr. 18, 79117 Freiburg, Tel. (0761)
62 037, www.gleisnost.de. Wer sich nicht selbst durch den
Dschungel der Bahntarife und Fahrpläne schlagen und
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 64

64 Hin- und Rückreise

trotzdem Geld sparen will, erhält bei diesem spezialisierten


Reisebüro kompetente Beratung – und auf Wunsch die
Tickets ins Haus geschickt.

Per Bus

Die Deutsche Touring bietet einen Linienbus-Ser-


vice von rund 24 deutschen Städten nach Spanien
an. An der Costa Daurada werden Barcelona,
Salou und Tarragona angesteuert, die Fahrt dauert
von Hamburg oder Berlin rund 30 Stunden, ab
Freiburg etwa 15 Stunden. Das klingt nach einer
ziemlichen Strapaze, aber wer sich einmal auf sei-
nem Sitzplatz eingerichtet hat, übersteht die Tour
irgendwie auch. Der Autor hat sie dreimal ge-
macht, und das bei 186 Zentimetern Körpergröße
– na also.
Preisbeispiele: Ab Hamburg oder Berlin nach
Barcelona, Salou oder Tarragona kostet es einfach
um 100 bis 140 ⁄, ab Freiburg fährt man für nur
75 bis 100 ⁄, je nach Reisetag, Alter und anderen
Kriterien. Hin- und Rückfahrten kosten etwas we-
niger als das Doppelte.
Vor allem für Preisbewusste, die sich nicht Ewig-
keiten im Voraus festlegen wollen, ist der Bus eine
gute Wahl. Während bei der Bahn oder den Billig-
fliegern alle bezahlbaren Kontingente nur bei
langfristiger Vorbuchung zu haben sind, lässt sich
so ein Busticket auch noch relativ kurzfristig er-
haschen.
Für die Reise an bestimmten Tagen werden ver-
billigte Tickets verkauft.
Deutsche Touring, Tel. (069) 790 3501, Fax 790 3219,
www.touring.de.

Per Flugzeug

Der Ziel-Flugplatz für Reisen an die Costa Dau-


rada liegt entweder in Reus bei Tarragona oder in
Barcelona. Nonstop-Verbindungen aus dem
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 65

Hin- und Rückreise 65

deutschsprachigen Raum mit Linienfluggesell-


schaften nach Barcelona bestehen von Wien,
Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart und

Reisetipps A–Z
Zürich. Die Flugzeit z.B. von Frankfurt nach Barce-
lona beträgt knapp zwei Stunden.

Flugpreise Ein Economy-Rückflugticket von Deutschland,


Österreich und der Schweiz bekommt man je
nach Jahreszeit und Aufenthaltsdauer ab knapp
über 100 ⁄ (Endpreis einschl. Steuern, Gebühren
und Entgelte), in der Hauptsaison kann der Preis
über 300 ⁄ betragen. Kinder unter zwei Jahren
fliegen ohne Sitzplatzanspruch für 10 % des Er-
wachsenenpreises, ansonsten werden für ältere
Kinder die regulären Preise je nach Airline um 25
bis 50 % ermäßigt. Ab dem 12. Lebensjahr gilt der
Erwachsenentarif.
Für die Tickets der Linienairlines kann man bei
folgenden zuverlässigen Reisebüros meist güns-
tigere Preise als bei vielen anderen finden:

Jet-Travel, Buchholzstr. 35, 53127 Bonn, Tel. (0228) 284


315, Fax (0228) 284 086, www.jet-travel.de. Sonderangebo-
te auf der Website unter „Schnäppchenflüge“.
Globetrotter Travel Service, Löwenstr. 61, 8023 Zürich,
Tel. (01) 2286666, www.globetrotter.ch. Weitere Filialen
siehe Website.

Literaturtipp: Alles rund um das Thema Fliegen findet


sich in dem Praxis-Titel „Fliegen ohne Angst“ von F. Littek,
erschienen im REISE KNOW-HOW Verlag.

Billigflug- Preiswerter geht es nur, wenn man bei einer Billig-


linien airline sehr früh online bucht. Es werden keine Ti-
ckets ausgestellt, sondern man bekommt nur eine
Buchungsnummer per E-Mail. Zur Bezahlung wird
in der Regel eine Kreditkarte verlangt.
Im Flugzeug gibt es oft keine festen Sitzplätze,
sondern man wird meist schubweise zum Boar-
den aufgerufen, um Gedränge weitgehend zu ver-
meiden. Verpflegung wird extra berechnet.
Alle Billigairlines werden auf einen Blick vorge-
stellt unter www.billig-flieger-vergleich.de.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 66

66 Hin- und Rückreise

Last- Wer gern pokert, kann Ausschau nach Last-Minute-


Minute Flügen halten, die von einigen Airlines mit deut-
licher Ermäßigung ab etwa 14 Tage vor Abflug
angeboten werden. Diese Flüge lassen sich bei
Spezialisten buchen:
L’Tur, www.ltur.com, (D)-Tel. 01805 212121, (A)-Tel.
(0820) 600 800, (CH)-Tel. 0848 808 088; 140 Filialen.
Lastminute.com, www.de.lastminute.com, (D)-Tel.
01805 777 257.
5 vor Flug, www.5vorflug.de, (D)-Tel. 01805 105 105.
Restplatzbörse, www.restplatzboerse.at, (A)-Tel. (01)
580 850.

Ankunft Wer in Barcelona landet und weiter möchte, kann


über eine lange überdachte Brücke mit Laufband
zum Bahnhof gelangen. Der Bahnhof ist allerdings
nur vom alten Terminal T-2 zu Fuß erreichbar. Wer
am neuen Terminal T-1 landet und mit der Bahn
weiter reisen möchte, muss zunächst den Shuttle-
Bus zum 4 km entfernten alten Terminal T-2 nut-
zen. Weitere Details siehe Kapitel „Barcelona –
Ankunft“. Wer zu einem der nördlichen Orte an
der Costa Daurada reisen möchte, fährt mit der
Nahverkehrslinie Cercanias (erkennbar an dem
leicht verdrehten Buchstaben C) vom Flugplatz-
Bahnhof eine Station bis zum Bahnhof Prat de
Llobregat. Dort muss man umsteigen in einen
Nahverkehrszug nach Süden Richtung St. Vicenç
de Calders, mit dem man alle Orte bis El Vendrell
erreicht. Wer weiter südliche Ziele hat, sollte vom
mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof (Barcelona
Sants) fahren und von dort weiter.
Wer in Reus (bei Tarragona) landet, kann mit
Bus Nr. 50 bis zum Bahnhof bzw. Busterminal fah-
ren. Von beiden Terminals geht es in alle Richtun-
gen weiter. Infos: www.reustransport.com.
Vom Flugplatz fährt – allerdings ziemlich selten
– auch eine Linie „Aeroport – Costa Daurada“
nach Cambrils mit Halt in Pineda, Salou und Vila-
seca. Dieser Bus fährt abgestimmt auf die Lan-
dung der wenigen Flugzeuge. Infos und Fahrplan
unter www.autocarsplana.com.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 67

Mini „Flug-Know-how“ 67

Mini „Flug-Know-how“

Reisetipps A–Z
Check-in Nicht vergessen: Ohne einen gültigen Reisepass
oder Personalausweis (Letzterer nur für EU-Staats-
bürger) kommt man nicht an Bord.
Bei den innereuropäischen Flügen muss man min-
destens eine Stunde vor Abflug am Schalter der Air-
line eingecheckt haben. Viele Airlines neigen zum
Überbuchen, d.h., sie buchen mehr Passagiere ein,
als Sitze im Flugzeug vorhanden sind, und wer zuletzt
kommt, hat dann möglicherweise das Nachsehen.

Das In der Economy-Class darf man in der Regel nur


Gepäck Gepäck bis zu 20 kg pro Person einchecken (Aus-
nahme z.B. Ryanair mit nur 15 kg) und zusätzlich ein
Handgepäck von 7 kg in die Kabine mitnehmen, wel-
ches eine Größe von 55 x 40 x 23 cm nicht über-
schreiten darf. In der Business Class sind es meist
30 kg pro Person und zwei Handgepäckstücke, die
insgesamt nicht mehr als 12 kg wiegen dürfen. Man
sollte sich beim Kauf des Tickets über die aktuellen
Bestimmungen der Airline informieren.
Seit Ende 2006 dürfen Fluggäste Flüssigkeiten
oder Vergleichbares in ähnlicher Konsistenz (z.B. Ge-
tränke, Gels, Sprays, Shampoos, Cremes, Zahnpasta,
Suppen) nur noch in der Höchstmenge von jeweils
0,1 Liter als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen.
Die Flüssigkeiten müssen in einem durchsichtigen,
wiederverschließbaren Plastikbeutel transportiert
werden, der maximal einen Liter Fassungsvermögen
hat. Da sich diese Regelungen jedoch ständig än-
dern, sollte man sich beim Reisebüro oder der Flug-
gesellschaft nach den derzeit gültigen Regelungen er-
kundigen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen scharfe Gegen-
stände wie Taschenmesser, Nagelfeilen, Scheren und
Ähnliches nicht mehr im Handgepäck untergebracht
werden. Diese sollte man unbedingt im aufzugeben-
den Gepäck verstauen, sonst werden sie bei der
Sicherheitskontrolle einfach weggeworfen. Darüber
hinaus gilt, dass Feuerwerke, leicht entzündliche Ga-
se (in Sprühdosen, Campinggas), entflammbare Stof-
fe (etwa Feuerzeugfüllung) etc. nichts im Passagierge-
päck zu suchen haben.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 68

68 Infostellen

Infostellen
Ortsbüros Die meisten der hier vorgestellten Orte haben ein
eigenes Touristenbüro, die Adresse wird im Info-
kasten vor der Ortsbeschreibung angegeben. Wer
allgemeine Infos zu diesem Ort möchte, oder ei-
ne Liste der Unterkünfte, der wird hier gut be-
dient. Die Büros antworten auch auf Anfragen aus
dem Ausland. Wer eine ganz spezielle Frage stellt,
wird dagegen nicht selten enttäuscht. Der Pros-
pektversand klappt ausgezeichnet.

Spanisches Wer ganz allgemeine Auskünfte einholen möch-


Fremden- te, kann sich an eines der spanischen Fremdenver-
verkehrs- kehrsämter wenden. Wer nur Prospekte wünscht,
amt kann sie unter folgender Nummer anfordern: Tel.
D-(06123) 99 134, Fax 991 5134.

Berlin: Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin, Tel. 0180 3002


647, Fax (030) 882 6661, berlin@tourspain.es.
Düsseldorf: Grafenberger Allee 100 (Kutscherhaus),
40237 Düsseldorf, Tel. 0180 3002 647, Fax (0211) 680
3985 und 680 3986, dusseldorf@tourspain.es.
Frankfurt/M.: Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt/M., Tel.
0180 3002 647, Fax (069) 725 313, frankfurt@tourspain.es.
Wien: Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. (01) 512 9580,
Fax (01) 512 9581, viena@tourspain.es.
Zürich: Seefeldstr. 19, 8008 Zürich, Tel. (044) 253 6050,
Fax (044) 252 6204, zurich@tourspain.es.

Kata- Katalonien Tourismus, Palmengartenstraße 6, 60325


lanisches Frankfurt/Main, Tel. (069) 7422 4873, Fax 7422 4896,
www.catalunya.com.
Büro in D

Internet www.costadaurada.org
Allgemeine Tipps zur Küste, mit praktischen Tipps, auch
auf Deutsch.
www.tourspain.es
Ausführliche Seite mit vielen Infos zu ganz Spanien, u.a.
auch ein breites Unterkunftsverzeichnis.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 69

Mit Kindern unterwegs 69

Mit Kindern unterwegs

Reisetipps A–Z
Die schönen, breiten Sandstrände der Costa Dau-
rada werden sicher auch die lieben Kleinen be-
geistern. Wer seinen Kindern noch mehr Urlaubs-
vergnügen bieten möchte, kann es mit folgenden
Unternehmungen versuchen, an denen wohl die
ganze Familie ihren Spaß haben dürfte.

Aquópolis Das Aquópolis ist ein Badepark mit mehreren


Schwimm- und Spaßbädern und vor allem mit et-
lichen Rutschen. Zu finden in La Pineda.

Ebro-Delta Das brettflache Delta hat viele schmale und zu-


meist kerzengerade Wege, auf denen man endlich
einmal ungestört radeln kann. Außerdem lockt
zum Abschluss der schöne Strand von Riumar mit
einem erfrischenden Bad.

Ecomuseu Museen sind sicher häufig etwas anstrengend für


Kinder, in diesem Museum aber kann man in ei-
nem speziell eingerichteten Häuschen Wasservö-
gel hautnah beobachten. Das Museum liegt in
Deltebre.

Port Europas zweitgrößter Freizeitpark bietet ein sattes


Aventura Programm, fünf thematisch unterschiedliche Be-
reiche werden vorgestellt (z.B. „Polynesien“ oder
„Mexiko“), außerdem gibt es neben Showpro-
grammen auch spektakuläre Fahranlagen. Zu fin-
den ist der Park bei Salou.

Schiffs- Von Salou schippern Ausflugsboote nach Tarra-


touren gona bzw. nach Süden entlang der Küste bis
Cambrils und auch in umgekehrter Richtung.
Kürzere oder längere Schiffstouren können auf
dem Ebro, Spaniens zweitlängstem Fluss, unter-
nommen werden. Die kurzen (45 Min. bis 1,5 Std.)
starten in Deltebre, einem kleinen Ort mitten im
Delta, die längeren (4–5 Std.) in Amposta.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 70

70 Notfälle

Bummel- In Sant Carles de la Rapita kann man Exkursio-


bahn nen mit einem tren turístico, einem Bummelbähn-
chen, unternehmen, außerdem werden ebenfalls
Bootsausflüge ins Ebro-Delta angeboten.

Museum Das in Vilanova i la Geltrú gelegene Museum für


für Dampf- Dampflokomotiven lässt sowohl die Herzen der
lokomotiven Kleinen als auch die der Papis höher schlagen.

Notfälle
Autopanne Hilfe ist beispielsweise für ADACPlus-Mitglieder
Unfall oder ÖAMTC-Mitglieder teilweise kostenlos. Man
kann sich auch direkt an seinen Automobilclub
wenden. Hier die drei größten für Deutschland,
Österreich und die Schweiz:
Pannendienste in Spanien Tel. 902 30 05 05, Mobiltele-
fon (0034) 91 593 33 33, in Frankreich Tel. 0800 08 92 22
bzw. per Mobiltelefon 0033 472 171 284.
Unfall- und Pannenhilfe innerorts auch durch die Policía
municipal (Tel. 092), außerorts durch die Guardia civil
(Tel. 091).
ADAC München ist über Tel. (0049) 89 222 222 durch-
gehend erreichbar, unter Tel. (0049) 89 767 676 gibt es
Adressen von deutschsprachigen Ärzten in der Nähe des
Urlaubsortes (Liste auch vorab anforderbar). ADAC Barce-
lona: Tel. 935 082 828.
ÖAMTC, Tel. (0043) 12 512 000 oder Tel. (0043) 12 512
020 für medizinische Notfälle. ÖAMTC Barcelona: Tel. 935
082 825, Lyon: Tel. 04 721 712 23.
TCS, Tel. (0041) 224 172 220.

Verlust von Bei Verlust oder Diebstahl der der Kredit- oder
„Plastik- Maestro-(EC-)Karten sollte man diese umgehend
karten“ sperren lassen. Für deutsche Karten gibt es die
einheitliche Sperrnummer (0049) 116 116 und
im Ausland zusätzlich (0049) 3 040 504 050. Für
österreicherische und schweizerische Karten gel-
ten folgende Nummern:
Maestro-(EC-)Karte, (A)-Tel. (0043) 12 048 800; (CH)-
Tel. (0041) 442 712 230, UBS: (0041) 800 888 601, Credit
Suisse: (0041) 800 800 488.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 71

Öffentliche Verkehrsmittel 71

Weitere Notfall-Telefonnummern

Reisetipps A–Z
Notruf allgemein: 112
Notdienste, schwere Fälle: 061
Ärztliche Hilfe: 061
Rotes Kreuz: 915 222 222
Feuerwehr: 080
GRUA (Infos über abgeschleppte Autos): 092
Polizei: 091 bzw. 092

MasterCard, internationale Tel. (001) 636 722 7111.


VISA, Tel. (0043) 1 7111 1770; (CH)-Tel. (0041) 58 958
8383.
American Express, (A)-Tel. (0049) 69 979 710 00; (CH)-
Tel. (0041) 446 596 333.
Diners Club, (A)-Tel. (0043) 1 501350; (CH)-Tel. (0041)
58 750 8080.

Ausweis- Wird der Reisepass oder Personalausweis im


verlust Ausland gestohlen, muss man das bei der ört-
lichen Polizei melden. Darüber hinaus sollte man
sich an die nächste diplomatische Auslandsvertre-
tung seines Landes wenden, damit ein Ersatz-Rei-
seausweis zur Rückkehr ausgestellt wird (ohne
kommt man nicht an Bord eines Flugzeuges!).
Auch in dringenden Notfällen, z.B. medizi-
nischer oder rechtlicher Art, sind die Auslandsver-
tretungen bemüht zu helfen (siehe Kapitel „Diplo-
matische Vertretungen“).

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn Ein klares Votum für die Bahn an dieser Stelle!
Kein Küstenabschnitt in ganz Spanien kann besser
auf diese Weise erkundet werden als die Costa
Daurada. Zwischen Barcelona und Tarragona
verläuft die Bahnlinie direkt entlang der Küste,
passiert dabei die allermeisten der in diesem Buch
genannten Orte. Außerdem existiert eine Nah-
verkehrsverbindung von Barcelona bis Sant Vi-
cenç de Calders (bei El Vendrell). Bis hier pendeln
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 72

72 Öffnungszeiten

die von der katalanischen Metropole kommenden


Züge im halbstündigen Rhythmus.
Von Tarragona verläuft die Bahnlinie weiter
nach Süden in unmittelbarer Küstennähe, bis sie
schließlich nach Amposta (Ebro-Delta) bei Al-
canar den Bereich der Costa Daurada verlässt.

Bus Linienbusse verkehren auch zwischen den einzel-


nen Küstenorten. Das System ist grundsätzlich auf
die größeren Städte (Barcelona, Tarragona, Tor-
tosa, Amposta) ausgerichtet. Tarragona ist in je-
dem Fall eine zentrale Umsteigestation. Vom dor-
tigen Busterminal werden alle großen und viele
kleinere Orte bedient. Eine der größten Gesell-
schaften ist Autocares Hife.
Infos: Tel. 902 119 814, www.hife.es.

Öffnungszeiten
Geschäfte Geschäfte sind meist von 9 oder 10 Uhr bis 13.30
oder 14 Uhr offen, dann folgt die Mittagspause,
und erneut öffnen sie zwischen 16 Und 17 Uhr.
Feierabend wird gegen 20 oder 20.30 Uhr ge-
macht. Die Öffnungszeiten sind aber nicht unum-
stößlich verstanden, besonders nach hinten bleibt
oft Spielraum. Größere Geschäfte und Super-
märkte schließen nicht über Mittag, manche ha-
ben sogar bis 21 oder 22 Uhr geöffnet.
Aufgrund der sommerlichen Hitze wird die
Siesta besonders genau eingehalten. Um 13.30,
spätestens 14 Uhr schließen die Geschäfte, lassen
die Metallrollos runter. Dann leeren sich spürbar
die Straßen, bestenfalls ein paar unbelehrbare
Touristen stolpern schwitzend herum. Vor 17 Uhr
läuft im Sommer zumeist gar nichts. Dann rattern
die Rollläden wieder quietschend nach oben, öff-
nen sich die Türen, schleppen sich siesta-müde
Verkäufer wieder hinter die Tresen. Im August
kann es sogar passieren, dass zumindest kleinere
Läden am Nachmittag gar nicht mehr aufsperren.
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 73

Post, Radfahren 73

Wohlgemerkt: In den Orten, wo der Tourist domi-


niert, gilt das eben Gesagte nicht.

Reisetipps A–Z
Andere Ein- Post: ähnliche Öffnungszeiten wie Geschäfte.
richtungen Telefónica: meist 10–14 Und 16.30–22 Uhr.
Banken: 8.30/9–14 Uhr.
Touristenbüros: Wie Geschäfte, einige im Juli/August
durchgehend geöffnet.
Museen: meist Mo geschlossen.

Post
Früher verkauften Briefmarken die Post und der
Tabakladen (estanco), sonst niemand. Das ist vor-
bei, man bekommt sie heute auch an den meisten
Kiosken. Das Porto für Postkarten und Standard-
briefe (bis 20 Gramm) nach Deutschland, Öster-
reich und in die Schweiz beträgt 0,64 ⁄.
Die Karten wird man in den öffentlichen Brief-
kästen los, große, unscheinbare gelbe Kästen mit
dem verschnörkelten Wappen der spanischen
Post (correos). Manchmal finden sich unterschied-
liche Einwurfschlitze, beispielsweise provincia
(„Provinz“) und extranjero („Ausland“). Etwa nach
fünf bis acht Tagen sollte der Gruß die Daheimge-
bliebenen erreicht haben.
Und noch ein Hinweis: Ein beliebter Fehler der
Abteilung falsos amigos („falsche Freunde“) ist es,
nach einer carta zu fragen und eine Postkarte zu
meinen. Das spanische Wort la carta heißt tat-
sächlich „der Brief“, während „Postkarte“ tarjeta
postal heißt.

Radfahren
Die Costa Daurada eignet sich zumindest teilwei-
se zum Radfahren. Im nördlichen Bereich findet
der Radler genügend Wege, um das Hinterland zu
erkunden. Es ist leicht hügelig, aber die Steigun-
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 74

74 Radfahren

gen sind erträglich. Die Fernstraßen entlang der


Küste sind natürlich stark befahren, die sollten
möglichst gemieden werden.
Im südlichen Bereich sieht es etwas anders aus.
Ich selbst bin mal auf der N-340 von Tarragona
zum Ebro-Delta hinunter gefahren. Kein Vergnü-
gen, kann ich Ihnen sagen! Man radelt am äußers-
ten Fahrbahnrand entlang auf einem knapp einen
Meter breiten Seitenstreifen. Links donnern die
Lkw haarscharf am Lenker vorbei, und der Sog
haut einen fast aus dem Sattel. Leider gibt es keine
Ausweichmöglichkeit, die N 340 ist neben der Au-
tobahn die einzige nach Süden führende Straße.
Das Ebro-Delta selbst macht Radlern großen
Spaß – wenn nicht gerade heftiger Wind weht,
was bei meinen Besuchen meist der Fall war. An-
sonsten rollt man durch das brettflache Gebiet
über zahllose kleine und kleinste Wege abseits al-
ler Autoströme. Und am Ende lockt immer ein
erfrischendes Bad ...
Schon vor gut 10 Jahren verabschiedete das
spanische Parlament übrigens Gesetze, die die
Radler kräftig benachteiligten. Nach heftigsten
Protesten wurde nachgebessert, aber dennoch
bleiben unschöne Einschränkungen. So besteht
jetzt eine Helmpflicht außerhalb von Ortschaften
sowie die Pflicht zum Tragen von reflektierender
Kleidung. Verboten sind außerdem Kinderwagen-
anhänger.

Fahrrad- Das klappt per Flugzeug problemlos, eine recht-


transport zeitige Anmeldung vorausgesetzt. Meist muss nur
der Lenker verdreht und die Luft aus den Reifen
gelassen werden.
Per Bahn kann man sein Rad nicht direkt nach
Spanien schicken. Auch nach Frankreich ist kein
Fahrradtransport möglich. Bleibt nur der umständ-
liche Weg, sich eine Verbindung geben zu lassen,
bei der das Rad vom Reisenden selbst ein- und
ausgeladen wird. Machbar, aber wohl eher nicht
sehr praktikabel. Genaueres kann über die Hotline
050-075d.qxd 19.05.2010 11:51 Seite 75

Reisezeit 75

für Radfahrer bei der Deutschen Bahn erfragt wer-


den: Tel. 01805 151 415 (0,12 ⁄/Min.).

Reisetipps A–Z
Reisezeit
Im Frühjahr zeigen sich die Temperaturen auch
recht freundlich, aber nachts wird’s doch noch
ziemlich frisch, außerdem kommt es auch zu ver-
einzelten Schauern. 2002 beherrschte im April ein
Jahrhundertunwetter die nördliche Küstenregion
Spaniens, während nur ein Jahr später im Juni mit
fast 40 °C Hitzerekorde gemessen wurden.
Im Sommer wird es wie überall in Spanien sehr
heiß und sehr voll. Speziell im August schaltet das
ganze Land einen Gang herunter und macht Fe-
rien. Wer da keine reservierte Unterkunft hat,
muss mit Problemen rechnen.
Im Herbst ist es meist noch sehr schön an die-
ser Küste, es ist auch noch ziemlich warm. Die
Massen haben sich verzogen, es wird allgemein
ruhiger. Die Kellner entspannen sich merklich und
zählen die restlichen Tage, bis ihre eigenen mona-
telangen Ferien beginnen – eine nette Stimmung.
Ab Mitte bis Ende Oktober schließen nämlich sehr
viele Hotels und Restaurants und öffnen erst im
neuen Jahr wieder zu Ostern. Der Herbst hat als
Reisezeit Vorteile, aber auch den Nachteil, dass es
manchmal ganz heftig regnet.
Fazit: Das Frühjahr ist nicht schlecht, wenn man
auch Regen einkalkuliert, der Sommer ist voll und
heiß (nichtsdestotrotz wollen bzw. müssen viele
dann fahren), der Herbst ist sehr schön und der
Winter nur etwas für Liebhaber von Einsamkeit.
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 76

76 Sicherheit

Sicherheit
Ist Spanien ein gefährliches Pflaster? Klare Ant-
wort: nein! Aber auch ein klares „aber“. In 25 Jah-
ren journalistischer Beschäftigung mit Spanien bin
ich selbst insgesamt fünfmal beklaut worden. Mal
dreist, mal unglaublich geschickt. Mal nachts auf
der Hauptflanierstraße in Barcelona, mal auf ei-
nem halbleeren Campingplatz. Eine Lehre daraus?
Mittlerweile reisen pro Jahr über 60 Millionen
Ausländer nach Spanien, von denen etwa 40 Mil-
lionen mindestens eine Übernachtung einlegen.
Eine ungeheuer große Zahl: Auf jeden spanischen
Einwohner kommt mehr als ein Tourist. Das weckt
Begehrlichkeiten. Der allergrößte Teil der Touris-
ten reist an die Küsten und bleibt dort. Und genau
das wissen eben auch Gauner. Während die Ur-
lauber sofort auffallen, verhält es sich umgekehrt
leider nicht so. Wer von uns glaubt schon, einen
potenziellen Dieb im Gewühl erkennen zu kön-
nen? Zumal es beileibe nicht nur Spanier sind, die
nach Opfern suchen. Denn, soviel steht für mich
jedenfalls fest: Es muss mehr Gauner geben, die in
den touristischen Hochburgen auf Nachlässigkei-
ten von Urlaubern lauern, als ich mir jahrelang ein-
gestehen wollte. Dreimal wurde ich beklaut in Si-
tuationen, die ich nie für möglich gehalten hätte.
Wo, so bin ich mir heute sicher, eine genaue Ob-
servation vorher stattgefunden hat – von der ich
natürlich nichts merkte. Und in einem Fall, so mei-
ne nachträgliche Einschätzung, war der Täter ein
in Spanien lebender Deutscher. Auch das gibt’s.
Was also tun? Nicht leichtsinnig sein. Natürlich
ist das einfach gesagt, aber schwer getan unter
spanischer Sonne und wenn man in Urlaubsstim-
mung ist. Trotzdem sollte man die alte Weisheit,

Buchtipp:
Schutz vor Gewalt und Kriminalität unterwegs,
REISE KNOW-HOW Verlag, Reihe Praxis
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Sicherheit 77

012clFoto: sm

Reisetipps A–Z
dass man nicht zeigen soll, was man Wertvolles
mit sich herumträgt, immer beherzigen. Und wo
es möglich ist, sollte man das Hab und Gut in si-
chere Verwahrung geben. Jedes Hotel und immer
mehr Campingplätze haben Mietsafes, die Wert-
sachen sind dort gut aufgehoben.
Eine spezielle Warnung für Barcelona-Besucher:
Auf der Hauptflaniermeile Rambla lauern immer
Gauner auf leichtsinnige Touristen, deshalb dort
besonders aufpassen!

Auto Das gilt auch fürs Auto: Nichts, aber auch gar
abstellen nichts im Auto liegen lassen! Mein Wagen wur-
de einmal vor einem Luxushotel am Sonntagnach-
mittag geknackt und einmal morgens um sieben
Uhr auf einem Campingplatz. Man fragt sich, wie
ein Dieb das unbemerkt schafft, aber es ging.
Mit seinem Pkw entlang der Küste zu gondeln,
kleine Fischerdörfer zu besuchen oder einfach ins
Hinterland zu fahren, dagegen kann nichts einge-

„Eine Blume? Nein danke!“


076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 78

78 Sport und Erholung

wendet werden. Gewarnt werden muss aber vor


dem unbeaufsichtigten Abstellen des Wagens.
Suchen Sie an Ihrem Zielort unbedingt eine Tief-
garage oder einen bewachten Parkplatz auf, oder
– noch besser – verzichten Sie lieber gleich aufs
Auto. In praktisch allen touristisch stark frequen-
tierten Orten kann die Möglichkeit bestehen, dass
ein Auto geknackt wird. Irgendwo auch logisch,
gucken sich die Täter doch vielversprechende Wa-
gen aus, und das sind nun mal Pkw mit ausländi-
schen Kennzeichen.

Blumen- Speziell vor bekannteren Sehenswürdigkeiten


verschen- warten manchmal die „Blumenverschenkerinnen“.
kerinnen Vor denen warnen selbst die Touristenbüros – zu
Recht. Die Frauen haben nichts zu verschenken,
sondern beschwatzen einen und wollen natürlich
eine kleine Münze als Gegenleistung. Gibt man
ihnen die, wissen sie, wo die Börse steckt. Also:
Nicht auf ein Gespräch einlassen, sofort mit Nach-
druck ablehnen und weitergehen. In Málaga pas-
sierte mir beinahe etwas Ähnliches. Während der
Feria zog ich fotografierend durchs Gewimmel.
Dann folgte der Auftritt einer Blumenverschenke-
rin: Nelke vors Gesicht halten, ablenken, be-
schwatzen, derweil ein schneller Griff zur Kame-
ra. Erfolglos, denn die war mehrfach fest mit dem
Trageriemen ums Handgelenk geschlungen.

Sport und Erholung


Hier eine knappe Übersicht über sportive und an-
dere Aktivitäten, genaue Adressen sind unter den
jeweiligen Ortsbeschreibungen zu finden.

Jollen sind ideal für Anfänger


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Sport und Erholung 79

155cd Foto: sm

Reisetipps A–Z
Karting Eine Bahn befindet sich bei Salou.

Tauchen In L’Hospitalet gibt es einen Anbieter.

Segeln Kurse für Einsteiger, aber auch Vermietung von


Booten bieten Geschäfte in Sitges und Amposta.

Fahrrad- In vielen Orten kann ein Drahtesel geliehen wer-


vermietung den: Sitges, Vilanova i la Geltrú, Calafell, Salou,
L’Hospitalet de L’Infant, Deltebre, Amposta,
Sant Carles de la Ràpita.

Surfen In Castelldefels gibt es einen Anbieter.

Rudern In Castelldefels können sich Ruderer auf dem


und Kanu- ehemaligen Olympiakanal in die Riemen legen. In
fahren Amposta werden Kanus und Ruderboote verlie-
hen, mit denen der Ebro erkundet werden kann.

Skaten Die vier Kilometer lange Strandpromenade von


Sitges wird von Skatern gern frühmorgens oder
spätabends in Beschlag genommen.
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80 Der Kampf mit den Stieren

Der Kampf mit den Stieren


Auch in Spanien wird um die corrida de toros heftigst gestritten. Fana-
tische Befürworter zanken sich mit ebensolchen Gegnern. Tatsache ist,
dass der Stierkampf weiterhin seinen Platz im Alltagsleben hat. Die wich-
tigsten corridas werden live im Fernsehen übertragen. Aber damit nicht
genug: Die beste und angesehenste spanische Zeitung „El País“ schreibt
am Montag mit dem gleichen Ernst über die Stierkämpfe aus Madrid und
Sevilla wie ein paar Seiten weiter über Fußball und Basketball.
Der Stierkampf entwickelte sich aus einer früheren Jugendtradition,
wobei Stiere mit Lanzen bekämpft wurden. Erst im 16. Jh. wurde daraus
ein Sport für junge Adlige. Nachdem man ihnen verboten hatte, auf diese
Weise ihr Leben aufs Spiel zu setzen, entstand daraus eine Mutprobe für
das „niedere Volk“. Die muleta, das rote Tuch, entwickelte sich aus dem
großen Mantel, mit dem Mutige dem Stier entgegentraten. Den offiziel-
len Charakter erhielt die corrida aber erst durch Pedro Romero. Sein Hei-
matort Ronda in Andalusien gilt als die Wiege des Stierkampfes. Hier
wurde 1775 die erste Arena Spaniens gebaut.
Früher bestand die corrida de toros nicht nur aus würdigen Ritualen,
die nach strengen Regeln vom Torero in ebenso würdiger Haltung aufge-
führt wurden. Sie war vielmehr eine Art Gaudi für jedermann. Die (männ-
lichen) Zuschauer nahmen nicht selten aktiv am Geschehen teil, stürmten
in die Arena, um den Stier zu ärgern oder dem Torero beizustehen. Eben-
so begnügten sich die Toreros nicht damit, den Kampf nach den allge-
mein gültigen Regeln abzuhalten, sondern man sprang schon mal über
www.fotolia.de Foto: aline caldwell
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Der Kampf mit den Stieren 81

den angreifenden Stier hinweg oder „bekämpfte“ ihn mit einem Stuhl.
Erst im Laufe der Zeit bildete sich die heutige Form des Kampfes heraus,

Reisetipps A–Z
wobei das Buch des legendären Pepe Illó über den modernen Stierkampf
eine wichtige Rolle spielte.
Ob Gegner oder Fan, dem Spektakel können und wollen sich nur we-
nige entziehen. Viele Urlauber schauen sich wenigstens einmal eine cor-
rida an. In den Sommermonaten wird sie jeden Sonntag in vielen Städten
ausgetragen, meist zur klassischen Uhrzeit um 17 Uhr. Dies ist übrigens
schon sprichwörtlich geworden, gilt doch eine Verabredung a la hora de
los toros („zur Uhrzeit der Stiere“) als klar umrissener Zeitpunkt – um
17 Uhr eben. In allen touristischen Orten werden Sonderfahrten angebo-
ten, die Plakate hängen unübersehbar überall aus.
Wer sich das Spektakel einmal gönnen möchte, sollte jedoch wenigs-
tens die Grundregeln kennen. Ein unbedarfter Zuschauer kann nämlich
nur eine unaufhörliche Folge von Versuchen, dem Stier irgendwelche
Speere, Degen oder Messer in den Nacken zu rammen, erkennen. Zwi-
schendurch wird noch ein wenig mit dem roten Tuch gewedelt, das
scheint dann alles zu sein. Tatsächlich ist es wesentlich komplizierter. Der
Ablauf ist genau festgelegt, und jede Handlung, jede Körperdrehung hat
ihren Namen.
Am Beginn jeder corrida steht der Umzug aller Teilnehmer, der paseo,
bei dem die Musikkapelle den berühmten Paso Doble spielt. Angeführt
wird der Zug von Männern in der Tracht des siglo de oro („goldenes Jahr-
hundert“ = 16./17. Jh.). Dann folgen die drei matadores, die je zwei
Kämpfe bestreiten werden; rechts geht der älteste, links der zweitälteste
und in der Mitte der jüngste. Ihnen folgen die picadores zu Pferd und die
banderilleros. Den Schluss bilden die Helfer in roten Hemden und blauen
Hosen, die nach dem Kampf den getöteten Stier von Maultieren aus der
Arena schleifen lassen. Der Präsident (jede corrida steht unter der Leitung
eines Präsidenten) wirft einen Schlüssel in die Arena, mit dem das Tor auf-
geschlossen wird, hinter dem die Stiere warten.
Wenn der Stier in die Arena stürmt, beginnt die erste der drei Phasen:
tercio de varas („Drittel der Lanzen“). Im Nacken des Stieres steckt ein
kleines Fähnchen mit den Farben seiner Zucht. Der matador und seine
Helfer vollbringen zum Kennenlernen des Stieres einige Manöver mit der
capa, einem gelb-weinroten Tuch. Dieser Teil wird suerte de capa („Glück
des Umhangs“) genannt. Der matador überprüft auch, ob der Stier ge-
sund ist, die Sehkraft ungetrübt ist usw. Falls er nicht einwandfrei ist, wird
der Stier auf Zeichen des Präsidenten wieder aus der Arena gelockt.
Im zweiten Abschnitt des ersten Drittels, dem suerte de varas („Glück
der Lanzen“), findet der Auftritt des picador statt. Dies ist gewöhnlich ein
schwerer Mann, der auf einem muskulösen Pferd reitet. Die Augen des
Pferdes sind verbunden. Die Aufgabe des picador besteht darin, den Stier
mit der pica, einer 2,60 Meter langen Lanze, zwischen den Schulterblät-

Für die einen ehrenvoller Kampf, für die anderen Tierquälerei


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82 Der Kampf mit den Stieren

tern zu treffen und ihn somit zu schwächen. Er muss dafür sorgen, dass
der Stier nur von rechts angreift, da nur diese Seite besonders gut gepan-
zert ist. Den Schwung des angreifenden Stieres nutzt der picador aus, um
die Lanze zwischen die Schulterblätter zu stoßen, da es ihm aus eigener
Kraft niemals gelingen würde. Dabei darf er den Stier nur zwischen der
Holzwand und maximal dem inneren Kreidekreis bekämpfen, besser je-
doch zwischen Wand und äußerem Kreis. Über die Anzahl der picas ent-
scheidet der Präsident. Tatsächlich wirkt dieser Akt recht brutal, ver-
glichen mit den eleganten Bewegungen der Kämpfer in den beiden fol-
genden Dritteln. Da der picador oft genug mit dem ängstlichen Pferd be-
schäftigt ist, kann der Stier schon mal Ross und Reiter zu Fall bringen und
verletzen.
Im zweiten Drittel, tercio de banderillas („Drittel der Spieße“), treten
die banderilleros auf. Ihre Aufgabe ist es, dem anstürmenden Stier zwei
oder drei banderillas, kleine Holzstäbe mit einer Stahlspitze, in den
Nacken zu stoßen. Stier und Mensch stürmen aufeinander zu, der Bande-
rillero sticht mit Schwung in den Nacken und schwingt sich förmlich mit
einem eleganten Seitenschwung vorbei. Bleiben die Stäbe stecken, ist der
Applaus gewiss.
Der dritte Teil, tercio de la muerte („Drittel des Todes“), ist dann der
eigentliche Auftritt des matador. Zu Beginn vollführt er die bekannten
Manöver mit der muleta, versucht, diese Bewegungen möglichst mutig,
geschickt und genau durchzuführen. Ob der Stier links vom matador
steht oder rechts, mit gesenktem Kopf oder erhobenem, jede Bewegung
hat ihren Namen und ist genau festgelegt. Diese faena de la muleta („Ar-
beit des roten Tuches“) soll nicht zu lange andauern, um den Stier nicht
übermäßig zu quälen.
www.fotolia.de Foto: emanuel steffan
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Der Kampf mit den Stieren 83

Aufgabe des matador ist es, den Stier schließlich in die richtige Stellung
zu manövrieren, um ihm den tödlichen Stoß mit dem Degen zu versetzen.

Reisetipps A–Z
Der Kopf des Stieres muss weit gesenkt sein, was durch die Ablenkung mit
der muleta gelingt. Der Degen muss an der Wirbelsäule vorbei genau zwi-
schen die Schulterblätter gestoßen werden. Dieser Stoß, der toque de la
verdad („Stoß der Wahrheit“) genannt wird, tötet bei richtiger Ausführung
den Stier augenblicklich. Da das aber nur einem guten matador auf Anhieb
gelingt, muss er leider häufig mehrmals wiederholt werden.
Wenn es geklappt hat, gibt es tosenden Applaus, die ganze Equipe
schreitet stolz eine Ehrenrunde, und Maulesel schleifen den toten Stier
aus der Arena. Für den erfolgreichen Kämpfer gibt es Geschenke und
Blumen. Als Anerkennung erhält er ein Ohr des Stieres, bei einem beson-
ders guten Auftritt sogar beide Ohren und den Schwanz.
Da in kleinen Arenen gerade suerte de varas und tercio de la muerte
oft von Anfängern oder sogar Stümpern ausgeführt werden und damit
tatsächlich zum blutigen Spektakel eskalieren können, lohnt es in jedem
Fall, etwas mehr Geld für eine gute corrida in einer großen Stadt auszu-
geben. Eine corrida de novillos ist übrigens ein Anfängerkampf von Leu-
ten, die noch nicht die alternativa, die Matadorenweihe, erhalten haben.
Die hier Auftretenden kämpfen mit Jungstieren.
Zu den Eintrittspreisen: Grundsätzlich unterteilt man die Plätze in bil-
lige sol („Sonnenplätze“) und teure sombra („Schattenplätze“). Manch-
mal gibt’s auch noch die Zwischenstufe sol y sombra. Das sind die Plätze,
die zunächst in der Sonne, später aber im Schatten liegen.
Man muss allerdings wissen, dass Katalonien beim Stierkampf keine
erste Geige spielt. Es gibt dort zwar auch Stierkämpfe, aber nicht in dem
Maße wie in Madrid oder in Andalusien. Stierkämpfe gelten hier gewis-
sermaßen als zweitklassig – bestenfalls! Deswegen kommen auch selten
gute Toreros und Stiere guter Züchter nach Katalonien.
Barcelona beispielsweise hat sich schon offiziell als „Anti-Stierkampf-
Stadt“ proklamiert, wie auch etliche weitere Gemeinden und Städte in
Katalonien. Gleichwohl fanden bislang immer noch vereinzelt Stierkämp-
fe statt. Dann übrigens durchaus vor großem Publikum. Aber insgesamt
bleibt das dann doch eine Ausnahme und könnte auch bald sowieso vor-
bei sein. Ende 2009 hat ein Gesetzesentwurf zum Verbot von Stier-
kämpfen mit knapper Mehrheit eine erste Hürde im katalanischen Parla-
ment genommen. Jetzt muss dieser Entwurf nur noch in ein konkretes
Gesetz umgewandelt werden und erneut den Parlamentariern vorgelegt
werden. Damit könnte Katalonien zur zweiten autonomen Region Spa-
niens (nach den Kanarischen Inseln) werden, die den Stierkampf verbie-
tet. Aber sogleich formierte sich die Abwehr und es wurden Forderungen
laut, exakt diesen Stierkampf als eine Art nationales Kulturerbe unter
Schutz zu stellen und zwar spanienweit. Natürlich wurden diese Forde-
rungen in Südspanien erhoben, dort, wo die meisten Stierzüchter leben.
Und Steuern zahlen. Und wählen ...

Das Finale eines Stierkampfes


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84 Sprache

Sprache
Geschichte Diktator Franco (regierte 1936 bis 1975) hatte die
katalanische Sprache aus dem Alltag verbannt –
keine Bücher, keine Zeitungen und kein Unterricht
auf català. Während zu Hause weiterhin Kata-
lanisch gesprochen wurde, mussten die Kinder in
der Schule Lesen und Schreiben auf Spanisch ler-
nen. Das war fatal: Nicht wenige ältere Katalanen
haben auch heute noch Schwierigkeiten, korrekt
Katalanisch zu schreiben.
Nach Francos Tod erwachte das katalanische
Selbstbewusstsein langsam wieder. Zunächst wur-
den die frankistischen Straßenschilder abmon-
tiert und Straßen und Plätze umbenannt: Weg mit
Francos Namen, her mit alten katalanischen Na-
men, die aber noch auf Spanisch geschrieben
wurden. Dann setzte sich auch in der Schreibung
nach und nach das Katalanische durch, immer
mehr Straßen wurden erneut umbenannt, aus ei-
ner Avenida José Plat wurde eine Avinguda Josep
Pla (vorher war es die unvermeidliche Avenida Pri-
mo de Rivera).
Diese Tendenz war in vollem Gange, als ein
Großereignis seine Schatten vorauswarf: die
Olympischen Spiele 1992 in Barcelona. In wel-
038cb Foto: jf
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 85

Sprache 85

cher Sprache sollten die Schilder aufgestellt wer-


den? Nach langer Diskussion einigte man sich auf
zweisprachige: Katalanisch/Spanisch. Das half vie-

Reisetipps A–Z
len englischsprachigen Besuchern nicht weiter,
aber nur in den direkt mit den Olympioniken ver-
bundenen Hinweisen (Stadien und einige Sport-
arten) hatte man sich erbarmt und auch englische
Begriffe aufgenommen.

Heute Das alles ist Geschichte, heute dominiert eine


Sprache: Katalanisch. Sämtliche Hinweise, Stra-
ßenschilder und Öffnungszeiten sind heute auf
català, selten genug findet man noch eine ergän-
zende spanische Übersetzung, englische, franzö-
sische oder deutsche so gut wie nie.
Das geht so weit, dass sogar in etlichen Museen
die erklärenden Texte nur auf Katalanisch zu fin-
den sind, da müssen dann sogar Spanier raten.
Dabei soll es eine gesetzliche Bestimmung geben,
dass in allen öffentlichen Gebäuden zweisprachi-
ge Hinweise aushängen müssen. Das ist jedoch
graue Theorie; bei meinen diversen Reisen fand
ich genügend Museen, die dieser Bestimmung
nicht genügten. Im Alltag wird in Katalonien nur
català geredet und nichts anderes. Selbst Spanier
aus anderen Landesteilen müssen sich da anpas-
sen. Das führte schon dazu, dass Kinder in kleine-
ren Dörfern Schwierigkeiten haben, Spanisch zu
lernen. Im Grundschulbereich wird es deshalb
auch gezielt unterrichtet.
An der Küste sprechen darüber hinaus die Leu-
te, die viel mit Touristen zu tun haben (Kellner, An-
gestellte an Hotelrezeptionen und in Touristenäm-
tern, Taxifahrer) häufig Französisch, Englisch und
manchmal auch Deutsch.

Katalanisch war unter Franco verboten


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86 Sprache

Sprache Wer wenig oder gar kein Katalanisch oder Spa-


lernen nisch spricht, wird in den großen Urlaubsorten al-
so trotzdem klarkommen. Aber es macht doch
viel mehr Spaß, mal ein paar tapsige Schritte in
der Sprache des Gastlandes zu wagen, oder?
Im Anhang finden Sie eine Kleine Sprachhilfe,
eine Liste mit wichtigen Begriffen auf Spanisch
und Katalanisch, wie zum Beispiel das Wörtchen
tancat („geschlossen“) – falls man mal wieder zur
falschen Zeit in ein Museum wollte.
Eine weitergehende Hilfe zur Kommunikation
bieten folgende Bücher aus dem REISE KNOW-
HOW Verlag:
Katalanisch – Wort für Wort, Band 72 der Reihe Kau-
derwelsch. Für Sprachanfänger konzipiertes Büchlein, das
einen spielerischen, aber gleichwohl fundierten Einstieg in
diese Sprache vermittelt.
Spanisch – Wort für Wort, Band 16 der Reihe Kauder-
welsch. Bietet eine fundierte Einführung in die Grammatik
und gibt viele Kommunikationsbeispiele. Zu beiden Bänd-
chen ist eine begleitende Audio-CD erhältlich, der Aus-
spracheTrainer.
Spanisch Slang, Band 57 der Reihe Kauderwelsch. Vom
Autor dieses Buches, geeignet eher für Fortgeschrittene. Et-
wa 1000 Beispiele aus der Alltags- und Umgangssprache
werden anschaulich dargestellt und erklärt.
190cd Foto: sm
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Telefonieren 87

Telefonieren
In Spanien lauten alle Telefonnummern einheitlich

Reisetipps A–Z
neunstellig. Die ehemalige Vorwahl wurde vor ei-
nigen Jahren in die Nummer integriert, jetzt muss
sie immer mitgewählt werden, auch bei Ortsge-
sprächen. Eine spanische Telefonnummer, die mit
einer 6 beginnt, gehört zu einem Handy.

Vorwahlen Von Spanien ins Ausland:


Deutschland: 0049
Österreich: 0043
Schweiz: 0041

Nach der Landesvorwahl wird jeweils die lokale Vorwahl


ohne Null gewählt und dann die Anschlussnummer.

Nach Spanien: 0034 + neunstellige Anschlussnummer.

Telefon- Es gibt zahlreiche Anbieter. Telefónica (das ist sowas wie


auskunft die spanische Telekom) hat die Nummer 11818, die als
recht günstig gilt. Internationale Nummern kann man auch
über 11825 erfragen, hier kostet es aber mehr.

Telefónica Wer ein Ferngespräch führen oder gar ins Ausland


telefonieren möchte, sollte eine telefónica aufsu-
chen. Das sind kleine Telefonzentralen, die in al-
len touristisch wichtigen Orten zu finden sind, zu-
meist an zentralen Punkten wie Strandpromenade
oder Hauptplatz. In den Telefonzentralen gibt es
jeweils etwa zehn Kabinen. Eine Aufsicht weist
dem Kunden eine Kabine zu, wo er ohne Münzen
und Telefonkarten telefonieren kann. Bezahlt wird
hinterher. Noch ein Vorteil: Die telefónicas sind in
der Regel bis 22 Uhr geöffnet, nur mittags von et-
wa 14 bis 17 Uhr bleiben sie geschlossen.

Nach ein bisschen Sprachstudium klappt auch die Zeitungslektüre


076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 88

88 Telefonieren

Notfall-Telefonnummern
Notruf allgemein: 112
Notdienste, schwere Fälle: 061
Ärztliche Hilfe: 061
Rotes Kreuz: 915 222 222
Feuerwehr: 080
Polizei: Policía Municipal (städtische Polizei) 092
Policía Urbana de Tráfico (Verkehrspolizei) 092
Guardia Civil 091
GRUA (Infos über abgeschleppte Autos): 092
ADAC: Barcelona 935 082 828
München, 24-Std.-Hilfe, (0049) 89 222 222
Diplomatische Vertretungen:
Deutsches Generalkonsulat Barcelona 932 921 000
Konsulat Österreichs in Barcelona 933 686 003
Generalkonsulat der Schweiz in Barcelona 934 090 650
Geldkarten-Sperrung: 0049 116 116

Telefon- Einen Anruf kann man bei Benutzung einer Tele-


karten fonkarte (tarjeta telefónica) günstiger gestalten.
Die Karten gibt es u.a. in vielen Tabakläden, Kios-
ken und an Tankstellen. Und so funktioniert es:
Man erwirbt eine Karte für mindestens 10 ⁄. Jede
Karte trägt eine Geheimnummer, die man freirub-
beln muss. Man steckt die Telefonkarte in ein öf-
fentliches Kartentelefon, wählt die Nummer des
Anbieters, die auf der Karte steht, danach die Ge-
heimnummer und anschließend die Anschluss-
nummer. Ist das Guthaben verbraucht, muss eine
neue Karte erworben werden. Diese Karte kann
man auch bei der Telekom erwerben.

Handy Mit seinem Handy kann man auch von Spanien


aus nach Hause telefonieren, die meisten Mobil-
funkgesellschaften haben Roamingverträge mit
den spanischen Gesellschaften Amena (GSM
1800 MHz und 3G; www.amena.com), Movistar
(GSM 900/1800 MHz und 3G, www.movistar.
com) oder Vodafone (GSM 900/1800 MHz und
3G; www.vodafone.es). Wegen hoher Gebühren
sollte man bei seinem Anbieter nachfragen wel-
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 89

Telefonieren 89

cher der Roamingpartner günstig ist und diesen


per manueller Netzauswahl voreinstellen. Nicht
zu vergessen sind die passiven Kosten, wenn

Reisetipps A–Z
man von zu Hause angerufen wird (Mailbox ab-
stellen!). Der Anrufer zahlt nur die Gebühr ins hei-
mische Mobilnetz, die teure Rufweiterleitung ins
Ausland zahlt der Empfänger.
Wesentlich preiswerter ist es, sich von vornhe-
rein auf SMS zu beschränken, der Empfang ist da-
bei in der Regel kostenfrei. Tipp für Ungeübte:
Man lasse sich von allen wichtigen Personen eine
SMS schreiben, sodass man im Ausland nicht zu
wählen braucht, sondern nur auf „Antworten“
drücken muss.
Falls das Mobiltelefon SIM-lock-frei ist (keine
Sperrung anderer Provider vorhanden ist), kann
man sich auch eine wiederaufladbare Prepaid-
Karte (tarjeta a recargar) besorgen. Diese kann in
der Regel unproblematisch in den Läden von
Vodafone, Amena oder Movistar (u.a.) erworben
werden. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass
man nun eine neue, eine spanische Nummer hat.

Deutschland Wer völlig abgebrannt sein sollte, kann einen


direkt „Notruf“ nach Hause schicken, auf Kosten der An-
gerufenen. „Deutschland direkt“ nennt sich dieser
Service der Telekom. Im Prinzip handelt es sich
dabei um die Wiederbelebung des R-Gesprächs.
So funktioniert es: Die u.a. angegebene kosten-
lose Nummer anrufen. Nach dem Begrüßungstext
wird man aufgefordert, die Nummer des Teilneh-
mers zu wählen und anschließend den eigenen
Namen auf Band zu sprechen. Nun wird die Ver-
bindung aufgebaut. Wenn der gewünschte Ge-
sprächsteilnehmer sich einverstanden erklärt, die
Gebühren zu übernehmen, wird das Gespräch
vermittelt.
Die Telefonnummer der Zentrale in Deutschland lautet:
900 990 049, der Minutenpreis liegt bei 0,50 ⁄, die Ver-
mittlung kostet einmalig 3,99 ⁄. Infos gibt es auch im
Internet: www.telekom.de/r-gespraech.
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 90

90 Unterkunft

Unterkunft
Pauschalreise

Die Costa Daurada zählt zu den beliebtesten spa-


nischen Ferienzielen, und tatsächlich wird auch ei-
ne ganze Reihe von Hotels über große Reisever-
anstalter angeboten.

Ferienwohnungen

Es gibt Orte an der Costa Daurada, die ausschließ-


lich aus Ferienwohnungen bestehen. Diese Sied-
lungen werden Urbanización genannt (und dann
folgt irgendein Fantasiename). Eine Urbanización
ist nichts weiter als ein künstlich geschaffener Ort,
eine Ansammlung von Apartments oder Reihen-
häusern, die teilweise oder dauerhaft bewohnt
sind – z.B. von deutschen Rentnern, die seit Jahr
und Tag hier leben und sich irgendwann eine
Wohnung gekauft haben, oder von anderen Aus-
ländern, denen ein Hausteil gehört und die zwei-,
003cb Foto: jf
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 91

Unterkunft 91

dreimal pro Jahr kommen. Möglich auch, dass je-


mand sein Apartment über eine Agentur vermietet
und nur selten selbst hinfährt. Aber nicht nur Aus-

Reisetipps A–Z
länder zieht es in die Wärme, auch viele Spanier
haben eine Zweitwohnung an der Küste und ver-
mieten diese privat, sodass sie in keinem Verzeich-
nis auftaucht.
Bei der Anmietung einer Ferienwohnung erfolgt
die Anreise individuell, den Schlüssel erhält man
von der örtlichen Agentur, die auch für die Be-
treuung und die Abrechnung der Nebenkosten
zuständig ist.
Preisangaben zu machen ist praktisch unmög-
lich. Der Mietpreis richtet sich nach Größe, Lage,
Anbieter und Saison. Grundsätzlich können die
Preise in den Sommerferien leicht das Doppelte
der Nebensaison erreichen.
Interhome, Hoeschplatz 5, 52349 Düren, Tel. (02421)
1220, Fax (02421) 122 299, www.interhome.com, mit ei-
nem über 200 Seiten umfassenden Spanienkatalog.
Interchalet, Postfach 5420, 79021 Freiburg, Tel. (0761)
210 077, Fax 210 0154, www.interchalet.com, bietet einen
dicken Katalog mit breitem Spanienangebot.
Terraviva, Scheffelstr. 4 A, 76275 Ettlingen, Tel. (07243)
30 650, Fax (07243) 537 677, www.terraviva.com.

Camping

Campingurlaub spielt eine wichtige Rolle an der


Costa Daurada. Das Unterkunftsverzeichnis der
Provinz Tarragona listet insgesamt 58 Plätze auf,
von denen die allermeisten an der Küste liegen.
Diese Plätze decken das komplette Spektrum ab.
Es gibt einen Luxus-Platz (Cambrils Park in Cam-
brils), 17 Plätze der 1. Kategorie, 26 der 2. Katego-
rie und immerhin 14 Plätze erfüllen die Qualitäts-
norm der 3. Kategorie.
Allgemeine Infos zu den Campingplätzen: www.cam
pingstarragona.es, auch mit GPS-Angaben.

Camping
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 92

92 Unterkunft

Kategorien Spanische Campingplätze sind in vier Kategorien


eingeteilt: Die einfachste Ausführung erhält die
Einstufung 3. Kategorie, etwas bessere Plätze sind
in der 2. Kategorie oder gar in der 1. Kategorie
zu finden. Absolute Spitzenplätze tragen das Eti-
kett lujo, die Luxus-Kategorie. Die Einteilung er-
folgt nach klaren Kriterien. So muss ein Platz der
Luxus-Klasse immerhin Parzellen von 90 Quadrat-
meter anbieten, bei den Plätzen der 1. Kategorie
sind es Parzellen von wenigstens 70 Quadratme-
ter, und die Stellplätze der 3. Kategorie bringen es
auf 55 Quadratmeter. Weiterhin wird z.B. für die
Einstufung in die 1. Kategorie gefordert, dass für je
14 Parzellen eine Dusche von 1,30 Quadratmeter
zur Verfügung steht und dass mindestens die Hälf-
te der Duschen und Wasserhähne warmes Wasser
aufweist. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer
Gradmesser, nach denen die Bewertung erfolgt.

Preise Beim Preis muss man mit etwa 15 bis 35 Euro


rechnen, je nach Platz und Berechnungsmodalität
(also zzgl. oder inkl. Auto, Strom, Steuern usw.).
Berechnet werden zumeist die Parzelle und die
Anzahl der Personen. Für Familien, die mehrere
Zelte aufbauen, wird es so günstiger. Richtig billig
ist ein Campingurlaub aber auch nicht.

Dauer- Auf etlichen Plätzen haben spanische Stadtmen-


camper schen einen Dauerplatz gemietet und kommen
jedes Wochenende. Unter der Woche bleiben
diese Plätze eher leer, zumindest außerhalb der
Sommermonate. Im Juli und noch mehr im
August sieht es völlig anders aus. Nicht wenige
reisen dann aus Madrid oder anderen fernen Städ-
ten an und richten sich im wahrsten Sinne des
Wortes häuslich ein – ein Zelt mit Fernseher und
ein eigenes Kochzelt mit Kühlschrank zählen zum
Standard.

Wer es lebhaft mag, ist mit


solchen Strandhotels gut bedient
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 93

Unterkunft 93

Lärm Ruhe und Beschaulichkeit darf niemand erwarten,


auch keine Zimmerlautstärke. Die nächsten drei
Nachbarn können immer verfolgen, welches Fern-

Reisetipps A–Z
sehprogramm gerade läuft. Und wenn am Wo-
chenende dann noch das Jungvolk einfällt, die
letzten freien Parzellen belegt und die Autoradios
dröhnen lässt, ergibt das einen Klangsalat, der viel-
leicht nicht jedermanns Sache ist. Man muss es
aushalten können oder auf Camping verzichten.
Um Mitternacht werden die Geräte dann aber
doch ausgeschaltet.

Hotels
Jedes Touristenbüro hat eine Hotelliste für die
jeweilige Provinz. Diese Hefte sind zwar nicht im-
mer vollständig, bieten aber eine gute Übersicht,
obendrein werden auch Campingplätze und
Apartments genannt.
Der deutsche Reiseveranstalter Ibero Tours bie-
tet einen eigenen Spanien-Katalog an, in dem aus-
schließlich besondere Hotels gebucht werden
können (Adresse siehe Paradores).
191cd Foto: sm
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94 Unterkunft

Sterne- Hotels werden in fünf Kategorien eingeteilt. Ein


kategorien Stern bedeutet einfaches Hotel, während die fünf-
te Kategorie für ein Fünf-Sterne-Luxushotel steht.
Ausschlaggebend für die Beurteilung sind in erster
Linie die Lage und Einrichtung, weshalb manch
kritischer Reiseveranstalter in seinen Prospekten
eigene (niedrigere) Sterne vergibt.

Parador Ein Parador ist ein staatlich geführtes Hotel, das


entweder in einer landschaftlich reizvollen Umge-
bung oder in historischen Gemäuern zu finden ist.
Das erste Haus wurde 1928 in der Sierra de Gre-
dos eröffnet, heute existieren in ganz Spanien et-
wa 90, es werden immer noch neue Häuser eröff-
net. Da in jeder Provinz wenigstens ein Parador
eröffnet wurde, liegen sie maximal 150 Kilometer
auseinander. Viele Häuser wurden in alten Schlös-
sern oder Burgen untergebracht, so in Carmona
und Cardona, oder in malerischen alten Städtchen
wie in Santillana del Mar. Sogar im nationalen
Kunstschatz, der Alhambra in Granada, wurde ein
Parador eingerichtet. Der einsamste Parador liegt
auf Teneriffa in 3000 Meter Höhe, an der Seil-
bahnstation zum höchsten Berg Spaniens.
Im Bereich der Costa Daurada liegt ein Parador
in Tortosa in einer alten Burg, hoch über der Stadt
und dem Fluss Ebro.
Paradores, Reservation Center, c/Requena 3, E-28013
Madrid, Tel. 902 547 979, Fax 902 525 432, www.para
dor.es.
Ein zweisprachiges Verzeichnis bereit hält Ibero Tours
GmbH, Immermannstr. 23, 40212 Düsseldorf, Tel. (0211)
864 1520, Fax (0211) 864 1529, www.iberotours.de.

Hostal Die kleinere Version eines Hotels, zumeist etwas


familiärer gehalten. Eine Einteilung von ein bis
drei Sternen wird vorgenommen.

Hotel An einem Schild mit dem Kürzel „HR“ auf hell-


Residencia blauem Untergrund erkennbar; es sind Unterkünf-
te ohne Restaurant, also reine Garni-Betriebe, die
nur Frühstück bieten.
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 95

Unterkunft 95

Fonda Eine Fonda ist eine sehr kleine, familiäre Bleibe,


gekennzeichnet durch ein weißes „F“ auf hellblau-
em Untergrund. Oft handelt es sich um eine ein-

Reisetipps A–Z
fache Pension mit Gemeinschaftsbad, manchmal
vermietet auch eine Witwe ein oder zwei Zimmer
ihrer Wohnung. Tendenziell findet sich in den
Städten ein schlechterer Standard als auf dem
Land.

Casa de Ähnlich verhält es sich mit einer Casa de Huespe-


Huespedes des („CH“ auf hellem Untergrund). Bei diesem
„Gästehaus“ darf nicht viel mehr als ein günstiger
Preis erwartet werden. Fonda und Casa de Hues-
pedes verschwinden nach und nach. Beide Begrif-
fe werden seit etlichen Jahren von der internatio-
nalen Bezeichnung Pension abgelöst.

Albergues Jugendherbergen sind auch an der Costa Daurada


zu finden, z.B. in Barcelona, Girona und Tarrago-
na. Buchen kann man direkt über die Websites
www.reaj.com oder www.hihostels.com. Hat
man einen internationalen Jugendherbergsaus-
weis aus dem Heimatland, schläft man auch bei
den spanischen Jugendherbergen zum günstige-
ren Tarif, sonst muss man eine Tagesmitgliedschaft
erwerben. Die Jahresmitgliedschaft bei den Ju-
gendherbergsverbänden daheim kostet 12–20 ⁄
in Deutschland (www.jugendherberge.de), 10–
20 ⁄ in Österreich (www.oejhv.or.at) und 22–55
sFr. in der Schweiz (www.youthostel.ch). Tipp:
Kann man auch als Familie beantragen.
Weitere HA = Hotel apartamentos: ein Aparthotel, also ein Haus,
Kategorien das Apartments vermietet, auch für längere Zeiträume,
aber nicht für die Ewigkeit.
RA = Residencia apartamentos: Ein Aparthotel ohne
Restaurant.
M = Motel: Wie international üblich.

Preise Die Preise müssen an der Rezeption sowie in den


Zimmern aushängen, eine Gesetzesvorschrift. Sie
gelten grundsätzlich für ein Doppelzimmer. Ein-
zelzimmer sind selten und kosten meist 60–70 %
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 96

96 Unterkunft

des Doppelzimmers. Nur in seltenen Fällen ist die


Preisliste gezielt unterteilt. Natürlich schwanken
die Preise je nach Saison, und bei der Festlegung
der Saisonzeiten entwickeln die Hoteliers ein
gehöriges Maß an Kreativität. Nichts ist klar, alles
möglich. Der eine bietet einen einzigen Preis vom
1.1. bis 31.12., der nächste führt alle möglichen
Gründe ins Feld, die Tarife schwanken zu lassen,
etwa: „N“ (navidad), also Weihnachten, aber wann
beginnt „Weihnachten“? SS (semana santa), das
wäre Ostern und, besonders schick, FL (fiestas lo-
cales), also örtliche Festivitäten.
Die Hotelpreise in diesem Buch sind in Kate-
gorien angegeben, die über den Preisrahmen für
ein Doppelzimmer in der Hauptsaison informie-
ren. Es sind nicht die offiziellen Sternekategorien.

⁄ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . bis 40 ⁄
⁄⁄ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41–70 ⁄
⁄⁄⁄ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71–100 ⁄
⁄⁄⁄⁄ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . über 100 ⁄

Das Geheimnis der Adressen


Pl., Plz. oder Pza. = Plaza bzw. katalanisch Plaça
(„Platz“)
c/ = Calle bzw. katalanisch Carrer („Straße“)
P° = Paseo bzw. katalanisch Passeig („Promenade“)
Av., Avda. = Avenida bzw. katalanisch Avinguda
(„Allee, Chaussee“)
Ctra. = Carretera („Fernstraße“)
s/n = sin número („ohne Hausnummer“), wird
gewählt, wenn es sich um ein markantes Gebäude
handelt.
Bei Wohnungen gibt es so gut wie nie Namens-
schildchen, stattdessen wird auf das Stockwerk und
die Lage im Flur (links, rechts, zentral) hingewiesen.
i oder iz. bzw. izqu. = izquierda („links“)
c = centro („Mitte“)
d oder derr. = derrecha („rechts“)
Als ich noch in Madrid wohnte, lautete meine Adres-
se: „C/ Ave María 50, 1° i“, das bedeutet „Calle Ave
María, Hausnummer 50, erster Stock links“, alles klar?
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 97

Versicherungen 97

Nur bei absoluten Ausreißern ist der tatsächliche


Preis angegeben, damit niemand eine Überra-
schung erlebt. In den Sommermonaten liegen

Reisetipps A–Z
auch die Hotelpreise am oberen Limit, sie können
jedoch sehr schnell fallen, schon im Juni bzw.
September (Betonung liegt auf „können“).
Wer nach einem Doppelzimmer fragt, sollte
übrigens bedenken, dass cama matrimonial „Ehe-
bett“ heißt, zumeist ist damit ein etwas kleineres
französisches gemeint. Ansonsten stehen zwei
Betten hübsch getrennt im Raum.

Beschwer- Hojas de reclamación („Beschwerdeblätter“) müs-


deblätter sen überall vorrätig liegen. Wer einen Mangel an-
zeigen will, füllt das Formular aus. Die rosa Kopie
erhält der Wirt, das weiße Original geht nach
Madrid an die Touristikbehörde (Adresse steht
drauf) und der grüne Teil verbleibt beim Gast.

Versicherungen
Die wichtigste Versicherung dürfte eine Aus-
landskrankenversicherung sein (siehe Kapitel
„Gesundheit“).
Egal, für welche Versicherungen man sich ent-
scheidet, hier ein Tipp: Für alle abgeschlossenen
Versicherungen sollte man die Notfallnummern
notieren und mit der Policenummer gut aufhe-
ben! Bei Eintreten eines Notfalles sollte die Versi-
cherungsgesellschaft sofort telefonisch verstän-
digt werden!
Der Abschluss einer Jahresversicherung ist in
der Regel kostengünstiger als mehrere Einzelver-
sicherungen. Günstiger ist auch die Versicherung
als Familie statt als Einzelpersonen. Hier sollte man
nur die Definition von „Familie“ genau prüfen.
Bei der Reise mit dem eigenen Auto ist der Eu-
ropaschutzbrief eines Automobilclubs eine Über-
legung wert. Wird man erst in einer Notsituation
z.B. in der Schweiz Mitglied, gilt die Mitgliedschaft
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 98

98 Zollbestimmungen

nur für dieses Land und man ist in der Regel ver-
pflichtet, fast den Jahresbeitrag zu zahlen, obwohl
die Mitgliedschaft nur für einen Monat gültig ist.
Autofahrer benötigen außerdem immer noch die
Grüne Versicherungskarte. Sollte es zu einem
Unfall kommen, wird die Polizei danach fragen.
Die Reiserücktrittsversicherung lohnt sich in
der Regel nur für teure Reisen und für den Fall,
dass man vor der Abreise einen schweren Unfall
hat, schwer erkrankt, schwanger wird, gekündigt
wird, die Wohnung abgebrannt ist u.Ä.
Auch die Reisegepäckversicherung lohnt sich
seltener, da z.B. bei Flugreisen verlorenes Gepäck
oft nur nach Kilopreis und auch sonst nur der Zeit-
wert nach Vorlage der Rechnung ersetzt wird. Die
Liste der Ausschlussgründe ist endlos ...
Hat man eine Unfallversicherung, sollte man
prüfen, ob diese im Falle plötzlicher Arbeitsun-
fähigkeit aufgrund eines Unfalls im Urlaub zahlt.
Auch durch manche Kreditkarten oder eine Au-
tomobilclubmitgliedschaft ist man für bestimmte
Fälle schon versichert.

Zollbestimmungen
In allen EU- und EFTA-Mitgliedstaaten gelten wei-
terhin nationale Ein-, Aus- oder Durchfuhrbe-
schränkungen, z.B. für Tiere, Pflanzen, Waffen,
starke Medikamente, Drogen und auch für Canna-
bisbesitz und -handel.
Zollfrei einführen darf man persönliches Reise-
gut, Proviant sowie alkoholfreie Getränke. Für die
steuerfreie Mitnahme von Alkohol, Tabak, Kaffee
u.a. bestehen jedoch Grenzen. Bei Überschreiten
der Freigrenzen muss nachgewiesen werden, dass
keine gewerbliche Verwendung beabsichtigt ist.
076-099d.qxd 19.05.2010 11:52 Seite 99

Zollbestimmungen 99

Frei- Alkohol (für Personen über 17 Jahre): 90 l Wein (davon


mengen max. 60 l Schaumwein) oder 110 l Bier oder 10 l Spirituo-
sen über 22 Vol-%. oder 20 l unter 22 Vol-% oder eine an-
innerhalb

Reisetipps A–Z
teilige Zusammenstellung dieser Waren.
der EU Tabakwaren (für Personen über 17 Jahre): 800 Zigaret-
ten oder 400 Zigarillos oder 200 Zigarren oder 1 kg Tabak
oder eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren.
Anderes: 10 kg Kaffee und 20 l Kraftstoff im Kanister.

Frei- Alkohol (für Personen ab 17 Jahren): 1 l Spirituosen (über


mengen für 22 Vol-%) oder 2 l Spirituosen (unter 22 Vol-%) oder eine
anteilige Zusammenstellung dieser Waren, und 4 l nicht-
Schweizer schäumende Weine, und 16 l Bier.
Tabakwaren (für Personen ab 17 Jahren): 200 Zigaretten
oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak
oder eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren.
Andere Waren: 10 l Kraftstoff im Benzinkanister; für See-
und Flugreisende Waren bis zu einem Wert von insgesamt
430 ⁄, über Land Reisende 300 ⁄, für alle Reisenden unter
15 Jahren 175 ⁄.

Bei der Rückkehr in die Schweiz gelten diese Freimengen:


Alkohol (für Personen ab 17 Jahren): 2 l bis 15 Vol-% und
1 l über 15 Vol-%
Tabakwaren (für Personen ab 17 Jahren): 200 Zigaretten
oder 50 Zigarren oder 250 g Schnitttabak oder eine antei-
lige Zusammenstellung dieser Waren, und 200 Stück Ziga-
rettenpapier
Anderes: neu angeschaffte Waren für den Privatge-
brauch bis zu einem Gesamtwert von 300 sFr. Bei Nah-
rungsmitteln gibt es innerhalb dieser Wertfreigrenze auch
Mengenbeschränkungen.

Infor- Deutschland: www.zoll.de oder beim Zoll-Infocenter,


mation Tel. 069 46 997 600.
Österreich: www.bmf.gv.at oder beim Zollamt Villach,
Tel. 04242 33 233.
Schweiz: www.ezv.admin.ch oder bei der Zollkreisdirek-
tion in Basel, Tel. 061 287 1111.

Hund und Katze

Für die EU-Länder gilt, dass man eine Tollwutimp-


fung und einen EU-Heimtierausweis (Pet Pass-
port) für Hund oder Katze haben muss. Dieser gilt
in allen EU-Staaten und in der Schweiz und kostet
ca. 15–25 ⁄. Darüber hinaus muss das Tier mit ei-
nem Mikrochip oder übergangsweise bis 2012 mit
einer lesbaren Tätowierung gekennzeichnet sein.
100-109d.qxd 19.05.2010 11:54 Seite 100

100 Land und Leute

156cd Foto: sm
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Land und Leute 101

Land und Leute


100-109d.qxd 19.05.2010 11:54 Seite 102

102 Geografie

Geografie
Der nördliche Teil der Costa Daurada zeigt sich
relativ flach und dicht besiedelt. Rund um Tarrago-
na entstanden ein dichtes Verkehrsnetz und viel
Industrie.
Das Bild ändert sich erst wieder südlich von
Tarragona. Zwischen der Hauptstadt der Costa
Daurada und dem Ebro-Delta nähern sich einige
Gebirgszüge der Küste, ohne diese jedoch zu er-
reichen. Dadurch wird die Besiedlung im Hinter-
land dünner und die Zahl der Ortschaften an der
Küste nimmt ab. So steigt im Hinterland von
L’Hospitalet die Serra de Esteve auf 737 Meter an.
Noch weiter südlich, in der Nähe von Tortosa, hat
die Serra del Boix Erhebungen von 938 Metern.
Und noch weiter südwestlich erreicht der höchste
Punkt im Gebirgszug Ports de Beseit immerhin
1447 Meter (Mont Caro). Der Küstenbereich ist
aber auch hier flach. Er weist überwiegend schö-
ne, langgestreckte Sandstrände auf, von denen
aus man in der Ferne die Erhebungen mehr ahnt
als sieht.
An Flüssen muss in erster Linie der Ebro ge-
nannt werden. Der zweitlängste Fluss Spaniens er-
gießt sich nach einer knapp 900 Kilometer langen
Reise durchs Land im breiten Ebro-Delta majestä-
tisch ins Meer. Weitere große Flüsse sind der Riu
Francoli, der in Tarragona ins Meer mündet, und
der Riu Gaià, der bei Altafulla das Mittelmeer er-
reicht.

Seite 100/101: Sardana-Tänzer vor der Kathedrale in Barcelona

Im Sommer wird es sehr heiß


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Klima 103

Klima
Im Juli und August senkt sich eine Hitzeglocke
über ganz Spanien, in der übrigen Zeit ist das Kli-
ma relativ milde. Die Durchschnittstemperatu-
ren liegen im Winter zwischen 7 und 10 °C und

Land und Leute


im Sommer zwischen 16 und 20 °C.
013cd Foto: sm
100-109d.qxd 19.05.2010 11:54 Seite 104

104 Klima

Im Winter dominiert ein nordwestlicher Wind,


im Sommer ein südwestlicher. Das Klima wird
weitgehend vom Wind bestimmt, jede denkbare
Windrichtung trägt einen eigenen Namen. Tra-
muntana trae lluvia („Nordwind bringt Regen“)
heißt dann eine dieser unumstößlichen Bauern-
weisheiten mit – beinahe – Gesetzeskraft.
Relativ häufig regnet es im Herbst und im Früh-
jahr, allerdings gibt es auch sehr vereinzelt mal
heftige Sommerschauer. Gemessen wurden an
der Costa Daurada zwischen 375 und 700 mm
Niederschlag im Jahr (zum Vergleich Hamburg:
776 mm).
Und das Beste zum Schluss: Die durchschnitt-
liche Sonnenscheindauer pro Jahr beträgt stolze
2430 Stunden (auch hier wieder der Vergleich zu
Hamburg: 1533 Stunden).
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Die Katalanen 105

Mittlere tägliche Maximum- und Minimumtemperaturen in °C


Regentage Sonnenstunden
30 300

25 250

Land und Leute


20 200

15 150

10 100

5 50
JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ

Die Katalanen
Katalanen sind stolze Menschen – und eigensinni-
ge. Blicken sie doch auf eine tausendjährige Ge-
schichte zurück, die älter ist als die spanische, wie
mancher Katalane nicht ohne stolzen Unterton
bemerkt. Im Laufe der Geschichte versuchten die
Katalanen dreimal, sich von Madrid zu lösen, und
dreimal unterlagen sie. Unter Franco litten sie be-
sonders, denn Unterricht, Zeitungen und Bücher
auf català waren verboten. Nicht einmal Visiten-
karten durften auf Katalanisch gedruckt sein.
In der Zeit nach Francos Tod wurden in Spanien
17 Autonome Gemeinschaften mit eigenem Parla-
ment und eigener Regierung benannt. Katalonien
erhielt neben Galicien und dem Baskenland einen
Sonderstatus, der die Zweisprachigkeit ausdrück-
lich vorsieht. Der spanische Staat gewährt der Re-
gion Katalonien weitreichende Selbstverwal-

Achtung: Sonnenbrandgefahr!
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106 En català, si us plau!

En català, si us plau!
Manchmal sind Winzigkeiten entscheidend, können klei-
ne Dinge hochbrisante Problemdebatten auslösen. Bei-
spielsweise die Frage, wie Spaniens zweitbester Fußball-
verein korrekt heißt: C.F. oder F.C. Barcelona. Egal? Eine
Petitesse? Nicht weiter wichtig? Von wegen! Ein Glau-
benskrieg hat sich an dieser Frage schon entzündet, aus-
gelöst von radikalen Katalanen.
Gehen wir den Dingen auf den Grund. Was steckt
zunächst hinter den Kürzeln? C.F. bedeutet Club de Fút-
bol und F.C. Fútbol Club. Das sei doch egal, sagen Sie?
Abermals: von wegen! Der Grund: Die erste Variante ist
Spanisch, die zweite Katalanisch. Ah sooo – ja und?
Natürlich heißt der Club seit Gründung stolz katala-
nisch F.C. Barcelona. Aber dann kam 1936 Franco an die
Macht. Ihm waren die eigensinnigen Katalanen schlicht-
weg suspekt und deshalb verbot er kurzerhand die kata-
lanische Sprache. Und das bezog sich auf alles. Natür-
lich wurden alle Straßennamen geändert, die katalani-
schen abgeschafft und durch frankistische ersetzt, wie
die unvermeintliche Avenida del Generalísimo. Das ge-
schah auch bei Fußballvereinen, und so wurde aus F.C.
eben C.F.
Diktator Franco hielt sich 40 Jahre an der Macht. Im
allgemeinen Sprachgebrauch überdauerte die Umbe-
nennung von F.C. in C.F. auch des Diktators Ableben.
Natürlich nicht in Katalonien, dort wischte man das C.F.
ruckzuck wieder weg. Aber in Rest-Spanien dauerte es
schon ein Weilchen, und im Ausland wird gelegentlich
noch heute die alte Form gebraucht. Sicherlich aus Un-
wissenheit, aber immerhin. Das mögen die Katalanen
natürlich überhaupt nicht. Systematisch haben sie über
die Jahre erst alles Frankistische aus dem öffentlichen Le-
ben getilgt, dann sogar alles Spanische. Heute dominiert
nur eine Sprache: català. 1976 kam die erste Zeitung
(„Aviu“) auf den Markt, viele weitere sollten folgen. Es
gibt sogar eine, die erscheint jeden Tag in einer iden-
tischen Doppelausgabe. Eine auf español, die andere auf

„El Periódico“ erscheint in zwei


Sprachen: Katalanisch (links) und Spanisch
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En català, si us plau! 107

català. Damit das auch optisch auffällt, trägt die spani-


sche ein rotes Schmuckband, die katalanische Ausgabe
ein blaues.
Am 31.12. 1997 setzte man dieser Entwicklung dann
die Krone auf, als in Katalonien ein Sprachengesetz ver-
abschiedet wurde. Nichts Geringeres als die Dominanz

Land und Leute


der katalanischen Sprache wurde darin festgelegt. Das
regionale Fernsehen und die privaten Radiosender müs-
sen nun 50 % ihrer Programme auf Katalanisch senden,
ebenso 25 % aller Musiktitel, ähnliche Vorgaben gelten
für Kinos. Angestellter bei einer Behörde kann man nur
noch mit Katalanisch-Kenntnissen werden, denn jeder
Bürger hat nun das Recht, auf català sein Anliegen vor-
zutragen. Das gilt sogar vor Gericht, ein Verbrecher
muss auf Wunsch auf Katalanisch verurteilt werden.
Das alles scheint aus „rest-spanischer“ Sicht weit über
das Ziel hinauszuschießen. Immerhin leben viele hun-
derttausend Zuwanderer aus anderen spanischen Regio-
nen in Katalonien. Für sie heißt es nun, eine neue Spra-
che zu lernen, ob sie wollen oder nicht. Da grummeln
nicht wenige, dass es ja nun wie unter Franco sei, nur
umgekehrt. Was natürlich völliger Unsinn ist. Aber, so
bestätigen auch langjährige ausländische Residenten,
ohne katalanische Sprachkenntnisse kann man heute nur
begrenzt am öffentlichen und beruflichen Leben teilneh-
men. Was ja auch eine Form von Ausgrenzung sein
kann. Wer heute als kleines Kind in, beispielsweise, ei-
nem Pyrenäendorf aufwächst, kommt manchmal relativ
spät erst in Kontakt mit der spanischen Sprache, und das
ist ja nun auch nicht gerade ein erstrebenswerter Zu-
stand.
157cd Foto: sm
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108 Die Katalanen

016cd Foto: sm

tungsrechte – selbst bei der Polizei existiert ne-


ben der staatlichen Policía nacional und der Lokal-
polizei eine katalanische Institution, die Mossos
d’esquadra. Einigen radikalen Katalanen geht die-
se Selbstbestimmung jedoch nicht weit genug, sie
wünschen sich noch mehr Autonomie bis hin zur
Unabhängigkeit. Allerdings bezeichnen sich laut
Umfragen nur 45 % der Bevölkerung als Kata-
lanen, etwa 40 % sehen sich als Katalanen und
Spanier, der Rest betrachtet sich als „Spanier“.
Den Katalanen wird ein hoher Gemeinschafts-
sinn nachgesagt, der wahrscheinlich in der wech-
selvollen Historie begründet ist. Dies drückt sich

Katalanen gelten als stolz und eigensinnig


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Die Katalanen 109

auch in kulturellen Bräuchen aus, in der Sardana


(einem Gruppentanz) und vor allem den Men-
schentürmen, den castellers. Der Einzelne ist wich-
tig für das Gesamte, wenn alle mitmachen, funk-
tioniert der Tanz. Schwankt ein Teil des Men-
schenturms, bricht er ein, reißt alle mit in die Tiefe.
Die Katalanen gelten als geschäftstüchtig. Das

Land und Leute


erkannte auch schon ein Anfang des 20. Jahrhun-
derts lebender Reisebuchautor. In einem Spanien-
lexikon aus dem Jahr 1905 findet sich folgender
Eintrag: „Der Katalane ist nüchtern, berechnend,
schlau, scharfsinnig, gelehrig, spekulativ, mit
großem Unternehmungsgeist begabt.“ Schon im
19. Jahrhundert bauten die Katalanen erste Fabri-
ken, seit Mitte des 20. Jahrhunderts profitieren sie
vom Tourismus. Seit Jahrzehnten nehmen sie
stoisch hin, dass sich halb Europa im Sommer an
ihren Stränden „breit macht“. Schlau wie sie sind,
ziehen sie ihren Vorteil, ohne die Urlauber abzu-
schrecken. Abkassieren, aber nicht abzocken, der
Kunde soll ja wiederkommen. Undenkbar, dass et-
wa eine Kurtaxe eingeführt werden könnte.
Katalanen grenzen sich gern von Madrid ab.
Dies drückt sich schon im Sprachgebrauch aus,
sprechen nicht wenige Katalanen doch tatsächlich
von Espanya, wenn sie die Madrider Regierung
meinen. Als ob es sich um ein fremdes Land in
weiter Ferne handelte. Madrid ist fern und wird
misstrauisch beäugt, lieber bleiben die Katalanen
unter sich. Schon durch die Sprache grenzen sie
sich ab, und das wird auch offensiv demonstriert.
Jedes Straßenschild drückt es aus: Du bist in Cata-
lunya, nicht mehr in España. Das wird in vielen De-
tails sichtbar. Zum Beispiel wird in ganz Spanien,
ja in der gesamten spanischsprachigen Welt, der
12. Oktober als einer der wichtigsten Feiertage
begangen (Entdeckung Amerikas durch Kolum-
bus), nur in Katalonien gibt es einen wichtigeren
Tag, La Diada, den katalanischen Nationalfeiertag
am 11. September.
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110 Staat und Gesellschaft

158cd Foto: sm
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Staat und Gesellschaft 111

Staat und
Gesellschaft
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112 Administrative Gliederung

Administrative Gliederung
Region und Die Autonome Gemeinschaft Katalonien (spa-
Provinzen nisch: Cataluña, katalanisch: Catalunya) hat eine
Gesamtfläche von 32.114 Quadratkilometern, das
entspricht etwa 6,3 % des spanischen Territo-
riums. Katalonien ist damit die sechstgrößte der
17 Comunidades Autónomas („Autonomen Ge-
meinschaften“, in etwa mit den deutschen Bun-
desländern vergleichbar). Insgesamt 7,35 Mio.
Menschen (darunter etwa 800.000 Ausländer) le-
ben in Katalonien, das sind gut 16 % der spani-
schen Gesamtbevölkerung. Nur im beinahe drei-
mal so großen Andalusien leben noch etwas mehr
Menschen (8,04 Mio.). Das zeigt deutlich die wirt-
schaftliche Anziehungskraft Kataloniens. Tatsäch-
lich erwirtschaften die Katalanen knapp 20 % des
spanischen Bruttoinlandsproduktes.
Zur Autonomen Gemeinschaft Katalonien zäh-
len die Provinzen Barcelona, Girona, Lleida (spa-
nisch: Lérida) und Tarragona.
„Costa Daurada“ ist ein erfundener Begriff, der
im allgemeinen Verständnis heute die Küstenlinie
der im südlichen Katalonien gelegenen Provinz
Tarragona beschreibt.

Comarcas Die Provinz Tarragona wiederum ist administrativ


der Provinz in zehn comarcas (Landkreise) unterteilt, fünf da-
Tarragona von liegen im Landesinneren, die anderen fünf
gliedern die Küste. Die comarcas der Küste in
Nord-Süd-Richtung: Baix Penedès, Tarragonès,
Baix Camp, Baix Ebre, Montsià.
El Baix Penedès misst 264 Quadratkilometer
und deckt gerade mal einen 12 Kilometer langen
Streifen an der Küste ab. Neben der Hauptstadt El
Vendrell zählen noch die ehemaligen Fischerdör-

S. 110/111: Die Katalanen fühlen sich als eigene Nation


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Administrative Gliederung 113

fer Cunit und Calafell zu den touristisch wichtige-


ren Städten.
El Tarragonès hat eine Größe von 345 Quadrat-
kilometern, mit der Hauptstadt Tarragona im Zen-
trum. Hier hat sich viel Industrie, vor allem petro-
chemische Industrie, angesiedelt. Außerdem fin-
den sich etliche stark touristisch frequentierte
Zentren wie Salou, Creixell und La Pineda.
El Baix Camp hat eine Fläche von 675 Quadrat-
kilometern, die Hauptstadt Reus liegt etwas im
Hinterland. Dort befindet sich auch der Flugplatz,

Staat und Gesellschaft


über den all die Urlauber einfliegen, um dann ihre
Tage in Cambrils, L’Hospitalet oder Miami Platja
zu verbringen. Neben dem touristischen Sektor
konzentrieren sich Dienstleistung und Industrie
rund um die Hauptstadt.
El Baix Ebre ist mit 1036 Quadratkilometern die
größte comarca der Provinz Tarragona. Die Haupt-
stadt Tortosa liegt etwas im Hinterland am Fluss
Ebro, der der comarca den Namen gegeben hat.
Die Grenze der comarca verläuft weitgehend ent-
lang des Riu Ebro, mitten durch das landschaftlich
faszinierende Ebro-Delta. Dort liegt auch die Reis-
kammer Kataloniens, fast die gesamte Landwirt-
schaft des Deltas ist auf Reisanbau konzentriert.
Neben Reis werden auch noch Olivenöl und im
bescheideneren Umfang Gemüse produziert.
Fischfang spielt mittlerweile nur noch eine unter-
geordnete Rolle.
El Montsià mit der Hauptstadt Amposta hat ei-
ne Fläche von 660 Quadratkilometern. Es ist die
südlichste comarca, die die untere Hälfte des
Ebro-Deltas abdeckt. Neben dem brettflachen
Delta zeigt sich das Hinterland sehr gebirgig mit
Erhebungen von knapp über 1300 Metern. Die
Landwirtschaft spielt eine dominierende Rolle, ne-
ben Reis- und Gemüseanbau wird auch noch
Fischfang in nennenswertem Stil betrieben (gro-
ßer Hafen in Sant Carles de la Ràpita). Außerdem
hat sich eine bescheidene Möbelindustrie ent-
wickelt.
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114 Symbole Kataloniens

Symbole Kataloniens
Flagge Artikel 4 des L’Estatut Interior de Catalunya (des
Regionalen Katalanischen Statuts) sagt es klar und
deutlich: La bandera de Catalunya és la tradicional
de quatre barres vermelles en fons groc. („Die Fah-
ne von Katalonien ist die traditionelle mit vier ro-
ten Streifen auf gelbem Hintergrund.“) Sie war
während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1975
verboten, genauso wie zur Zeit der Diktatur von
Primo de Rivera (1923–1930).

Hymne Die katalanische Hymne „Els Segadors“ stammt


aus dem 17. Jh. In ihr werden die Heldentaten der
Katalanen unter ihrem Kommandanten Pau Claris
gegen den spanischen König Felipe IV. besungen.

Regionaler Am 11. September 1714 verlor Katalonien seine


Feiertag Selbstständigkeit mit der Einnahme von Barcelona
durch den spanischen König Felipe V. In späteren
Zeiten versuchten die Katalanen immer wieder,
dieses Tages zu gedenken, es wurde aber von den
jeweils in Madrid Herrschenden jedes Mal verbo-
192cd Foto: sm
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Geschichte 115

ten. 1901 zum Beispiel wurden etwa 30 Jugend-


liche festgenommen, die den 11. September gefei-
ert hatten. Nach diesem doppelt tragischen Ereig-
nis breitete sich der Wunsch, des 11. September
zu gedenken, in Katalonien immer stärker aus. Un-
ter Primo de Rivera und Franco waren die Feierlich-
keiten verboten. Im Jahr 1980 jedoch wurde der
11. September (L’Onze de Setembre) per Gesetz in
Katalonien zum Feiertag erhoben und ist seitdem
eine Art Nationalfeiertag.

Staat und Gesellschaft


Geschichte
Zeit vor Aus dem 7. Jh. v. Chr. gibt es erste Zeugnisse einer
Christus Besiedlung durch die Iberer.
Im 6. Jh. v. Chr. erreichen die Griechen die kata-
lanische Küste und errichten Siedlungen (z.B.
Empúries, an der Costa Brava gelegen).
Im 2. Jh. v. Chr. beginnt die römische Erobe-
rung. Die lateinische Sprache, auf der sowohl Spa-
nisch als auch Katalanisch basieren, verbreitet
sich. Das Zentrum der römischen Provinz wird
Tarraco (Tarragona).

4.–8. Jh. Mitte des 4. Jh. n. Chr. gelangen die Westgoten


nach Katalonien und lösen die römische Herr-
schaft ab. Aus dieser Zeit stammt der Name Goto-
lania, möglicherweise entstand daraus später der
Name Katalonien.
Im 7. Jh. erobern die Araber fast die gesamte
iberische Halbinsel und gelangen auch nach

Die katalanische Flagge


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116 Geschichte

Nordost-Spanien. Während sie sich in Südspanien


noch bis 1492 halten können, werden sie aus
Katalonien schon nach wenigen Jahrzehnten
vertrieben.
Im 8. Jh. beginnt eine Epoche der Konsolidie-
rung und Zusammenlegung der einzelnen Graf-
schaften in Katalonien.

9.–10. Jh. Im 9. Jh. verlegt Fürst Guifré el Pelós („Winfried


der Behaarte“) seinen Sitz nach Barcelona und
regiert von dort die gesamte Zone bis zu den
Pyrenäen.
985 kehren die Mauren noch einmal zurück
nach Barcelona, werden aber nach drei Jahren er-
neut vertrieben. Der siegreiche Herrscher Borell II.
proklamiert die Unabhängigkeit der Grafschaft,
seitdem gilt das Jahr 988 als Gründungsjahr von
Katalonien.

12.–13. Jh. Im Jahr 1137 heiratet der Graf von Barcelona,


Ramón Berenguer IV., die Erbin des Königreichs
Aragón. Beide Reiche werden vereint unter dem
Namen Reino de Cataluña-Aragón („Königreich
von Katalonien-Aragón“), Barcelona wird der Re-
gierungssitz. Eine neue Macht entsteht, die sich
bis zu den Balearischen Inseln, Valencia und Süd-
italien ausdehnt.
Im Jahr 1214 versammeln sich Fürsten und Wür-
denträger auf Einladung von Kardinal Pietro de Be-
nevento im Castell de la Suda in Lleida (Lérida).
Grund: König Pedro I. war verstorben und sein
Sohn Jaime I. noch minderjährig. Die Versamm-
lung will dem jungen König beratend und steu-
ernd zur Seite stehen. Einige Historiker sehen in
diesem Treffen die Gründung der späteren Stän-
deversammlung Corts Catalans.

Nachbauten der Karavellen von Kolumbus


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Geschichte 117

1283 hat sich diese Ständeversammlung schon


institutionalisiert. König Pedro II. (herrscht 1276–
1285) verpflichtet sich, die Corts einmal jährlich
einzuberufen. Die Versammlung berät den König,
übernimmt aber auch legislative Aufgaben, eine
für damalige Zeiten völlig neue Form der Regie-
rung. Ähnlich tritt der Stadtrat von Barcelona, der
Consell de Cent, zusammen. 1289 erhalten die
Corts Catalans schließlich einen festen Status.
Katalonien weitet seinen Handel übers Meer
aus und gelangt zu einem gewissen Wohlstand.

Staat und Gesellschaft


15. Jh. Im Jahr 1410 stirbt der katalanische König Martín I.
ohne legitimen Nachfolger. Zwei Jahre später wird
die katalanische Krone der kastilischen Herrscher-
dynastie der Trastámara anvertraut, daraufhin be-
steigt mit Fernando I. ein Nicht-Katalane den
Thron. Da der neue König 1413 die Sonderrechte
der Corts Catalans akzeptiert, behält die Stände-
vertretung ihren Einfluss. So bleibt die Situation in
den nächsten Jahrzehnten bestehen.
1469 kommt es zu einer für Katalonien folgen-
schweren Heirat. Königin Isabella von Kastilien
022cl Foto: jf
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118 Geschichte

ehelicht König Fernando de Aragón. Diese Hoch-


zeit führt die beiden größten Königreiche, Kasti-
lien und Aragón, zusammen; für viele gilt dies als
Geburtsstunde Spaniens. Da Katalonien bis da-
hin zum Herrschaftsgebiet Aragón gehörte, fällt es
nun auch unter die Zentralregierung. Der neue
König sorgt sofort für die Einrichtung bestimmter
kastilischer Organe (u.a. die Inquisition) und vor
allem für die Stationierung von Militär.
Fernando und Isabel, die den Beinamen „Katho-
lische Könige“ führen, haben sich die christliche
Wiedereroberung auf die Fahnen geschrieben.
Sie sehen es als ihre heilige Pflicht an, die Mauren
zurück nach Afrika zu vertreiben, was ihnen 1492
auch gelingt. Im gleichen Jahr 1492 entdeckt Ko-
lumbus Amerika, und alle Aktivitäten richten sich
schlagartig nach Westen zur neuen Welt aus. Das
ist fatal für das an der spanischen Ostküste gele-
gene Katalonien, die Seefahrernation wird vom
neuen Überseehandel ausgeschlossen.

16.–17. Jh. Die Nachfolger der Katholischen Könige setzen


die Politik der Dominanz Madrids gegenüber
Katalonien fort. Zeitweise wird sogar ein Vize-
könig nach Katalonien geschickt, um dort die In-
teressen der spanischen Krone durchzusetzen –
die Einsetzung eines Vizekönigs ist sonst nur in
den amerikanischen Überseeprovinzen üblich.
Unter den spanischen Königen Felipe III. (1598–
1621) und Felipe IV. (1621–1665) verschärft sich
die Situation, es kommt zum Streit um Steuerfra-
gen. Spanien ist darüber hinaus unter Felipe IV. in
den 30-jährigen Krieg verwickelt und verbündet
sich mit Österreich gegen Frankreich. Auch die
Katalanen sollen mitkämpfen, weigern sich aber.
Es kommt schließlich 1640 zum Aufstand der Ka-
talanen gegen die Kastilier, der aber scheitert.
1648 wird der 30-jährige Krieg mit einem Frie-
densvertrag beendet, aber in Spanien dauern die
Scharmützel noch an. Erst 1659 wird auch hier
Frieden hergestellt, der in einem komplizierten
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Geschichte 119

Vertragswerk geregelt wird. Katalonien verliert bei


diesem separaten Friedensvertrag einen Teil sei-
ner Gebiete im heutigen Frankreich.

18. Jh. Der auf Felipe IV. folgende Carlos II. (1665–1700)
stirbt ohne Nachfolger. Der Kampf um den spani-
schen Thron führt zu politischen Intrigen, Schar-
mützeln und Bündnissen quer durch Europa. Im
Jahr 1702 bricht der Erbfolgekrieg aus. Die Ka-
talanen haben das Ziel, die Inthronisierung von Fe-
lipe V., in dem sie einen absolutistischen Herrscher

Staat und Gesellschaft


sehen, zu verhindern und kämpfen gegen ihn. Im
Verlauf des Krieges belagern Truppen von Felipe V.
1706 auch Barcelona. Zunächst erfolglos, aber
1713 wendet sich das Blatt und Barcelona wird er-
neut belagert. Nach 18 Monaten geben sich die
Katalanen am 11. September 1714 geschlagen.
Felipe rächt sich grausam. Katalonien muss Ge-
biete abtreten, z.B. Menorca an England, Neapel
und die Cerdagna (eine Pyrenäen-Landschaft) an
Österreich, Sizilien an die Herrscher von Savoyen
und Valencia an die Kastilier. Das katalanische Ge-
biet wird bis auf das Kernland zerschlagen, nichts
soll mehr an die alte Macht erinnern. Außerdem
werden die Corts und das Militär aufgelöst, Uni-
versitäten und Verwaltung werden geschlossen.
Carlos III. (1759–1788), Felipes Nachfolger, geht
noch einen Schritt weiter und verbietet Schulbil-
dung auf Katalanisch.
Einziger Lichtblick: 1778, fast dreihundert Jahre
nach Kolumbus, erhält Katalonien endlich die Er-
laubnis zum Überseehandel mit Amerika.
Dann folgt die französische Invasion unter Na-
poleon. Carlos IV. (1788–1808) erweist sich als zu
schwach, die Franzosen haben leichtes Spiel und
besetzen ganz Spanien. Es dauert bis zum Jahr
1813, als mit Fernando VII. wieder ein Spanier den
Thron in Madrid besteigt.

19. Jh. Das 19. Jahrhundert ist in Katalonien geprägt von


etlichen lokalen Auseinandersetzungen, aber auch
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120 Geschichte

von einem bedeutenden wirtschaftlichen Auf-


schwung. Katalonien fördert wie keine andere Re-
gion Spaniens die Industrie, Dampfmaschinen
werden eingeführt und ein Eisenbahnnetz ent-
wickelt sich. Als Konsequenz findet in Barcelona
1888 eine der ersten Weltausstellungen statt.
Mit dem wirtschaftlichen Erfolg kommt auch
das Selbstbewusstsein zurück, die katalanischen
Institutionen werden mit Macht wiederbelebt.
Ein erster Schritt ist die Gründung der Unió Ca-
talanista 1892, in der Forderungen nach Souverä-
nität, Selbstverwaltung und Gebrauch der ka-
talanischen Sprache laut werden. Diese Bewe-
gung verstärkt sich in den folgenden Jahren, 1906
wird die Solidaritat Catalana konstituiert, die sich
für weitgehende Autonomie einsetzt.

20. Jh. 1914 versucht Katalonien, mit der Einsetzung ei-


ner eigenen Regierung, der Mancomunitat Ca-
talana, einen Weg in Richtung Unabhängigkeit
zu beschreiten. Nachdem 1923 General Primo de
Rivera in Madrid an die Macht gekommen ist, ver-
bietet er 1925 die Mancomunitat Catalana. 1931
finden Gemeindewahlen statt, in Katalonien ge-
winnt Francesc Macià. Er ruft am 14. April 1931 die
República Catalana innerhalb einer Föderation
iberischer Völker aus. Nur Stunden später wird in
Madrid die Zweite Spanische Republik ausgerufen.
Drei Tage später einigt man sich mit Madrid, auf die
Republik zu verzichten und eine katalanische Re-
gierung zu gründen, die Generalitat de Catalunya.
1932 wird ein Autonomiestatus verabschiedet.
Lluís Companys (1882–1940) wird erster Präsident
des katalanischen Parlaments und nach dem Tode
von Macià zum Präsidenten der Generalitat gewählt.
1936–1939 folgen die düsteren Jahre des Spani-
schen Bürgerkrieges, Katalonien wird erbittert ge-
gen Francos Truppen verteidigt. Vergebens, 1939
erobert General Franco Barcelona. Rigoros ver-
bietet er die katalanische Sprache und Kultur und
siedelt gezielt Südspanier in Katalonien an. Lange
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Geschichte 121

Jahrzehnte der Unterdrückung folgen, viele Ka-


talanen müssen ins Exil gehen. So auch Präsident
Companys, der aber im von Deutschland besetzten
Frankreich gefasst und an Spanien ausgeliefert wird.
Dort wird Companys später zum Tod verurteilt.
Viele Katalanen leben im Exil, dort lassen sie die
Generalitat weiter bestehen. Nach dem Tode von
Companys wird Josep Ira (1876–1958) zum Exil-
Präsidenten gewählt, er behält dieses „Amt“ bis
1954, vier Jahre, bevor er im französischen Exil
stirbt. Am 7. August 1954 wird in der spanischen

Staat und Gesellschaft


Botschaft in Mexiko (Mexiko hatte Franco nie an-
erkannt) ein neuer Exil-Präsident gewählt: Josep
Tarradellas (1899–1988).
1975 stirbt Franco.
1977 wird König Juan Carlos inthronisiert, im
gleichen Jahr findet am 11. September eine der
größten friedlichen Demonstrationen Kataloniens
statt. Eine Million Menschen gehen auf die Straße
und fordern ihre alten Rechte zurück. König Juan
Carlos erkennt die Forderungen an, Katalanisch
wird als Amtssprache akzeptiert. Im gleichen Jahr
wird Tarradellas in Madrid sowohl vom damaligen
spanischen Regierungschef Adolfo Suárez als auch
vom König empfangen. Mit einem königlichen
Dekret wird am 29. September die Generalitat de
Catalunya wieder eingerichtet und Josep Tara-
dellas als Präsident eingesetzt. Er kehrt damit nach
40 Jahren Exil endlich zurück.
Am 18. Dezember 1979 erhält Katalonien sei-
nen Autonomiestatus.
Tarradellas bleibt bis 1980 im Amt. Im gleichen
Jahr finden erste freie Wahlen statt, Jordi Pujol
wird erstmals Präsident. Er regiert 23 Jahre. 2003
gewinnt der Sozialist Pasqual Maragall (PSC) die
Regionalwahlen und regiert in einer Koalition mit
Grünen (ICV) und Linksrepublikanern (ERC).
Katalonien kehrt zur alten wirtschaftlichen
Stärke zurück. Nach der Vergabe der Olympi-
schen Spiele für das Jahr 1992 an Barcelona be-
ginnt eine rege Bautätigkeit, neue Straßen und
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122 Katalonien heute

Wohnungen entstehen, der Hochgeschwindig-


keitszug von Madrid nach Sevilla wird gebaut.
Es werden aber auch Teile des alten Fischerviertels
Barceloneta zerstört.
Die Olympischen Spiele in Barcelona gehen
als die „fröhlichen Spiele“ in die Geschichte ein.
Tausende von Sportlern kämpfen um Medaillen
und vergnügen sich nach den Wettkämpfen im
lebendigen Nachtleben von Barcelona.

21. Jh. Heute gehört Katalonien zu den vier wirtschaft-


lich am stärksten prosperierenden Regionen Eu-
ropas. Das katalanische Selbstbewusstsein zeigt
sich zum Beispiel in der Dominanz der katalani-
schen Sprache in der Öffentlichkeit. Sämtliche
spanischen Straßenschilder sind verschwunden.
Die Katalanen wissen, wer sie sind!

Katalonien heute
„Hombre, ich arbeite hier, also muss ich auch
Katalanisch können“. Für Kellner Ramón war die
Sache klar. Wie vor ihm schon Zehntausende an-
dere, hat es den gebürtigen Andalusier nach Ka-
talonien verschlagen, dorthin, wo es dauerhafte
Arbeitsplätze gibt. In Andalusien bringen sich vie-
le noch mit Tagelöhnerjobs durch, beispielsweise
in der nur zwei Monate dauernden Olivenernte. In
Katalonien ist das ganz anders.
Diese Region zählt nicht nur in Spanien zur
wirtschaftlichen Spitze, sondern gilt sogar als ei-
ner der Motoren Europas. Sie gehört zu den vier
Ballungszentren, in denen die Wirtschaft am meis-
ten floriert, neben Katalonien sind das noch Ba-
den-Württemberg, die Lombardei und die franzö-
sische Rhône-Alpen-Region.
Die wirtschaftlichen Daten sind schon beein-
druckend: 16 % der spanischen Bevölkerung er-
wirtschaften 20 % des spanischen Sozialproduktes
und 25 % der Industrieerzeugnisse. Katalonien
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Katalonien heute 123

steht damit von den 17 spanischen Regionen un-


angefochten an der Spitze. Nur 1,9 % der Beschäf-
tigten arbeiten in der Landwirtschaft (in „Rest-Spa-
nien“ noch gut 10 %), 65 % in der Dienstleistungs-
branche, im Bankgewerbe 9 % und 23 % in der In-
dustrie. Besonders der Industriegürtel um Barce-
lona bietet Arbeitsplätze.
Das lockte viele Südspanier an – auch Ramón
aus Jaén –, und so entstanden in der Nachbar-
schaft von Barcelona große Städte und wuchsen
die Vororte zu eigenen Zentren.

Staat und Gesellschaft


Erstaunlich bleibt, dass die großen Konzerne
und Multis keineswegs dominieren, etwa 75 % der
Betriebe beschäftigen weniger als fünf Angestell-
te. Das zeigt, dass in vielen Familienbetrieben
noch alter Unternehmergeist steckt. So war es al-
lerdings schon immer in Katalonien. Früh orien-
tierten sich die Händler und Seefahrer nach Nor-
den oder Osten, beherrschten politisch die Inseln
Sardinien, Sizilien und Korsika. Die Katalanen
scherten sich auch nicht um den damals in Spani-
en verbreiteten Hidalgo-Ehrenkodex, der es Adli-
gen verbot zu arbeiten, da sie sonst alle Privilegien
verlieren würden. Die Katalanen dagegen arbeite-
ten hart, woran sich bis heute nichts geändert hat.
Viele Katalanen beäugen nach wie vor alles kri-
tisch, was aus Madrid kommt; das war meist nichts
Gutes, jedenfalls aus katalanischer Sicht. Aber es
tut sich doch etwas. 2006 erhielten die Katalanen
eine Zusage vom spanischen Ministerpräsidenten
Zapatero für mehr Autonomie, sehr zum Ärger
der Konservativen. So darf die Regionalregierung
nun etwa 50 % bestimmter Steuereinnahmen be-
halten, anstatt wie bislang nur etwa ein Drittel.
Das erfreut nicht nur die Katalanen. Zapatero
möchte dieses Modell allen 17 autonomen Regio-
nen zugestehen. Vielleicht noch wichtiger ist aber
das Zugeständnis in der neuen Regionalverfas-
sung, dass sich Katalonien als eine eigene Nation
im Sinne von „Kulturnation“ fühlen darf, was bei
den Konservativen noch viel weniger gut ankam.
124-133d.qxd 19.05.2010 11:56 Seite 124

124 Die Costa Daurada im Überblick

075cd Foto: sm

Die
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Die Costa Daurada im Überblick 125

Die Costa Daurada


im Überblick
124-133d.qxd 19.05.2010 11:56 Seite 126

126 Kurzcharakteristik aller Orte

Kurzcharakteristik aller Orte


Zur schnellen Orientierung folgt eine Übersicht al-
ler Orte an der Costa Daurada in alphabetischer
Reihenfolge.

Altafulla: Ist sehr klein, hat einen sehr hübschen


historischen Kern und einen ebenfalls sehr hüb-
schen Strand. Viele nette kleine Häuser ergänzen
das angenehme Bild, Hochhausriesen bleiben die
Ausnahme. Außerdem liegt hier die römische Aus-
grabungsstätte Els Munts.
Amposta: Kleinstadt, am Ufer des Ebro gelegen,
von wo aus man Schiffstouren auf Spaniens zweit-
längstem Fluss unternehmen oder auch Wasser-
sport jeglicher Art betreiben kann.
Calafell: Eine dreigeteilte mittelgroße Ortschaft
mit schönem Strand und Tausenden von Apart-
ments. Außerdem: die Rekonstruktion eines ibe-
rischen Dorfes und eine recht attraktive Altstadt.
Cambrils: Hat einen ziemlich langen Strand, vor
dem in den letzten Jahren Tausende von Apart-
ments entstanden. Der Ortskern ist recht geschäf-
tig, hat einige gute Restaurants, ist aber ansonsten
von alltäglicher Normalität.
Castelldefels: Kann schon fast als Vorort von Bar-
celona bezeichnet werden. Der Ort hat einen
schönen und vor allem sehr langen Strand, den
die Barceloniner gern am Wochenende nutzen.
Creixell: Ein Dörflein mit knapp 1000 Einwohnern
und einem beinahe unendlich langen Strand so-
wie einer schönen Dünenlandschaft.

Seite 124/125: Ganz im Süden der Costa Daurada: les Cases d’Alcanar

Immer viel los in Cambrils


124-133d.qxd 19.05.2010 11:56 Seite 127

Kurzcharakteristik aller Orte 127

019cd Foto: sm

Costa Daurada im Überblick


Cubelles: Kleiner Ort mit relativ vielen Apart-
mentanlagen, einem akzeptablen Strand und ei-
ner Reminiszenz an „Akrobat schööön“.
Cunit: Kleiner Ort mit schönem und vor allem
breitem Strand. Viele Apartments, nur ganz weni-
ge Hotelbetten.
Ebro-Delta: An der Spitze liegt bei Riumar eine
bescheidene Urbanización, im Zentrum ein klei-
ner Ort namens Deltebre. Die Strände sind her-
vorragend und nicht überlaufen. Einziges Manko:
viele Mücken durch das Feuchtgebiet (Reisanbau!).
El Vendrell: Etwa vier Kilometer von der Küste ent-
fernt, die Heimat des weltberühmten Cellisten Pau
Casals. Sehr schöne Strände, viele Apartments
und ein wirklich gut gemachtes Museum zu Ehren
von Pau Casals an der Platja Sant Salvador.
L’Ametlla de Mar: Der Hafen dominiert den be-
scheidenen Ort, Strände sind rar und der Ort wur-
de deshalb auch touristisch erst mit halber Kraft
erobert.
L’Ampolla: Hat eine große Marina für Sportboo-
te, viele Neubauten und gerade mal 1600 ständi-
ge Einwohner.
124-133d.qxd 19.05.2010 11:56 Seite 128

128 Kurzcharakteristik aller Orte

L’Hospitalet de L’Infant: Ein kleiner, durchaus


normal gebliebener Ort mit schönem Strand und
recht großem Hafen sowie vielen Ferienwohnun-
gen in den Außenbereichen.
La Pineda: Ist ein Minidorf mit großem Badepark,
schönem Strand und vielen Apartments.
Les Cases d’Alcanar: Ist ein kleines, gemächliches
Dörflein ganz im Süden der Costa Daurada gele-
gen. Kaum Tourismus, sehr wenige Apartments,
aber eine angenehme Atmosphäre.
Miami Platja: Hat hauptsächlich einen schönen
Strand und ansonsten Ferienwohnungen ohne
Ende.
Roda de Barà: Winziger Ort mit einem 2000 Jah-
re alten Triumphbogen aus der Römerzeit, schö-
nen Stränden und erstklassigen Campingplätzen.
Salou: Sehr touristischer Ort mit sehr breitem
Strand und sehr hübscher Promenade. Im Hoch-
sommer wird’s knackvoll, Salou ist das Haupt-
reiseziel des Massentourismus an der Costa Dau-
rada. Ganz in der Nähe liegt Port Aventura, nach
Euro Disney in Paris der zweitgrößte europäische
Freizeitpark.
Sant Carles de la Ràpita: Kleinstadt am südlichen
Rand des Ebro-Deltas gelegen mit mäßigen Strän-
den, aber im Hochsommer sehr vielen Gästen.
Außerdem großer Hafen und Möglichkeiten zu
Exkursionen ins Delta.
Sant Sadurní d’Anoia: Gilt als die Cava-Stadt.
Hier liegen mehrere kleine und große Bodegas,
die den katalanischen Schaumwein Cava produ-
zieren. Die meisten Bodegas können besichtigt
werden.
Sitges: Wohl mit der attraktivste Ort der Costa
Daurada. Grund: eine vier Kilometer lange, nette
Strandpromenade, gute Hotels und Restaurants
und ein richtig flottes Nachtleben. Außerdem:
Treff der Gay-Szene.
Tarragona: Provinzhauptstadt mit einer Vielzahl
von überwiegend gut erhaltenen römischen Bau-
werken.
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Kurzcharakteristik aller Orte 129

020cd Foto: sm

Costa Daurada im Überblick


Torredembarra: Oben liegt der historische Orts-
kern mit etlichen sehenswerten Häusern, unten
der touristische. Dort rollt sich ein breiter, feinsan-
diger Strand über mehrere Kilometer aus mit sei-
nen unvermeidlichen Begleitern, den unzähligen
Apartmenthäusern.
Tortosa: Eine geschäftige Kleinstadt am Ebro mit
einer gefälligen Altstadt und dem hoch über der
Stadt gelegenen Castell de la Suda, das heute ein
Hotel ist.
Vilafranca del Penedès: In der selbsternannten
„Hauptstadt des Weins“ konzentriert sich der
Weinanbau der Region Penedès. Die meisten Pro-
duzenten können auch besucht werden, außer-
dem kann fast überall direkt Wein erworben wer-
den. Weiterhin interessant ist ein spezielles Wein-
museum, das alle Fragen rund um den vino beant-
wortet.
Vilanova i la Geltrú: Geschäftige Kleinstadt mit
einer Vielzahl von Kleinbetrieben, einem größeren
Sportboothafen und einem Museum für Dampflo-
komotiven.

Salou: die Strandpromenade


124-133d.qxd 19.05.2010 11:56 Seite 130

130 Die Highlights

Die Highlights
Im Folgenden in aller Kürze ein paar Vorschläge
für lohnende Ausflüge, außerdem eine Auswahl
sehenswerter Museen und ähnlicher Attraktionen,
herausragender Restaurants und Hotels sowie ei-
ne Übersicht zu den Wochenmärkten. Detaillierte
Beschreibungen sind in den jeweiligen Ortskapi-
teln zu finden.

Orte und Altafulla: Hat eine kleine, schicke Altstadt mit


historische Castell und Kirche, aber vor allem mit unzähligen
Bauten Häusern aus dem 18. Jahrhundert. Ein Gesamt-
kunstwerk!
Roda de Barà: Hier steht mitten an der National-
straße 340 ein bestens erhaltener 2000 Jahre alter
römischer Triumphbogen.
Sitges: Ein angenehmes Städtchen mit fast einer
Hundertschaft von historischen Häusern und ei-
ner sehr attraktiven vier Kilometer langen Strand-
promenade.
Tarragona: Nur noch im weit entfernten südwest-
spanischem Ort Mérida wird man mehr gut erhal-
tene Hinterlassenschaften der Römer finden.
Torredembarra: Der historische Kern bietet eine
Reihe von alten Gebäuden, einen netten Markt-
platz und ein kleines Kastell aus dem 16. Jahr-
hundert.
Tortosa: Die Altstadt lohnt schon einen Streifzug,
aber einen Blick vom Innenhof des Paradors, dem
ehemaligen Castell de la Suda, sollte sich niemand
entgehen lassen, auch wenn der Anstieg etwas
mühsam ist.

Museen Altafulla: Die römische Ausgrabungsstätte Els


Munts zeigt die Residenz eines römischen Statt-
halters.
Calafell: Die Ciutadella Ibèrica ist die Nachbil-
dung eines iberischen Dorfes, in der diese ferne
Epoche sehr plastisch wieder auflebt.
124-133d.qxd 19.05.2010 11:57 Seite 131

Karte Umschlagklappe hinten Die Highlights 131

021cd Foto: sm

Costa Daurada im Überblick


Deltebre: Das Ecomuseu del Parc Natural zeigt
die Geschichte des Reisanbaus im Delta anhand
von historischen Fotos und vielen erklärenden Ta-
feln, aber auch ganz handfest mit altem Arbeits-
gerät und Musterpflanzen.
El Vendrell: Das Museu Pau Casals stellt in 18 Sta-
tionen das eindrucksvolle Leben von Pau Casals,
einem der weltbesten Cellisten, dar. Gut gemach-
te multimediale Ausstellung.
Sant Sadurní d’Anoia: Hat kein spezielles Mu-
seum, aber mehrere Dutzend Bodegas, wo Cava
hergestellt wird, der katalanische Schaumwein.
Die Bodegas können besichtigt werden.
Tarragona: Das Archäologische Museum zeigt
viele sehr schöne Exponate aus der Römerzeit.

Tarragona: das römische Amphitheater


124-133d.qxd 19.05.2010 11:57 Seite 132

132 Die Highlights

Vilafranca del Penedès: Ist die „Hauptstadt des


Weins“. Etliche Bodegas lassen sich hier besu-
chen, außerdem existiert ein spezielles Wein-
museum.
Vilanova i la Geltrú: Das Dampflokmuseum liegt
ganz nah beim Bahnhof. Ausgestellt sind an die
zwei Dutzend historische Lokomotiven.
Im Museu de Curiositats Mariners hat ein Privat-
mann allerlei Skurriles rund ums Thema „Meer“
zusammengetragen.

Restau- Altafulla: Restaurant Farisol wird in einem Haus


rants aus dem Jahre 1783 betrieben und bietet neben
katalanischer Küche vereinzelt Jazz-Konzerte.
Calafell: Restaurant Giorgio zählt zu den besten
italienischen Lokalen weit und breit.
Cambrils: Restaurant Casa Gatell liegt gegenüber
vom Hafen und hat eine tadellose Küche sowie ei-
ne beruhigende Deko.
Restaurant Rincón de Diego ist ein kleines Lokal
mit einer Küche, die baskische Elemente mit medi-
terranen vereint.
Salou: Restaurant La Goleta liegt an der Promena-
de und bietet neben vorzüglichem Essen (Küche
mit Schwerpunkt auf Fisch) einen ebenso vorzüg-
lichen Meerblick.
Sitges: Restaurant La Nansa wurde schon mehr-
fach ausgezeichnet, besonders gelobt sind u.a. die
Desserts.
Restaurant Maricel gilt als eines der führenden
Lokale von Sitges.
Torredembarra: Restaurant Morros liegt im alten
Fischerviertel am Strand und bietet natürlich Fisch-
gerichte.
Vilanova i la Geltrú: Restaurant Peixerot hat eine
langjährige Tradition in der Zubereitung von
Fischgerichten.

Hotels Eine Übersicht zu besonderen Hotels, die entwe-


der durch ihre Lage oder durch besondere Qua-
lität hervorstechen:
124-133d.qxd 19.05.2010 11:57 Seite 133

Karte Umschlagklappe hinten Die Highlights 133

Deltebre: Delta-Hotel ist ein ehemaliges Gehöft,


das zu einem kleinen Hotel umgebaut wurde.
Durchs Fenster schaut man direkt auf die Reis-
halme.
L’Ametlla de Mar: Hotel Bon Repòs liegt hinter
einer hohen Mauer, braucht sich aber keineswegs
zu verstecken. Großer Garten, Pool, nur 38 Zim-
mer und sportives Angebot sind die Merkmale
neben einer sehr zentralen Lage.
Miami Platja: Hotel Pino Alto ist von einem
2000 Quardatmeter großen Garten umgeben,
obendrein gibt es allerlei sportive Angebote.
Sant Carles de la Ràpita: Hotel Juanito Playa liegt
direkt am Meer und hat eine leicht halbkreisför-
mige Form. Dadurch haben fast alle Zimmer

Costa Daurada im Überblick


Meerblick.
Sitges: Hotel Subur Marítim befindet sich direkt
an der Strandpromenade, ist relativ klein, aber mit
geschmackvollen Elementen eingerichtet.
Hotel Santa María ist ein kleines schmuckes
Haus, direkt an der Promenade und gleichzeitig
sehr zentral gelegen.
Hotel Romàntic liegt mitten im Zentrum. Die
Deko macht seinem Namen alle Ehre, außerdem
gibt es einen netten Garten.
Hotel Xalet ist ein kleines, verwunschenes Haus
mit nur elf Zimmern in zentraler Lage.
Tortosa: Der Parador ist in einer ehemaligen
maurischen Burg untergebracht, und die Einrich-
tung wurde an jene Epoche angepasst.

Wochen- Montag: Salou, Tortosa, L’Ametlla de Mar.


märkte Dienstag: Calafell, Tarragona.
Mittwoch: L’Aldea.
Donnerstag: Sant Sadurní, Cunit, Tarragona, Del-
tebre, L’Ametlla de Mar.
Freitag: Cubelles, Calafell, El Vendrell, La Pineda.
Samstag: Sitges, Vilanova i la Geltrú, Sant Sa-
durní, Miami Platja, Sant Carles de la Ràpita.
Sonntag: Vilafranca del Penedès.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 134

134 Barcelona

203cd Foto: bb
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 135

Karte S. 138, Zentrum Umschlagklappe vorn Barcelona 135

Barcelona
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 136

136 Überblick

Einwohner: 1,8 Mio.


PLZ: mehrere, je nach Stadtteil, von 08000 bis 08040
Touristeninfos: www.barelonaturisme.com, Tel. 933
043 135, Fax 933 043 155.
– in der City: Plaça Catalunya 17 (im Untergeschoss,
schräg gegenüber vom Kaufhaus El Corte Inglés),
allgemeine Auskünfte, Hotelbuchungen, Souvenirshop,
Bank, geöffnet: täglich 9–20 Uhr, Plaça Sant Jaume, im
Rathaus (Ajuntament), c/ Ciutat 2, allgemeine touris-
tische Auskünfte und Hotelbuchungen, geöffnet: Mo–Fr
9–20, Sa 10–20, So 10–14 Uhr, Monument a Colom,
Plaça Portalet de la Pau, hier gibt es Informationen,
Prospekte, die Barcelona Card, aber keine Hotel-
Vermittlung. Geöffnet: tägl. 10–19, im Sommer bis
20.30 Uhr;
– im Estació de Sants, Hauptbahnhof): allgemeine
touristische Auskünfte, geöffnet: Mo–Fr 8–20, Sa/So
8–14, im Sommer täglich 8–20 Uhr;
– im Aeroport (Flugplatz): Infobüro in den Terminals
A und B, touristische Infos und Hotelbuchungen,
geöffnet: täglich 9–21 Uhr.

Überblick
Barcelona boomt, Barcelona ist in! Die Stadt hat
sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtes-
ten Reiseziele überhaupt entwickelt. Mit dem An-
stieg der Touristenzahlen stieg auch die Anzahl
der Hotels, aber leider auch deren Preise. Das ist
nun mal nicht wegzudiskutieren, ein Hotelzimmer
im Zentrum kostet nicht eben wenig. Trotzdem
kommen die Besucher und das aus gutem Grund,
denn die Stadt bietet unendlich viel: historische
Bauten, einmalige Kunstwerke, ein angenehmes
Klima, sogar einen schönen Strand. Außerdem ex-
zellente Einkaufsmöglichkeiten, interessante
Museen und ein spannendes Nachtleben.

Seite 134/135: Blick vom Park Güell auf die Sagrada Familia
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 137

Karte S. 138, Zentrum Umschlagklappe vorn Geschichte 137

Die Bewohner öffnen sich jedoch nicht sogleich


dem Fremden, sie zeigen sich eher wohlwollend-
distanziert. Trotzdem verbleiben sie nicht trotzig-
stolz in ihrem Mikrokosmos, sondern schauten
schon immer über den Tellerrand. Blickten nach
Norden oder übers Meer, weniger nach Madrid.
Von dort kam selten Gutes. Sie handelten schon
immer übers Meer, kamen eher als andere Spa-
nier mit Fremden in Kontakt. So etwas öffnet den
geistigen Horizont. Nationale Identität und avant-
gardistisches Denken, in Barcelona passte das
schon immer zusammen. Barcelona lebt die ka-
talanische Identität voll aus, die katalanische Spra-
che beispielsweise dominiert den Alltag. Und die
Lebenslust. Nicht so überschäumend wie im Sü-
den, eher etwas rationeller. Beinahe preußisch,
aber doch nur beinahe. So gingen 1992 die
Olympischen Spiele als „die fröhlichen Spiele“ in
die Geschichte ein. Die damals getätigten Investi-

Barcelona
tionen zahlen sich noch heute aus, das Gesicht
der Stadt wurde nachhaltig verschönert. Und so-
wohl von Bewohnern als auch von Besuchern an-
genommen. Kein Wunder, dass die Stadt boomt.

Geschichte
Von der allerersten Siedlung ist nicht viel bekannt.
So um das 3. Jh. v. Chr. siedelte am Ufer der Flüs-
se Riu Llobregat und Riu Besòs ein Stamm, der
Laie genannt wurde. Ein bescheidenes Dorf soll es
gewesen sein, aber trotzdem hatten die Laie Kon-
takt mit Handel treibenden Seefahrernationen im
Mittelmeer. Viel mehr ist nicht bekannt von die-
sem Stamm. Möglicherweise folgten ihnen die
Karthager unter Amílcar Barca um das Jahr 218 v.
Chr., was aber bislang unbewiesen bleibt. Sicher
waren die Römer vor Ort. Unter Escipión kamen
sie 133 v. Chr. und gründeten eine ummauerte
Stadt, der sie den Namen Barcino gaben. Diese
Siedlung gewann recht bald einen hohen Stellen-
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 138

138 Barcelona, Übersicht

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Karte Zentrum Umschl. vorn Barcelona, Übersicht 139

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Barcelona, Übersicht
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M I T T E L M E E R
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 140

140 Geschichte

wert durch den gleichzeitig erbauten Hafen. Von


hier wurden nämlich römische Siedlungen im Hin-
terland beliefert. Barcino wuchs und es entstan-
den einige Monumentalbauten im Gebiet der
heutigen Altstadt, die aber fast alle wieder ver-
schwunden sind. Bekannt sind aber noch zwei
Straßen, die dem Verlauf der heutigen Carrer Bis-
be und Llibreteria entsprechen (beide bei der Ka-
thedrale zu finden). Im 1. Jh. v. Chr. hatte sich um
die heutige Plaça Sant Jaume das Zentrum des rö-
mischen Barcino etabliert. Die Stadt war wichtig
für das Imperium, aber sie erlangte nie die Bedeu-
tung von Tarraco (Tarragona).
Nachdem die römische Pracht zu Ende ging,
setzten sich hier Westgoten unter Führung von
Ataulfo im 5. Jh. fest. Barchinona, wie der Ort nun
hieß, wurde für ein Jahrhundert deren Metropole,
bevor der Sitz nach Toledo wechselte. 713 kamen
dann die Araber, blieben aber nur ein knappes
Jahrhundert. Der Name wechselte nun zu Barxi-
luna. Aus dieser Epoche sind große Handels-
aktivitäten bekannt und weitestgehend religiöse
Toleranz. Damit war es vorbei, als die Christen die
Stadt eroberten. Die Araber wurden vertrieben
und durften sich außerhalb der Stadtmauer
ansiedeln, etwa in Höhe der heutigen c/ Argen-
teria. 844 wurde Guifre el Pilòs Oberherrscher
mehrerer Grafschaften mit Sitz in Barcelona.
Seitdem trägt die Stadt auch den Zusatznamen
„ciutat comdal“ (gräfliche Stadt). 985 kehrten die
Araber noch einmal zurück, wurden aber dann
doch endgültig vertrieben. Danach herrschte
mehrere Jahrhunderte Ruhe, die Stadt konnte sich
dank des Hafens und des Mittelmeerhandels
wirtschaftlich entwickeln. Im 12. Jh. lebten etwa
80 % der 35.000 Bewohner außerhalb der alten
Stadtmauer, sodass eine neue gebaut werden
musste. Eine erste Erweiterung, viele weitere
sollten folgen. Diese Entwicklung hielt bis Ende
des 15. Jh. dann begann eine lange Phase der
wirtschaftlichen Stagnation.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 141

Karte S. 138, Zentrum Umschlagklappe vorn Geschichte 141

Die politische Großwetterlage hatte sich in Spa-


nien komplett geändert. Durch Heirat von Fernan-
do und Isabel entstand das Großreich Kastilien-
Aragón. Die beiden Herrscher setzten ihren Er-
geiz darin, die letzten Araber von der Iberischen
Halbinsel zu vertreiben. 1492 gelang es ihnen
auch mit der Einnahme von Granada. Im glei-
chen Jahr entdeckte der von ihnen ausgesandte
Kolumbus Amerika. Von Stund an verlegte das Kö-
nigspaar, das nun über ganz Spanien herrschte,
seine Anstrengungen auf die Ausbeutung der
überseeischen Reichtümer. In Sevilla entstand ei-
ne Monopolbehörde, über die der gesamte Ame-
rikahandel lief, und der Hafen von Barcelona blieb
davon ausgeschlossen.
Politisch hatte sich die Lage verfestigt: Spanien
wurde von Madrid aus regiert, Katalonien war
nur noch bedingt eigenständig. 1614 und 1714
versuchten die Katalanen sich zu wehren, zweimal

Barcelona
wurde der Versuch niedergeschlagen. Besonders
nach dem letzten reagierte König Felipe V. mit har-
ter Hand, ließ mitten in Barcelona eine große Fes-
tung bauen zur besseren Kontrolle der Bevölke-
rung. Erst sein Nachfolger Carlos III. erlaubte
1778, dass von Barcelona schließlich auch der
Überseehandel betrieben werden konnte. Fast
300 Jahre nach Kolumbus Entdeckung! Aber Bar-
celona blühte wirtschaftlich auf, was auch
schnell wieder zu neuen Bauvorhaben führte. So
entstand beispielsweise die Rambla mit ihren
Prachtbauten, nachdem mal wieder eine alte
Stadtmauer eingerissen wurde. Anfang des 19. Jh.
wurde Barcelona zu einer prosperierenden Indus-
triemetropole, mit der Konsequenz einer massiven
Einwanderung aus dem Süden des Landes. Allein
zwischen 1836 und 1847 kamen 50.000 Men-
schen. Wohnraum musste also dringend geschaf-
fen werden. Mehrfach wurde angebaut, dann
folgte ein wahrhaft großer städtebaulicher Ent-
wurf. Der Plan sah ein neues Viertel vor, streng
nach geometrischem Muster gebaut. Die Häuser
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 142

142 Sehenswertes

sollten einen quadratischen Grundriss von 114 x


114 Metern haben, die Straßen dazwischen kon-
sequent rechtwinklig verlaufen. So entstand das
Viertel L’Eixample (Erweiterung), ein Blick auf den
Stadtplan lässt das Grundmuster deutlich erken-
nen. Neben diesen streng planerisch vorgenom-
menen Bauten entstanden aber auch sehr viele
kreative Häuser im Stil des Modernismus. Antoni
Gaudí, Josep Puig i Cadafalch und Lluís Domènech
i Montaner schufen beispielslose Werke, die noch
heute das steinerne Gesicht Barcelonas prägen.
Unter Franco erlebte die Stadt bittere Jahre der
Isolation, die erst 1950 langsam aufgehoben
wurde. Dann erholte sich Barcelona schneller als
das restliche Spanien, wieder strömten Tausende
in die Stadt auf der Suche nach Arbeit. Neue
Schlafstätten entstanden, die Stadt wuchs weiter.
Dann folgten 1992 die Olympischen Spiele,
und erneut wurden große städtebauliche Verän-
derungen durchgezogen. Das Olympische Dorf
am Hafen entstand, Sportstätten am Montjuïc
wurden modernisiert und ein völlig neuer Strand
bei Barceloneta wurde aufgeschüttet. Kaum zehn
Jahre später folgte ein erneuter großer Wurf. Als
im Jahr 2004 für ein halbes Jahr das Forum der
Kulturen eröffnet wurde, entstanden wie aus dem
Nichts in der Umgebung teure Hotels, moderne
Wohnblocks und Straßen. Es wird wohl nicht die
letzte Erweiterung gewesen sein.

Sehenswertes
Viele Sehenswürdigkeiten liegen entlang der
Prachtstraße Les Rambles. Der Ausgangspunkt
für eine Tour ist die 50.000 Quadratmeter große
Plaça Catalunya. Trotz des starken Verkehrs, der
um diesen Platz tost, kann man hier doch noch
relativ gut verschnaufen, bevor es ins Getümmel
auf der Rambla geht. Die Plaça Catalunya ist ein
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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 143

wichtiger Kreuzungspunkt, von hier starten viele


Buslinien, auch der Bus Turístic. Außerdem be-
findet sich unterirdisch eine Touristinformation –
etwa gegenüber dem Kaufhaus El Corte Inglés.
Also, auf geht’s auf die Rambles!

Les Ausgehend von der Plaça Catalunya, verläuft die


Rambles Rambla in Richtung Meer und ist zunächst einmal
eine breite Fußgängerzone, von hohen Bäumen
begrenzt. Der Autoverkehr wird links und rechts
vorbeigeführt, die Fußgänger haben deutlich
mehr Platz. Der obere Teil an der Plaça Catalunya
heißt Rambla de Caneletes, benannt nach dem
gusseisernen Trinkwasserbrunnen, der am Anfang
der Promenade steht. Wer das Wasser dieses
Brunnens trinkt, wird nach Barcelona zurück-
kehren, heißt es.
Nicht wundern übrigens über die aufgestellten
Stühle, denn das ist kein netter Zug der Stadtver-

Barcelona
waltung, sondern ein handfestes Geschäft, die
Stühle werden vermietet! Wenn sich jemand da-
rauf niederlässt, kommt sogleich ein älterer Herr
zum Kassieren!
Dann folgt die Rambla dels Estudis, nach der
alten Universität benannt, die hier vom 15. bis An-
fang des 18. Jh. stand. Heute wird dieser Abschnitt
auch Rambla dels Ocells (Rambla der Vögel) ge-
nannt, da hier die Vogelhändler ihre Kioske haben.
Unter der Hausnummer 115 befindet sich das
Teatro Poliorama, gebaut 1883 von Josep Domè-
nech i Estapà. In diesem Haus mit ornamentenrei-
cher Fassade war einst der Sitz der königlichen
Akademie der Wissenschaft, und seit 1910 schlägt
hier die erste öffentliche Uhr von Barcelona.
Vor der Carrer Carme liegt rechts die Kirche
Mare Déu Betlem aus dem 17. Jh. Gegenüber auf
der linken Seite vor der Carrer Portaferrisa liegt ein
alter Bürgerpalast, Palau Moja, erbaut im 18. Jh.
Heute befindet sich hier eine Buchhandlung.
Der Name der Rambla wechselt nun zu Rambla
de Sant Josep, oder volkstümlicher Rambla de les
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 144

144 Sehenswertes

Flores, weil hier die Blumenhändler mit ihren


kleinen Kiosken stehen.
Gleich zu Beginn liegt rechts mit der Haus-
nummer 99 der Palau de la Virreina, der Palast
der Vizekönigin aus dem 18. Jh. Das Gebäude
trägt diesen Namen, da sich 1771 der damalige
Vizekönig von Peru einen Alterssitz in Barcelona
bauen ließ. Kurz vor der Vollendung des Bauwerks
starb er jedoch, seine Frau kehrte allein nach
Europa zurück und lebte fortan in diesem Palast,
der deswegen diesen Namen bekam.

La Nur einige Schritte weiter folgt der Mercat de Sant


Boquería Josep, auch La Boquería genannt („der Schlund“).
Bereits um 1840 begann man mit dem Bau einer
ersten Markthalle, bis 1914 wurde diese mehr-
fach umgebaut. Typisch ist die Eisenkonstruktion
der Halle, die bereits am Eingang sichtbar wird
mit der schönen Glasmalerei im Zentrum. Ein
Bummel durch die Stände ist ein Fest für Augen
und Nase, man findet nahezu alles, was Meer und
Acker hergeben. Fische, Krebse, Muscheln, Gam-
bas, Gemüse, Nüsse, Trockenfrüchte, Fleisch in
allen Variationen, optisch hervorragend drapiert
und mit wahrlich marktschreierischem Schau-
spieltalent angepriesen. Und eine kleine Bar mit
Kultstatus, El Pinoxo, ist auch zu finden, gleich
beim Eingang. Wer durch den Haupteingang die
Markthalle betritt und ganz nach links geht, findet
dort einige rustikale Lokale, wo man in gemüt-
licher Atmosphäre essen kann.
Folgt man weiter der Rambla, stößt man alsbald
auf die links abzweigende Carrer Casañas. An die-
ser Stelle liegt über die gesamte Breite der Ram-
bles ein gewaltiges Pflastermosaik von Joan
Miró. Dazwischen ist eine Kachel mit dem Auto-
gramm des Meisters eingebaut, konkret unten
links im Übergang von weißer zu blauer Farbe.

Die Plaça Reial


134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 145

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 145

159cd Foto: sm

Gran Teatre Jetzt heißt sie Rambla dels Caputxins (der Name

Barcelona
del Liceu leitet sich ab von einem nicht mehr existierenden
Kapuzinerkloster). Rechter Hand liegt das be-
rühmte Opernhaus Gran Teatre del Liceu, das
1845 erbaut wurde und Platz für 5000 Leute bot.
Leider fiel das Theater 1994 einem Feuer zum
Opfer, wurde aber nach jahrelanger Renovierung
1999 wieder eröffnet. Von außen wirkt das
Gebäude bereits eindrucksvoll durch seinen
Fassadenschmuck. Aber erst im Inneren wurde so
richtig Wert auf eine luxuriöse Einrichtung gelegt.
Das große Theater bietet Platz für etwa 2200
Besucher. Führungen finden tagsüber statt.
Gran Teatre del Liceu, La Rambla 51–59, Tel. 934 859
900, geführte Besuche: Mo–So 10 Uhr (Dauer 70 Min.),
nichtgeführte Besuche: zwischen 11.30 und 13 Uhr halb-
stündlich. Eintritt: geführt 8,70 ⁄, sonst 4 ⁄. Auch bei den
ungeführten Visiten wird man begleitet und erhält in aller
Kürze die wichtigsten Infos.

Rechts zweigt die Carrer Nou de la Rambla ab, wo


unter Hausnummer 3–5 der Palau Güell zu fin-
den ist, ein früheres Werk Gaudís aus dem Jahr
1888. Der Industrielle Eusebi Güell war ein steter
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 146

146 Sehenswertes

200cd Foto: jf

Gönner Gaudís und gab ihm nicht nur den Auf-


trag zum Bau dieses Palastes.

Plaça Reial Zurück zur Rambla, von wo aus auf der gegen-
überliegenden Seite die Carrer Colom nach
wenigen Schritten zum großen Platz Plaça Reial
führt. Zwischen 1848 und 1859 entstand dieser
Innenhofpalast mit einem Springbrunnen in der
Mitte, der übrigens den übersetzten Namen
„Brunnen der drei Schönheiten“ trägt. Unter den
Arkadengängen ist eine Reihe von Bars zu finden,
kein schlechter Platz zum Verschnaufen. Abends
war es in den letzten Jahren allerdings Treff der
Drogendealer und nicht immer angenehm. Das
hat sich deutlich gebessert, aber aufpassen sollte
man schon.
Das letzte Teilstück der Rambla heißt nun Ram-
bla Santa Mónica, hier bauen sich abends vor al-
lem die Portraitzeichner auf. An der Hausnummer
8 steht das schicke klassizistische Haus Palau
Marc de Reus. Ein sogenannter neureicher Händ-

Moll d’Espanya
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 147

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 147

ler ließ dieses Haus im 18. Jh. errichten, um von


seinem Wohlstand zu künden. Heute sitzt hier das
katalanische Kultusministerium.

Wachs- Kurz vor dem Erreichen der Kolumbussäule liegt


figuren- linker Hand das Wachsfigurenmuseum an der
museum Platge de la Banca 7. Es werden 350 Wachsfiguren
aus allen thematischen Bereichen ausgestellt.
Geöffnet: Juli–Sept. tägl. 10–22 Uhr, sonst 10–13.30 und
16–19.30 Uhr, Eintritt: 12 ⁄ (ab 11 Jahre).

Kolumbus- Zum Schluss wird nun endlich die Kolumbussäule


säule erreicht. Energisch blickt der Admiral nach vorne,
weist den Weg, unten tobt der Autoverkehr vor-
bei. Ein Fahrstuhl bringt Besucher zu einer Aus-
sichtsplattform in 60 Metern Höhe. Nachdem
Kolumbus von seiner ersten Fahrt erfolgreich zu-
rückgekehrt war, noch in dem Glauben „Asien“

Barcelona
entdeckt zu haben, wurde er triumphal von den
spanischen Königen in Barcelona empfangen.

Geöffnet: täglich 10–18.30 Uhr, Mai–Okt. 9–20.30 Uhr.


Eintritt: 3 ⁄.

Hafen- Der Hafenbereich und vor allem die Küstenlinie


bereich nach Norden haben sich in den letzten Jahren
stark verändert. Anlässlich der Olympischen
Spiele 1992 wurde kräftig gebaut, ein neuer
Strand geschaffen und vor allem das Olympische
Viertel mit einem eigenen Hafen. 2004 entstand
noch weiter draußen das Kulturforum mit aber-
mals neuer Bebauung, neuen Hotels und neu
gestalteten Stränden, sodass die urbane Küsten-
linie heute erst am Riu Besòs endet.

Museu Etwa auf Höhe der Kolumbussäule liegen rechts


Maritím die alten Werftanlagen Reiales Drassanes an der
Avinguda de les Drassanes 1. Bereits im 14. Jh.
erbaute man acht große Werfthallen, um der
gestiegenen Bedeutung Barcelonas als Handels-
hafen gerecht zu werden. Zeitweilig konnte an 30
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 148

148 Sehenswertes

Schiffen gleichzeitig gearbeitet werden. Heute ist


hier das interessante Museu Maritím unterge-
bracht. Es zeigt einen Querschnitt durch die mari-
time Vergangenheit Kataloniens vom Mittelalter
ausgehend. Viele Schiffsmodelle, nautische Gerät-
schaften, Marinegemälde, Dioramen und vor
allem nachgestellte Szenen vermitteln sehr an-
schaulich das seemännische Leben. Herausragend
ist dabei eine originalgetreue Nachbildung der
Galeere, die Don Juan de Austria 1571 in der
Schlacht von Lepanto befehligte. Besucher kön-
nen diese betreten, genau wie an anderer Stelle
nachbaute Stauräume von Schiffen und Kajüten.
Geöffnet: täglich 10–20 Uhr, Eintritt: 2,50 ⁄, da wegen
Umbauarbeiten aktuell nur ein Teil der Ausstellung zu be-
sichtigen ist.

L’Aquàrium Nach links könnte man über die Moll de la Fusta


entlang einer Fußgängerpromenade hinüber zum
alten Fischerviertel Barceloneta schlendern.
Oder vielleicht doch lieber geradeaus über die
Rambla del Mar, einer beweglichen Holzbrücke,
die seit 1994 hinüber zur Moll d’Espanya führt.
Dort befindet sich der Komplex Mare Magnum,
ein Zentrum mit diversen Geschäften (u.a. einem
Shop mit Fanartikeln vom FC Barcelona), ein
großes Kino (Cine Imax) und einigen Bars mit
Außenterrasse, wo man sich schon recht nett den
Hafenwind um die Nase wehen lassen kann. Vor
allem befindet sich hier aber L’Aquàrium, eines
der größten Schauaquarien seiner Art in Europa.
Ein breites Spektrum an Meerestieren wird hier
vorgestellt, farbenfrohe Fische aus allen Teilen der
Welt, aber auch aus der heimatlichen Mittel-
meerregion. Die meisten werden in normal gro-
ßen Aquarien gehalten. Stars der Ausstellung sind
aber eindeutig die Haie, die in einem riesigen,
begehbaren Becken schwimmen. Ein Tunnel führt
durch das Becken, sodass über den Köpfen der
Besucher die Haie und andere Fische zum Greifen
nahe vorbeischwimmen.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 149

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 149

Geöffnet: täglich 9.30–21, im Hochsommer bis 23 Uhr.


Eintritt: 17,50 ⁄, Kinder von 4–12 Jahren 12,50 ⁄ und Er-
wachsene über 60 Jahre 14,50 ⁄.

Folgt man der Moll d’Espanya weiter zum Hafen-


rand, stößt man auf die farbenfrohe Skulptur Cap
de Barcelona (Kopf von Barcelona), erschaffen
von Roy Lichtenstein.

Palau Etwas weiter entlang der Küstenlinie wird die Moll


de Mar de la Barceloneta erreicht. Hier dümpeln viele
Sportboote im Hafen und auch einige riesige
Jachten jenseits der Neidgrenze. Genau dort
warten auch mehrere Restaurants mit großer
Außenterrasse, wo man speziell abends richtig
nett speisen kann. Diese Lokale liegen vor dem
großen Gebäude Palau de Mar. Hier ist das
Katalanische Geschichtsmuseum untergebracht
ist. Innen wird der Besucher durch insgesamt 41

Barcelona
Stationen geführt, die herausragende Ereignisse
der katalanischen Geschichte eindrucksvoll dar-
stellen. Wo immer es machbar war, sehr plastisch
mit modellhaften Szenen nachgebildet.
Museu d’Història de Catalunya, geöffnet: Di–Sa 10–
19, So 10–14.30 Uhr, Mo geschlossen. Eintritt: 4 ⁄.

Barceloneta Um in das alte Fischerviertel Barceloneta zu ge-


langen, muss nur einmal die breite Straße Passeig
de Joan de Borbó überquert werden. Dieses
Viertel bildete sich im Jahr 1753 nach einer Er-
weiterung des Hafens. Hier hausten die Fischer
und Hafenarbeiter, hier ging es handfest und
ehrlich zu. Keine Monumentalbauten, wie sonst
so oft in der Stadt zu sehen, sondern enge, kurze
Gassen streng nach geometrischem Muster
geordnet mit hoch aufragenden Häusern. Die
Wäsche flattert vorm Fenster, unten trifft man sich
in einer der vielen Bars. Anlässlich der Olym-
pischen Spiele 1992 wurde Barceloneta ebenfalls
reformiert, was nicht eben wenig Ärger hervorrief.
Vorbei und vergessen, heute ist dieses eines der
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 150

150 Antoni Gaudí

Antoni Gaudí

S o eigenwillig wie seine Bauwerke aussahen, so ungewöhnlich war


auch sein Tod. Antoni Gaudí, der geniale Architekt, der Barcelona
eine ganze Reihe von faszinierenden Bauten bescherte, starb beinahe
unerkannt. Im Alter von 74 Jahren zog er täglich durch die Straßen
der Weltmetropole, lief von seiner damaligen Wohnstätte an der Sa-
grada Familia bis zur Kirche San Felipe Neri, eine Entfernung von meh-
reren Kilometern. Eines Tages war er wieder einmal unterwegs – bis
heute bleibt unklar, ob er verträumt nicht aufpasste oder ob es einfach
fürchterliches Pech war –, als ihn eine Straßenbahn überfuhr. Da er
seinerzeit keineswegs nach einem respektablen und wohlhabenden
Mann aussah, lieferte man ihn zunächst ins Armenhospital ein. Der
Mann, der Barcelonas Gesicht entscheidend geprägt hatte, wurde
schlicht nicht erkannt. Erst einen Tag später entdeckten ihn seine
Freunde, und er wurde schleunigst verlegt. Am 12. Juni 1926 verstarb
Antoni Gaudí an seinen Verletzungen.
Viele Bürger der Stadt konnten seine Visionen nicht nachvollziehen.
Gaudí verstieß mit seinen Werken gegen die herkömmlichen Gebote,
er errichtete Häuser, die weiche, gerundete, fließende Formen
aufwiesen und nicht starr eckig waren. Beeinflusst haben ihn die
damals so populäre Gotik, aber auch orientalische Eindrücke. Als
Ergebnis zeigen sich etliche Bauwerke noch heute als Stilgemisch,
auch in der Verwendung sehr verschiedener Materialien. Gaudí war
sehr katalanisch, so tauchen immer wieder katalanische Elemente in
seinen Werken auf, wie die Fahne oder das Bildnis des Drachens,
abgeleitet vom Drachentöter Sant Jaume.
1852 wurde Gaudí in der Nähe von Tarragona geboren. Bis zum
Alter von sieben Jahren konnte er nur schlecht laufen auf Grund einer
rheumatischen Krankheit. Seine späteren Biographen vertraten die
Auffassung, dass seine relative Bewegungsunfähigkeit ihn zu einem
aufmerksamen Beobachter der Natur und ihrer Phänomene werden
ließ – was seine späteren Arbeiten maßgeblich beeinflussen sollte.
Als Siebzehnjähriger ging er nach Barcelona, um Architektur zu stu-
dieren, wechselte vom ruhigen Landleben in die quirlige Metropole.
Dort versuchte er schon bald, die Phänomene der Natur in seine Ent-
würfe einfließen zu lassen, besonders die Tatsache, dass es in der Na-
tur kaum eine gerade Linie gibt. Das erleichterte nicht gerade die sta-

Das von Gaudí entworfene „Zuckergusshäuschen“


am Eingang zum Park Güell
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Antoni Gaudí 151

tischen Berechnungen, machte die Bauwerke aber interessanter. So fin-


det man heute noch im Park Güell Stützpfeiler, die nicht aufrecht ste-
hend eine zweite Ebene tragen, sondern schräg im 45-Grad-Winkel und
in unregelmäßigen Ausmaßen errichtet wurden. Mit derartigen Ideen
hatte er es zunächst schwer. Er zeichnete und entwarf und studierte
noch nebenbei. Nachdem er schließlich sein Diplom erhielt, soll der
Direktor sich gefragt haben, ob er nun ein Genie oder ein Verrückter sei.
Und tatsächlich mögen manchem Gaudís Visionen verrückt vorge-
kommen sein, nur nicht dem Grafen Güell, der einer der entschei-
dendsten Förderer wurde und etliche Aufträge vergab. Gaudí schuf
unverwechselbare Arbeiten für Güell, wie den Park Güell oder die
Casa Güell im Zentrum von Barcelona. Dominierend wie immer sind
hier die fließenden Formen, die dem Ganzen einen fast surrealis-
tischen Eindruck geben.
Alle Bauwerke werden von Ornamenten geschmückt, deren Form
und Stil selbst auch Anlass zum Staunen geben neben der ungewöhn-
lichen Bauweise des Ganzen. Gaudís Bauwerke fallen auch heute

Barcelona
noch derart aus dem Rahmen, dass selbst architektonische Laien
sofort ein Haus im Gaudí-Stil identifizieren können.
204cd Foto: bb
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 152

152 Sehenswertes

pittoresken Viertel der Stadt, nicht zuletzt wegen


der vielen guten Fischrestaurants.
Direkt hinter Barceloneta erstreckt sich der
schöne Sandstrand Platja de Barceloneta. Früher
bestand der Strand vor Barcelona nur aus einem
Klecks Sand, doch zu den Spielen 1992 holten die
Stadtplaner auch hier zum großen Wurf aus. Nicht
nur eine neue Promenade entstand, sondern die
ganze Küstenlinie wurde gleich mit komplett
umgestaltet. Heute kann man sich an einem fast
zwei Kilometer langen Sandstrand sonnen, und
das nur wenige Schritte vom hektischen Zentrum
entfernt.

Seilbahn Ganz in der Nähe erhebt sich der Torre de Sant


Sebastià, von dem die Seilbahn Transbordador
aéri zu einer Fahrt über das ganze Hafengebiet
bis hinüber zum 80 Meter hoch gelegenen Aus-
sichtspunkt Miramar am Berg Montjuïc führt. Eine
tolle Möglichkeit, das Panorama der Stadt und des
Hafens aus einzigartiger Perspektive zu sehen.

Barri Gòtic Das „gotische Viertel“ umreißt das Urgebiet


Barcelonas, bereits zur Zeit der Römer existierte
hier ein erstes Heerlager. Etwa dort, wo sich heute
die Plaça Sant Jaume befindet, kreuzten sich die
beiden wichtigsten Wege der römischen Siedlung.
Später breitete sich die Stadt aus, wurde moder-
ner, avantgardistischer, mutiger. Alle Moden
überdauert hat jedoch das gotische Viertel, und
genau deshalb dürfte es bei allen Barceloninern
wie Touristen so beliebt sein.
Enge, verwinkelte Gassen verlaufen hier im
Wortsinn kreuz und quer, enden abrupt oder
knicken urplötzlich ab, noch enger werdend. Die
Häuser ragen vier, fünf Stockwerke hoch, selten
schafft es ein Sonnenstrahl bis zum Boden. Es war
und ist das Viertel der einfachen Leute, auch,
wenn mehr und mehr Touristen durch die Gassen
streifen und in einigen Straßenzügen moderne
Boutiquen die kleinen Tante-Emma-Läden abge-
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 153

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 153

löst haben. Im Laufe der Zeit wurde das Barri


Gòtic eben „chic“. Das Bild wandelt sich, doch
urig geht es hier noch immer zu. Wilde Spelunken
findet man genauso wie nette Weinlokale, Imbiss-
buden bieten Snacks an. Viele kleine Geschäfte
und schrille, schräge Shops haben noch bis weit in
die Nacht hinein geöffnet.
Ein wenig aufpassen sollte man aber speziell
nachts schon, denn wo viele Ausländer unterwegs
sind, halten sich eben auch immer einige Taschen-
diebe auf. Ich habe selbst unangenehme Erfah-
rungen gemacht!

Palau Fast schon ein wenig am Rande dieses Viertels


de la liegt der Palau de la Música. Das sehenswerte
Música Gebäude wurde vor etwa 100 Jahren vom
modernistischen Architekten Lluís Domènech i
Montaner geschaffen. Schon von außen beein-
druckt es mit einer originellen Fassadenarchi-

Barcelona
tektur, aber der Glanzpunkt ist drinnen zu finden:
Das Auditorium wird von einer enormen Kuppel
aus kunstvoll gestaltetem und buntbemaltem Glas
erleuchtet.
Adresse: Carrer Sant Francesc de Paula 2, www.palau
musica.org. Besichtigungen sind nur geführt möglich.
Dauer: 55 Min., täglich zwischen 9 und 15 Uhr, im August
bis 18 Uhr, auch auf Englisch. Eintritt: 12 ⁄. An der
Vorverkaufsstelle zeigt ein Bildschirm die Anzahl freier
Tickets für die jeweiligen Uhrzeiten an. Tickets können
auch übers Internet gebucht werden.

Església An der Plaça del Pi steht die Esglèsia del Pi. Am


del Pi Wochenende findet hier ein Kunstmarkt statt, am
Samstag von 11 bis 20.30 Uhr, am Sonntag von 11
bis 14.30 Uhr, leider nicht im August.

Kathedrale Die Kathedrale ist ein mächtiges, beeindrucken-


des Gotteshaus, das einem Millionenpublikum im
Herbst 1997 bekannt wurde, als die Tochter des
spanischen Königs hier heiratete. An der Kathe-
drale wurde lange Jahre gebaut, von 1298 bis
1448, während die Fassade und Kuppel aus dem
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 154

154 Sehenswertes

161cd-sm Foto:

19. Jh. stammen. Beeindruckend ist der Anblick


vom Vorplatz mit dem gewaltigen Eingangstor
und den weit ausladenden Treppen. Hier treffen
sich übrigens jeden Sonntag von 12 bis 14 Uhr
Bürger der Stadt, um Sardana zu tanzen!
Im Inneren befinden sich insgesamt 29 Kapel-
len, aber auch ein rußgeschwärztes Kruzifix, das
angeblich aus der Seeschlacht von Lepanto (1571
gegen die Türken) stammen soll. Unter dem

Im Inneren der Kathedrale


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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 155

Hauptaltar in der Krypta ruhen in einem weißen


Marmorsarg die Gebeine der heiligen Eulalia, der
Patronin der Kathedrale. Beeindruckend sind auch
die schönen Glasmalereien oben an den Fens-
tern. Fällt ein Sonnenstrahl dort durch, zeichnet er
das Muster unten auf dem Boden nach. Bemer-
kenswert ist auch der gar nicht einmal so große
Kreuzgang. Im Zentrum steht ein kleiner Brunnen
mit einer Abbildung des Drachentöters Sant Jordi.
Im Teich schwimmen übrigens immer 13 Gänse,
die schon seit uralten Zeiten als aufmerksame
Wächter bekannt sind. 13 deshalb, da sie an Santa
Eulalia, die Patronin von Barcelona, erinnern, die
im Jahr 290 im Alter von 13 Jahren den Märtyrer-
tod starb.

Geöffnet: 8–19.30 Uhr. Der Eintritt ist zwischen 8 und 13


Uhr sowie zwischen 17 und 19.30 Uhr frei. Bei Gottes-
diensten wird aber ein Großteil des Innenraums abgesperrt.

Barcelona
Zwischen 13 und 17 Uhr kostet der Eintritt 5 ⁄, angemesse-
ne Kleidung wird erwünscht und am Eingang kontrolliert.

Plaça Rechts an der Kathedrale vorbei durch die Carrer


Sant del Bisbe Irurita wird die Plaça Sant Jaume
Jaume erreicht. Hier lag die Schnittstelle der zwei wich-
tigsten Wege der römischen Siedlung. Aber auch
heute noch trägt der Platz die geballte Würde und
den Stolz der Katalanen, liegt hier doch der Palau
de la Generalitat de Catalunya, also der Regie-
rungssitz der katalanischen Regierung. Jeden
Mittag ertönt ein Glockenspiel vom Gebäude der
Generalitat. Über dem Eingangstor fällt das Bildnis
des Drachentöters Sant Jaume auf, dem Patron
von Katalonien.
Gegenüber liegt das Ajuntament, das Rathaus.
Schon im 13. Jh. wurde den Bürgern von Barcelo-
na das Selbstverwaltungsrecht gewährt. Daraus
entstand später der Consell de Cents, der „Rat der
Einhundert“, der Stadtrat von Barcelona.
Die Plaça Sant Jaume über die Carrer Llibreteria
verlassen und dann links in die Carrer Verguer ein-
gebogen, die zur Plaça del Rei führt.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:58 Seite 156

156 Sehenswertes

026cd Foto: sm

Palau An der relativ kleinen Plaça del Rei befindet sich


Reial der Palau Reial Major, der ehemalige Sitz des Kö-
Major nigs. Früher befand sich hier der Thronsaal, Saló
del Tinell, ein riesiger Raum, in dem die spani-
schen Könige Kolumbus nach seiner ersten Fahrt
empfingen. Es ist ein verschlungener Gebäude-
komplex, in dem heute auch zwei Museen unter-
gebracht sind: das Museu d’Història de la Ciutat
und das Museu Frederic Marès.

Museu Hier wird besonders die römische Vergangenheit


d’Història gezeigt. Im Untergeschoss befinden sich Ausgra-
de la Ciutat bungen, die noch an ihrem ursprünglichen Ort
liegen. Außerdem erklären Tonwaren, Mosaike,
Fundamente von Gebäuden und ganzen Straßen-
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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 157

Barcelona

zügen den römischen Alltag. In den oberen Stock-


werken wird die Stadtentwicklung aus späteren
Jahrhunderten erklärt.
Adresse: Plaça del Rei s/n, Tel. 932 562 100, geöffnet:
1.10.–30.3. Di–Sa 10–14 und 16–19 Uhr, 1.4.–30.9. Di–Sa
10–20 Uhr, So ganzjährig 10–20 Uhr, Mo geschlossen.
Eintritt: 6 ⁄.

Museu Das Museum zeigt eine private Sammlung religiö-


Frederic ser und profaner Skulpturen aus dem Mittelalter
Marès und der Romanik, die Sammlung stammt vom
Bildhauer Frederic Marès (1893–1991). In der obe-

Abendliche Illumination der


Wasserspiele an der Plaça Espanya
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158 Sehenswertes

ren Etage befindet sich eine bunte volkstümliche


Sammlung von Alltagsgegenständen aus verschie-
denen Epochen der bürgerlichen Lebenswelt
Barcelonas.
Adresse: Plaça de Sant Lu 5–6, Tel. 932 563 500, voraus-
sichtlich bis Frühjahr 2011 geschlossen.

Barri Die jetzt beschriebene Zone heißt Barri del Born


del Born und ist noch eine Spur uriger als das Barri Gòtic.
Hier verlaufen noch einige extrem schmale Gas-
sen mit fast schon klassischen Torbögen, diffusem
Laternenlicht und jahrhundertealten Häusern.
Was besonders am Abend eine reizvolle Atmo-
sphäre abgibt. Außerdem liegen hier einige sehr
authentische Bars!

Museu Zurück zum Vorplatz der Kathedrale gehen und


Picasso nach rechts zur breiten und stark befahrenen Vía
Laietana. Dieser nach rechts folgen, bis links die
Carrer Princesa abzweigt. Hier entlanggehen, bis
rechts die Carrer Montcada folgt; dort liegt das
Picasso-Museum. Insgesamt an die 3500 Werke
dieses großen Künstlers werden in würdevollem
Rahmen in zwei gotischen Adelspalästen ausge-
stellt. Ein Überblick über die einzelnen Schaffens-
perioden geben sowohl erste jugendliche Werke
als auch spätere Meisterwerke.
Geöffnet: Di–So 10–20 Uhr, Eintritt: 9 ⁄.

Carrer Das Museu Picasso liegt in der c/Montcada, einer


Montcada der beeindruckendsten Straßen der Altstadt mit
etlichen gotischen Gebäuden, die aus der Zeit des
13. bis 15. Jh. stammen, als die Stadt erweitert
wurde. Reiche und Adlige errichteten sich zu die-
ser Zeit hier eindrucksvolle Villen. Da es später
vielfach zu Umbauten kam, trägt nur noch ein
Haus seine Original-Fassade aus dem 15. Jh., die
Casa Cervelló-Guidice, Hausnummer 35. Weitere

In den engen Gassen des Barri del Born


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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 159

historische Gebäude sind Palau Dalmases (Nr. 20),


Casa del Niño Jesús (Nr. 18), Palau de les Mar-
queses de Lió (Nr. 12, heute Museu Tèxtil) und
Palau Berenguer d’Aguilar (Nr. 15).
Der Carrer Montcada in Richtung Meer fol-
gend, wird die Kirche Santa Maria del Mar er-
reicht. Ein Gotteshaus, mit dessen Bau 1329 be-
gonnen wurde, gesponsert vom Barceloniner
Geldadel, Schiffsbesitzern und Händlern, die ein
elegantes Bauwerk in der Nähe ihrer Stadthäuser
platziert haben wollten. Besonders eindrucksvoll
sind hier die Glasmalereien über dem Hauptein-
gang. Sie gilt heute als die beliebteste Kirche der
Stadt. Das zeigt schon die lange Warteliste der
Heiratswilligen, die sich hier trauen wollen.

Passeig Bei der Kirche beginnt der Passeig de Born, eine


de der Hauptachsen im Viertel Barri del Born, was
Born streng genommen nicht mehr zum gotischen Vier-

Barcelona
tel zählt. Hier findet man in noch viel stärkerem
Maße sehr enge Gassen. Die Häuser stehen kaum
mehr als einen Meter auseinander und würden in
jedem Krimi eine tadellose Kulisse abgeben.
Deshalb wurden auch genau hier einige Szenen
162cd Foto: sm
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160 Sehenswertes

des Films „Das Parfum“ gedreht. Ist schon ziem-


lich urig dort. Viele Läden und viele Bars findet
man in den etwas breiteren Straßen.
Am oberen Ende des Passeig del Born liegt die
beliebte alte Markthalle Mercat del Born.

Passeig Mitte des 19. Jh. stieß das Wachstum der Stadt im
de Gràcia Wortsinn an seine Grenzen. Deshalb beschloss
und 1854 die Verwaltung, die nördliche Stadtmauer
L’Eixample abzureißen und einen völlig neuen Erweiterungs-
bau zu realisieren. Dieses neue Viertel bekam den
katalanischen Namen L’Eixample, was nichts ande-
res bedeutet als „Erweiterung“. Geplant wurde ein
Stadtteil nach streng geometrischem Muster, die
einzelnen Häuserblocks („Manzanas“ genannt)
maßen 133,33 x 133,33 Meter und hatten alle
abgeschrägte Häuserecken an den Kreuzungen. So
entstanden teilweise prächtige Bauten, breite
Straßen und großzügige Kreuzungen. Haupt-
schlagader dieses Viertels ist der Passeig de
Gràcia. Diese Straße führt von der zentralen Plaça
Catalunya hoch nach Norden als prächtiger
Boulevard, bis sie auf die große kilometerweit
durch die Stadt verlaufende Avinguda Diagonal
163cd Foto: sm
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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 161

trifft. Erst jenseits dieser Straße verliert sich der


Passeig de Gràcia so in dem eher kleinbürgerlich-
studentischen Viertel Barri de Gràcia.
Der Passeig de Gràcia ist eigentlich kein Flanier-
boulevard, dafür herrscht hier zuviel Verkehr und
Unruhe. Trotzdem flanieren dort immer viele
Menschen, da es etliche gute Geschäfte gibt und
nicht zu wenige Bars. Aber natürlich bleiben die
vielen Häuser im Modernismusstil das herausra-
gende Element. Besondere Erwähnung verdienen
die drei Gebäude der Illa de la Discòrdia (Insel
der Zwietracht). Dieser Ausdruck bezieht sich
nicht auf etwaigen Streit unter den Architekten,
sondern meint die nicht enden wollende Diskus-
sion der Passanten um die Frage des schönsten
Bauwerks. Die drei Häuser sind vom Beginn des
20. Jh. und zeigen drei unterschiedliche Baustile.
Casa Batlló, Passeig de Gràcia 43 entstand
1904–1906 durch Gaudí. Wie immer bei Gaudí ist

Barcelona
es ein Gebäude mit vielen kurvigen Linien, wie
das Dach, die Balkone und die gesamte Außenfas-
sade zeigen. Angeblich wurde in der Außenfassa-
de sogar die Legende von Sant Jordi, dem Dra-
chentöter, abgebildet.
Geöffnet: 9–20 Uhr, Eintritt: 17,80 ⁄.

Casa Amatller, Passeig de Gràcia 41, wurde von


Josep Puig i Cadafalch im Jahr 1898 erbaut. Auffäl-
lig die fast schon geometrischen Formen mit An-
lehnungen an den arabischen und gotischen Stil,
vor allem bei den Fenstern erkennbar.

Geführte Besichtigungen für Einzelpersonen Mi 12 Uhr,


Preis: 10 ⁄, inklusive einer Schokolade Amatller. Infos: Tel.
934 877 217, www.amatller.org

Casa Lleó Morera, Passeig de Gràcia 35, erbaute


Lluís Domènech i Montaner 1902–1906. Eine sehr

Casa Batlló von Gaudí bei Nacht


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162 Sehenswertes

164cd Foto: sm

ornamentenreiche Fassade mit geschwungenen


Balkonen ziert dieses Eckgebäude, das sich auch
noch in die benachbarte Straße zieht.
Weitere modernistische Bauten an der Passeig
de Gràcia sind beispielsweise die Casa Marfà,
(Hausnummer 66), entstanden zwischen 1901
und 1905. Oder Palau Robert (Nr. 107) oder auch
die Casa de Ramón Casas (Nr. 96). Aber das be-
merkenswerteste Haus steht an der Nummer 92
und stammt von Gaudí, die Casa Milà. Das ge-
waltige Haus entstand zwischen 1905 und 1910
und wird auch La Pedrera genannt, „Der Stein-
bruch“. Es war Gaudís letztes Werk, bevor er sich
ausschließlich der Sagrada Familia widmete. Es ist
ein Wohnhaus von acht Etagen um zwei Innenhö-
fe gelegen. Schon von außen fallen die typischen
geschwungenen Formen auf. Diese Idee setzte
Gaudí konsequent auch im Inneren um, im gan-
zen Gebäude gibt es keine gerade Wand.

La Pedrera

„Unbewegliche Figur“ auf der Rambla vor staunenden Zuschauern


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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 163

Casa Milà, geöffnet: 1.11.–28.2. 9–18.30 Uhr, 1.3.–


31.10. 9–20 Uhr, Eintritt: 10 ⁄.

La Etwas abseits vom Passeig de Gràcia, aber immer


Sagrada noch mitten in L’Eixample, liegt die Kirche Sagrada
Familia Familia. Ein Wahrzeichen für Barcelona ist diese
Kirche, natürlich auch von Gaudí entworfen. Der
Bau wurde bis heute nicht abgeschlossen, man
arbeitet immer noch auf Basis der Eintrittsgelder
und Spenden. 1882 wurden ursprünglich einmal
die Bauarbeiten begonnen, kurze Zeit später über-
nahm Gaudí die Weiterführung. Er stellte sich
etwas völlig Neues vor, ein Gotteshaus mit 18 Tür-
men. Im Zentrum sollte sich ein 170 Meter hoher
Turm erheben, weitere, die zwölf Apostel, die vier
Evangelisten und die Jungfrau Maria symbolisie-
rende, drumherum. Einige Türme wurden auch
bislang errichtet, fertiggestellt ist die Kirche jedoch

Barcelona
193cd Foto: sm
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 164

164 Sehenswertes

noch lange nicht. Über eine Wendeltreppe gelan-


gen Besucher in die Spitze eines der Türme, von
wo man eine sagenhafte Aussicht genießt. Gaudís
Idee war es auch, dass alle Bauelemente Symbole
und Anlehnungen an die Bibel darstellen sollten.
Zwei Eingangsbereiche sind fertiggestellt, von
dem besonders die Außenfassade Fachada de la
Natavitat reich an Ornamenten und Allegorien ist.
In der Krypta ruht der Baumeister selbst, er wurde
1926 von einer Straßenbahn überfahren.
Geöffnet: 9–20, Herbst/Winter bis 18 Uhr. Eintritt: 12 ⁄.

Montjuïc Der Berg Montjuïc erhebt sich auf 173 Meter Hö-
he in unmittelbarer Nähe zum Hafen. Eine stra-
tegisch äußerst günstige Lage, die schon früh-
zeitig erkannt wurde. Bereits 1640 baute man hier
die Festung Castell de Montjuïc, die damals al-
lerdings nur aus Holz bestand und trotzdem den
Angriffen der Truppen von König Felipe IV. stand-
hielt. Später entstand dann eine wuchtige Festung
aus Stein, die lange Zeit auch als Militärgefängnis
genutzt wurde. Das ist alles Geschichte, heute be-
findet sich dort ein Museum. Montjuïc wandelte
radikal sein Gesicht vor zwei Großveranstaltungen
im vergangenen Jahrhundert. 1929 wurde die
Weltausstellung gefeiert und dazu entstanden
mehrere Großprojekte an der Nordseite des Ber-
ges. Anlässlich der Olympischen Spiele 1992 ent-
standen dann mehrere Sportstätten, wie beispiels-
weise das große Olympiastadion. Heute ist der
Montjuïc eine großzügige begrünte Anlage, in
der mehrere tolle Sehenswürdigkeiten stehen. Ei-
ne Straße schlängelt sich von dem sogenannten
Eingangstor, der Plaça d’Espanya, bis ganz ans En-
de des Berges, wo man von einem Aussichtspunkt
einen fantastischen Blick über Barcelona hat.
Außerdem schwebt genau von dort eine Seilbahn
über den Hafen wieder hinunter zum alten Fi-
scherviertel Barceloneta. Es ist ein weiter Weg von
der Plaça d’Espanya bis zum Aussichtspunkt, aber
der Stadtbus Nr. 50 befährt die gesamte Stecke.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 165

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 165

Plaça Ein sehr großzügiger Platz – an dem die beiden 47


d’Espanya Meter hohen Türme auffallen, sie bildeten den
Eingangsbereich für die Weltausstellung 1929.
Durch dieses Tor führt die Avinguda de la Reina
María Cristina und wird flankiert von mehreren
Ausstellungsgebäuden, in denen noch heute
regelmäßig Messen stattfinden. Diese breite, aber
nicht allzu lange Promenade führt am Palau de
Congresos (links) vorbei, auf einen riesigen Spring-
brunnen vor einem großartigen Palast zu. Da
dieses Gebäude schon etwa 50 Meter erhöht
liegt, führen großzügige Treppen, begleitet von
Wasserspielen, hinauf.
Der Clou aber ist die abendliche Illumination
der Wasserspiele, ein Schauspiel, das im Sommer
jeden Abend um 22 Uhr beginnt. Untermalt von
klassischer Musik werden die Springbrunnen zu
Wasserspielen, die, choreografisch mit der Musik
abgestimmt, farbenprächtige Bilder zaubern.

Barcelona
Termine: Mai–Sept. Do, Fr, Sa, So 21–23.30 Uhr, Okt.–
Apr. Fr und Sa 19–21 Uhr, nicht im Nov. und Dez.

Museu Direkt dahinter erhebt sich das Museu Nacional


Nacional d’Art de Catalunya. Es ist in einem prächtigen Ge-
d’Art de bäude untergebracht, im Palau Nacional, der zwi-
Catalunya schen 1926 und 1928 für die Weltausstellung
gebaut wurde. Es ist eines der wichtigsten Museen
von Barcelona, beherbergt es doch eine Samm-
lung der romanischen Kunst aus ganz Katalonien.
Hier wurden sakrale Fundstücke aus katalanischen
Kirchen zusammengetragen, Altäre, Riesengemäl-
de und die besonders beeindruckenden Wand-
und Deckenmalereien. Diese wurden in mühevol-
ler Arbeit von den Wänden der Dorfkirchen gelöst
und im Museum wiederaufgebaut, in den Dörfern
blieben nur Kopien zurück. Weiterhin ist eine
wertvolle Sammlung sakraler gotischer und baro-
cker Kunst ausgestellt, ergänzt um wechselnde
Ausstellungen zu unterschiedlichsten Themen.
Geöffnet: Di–Sa 10–19, So 10–14.30 Uhr, Mo geschlos-
sen, Eintritt: 8,50 ⁄, ersten So im Monat freier Eintritt.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 166

166 Sehenswertes

Weltaus- Der Pabellón Mies van der Rohe liegt ein kleines
stellungs- Stück rechts vom Palau Nacional. Ludwig Mies van
Pavillon der Rohe konstruierte das in klaren Linien gehalte-
ne Gebäude im Bauhausstil ebenfalls anlässlich
der Weltausstellung, was damals einer mittleren
Sensation gleichkam. Nach der Ausstellung wurde
das Gebäude wieder abgebaut. Das aktuelle Haus
ist ein Nachbau aus dem Jahr 1986.
Geöffnet: tägl. 10–20 Uhr, Eintritt: 4,50 ⁄.

Poble Poble Espanyol schließt sich unmittelbar an. Eben-


Espanyol falls zur Weltausstellung 1929 kreiert, sollte hier
ein Einblick in die verschiedenen kulturellen und
architektonischen Sehenswürdigkeiten ganz Spa-
niens gegeben werden. Diesem Anspruch werden
die 117 Gebäude noch heute gerecht, und so
kann man eine Rundreise durch Spanien auf engs-
tem Raum unternehmen. Mittlerweile hat sich das
Poble Espanyol auch zu einem beliebten Treff-
punkt für Nachtschwärmer entwickelt, da es hier
reichlich Geschäfte und vor allem Bars gibt.
Geöffnet: Mo 9–20, Di–Do 9–2, Fr, Sa 9–4 Uhr, So 9–24
Uhr, Eintritt: 8,50 ⁄, Kinder (7–12 Jahre) 5,50 ⁄.
165cd Foto: sm
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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 167

Anella Das ist das olympische Viertel auf dem Montjuïc,


Olímpica das anlässlich der Olympischen Spiele 1992 kom-
plett renoviert wurde. Zu besichtigen sind das
Olympiastadion, ursprünglich aus dem Jahr 1929
stammend, das Schwimmbad und der Palau Sant
Jordi, in dem 17.000 Zuschauer Platz finden. Eine
Art Symbol der 92er Olympiade wurde der Fern-
sehturm Torre de Calatrava, dessen auffällige Bau-
weise weithin sichtbar ist. Das ursprüngliche Sta-
dion wurde bereits in den 1930er Jahren erbaut,
um hier die sogenannten alternativen Olympi-
schen Spiele im Gegensatz zu den offiziellen, die
im Hitler-Deutschland stattfanden, zu begehen.
Diese fielen aber nach dem Ausbruch des Bürger-
krieges 1936 dann doch aus. Das Stadion wurde
1992 anlässlich der Olympischen Spiele komplett
renoviert, behielt aber seine historische Außen-
fassade.

Barcelona
Museu Liegt direkt neben dem Olympiastadion und ist
Olímpic i sehr sehenswert für Sportfans! Gezeigt wird ein
de l’Esport bunter Querschnitt durch die Welt des Sports mit
einigen Schwerpunkten. Beispielsweise wird die
Entwicklung der Technik und der Ausrüstung an
verschiedenen Sportarten (Boxen, Radfahren, Fuß-
ball) dargestellt. Im zentralen Raum gibt es dann
sehr viele audiovisuelle, teils interaktive Medien.
Umrahmt wird das Ganze von sehr beeindrucken-
den Sportfotos. Obendrein gibt es eine große Ab-
teilung zu den Olympischen Spielen von 1992, die
ja in Barcelona stattfanden.
Richtig eindrucksvoll auch die Mitmachszene:
Auf einer etwa 10 Meter langen und lebensgroßen
Leinwand wird durch Leuchtpunkte ein mensch-
licher Körper dargestellt. Ein Countdown zählt von
Fünf auf Null und dann rast der Leuchtpunkt-Kör-
per los, und zwar im Tempo des 100 Meter-Welt-

Skulptur am Eingang zur Fundació Joan Miró


134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 168

168 Sehenswertes

rekords! Wer möchte, kann über 10 Meter gegen


diesen Weltrekordläufer mitlaufen. Desgleichen
für die Hoch- und Weitsprung-Weltrekorde.
Geöffnet: Okt.–Mai Di–Sa 10–18, So 10–14.30 Uhr,
April–Sept. Di–Sa 10–20 Uhr, So 10–14.30 Uhr, Mo ge-
schlossen. Eintritt: 4 ⁄.

Fundació Wieder ein Stückchen weiter der Straße gefolgt,


Joan Miró erreicht man unter der Adresse Av. Miramar 71
die Fundació Miró. Hier befindet sich eine Aus-
stellung zu Ehren des Multitalents Joan Miró, der
Bildhauer, Maler und Grafiker war. Die Fundació
Joan Miró zählt zu den schönsten Gebäuden in
der Museumslandschaft, ein großzügiges, helles
Gebäude, das nicht überfrachtet wirkt von Expo-
naten. Auf der Dachterrasse stehen einige farben-
frohe Skulpturen, die hier besonders gut bei Son-
nenschein vor der weißen Hauswand wirken.
Geöffnet: Di–Sa 10–20 Uhr (Okt.–Juni 10–19), Do 10–
21.30, So 10.30–14.30 Uhr, Mo geschlossen, Eintritt:
8,50 ⁄.

Standseil- Ein Stückchen weiter folgt die Station der Stand-


bahn seilbahn Funícular Montjuïc, die hinunter in die
Stadt klettert. Zur alten Burg Castell de Montjuïc
schwebt gemächlich eine Seilbahn hoch. Oben
hat man einen tollen Fernblick über die halbe
Stadt, den Hafen und weit hinaus aufs Meer. Dort
befindet sich ein Militärmuseum mit einer Ausstel-
lung von historischen Waffen.

Miramar Dann wird ganz am Ende der Straße der Aus-


J. Costa sichtspunkt Miramar J. Costa Llobera erreicht, von
Llobera wo man einen exzellenten Blick auf den Hafen
und das Viertel Barceloneta hat. Erkennbar dürfte
die Kolumbusstatue sein, der Admiral steht am En-
de der Rambles und blickt nach Westen.

Die wunderschöne Bank im Park Güell


134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 169

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 169

Nur ein paar Schritte entfernt liegt die Station


des sogenannten Transbordador aéri, einer Seil-
bahn, die vom Montjuïc quer über den Hafen
schwebt bis zu den Stränden von Barceloneta. Ei-
ne tolle Möglichkeit, Barcelona einmal von oben
zu sehen, schwebt die Gondel doch in 50 Metern
Höhe. Weit unten scheinen Miniaturautos zu fah-
ren, liegen Hochseejachten im Hafen und guckt
man Leuten auf die Dachterrasse.
Der Transbordador aéri verkehrt alle 15 Minuten ab etwa
11 bis 19 oder 20 Uhr, je nach Jahreszeit. Preis: einfach
9 ⁄, hin und zurück 12,50 ⁄.

Weitere Sehenswürdigkeiten
Die folgenden Sehenswürdigkeiten liegen um den
Innenstadtkern herum.

Barcelona
Park Ein weiterer fantastischer Entwurf von Antoni Gau-
Güell dí, gebaut für Eusebi Güell, einen Unterstützer des
Architekten. Ein weitläufiger Park entstand, in
dem alle Gebäude, Treppen, Springbrunnen und
Ruhezonen in fließenden Formen gebaut wurden.
Städtische Elemente sollten in Harmonie mit der
Natur entstehen, in Anlehnung an englische Park-
166cd Foto: sm
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 170

170 Sehenswertes

landschaften, die Güell so sehr schätzte. Das aus-


gewählte Gelände lag damals etwas abseits und
stark erhöht, sodass Gaudí die Höhenunterschie-
de in die Planung einbezog. So findet man gleich
am Eingang die für ihn so typisch geschwungenen
Treppen, später eine Art zweistöckige Ebene, de-
ren obere Etage durch 84 schräg gestellte Stütz-
pfeiler getragen wird. Die geteilte Treppe hinter
dem Haupteingang führt in ihrer Mitte einen
Springbrunnen mit dem aufgerissenen Maul eines
Drachens, alles aus schöner Keramik gefertigt. Die
obere, offene Etage wird von einer sich rundum
schlängelnden Bank begrenzt.
Adresse: Carrer de Olot, Metro: Lesseps, der Park ist
täglich 9–21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Casa Casa Museu Gaudí liegt ebenfalls mitten im Park.


Museu Hier lebte der Meister fast zwei Jahrzehnte, bevor
Gaudí er in die Sagrada Familia übersiedelte. Ein kleines
Museum erinnert an sein wechselvolles Leben.
Geöffnet: 10–18, im Sommer bis 20 Uhr, Eintritt: 5,50 ⁄.

Tibidabo Der Tibidabo ist ein 512 Meter hoher Berg mit
wunderbarer Aussicht auf die Stadt und einem
Freizeitpark, allerdings etwas umständlich zu errei-
chen. Die sogenannte Tramvia Blau, die letzte
funktionierende historische Straßenbahn Barcelo-
nas, befährt am Wochenende die 1276 Meter lan-
ge Strecke von der Plaça Kennedy bis zur Plaça
Doctor Andreu, von wo es per Zahnradbahn wei-
ter hoch geht.
Oben befindet sich der älteste Vergnügungs-
park der Stadt, Parque de Atracciones del Tibida-
bo, auf einem Gelände von 70.000 Quadratme-
tern mit diversen Fahrgeschäften und Spielbuden.
Zu erreichen: Per Metro ist Tibidabo nicht zu er-
reichen. Von der Plaça Catalunya mit der blauen
Vorortlinie L-7 fahren bis Station Av. Tibidabo, von
dort geht es mit der historischen Straßenbahn
Tramvia blau weiter und schließlich noch ein Stück
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 171

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Sehenswertes 171

mit der Zahnradbahn. Alternativ mit dem Bus


Nr. 58 von Plaça Catalunya bis Av. Tibidabo und
weiter wie oben. Ganz bequem geht es mit dem
Bus T-2, der fährt ab 10.30 Uhr an den Tagen, an
denen der Park geöffnet ist von der Plaça Cata-
lunya, konkret von der Ecke Rambla Universitat
vor dem Gebäude Caja Madrid.

Museu Das Museu F.C. Barcelona ist für Fußballfans ein


F.C. unbedingtes Muss, aber auch für weniger Kicker-
Barcelona begeisterte ein lohnendes Ziel. Kaum ein Ort in
der ganzen Stadt, mit Ausnahme des Platzes vor
der Kathedrale während der sonntäglichen Sarda-
na-Tänze, atmet soviel katalanischen Stolz. Beina-
he andächtig schreiten ganze Familien durch die
Trophäensammlung eines der besten Fußballclubs
der Welt, fotografieren sich gegenseitig vor den
Schaukästen, in denen an die 1000 Pokale ausge-
stellt sind, umrahmt von Postern der Mann-

Barcelona
schaften, Fotos entscheidender Spielszenen und
Devotionalien, wie die Schuhe eines Spielers, mit
denen ein siegbringendes Tor geschossen wurde.
Der Clou ist eine Besichtigung des Stadions
Camp Nou. Der Besucher steigt hinab in die Kata-
komben, schaut in die ziemlich unspektakulären
Umkleidekabinen, passiert dann auf dem Weg
zum Rasen sogar eine kleine Kapelle. Jawoll, kurz
vor dem Anpfiff können sich die Spieler letzten
göttlichen Beistand abholen. Und dann steht man
unten am Spielfeldrand, schaut hoch und stellt
sich vor, dass 100.000 Zuschauer einem gerade
zujubeln.
Zum Abschluss wirft jeder einen Blick in den
Fanshop, wo es alles in den Clubfarben azul-grana
zu kaufen gibt.
Av. Arístides Maillol s/n, Eingang Nr. 7 und 9, www.
fcbarcelona.cat. Geöffnet: Apr.–Okt. Mo–Sa 10–20 Uhr,
sonst Mo–Sa 10–18.30, So 10–14.30 Uhr, an Spieltagen
bis 15 Uhr, bei Heimspielen ohne Stadionbesuch. Eintritt:
Stadion und Museum: 17 ⁄, ermäßigt für Rentner, Studen-
ten und Kinder bis 13 Jahre 14 ⁄. Anfahrt: Metro „Coll-
blanc“ oder „Maria Cristina“ (ein etwas weiterer Weg).
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172 Praktische Tipps

Praktische Tipps
Unterkunft
Zone Hotel Balmes ⁄⁄⁄⁄, c/ Mallorca 216, Tel. 934 511 914,
Passeig Fax 934 510 049, www.derbyhotels.com. Ein modernes
Haus mit kleinem Innenhof, fünf Blocks vom Passeig de
de Gràcia Gràcia entfernt, zur Plaça de Catalunya sind es zwei Me-
trostationen Fahrt. Gutes Frühstück und zweckmäßige Räu-
me, die nur etwas klein ausfallen. In den Zimmern Kunst-
werke katalanischer Künstler, außerdem WiFi. Im Innenbe-
reich gibt es einen kleinen ruhigen Garten und einen Pool.

Zone Hotel Rivoli Ramblas ⁄⁄⁄⁄, La Rambla 128, Tel. 934 817
Rambles 676, Fax 933 175 053, www.rivolihotels.com. Beste Lage,
historisches Haus, modern im Art-Déco-Stil umgebaut. 125
und gute Zimmer in unterschiedlichen Stilrichtungen eingerich-
Barri Gòtic tet (u.a. japanisch) mit WiFi, insgesamt nur 150 Meter von
der zentralen Plaça Catalunya entfernt. Von einigen Zim-
mern toller Blick auf die Rambles. Oben gibt es eine Ter-
rasse mit Bar. Neben den recht hohen Standardpreisen
werden aber immer auch Sonderangebote gemacht, eine
Nachfrage lohnt!
Hotel Sant Augustí ⁄⁄⁄⁄, Plaça Sant Augustí 3, Tel. 933
181 658, Fax 933 172 928, www.hotelsa.com. Zentral gele-
gen, 50 Meter von der Rambla entfernt hinter der Markt-
halle Boquería vor einem relativ ruhigen Platz. Modern,
funktional, 77 Zimmer. Neben EZ und DZ gibt es auch
Dreier- und Familienzimmer mit WiFi. Das Haus bietet
verschiedene Angebote, auch einen speziellen „Weekend-
Tarif“.
Hotel Rialto, ⁄⁄⁄⁄, c/ Ferrán 42, Tel. 933 185 212, Fax
933 185 312, www.gargallohotels.es. Zentral gelegenes
Haus im Barri Gòtic, 125 moderne, aber etwas kleine Zim-
mer. Etwas verwinkelter Bau, der Frühstücksbereich nebst
einer Bar befindet sich unten im Keller. Prima Lage mitten
im Barri Gòtic.
Hotel Banys Orientals ⁄⁄⁄⁄, c/ Argenteria 37, Tel. 932
688 460, Fax 932 688 461, www.hotelbanysorientals.com.
Zentralste Lage im Barri Gòtic, noch dazu in einer Fußgän-
gerzone. 43 moderne, teilweise kunstvoll dekorierte Zim-
mer in einem leicht verwinkelten Gebäude. Angeschlossen
ist ein beliebtes Restaurant.
Hotel Catalunya ⁄⁄⁄⁄, c/ Santa Anna 24, Tel. 933 019
150, Fax 933 189 403. Zwei-Sterne-Hotel mit 40 Zimmern
in einem schlanken Haus, nah am oberen Ende der Rambla.
Relativ schlichte Zimmer, dafür aber absolut zentrale Lage.
Internacional Cool Local Hotel ⁄⁄–⁄⁄⁄⁄, Rambla 78–80.
Tel. 933 022 566, www.husa.es. Dieses 59-Zimmer-Haus
liegt direkt im Herzen der Stadt und zählt zur Kette der Hu-
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 173

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Praktische Tipps 173

sa-Hotels. Neuer Name, neuer Auftritt: 2009 komplett re-


noviert und nun mit einem frischem Charme, wozu auch
ein Panoramalift zählt. Auf jeder Etage WiFi-Points, Zeitun-
gen und Getränke. Die Zimmer sind von einer gewissen
schlichten Eleganz und alle unterschiedlich gestaltet, die
oberen haben WiFi gratis und sogar einen Laptop. Ganz
oben gibt es eine Terrassen-Bar.
Pensión Jardi ⁄⁄, Plaça Sant Josep Oriol 1, Tel. 933 015
900, Fax 933 425 733, www.hoteljardi-barcelona.com. Das
Haus macht schon von außen einen guten Eindruck, hat
40 Zimmer mit winzigen Balkonen und liegt an einem rela-
tiv ruhigen Platz.
Catalonia Avinyó ⁄⁄, c/ Avinyó 16, Tel. 932 702 171, Fax
932 702 171, www.hoteles-catalonia.com. Untergebracht
in einem historischen Haus, aber sehr modern und ohne
jeglichen Schnörkel eingerichtet. Allerdings sind die Zim-
mer etwas klein. Insgesamt eine sehr zentrale Lage im Bar-
ri Gòtic, nur wenige Schritte neben der zentralen c/ Ferran.
Petit Palace Opera Garden ⁄⁄⁄⁄, Boqueria 10, Tel. 933
020 092, Fax 933 021 566, www.hthoteles.com. Auch die-
ses Hotel liegt sehr zentral (50 m von den Rambles ent-
fernt) und wurde in einem historischen Gebäude unterge-
bracht. 61 Zimmer mit hochmodernen Einrichtungen, ein

Barcelona
lichtdurchfluteter Innenhof mit teilweise uralten Bäumen.

Budget Kabul Hostel ⁄, Plaça Reial 17, Tel. 933 185 190, www.ka
bul-hostel.com. Ein klassisches Backpacker’s Hostel, wo
sich Globetrotter aus aller Welt treffen. Angeboten werden
Doppel- und Mehrbettzimmer (4, 6, 8, 10, 18, 20 Betten)
zu einem für Barcelona unschlagbaren Preis von ca. 10–15 ⁄
pro Kopf. Natürlich darf man nicht viel mehr als ein Bett er-
warten, dafür wohnt man sehr zentral an der Plaça Reial.
Centric Point ⁄–⁄⁄, Passeig de Gràcia 33, Tel. 932 312
045, www.centricpointhostel.com. Ein schickes Haus, di-
rekt an einer edlen Flaniermeile gelegen. Die Umgebung
ist sicher etwas hochpreisiger, aber übermäßig weit ist es
nun auch nicht zur Rambla und zur Altstadt. Insgesamt 400
Betten in EZ, DZ aber überwiegend in Schlafsälen mit bis
zu acht Betten. Freier Internetzugang, größerer Gemein-
schaftsbereich mit Bar.
Sea Point Alberg juvenil ⁄, Plaça del Mar 1–4, Tel. 932
312 045, www.equity-point.com. Legeres Haus in fast
schon privilegierter Lage unmittelbar am Stadtstrand. Ins
Zentrum zur Altstadt sind es vielleicht 15 Minuten Fußweg,
aber ein Bus fährt fast von der Haustür bis zur Rambla.
Schlafräume mit vier, sechs oder acht Betten, unten gibt es
eine Bar. Frühstück und Internet inklusive.

Camping Direkt in der Stadt gibt es schon seit vielen Jahren


keinen Campingplatz mehr. Etwa 15 km nördlich
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 174

174 Praktische Tipps

von Barcelona liegt der Ort El Masnou und dort


befindet sich knapp außerhalb der Campingplatz
„Masnou“ an der N-II bei Km 633, fast in Sichtwei-
te zum Meer. „Trotz der Lage erstaunlich ruhig“,
schrieb ein Leser. Vom Platz sind es fünf Minuten
Fußweg zum Bahnhof, von wo man in 23 Minuten
Barcelonas Zentrum bei der Plaça Catalunya mit
der Linie 1 erreicht.

Camping Masnou, c/ Camil Fabra 33, Tel./Fax 935 551


503.
Camping Tres Estrelles in Gavà, ca. 10 km südlich von
Barcelona an der C-31 Richtung Castelldefels am Km 187.
Direktbus L-95 fast vom Eingang bis zur Plaça Catalunya,
Ecke Rambla de Universitat. Infos: www.camping3estrel
las.com, Tel. 936 331 525, geöffnet: 15.3.–15.10.

Essen und Trinken

Keine Frage, in Barcelona gibt es Tausende von


Lokalen, hierzu ließe sich schon ein eigener Gas-
troführer schreiben. Deshalb an dieser Stelle nur
ein paar Tipps.
Entlang Nr. 24: Restaurant Amaya, Tel. 933 021 037, ein kleines
der Rambla Lokal, unweit des Hafens, beinahe ein Klassiker.
Nr. 45: Mikel Etxea, Tel. 933 014 062, baskische Tapas-
Bar mit sehr breiter Auswahl.
Nr. 87: Sukaldari, Tel. 933 181 531, direkt an der Rambla
gelegene baskische Tapas-Bar, mit einer unschlagbar brei-
ten Auswahl.
Nr. 74: Cafè de l’Òpera, Tel. 933 024 180, altehrwürdi-
ges Kaffeehaus.
Nr. 117: Restaurant La Poma, Tel. 933 019 400, es gibt es
internationale Küche (Pizza, Pasta) in klimatisiertem Raum,
von der oberen Etage genießt man den Ausblick auf die
Rambles.
Nr. 127: Cervecería Naviera, Tel. 933 019 225, rustikal
einfach, aber leckerste Tapas, günstig für die Rambles-Zone.

Barri Hier ist es teilweise schwierig, ein bestimmtes Lokal zu


Gòtic finden. Die Straßen sind ziemlich eng, teilweise recht kurz,
und bevor man ein kleines Restaurant gefunden hat, hat
man bereits fünf andere passiert, die auch gut aussahen.
Els Quatre Gats, c/ Montsio 3, Tel. 933 024 140. Ein
Klassiker seit 1897, in dem sich früher Künstler und Intellek-
tuelle trafen und an einfachen, rustikalen Tischen wortreich
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 175

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Praktische Tipps 175

die Welt verbesserten. An den Wänden hängen Fotos, die


an diese Epoche erinnern. Immer noch ein beliebter Treff.
Restaurant El Pi Antíc, Plaça de Sant Oriol 4, hübsches,
altes Restaurant mit mediterraner Küche.
Restaurant Los Caracoles, Carrer Escudellers, Tel. 933
023 185, unverwüstlich seit beinahe Jahrzehnten. Gut zu
erkennen an dem Hähnchenspieß, der sich draußen über
offener Flamme dreht.
El Gran Café, c/ Avinyò 13, Ecke c/ Sant Miquel, Tel. 933
187 986. Stilvolles Lokal mit schöner Einrichtung.
La Fonda, c/ Escudellers 10, Tel. 933 017 515. Sehr be-
liebtes Lokal auf zwei Ebenen. Gute katalanische Küche,
vor allem zur Mittagszeit immer schwer belagert.
Les Quinze Nits, Plaça Reial 6, Tel. 933 173 075. Jeden
Abend bilden sich hier beeindruckende Schlangen, und
man möchte meinen, dass es hier Stunden dauert, bis man
einen Platz bekommt. Weit gefehlt, es geht ziemlich flott.
Das Lokal ist sehr beliebt, weil es relativ günstig ist und ei-
ne recht breite Auswahl bietet.
Sant Jaume, c/ Jaume I. 8–10, Tel. 933 428 529. Ein alt-
ehrwürdiges Lokal (existiert seit 1932) mit etwas Patina
und viel Holz-Dekor. Gutes Essen, beispielsweise ein ver-
nünftiger Mittagstisch.

Barcelona
Schilling, c/ Rauric, Ecke c/ Ferrán 23, Tel. 933 176 787.
Café-Bar-Mischung mit Stil. An der Wand hunderte von
Weinflaschen. Sehr beliebt in der Gay-Szene.

Im Barri Im Barri del Born, rund um die Kirche Santa María,


del Born versammelten sich noch in den 1980er Jahren die „Alter-
nativos“, heute findet man hier viele angesagte Bars, vor
allem am Passeig del Born, in Höhe der Markthalle oder
direkt bei der Kirche.
Euskal Etxea, Placeta de Montcada 1, Tel. 933 107 961,
liegt unweit vom Picassomuseum. Authentische baskische
Tapas-Bar, sie gilt als die älteste baskische Bar in Barcelona.
Sagardi Euskal, c/ Argenteria 63, Tel. 933 199 993. Eine
weitere sehr beliebte baskische Tapas-Bar mit kleiner
Außenterrasse.

Hafen- Sete Portes, Passeig Isabel II. 14. Tel. 933 193 033. Un-
und gewöhnliche Öffnungszeit für Spanien: von 13 bis 01 Uhr
durchgehend. Beliebt bei Touristen wie bei Einheimischen.
Strandzone Gute Reisgerichte in historischem Ambiente unweit vom
Hafen, seit 1836 in Betrieb.

In Im ehemaligen Fischerviertel sollte man gute


Barceloneta Fischlokale erwarten können, so ist es auch:
Can Majo, c/ Almirall Aixada 23, Tel. 932 215 818, Mo
geschl. Sehr populäres Restaurant mit Terrasse am Strand.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 176

176 Praktische Tipps

Paco Alcalde, c/ Almirall Aixada 12, Tel. 932 214 597,


schick aufgemacht, trotzdem klein und gemütlich.
Can Ramonet, c/ Maquinista 17, Tel. 933 193 064. Das
Gebäude soll das älteste von Barceloneta sein mit rund
240 Jahren auf dem Buckel. Sowohl Tapas als auch Menü.
El Vaso de Oro, c/ Balboa 2, Tel 933 193 098. Kleines
Lokal mit großer Tapas-Auswahl und erstaunlicherweise
mit unterschiedlichen Bierglasgrößen, die alle einen eige-
nen Namen tragen.
Rey de la Gamba, Paseo de Joan Borbó 46, Tel. 932 256
400. Sehr großes Fischlokal am Hafen, das sich mittlerwei-
le über mehrere Gebäude erstreckt. Sehr große Terrasse,
insgesamt eine breite Auswahl.

Shopping

Einkaufen in Barcelona ist ein endloses Thema.


Deshalb hat die Stadt auch einen eigenen Stadt-
plan herausgegeben mit den wichtigsten Geschäf-
ten unter dem Titel „The Barcelona Shopping
Line“. In der Innenstadt zwischen Rambles und
Barri Gòtic finden sich Geschäfte mit alltäglichen
Waren, kleine Tante-Emma-Läden, die meist von
Pakistanis betrieben werden und bis tief in die
Nacht geöffnet haben, angesagte Boutiquen (vor
allem in der c/ Portaferrissa) oder auch Antiquitä-
tenläden (c/ Casanyas).
Im Viertel L’Eixample liegen an der Rambla Catalunya
und noch viel mehr entlang des Passeig de Gràcia viele
Geschäfte der gehoberen oder gar Luxus-Klasse. Weitere
Geschäfte findet man dann in den abzweigenden Straßen
c/ València, c/ Mallorca, c/ Diputació.
Entlang der Av. Diagonal reihen sich abermals zahlreiche
Läden, nicht nur der gehobeneren Art, aber eben auch.
Dort sind auch einige Shopping-Komplexe zu finden.

Einkaufs- El Corte Inglès, Plaça Catalunya 14.


zentren Boulevard Rosa, Passeig de Gràcia 51–55.
Mare Magnum, Moll d’Espanya s/n.
L’Illa, Av. Diagonal 569.

Kunst und Kitsch werden an der Rambla angeboten


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Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Praktische Tipps 177

Märkte Antiquitäten: Plaça del Pi, Do 9–20 Uhr.


Antiquitäten: Auf der Plaça Nova vor der Kathedrale, Do
9–20 Uhr.
Münzen und Briefmarken, Plaça Reial, So 9–14 Uhr.
Gemälde, Plaça de Sant Josep Oriol (Barri Gòtic), Sa am
Vormittag und So 10–22 Uhr.
Lebensmittel, Boqueria, Rambla 101, Mo–Sa 8–20 Uhr.
Fisch und Meeresfrüchte, Plaça de la Font, Barceloneta,
Mo–Sa 7–15 Uhr.
Kunsthandwerk, Rambla Santa Mónica 1, Sa 17–1 Uhr.

Service
Post: Plaça Antoni López, beim Hafen, schräg gegenüber
von Barceloneta.

Feste
23. April: Sant Jordi, Patron von Katalonien. Gleichzeitig
Fest des Buches. An diesem Tag verschenkt man eine Rose
und ein Buch an geliebte Menschen. Aus diesem Grund
stehen entlang der Rambla Dutzende von Bücherständen.

Barcelona
16. Juli: Verge del Carme, zu Ehren der Patronin der
Fischer und Seeleute feiert man im Viertel Barceloneta.
11. September: La Diada, der Nationalfeiertag von
Katalonien, mit der größten Feierlichkeit in Barcelona, zur
Erinnerung an eine heroische, aber verlorene Schlacht
gegen die Truppen von Felipe V. im Jahr 1714.
194cd Foto: sm
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 178

178 Praktische Tipps

24. September: Patronatsfest Verge de la Merced.


8.–23. Dezember: Weihnachtsmarkt vor der Kathedrale.

Verkehrsverbindungen
Flugplatz Der Flugplatz liegt in Prat de Llobregat, ca. 12 Kilometer
außerhalb von Barcelona. Infos: Tel. 932 983 838 oder
www.aena.es. Der große Flugplatz hat zwei unterschied-
liche Terminals, die etwa 4 km voneinander entfernt liegen.
Der neue Terminal (T-1 genannt) wurde 2009 eröffnet.
Hier sollen einmal alle Flüge abgefertigt werden. Im alten
Terminal (T-2 genannt) landen aber noch einige Gesell-
schaften. Beide Terminals sind durch einen Shuttle-Bus ver-
bunden.

Verbindungen in die Stadt:


Per Bus: Sowohl vom alten als auch vom neuen Terminal
fährt jeweils ein unterschiedlicher Direktbus in die Stadt
zur zentralen Plaça Catalunya. Beide tragen die seitliche
Aufschrift „Aerobus“, nur vorne sind die Unterschiede mit
„T-2“ oder eben „T-1“ vermerkt. Frequenz: etwa alle 10 Mi-
nuten, Fahrzeit: etwa 30 Min., je nach Verkehr, mit einem
Stopp an der Plaça Espanya. Preis: 5 ⁄, hin und zurück:
8,65 ⁄, Tickets gibt’s beim Fahrer.
Achtung: Beide Busse halten an der Plaça Catalunya an
der gleichen Stelle (vor dem Kaufhaus El Corte Inglés), also
aufpassen, dass man bei der Rückfahrt zum Flugplatz nicht
den falschen Bus erwischt.
Stadtbus 46: Dieser Stadtbus fährt von beiden Termi-
nals bis zur Plaça Espanya. Vorteil: Hier gilt bereits die Zeh-
nerkarte T-10, Nachteil: Der Bus hält wesentlich häufiger
als der Aerobus und hat eine Frequenz von 20 Minuten.
Per Bahn: Der Bahnhof am Flugplatz wird über eine lan-
ge Fußgängerbrücke nur vom alten Terminal T-2 erreicht.
Reisende, die am neuen Terminal ankommen, müssen den
Shuttle-Bus rüber zum alten Terminal nehmen. Leider fährt
momentan die Linie 10 der Bahn nicht mehr vom Airport
direkt bis in die City zum Bahnhof Estació de Françia. Zur-
zeit fährt vom Flugplatz die Linie C-2 „Norte Aeroport –
Sant Celoni/Maçanet“ durch die Stadt weiter in die Voror-
te. Wer in die Altstadt möchte, steigt an der ersten Station
nach dem Flugplatz (in El Prat de Llobregat) um in die Bahn
der Linie R2-Sud, die bis zum Bahnhof Estació de França
fährt.
Zu anderen Zielen in Barcelona kann die Bahn auch ge-
nommen werden, sie stoppt an drei Stationen im Stadtge-
biet, von denen die beste Wahl zum Umsteigen „Sants“ ist.
Dies ist der Hauptbahnhof von Barcelona und man hat di-
rekten Anschluss an die Metro. Ein Umsteigen im Bahnhof
Passeig de Gràcia ist weniger zu empfehlen, weil dies ein
sehr großer unterirdischer Bahnhof ist, bei dem man erst
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 179

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Praktische Tipps 179

205cd Foto: bb

Barcelona
durch sehr(!) weite Tunnel laufen muss, um die Metro zu
erreichen. Keine gute Idee mit viel Gepäck.
Dauer der Fahrt bis Sants: 19 Min., Frequenz: alle
30 Min., hier gilt schon die Zehnerkarte T-10, Einzelpreis:
2,80 ⁄.
Per Taxi: Ein Taxi ins Zentrum sollte so etwa 25 ⁄ kosten.

Bahn Der Hauptbahnhof Barcelona Sants liegt etwas außer-


halb vom Zentrum an der Plaça dels Països Catalans s/n.
Hier enden die meisten nationalen und internationalen Zü-
ge. Direkter Anschluss ans Metronetz, eine Touristeninfo in
der Haupthalle und ein gutes, aber leider mittlerweile recht
teures Hotel sind auch vorhanden.
Vom unterirdischen Bahnhof Plaça Catalunya fahren
Nahverkehrszüge in die nähere Umgebung, beispielsweise
an die Costa Brava, ebenso vom Bahnhof Plaça d’Espan-
ya, von wo es beispielsweise nach Montserrat geht.
Bahnhof Estació de França, Av. Marqués de l’ Argentera,
liegt zwischen dem Fischerviertel Barceloneta und dem
Barri Gòtic. Neben einigen wenigen nationalen und inter-
nationalen Fernzügen enden hier vor allem die Züge der
Linie L-10, die vom Flughafen kommt.

Bus- Offiziell heißt der zentrale Busterminal Estació Central


terminal de Autobuses Vilanova-Nord, aber jeder kennt ihn nur
unter „Estació del Nord“. Zu finden an der c/ Alí Bei 80,

Frisches Obst auf dem Markt


134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 180

180 Praktische Tipps

unweit der Metrostation „Arc de Triomf“, etwas außerhalb


vom Barri Gòtic gelegen. Hier enden die internationalen
und sehr viele nationale Verbindungen.

Auto Abgesehen von der recht flotten Fahrweise muss sich der
ausländische Autofahrer auch auf einen ziemlich lässigen
Umgang mit der Frage „Wo darf/kann ich parken?“ einstel-
len. Das sollte aber niemanden verleiten, hier mitzuma-
chen. Im Gegenteil, jedem Autofahrer sei geraten, eine be-
wachte Tiefgarage aufzusuchen. Es ist nicht ganz einfach,
einen Parkplatz im Zentrum zu finden, hier Tipps zu inner-
städtischen Parkhäusern:
Passeig Colom, direkt vor der unübersehbaren, farben-
frohen Statue Cap de Barcelona liegt eine Tiefgarage.
An der Vía Laietana, direkt vor der Kathedrale, befindet
sich ebenfalls eine Tiefgarage.
Am Passeig de Gràcia gibt es an der Ecke zur c/ de
València ebenfalls eine Tiefgarage.

Innerstädtischer Transport
Metro Am einfachsten zu durchschauen ist wohl das U-Bahn-
Netz, die Metro. Insgesamt 5 Linien durchschneiden die
Stadt zwischen 5 und 24 Uhr, Fr u. Sa bis 2 Uhr. Zumeist
wartet man kaum länger als fünf Minuten. Einziger Haken:
In einigen Umsteigestationen läuft man teilweise sehr wei-
te Wege, so beispielsweise an der Station Passeig de Grà-
cia oder auch bei Diagonal. Besser meiden.
Tickets: Neben einem Einzelticket (1,40 ⁄) kann man
sich preiswerte Zehnerkarten (T-10, 7,85 ⁄) kaufen oder
auch Mehrtageskarten, die bis zu fünf Tage Gültigkeit
haben. Vor dem Betreten eines Bahnsteiges muss die Karte
vor der Sperre in einen Schlitz gesteckt werden, erst da-
nach öffnet sich die Sperre. Die Karte flutscht am anderen
Ende wieder heraus. Aber nicht gleich danach wegwerfen,
an manchen Stationen gelangt man nur auf die gleiche
Weise auch wieder ins Freie.
Infos: www.tmb.net.

Stadtbus Das ist wohl jedes Mal das größte Rätsel, in einer fremden
Stadt das Bussystem zu durchschauen. Etwa 60 Linien exis-
tieren, außerdem etliche Nachtbusse. Touristisch interes-
sante Linien:

Nr. 10: von Barceloneta bis zur Sagrada Familia.


Nr. 17: Barceloneta – Vía Leitana – Palau de la Música
zur Plaça Catalunya, weiter über Passeig de Gràcia.
Nr. 19: fährt vom Hafen beim Mare Magnum über die
Vía Laietana bis zur Sagrada Familia.
Nr. 24: fährt von der Plaça Catalunya bis direkt vor den
Eingang vom Park Güell.
134-181d.qxd 19.05.2010 11:59 Seite 181

Karte S. 138, Zentrum Umschlag vorn Praktische Tipps 181

Nr. 50: fährt vom Passeig de Gràcia über die Gran Vía de
les Corts Catalans an der Plaça d’Espanya vorbei hoch zum
Montjuïc.
Nr. 55: fährt von der Plaça Catalunya hoch zum Montjuïc
bis zum Castell Montjuïc.
Nr. 59: vom Passeig Marítim am Hafen entlang der
Rambles zur Plaça Catalunya.

In den Bussen gelten sowohl die Zehnerkarten der Metro


als auch alle Tageskarten; diese müssen bei Fahrtantritt an
einem Automaten im Bus abgestempelt werden.

Bus Turístic Eine touristische Buslinie, für die ein spezielles Ticket
nötig ist. Dieser Bus fährt auf drei Strecken alle wichtigen
Sehenswürdigkeiten der Stadt an, die Fahrgäste können je-
derzeit ein- oder aussteigen. Neben dem Ticket für einen
oder zwei Tage gibt es ein Büchlein mit sehr vielen Rabat-
ten, vor allem bei Eintrittspreisen. Ideal für Leute, die we-
nig Zeit haben. Zentraler Abfahrtspunkt ist die Plaça Cata-
lunya. Preis: 1 Tag 22 ⁄, 2 Tage 29 ⁄, Kinder (4–12 Jahre)
14 und 18 ⁄.
Ähnliches zu fast identischen Preisen bietet das Unter-

Barcelona
nehmen Barcelona Tours an. Die zentralen Abfahrtsstellen
liegen bei der Kolumbussäule oder an der Plaça Catalunya.

Weitere Eine Standseilbahn (Funícular) verkehrt von der Avingu-


Transport- da del Parallel (gleichnamige Metrostation) zur Seilbahn-
station auf halbem Weg hoch zum Montjuïc von 7.30–22
möglich- bzw. bis 20 Uhr, im Winter alle 10 Minuten. Hier gilt die
keiten Zehnerkarte.
Die Seilbahn (Telefèric) weiter hoch zum Montjuïc fährt
von April–November zwischen 10 und 20 Uhr, ansonsten
10–18 Uhr. Preis einfach 6,30 ⁄/ Hin- und Rückfahrt 9 ⁄.
Gondeln einer Seilbahn (Transbordador aéri del port)
schweben von Barceloneta quer über den Hafen bis hoch
zum Berg Montjuïc ab 11 Uhr alle 15 Minuten bis etwa 19
oder 20 Uhr, je nach Jahreszeit. Preis einfach 9 ⁄/Hin- und
Rückfahrt 12,50 ⁄.
Tramvia Blau, die letzte historische Straßenbahnlinie von
Barcelona, fährt von der Avinguda del Tibidabo bis zur
Seilbahnstation an der Plaça del Dr. Andreu, von wo es mit
einer Zahnradbahn hoch auf den Berg Tibidabo geht.
Frequenz: Mitte Juni bis Mitte September täglich von 10–
20 Uhr, sonst am Sa u. So ab 10 Uhr, etwa alle 30 Min.
Preis einfach 2,80 ⁄/ Hin- und Rückfahrt 4,30 ⁄.

Taxi Freie Taxen, die man an dem eingeschalteten grünen


Lämpchen auf dem Dach erkennt, kann man einfach an-
halten, ansonsten stehen sie sowieso an allen touristisch
wichtigen Orten.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 182

182 Die nördliche Costa Daurada

033cd Foto: sm
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 183

Die nördliche Costa Daurada 183

Die nördliche
Costa Daurada
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 184

184 Überblick

Überblick
In diesem Kapitel wird das Gebiet zwischen Bar-
celona und Tarragona beschrieben. Dabei zählen
die nördlichsten Orte, Sitges und Vilanova i la Gel-
trú, streng genommen nicht zur Costa Daurada.
Beide Städte liegen außerhalb der Provinz Tarra-
gona und gehören eigentlich zur Costa de Gar-
raf. Sie wurden hier aber mit aufgenommen, weil
sie an die Costa Daurada angrenzen und das Bild
vervollständigen und weil der Begriff „Costa de
Garraf“ nicht so bekannt ist.
Der nördliche Bereich der Costa Daurada ist re-
lativ dicht besiedelt, die Nähe zur Millionenstadt
Barcelona macht sich bemerkbar in der erstklassi-
gen Anbindung durch Schiene und Straße. Die
Küstenorte leben sowohl vom nationalen als auch
vom internationalen Tourismus, aber auch in nicht
geringem Maße von Wochendausflüglern. Kein
Wunder, locken doch zumeist sehr schöne Strän-
de und in vielen Orten eine angenehme Promena-
de. Die parallel zur Küste verlaufende National-
straße N-340 und die Bahnlinie zerschneiden die
meisten Orte. „Oben“ liegt dann das geschäftige
Zentrum, „unten“ die touristische Meile.
Unbedingt sehenswert sind das Städtchen Sit-
ges mit einem äußerst attraktiven Ortskern, außer-
dem die „Hauptstadt des katalanischen Schaum-
weins Cava“, Sant Sadurní, sowie die benachbar-
te „Hauptstadt des Weines“, Vilafranca del Pene-
dès. Ganz in der Nachbarschaft von Sitges liegt
die geschäftige Kleinstadt Vilanova i la Geltrú,
die zwar wenig architektonische Reize zu bieten
hat, aber ein paar interessante Museen. Ein Muss
ist nicht nur für Liebhaber des Genres der Besuch
im Eisenbahnmuseum, in dem ein paar Dutzend
altehrwürdige Dampflokomotiven ausgestellt sind.

Seite 182/183: Calafell: Wenig los am Strand in der Nachsaison


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 185

Karte Umschlagklappe hinten Castelldefels 185

Auch historisch Interessierte kommen auf ihre


Kosten. In Tarragona stolpert man förmlich auf
den Spuren der Römer von einer archäologischen
Fundstätte zur nächsten. In Calafell rekonstruierte
man ein etwa 2500 Jahre altes Dorf der Iberer,
und in Altafulla wartet ein Museum mit dem ehe-
maligen Anwesen eines römischen Herrschers auf
Besucher. Daneben lohnt in Altafulla auch ein
Bummel durch den äußerst reizvollen Altstadt-
kern. Auch in El Vendrell ist die Altstadt sehens-
wert, genauso wie das hochinteressante Museum
zu Ehren des weltbekannten Cellisten Pau Casals.
Dieser nördliche Bereich der Costa Daurada
eignet sich ideal für geruhsame Strandtage in Ver-
bindung mit etwas Sightseeing in kleinen netten
Orten sowie Tagesausflügen nach Tarragona, Bar-
celona und ins Weinanbaugebiet.

Castelldefels

Nördliche Costa Daurada


Einwohner: 62.000
PLZ: 08860
Entfernung nach Barcelona: 20 km
Touristeninformation: c/ Pintor Serrasanta 4,
08860 Castelldefels, Tel. 936 352 727, Fax 936 352 726,
www.castelldefelsturisme.com, info@castelldefelsturisme.
com. Geöffnet: Juni–Sept. Mo–Fr 10–19, Sa/So 10–14
und 15–20 Uhr, Okt.–Mai Mo–Fr 9–13 und 15–17 Uhr.

Die Stadt liegt sehr dicht an Barcelona, aber noch


näher zum Flughafen, was nicht immer Freude
bringt. Der Ort selbst profitiert von seiner Nähe
zur Weltstadt. Viele Pendler wohnen hier. Umge-
kehrt flüchten die Großstädter gern an den Strand
von Castelldefels. Denn der hat es in sich! Über
viele Kilometer zieht sich ein breiter, feinsandiger
Strand entlang der Küste. Er hat sogar eine eigene
Bahnstation, namens Castelldefels Platja. Von
hier erreicht man den Strand in nur fünf Minuten
zu Fuß.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 186

186 Castelldefels

Castelldefels und Barcelona sind bestens ver-


bunden durch Nationalstraßen, Autobahn und
eine gut frequentierte Eisenbahnlinie. Es verkehren
sogar Nachtbusse direkt bis ins Herz der Welt-
stadt zur Plaça Catalunya.

Der Strand
Die Platja de Castelldefels sei exakt 4810 Meter
lang, so hat es mal jemand nachgemessen. Don-
nerwetter, möchte man da sagen, zumal der
Strand auch noch äußerst breit, nämlich 100 Me-
ter und klassisch feinsandig, leicht bräunlich ist.
Tatsächlich zieht sich der Strand aber unter wech-
selnden Namen noch viel weiter: Über gut 14 Kilo-
meter bis hin zum Ort Prat de Llobregat, wo auch
der Flughafen liegt, bzw. in die andere Richtung
nicht ganz so weit, über 1600 Meter bis zum Ha-
fen Port Ginesta. Insgesamt also eine beein-
druckende Strandlänge von gut und gern 20 Kilo-
metern.
Castelldefels hat zwei Bahnstationen. Der
„Hauptbahnhof“ (Castelldefels) liegt mitten im Ort
und etwa 1,5 Kilometer vom Strand entfernt, aber
Bus-Nr. L-75 fährt vom Ortskern dorthin. An der
zweiten Bahnstation (Castelldefels Platja) stoppen
nur wenige Züge. Von diesem Bahnhof gelangt
man sehr schnell zu Fuß zum Strand. Der schöne-
re Strandabschnitt liegt aber ein paar Kilometer
weiter nördlich, unweit vom Olympiakanal. Dort
verläuft eine ruhige Strandpromenade mit ganz
wenigen, aber guten Lokalen. Der Stand zeigt sich
dort sehr breit und wird von ein paar Dünen be-
grenzt. Diese Zone ist insgesamt sehr schön, ste-
hen dort doch vereinzelt Villen, einige wenige
Apartmenthäuser und ganz wenige Hotels. Alle-
samt eingebettet in einen Pinienwald bzw. in die

Der Strand von Castelldefels ist fast wie auf Sylt ...
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 187

Karte Umschlagklappe hinten Castelldefels 187

201cd Foto: jf

Ausläufer von einzelnen Pinien-Gruppen. Den


dort verlaufenden Strand begleitet eine unspekta-
kuläre, aber durchaus angenehme Promenade, an

Nördliche Costa Daurada


der sehr vereinzelt Lokale mit Strandterrassen lie-
gen. Alles in allem sehr nett, sehr ruhig. Weiter
zum Ortskern wird es schon etwas trubeliger,
denn dort stehen größere Apartment-Anlagen di-
rekt am Strand, herrscht mehr Straßenverkehr.

Sehenswertes
So recht was Sensationelles kann man sich in Cas-
telldefels nicht anschauen. Allerdings wurde an-
lässlich der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona
ein künstlicher Wasserkanal für die Ruderwett-
bewerbe geschaffen. Der Ortsname geht auf eine
kleine Burg zurück, die im 10. Jahrhundert auf ei-
nem Hügel erbaut wurde und damit weithin sicht-
bar war. Sie sollte die benachbarte Ortskirche San-
ta María del Castell schützen, denn damals lag die
Gemeinde im Grenzgebiet zum maurischen Reich.
Die Burg wurde zweimal (1550 und 1734) ausge-
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 188

188 Castelldefels

baut, jeweils zum Schutz vor Piratenüberfällen. Als


diese Überfälle endeten, verkam die Burg und war
Ende des 19. Jh. nur noch eine Ruine. Bereits 1897
fand eine erste Restaurierung statt, knapp einhun-
dert Jahre später erfolgte dann eine gründliche
zweite. Dabei wurden auch einige archäologische
Überreste der Iberer und Römer gefunden, die
zum Teil nun in der Kirche ausgestellt sind.

Praktische Tipps
Unterkunft Gran Hotel Rey Don Jaime ⁄⁄⁄⁄, Av. Hotel 22, Tel. 936
651300, Fax 936 645 151, www.grup-soteras.com. Das ers-
te Haus am Platze mit 234 Zimmern, die zum größten Teil
Meerblick haben.
Hotel Solifemar ⁄⁄⁄, Passeig Marítim 38, Tel. 936 360
848, Fax 936 657 200, www.solifermar.com. Kleines Haus
mit 20 DZ und 24 Apartments in der sprichwörtlichen ers-
ten Reihe. Optisch wirkt es eher etwas nüchtern, die Zim-
mer haben Balkon und sind okay. Zum Strand muss nur
einmal die Straße überquert werden.
Hotel Ibis ⁄⁄⁄ , Avda. Ferrocarril 342, Tel. 936 342 175,
Fax 936 362 035, www.ibishotel.com. Mittelgroßes Haus
(74 Zimmer) einer internationalen Hotelkette mit funktio-
naler, durchdachter Einrichtung. Gutes Preis-Leistungs-Ver-
hältnis. Liegt 1500 Meter entfernt vom Strand, ist aber gut
per Auto über die C-32 (Barcelona – Sitges) erreichbar;
Abfahrt Nr. 46, „Castelldefels Centre“. Auch vom Bahnhof
sind es nur zehn Minuten Fußweg.
Hotel Playafels ⁄⁄⁄–⁄⁄⁄⁄, Passeig Ribera 1–9, Tel. 936
651 250, Fax 936 641 001, www.grupo-soteras.com. Klei-
nes Vier-Sterne-Haus mit 34 Zimmern, das in einer ruhigen
Seitenstraße direkt am Strand liegt. Eine Querstraße ent-
fernt befinden sich ein paar Lokale.

Camping Tres Estrellas, 1. Kategorie, in Gavà, Tel. 936 330 637,


Fax 936 331 525 www.camping3estrellas.com, geöffnet:
15.3.–15.10. Naturbelassener Platz für knapp 1000 Besu-
cher, unter Pinien am Strand gelegen. Zu erreichen über
die C-31, Richtung Castelldefels, km 186,2. Bushaltestelle
des Direktbus L-95 nach Barcelona 200 m entfernt.

Essen und Restaurant La Canasta, Passeig del Mar 3, Tel. 936 656
Trinken 857. Beliebter Klassiker mit Fisch- und Reisgerichten.
Restaurant La Gioconda, Passeig Marítim 177, Tel. 936
645 107, Mo geschlossen. Gute Pizza und Fischgerichte!
Marisquería Rangel, Passeig Marítim 185, Tel. 936 364
384. Klassisches Fischlokal mit großer Terrasse an der
Hauptstraße, etwa im mittleren Strandbereich.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 189

Stadtplan S. 192 Sitges 189

Para Vós, Passeig Marítim 25, Tel. 936 658 611. Nettes
unspektakuläres Lokal ganz im oberen (nördlichen) Be-
reich des Strandes mit größerer Terrasse. Gute Gerichte zu
fairen Preisen. „Para vós“ ist übrigens argentinisch und
heißt „für dich“; hier arbeiten auch etliche Argentinier, wie
man unschwer an deren melodischem Akzent hören kann.

Feste Juli: An den meisten Freitagen findet ein Festival de Dan-


za (Tanz-Festival) statt.
14.–16. Juli: Festa del Mar, auch unter dem Festivitäten-
namen Verge del Carme landesweit bekannt. Mehrere Akti-
vitäten am Strand, u.a. eine nachgespielte Piratenattacke,
abends dann dort Tanz und Feuerwerk.
16. August: Festa Major, Patronatsfest, gleichzeitig eine
Art Sommerfest, bei dem u.a. gegants zum Auftritt kommen.
Juli: Fast jedes Wochenende findet ein dreitägiges Stadt-
teilfest statt.

Sitges
Einwohner: 27.600
PLZ: 08870
Entfernung nach Barcelona: 40 km
Touristeninformation: Patronat Municipal de Turisme,

Nördliche Costa Daurada


c/ Sínia Morera 1, Tel. 938 109 340, Fax 938 944 305,
www.sitgestur.cat, info@sitgestur.com. Geöffnet: 15.6.–
15.9. Mo–Sa 9–20, 1.1.–14.6. und 16.9.–31.12. Mo–Fr
9–14 und 16–18 Uhr.

Sitges macht Spaß! Der Ort ist nett und hat zu-
gleich eine schöne Mischung aus ruhigen und
quirligen Zonen. Außerdem weist er einige stil-
volle, teils sehr individuelle Hotels auf, ergänzt um
mehrere gute Restaurants. Weiterhin schmückt
den Ort eine vier bis fünf Kilometer lange Strand-
promenade. Diese ist richtig breit, zwischen fünf
und zehn Meter, und lädt förmlich zum Bummeln,
Joggen und Skaten ein – und das wird hier auch
fleißig gemacht. Das ganze Ambiente in Sitges ist
einfach ansprechend, weshalb hierher sehr viele
Individualisten kommen. Sitges hat sich außerdem
zu einem der Treffpunkte der Gay-Szene ent-
wickelt.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 190

190 Sitges

Die Strände

Sitges weist insgesamt zwölf Strandzonen auf, die


sich alle mehr oder weniger ähneln. Drei liegen
links der Altstadt (Blickrichtung Meer), neun
rechts. Es handelt sich meist um relativ kleine Ab-
schnitte von etwa 200 bis 400 Metern Länge und
maximal 30 Metern Breite. Die meisten Zonen
verlaufen halbkreisförmig und werden von kleinen
ins Meer ragenden Dämmen getrennt. Der Strand
besteht durchweg aus feinem, hellem Sand. Paral-
lel zu den Strandzonen verläuft eine breite Prome-
nade und dahinter wiederum eine Straße. Dort
stehen im oberen Bereich einige wunderschöne
alte Villen, während der linke Flügel von einem
Sportboothafen begrenzt wird.

Sehenswertes
Strand- Richtig angenehm läuft es sich auf dem Passeig
promenade Marítim bzw. Passeig de la Ribera. Deshalb jog-
gen oder skaten oder flanieren hier ständig viele
Leute entlang. Die ganz Ausdauernden starten un-
terhalb der Kirche in der Altstadt und drehen erst
beim Hotel Terramar um, am oberen Ende der
Promenade. Das ist dann allerdings ein Weg von
gut und gerne vier Kilometern – einfache Strecke!
Jogger und Skater nehmen diese Distanz als He-
rausforderung an, Spaziergänger begnügen sich
zumeist mit einem Teilstück oder nutzen für den
Rückweg den Bus. Der Passeig, so die katalani-
sche Bezeichnung für Promenade, verläuft paral-
lel zum Meer und bietet neben Ruhebänken, Pal-
men und Laternen „nur“ schöne Ausblicke.

Villen Von der Promenade sieht man vor allem auf die
wunderschönen alten Villen aus den Anfängen
des 20. Jahrhunderts. Die meisten Häuser wurden
von Cuba-Auswanderern nach deren Rückkehr
gebaut; sie zeigten wirtschaftlichen Erfolg und
(zumeist) Stilsicherheit der Zurückgekehrten.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 191

Stadtplan S. 192 Sitges 191

034cd Foto: sm

Insgesamt 88 historische Villen lassen sich im


Stadtgebiet von Sitges finden, immerhin 20 davon
liegen an der Promenade. Ein Prospekt mit dem

Nördliche Costa Daurada


Titel „La ruta de los americanos“ („Die Route der
Amerikaner“) beschreibt auf vier Spaziergängen
alle Häuser, nennt die jeweilige Stilrichtung und
das Baujahr. Zu beziehen ist der Prospekt über die
Touristeninformation.
In der Innenstadt sind ebenfalls etliche dieser
schicken Villen zu finden. Recht konzentriert lie-
gen sie bei der Plaça de l’Ajuntament, unweit der
nicht übersehbaren Kirche, und in der Carrer Illa
de Cuba, die in der Nähe vom Bahnhof abzweigt.
Apropos Bahnhof: Auch dieses Gebäude ist histo-
risch, es stammt aus dem Jahr 1881.

Altstadt Oberhalb des Strandes steht die barocke Esglèsia


de Sant Bartomeu i Santa Tecla aus dem 17. Jahr-
hundert. Im Inneren können barocke und gotische

Sitges: die vier Kilometer lange Strandpromenade


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 192

192 Sitges

> 1 Camping El Garrofer, … 13 Museu Romàntic


Camping Sitges { 14 Bar Lizarrán
\ 2 Hotel Antemare © 15 Rest. La Nansa
\ 3 Hotel Subur Marítim \ 16 Hotel Celimar
\ 4 Hotel Terramar © 17 Rest. La Fragata,
© 5 Restaurant Picnic Rest. Cal Pinxo,

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\ 6 Hotel La Niña Rest. Maricel
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182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 194

194 Sitges

035cd Foto: sm

Altargemälde bewundert werden, ansonsten dient


das weithin sichtbare Gotteshaus – ganz profan –
als Landmarke für all die Jogger und Flaneure auf
der Strandpromenade.
Weiterhin erstreckt sich bei der Kirche das Gas-
sengewirr der Altstadt mit einer konzentrierten
Vielfalt an Kneipen, Musikpubs und Restau-
rants. Tagsüber wird man an diesen oftmals vor-
beilaufen. Vielfach weist nur ein relativ kleines
Schildchen mit kuriosem Namen auf eine Lokalität

Die Kirche Sant Bartomeu i Santa Tecla


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 195

Stadtplan S. 192 Sitges 195

hin, aber erkennen kann man erst mal nichts. Am


Tag sind die breiten Rolltore nämlich herunterge-
zogen und verbergen, was sie am Abend lautma-
lerisch anpreisen: geballtes Nachtleben! Spaziert
man dann abends durch die gleichen Straßen,
mag man es kaum glauben. Dort, wo am Morgen
noch die grauen Rolltore abweisend wirkten,
locken nun Discomusik, schrill-bunte Deko, auf
den Bürgersteig platziertes Gestühl und eine rich-
tig animierende Szene zum nächtlichen Vergnü-
gen. Wo genau? Das steht weiter unten (siehe
„Praktische Tipps“). Aber bevor die Nacht be-
ginnt, kann man noch drei Museen besuchen.

Museu 1891 kam der Maler und Schriftsteller Santiago


Cau Ferrat Rusiñol nach Sitges, kaufte zwei alte Fischerhäu-
ser, ließ sie renovieren und zu einem Gebäude
vereinen. Hier stellte er seine Sammlung an
Schmiedekunst unter und taufte das Haus auf den
katalanischen Namen Cau Ferrat, deutsch etwa:
„Eisenhöhle“. Das Haus entwickelte sich zu einem
der Künstlertreffpunkte. Maler, Musiker, Schrift-

Nördliche Costa Daurada


steller versammelten sich in Rusiñols Haus, be-
gründeten so den Ruf von Sitges als Ort der Bo-
hème und der Künstler. Seit 1933 steht Cau Ferrat
als Museum der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Ausgestellt sind Gemälde des ehemaligen Be-
sitzers, seine gesammelte Schmiedekunst sowie
Werke befreundeter Künstler, nebst einigen Bil-
dern von El Greco, Picasso, Zuloaga und auch eine
Sammlung katalanischer Manufaktur. Außerdem
werden hier fünf Werke von Picasso gezeigt, die
aus den Jahren 1900–1901 stammen und zur
Sammlung von Santiago Rusinyol gehören.
Adresse: c/ Fonollar s/n. Das Museum ist zurzeit wegen
Umbauarbeiten geschlossen.

Museu Hier findet der Besucher Exponate verschiede-


Maricel ner Stilrichtungen, so etwa die maritime und nau-
tische Sammlung von Emerencià Roig, eines in
Sitges geborenen Liebhabers der Seefahrt. Weiter-
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 196

196 Sitges

hin ist die Kunstsammlung von Jesús Pérez Rosa-


les zu sehen, der seine Werke der Stadt Sitges ver-
macht hat. Außerdem finden sich hier einige Bil-
der von Künstlern, die in Sitges wirkten, aber nicht
zu überregionalem Ruhm gelangten.
Adresse: c/ Tonollar s/n., geöffnet: 1.7.–30.9. Di–Sa
9.30–14, 16–19 Uhr, So 10–15 Uhr. 1.10.–30.6. Di–Sa
9.30–14, 15.30–18.30, So 10–15 Uhr; Eintritt: 3,50 ⁄ oder
6,50 ⁄ für ein Kombiticket, das in allen Museen gilt. Erster
Mi im Monat freier Eintritt. Die Öffnungszeiten sind übe-
rall identisch.

Gegenüber vom Museum steht ein älteres Haus


mit kleinen in Stein gemeißelten Figurengruppen,
die jeweils eine kleine Geschichte erzählen. Tipp:
Mal aufs Detail achten!

Museu Das Museu Romàntic befindet sich in einem ehe-


Romàntic maligen großbürgerlichen Haus einer wohlha-
benden Familie. Das Gebäude trägt den Namen
jener Familie, Llopis, und gezeigt werden Einrich-
tungsgegenstände, Möbel und allgemein die Le-
bensweise einer reichen katalanischen Familie.
Außerdem beherbergt das Museum eine private
Puppensammlung, die 400 Einzelstücke umfasst.

Adresse: c/ Sant Gaudenci 1; geöffnet: Identische Öff-


nungszeiten und Eintrittspreise wie Museu Cau Ferrat.

Praktische Tipps

Unterkunft Hotel Terramar ⁄⁄⁄⁄, Passeig Marítim 80, Tel. 938 940
050, Fax 938 945 604, www.hotelterramar.com. Großes
Haus mit 209 Zimmern, ganz am Ende der Promenade, da-
mit gut vier Kilometer von Sitges-City entfernt. Das Hotel
wurde halbrund gebaut, so dass die meisten Gäste
Meerblick genießen.
Hotel Subur Marítim ⁄⁄⁄⁄, Passeig Marítim s/n, Tel. 938
941 550, Fax 938 940 427, www.hotelsuburmaritim.com.
Klein, aber fein. Das Haus gehört zur Best-Western-Kette,
und am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass es sich
auch um ein Gourmet-Hotel handelt. 42 Zimmer verteilen
sich auf drei Etagen in einem älteren und in einem neueren
Gebäude, zum großen Teil mit Meerblick. Weiterhin: Pool,
Liegewiese im Palmen-Garten, eine ruhige Lage, WiFi.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 197

Stadtplan S. 192 Sitges 197

Hotel Antemare ⁄⁄⁄⁄, Av. Mare de Déu de Montserrat


48-50, Tel. 938 947 000, Fax 938 946 301, www.antema
re.com. Liegt mitten in einer Villensiedlung in der ersten
Parallelstraße zum Meer. Dadurch gibt’s zwar keinen
Meerblick, aber viel Ruhe. Insgesamt 112 Zimmer, verteilt
auf 6 durchgängig blau-weiß gehaltene Gebäude in einem
netten Garten, in dem es zwei Pools gibt.
Hotel Santa María ⁄⁄⁄, Passeig de la Ribera 52, Tel. 938
940 999, Fax 938 947 871, www.lasantamaria.com. Klei-
nes, schmuckes Haus, das einst drei Gebäude umfasste,
die aber miteinander verbunden wurden. Es liegt direkt an
der Promenade und recht nah zum Zentrum. Insgesamt 57
nette Zimmer, unten befindet sich ein gut besuchtes Res-
taurant mit kleiner Terrasse.
Hotel Celimar ⁄⁄⁄, Passeig de la Ribera 20, Tel. 938 110
170, Fax 938 110 403, www.hotelcelimar.com. Kleines 25-
Zimmer-Haus, schick renoviert in zentraler Lage mit Meer-
blick. Unten gibt es ein Café-Restaurant.
Hotel Romàntic ⁄⁄⁄⁄, c/ Sant Isidre 33, Tel. 938 948 375,
Fax 938 114 129, www.hotelromantic.com. Mitten im Zen-
trum der Stadt gelegenes kunstvoll gestaltetes Haus, das
toll renoviert wurde. Allein das Eingangsschild hat schon
mehr Stil als manch anderes Hotel in Gänze. Die Innende-
ko macht dem Hotelnamen alle Ehre, und der Garten ist ei-
ne traumhafte Ruhezone.
Hotel Xalet ⁄⁄–⁄⁄⁄, c/ Illa de Cuba 35, Tel. 938 110 070,
Fax 938 945 579, www.elxalet.com. Noch so eine verwun-
schene Villa mit Erker, Gauben, einem Türmchen im Moder-

Nördliche Costa Daurada


nismus-Stil, elf Zimmern, Garten, Pool und Restaurant. Mit-
ten in der City gelegen, nicht weit vom Bahnhof entfernt.
Hotel Madison Bahía ⁄⁄, c/ Parelladas 31-33, Tel. u. Fax
938 940 012, www.hotelmadisonbahia.com. Kleines Haus,
das sehr zentral in einer Fußgängerzone liegt. Einfache,
aber für den Preis korrekte Zimmer. Unten gibt es eine Bar
und sogar einen Kamin ...
Hotel La Niña ⁄⁄⁄⁄, Pg. de la Ribera 63–69, Tel. 938 113
540, Fax 938 113 542, www.laninahotel.com. Schönes,
kleines Hotel, das aus vier Gebäuden aus den Anfängen
des 20. Jahrhunderts besteht und im Jahr 2004 eingerich-
tet wurde. Es hat noch seine Originalfassade. Unten befin-
det sich ein geschätztes Restaurant. Zentrale Lage, nur
durch eine Straße vom Strand getrennt, deshalb auch von
etlichen der 47 Zimmern fantastischer Meerblick.

Camping El Garrofer, 2. Kategorie, Carretera C-246-A, km 39, Tel.


938 941 780, Fax 938 110 623, www.garroferpark.com.
Großer Platz für knapp 1600 Personen, am Ortsrand von
Sitges gelegen, etwa 500 Meter zum Strand. Geboten wer-
den auch ein Kinderspielplatz, eine Bar, Pool, Fahrradver-
leih und Tauchkurse.
Sitges, 2. Kategorie, Carretera 246-A, km 38, Tel. 938 941
080, Fax 938 949 852, www.campingsitges.com, geöffnet:
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 198

198 Sitges

1.3.–20.10. Ein Platz für 550 Urlauber, der teilweise unter


Bäumen und gut zwei Kilometer außerhalb liegt. 600 Me-
ter bis zum Strand, ein Pool ist auch vorhanden.

Essen und Restaurant Mare Nostrum, Passeig de la Ribera 60, Tel.


Trinken 938 943 393. Ein Klassiker in Sitges seit 1950. Die Bar ist ei-
nem Schiffskörper nachempfunden, und die Wände sind
mit Bildern von lokalen Künstlern geschmückt. Fisch domi-
niert auch hier, es gibt aber auch gute Hausmannskost zu
vernünftigen Preisen. Mi geschlossen.
Restaurant El Velero, Passeig de la Ribera 38, Tel. 938
942 051. Die Karte wechselt so alle drei Monate. Beliebte
Dauerbrenner sind Fideuà (Nudeln) mit Meeresfrüchten.
Gegenüber liegt am Strand ein Chiringuito. Dieser Be-
griff für eine Strandbar ist in Andalusien sehr verbreitet, in
Katalonien jedoch eher ungewöhnlich. Draußen erfährt
man aus einer gekachelten Hinweistafel, dass dieses Haus
seit 1913 besteht und der Begriff chiringuito hier geprägt
wurde. Erfunden von einem Autor (Cesar Gonzáles Ruano),
der in diesem Lokal fünf Jahre lang Artikel für die Zeitung
„La Vanguardia“ schrieb. Er selbst nannte die Bar chiringui-
to und bezog sich damit auf ein Wort, das auf Kuba in je-
nen Tagen gebräuchlich war, um einen Kaffee zu bestellen.
Restaurant La Nansa, c/ Carreta 24, Tel. 938 941 927.
Fisch dominiert die Karte dieses Hauses, das in der Altstadt
liegt, außerdem sind die Nachspeisen hochgelobt. Di und
Mi geschlossen. Die Küche heimste schon etliche Aus-
zeichnungen ein. Gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Restaurant Cal Pinxo, Passeig de la Ribera 5, Tel. 938
948 464. Liegt am Platz unterhalb der Kirche, hat eine ma-
ritime Dekoration und bietet Reis- sowie Fischgerichte in
beachtlichen Portionen. Mo geschlossen.
Restaurant Maricel, Passeig de la Ribera 6, Tel. 938 942
054, Di geschlossen. Ein spanischer Kritiker bezeichnete
dieses Lokal als das interessanteste Restaurant von Sitges.
Gute Küche, bester Service, etwas angezogenere Preise.
Restaurant La Fragata, Passeig de la Ribera 1, Tel. 938
941 086. Vor allem Fischgerichte.
Restaurant La Pinta, Passeig de la Ribera 58, Tel. 938
947 099, Mo geschlossen. Gehört zum angeschlossenen
Hotel Santa María und bietet gute Tapas sowie Fisch- und
Meeresfrüchtegerichte.
Bar Lizarrán, c/ Sant Pau 3, Tel. 938 110 320. Kleine bas-
kische Tapas-Bar mit breitem Angebot. In jeder Tapa steckt
ein Zahnstocher, diese werden gesammelt, abgerechnet
wird am Ende nach der Anzahl der Hölzchen.
Restaurant Picnic, Pg. de la Ribera s/n, Tel. 938 110 040.
Liegt direkt am Meer und hat eine sehr schöne Terrasse,
wo man zwanglos direkt vom Strand kommend speisen
kann. Etwas formeller geht es drinnen zu. Spezialitäten sind
Fisch- und Reisgerichte, sowie Meeresfrüchte.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 199

Stadtplan S. 192 Sitges 199

036cd Foto: sm

Nördliche Costa Daurada

Restaurant Santa María, Pg. de la Ribera 52, Tel. 938


940 999. Sehr beliebtes Lokal mit großer Terrasse, guten
Speisen. Mittleres Preisniveau.

Nachtleben Vor allem in der c/ 1 de mayo de 1838, auch calle del pe-
cado genannt („Straße der Sünde“). Hier reiht sich ein Tre-
sen an den nächsten, und hier flutet auch alles durch, was
nachts auf der Piste ist. Auch in der Calle Sant Pau findet
man etliche Lokale, aber es geht hier doch etwas ruhiger zu.

Adressen Einkaufen: El Celler de Sitges, c/ España 6. Fundierteste


Auswahl an Wein, Cava und Hochprozentigem.

In der Altstadt von Sitges


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 200

200 Sitges

Segeln: Escola de Vela, am Hafen von Garraf gelegen,


bietet Segelkurse und vermietet auch Boote. Tel. 639 382
300; Club de Mar, Passeig Marítim s/n, Tel. 938 943 844,
bietet Ähnliches.

Feste Karneval: Nicht nur Rheinländer können Karneval feiern,


auch Katalanen. Sehr beliebt auch in der Gay-Szene.
Erster Sonntag im März: Oldtimerrallye Barcelona – Sit-
ges, alle Autos müssen vor 1926 gebaut sein, Fahrer und
Beifahrer tragen Kleidung jener Epoche.
Fronleichnam: Alfombras florales, einige Straßen der In-
nenstadt werden wunderschön mit sogenannten Blumen-
teppichen geschmückt.
Mitte Juni: Nelken- und Bonsaiausstellung, Turnier im
Strandrugby.
Ende Juli: Internationales Schachturnier.
Juli, August: großes Musikfestival von Sitges mit vielen
lokalen, aber auch einigen internationalen Künstlern.
24. August: Festa Major, Stadtfest zu Ehren des Ortspa-
trons Sant Bartomeu. Eine Menge folkloristischer Veran-
staltungen. Um Mitternacht des Vortages spielt eine Mu-
sikgruppe, Les grallers, zur Erinnerung an den Heiligen.
Obendrein gibt es ein Feuerwerk, den Ball de diables (Tanz
der Teufel), sowie satirische Aufführungen.
Mitte September: Weinlesefest, u.a. mit einem Wettbe-
werb im „Traubenzertreten“.
Ende September: Gastronomiefest Menjar de tast, wo es
jede Menge Kostproben gibt.
168cd Foto: sm
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 201

Karte Umschlagklappe hinten Vilanova i la Geltrú 201

23. September: Fest zu Ehren der Ortspatronin Santa


Tecla.
Oktober: Internationales Filmfestival von Katalonien.
Oldtimerrallye Barcelona – Sitges, mit Motorrädern.

Markt Samstag: An der Plaça Ajuntament.


Wochentags: Eigentlich in dem Gebäude gegenüber vom
Bahnhof, das aber zuletzt umgebaut wurde.

Ausflüge Per Bahn gelangt man alle 20 Minuten nach Barcelona,


zumeist enden die Züge im Hauptbahnhof Sants, von wo
es per Metro weiter ins Zentrum geht, beispielsweise zur
Plaça Catalunya. Einige wenige Züge fahren auch weiter
bis zum Bahnhof Passeig de Gràcia, von wo aus das Zen-
trum zu Fuß erreicht werden kann.

Vilanova i la Geltrú

Einwohner: 63.000
PLZ: 08800
Entfernung nach Barcelona: 34 km
Touristeninformation: Oficina Municipal de Turisme,
Parc de Ribes Roges, Tel. 938 154 517, Fax 938 152 693,

Nördliche Costa Daurada


turisme@vilanova.cat, www.vilanovaturisme.net. Geöff-
net: Juli/Aug.: Mo–Sa 10–20, So 10–14 Uhr, restl. Zeit:
Di–Sa 10–14 und 17–19, So 10–14 Uhr.

Vilanova i la Geltrú ist eine mittelgroße, geschäfti-


ge Stadt mit einer Vielzahl von Kleingewerbe und
Industrie in den Außenbezirken. Die Bahnlinie
durchschneidet den Ort und teilt ihn gewisser-
maßen in zwei Teile. Während sich der innerstäd-
tische Bereich mit einigen wenigen Ausnahmen
eher urban zeigt mit vielen Geschäften, Wohn-
blocks und wenig Müßiggang, lockt der Strand-
bereich mit einer angenehmen Promenade. Ein
Muss für alle Liebhaber von alten Dampfloks ist
das Eisenbahnmuseum, direkt am Bahnhof.

Der Strand von Sitges im Hochsommer


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 202

202 Vilanova i la Geltrú

Die Strände

Drei Strandzonen liegen im Stadtbereich, getrennt


durch einen außergewöhnlich großen Hafen.
Die Platja El Far de Sant Cristofol liegt beim
namensgebenden Leuchtturm (27 Meter Höhe,
alle acht Sekunden wird ein Lichtsignal ausgesen-
det, das man noch in 19 Seemeilen Entfernung er-
kennen kann). Auf der anderen Seite grenzt der
helle Sandstrand an den Hafen und liegt somit
sehr zentral.
Hat man den Hafenbereich passiert, schließt
sich halbkreisförmig der stadtnahe Strand Platja
Ribes Roges an. Er misst 1250 Meter und ist sehr
breit, gute 60 Meter im Mittel. Eine kleine Grün-
zone begrenzt ihn, weiterhin verläuft eine nett ge-
staltete Promenade parallel. Der Passeig Ribes Ro-
ges wird von Palmen gesäumt, einige schicke älte-
re Häuser zeigen sich auf der anderen Straßensei-
te, ein Grünstreifen mit Fahrradspur trennt die
Fahrbahnen. Die Stadtväter dachten eben an alle,
an Flaneure, Radler und sogar an Kinder. Ein klei-
ner Spielplatz ist vorhanden, außerdem tuckert ei-
ne Mini-Eisenbahn durch den Park. Auch sehr an-
genehm: Entlang der Promenade liegen keinerlei
Läden die touristische Waren bieten, sondern nur
einige wenige Lokale mit Terrasse.
Die Platja Sant Gervasi ist eine knapp 200 Me-
ter lange, leicht gerundete Strandbucht. Sie liegt
etwas vom Stadtzentrum entfernt bereits im Grü-
nen, wird aber trotzdem gerne besucht.

Sehenswertes
Hafen Der großräumige Sportboothafen und die davor
verlaufende Promenade laden zum Staunen und
Bummeln ein. Staunen muss man über die teilwei-
se riesigen Boote, deren Wert wohl jenseits der

Hommage an die Fischer:


Türmchen in Vilanova i la Geltrú
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 203

Karte Umschlagklappe hinten Vilanova i la Geltrú 203

Neidgrenze liegt. Aber gemach, dort dümpeln


auch genügend Normalos, die denn auch recht
hübsch anzusehen sind.

Fisch- Zweimal täglich (gegen 7 und gegen 16 Uhr) wird


versteige- an der Hafenmole der fangfrische Fisch verstei-
rung gert. Die Fischer bieten den größten Teil ihres Fan-
ges in Kisten an, die von Zwischenhändlern oder
Restaurantbesitzer aufgekauft werden, aber ein
kleinerer Teil geht auch an Privatpersonen.

Strandzone Die Promenade führt am Hafengelände vorbei


und erreicht schließlich eine breite Strandzone.
Aufgelockert wird diese durch einen kleinen Park
mit einem Türmchen, das eine Hommage an die
hart arbeitenden Fischer darstellt. Eine kleine
Schmalspureisenbahn tuckert durch den Park
169cd Foto: sm

Nördliche Costa Daurada


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 204

204 Vilanova i la Geltrú

(wird nur am Wochenende betrieben), und insge-


samt lässt es sich hier nett herumspazieren. Keine
schreiend-bunten Kioske bieten unnützes Strand-
zubehör, keine Lokale mit Foto-Speisekarte belei-
digen den Gast.

Innenstadt Die Innenstadt breitet sich oberhalb der Bahnlinie


aus. Hier herrscht ganz alltägliches städtisches
Leben. Menschen kaufen ein, gehen zur Arbeit,
hetzen kurz in eine Bar, laufen von hier nach da.
Nichts Besonderes eben. Müßiggang gibt es hier
nicht. Der wird am Strand gepflegt, aber hier im
Zentrum geht es geschäftig zu. Dazu passen auch
die meisten Häuser. Nur ganz vereinzelt stößt
man mal auf ein hübsches Einzelgebäude, wie die
Kirche Sant Antoni Amat aus dem 18. Jahrhun-
dert mit einer neoklassizistischen Fassade oder
das herrschaftliche Anwesen Can Papiol in der
Carrer Major aus dem 19. Jahrhundert. Dieses
lockt heute als Museu Romàntic Besucher an und
entführt sie in die über 100 Jahre alte Wohnwelt
einer wohlhabenden katalanischen Familie. Zu fin-
den ist es in der Carrer Major 32. Das bleiben
aber Ausnahmen, ansonsten dominieren zweck-
mäßige Bauten.
Das Museum ist zurzeit wegen Umbau geschlossen.

Barrio Dies ist der älteste Teil des Ortes, wo auch in der
de la Carrer de la Torre Reste einer Burg aus dem 12. Jh.
Geltrú steht. Heute ist hier eine Gemäldesammlung un-
tergebracht.

Museu del Das Eisenbahnmuseum ist ein Muss für alle Bahn-
Ferrocarril fans. Etwa zwei Dutzend oder mehr historische
Dampfloks stehen im Halbkreis, alle auf Hoch-
glanz poliert und (scheinbar) bereit zur Abfahrt.
Die ältesten Loks stammen aus dem 19. Jahrhun-
dert. Vor jedem Modell erklären Schautafeln tech-
nische Details. Vereinzelt führen Treppen zu Be-
sichtigungsrampen, sodass man wenigstens hi-
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 205

Karte Umschlagklappe hinten Vilanova i la Geltrú 205

neinschauen kann. Und da wird man dann stau-


nend entdecken, dass Bahnfahren im 19. Jahrhun-
dert entweder höllisch unbequem gewesen sein
muss („Holzklasse“), oder, ganz im Gegenteil, mit
beachtlichem Komfort möglich war.
Im Hauptgebäude sind Exponate rund ums The-
ma Eisenbahn ausgestellt, und im ersten Stock
wird eine 25-minütige audiovisuelle Show ge-
zeigt über die Entwicklung der spanischen Bahn.
Das Museum soll bis 2017 grundlegend umge-
baut werden, so dass es zu temporären Schließun-
gen kommen kann.
Adresse: Plaça Eduard Maistany s/n, direkt am Bahnhof
gelegen; geöffnet: Di–So 10.30–14.30 Uhr, Sa 10.30–
14.30 und 16–18.30 Uhr, August tägl. 11–14 und 17–20
Uhr, Eintritt: Erw. 5 ⁄, Kinder (4–11 Jahre) 4 ⁄.

Museu Das hübsche Gebäude aus dem 19. Jahrhundert


Biblioteca liegt unweit vom Bahnhof. Gegründet wurde die
Víctor Bibliothek 1884 durch den späteren Namensge-
Balaguer ber, einen Schriftsteller und Politiker. Die Biblio-
thek ist eine der umfangsreichsten Kataloniens,

Nördliche Costa Daurada


sie umfasst 40.000 Bände aus dem 19. sowie 20.
Jahrhundert. Das Museum bietet u.a. eine archäo-
logische Sammlung von Fundstücken aus Ägyp-
ten, China, Lateinamerika, eine Gemäldesamm-
lung katalanischer Künstler sowie einige bedeu-
tende Werke aus dem Prado in Madrid.
Adresse: Av. Víctor Balaguer s/n; geöffnet: Di–Sa 10–14
und 16.30–19.30, Do 18–21 Uhr, So 10–14 Uhr; Eintritt:
2,50 ⁄, Donnerstagnachmittag freier Eintritt.

Praktische Tipps

Unterkunft Hotel César ⁄⁄⁄⁄, c/ d’Isaac Peral 8, Tel. 938 151 125, Fax
938 156 719, www.hotelcesar.net. Das erste Haus am Plat-
ze. 35 Zimmer in einem Gebäude aus dem frühen 20. Jh.
Ca. 100 Meter entfernt vom Meer in einer Villengegend.
Das Hotel hat einen größeren Pool und ein Restaurant der
Spitzenklasse.
Hotel Ceferino ⁄⁄⁄, Passeig de Ribes Roges 2–3, Tel. 938
151 719, Fax 938 158 931, www.hotelceferino.com. Liegt
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 206

206 Vilanova i la Geltrú

037cd Foto: sm

gleich nebenan, hat 28 Zimmer, ist gelb gestrichen und


von Palmen umgeben. Ein Restaurant ist angeschlossen.
Hotel Ricard ⁄⁄, Passeig Marítim 88, Tel. 938 157 100,
Fax 938 159 957, www.hotelricard.com. Ein vierstöckiges
Haus mit 12 großen Zimmern, viele mit Meerblick.
Hotel Solvi 70 ⁄⁄, Passeig de Ribes Roges 1, Tel. 938 151
245, Fax 938 157 002, www.hotelsolvi70.com. 30-Zimmer-
Haus mit drei Etagen an der Strandstraße, in Familienbesitz.

Camping Vilanova Park, 1. Kategorie, Carretera de l’Arboç, km


2,5. Tel. 938 933 402, Fax 938 935 528, www.vilanova
park.es. Platz für 2700 Camper, schön angelegte Parkanla-
ge mit großem Pool, Restaurant, Supermarkt, Kinderclub,
Wellness-Bereich und einer großen Sport-Zone. Einen Kilo-
meter entfernt liegt der Golfplatz Portal del Roc (18 Loch
pitch & putt). Am Strand kann man Windsurfen, Tauchen,
Segeln und Kajak fahren. Etwa zwei Kilometer außerhalb
und vier Kilometer vom Meer entfernt. Die Buslinie L-2
fährt vom Campingplatz ins Zentrum, zurück geht es mit
der Linie L-1.
Platja Vilanova, 2. Kategorie, C-31 (frühere C-246), km
48,3. Tel. und Fax 938 950 767, www.platjavilanova.com,
ganzjährig geöffnet. Der Platz für 1275 Gäste liegt etwas
außerhalb, 150 Meter vom Strand entfernt, teilweise unter
Schatten spendenden Bäumen. Es gibt auch noch eine Bar,
Restaurant, Supermarkt, einen großen illuminierten Pool,
Kinderspielplatz und Tennisplätze.
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Karte Umschlagklappe hinten Vilanova i la Geltrú 207

Essen und Gegenüber von der Touristeninformation verläuft eine


Trinken Promenade mit mehreren Lokalen. Alle haben eine nette
Terrasse und die meisten sind auf Gerichte der Region spe-
zialisiert, es gibt aber auch ein japanisches Restaurant.
Restaurant Peixerot, Passeig Marítim 56, Tel. 938 150
625. Haus mit langjähriger Tradition, das ausgezeichnete
Fischgerichte anbietet, unterschiedlich je nach Fang und
was der Patron bei der Fischversteigerung am Hafen gera-
de erzielen konnte.
Restaurant El Pescador, Passeig Marítim 45, Tel. 938
153 142. Grundsolides Lokal mit guter und preislich ver-
nünftiger Fisch-Speisekarte.
Restaurant La Cucanya, Racó de Santa Llucía s/n, Tel.
938 151 934, Di geschlossen. Liegt knapp einen Kilometer
südlich am km 47 der C-246. Seit Jahrzehnten eine gute
Adresse für katalanische Fischgerichte. Prima Blick von der
Terrasse aufs Meer, hochgelobte Desserts.
El Xiringuito Miramar, am Strand Platja Gervasi, Tel. 938
158 771. Leckerste Meeresfrüchte, Paella, frittierte Fisch-
lein, und das alles direkt am beliebten, aber kleinen Strand
von Sant Gervasi auf einer netten Terrasse.

Adressen Einkaufen: Can Solá, Plaça de la Vila 4. Ein Geschäft, das


Wein aus fast allen Anbaugebieten Spaniens führt und eine
Verkostungsmöglichkeit bietet.

Feste Karneval: Wird in Vilanova kräftig gefeiert. Als unter


Franco der Karneval verboten war, widersetzte sich die

Nördliche Costa Daurada


Stadt, was man wohl als sehr mutig ansehen darf.
Letzte Juniwoche: Setmana de Mar, Festes de Sant Pere.
In der „Woche des Meeres“ feiern alle Fischer und Seeleu-
te mit einer Meeresprozession sowie u.a. mit einem Wett-
bewerb zum Kochen von Meeresfrüchten.
Um den 5. August: Festa Major oder auch Patronatsfest
zu Ehren der Mare de Déu de les neus. Traditionelles Fest,
dessen Wurzeln sich bis 1710 zurückverfolgen lassen, u.a.
mit gegants und „mystischen Bestien“.

Markt Samstag: In der Innenstadt.

Im Museum für Dampflokomotiven in Vilanova


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208 Sant Sadurní d’Anoia

Sant Sadurní d’Anoia

Einwohner: 12.000
PLZ: 08770
Entfernung nach Barcelona: 40 km
Touristeninformation: Hospital 26
Tel. 938 913 188, Fax 938 914 367
turisme@stsadurnia.cat, www.santsadurni.cat

Sant Sadurní ist das Zentrum des katalanischen


Schaumweins, cava genannt. Ende des 19. Jahr-
hunderts verschlug es Josep Raventós nach Barce-
lona, wo er erste Erfahrungen in der Cava-Produk-
tion sammelte. Viele Jahre später reiste sein Sohn
Manuel Raventós i Domènech sogar nach Frank-
reich, um zu lernen, wie Champagner produziert
wird. Zurückgekehrt nach Sant Sadurní, setzte er
dieses Wissen so erfolgreich um, dass mehrere
Weinbauern seinem Beispiel folgten und Schaum-
wein produzierten. Auch die bei uns mittlerweile
bekannten Marken Freixenet, Domènech und Co-
dorníu stammen aus der Gegend um Sant Sadurní.

Sehenswertes
Kellereien In erster Linie steht natürlich der Besuch in einer
der Kellereien. Wer sich heute dem Ort nähert,
nimmt schon ein paar Kilometer außerhalb die
Hinweisschilder zu den großen Bodegas wahr.
Insgesamt 80 Hersteller gibt es in Sant Sadurní.
Praktisch alle können besichtigt werden und bie-
ten Direktverkauf an. In dem kleinen Ort selbst fin-
det der Besucher entlang der Hauptzufahrtsstraße
genügend Hinweise zu den einzelnen Marken
und Bodegas. Die beiden größten und bekannte-
sten Kellereien Freixenet und Codorníu bieten
den besten Service, führen mehrmals täglich Be-
suchergruppen mehrsprachig durch ihre wirklich
sehenswerten Gewölbe. Freixenet lässt sich auch
für Besucher ohne eigenes Fahrzeug hervorra-
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Karte Umschlag hinten Sant Sadurní d’Anoia 209

170cd Foto: sm

gend erreichen, denn die riesige Fertigungshalle


liegt unmittelbar beim Bahnhof. Die kleineren Bo-
degas sind etwas familiärer, haben aber auch mit-
unter eingeschränkte Öffnungszeiten. Wer sich

Nördliche Costa Daurada


vorab ausführlich informieren möchte, kann über
die Touristeninformation einen ausführlichen Pro-
spekt bestellen (caves visitables).
Adressen der größten Firmen:
Freixenet, c/ Joan Solá 2 (liegt direkt beim Bahnhof), Tel.
938 917 096, Fax 917 077 095, www.freixenet.es. Geführte
Besichtigungen: Mo–Do 10–13 und 15–16.30 Uhr, Fr–So
10–13 Uhr.
Codorníu, Av. Codorníu s/n (außerhalb), Tel. 938 913
342, www.codorniu.com. Besichtigungen: Mo–Fr 9–17
Uhr, Sa, So 9–13 Uhr. Eine vorherige Terminabsprache ist
notwendig. Die Gebäude wurden Ende des 19. Jahrhun-
derts von einem der bekanntesten Architekten der dama-
ligen Zeit, Josep Piug i Cadafalch, im Stil des Modernismus
erbaut. Neben diesen bemerkenswerten Gebäuden er-
strecken sich Keller über mehr als 30 (!) Kilometer.

Bodega Freixenet liegt direkt am Bahnhof von Sant Sadurní d’Anoia


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 210

210 Sant Sadurní d’Anoia

Praktische Tipps

Unterkunft Fonda Neus ⁄⁄, c/ Marc Mir 14-16, Tel. 938 910 365, Fax
938 914 304, www.casafonda.com. In dritter Generation
geführtes Haus, wirkt von außen unspektakulär bis auf den
eindrucksvollen Eingangsbereich mit der riesigen Glas-
front, bietet aber zehn korrekte Zimmer.
Hostal Sant Sadurní ⁄⁄, c/ Sant Antoni 99, Tel. und Fax
938 914 335, http://hostalsantsadurni.iespana.es. Ein klei-
nes, renoviertes Zwei-Sterne-Haus mit 10 Zimmern in zen-
traler Lage, unweit von der Plaça del Ajuntament in einer
ruhigen Seitenstraße gelegen.

Essen und Fonda Neus, c/ Marc Mir 14–16, Tel. 938 910 365, ge-
Trinken schlossen: Sa und im August. Klassische Küche zu er-
schwinglichen Preisen. Das Lokal liegt im Ortskern, viel-
leicht fünf Gehminuten vom Rathaus entfernt.
Restaurant Cal Blay, c/ Josep Rovira 9–11, Tel. 938 910
022. Liegt im Umfeld der innerstädtischen Bodegas und
war mal eine rustikale Arbeiterpinte. Ein wenig ist dieser
Charme noch spürbar, denn die Gerichte sind bodenstän-
dig, aber gut. Di geschlossen.

Feste 6.–9. September: großes Fest zur Weinlese, mit Castel-


lers, Umzügen, auch von Gegants, sowie Sardana-Tänzen
vor dem Rathaus.
Erste Oktoberhälfte: Setmana del Cava, das Fest rund
um den Cava. Am 12.10. sind alle Bodegas geöffnet.
29. und 30. November: Patronatsfest Sant Sadurní.

Markt Donnerstag und Samstag: Im Ortskern.

Einkaufen Món del Cava, Pl. Pau Casals 1. Bietet alles rund um den
Wein an, aber nur sehr wenige Weinsorten. Eines der best-
sortierten Geschäfte Kataloniens.
Cal Fern, c/ Diputació 51. Hat ein sehr breites Angebot
an Cava und Wein. Das Geschäft liegt an der Straße zum
Bahnhof, kurz vor der breiten Brücke.
An der Straße Carrer Joan Maragall liegen mehrere Ge-
schäfte, die Cava verkaufen. Zumeist ist auch ein Aus-
schank angeschlossen.
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El Cava 211

El Cava
Irgendwo in Barcelona. Besuch in einer Bar. Mal etwas Typisches
trinken? Klar! Ein Glas Cava, bitte. Trocken oder lieblich? Trocken.
Sehr trocken, bitte. Der Kellner verschwindet kurz, zaubert ein mit
Eis beschlagenes Glas hervor. Entkorkt die gut gekühlte Flasche,
schenkt ein. Wie Perlen wandern die Bläschen der Kohlensäure
hoch, zerplatzen an der Oberfläche. Das Glas „schmilzt“, Zeit zum
Probieren.
Cava ist Schaumwein und ein typisch katalanisches Produkt. Da-
bei stammt die Anbaumethode aus Frankreich. Ein fixer Katalane
studierte die Champagner-Herstellung und versuchte es dann
selbst. Mit Erfolg! Seit 1872 wird katalanischer Cava in Sant Sadurní
produziert. Aber „Champagner“ durften die Katalanen ihr Getränk
nicht nennen, der Begriff ist nämlich geschützt. Also wählten sie
das katalanische Wort cava. Heute ist Cava selbst ein geschütztes
Produkt. Cava darf sich nur „Cava“ nennen, wenn es aus dem so-
genannten Cava-Gebiet stammt. Dazu zählen noch ein paar nord-
spanische Landstriche, aber hauptsächlich dreht es sich um das Ge-
biet Penedès mit der selbsternannten Hauptstadt Sant Sadurní.
90 % der Produktion stammt aus dem Gebiet um Sant Sadurní.
Ein paar Zahlen: 270 Bodegas produzieren mittlerweile 200
Millionen Flaschen jährlich, wovon gut die Hälfte in 120 Länder ex-
portiert wird. Die Hälfte des Exports geht nach Deutschland. Frei-
xenet (sprich: Freschenet) kennt hier zu Lande mittlerweile jeder,

Nördliche Costa Daurada


aber nicht minder groß im Geschäft ist Codorníu.
Cava gibt es in sieben Geschmacksstufen, von sehr trocken (brut
nature) bis süß (dulce). Den Unterschied macht der Zuckergehalt.
Brut Nature hat drei Gramm Zucker pro Liter, Dulce dagegen mehr
als 50 Gramm. Weitere Zwischenabstufungen sind extra brut, brut,
extra seco, seco und semiseco.
Die Trauben werden im September und Oktober geerntet und
dann gepresst. Nach der ersten Gärung folgt eine zweite Gärung in
der Flasche von wenigstens neun Monaten. Dabei ruhen die Fla-
schen in kühlen Kellergewölben im Halbdunkel und werden regel-
mäßig gedreht. Nach weiteren Bearbeitungsschritten, bei denen
letzte Unreinheiten entfernt werden, erfolgt der endgültige Ver-
schluss durch einen Korken. Bei einem authentischen Cava muss
übrigens auf der Unterseite des Korkens ein Stern mit vier Spitzen
abgebildet sein.
Die Bodegas der meisten Produzenten können besichtigt wer-
den. Besonders interessant sind die teilweise gewaltigen unterirdi-
schen Gewölbe, in denen Tausende von Flaschen lagern. Manche
Lagerstatt fällt so gewaltig und modernistisch aus, dass sie schon
als eigene Sehenswürdigkeit gelten kann. Dazu gehören die Bode-
gas von Codorníu beispielsweise, die vom Architekten Puig i Ca-
dafalch konstruiert wurden, einem Gaudí-Schüler.
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212 Vilafranca del Penedès

Vilafranca del Penedès

Einwohner: 31.000
PLZ: 08720
Entfernung nach Barcelona: 48 km
Touristeninformation: c/ Fruita 13,
Tel. 938 920 358, Fax 938 922 866,
turisme@vilafranca.org, www.turismevilafranca.com.

Der Ort wird „Hauptstadt des Weines“ genannt.


Seit dem 19. Jh. konzentriert sich hier der Wein-
anbau der Region Penedès. Einige kleinere Bode-
gas liegen im Ort, die größeren etwas außerhalb.

Sehenswertes
Die Altstadt lohnt einen zwanglosen Bummel, vie-
le der historischen Gebäude sind im Stil des Mo-
dernismus gebaut. An der Plaça de Jaume I. steht
die Basílica de Santa María, aus dem Jahr 1285.
An der Seitentür, ursprünglich der Haupteingang,
befinden sich Reste von Wandmalereien aus dem
14. Jh. In der Krypta steht eine Figurengruppe der
Kreuzabnahme Jesu aus Carrara-Marmor.
Der schlanke, achteckige Glockenturm steht et-
was abseits. Besuche sind lohnend. Dazu die steile
Wendeltreppe hochsteigen und den Blick aus 52
Metern Höhe über die ganze Stadt genießen.
Unweit der Kirche liegt das Weinmuseum.

Museu Das Weinmuseum ist im ehemaligen königlichen


del Vi Palast an der Plaça Jaume I. 5 untergebracht. Hier
werden u.a. historische Weinpressen ausgestellt,
außerdem wird der Weg von der Traube bis zum
Endprodukt erklärt, inklusive Weinprobe. Zudem
findet man noch regionale Ausstellungen zu ge-
ologischen, ornithologischen und archäologi-
schen Themen sowie eine Kunstausstellung.
Geöffnet: Di–Sa 10–14, 16–19, So 10–14 Uhr, 1.6.–31.8.
Di–Sa 10–9 Uhr, So 10–14 Uhr; Eintritt: 5 ⁄.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 213

Karte Umschlag hinten Cubelles 213

Praktische Tipps
Unterkunft Hotel Pere III. ⁄⁄⁄, Plaça Penedès 2, Tel. 938 903 100,
Fax 938 903 921, www.hotelpedrotercero.com. Okay, es
gibt architektonisch ansehnlichere Häuser. Vorteil dieses
Hotels ist seine zentrale Lage. Insgesamt sind die wenigen
Hotels der Stadt recht teuer, möglicherweise kommen (zu)
viele Weinhändler, wer weiß? Das alles ist Spekulation, die
Fakten: sehr zentrale Lage, 52 gut und modern eingerich-
tete Zimmer, Konferenzräume, eine eigene Garage und ein
Restaurant.

Essen und Restaurant Cal Ton, c/ Casal 8, Tel. 938 903 741, Mo ge-
Trinken schlossen. Patron Ton Mata serviert katalanische Küche in
drei Räumen eines alten Hauses unweit vom Bahnhof.
Restaurant Casa Joan, Plaça Estaciò 8, Tel. 938 903 171,
So geschlossen. Preiswerte Hausmannskost, katalanische
Gerichte, hausgemachte Desserts. In der Nähe des Bahn-
hofs gelegen.

Adressen Weinkellerbesichtigung: Bodega Miguel Torres, c/ Co-


meraciò 22, der größte Anbieter. Das Besucherzentrum
liegt drei Kilometer außerhalb in Pacs, der Straße BP-2121,
Richtung St. Martí Sarroca folgen (ausgeschildert). Geöff-
net: Mo–Sa 9–17 Uhr, So und feiertags 9–13 Uhr, Besich-
tigungsdauer 1 Stunde. Tel. 938 177 487, www.torres.es.
Einkaufen: Inzolia, c/ de la Palma 21, eine Weinhandlung

Nördliche Costa Daurada


mit breiter Auswahl und mit Probierstube.

Feste 29. August bis 2. September: Festa de Sant Fèlix, das Pa-
tronatsfest, mit großem Umzug, Tanz von verschiedenen
Figurengruppen, castellers und Feuerwerk.
Oktober: Weinlesefest.
Erster Sonntag im November: Weinfest Feria de Viña.

Markt Samstag: Im Zentrum an der Plaça de Sant Joan, Plaça


Jaume I und in der Carrer de l’Oli.

Cubelles
Einwohner: 13.700
PLZ: 08880
Entfernung nach Barcelona: 50 km
Touristeninformation: Oficina Municipal de Turisme,
Plaça del Castell 1, Tel. 938 952 500, Fax 938 953 250,
turisme@cubelles.org, www.cubelles.cat.
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 214

214 Cubelles

Cubelles ist ein kleiner Ort, linker Hand vom Fluss


Riu Foix (Blickrichtung Meer). Ausgehend von
einem älteren Ortskern, der gut einen Kilometer
im Hinterland liegt, dehnte sich Cubelles im Laufe
der Jahre zum Meer aus. Die schönen Strände
lockten und es entstanden Apartmentanlagen, ei-
ne Flanierpromenade und ein Denkmal zu Ehren
des berühmtesten aller Clowns, Charlie Rivel.

Die Strände
Die Platja Cubelles trägt auch den Beinamen
Platja Llarga de Cubelles, aber ganz so lang ist sie
dann doch nicht, nämlich 580 Meter. Der feinsan-
dige, helle Strand hat eine mittlere Breite von 30
Metern und vier Molen, die weit ins Meer ragen.
Deshalb haben sich dank der Meeresströmung
vier halbmondförmige Einzelbuchten gebildet.
Entlang des Strandes verläuft eine angenehme
Promenade mit Palmen, einigen Shops und weni-
gen Lokalen, alles bleibt in erträglichen Maßen.
Der 30 Meter breite Sandstrand Platja del Prat
beginnt hinter der Flussmündung und verläuft
über 1800 Meter. Nicht schlecht, möchte man da
sagen, leider steht im Hintergrund ein Wärme-
kraftwerk. Trotzdem kommen genügend Kurz-
urlauber hierher, Zubringerstraßen verlaufen bis in
Strandnähe.

Sehenswertes
Nichts Spektakuläres. Ein Spaziergang durchs alte
Zentrum führt zum Palast des Marqués d’Alfarràs
(auf Katalanisch: Castell dels Marquesos d’Alfarràs)
aus dem 17. Jahrhundert oder entlang der unspek-
takulären, aber netten Strandpromenade. Dort
staunt man dann über ein Denkmal zu Ehren des
berühmtesten Clowns überhaupt, Charlie Rivel
(„Akrobat schööön“). Das war’s im Wesentlichen.

Denkmal zu Ehren Charlie Rivels


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 215

Karte Umschlagklappe hinten Cubelles 215

Charlie Rivel, der mit bürgerlichem Namen


Josep Andreu hieß, wurde am 23. April 1896 in
Cubelles geboren. Das war aber nur Zufall, seine
Eltern, ebenfalls Artisten, waren gerade auf einer
Tournee und machten hier Station. Die Familie
zog dann weiter nach Paris, wo Charlie Rivel seine
Karriere startete. 1954 kam er nach Cubelles zu-
rück und hier verstarb er am 26. Juli 1983. Heute
steht im Ort die Charlie Rivel Hall, in der persön-
liche Dinge des Clowns ausgestellt sind.
Castell dels Marquesos d’Alfarràs, geöffnet: im Som-
mer Di–Sa 10.30–13 und 17.30–19 Uhr, im Winter Di–Sa
10–13.30 Uhr, Do außerdem 17–19 Uhr. Reservierungen
für Besuche über die Ausstellungsmacher, Tel. 938 953
250, charlierivel@cubelles.org.

Praktische Tipps
Unterkunft Hostal Nàutic ⁄⁄, Av. Països Catalans s/n, Tel. 938 951
051. Das kleine Haus mit zwölf Zimmern liegt ruhig in der
ersten Reihe mit Meerblick, nicht weit vom Bahnhof ent-
fernt.
Hotel Sant Jordí ⁄⁄, c/ Doctor Fleming 10–14, Tel. 938
950 103. Insgesamt 21 Zimmer hat dieses einfache Haus.

Camping La Rueda, 1. Kategorie, Carretera C-31 (alte C-246), km Nördliche Costa Daurada
146,2, zwischen Cubelles und Cunit, Tel. 938 950 207, Fax
938 950 347, www.la-rueda.com, geöffnet Anfang April bis
Mitte September. Wiesengelände für 1100 Camper, teil-
171cd Foto: sm
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 216

216 Cunit

weise unter Bäumen gelegen, nur 100 m vom Strand ent-


fernt, aber jenseits der Bahnlinie. Vorhanden sind eine Ter-
rassenbar, Pool, Mietbungalows und ein Teil der Stellplätze
hat Schatten spendende Mattendächer.

Essen und El Peixet, Passeig Marítim 18, Tel. 938 162 009. Einfach-
Trinken geerdetes Lokal mit guter Qualität, denn der Patron wirbt
damit, dass „seine eigenen“ Fischer hier superfrisch den
Fisch auf den Tisch bringen.

Feste 23. April: Fest zu Ehren des Ortspatrons Sant Jaume, wird
mit einer kulturellen Festwoche verknüpft.
zweite Maihälfte: Rosenfest. Cubelles gehört neben Ca-
lella, Reus und Sant Feliu zu den vier katalanischen Rosen-
städten. Mehrere Wettbewerbe.
Juli: Festa Major petita, das sogenannte „kleine Haupt-
fest“ wird zu einem spektakulären Treffen und Umzügen
von gegants, also Riesenpuppen.
16. August: La Festa Major, eine Mischung aus Jahrmarkt
und Volksfest mit einem Feuerwerk über der Burg, Konzer-
te und dem nächtlichen Marsch der Teufel.
September: Weinlesefest mit Wahl der Weinkönigin (pu-
billa gran).

Markt Freitag: An der Strandpromenade.

Cunit
Einwohner: 12.300
PLZ: 43881
Entfernung nach Tarragona: 40 km
Touristeninformation: c/ Sant Joan 5, Tel. 977 674
080, Fax 977 674 148, turisme@cunit.org, www.cunit.org.
Geöffnet: 15.6.–15.9. tägl. 10–14.30 und 16.30–20 Uhr,
16.9.–14.6. Di–Do 10–13, Fr/Sa 11–14 und 16–18, So
10–13 Uhr.

Cunit ist der nördlichste Ort in der Provinz Tar-


ragona und streng betrachtet beginnt hier erst die
Costa Daurada. Alle weiter nördlich gelegenen
Orte bis nach Barcelona fallen unter einen Küsten-
begriff, den nur Insider kennen: Costa de Garraf.
Aber wir wollen hier mal großzügig sein und die-
sen Bereich mit unter Costa Daurada abhandeln.

Am Strand von Cunit


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 217

Karte Umschlagklappe hinten Cunit 217

Was bietet Cunit? Zunächst einmal einen sehr


schönen langen Strand mit einem nett gestalteten
Passeig Marítim. Deswegen wurde in der Vergan-
genheit hier eine ganze Reihe von Apartment-
häusern errichtet. Nicht immer sind das optische
Glanzleistungen, gleichwohl gibt es an Spaniens
Küsten weitaus schlimmere Bausünden.
Im alten Ortskern ist die barocke Kirche Parro-
quial de Sant Cristòfol aus dem 13. Jahrhundert er-
wähnenswert, die auf den Resten einer gut
100 Jahre älteren Kirche erbaut wurde.

Der Strand

Die Platja de Cunit hat eine Länge von ziemlich


genau 2500 Metern und eine durchschnittliche(!)
Breite von 92 Metern. Der feine, hellsandige
Strand lockt viele Sonnenanbeter, aber alles in al-
lem verläuft es sich doch. Der Strand zeigt sich
nicht als komplett durchgehende Linie, sondern ist
unterteilt in sechs bis acht (je nach Zählweise)
halbkreisförmige Buchten. Direkt dahinter verläuft
eine angenehm unaufregende Strandpromenade,
und der Strand wechselt nahtlos in die benachbar- Nördliche Costa Daurada
te Platja de Calafell über. Direkt vor dem Bahnhof
öffnet sich ein großer Parkplatz, auf dem sich auch
immer wieder einige Wohnmobilisten aufbauen.
172cd Foto: sm
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 218

218 Cunit

Praktische Tipps
Unterkunft Ein Dreisterne-Hotel und drei Pensionen listet das Unter-
kunftsverzeichnis auf, ansonsten dominieren Apartments.
Adia Hotel Cunit Playa ⁄⁄⁄, c/ Mediterrani 6, Tel. 977
161 280, Fax 977 164 240. Das Haus liegt am Ortsrand
Richtung Tarragona, nicht weit vom Strand entfernt. Insge-
samt 42 Zimmer, die meisten haben einen Balkon oder
Terrasse. Außerdem Pool, Cafetería und ein kleiner Garten.
Hostal La Diligència ⁄⁄, c/ Major 4, Tel. 977 674 081,
Fax 977 675 235, www.hostalladiligencia.com. Dieses
Haus liegt jenseits der Bahnlinie im alten Ortskern unweit
der Kirche Sant Joan. Das historische Gebäude stammt aus
dem Jahr 1515 und dürfte damit eines der ältesten in ganz
Katalonien sein. Früher stiegen hier Reisende ab, die mit ei-
ner Kutsche unterwegs waren (daher auch der Name),
heute zeigt sich das Haus schick renoviert unter Beibehal-
tung des historischen Gemäuers und Charme. Es hat 12 DZ
und 4 EZ. Natürlich sind die Zimmer modern eingerichtet,
ein Restaurant gibt es auch.
Hostal Los Almendros ⁄⁄, Av. Barcelona 173, Tel. 977
675 437, Fax 977 674 649. Nicht die beste Lage an der stark
befahrenen Durchgangsstraße Barcelona – Tarragona,
preislich aber kaum zu unterbieten. Elf Zimmer.
Camping Mar de Cunit, 3. Kategorie, Av. Tarragona 146,
Tel. 977 674 058, Fax 977 675 006, www.mardecunit.com,
geöffnet: Ostern bis 15. Oktober. Platz für 500 Personen, am
Meer bei km 52 der Straße nach Tarragona. Bahnhof und
Altstadt in der Nähe. Die Stellplätze sind 48 m² groß. Die
Waschräume sind gut, es gibt auch Einzelkabinen, direkt am
Strand steht eine Bar.

Essen und Restaurant L’Avi Pau, Avinguda Barcelona 160, Tel. 977
Trinken 674 861. Di geschlossen. Schönes, elegantes Haus mit In-
nenhof, in der Küche dominieren Fischgerichte, die mit ei-
nem Schuss Kreativität angerichtet werden. Die Karte
bleibt überschaubar und wird ständig verändert, die Nach-
speisen sind alle hausgemacht.
Restaurant La Cuina de l’Andreu, Avinguda Barcelona
9, Tel. 977 672 344, Di geschlossen. Farbenfroh eingerich-
tetes Lokal in einem altehrwürdigen Landhaus. Draußen
hängt ein Schild „Outlet Restaurant“ und so günstig, wie
oftmals die Waren in einem Outlet Store sind, fallen auch
die Preise für die Gerichte aus. Variantenreiche, aber über-
schaubare Karte mit hausgemachten Desserts.

Adressen Post: Carrer del Mar.


Polizei: Carrer dels Horts.

Feste 20. Januar: Patronatsfest Sant Sebastià.


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Karte Umschlagklappe hinten Calafell 219

10. Juli: Sant Cristòfol, Fest zu Ehren des anderen Orts-


patrons.
Juli, August: Internationales Musikfestival.

Markt Donnerstag: In der Carrer Joaquín Mir.

Calafell
Einwohner: 24.000
PLZ: 43820
Entfernung nach Tarragona: 35 km
Touristeninformation: Patronat Municipal de Turisme,
c/ Sant Pere 29-31, Tel. 977 699 141, Fax 977 692 981,
informacio@calafell.org, www.calafell.org. Geöffnet: 15.6.–
15.9. Mo–Fr 8–20, Sa/So 10–14 und 17–20 Uhr, restl.
Zeit: Mo–Fr 8–20, Sa 10–14 und 17–20, So 10–14 Uhr.

Calafell ist eine dreigeteilte Ortschaft. „Schuld“


daran ist der schöne Strand. Er lockte auch hier
derart viele Zweitwohnungssuchende, dass ein
ganz eigenes Viertel entstand, Segur de Calafell.
Es müssen Tausende von Wohnungen sein, die
hier gebaut wurden. In Strandnähe dominieren
Apartmenthäuser von fünf bis acht Etagen, im Hin- Nördliche Costa Daurada
terland liegen Einfamilien- und Reihenhäuser. Mit-
ten hindurch verlaufen die C-31 (die ehemalige
C-246) Tarragona – Barcelona und die Bahnlinie.
Calafell selbst liegt einen guten Kilometer ent-
fernt und weist eine recht attraktive Altstadt auf.
Die Strandzone wäre der dritte Ortsteil und heißt
Calafell Platja. Hier entstanden Apartments, Ge-
schäfte und Lokale und andere touristische
Dienstleistungsbetriebe.
Historisch Interessierte sollten das etwas außer-
halb gelegene ehemalige iberische Dorf, die
Ciutadella Ibèrica, besuchen.

Die Strände
Ein Strand, aber zwei Namen. Die Platja Segur de
Calafell zieht sich über 1700 Meter Länge und mit
182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 220

220 Calafell

einer durchschnittlichen Breite von 120 Metern(!)


vom Sportboothafen Port Segur bis zur Mündung
eines Kanals. Der Strand ist so richtig schön „gül-
den“, wie es sich für eine Platja an der „goldenen
Küste“ auch gehört. Genau deshalb wird er auch
gerne besucht. Über die gesamte Strecke verläuft
eine Promenade, die aber erst nach dem Passie-
ren des Hafens ausschließlich für Fußgänger ange-
legt ist. Der Strand verändert sich übrigens, je
mehr man sich dem Hafen nähert, dort zeigt er
sich dunkler und härter.
Die Platja de Calafell schließt sich nahtlos über
2500 Meter an. Der Strand ist genauso feinsandig,
farblich vielleicht mit einem Stich mehr ins Bräun-
liche, und er misst etwas weniger als 90 Meter in
der Breite. Eine nett gestaltete Fußgängerzone, die
Av. de Sant Joan de Déu, verläuft als Flanierpro-
menade parallel zum Strand. Sie wird begleitet
von vier- bis sechsstöckigen Häusern, zumeist
Apartmenthäusern, in denen unten Läden, Knei-
pen, Immobilienhändler usw. ihre Dienste anbie-
ten. Hier lässt es sich nett flanieren, man bekommt
alles, was man so für einen Strandtag benötigt, oh-
ne gleich vom Angebot erschlagen zu werden.

Sehenswertes

Ermita In Segur de Calafell steht eine kleine romanische


Sant Kirche aus dem 12. Jh. in der c/ Espanya, nahe
Miquel dem Bahnhof. Erstaunlicherweise hat der Rund-
bau alle geschichtlichen Stürme überstanden und
zeigt sich beinahe originalgetreu.

Ciutadella Das ist die Rekonstruktion eines iberischen Dor-


Ibèrica fes, das sich vor ca. 2500 Jahren an dieser Stelle
befand. Die Iberer errichteten damals eine fes-
tungsartige Wohnstatt, zwar noch in Sichtweise
zum Meer, aber doch in respektabler Entfernung.
Mit der Ankunft der Römer verschwanden die Ibe-
rer, das Dorf von Calafell geriet in Vergessenheit.
Seit einigen Jahren wird der Ort nun von Archäo-
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Karte Umschlagklappe hinten Calafell 221

039cd Foto: sm

logen wieder aufgebaut. Heute spaziert der Besu-


cher durch die holperigen und schmalen Straßen
eines Dorfes, schaut in einige der 60 Wohnhäuser,
bestaunt Arbeits- und Kriegsgeräte, lernt etwas
über Trachten, Ernährung und Religion. Alles ist
recht anschaulich dargestellt. Auf einem Rund-
gang steuert man verschiedene Informations-

Nördliche Costa Daurada


punkte an, wo jeder Besucher mittels eines Audio-
guides, den man am Eingang erhält, vertiefende
Erklärungen bekommt.
Anfahrt: an der Straße C-31 (die alte C-246), kurz vor El
Vendrell, auf der linken Seite aus Richtung Barcelona kom-
mend am Kilometer 141; geöffnet: Di–So 10–14, 15.6.–
15.9. zusätzlich 17–21 Uhr, Eintritt 4 ⁄.

Castell Das Castell de Calafell ist eine Burg aus dem


de Calafell 11. Jahrhundert, die im historischen Ortsteil von
Calafell gelegen ist. Erbaut wurde das Castell als
Abwehrbollwerk im Kampf gegen die Mauren.
Um die Burg herum siedelten sich nach und nach
Menschen an, ein Dorf entstand. Etwa im 17. Jahr-
hundert war das Dorf zu einer nennenswerten
Größe angewachsen, aber im gleichen Jahrhun-
dert kam es zum Erbfolgekrieg, in dem die Burg

Überreste von iberischen Wohnhäusern


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 222

222 Calafell

von Soldaten des Königs Felipe IV. zerstört wurde.


Die Folge: Die Menschen verließen das Dorf. Spä-
ter wurde die Burg dann trotzdem zumindest teil-
weise wieder aufgebaut.
Heute kann sie besichtigt werden, genau wie
die zum Burggelände gehörende Kirche Santa
Créu de Calafell, die ebenfalls aus dem 11. Jahr-
hundert stammt. Vor allem genießt man von der
Burganlage einen schönen Blick bis zum Meer.
Geöffnet: 28.6.–11.9. täglich 11–14 und 18–21 Uhr, rest-
liche Zeit nur Sa/So 11–14 Uhr.

Praktische Tipps
Unterkunft Kursaal ⁄⁄⁄, Av. Sant Joan de Déu 119, Tel. 977 692 300,
Fax 977 692 755, www.hotelkursaal.org, geschlossen von
Mitte Oktober bis Ostern. Kurioser Name, nicht wahr? Eine
Erklärung habe ich leider nicht. 39 Zimmer hat dieses
zweckmäßige Haus, das am oberen Ende des Passeig liegt.
Unten befindet sich ein Restaurant.
Hotel Ramblas Miramar ⁄⁄⁄, Rambla Costa Daurada 1
(Ecke Strandpromenade), Tel. 977 694 242, Fax 977 699
210, www.ramblashoteles.com. Immerhin 216 Zimmer ver-
teilen sich auf fünf Etagen, ein Großteil genießt tatsächlich
Meerblick, so wie es der Name verspricht. Unten befindet
sich ein Restaurant.
Hotel Salomé ⁄⁄, c/ Monturiol 19, Tel. 977 690 100, Fax
977 692 382, geöffnet März bis Oktober. Kleines Haus mit
45 Zimmern, die für den Preis in Ordnung sind. Liegt im
Bereich Olatja de Calafell, nur eine Parallelstraße vom
Strand entfernt.
Hotel Solimar ⁄⁄⁄, c/ Vilamar 79, Tel. 977 691 100, Fax
977 691 323, www.solimarhotel.com. Ein Aparthotel mit
insgesamt 111 Zimmern, in einer Seitenstraße gelegen, ge-
nau zwischen Bahnhof und Strand, WiFi.

Essen und Restaurant Masía de la Platja, c/ Vilamar 67, Tel. 977


Trinken 691 341, Di und Mi geschlossen. Liegt im Zentrum von
Calafell Platja, eine Querstraße hinter der Strandpromena-
de, und bietet in familiärer Atmosphäre katalanische Küche
sowie Fischgerichte. Rund 200 Weine aus dem Penedés im
Angebot.

Der breite Strand von Calafell


182-223d.qxd 19.05.2010 12:00 Seite 223

Karte Umschlagklappe hinten Calafell 223

173cd Foto: sm

Restaurant Giorgio, c/ Àngel Guimerà 4 (in Calafell Plat-


ja), Tel. 977 691 159, Mo bis Do geschlossen, außer Juli,
August. Nicht wenige Gäste zählen dieses Lokal zu einem
der besten mit italienischer Küche in ganz Spanien. Mög-
lich wäre es schon, selbst Startenor Pavarotti hat sich’s hier
schon schmecken lassen. Nette Terrasse.

Nördliche Costa Daurada


El Rey Pescador, Av. Sant Joan de Déu 105, Tel. 977 694
297. Urig-normales Restaurant mit katalanischer und medi-
terraner Küche, vor allem mit einer umfangreichen Fisch-
Karte, aber auch mit Tapas. Liegt an der Promenade.
Calafell 66, Av. Sant Joan de Déu 83, Tel. 977 622 918.
Seit 1967 beliebtes Lokal mit gutem Frühstück und noch
besseren Tapas.

Adressen Einkaufen: Taberna Celler Cel d’Or, c/ Mallorca 27, große


Auswahl an Wein und Cava mit Probiertresen, sowie – ku-
rios, kurios – Lottoscheinannahme.

Feste 29. Juni: Patronatsfest Sant Pere i Sant Pau.


Juli: Carneval de verano, Sommerkarneval.
16. Juli: Verge del Carme, mit Meeresprozession.
August: Musikfestival der Comarca Baix Penedès.
29. September: Sant Miquel, Patronatsfest in Segur de
Calafell.

Markt Dienstag: Am Passeig de la Unió, Plaça del Mercat


(Calafell Platja).
Freitag: In der Carrer Apeadero in Segur de Calafell, di-
rekt am Bahnhof.
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224 El Vendrell

El Vendrell

Einwohner: 35.800
PLZ: 43880
Entfernung nach Tarragona: 29 km
Touristeninformation: Patronat Municipal de Turisme,
Av. Brisamar 1 in Coma-Ruga (El Vendrell),
Tel. 977 680 010, Fax 977 683 654, informacio@
elvendrellturisic.com, www.elvendrellturistic.com.
Geöffnet: Mo–Fr 9.30–14, Sa 10.30–13.30 Uhr.

El Vendrell ist ein geschäftiges Städtchen, gute


vier Kilometer von der Küste entfernt im Binnen-
land gelegen. Neben den unübersehbaren Wahr-
zeichen der Moderne birgt das Zentrum rund um
die Kirche schöne alte Gebäude und nette Plätze.
El Vendrell ist der Geburtsort des weltberühm-
ten Cellisten Pau Casals (1876–1973), der u.a.
die Hymne der Vereinten Nationen komponierte.
Sein Andenken wird durch Denkmäler und ein
interessant gemachtes Museum hochgehalten.
Das Museu Pau Casals befindet sich im ehema-
ligen Strandhaus der Familie, und das liegt nicht
im Ort El Vendrell.
040cd Foto: sm
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Karte Umschlagklappe hinten El Vendrell 225

Die Strände

Die Platja de Sant Salvador verläuft über knapp


1400 Meter vor dem ehemaligen Fischerdörflein
gleichen Namens. Begrenzt wird dieser feinsandi-
ge helle Strand zur Linken (Blickrichtung Meer)
von einem – zumeist trockenen – Flussbett, La
Riera de la Bisbal, und zur Rechten vom Club Náu-
tico. Dazwischen liegt ein Strand, der dem Küsten-
namen (Goldene Küste) wieder einmal alle Ehre
macht. Die Breite wird mit 74 Metern im Durch-
schnitt angegeben, was bedeutet, dass er sich an
manchen Stellen deutlich breiter zeigt. Eine unprä-
tentiöse, relativ schmale Promenade begleitet die
Platja, verschont den Flaneur glücklicherweise mit
marktschreierischem touristischem Kitsch. Hier
lässt es sich nett spazieren. Man betrachtet die
(teilweise) historischen Häuser, guckt über den
Strand, findet nur nach längerem Suchen ein Lo-
kal und entdeckt schließlich das Museum zu Eh-
ren von Pau Casals. Der Besuch dort ist ein Muss!
Die Platja de Coma-Ruga ist eine Fortsetzung

Nördliche Costa Daurada


der eben beschriebenen Strandzone, die „hinter“
dem Club Náutico beginnt und nach 2300 Me-
tern an einer Stelle endet, die kaum wahrnehmbar
ist. Danach verläuft der Strand in bekannter Qua-
lität weiter. Coma-Ruga jedenfalls ist noch breiter
als sein Vorgänger, im Durchschnitt 111 Meter,
und hat feinen, hellen Sand zu bieten. Ein schma-
ler, aber gleichwohl netter Passeig verläuft parallel
und einige nicht zu große Apartmenthäuser liegen
gleich dahinter in der ersten Reihe. Es gibt zwar
Lokale an der Promenade, aber in relativ beschei-
dener Anzahl.

Historische Häuser an der Platja de Sant Salvador


224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 226

226 El Vendrell

Die Platja El Francàs ist der dritte und letzte


Strandabschnitt von El Vendrell. Die Daten: 1000
Meter Länge, 72 Meter durchschnittliche Breite
und feiner, heller Sand. Die Strandzone endet an
einer schwer auszumachenden „Grenze“ zur
Nachbargemeinde Roda de Barà, vor der Urba-
nización Marisol. Das aber ist nur eine bürokrati-
sche Grenze, der Strand läuft ungebremst weiter.
Bei El Francàs fehlt eine Flanierpromenade, dafür
stehen einige Apartmenthäuser in der sprichwört-
lichen ersten Strandreihe. Direkt dahinter verläuft
die Bahnlinie Barcelona – Tarragona.

Sehenswertes
Altstadt Die Altstadt lohnt einen ziellosen Bummel. Zu fin-
den ist dieses Gebiet recht einfach, denn schon
von weit außerhalb kann man die das Dächer-
meer überragende Kirche Sant Salvador erspähen.
Wer mit dem eigenen Fahrzeug kommt, sollte die-
ses aber außerhalb der engen Gassen stehen las-
sen, beispielsweise am großen Parkplatz beim
ausgeschilderten Bahnhof.
Die Kirche, die katalanisch Esglèsia de Sant Sal-
vador heißt, ist barocken Stils und stammt aus
dem 17. Jahrhundert. Ihr Glockenturm wird ge-
krönt von einer Engelsfigur, die im Volksmund
l’àngel de El Vendrell („Engel von El Vendrell“)
heißt und zum Symbol der Gemeinde wurde.
Unweit von der Kirche kann der Besucher dann
nette Straßen wie Carrer Major, La Rambla und
Carrer de Santa Ana durchstreifen und erreicht
schließlich die Plaça Nova. An diesem zentralen
Platz befindet sich eine Skulptur zu Ehren von Pau
Casals, die zeigt, wie er tief versunken sein gelieb-
tes Cello spielt. Direkt hinter der Skulptur rauscht

Hinweis: Es gibt ein Gemeinschaftsticket (Entrada con-


junta) für alle hier vorgeschlagenen Museen zum Preis
von 8 ⁄.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 227

Karte Umschlagklappe hinten El Vendrell 227

ein ziemlich modern gestalteter Springbrunnen. In


diesem Zusammenspiel sind Alt und Neu nett ver-
eint, zumal die umliegenden Häuser auch eine Pri-
se historischen Charme ausstrahlen.

Museu Déu Nur wenige Schritte entfernt liegt das Museu Déu
an der Plaça Nova 6. Ausgestellt sind in vier Räu-
men Kunstwerke zu religiösen Themen aus einer
Zeitspanne, die vom 12. Jh. bis zur Moderne
reicht.
Geöffnet: Di–Fr 10–13 und 17–20 Uhr, Sa 11–14 und
17–20 Uhr, So 11–14 Uhr, Mo geschlossen, Eintritt: 4,40 ⁄.

Casa-Museu Das Casa-Museu Àngel Guimerà liegt nur ein paar


Àngel Schritte entfernt unter der Hausnummer 8 in der
Guimerà Carrer Santa Ana. Der Dramatiker Àngel Gui-
merà (1845–1929) verbrachte fast sein ganzes Le-
ben in El Vendrell, obwohl er auf Teneriffa (Kana-
rische Inseln) geboren wurde.
Sein bekanntestes Theaterstück heißt auf Ka-
talanisch „Mar i Cel“ („Meer und Himmel“). Es

Nördliche Costa Daurada


geht dabei um eine Geschichte, bei der sich ein
„guter“ Pirat in eine geraubte christliche Jungfrau
verliebt, die nach zähem Widerstand schließlich
doch seine frisch entbrannten Gefühle erwidert
und deren Vater, zum dramatischen Schlusspunkt
ansetzend, versehentlich dann die eigene Tochter
erschießt.
Geöffnet: 16.9.–30.6. Di–Sa 10–14 und 17–19 Uhr; 1.7.–
15.9. Di–Sa 10–14 und 18–20 Uhr, So 11–14 Uhr, Eintritt:
2 ⁄.

Museu Hier, an der c/ Santa Anna 10, liegt auch das klei-
Arqueològic ne archäologische Museum, wo Fundstücke aus
der iberischen und römischen Zeit ausgestellt
sind. Vor allem das Alltagsleben wird dokumen-
tiert, sowie einige Beerdigungsriten.
Geöffnet: 1.7.–15.9. Di–Sa 10–14 und 18–20 Uhr, 16.9.–
30.6. 10–14 und 17–19 Uhr, So 11–14 Uhr, Eintritt: 2 ⁄.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 228

228 El Vendrell

Casa Drei Häuser weiter steht das Geburtshaus von Pau


nadiua de Casals, zu finden unter der Hausnummer 2. Man
Pau Casals geht an dem Haus schnell vorbei, ein Hinweis-
schild ist nämlich nur über Kopfhöhe zu finden.
Ausgestellt sind Bilder seiner persönlichen Ent-
wicklung sowie Einrichtungsgegenstände aus
seiner Kindheit.

Geöffnet: siehe Casa-Museu Àngel Guimerà, Eintritt: 2 ⁄.

Museu Das Museu Pau Casals liegt direkt am Strand Plat-


Pau Casals ja Sant Salvador an der Av. Palfuriana 67. Es ist ein
sehr beeindruckendes Museum, das im ehema-
ligen Ferienhaus der Familie Casals, direkt an der
Strandpromenade, zu finden ist. Das Haus ist ein
sehr schönes, größeres Gebäude, ein Garten ist

Pau Casals
„Meister des Cellospiels“ wurde er genannt, weltweit
schätzte man ihn und seine Musik, nur in Spanien galt er
lange Zeit als eine unbekannte Größe.
Geboren wurde Pau Casals (span.: Pablo) am 29. De-
zember 1876 in El Vendrell. Schon frühzeitig kam er zur
Musik, da sein Vater als Dorforganist fungierte. Mit zwölf
Jahren zog die Familie nach Barcelona um, wo Casals mit
dem Cellospiel begann. Kaum zehn Jahre später war sein
Spiel derart gut, dass er internationale Konzerte gab. Er be-
kam ein Stipendium der Königin María Cristina, sodass er
am Konservatorium in Madrid studieren konnte. 1897 wur-
de er schließlich Professor für Cello am Konservatorium in
Barcelona. Nebenbei gab er etwa 150 bis 200 Konzerte
pro Jahr und wurde so weltweit immer bekannter.
Während des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939)
und der Diktatur Francos litten die Katalanen unter den Re-
pressionen. Casals nutzte seine Stellung, um gegen die Un-
terdrückung zu opponieren, er weigerte sich beispielswei-
se in Konzerten des faschistischen Italiens und Deutsch-
lands zu spielen. Während des Spanischen Bürgerkrieges
sammelte er sogar Spenden für die Republikaner, aber es
half alles nichts. 1939, als Franco und seine Truppen nach
monatelanger Belagerung als triumphierende Sieger in
Barcelona einmarschierten, war allen Katalanen klar, dass
finstere Zeiten anbrechen würden.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 229

Karte Umschlagklappe hinten El Vendrell 229

angeschlossen. Der Besucher wird über insgesamt


18 Stationen audiovisuell durch Pau Casals Leben
geführt. An jeder Station wird ein kurzer Film ge-
zeigt zu Casals entscheidenden Lebensdaten, je-
weils untermalt von seiner eigenen Musik. Nicht
zu viele Infos, keine Überfrachtung durch Fakten,
sondern eher ein An-die-Hand-genommen-Wer-
den durch einen Zeitrafferfilm über ein 90-jähri-
ges Künstlerleben. Dazu richtig nett und an Sta-
tion 6 sogar noch spannend gemacht. Ein Count-
down zeigt an, wie lange man noch warten muss,
bis sich schließlich ein Vorhang öffnet und man
eintreten kann. Was sich dahinter verbirgt, wird
aber nicht verraten.
Das Museum hat mein Prädikat „absolut se-
henswert“, auch für Nichtfans von Cellomusik.

Casals emigrierte. Zunächst ging er nach Südfrankreich,


wechselte also quasi nur über die Grenze, aber entfernte

Nördliche Costa Daurada


sich aus dem Machtbereich des Diktators. Damals schwor
er, nicht mehr öffentlich auftreten zu wollen, solange Fran-
co an der Macht bleibt. Und tatsächlich spielte er in den
folgenden 30 Jahren nur gelegentlich, beispielsweise 1961
im Weißen Haus in Washington auf ausdrückliche Einla-
dung vom damaligen US-Präsidenten J. F. Kennedy.
1956 wechselte er abermals seinen Wohnsitz. Lange
Jahre hoffte Casals auf eine politische Änderung in Spa-
nien, aber die Situation verfestigte sich eher. Daraufhin
entschloss er sich zu einem gewaltigen Schritt. Nachdem
er zunächst nur wenige Kilometer entfernt von Katalonien
gelebt hatte, ging er nun wirklich in die Ferne, in die Kari-
bik, nach Puerto Rico. Im stolzen Alter von 80 Jahren er-
richtete er sich dort seinen neuen Lebensmittelpunkt.
Im biblischen Alter von 95 Jahren kam er noch einmal
zu ganz besonderen Ehren. Im Auftrag des General-
sekretärs der Vereinten Nationen komponierte er eine
neue Hymne für die UNO. 1971 war es soweit, „El Himno
de las Naciones Unidos“ wurde vorgestellt und Casals er-
hielt die Friedensmedaille.
Am 22. Oktober 1973 starb Pau Casals kurz vor seinem
97. Geburtstag. Leider konnte er das Ende der Franco-Dik-
tatur (1975) nicht mehr erleben.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 230

230 El Vendrell

041cd Foto: sm

Geöffnet: 15.6.–15.9. Di–Sa 10–14, 17–21 Uhr; 16.9.–


14.6. Di–Fr 10–14, 16–18 Uhr, Sa 10–14, 16–19 Uhr, So ge-
nerell 10–14 Uhr, Mo geschlossen; Eintritt: 6 ⁄.

Praktische Tipps
Unterkunft Hotel San Salvador ⁄⁄⁄⁄, c/ Llobregat 17–29 (am Strand
von Sant Salvador), Tel. 977 684 041, Fax 977 683 909,
www.hoteleuropesansalvador.com, geöffnet: Ende März
bis Ende November. Großes, funktionales Haus mit 145
Zimmern, das nur 200 Meter vom Strand entfernt liegt.

Denkmal zu Ehren von Pau Casals


224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 231

Karte Umschlagklappe hinten El Vendrell 231

Hotel Brisamar ⁄⁄⁄, Passeig Marítim s/n, Tel. 977 680


011, Fax 977 684 486, www.hotelbrisamar.net. Größeres
Haus mit 100 Zimmern, von denen etliche Meerblick ha-
ben. Das Haus liegt an der Strandpromenade von Coma-
Ruga. Von Mai bis Oktober geöffnet.
Hotel Ermita ⁄⁄⁄, c/ Sant Salvador s/n, Tel. 977 680 710,
Fax 977 681 705, geöffnet von Anfang April bis Mitte Ok-
tober. Zentrale Lage, 57 Zimmer, kleiner Garten, Restau-
rant, Pool und keine 100 Meter bis zum Strand.

Camping Sant Salvador, 3. Kategorie, Av. Palfuriana 68 im Centro


Barrio Marítimo Sant Salvador, Tel. u. Fax 977 680 804,
www.campingsantsalvador.com, geöffnet: Anfang April bis
Ende September. Laut offizieller Liste trägt dieser Cam-
pingplatz das wenig schmeichelhafte Gütesiegel „3. Kate-
gorie“, aber das muss ein Fehler sein. Der kleine Platz liegt
direkt am Strand unter Bäumen und bietet alles Notwendi-
ge, was ein guter Platz vorweisen muss, inkl. Animations-
programm für die lieben Kleinen und Vermietung von Bun-
galows. Zu erreichen: Autobahn A-7, Abfahrt 31 und weiter
über die N-340 bis zum Kilometer 1187, wo es nach Coma-
Ruga abgeht. Ab da beschildert.
Camping El Francàs, 2. Kategorie, N-340, km 1185,
(Avinguda Comunicació Social 27-31), Tel. 977 680 725,
Fax 977 684 773, www.campingfrancas.net, geöffnet: An-
fang April bis Ende September. Der Platz hat Raum für 740
Personen, liegt unter Pinien ganz in der Nähe des Meeres,
ist aber von ihm durch die Bahnlinie getrennt. Es gibt ein

Nördliche Costa Daurada


Internetcafé.
Vendrell Platja, 1. Kategorie, Av. Sanatori s/n, zwischen
Sant Salvador und Calafell, Tel. 977 694 009, Fax 977 694
106, www.camping-vendrellplatja.com, geöffnet Anfang
April bis Mitte Oktober. Relativ großer Platz (1500 Urlau-
ber) unter Bäumen in Strandnähe.

Essen und Restaurant Pi, La Rambla 2, Tel. 977 660 002. Das tradi-
Trinken tionsreiche Haus aus dem Jahr 1906 liegt mitten im Orts-
kern, ist im modernistischen Stil eingerichtet und bietet von
den 18 Tischen einen prima Blick auf die Rambla. Hier wird
sogenannte Hausmannskost geboten, was ja nicht das
Schlechteste sein muss.
El Moli de Cal Tof, c/ Santa Oliva 2, Tel. 977 662 651.
Seit 1979 wird dieses gemütliche Lokal in einer ehemaligen
Mühle betrieben. Serviert wird mediterrane Küche mit Spe-
zialitäten aus der Region, beispielsweise Spanferkel.
Restaurant Joila, Av. Generalitat 24, Tel. 977 680 827,
Mo geschlossen. Das Lokal ist modern eingerichtet und
existiert seit fast 30 Jahren, es liegt in der Nähe vom Bahn-
hof Coma-Ruga. Die überschaubare Karte wechselt stän-
dig, sie ist saisonal ausgerichtet. Insgesamt etwas gehobe-
ne Preisklasse.
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232 Roda de Barà

Adressen Einkaufen: Cellers Jané Ventura, Carretera de Calafell 2,


Tel. 977 681 888, www.janeventura.com, verkauft Wein
aus dem D.O.-Anbaugebiet Penedès.
Licors Jané, Carretera N-340 km 274,5, Tel. 977 660 118,
www.licorsjane.com, hat mit die größte Weinauswahl, eins
der führenden Häusern seiner Art in der Provinz Tarragona.

Feste Letzter Samstag im Februar: El Xató, auf der Straße La


Rambla wird ein spezielles Gericht, Xató de El Vendrell, zu-
bereitet, auch und vor allem von Kindern. Im Wesentlichen
werden verschiedene Grundlagen (Thunfisch, Stockfisch,
Tomaten u.a.) mit einem Stößel klein gestoßen und schließ-
lich zu einer aromatischen Speise angerichtet. Zusammen
mit Wein und Tortilla isst dann die halbe Stadt gemeinsam.
Anfang Juli: Festa del Pa beneit, Feier zu Ehren des gehei-
ligten Brotes, u.a. mit Sardanas, Umzügen und Feuerwerk.
26. Juli: Patronatsfest Santa Ana, u.a. auch castellers mit
der bekannten Gruppe Los Nens del Vendrell.
15. Oktober: Feria de Santa Teresa, u.a. mit castellers ört-
licher sowie befreundeter Gruppen.

Markt Freitagvormittag: Auf der Straße La Rambla.


Freitagnachmittag: In der c/ Parlament in Coma-Ruga.

Roda de Barà

Einwohner: 6400
PLZ: 43883
Entfernung nach Tarragona: 20 km

Roda de Barà ist ein kleiner Ort, der ca. drei Kilo-
meter von der Küste entfernt liegt. In dem Ort
wird man nichts Spektakuläres entdecken können,
die interessantesten Punkte liegen außerhalb. Da-
zu zählen natürlich die Strände, die Auslöser für
einen signifikanten Bauboom waren. So entstan-
den eine Reihe von Urbanizaciónes mit so wohl-
klingenden Namen wie Costa Daurada oder die
Luxus-Residenz El Roc de Sant Gaietà. Hier resi-
dieren viele in- und ausländische Winterflüchtlin-
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Karte Umschlagklappe hinten Roda de Barà 233

042cd Foto: sm

Nördliche Costa Daurada

ge und hier liegen auch ein paar von Spaniens


besten Campingplätzen.
Aber schon früher kamen Menschen fremder
Zunge an diese Küste, beispielsweise die Römer.
Sie errichteten im 1. Jh. n. Chr. einen Triumph-
bogen, der wundersamerweise alle zeitgeschicht-

Der 2000 Jahre alte römische


Triumphbogen mitten auf der Nationalstraße
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 234

234 Roda de Barà

lichen Stürme überstand und noch heute an der


Straße N-340 Reisende nach Tarragona begrüßt.
Das tat er schon zur Zeit der Römer, als die Straße
noch nicht Carretera Nacional 340 hieß, sondern
Vía Augusta. Auf Spanisch heißt der Triumph-
bogen Arco de Barà. Er misst 12,28 Meter in der
Höhe und 12 Meter in der Breite. Er wurde zu
Ehren des römischen Präfekten Lucio Licinio Sura
errichtet, so erklärt es eine lateinische Inschrift.
Mitten im Ort steht noch die Esglèsia de Sant
Bartomeu. Ihre Ursprünge gehen auf ein Gottes-
haus im 11. Jahrhundert zurück, das zerstört wur-
de. Im 17. Jahrhundert wurde an gleicher Stelle ei-
ne neue Kirche gebaut, die Ende des 19. Jahrhun-
derts erweitert wurde. Direkt an der Küste bei den
Campingplätzen befindet sich die Kapelle La Ma-
re de Déu de Barà aus dem 18. Jh. Sie steht an ei-
ner Steilküste direkt am Meer, wo in früheren Zei-
ten die Fischer ihre Boote an Land steuerten.
„Roca Foradada“ heißt ein Kulturzentrum, das
in einem schönen Haus in Roc de Sant Gaietá an
der Plaza Luis Ólmar untergebracht ist. Ausgestellt
sind 34 Skulpturen von Salvador Dalí sowie eine
private Sammlung rund ums Thema „Handschrift“.

Geöffnet: Di–Sa 10–13 und 17.30–20.30 Uhr; Eintritt:


2 ⁄ für den Besuch der Dalí-Schau.

Die Strände

Die Platja de les Guineus ist nur eine kleine,


200 Meter lange Zone mit feinsandigem Strand,
die begrenzt wird durch die vorwitzig ins Meer ra-
gende Urbanización Roc de Sant Gaietà.
Die Platja de El Roc de Sant Gaietà ist kein Pri-
vatstrand, wird aber doch hauptsächlich von den
Residenten der Edel-Urbanización El Roc de Sant
Gaietà genutzt. Ein Hauch Exklusivität liegt tat-
sächlich über dieser 170-Meter-Bucht. Die Urba-
nización ist im Stil eines alten Fischerdorfes errich-
tet und um sogenannte typische andalusische Ele-
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Karte Umschlagklappe hinten Roda de Barà 235

mente bereichert worden. Der Sand ist so fein wie


überall.
Platja Llarga oder Platja Roda de Barà heißt
der Hauptstrand. Stolze 1070 Meter Länge wur-
den gemessen und 47 in der mittleren Breite. Fast
überflüssig zu erwähnen, dass der Sand hell und
fein ist. Im Hinterland verläuft eine Bahnlinie un-
mittelbar am Strand vorbei, liegen drei gute Cam-
pingplätze sowie viel Grün und Natur. Eine bezau-
bernde Strandpromenade verläuft hier über gut
einen Kilometer.

Praktische Tipps

Camping Das hat man auch nicht alle Tage, dass bei einem
Ort keine Hotels existieren, sondern nur drei Cam-
pingplätze. Aber was für welche!

Park Platja Barà, 1. Kategorie, N-340, km 1183, Tel. 977


802 701, Fax 977 800 456, www.barapark.es, geöffnet: En-
de März bis Ende September. Ein großer Platz für knapp
3000 Camper, direkt am Meer gelegen. Sehr schön gestal-

Nördliche Costa Daurada


tetes Gelände mit viel Grün und individuellen Stellplätzen.
Auf einem Teil des Platzes herrscht absolutes TV- und Ra-
dioverbot. Viele Animations- und Sportmöglichkeiten, in-
klusive eines „richtigen“ römischen Amphitheaters, wo re-
gelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Stel, 1. Kategorie, N-340, km 1182, Tel. 977 802 002, Fax
977 800 525, www.stel.es, geöffnet: Ende März bis Ende
September. Ebenfalls ein größeres Gelände (2000 Perso-
nen), das gärtnerisch sehr hübsch gestaltet ist. Der Platz ist
in vier Sektoren aufgeteilt. Zum nahen Strand geht es
durch eine Unterführung, aber man kann sich auch am
Pool vergnügen. Stellplätze mit Strom, Wasser, Abfluss und
teilweise sogar mit eigenen Sanitäranlagen. Ansonsten
zählen zum Service: Bar, Restaurant, Supermarkt, WiFi, Kin-
deranimation, Plätze für Fußball, Basketball, Volleyball, Ten-
nis, man kann Windsurfen, aber Hunde sind auf dem Platz
nicht erlaubt.
Arc de Barà, 2. Kategorie, N-340, km 1182, Tel. 977 800
902, Fax 977 801 552, www.campingarcdebara.com,
ganzjährig geöffnet. Hier finden 1200 Camper Aufnahme
auf einem langgestreckten Platz. Schatten spenden Mat-
tendächer oder Laubbäume, Abkühlung bietet ein Pool. Es
können auch 60 Holzbungalows gemietet werden.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 236

236 Creixell

Creixell

Einwohner: 3200
PLZ: 43839
Entfernung nach Tarragona: 16 km
Touristeninformation: Ajuntament, c/ Esglèsia 3,
Tel. 977 138 132, Fax 977 800 009,
j.xufre@creixell.altanet.org, www.creixell.es.
Geöffnet: Juli/Aug. Mo–Sa 9–14 und 16.30–19.30, So
9.30–13.30 Uhr, restl. Zeit: Mo–Fr 8–15, Sa 9–13 Uhr.

Was soll man über ein Tausend-Seelen-Dörflein


erzählen, das nicht ganz einen Kilometer von der
Küste entfernt liegt und dessen Hauptattraktion
der Strand ist? Nicht viel jedenfalls. Im Ortskern
kann der Interessierte Reste einer mittelalterlichen
Schutzmauer bewundern und Überbleibsel des
viereckigen Castell de Creixell aus dem 11. Jahr-
hundert. Aus jener Epoche stammt nur ein Teil,
der Rest wurde im 16. bis 18. Jahrhundert erbaut
und im 19. Jahrhundert modifiziert. Außerdem
lohnt ein Blick auf die Kirche Sant Jaume aus
dem späten 16. Jahrhundert im gotischen Stil. Der
Glockenturm wurde ein knappes Jahrhundert spä-
ter errichtet (1771). Das war’s im Wesentlichen
schon. Ein ruhiger, kleiner Ort also, in dessen Au-
ßenbereichen wie so oft Ferienwohnungen im
größeren Stil errichtet wurden. Im Sommer tobt
hier das Leben, wenn aber der Besucher im Spät-
herbst kommt, wie der Autor es einmal tat, dann
glaubt er sich in einer Geisterstadt. Nichts gegen
Geister übrigens.

Der Strand

Die Platja de Creixell ist laut Statistik 1860 Meter


lang – was niemand glauben wird. Warum? Eine
erkennbare Begrenzung gibt es nur zu einer Seite,
dem Club Náutico beim benachbarten Roda de
Barà. Zur anderen Seite verläuft der Strand über
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 237

Karte Umschlagklappe hinten Creixell 237

etliche Kilometer bis nach Torredembarra. Fast


möchte man sagen, „natürlich“ ist der Strand hell
und feinsandig und etwas weniger als 40 Meter im
Durchschnitt breit. Interessanter bleibt aber, dass
zwischen Creixell und Torredembarra die Platja
von einer sehr schönen Dünenlandschaft begleitet
wird. Hier wurde glücklicherweise fast nichts ge-
baut, die Natur konnte sich entfalten. Fast jeden-
falls, denn durch geschickte Bepflanzung ver-
hinderte man, dass die Dünen zu sehr wandern. Ein
Fußweg führt durch die Dünen entlang der Küste
und bringt Neugierige zu zwei observatorios, also
Aussichtspunkten. Eigentlich überflüssig darauf hin-
zuweisen, aber dennoch: Es ist strikt verboten, diese
Wege zu verlassen. Mitten in diesem Gebiet liegt
übrigens die winzige Urbanización Clarà-Mar, zu
der zwar eine Straße führt, von der man aber nur
zu Fuß durch zwei Unterführungen an den Strand
gelangt. Unterführung deshalb, weil mitten durch
diese Landschaft auch die Bahnlinie verläuft.

Praktische Tipps
Camping Fünf Campingplätze liegen in ziemlich enger Nachbar- Nördliche Costa Daurada
schaft, alle sind über die Nationalstraße N-340 erreichbar.
Sirena Dorada, 1. Kategorie, N-340, km 1181, Tel. 977
801 303, Fax 977 801 215, www.sirenadorada.com, ganz-
jährig geöffnet. Ein mittelgroßer Platz für 1400 Personen
zwischen Bahnlinie und Nationalstraße gelegen. Teilweise
Schatten durch Bäume, ein Pool und ein Fußballfeld sind
auch vorhanden. Außerdem Kinderanimation, Fiestas am
Wochenende, moderne Sanitärs und man kann auch klei-
ne Bungalows mieten.
L’Alba, 2. Kategorie, N-340, km 1180, Tel. 977 801 903,
Fax 977 800 400, www.campinglalba.info, geöffnet: An-
fang März bis Ende September. Knapp 1000 Urlauber kön-
nen sich auf diesem schmalen, langgezogenen Platz erho-
len. Auch hier gilt, wie für die meisten Campingplätze, dass
die Bahnlinie und die Nationalstraße recht nah vorbeifüh-
ren, es aber nur wenige Schritte zum Strand sind. Viel
Schatten durch Bäume, es gibt Plätze für Tennis und Bas-
ketball sowie einen Pool.
El Creixell, 2. Kategorie, N-340, km 1180, Tel. 977 800
620, Fax 977 800 650, www.campingcreixell.com, geöff-
net 1.3.–31.10. Platz für immerhin 2100 Personen, liegt un-
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 238

238 Torredembarra

mittelbar neben L’Alba und ca. 200 Meter vom Strand ent-
fernt, dennoch gibt es mehrere Pools mit Rutschen sowie
Tennis- und Sportplatz.
La Gavina, 2. Kategorie, N-340, km 1181, Tel. 977 801
503, Fax 977 800 527, www.gavina.net, geöffnet: Ende
März bis Ende Oktober. Gut 1000 Personen fasst dieser
Platz, der teilweise Schatten spendende Bäume hat und
auch Lärmschutz gegen die Bahn. Er liegt direkt am Strand,
wer einen Platz in der ersten Reihe ergattert, krabbelt aus
dem Schlafsack direkt an die Platja.

Essen und Els Fogons de la Maru, c/ Nou 17, Tel. 977 800 803,
Trinken geöffnet ab 19 Uhr. Recht günstiges Menü, ansonsten vor
allem gute Reisgerichte. zu finden im Zentrum, erreichbar
über die zentrale Av. Catalunya.

Feste 25. Juli: Fiesta Mayor Pequeña zu Ehren von Sant Jaume.
Dritter Sonntag im September: Fiesta Mayor Grande zu
Ehren von Santísimo Sacramento.

Torredembarra

Einwohner: 15.200
PLZ: 43830
Entfernung nach Tarragona: 13 km
Touristeninformation: Patronat Municipal de Turisme,
Passeig Rafael Campalans 10, Tel. 977 644 580, Fax 977
643 835, turisme@torredembarra.cat, www.turismetor
redembarra.cat. Geöffnet: Ostern–15.9. Mo–Fr 8–15
und 18–21 Uhr, restl. Zeit: Mo–Fr 8–15 Uhr.

Torredembarra ist ein zweigeteilter Ort. Der his-


torische Kern liegt oberhalb der Bahnlinie und der
N-340, während die touristische Infrastruktur sich
unterhalb am Meer angesiedelt hat. Der reizvolle
Altstadtkern lädt ein zum zwanglosen Bummeln,
der Besucher kann sich an schönen historischen
Häusern erfreuen. Unten am schönen, breiten
Strand entstanden dann die Wahrzeichen der Mo-
derne, also Ferienwohnungen, Hotels und Cam-
pingplätze. Im Sommer ist dort richtig was los,
außerhalb dieser Zeitspanne hat man die schöne
Platja fast für sich alleine. Fast.
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Karte Umschlagklappe hinten Torredembarra 239

Der Strand

Die Platja de Torredembarra ist laut Angaben der


Vermesser 3790 Meter lang. Okay, am südlichen
Ende des Strandes liegt der Hafen, aber wo ist die
nördliche Grenze? Ein unbedarfter Strandläufer
kann nämlich an die zehn Kilometer wandern,
passiert den weiter oben beschriebenen Strand
von Creixell und merkt überhaupt nicht, dass eine
„Grenze“ überschritten wurde. Macht auch über-
haupt nichts! Fast wird es langweilig zu sagen,
aber auch dieser Strand ist schön breit (knapp 60
Meter), zeigt sich hellsandig und fein. Begleitet
wird die Platja von einer breiten Promenade ohne
touristische Schnickschnackshops. Nette Parkbän-
ke, Lampen und einige Palmen dekorieren den
Weg und ein paar Lokale laden zur Verschnauf-
pause ein. Gesamtfazit: sehr angenehm.

Sehenswertes

Nördliche Costa Daurada


Altstadt- Es gibt im historischen Zentrum von Torredembar-
kern ra viel zu entdecken, ohne dass auf jedes Gebäu-
de explizit eingegangen werden soll. Zumindest
ein Teil des historischen Kerns ist ein Gesamt-
kunstwerk, durch das man einfach ziellos streifen
sollte. Häuserfassaden wechseln zwischen schick
restauriert und leicht verfallen, ein brauner Grund-
ton herrscht vor. Überall schmiedeeiserne Gitter
vor den Fenstern, wuchtige Gemäuer, gewaltige
Holztüren. Erker, die über die Straße ragen, Ruhe-
bänke, alte Laternen.
An der Plaça del Castell stehen Rathaus und Kir-
che. Die Pfarrkirche Sant Pere mit einer barocken
Orgel stammt aus dem Jahr 1705. Gegenüber er-
hebt sich das älteste Gebäude des Ortes, la Torre
de la Villa (der Ortsturm). Er stammt aus dem 12.
oder 13. Jahrhundert, wurde im Mudejarstil erbaut
und war Teil der Befestigungsmauer. Eine weitere
Attraktion ist das kleine Castell de Torredembar-
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 240

240 Torredembarra

ra, eine Burg aus dem 16. Jahrhundert. Die Fes-


tung am höchsten Punkt des Ortes wurde im Re-
naissancestil errichtet und hat einen quadratischen
Grundriss mit vier Ecktürmen. Die Räume sind um
einen rechteckigen Innenhof gruppiert. Heute ist
hier die Stadtverwaltung untergebracht.
Dann geht man durch die Carrer Major, hier fin-
den sich viele alte Häuser. Schließlich erreicht
man die Plaça de la Font. Ein netter Mittelpunkt
im Sinne von Lebensmittelpunkt. Ein paar Gemü-
sestände preisen Waren an, Cafés mit Außenge-
stühl warten auf Gäste. Dort schwatzt die Oma
mit dem Schulschwänzer, genehmigt sich ein Poet
mit Pferdeschwanz und Weihnachtsmannbart ei-
nen dreistöckigen Cognac morgens um zehn. Na,
wenn’s der Inspiration hilft ...
Knapp davor, an der Plaça de la Villa, steht ein
kleines Monument, das einen Menschenturm
(casteller) zeigt, mit vier Ebenen aus jeweils einer
Person. Was in natura wohl ziemlich schwierig zu
schaffen sein dürfte.
Hier am Platz stehen auch einige Häuser aus
der Epoche Ende des 19. Jahrhunderts, die im mo-
dernistischen Stil erbaut sind. Ebenso sehenswert
die c/ Antoni Roig, die von der Plaça de la Font
abzweigt. Dort stehen Gebäude aus dem 18. Jahr-
hundert (im Barockstil), sowie vom Beginn des
20. Jahrhunderts (Modernismus).

Strand- Etwas weiter Richtung Meer trennt die Bahnlinie


promenade und die Nationalstraße diesen Bereich vom Strand
ab. Dort verläuft eine recht nette Fußgängerzone.
Am südlichen Ende liegt ein Hafen mit der im Jahr
2000 wieder eröffneten Llotja de pescadors, der
Fischauktionshalle, und dort erhebt sich auch ein
winziger Hügel, Els Munts. Ohne alpinistische
Großleistungen kann jeder zum dortigen Aus-
sichtspunkt hinaufklettern. Einen schönen Blick
entlang der Küste gibt es als Belohnung.
Am nördlichen Ende der Promenade wird das
Fischerviertel Barrio de Pescadores, auch Baix de
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 241

Karte Umschlagklappe hinten Torredembarra 241

043cd Foto: sm

Nördliche Costa Daurada

Mar genannt, erreicht. Hier residierten die Fischer


in Häusern, die frei nach Gusto errichtet wurden.
Soll heißen: Eins ist kleiner, das nächste größer,
eins ist hell, das andere hat ein rotes Spitzdach –
individuell und nicht genormt, wie die meisten
Häuser an der Promenade. Das hat seinen Reiz
und womöglich wohnen hier auch tatsächlich
noch ein paar Fischer. Außerdem gibt es dort eini-
ge Lokale, die so aussehen, als ob sich auch mal
ein „echter“ Seemann hineinverirren könnte.

Historische Häuser in der Altstadt von Torredembarra


224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 242

242 Torredembarra

174cd Foto: sm

Der weiter nördlich verlaufende Strand erreicht


die Dünenlandschaft Els Muntanyas, die unter Na-
turschutz steht. Strandbesuche sind möglich, aber
die Dünen dürfen nicht betreten werden, um die
fragile Pflanzen- und Tierwelt zu schonen.

Praktische Tipps
Unterkunft Hotel Morros ⁄⁄–⁄⁄⁄, c/ Pérez Galdós 15, Tel. 977 640
225, Fax 977 641 864, www.morros.es. Insgesamt 79 Zim-
mer auf vier Etagen verteilt, im alten Fischerviertel gelegen
und nur 20 Meter vom Strand entfernt mit entsprechend
tollem Blick. Modern und funktional eingerichtet, unten
gibt es ein vielgelobtes Lokal. Es gibt auch Dreier- und Vie-
rerzimmer.
Pension Coca ⁄⁄, c/ Antonio Roig 97, Tel. 977 640 055.
Ein Gasthaus im klassischen Sinne. 1820 gegründet als
Postkutschenstation, heute ein kleines Hotel mit 38 Zim-
mern. Es liegt im historischen Zentrum zwischen Plaça del
Font und dem Touristenbüro. Mit Restaurant und Bar.

Camping Clarà, 2. Kategorie, N-340, km 1179, Tel. 977 643 480,


Fax 977 640 089, geöffnet: 1.4.–30.9. Kleiner Platz für 395

Kunst am Strand von Torredembarra


224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 243

Karte Umschlagklappe hinten Torredembarra 243

Personen mit Schatten spendenden Bäumen. Allerdings


trennt die Bahnlinie Platz und Strand voneinander.
La Noria, 2. Kategorie, N-340, km 1178, Tel. 977 640
453, Fax 977 645 272, www.camping-lanoria.com, geöff-
net: 1.4.–30.9. Bäume spenden den 1100 Campern viel
Schatten, zum Strand geht’s durch eine Unterführung, die
Bahn fährt nämlich am Platz vorbei. Außerdem: Kinder-
spielplatz, Restaurant, moderne Sanitäranlagen.
Miramar Playa, 2. Kategorie, Av. Miramar 170, Tel. u. Fax
977 644 705, ganzjährig geöffnet. Der Platz liegt schön
zentral zwischen dem Fischerviertel und dem eigentlichen
Ort. Am einfachsten über die N-340 erreichbar, beim Kilo-
meter 1177 abbiegen in die c/ Hort de Pan. Der Platz ist
nicht groß (ca. 500 Urlauber), liegt unter Bäumen und nur
50 Meter vom Meer, durch eine Straße getrennt, entfernt.

Essen und Restaurant Morros, c/ Rafael de Camplans 42, Tel. 977


Trinken 640 061, So und Mo geschlossen, aber nicht im Sommer.
Im alten Fischerviertel gelegenes traditionsreiches Fischlo-
kal mit schick begrünter Terrasse und schönem Meerblick.
Restaurant Cal Coco, c/ Isaac Peral 25, Tel. 977 640
412. Dieses relativ große Lokal liegt ebenfalls im alten Fi-
scherviertel Baix a Mar und wurde entsprechend maritim
dekoriert, aber ohne zu „verkitschen“. Angeboten werden
Fisch- aber auch Grillgerichte.
L’Ham, Pg. Colom 34, Tel. 625 520 161. Ein weiteres gu-
tes Lokal im Fischerviertel mit Terrasse. Auf der Karte ste-
hen hauptsächlich Fisch- und Reisgerichte wie auch Paella.

Nördliche Costa Daurada


Cal Quim, Pg. Colom 7, Tel. 977 645 617. Einer der Klas-
siker im Fischerviertel, in dem – natürlich! – Fischgerichte
serviert werden.
Restaurant Jaume Drudis, Av. Montserrat 7, Tel. 977
640 558, Mo geschlossen. Das Lokal liegt in Els Munts,
nicht weit vom Hafen, und hat eine nette Terrasse, Fisch
und Meeresfrüchte stehen ganz oben auf der Speisekarte,
aber auch Fleischgerichte und Wild (in der Saison).

Adressen Einkaufen: In der Carrer Antoni Roig bieten etliche Pas-


telerías ihre leckeren Kuchen und Kekse an. Unbedingt mal
probieren!

Feste 24. Juni: Sant Joan, wird im Fischerviertel gefeiert.


15. Juli: Fiesta del Milagro del Cuadro in der Av. de San
Jorge. Gefeiert wird das „Wunder des Bildnisses“ der Santa
Rosalia de Palermo, das zufällig auf einem Dachboden ent-
deckt wurde. Mit einer Prozession der Heiligen für das En-
de einer Pestepidemie im Jahr 1640.
4. September: Festa de Santa Rosalia. Patronatsfest mit
Gesang, Feuerwerk, Tanz. Das Fest geht oft bis zum 11. Sep-
tember, dem katalanischen Nationalfeiertag.
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 244

244 Altafulla

Altafulla

Einwohner: 4100
PLZ: 43893
Entfernung nach Tarragona: 11 km
Touristeninformation: Oficina de Turisme d’Altafulla,
Av. Marqués de Tamarit 16, Tel. 977 651 426, info@alta
fullaturismo.com, www.altafullaturismo.com. Geöffnet:
Mo–Fr 9.30–14 und 16–19 Uhr, Mi geschlossen, Sa/So
10–14 Uhr.

Ein weiterer Ort, der wie so viele an diesem Küs-


tenabschnitt zweigeteilt ist. „Oben“, also oberhalb
von Nationalstraße und Bahnlinie, liegt der histori-
sche Kern, „unten“ am Meer der moderne, touris-
tisch geprägte Ortsteil. Soweit richtig und doch
greift diese Beschreibung zu kurz. Zum einen liegt
eine historisch wichtige römische Ausgrabungs-
stätte „unten“. Zum anderen würde der Autor bei
der Frage nach dem angenehmsten Ort der
Costa Daurada Altafulla auf einen der vorderen
Plätze setzen – vielleicht sogar nach ganz oben.

Der Strand

Die Platja de Altafulla ist auch (man wiederholt


sich unweigerlich) ein schöner, feinsandiger, heller
Strand, der sich gute 1000 Meter lang und in der
Spitze bestimmt 100 Meter breit zeigt. Begleitet
wird er von einer Promenade für Fußgänger, an
der auch noch eine Reihe von kleinen Häusern
unterschiedlicher Stilrichtungen steht. Vermutlich
waren das mal Fischerhäuschen, heute sind nicht
wenige zu Ferienwohnungen umgewandelt. Man
kann weiß Gott schlechter wohnen! Lokale? Gibt’s
auch, aber nur wenige. Alles in allem strahlt dieser
Bereich eine beschauliche Atmosphäre aus, die
auch in der zweiten und dritten Reihe nicht durch
Hochhausmonster zerstört wird.
In Richtung Norden geschaut, erhebt sich ein
kleiner Hügel, Els Munts genannt. Dort liegen sehr
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 245

Karte Umschlagklappe hinten Altafulla 245

viele Apartments und Villen und dort gibt es auch


ein paar kleine, fast versteckte Buchten: die Plat-
ja Canyadell beispielsweise, zu der man vom
Hauptstrand auf einem schmalen Pfad entlang der
Küste gelangen kann. Die dann folgenden Buch-
ten kann man erreichen, indem man demselben
Pfad Richtung Nachbarort Torredembarra weiter-
hin folgt. Aber hier dürfte dann wohl eher die alte
Weisheit gelten: Der Weg ist das Ziel.

Sehenswertes
Altstadt Die kleine Altstadt wird vom Castell de Mont-
serrat und der Kirche Sant Martí überragt. Beide
Gebäude liegen in unmittelbarer Nachbarschaft
und werden abends zauberhaft beleuchtet. In
grauer Vorzeit, im 12. Jahrhundert, stand hier stra-
tegisch gut positioniert auf erhöhtem Grund nur
das Castell der Herzöge von Tamarit. Geschützt
wurde die Burg von einer wehrhaften Mauer. Die-
ser Bereich wurde Vil•la closa genannt. Die Kirche
Sant Martí wurde 1700 gebaut, als sich der Ort

Nördliche Costa Daurada


schon ein wenig ausgedehnt hatte.
Viel ist noch aus diesen vergangenen Tagen er-
halten. Um einmal den örtlichen Prospekt zu zitie-
ren: „... versteckte Winkel und Plätze, die bezau-
bern und Sehnsucht nach der Vergangenheit er-
wecken.“ Das könnte stimmen. Wer durch die
Gassen schlendert, fühlt sich ins Mittelalter zu-
rückversetzt. Es darf nur nicht gerade ein Moped
um die Ecke knattern. Ansonsten staunt man über
die alten Häuser, über wuchtige Mauern, grobe
Steine und Holztüren mit gewaltigen Klopfern.
Die sind meist so hoch angebracht, als ob nur ein
Reiter sie bedienen könnte. Kann das stimmen?
Vielleicht. Stimmen dürften aber die Jahreszahlen
über den Türen, sie drücken ehrwürdiges Alter
aus, zeigen uns modernen Menschen, wann die-
ses oder jenes Gebäude errichtet wurde: 1792
liest man da, und auch 1743 oder 1780. So geht es
fort. Ein Viertel zum Staunen. Allzu groß ist es
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246 Altafulla

045cd Foto: sm

nicht und irgendwann erreicht man dann das Cas-


tell. Wer nicht aufpasst, hat dann schon die Ju-
gendherberge verpasst, die netterweise auch hier
mitten im historischen Viertel ihren Platz hat.
Auf einem schmalen Weg kann das Castell ein-
mal umrundet werden, dann taucht man wieder
ein ins Mittelalter und entdeckt wahrscheinlich
noch mehr Details: maurische Rundbögen, Fres-
ken, schmiedeeiserne Gitter. Wer dann hinab-
steigt Richtung Strand, sollte dies mit Bedacht tun,
die vorbeidonnernden Lastwagen auf der Natio-
nalstraße holen einen doch arg rasch wieder in die
raue Wirklichkeit zurück.

Versteckte Winkel und Plätze in der Altstadt von Altafulla


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Karte Umschlagklappe hinten Altafulla 247

Strand- Der Strand wurde schon gewürdigt, aber dennoch


viertel sollen noch ein paar Worte zu diesem Ortsteil ver-
loren werden. Er war viele Jahrhunderte lang das
Wohnviertel von Fischern und Seeleuten. Der Na-
me Les Botiques del Mar, der auch noch heute ge-
legentlich verwendet wird, weist darauf hin. Natür-
lich konnte und wollte niemand verhindern, dass
sich der Tourismus ausbreitet. Und es darf so
deutlich gesagt werden: Man hätte es auch häss-
licher machen können. Zum Glück geschah das
nicht und schon überhaupt nicht mit den Häusern
in der ersten Strand-Reihe. Nur im Außenbereich
des Strandes kleben einige Reihenhäuser am
Hang und erheben sich ein paar (wohl unvermeid-
liche) Blocks, die aber weit genug entfernt liegen.
Rings um den Hügel Els Munts baute man ziem-
lich viele Ferienhäuser, die teilweise Meerblick ha-
ben und hübsch hinter Pinien stehen. Und genau
dort liegt die römische Ausgrabungsstätte Vil•la
Romana dels Munts.

Vil·la Tarraco, das heutige Tarragona, war einer der

Nördliche Costa Daurada


Romana wichtigsten römischen Stützpunkte in Spanien. In
dels Munts seinem Umfeld entstanden speziell im 2. bis 4. Jh.
n. Chr. römische Landgüter, villae genannt. In die-
sen wurde Landwirtschaft zur Versorgung der
städtischen Bevölkerung betrieben, hier residier-
ten aber auch hochrangige römische Würdenträ-
ger. So auch in Els Munts. Dort lebte Caius Valerius
Avitus, der der Provinzverwaltung vorstand. Reste
seines Anwesens können besichtigt werden. Es
besteht aus einem L-förmigen Säulengang mit
Gartenanlage und hübsch dekorierten Räumen.
Außerdem existierten etwas entfernt Thermalbä-
der. Die Räume waren mit farbigen Mosaiken ge-
schmückt, die teilweise noch erhalten sind. Wei-
terhin wurden einige kopflose Statuen gefunden.
Die Anlage scheint nach heutigem Erkenntnis-
stand von einem Feuer um das Jahr 260 zerstört
und im 6. oder 7. Jahrhundert verlassen worden zu
sein. Dann rieselte zunächst der Staub des Verges-
224-249d.qxd 19.05.2010 12:01 Seite 248

248 Altafulla

sens einige Jahrhunderte hernieder, bevor Ar-


chäologen 1967 mit Ausgrabungen begannen.
Adresse: Passeig del Fortí (ist überall im Ort ausgeschil-
dert); geöffnet: 1.6.–30.9. Di–Sa 10–13.30, 16–19.30 Uhr,
So 10–14 Uhr, Mo geschlossen; 1.10.–31.5. Di–Sa 10–
13.30, 15–17.30 Uhr, So 10–14 Uhr. Mo geschlossen. Eine
halbe Stunde vor Schluss kein Einlass mehr! Eintritt: 1,80 ⁄.

Praktische Tipps
Unterkunft Hotel La Torreta ⁄⁄–⁄⁄⁄, Camí del Prat 42, Tel. 977 650
156, Fax 977 650 951, www.hotellatorreta.com. Das Haus
hat 26 Zimmer, liegt vielleicht 100 Meter vom Strand ent-
fernt. Zumeist DZ, aber auch Dreier und Vierer. Außerdem
ist ein Restaurant mit Terrasse vorhanden.
Hotel Sant Martí ⁄⁄–⁄⁄⁄, c/ de Mar 7, Tel. 977 650 307,
Fax 977 650 105, www.hotelsanmartin.com. Kleines fami-
liäres Haus mit 18 Zimmern, das aber schon gute 500 Me-
ter vom Meer entfernt steht. Kleiner Pool und Restaurant
vorhanden.
196cd Foto: sm
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Karte Umschlagklappe hinten Altafulla 249

Pensión Els Peixos ⁄⁄, Vía Augusta 42, Tel. 977 650 138.
Kleine 10-Zimmer-Pension im Strandbereich.
Jugendherberge Casa Gran ⁄ , c/ de Dalt – La Placeta
12, Tel. 977 650 779, www.xanascat.cat. Mitten im histo-
rischen Viertel gelegene Herberge mit 70 Betten in einem
der größten Gebäude der Altstadt.

Camping Don Quichote, 2. Kategorie, Vía Hercúlea 30, Tel. u. Fax


977 650 205, geöffnet April bis September. Nicht zu
großer Platz (550 Personen) auf einem Gelände mit leich-
ten Terrassen und Schatten spendenden Olivenbäumen,
ca. 200 m vom Strand entfernt. Erreichbar über die N-340
am Kilometerstein 1174.
Santa Eulàlia, 2. Kategorie, Carrer de l’Abellarola s/n, Tel.
977 650 213, Fax 977 651 346, www.campingsantaeulalia.
com, geöffnet: 1.4.–30.9. Über die N-340 erreichbar. Platz
mit einer Kapazität für 730 Urlauber. Schatten durch ver-
einzelte Bäume, ein Pool ist vorhanden, zum Strand sind es
etwa 200 Meter.

Essen und Restaurant Faristol, c/ Sant Martí 5, Tel. 977 650 007.
Trinken Liegt eine Straße unterhalb des historischen Viertels in ei-
nem Gebäude aus dem Jahr 1783 und hat einen netten In-
nenhof. Geboten werden katalanische Küche und nicht sel-
ten Jazz-Konzerte. Der Innenraum ist durch ein quer über
die ganze Wand verlaufendes Naturbild geschmückt.
Außerhalb der Sommermonate von Montag bis Donners-
tag geschlossen.

Nördliche Costa Daurada


Mehrere Lokale liegen in der strandnahen Carrer Mes-
tral. Zu finden: Vom Strand kommend durch den unüber-
sehbaren Torbogen gehen und in die zweite Straße rechts
einbiegen, schon ist man da.

Feste 11. September: Patronatsfest Día de Sant Antoni Padua.


11. November: Sant Martí, die wichtigste Fiesta des
Ortes, u.a. mit einem Heringsschmaus!

Strandleben in Altafulla
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 250

250 Tarragona

Tarragona

Einwohner: 140.000
PLZ: 43003
Entfernung nach Barcelona: 98 km
Touristeninformation: Carrer Major 39,
Tel. 977 250 795, Fax 977 245 507,
turisme@tarragona.cat, www.tarragonaturisme.cat.
Geöffnet: Sommer: Mo–Sa 9–21, So 10–15 Uhr,
Winter: Mo–Sa 10–14 und 16–19, So 10–14 Uhr.

Tarragona hat eine angenehme Atmosphäre. Die


Stadt liegt leicht erhöht direkt am Meer. Als zen-
trale Achse gilt die Flaniermeile Rambla Nova, an
deren Ende man einen wunderschönen Blick über
die Küste vom Aussichtspunkt Balcó del Mediterra-
ni (Balkon des Mittelmeers) genießt. In der unmit-
telbaren Nachbarschaft finden sich auch ein-
drucksvolle Überreste der römischen Kultur. Die
Römer gründeten im 3. Jahrhundert v. Chr. die
Stadt und machten sie zu einem wichtigen Stütz-
punkt ihres Imperiums. Der heutige Besucher
kann deshalb interessante archäologische Ausgra-
bungen bewundern, gemütlich über die Rambla
flanieren und sich anschließend in der pittoresken
Altstadt verlieren.

Geschichte

218 v. Chr. steht als Gründungsjahr einer römi-


schen Siedlung namens Tarraco. Publio Escipión
und sein Bruder wählten einen strategisch günsti-
gen Platz, der leicht erhöht am Meer lag. So be-
richtet Plinius in seinem Geschichtswerk „Historia
Naturalis“. Möglicherweise wurde der Ort ge-
wählt, weil es hier bereits ein ummauertes keltiberi-
sches Lager gab, aber diese Theorie steht noch im-
mer auf wackeligen Füßen. Sicher ist jedoch, dass
die Römer Tarraco alsbald ausbauten und als Basis
für ihre iberischen Eroberungszüge nutzten.
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Stadtplan S. 256 Tarragona 251

Die Siedlung prosperierte zügig. Am Anfang


des 2. Jh. v. Chr. bauten die Römer eine vier Kilo-
meter lange Verteidigungsmauer, die den gan-
zen Ort schützte; etwa 800 Meter davon stehen
heute noch. Nicht zuletzt dank des bald angeleg-
ten Hafens kam Tarraco zu Wohlstand durch
den Seehandel, u.a. auch mit dem Hauptsitz in
Rom. Es dauerte nicht lange, und Tarraco war ne-
ben Cartago Nova (heutiges Cartagena, eine spa-
nische Küstenstadt, die etwa 600 Kilometer wei-
ter südlich liegt) – die wichtigste römische Bas-
tion in Hispania Citerior (so wurde ein römisches
Gebiet genannt, das sich entlang der Küste bis et-
wa 100 Kilometer ins Hinterland erstreckte). Um
45 v. Chr. erklärte Julius Cäsar dann Tarraco zur rö-
mischen Kolonie, was den Einwohnern immerhin
die Bürgerrechte Roms einbrachte.
27 n. Chr. wurde Hispania neu aufgeteilt in drei
Provinzen, Tarraco wurde Hauptstadt der neuen
römischen Provinz Tarraconense. Es folgten Jah-
re der Blüte und des Wohlstandes. Über das Mit-
telmeer wickelte man den Seehandel ab, und

Nördliche Costa Daurada


durch Überlandstraßen war Tarraco sogar mit
Rom verbunden. Die Vía Augusta führte über das
damals unbedeutende Barcino (Barcelona) ins
Zentrum des römischen Imperiums. In jener Epo-
che, dem 1. und 2. Jahrhundert, entstanden die
Bauten, die heute teilweise noch erhalten sind.
Die Stadt breitete sich weiter aus. „Oben“ war
das ummauerte Zentrum, „unten“ am Hafen und
in der Umgebung lebten mittlerweile 30.000
Menschen. Dann begann der schleichende Nie-
dergang Roms, das Imperium zerfiel langsam. Um
259 tauchten die ersten christlichen Prediger auf,
und wenig später machten sich gotische Stämme
breit. 476 wurde Tarraco von Westgoten unter
Führung von Eurico eingenommen. Die Bevölke-
rungszahl schrumpfte derweil. Wohl auch, weil die
Westgoten ihren Hauptsitz in Barcino aufschlu-
gen. 716 erreichten die Araber die Stadt und plün-
derten sie erst einmal aus. Das hatte zur Folge,
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 252

252 Tarragona

dass die letzten Bewohner weggingen und der


Ort für fast 400 Jahre unbewohnt blieb.
Ab 1089 wurden verschiedene Versuche gestar-
tet, Tarraco wieder gezielt zu besiedeln, aber es
dauerte noch knapp ein Jahrhundert, bis es erste
Erfolge gab. Dann kamen das christliche Kreuz
durch Dominikaner und Franziskaner, sie bauten
Klöster und Kirchen. Dadurch wuchs die Bevölke-
rung zumindest etwas, und um dies noch weiter
zu beschleunigen, bekam 1231 Tarragona, wie es
nun hieß, Rechte und Pflichten einer freien Stadt.
Das hatte Folgen. Die Bewohner zahlten beispiels-
weise keine Abgaben an den Feudalherren und
konnten ihre Geschäfte frei entfalten.
Leider war diese Phase schon 1348 bedroht, als
die Pest wütete. Gut ein Viertel der Bevölkerung
war davon betroffen. Es kam noch schlimmer. Der
wirtschaftliche Erfolg der Stadt machte gekrönte
Häupter neidisch. So rückte 1462 der König von
Aragón mit einer Streitmacht an und verlangte,
dass die Stadt sich ergebe, damit sie in sein König-
reich integriert würde. Und dass natürlich Steuern
zu zahlen seien. Tarragona ergab sich, aber fast
die Hälfte der Einwohner verließ die Stadt.
1492 entdeckte Kolumbus Amerika, und die ge-
samte politische und wirtschaftliche Ausrichtung
orientierte sich von da ab auf die Atlantikhäfen
und die Ausbeutung bzw. den Handel mit den
neu entdeckten Ländern. Eine Monopolbehörde
verhinderte, dass Mittelmeerhäfen sich daran be-
teiligen konnten, Tarragona blieb „nur“ der Mittel-
meerhandel. 1592 tauchte abermals der „Schwar-
ze Tod“ in der Stadt auf und forderte mehr Opfer
als jemals zuvor.
1640 stritten sich mal wieder Herrschaftshäuser,
dies ging dann später als der Erbfolgekrieg in die
Geschichtsbücher ein. Katalonien und damit auch
Tarragona fochten auf der falschen Seite; das hatte
Konsequenzen. Felipe V. ging siegreich daraus
hervor und rächte sich, indem er sämtliche frühe-
ren Privilegien abschaffte. Das waren keine guten
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 253

Stadtplan S. 256 Tarragona 253

Jahre für die Stadt. Sie zählte um 1790 gerade mal


9000 Einwohner, als man den Hafen neu erbaute.
Das führte abermals zu einer leichten wirtschaft-
lichen Erholung, bis im Jahre 1811 die Franzosen
kamen. Sie belagerten zwei Monate lang die
Stadt, beschossen sie fortwährend mit Kanonen
und zerstörten viele Gebäude. Aber auch das
überstand man, und so langsam rückte die Mo-
derne auch in Tarragona ein. Die Dampfschiff-
fahrt brachte neuen Schwung in den Seehandel.
Nun konnten auch Mittelmeerhäfen Handel mit
den Ländern auf dem amerikanischen Kontinent
treiben, und Tarragona wurde zu einer wichtigen
Drehscheibe im Weinhandel. Dafür wurden viele
Hände gebraucht und gezielt Arbeitsemigranten
angeworben. Die Stadt wuchs bald auf 27.000
Einwohner (1877).
Anfang des 20. Jahrhunderts kamen weitere
große Firmen, die Zigarettenindustrie und petro-
chemische Firmen bauten gewaltige Produktions-
stätten. In deren Gefolge siedelten sich weitere
kleinere Firmen an, zumeist Zulieferer.

Nördliche Costa Daurada


Dann folgten die Jahre des spanischen Bürger-
krieges 1936–1939. Zu Kriegsbeginn zählte die
Stadt genau 31.412 Einwohner, also in etwa die
gleiche Zahl wie zum Höhepunkt der römischen
Phase. Die Stadt selbst fiel bereits am 15. Januar
1938 den Frankisten in die Hände. Nach Kriegsen-
de versuchte Franco sein Spanien autark und fern
vom Weltgeschehen zu regieren, was zu den so-
genannten Hungerjahren führte. Schließlich ka-
men die 1960er und 1970er Jahre und mit ihnen
die Touristen. Tarragona profitierte auch vom
touristischen Boom, aber noch viel mehr unzäh-
lige kleinere Orte mit nicht viel mehr als einem
schönen Strand. Der Begriff „Costa Daurada“
(vergoldete Küste) wurde geprägt, mit Tarragona
als Hauptstadt.
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 254

254 Tarragona

Tarragona Card:
Mit der Tarragona Card können alle Museen ohne
Zusatzkosten besucht, die örtlichen Busse genutzt
werden und es gibt Vergünstigungen in vielen Ge-
schäften sowie Lokalen. Die Karte ist gültig für 24, 48
oder 72 Stunden und kostet 14, 19 bzw. 24 ⁄. Sie ist
in vielen Hotels und auch in der Touristeninformation
erhältlich.

Sehenswertes

Rambla Die Rambla Nova ist die Flaniermeile der Stadt.


Nova Sie misst 700 Meter und verläuft von der groß-
flächigen Plaça Imperial Tarraco bis zum Meer,
wo sie an einem tollen Aussichtspunkt endet. Die
Rambla hat eine Breite von 45 Metern, wovon be-
stimmt 30 Meter – oder mehr – ausschließlich für
Fußgänger ausgelegt sind. Links und rechts fließt
zwar Autoverkehr vorbei, aber auf der Rambla
muss man einfach zu Fuß gehen. Entlang der Ram-
bla warten Cafés und Bars, zumeist mit Terrassen,
und hier kann man schön das Spielchen „Sehen
und Gesehenwerden“ spielen.
Die Rambla wird außerdem von etlichen
schicken Häusern gesäumt, die zum überwiegen-
den Teil im 19. Jahrhundert errichtet wurden, wie
die Banc d’Espanya oder das Hotel Lauria.
Zwei Denkmäler stehen entlang der Rambla: El
Monumento a los defensores de Tarragona
(Denkmal zu Ehren der Verteidiger der Stadt wäh-
rend der französischen Besetzung 1811) sowie ei-
ne Statue zu Ehren von Admiral Roger de Llúria.
Letztere steht unweit vom Aussichtspunkt. Das be-
eindruckendste Monument erhebt sich im wahrs-
ten Sinne des Wortes am anderen Ende der Ram-
bla, unweit der Plaça Imperial Tarraco. Dort wurde
ein detailgenaues Denkmal zu Ehren der Castel-
lers – der Menschentürme – geschaffen. Es lohnt
sich, auf Einzelheiten zu achten. Alles wirkt au-
thentisch, und man spürt regelrecht die Anspan-
nung der Einzelnen (siehe auch Kapitel „Feste“).
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 255

Stadtplan S. 256 Tarragona 255

Am Ende der Rambla erreicht man den Aus-


sichtspunkt Balcó del Mediterrani, also den Bal-
kon des Mittelmeeres. Eigentlich nichts Besonde-
res, nur ein erhöht gelegener Punkt mit einer
schönen Balustrade, von wo man wunderschön
über die Küste und weit aufs Meer gucken kann.
An klaren Tagen soll sogar am Horizont die Insel
Mallorca erkennbar sein. Die Bewohner der Stadt
spazieren genauso gerne hierher wie die Touris-
ten. Sie nennen dies auch auf Katalanisch „anar a
tocar ferro“ (hingehen, um Eisen zu berühren), wo-
mit die Balustrade gemeint ist, auf die man sich
stützt, um aufs Meer zu blicken.

Fòrum Um die Zeitenwende entstand dieses Forum am


local Rande der damals ummauerten Oberstadt. Dort
oben lagen alle wichtigen römischen Einrichtun-
gen, aber die Stadt dehnte sich aus. Deshalb wur-
de auch in der Unterstadt ein Forum, ein großer
Platz errichtet. Er liegt heute zwischen den
Straßen Lleida und Soler, regelrecht umzingelt von
Häuserblocks. Das Fòrum local hat folgende Aus-
maße: 54 x 14 Meter, und es sind heute nur noch
bescheidene Überreste erhalten. Vor allem Frag- Nördliche Costa Daurada
mente, Mauerreste und kleine Säulen. Eine Brücke
überspannt die Straße Soler. Zwei unterschied-
liche Bereiche gab es hier, einen religiösen und ei-
nen weltlichen. Im heiligen Bereich stand ein Tem-
pel und im weltlichen das Hauptgebäude der Ver-
waltung sowie der Gerichtsbarkeit. Weiter hinten
legte man Fundamente verschiedener Wohnberei-
che frei.
Geöffnet: 1.10. bis Ostern Di–Sa 9–17 Uhr, So 10–15
Uhr, Mo geschlossen. Ostern bis 1.10. Di–Sa 9–21 Uhr, So
9–15 Uhr, Mo geschlossen, Eintritt: 3 ⁄.

Amfiteatre Das römische Amphitheater lag etwas außerhalb


Romà des ummauerten Stadtkerns, ziemlich nah zum
Meer. Es hat eine elliptische Form, misst 130 x 102
Meter und zählt zu den besterhaltenen römischen
Bauwerken seiner Art in Spanien. Man erkennt
250-275d.qxd 19.05.2010 12:02 Seite 256

256 Tarragona

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