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hin beratend b e g le iîe î. Seh r frühzeiîig schlofi sich 'K arl Schafer der vom 1 7 .5 .- 1 3 .6 .

.9 1 in der W eiBadlergasse 4 g e ô ffn e t. erreicht. Z u m Them a "W ohnen und A rbeiten in der S tad t fan den

Friedensbew egung a n . Er leifef seit Ja h re n die A rbeitsgruppe Am 2 0 .6 .9 1 wurde die Ausstellung "Liv ing in C ifies" m it e in e r hier ein Sy m p o sion ûnd ein w orkshop sta tt, deren T eiln eh m er aus

"Initiative zum U m gang mit dem G estap o -G eliin d e". Ansprache des S e n ato rs fü r B au - und W ohnungsw esen in Berlin, a lle r Welt a n r e iste n . r

Karl Schâfer wird 7 0 . W irg ra tu lie re n ! W olfgang N agel eroffnet. Bis 2 8 .7 .9 1 (D i-S o 1 2 - 1 8 Uhr) wird a n - ■ Werkbund Baden-Württemberg
■ Notizen 2 Werkbünde hand von fü n f Fallstudien d as innerstadtische Leben vergleichend Auf drei Abende (6 .6 ./ 1 3 .6 ./ 2 0 .6 .9 1 ) v erteilt fand das B e g le it-

■ Deutscher Werkbund e.V. d argestellt: B aju l (G am bia), Salvad o r (B ra silien ), S u rab ay a (Indo­ colloquium z u r W erkstatt W ohnideen u n ter dem Titel "P ro je k t

Die Ausstellung "B erlin h eu te" vom 1 3 .4 .- 1 2 .5 .9 1 zeig te nésien), A leppo (Syrien) und Berlin-W est. 1 9 8 4 in Berlin k onzi- Pforzheim : Lebensw eisen - W ohnw eisen und stâdfische A rchitekfur

kolorierte Fotog rafien von Helmut Baruth (F ried berg ) und Klaus piert, w an derte die Ausstellung seither im Kontext e in e r w eltw eiten des W ohnungsbaus d er Z ukunft" s ta tt. G elad en w aren: Dr. R og er

Steink e (GieOen) zur D okum entation und In terp rétation d er Stadt K am pagne für die Sicherung von A rbeitsplatzen durch behu tsam e P e rrin jaq u e t (Lau sanne), M ichael A ndrifzky (DWB), Prof. Dr. B ern -

Berlin. Stad terneu eru n g in verschiedene Lânder, vor allem auch in d ie so - hard Sch afe rs (K arlsru he), Dr. B eck er (H eid elberg ), D ip l.-ln g . R o­

Die Ausstellung "H erm ann M ufhesiuj im W erkbund-A rchiv" war g enannte D ritte Welt und b a t in F rankfu rt nun ihre letzfe S tation land S tim p el (D üsseldorf) und W o lfg ang Jü tîn e r M.A. (Koln).

Z - t t ' / , l / ' l 7 9 -1

Zur Sprache
des elektronischen Bildes Peter Weibel
SV 2-7

■ Ist der Bild-Kader der Bern­ lungen. Dieser Zeitaspekt des Willen des Urbanismus entzog. noch unendlich war, mittlerweile
stein des Films, so ist die lineare Bildes bedeutet aber auch ge- Henry Lefébvre hat in seinem auf wenige Flugstunden verkürzt
Abfolge von Punkten in derZeit samtgesellschaftlich eine Verân- Buch "Die Révolution der Stâd­ ist, oder auf Nullzeit, wenn ich
der Baustein des elektronischen derung des Menschen in seinem te" die urbanistische Illusion, per Telefon nur meine Stimme
Bildes. Ereignet sich zwischen zeitlichen Verhalten, also das, "ohne den Urbanismus wâré auf Reise schicke. So hat sich
7.Yç'Werschiedenen Kadern das was man die Beschleunigung das Chaos vollkommen", de-, auch der Raum der Stadt trotz
eig^iliche Phânomen der Kine- der Gesellschaft nennt, "Ge- nunziert, denn gerade durch die seiner kôrperlichen Ausbreitung
matographie, nâmlich die Illu­ schwindigkeit und Politik" aufgezwungene Ordnung, den miniaturisiert. Durch die allge-
sion dèr Bewegung, so stellt (P. Virilio). zentralen Systematismus der Pla- genwârtige Tele-Prâsenz und
die beschleunigte Manipulation The City as a Chip, the Chip nung entsteht das Chaos. globale Simultarieitât, geschaf-
des Bildsignals das eigentliche as a City Niemand kann die Operatio- fen durch die Telemaschinen,
Phânomen des elektronischen Als im 19.Jahrhundert das nen von Millionen von Subjëkten wird die Erde zu einem Herd,
Bildes her, in Echtzeit, d.h. Wachstum der Bevôlkerung in leiten. Es kônnen allërdings die­ schrumpfen Kontinente zu Kek-
scheinbar simultan, direkt verân- den Stâdten explodierte und so se Operationen mit Hilfe von sen. Kontinente werden zu Mô-
derbar zu sein. 25 Bilder (statt 24 die Basis für die moderne Mas- Maschinen koordiniert und syn- beln im Wohnzimmer Erde, Lân­
wie beim Film) werden pro sengesellschaft entstand, rriuBte chronisiert werden, gleichsâm der werden zu Tellern auf dem .
Sekunde gesendet,. um die Illu­ zu wissenschaftlichen Methoden zum Topos "Symphonie der Tisch der Stâdte.
sion der Bewegung zu erzéugen, gegriffem werden, um das Wach­ GroBstadt". Ja, man mu6 zuge- Wenn ohnehin ailes nah wird,
aber 50 Bilder waren notwen- stum und die Uberlebenschan- stehen, daB nur mit Hilfe von kann natürlich auch der Raum
dig, um den Flimmer-Effekt zu cen der Stâdte steuern und ga- Maschinen - Produktionsma- nicht mehr als Entfernung ge-
vermeiden. DerTV-Schirm er- rantieren zu kônnen. Der Begriff schinen, Telemaschinen etc. - messen werden. Wenn sogar
reicht dies durch die Struktur des Urbanismus, der um T910 auf- diese Operationen überhaupt das Nahe (der plughafen) oft
Halbbildes. Die horizontalen tauchte, welcher versucht, die môglich sind. Die Reichweite, ferner wird (durch verbrauchte
Linien, bestehend aus einer Stadt als hochkomplexe Maschi- und die Beschleunigung von Zeit) als das Ferne (die nâchste
Sequenz von Punkten werden ne theoretisch und praktisch in Produktion, Kommunikation und Stadt), dann hat es wenig Sinn,
nâmlich nicht wirklich nach- den G riff zu bekommen, ist die Distribution, die für die Stâdte vom Raum als Nâhe und Ferne,
einpnder gesendet, sondern wissenschaftliché Antwort. Es nôtig sind, kann nur mit Hilfe als Distanz zu sprechen, dann
zul^Jwerden die Unie Iief3 sich nicht lânger leugnen: von Maschinen erfolgen. Dabei verlieren die râumlichen Para-
1.3.5.7.. ...525 von links nach das Diktat der Produktivitât, un­ ist zwischen zwei Arten von Ma­ meter ihren Sinn. Dann werden
rechts gesendet und dann von ter das seit der industriellen Ré­ schinen zu unterscheiden: den Tele (Ferne) und Tron (das Suffix
unten nach oben die Linien volution aile Lebensbereiche ge- mechanischen, z.B. Auto, not- "tr(on)" bedeutet Steigerung,
2.4.6.. ...524. Jedes Halbbild wirdstellt wurden, hatte zu einer um- wendig für den Transport von Verstârkung) die neuen Parame-
so 60 mal in der Sekunde gesen­ fassenden Verstâdterung der ge- Gütern und digitalen, z.B. Com­ ter der Stadt. Tele und Tron er-
det, das ganze Bild aber nur 30 samten Gesellschaft geführt, in puter, notwendig für die Masse setzen als elektronische Parame-
mal. Die Anzahl der Linien (Scan der die StadTselbst eine ArtCen­ der Informationsverarbeitung. ter das Nah und .Fern der Stâdte.
lines) und der Punkte steigern trale Maschine darstellte. Bei Den elektronischen Maschinen Sie sind die neuen offenen, per-
die Wirklichkeitstreue des Bil­ dieser urbanen Révolution wur­ kommt dabei eine immer grôBe- missiven, perforierten Grenzen.
des, das Auflôsungsvermôgen. de die Stadt endgültig zur Ma­ re, zentrale Bédeutung zu. Die elektronischen Telemaschi­
Das Videospiel besteht aus schine. Im Gefolge der industri­ Das Netzwerk von Computer- nen zerstôrten die klassischen
einer Sequenz von Impulsen, ellen Révolution entstand "die termjnals, Telefonen, Telegra- Parameter von Nâhe und Ferne.
wobei die Amplitudenhôhe die industrielle Stadt" (1917, Tony phen, Textsystemen, Satelliten- Die Ferne verschwand durch Te-
Helligkeitsinformation darstellt. Garnier). Ein einfluBreiches Pro­ TVs etc.,, auf dem unsere ge- legrafie, Telefon, Télévision, Ra­
Jeder Impuls wird in einem 10- jekt der Architekturgeschichte samte Kommunikation aufge- dio etc., und das Nahe konnte in
Millionstel einer Sekunde gesen­ nannte sich 1970 "The Architepr baut ist, stellt gleichsâm eine die Ferne exportiert werden.
det und geht dann zum nâchsten ture Machine" (Nicolas Negro- orbitale Hülle bzw. Skulptur dar, Der virtuelle Raum, der ge-
"Punkt". ponte von M.I.T.); Das Urbane, ohne die unsere Zivilisation kol- lôschte Raum der Telekommuni-
Diese Ausführungen sollen entstanden aus Industrialisierung labieren würde, vor allem die kation, der heute die Stadt
deutlich machen, daB die Wel- und Verstâdterung, verselbstân- Stâdte. Ein Beispiel für die unge- durchdringt, kann am besten
lenform als Baustein des elektro­ digte sich, spaltete sich von der heure Kompression von Raum durch die Entwicklung des orbi-
nischen Bildes das Bild mehr Stadt ab. Dadurch'Wurde die und Zeit durch die digitale Kom- talen Blicks exemplifiziert wer­
denn je in eine Zeitform selbst Stadt selbst immer mehr zu einer munikationsrevolution, für den den. Im orbitalen Blick einer
verwandelt, in ein Zeitbild, in ein Maschine, zu einer hochkomple- Raum als Chip, ist die Distanz Satellitenkamera werden die
Musikbild ansteile des Raumbil- xen und konfliktbeladenen Ma­ zwischen Europa und Amerika,
des der bisherigen Bildvorstel- schine allërdings, die sich dem die vor wenigen Jahrhunderten ;14 werkundzeit 2/91 ' , j
JH Werkbund Bayern dern in München hinw eist. Bis Ende Ju li steht das Haus jed erm ann À nlaBlich der Neuerscheînung des Bûches "K o e p p e ls Tierleben

Seit 1 2 .4 .9 1 heiBf d as neue Dom izil "S e id l-V illa ", posfalisch: zur Besichtigung o ffen . In dieser Zeit sollen V o rtrag e stattfind en, in sto rk d eu tsch " ze ig te die W erk b u n d -G alerie vom 1 4 .5 .- 2 7 .5 .9 1

N ikolaiplaiz 1 b, 8 0 0 0 München 4 0 , T e l.: 0 8 9 - 3 4 6 5 8 0 (Fax ersf die die V ielfalt der W irkungsm ôglichkeiten des W erkbundes sowohl O riginal-Bu chillustrationen von M atthias K oep p el.

dem nâchsf). Vom 7 .- 9 .6 .9 1 wurde hier in Schw abing dieses Haus vor Ort im S tad tteil Schw abing als auch in grôBeren Z usam m en- In K o o p eratio n m it dem H eim atm u seum N eukolln fand im

nach longer R enovierungszeit als d as e rsfe Münchner Bürgerhaus hang en aufzeigen. Rabmen d e r Ausstellung " z .B . A sbest" am 1 5 .5 .9 1 ein F achge-

m it verschiedenen Festivitaten erô ffn e t. D er W erkbund zeigte in ■ Werkbund Berlin spriich ü b er a k tu elle F ragen der A sb e st-San ie ru n g m it Gutachfern
seinen neuen Raum en eine kritische Audiovision zum Them a . "K unsf in der KiTa - À sthetik fü r Kinder/Àsthetik d er K inder" . und San ieru n g sp lan ern d er Vereinigung A sbestsachv erstand iger

"Blickpunkt Ô ffentlicher R aum " sow ie e in e D iaschau, die die archi- w ar d a s’Them a e in e r Ausstellung, die bis 1 2 .4 .9 1 in der W erk- Archifekten und Ingen ieure e.V. statt.

tekîoriischen "W erkbund-Spuren in München 1 9 0 7 - 1 9 9 1 " vor Au- bu nd -G alerie anhand verschiedener Beisp iele d ie K unstkonzepte "S itze" w a r d er Titel e in e r A usstellung vom 3 0 .5 .- 2 1 .6 .9 1 so ­

gen führl, erg anzt durch einen speziell erstellten und zur Verteil- von K indertagessiatfen vorstellte. Zu ihrem Erscheinungsbild fond wohl in d er W erk bu nd -G alerie a ls auch in d er D esign Tran sfer-

ung aufgelegten Stad tp lan , der a u f Bauten von W erkbundm itglie- am 1 5 .3 .9 1 ein W erkbundgesprach statt. G alerie der Hochschule der Künsfe B erlin. . . . (w eiter S . 18)

M B

Dirige kleiner, schrumpft der terie durch Atome durchlôchert schen Wellen und die digitalen tesianischenTCoordinatensyste-
Raum, werden die natürlichen war, so wurde die Stadt durch Netzwerke durchlôchern jede me) immer verzerrt, wohin der
Skalierungen zerstôrt. Kontinen- elektronische und elektrische Stadt. Die virtuellen Râume der Blick^uch fâllt, besonders an
te werden zu Briefmarken, der Medien durchlôchert. DieTron- elektronischen Maschinen den Schnittpunkten.
Globus wird zu einem Punkt. Ei- City, der Tron-Urbanismus. Die durchlôchern die materiellen Malerei und Geometrie sind
ne^^îdt schaut in Luftaufnahme Stadt lebte nicht nur von Verstâr- realen Râume der Stadt. In jeder seit dem 15.Jahrhundert durch
wiVéin Mikrochip aus und ein ker- und Beschleunigerrôhren, Stadt existiert eine virtuelle Stadt, die perspektivische Konstruktion
Mikrochip leistet in derTat viele die Stadt wurde selbst zu einer ein urbaner digi'taler Schatten. des Bildes verbunden. Die Ma-
Operationen einer Stadtbevôl- Beschleunigerrôhre mit Supra- . Gerade diese elektronischen v ir­ thematisierung der Wahrneh-
kerung. Der Mikrochip ersetzt leitfahigkeit. tuellen Râüme der Stâdte, wo mung, die Rationalisierung der
die Stadt'und ist die Stadt. Die Leitfahigkeit der Stadt imaginâre Reisen môglich sind, Sicht und des Sehens Wurde so-
Als um 1900 die Wissenschaft nahm zu, als Mikro-Elektronik sind die eigentlich urbanen Râu­ gar in den Rang der. "constru-
des Urbanismus entstand, wurde und Miniaturisierung einsetzten. me geworden. Denn wir wohnen zione legittima" erhoben, der
gleichzeitig eine Entdeckung Transistoren ersetzten Rôhren nicht mehr allein in StraBen, son- einzig legitimen Metho.de der
gemacht, welche die klassische und Silizium, der grundlegende dern auch in Kabélkanâlen und Konstruktion des Bildes. Mathe-
Auffassung von Urbanismus als Halbleiter in Transistoren, wurde Telegraphendrâhten, in Faxma- matik und Malerei haben sich in
materiale und administrative der neue GrundriB, blueprint der schinën und im digitalen Ather- der perspektivischen Konstruk­
Ordnung von Raum und Zeit, Stâdte. Stâdte sind nur scheinbar netz. ' tion einander genâhert. Sie bil-
von Kôrper und Materie, bereits auf Béton gebaut; viel wichtiger Mèdien und Kunst. den die historische Vôrausset-
zerstôrte und historisierte. 1897 sind ihre Fundamente aus Sili­ Die Aspekte der Beschleuni­ zung für die zeitgemâBe Vereinn
entdeckte nâmlich John Joseph zium. Ohne die Technik der gung und Zeitform haben wir gung von Màlerei und Medien.
Thomson bei Experimenten mit Transistoren, Halbleiter, inte- sowohl kunstimmanent wie so- Form und Bedeutung, Farbe und
Kathodenstrahlen in Vakuum- grierten Schaltkreise.und Chips zial etwas behandelt. Selbstver- Matériel kônnen in dieser Kom-
rôhren (von Crookes) einen Kôr­ würden die Millionen von Ope­ stândlich hat der temporâre bination neu reflektiert werden.
per, der kleiner als ein Atom rationen, die eine Stadt ausma- Aspelct des Bildes auch seine Zwischen Tafelbild und Bild-
war. War es um 1900 für so viele chen, nicht funktionieren und spatiale Dimension verândert, schirm gibt es den gemeinsamen
he^yragende Wissenschaftler existieren. Chip-Architektur ist nâmlich die Umwandlung des Nenner der Abbildungsproble-
(zL^crnst Mach) schon schwer das neue Modell und die neue realen Raumes in einen virtuel­ matik, insbesondere der Abbil-
genug, an die Existénz von Skyline der Stâdte. len Raum. Die Perspektive stellt dung des Raumes. Was die Per­
Atomen zu glauben, so schien es In Siliziumkristalle integrierte die erste Konstruktioii des Vir­ spektive leistet, die "richtige"
noch unglaublicher, daB die Schaltkreise, Chips von der Grô- tuellen Raumes dar. Die per- Abblidung des 3-dimensionalen
durchlôcherte Materie aus noch Be von Millimetern (Bruchteilen spektivisch verzerrte.2-dimensio- Raumes auf die 2-dimensionale
kleineren Teilchen als das Atom von Millimetern), enthalten meh- nale Darstellung der drei Di- Flâche (des Bildes), leistet die
bestehen sollte. Diese kleinen rere tausend Transistoren. Wir mensionen des Raumes kon- Kamera automatisch durch die
Kôrper, ursprünglich von Thom- • sehen, wie die Verstârkerrôhren, struiert einen bevorzugten exter- Linse und die Gesetze der Op-
son eben Korpuskel (Corpus, lat. die Transistoren, die Semi-Kon- nen Beobachter, von dem aus tik. M ir ging es daher um eine •
der Kôrper) genannt, welcher dûktoren (Halbleiter), die Mikro- diese Darstellung kofrekt ist, Retro-Konstruktion. Ausgehend
die traditionelle Vorstellung von . chips, die Supraleitfâhigkeit, die legitim, d.h. entzerrt wird. Von vom Bild in den Raum rückwârts
Materie vernichtete, war ein né­ Teilchen-Beschleuniger und der jedem anderen Stand punkt zeigt zu konstruieren. Das Bild erfaBt
gatives Teilchen der Elektrizitât Tron-Wald einer zusammenhân- sich also die Welt beobachter- den Raum und nicht umgekehrt.
und wurde daher spâter Elek- genden, voneiriander abhângi- abhângig. Im alltâglichen Leben Der digitale mathematische
tron genannt. Der Tron-Wald gen, technischen Evolution ents- korrigiert der Beobachter bei Raum des Bildschirms wird in
wurde gesât. pringen, die insgesamt ein Jahr- seinen Durchquerungen des den realen Raum ausgedehnt. In
Der Tron-Wald, bestehend hundert der Beschleunigung bè- Raumes die jeweiligen perspek- diesem Mapping von Malerei
aus Elektron, Pliotron, Magne- wirkten und die Stâdte zu Kon- tivischen Verzerrungen des und Geometrie, von Malerei und
tron, Axiotron, Vapotron, Kly- glomeraten von Chips kompri- Raumes, die durch seinen Beob- Mathematik, von Malerei und
stron, Zyklotron, Kosmotron etc., mierten, die von der absoluten achterstandpunkt entstehen, Medien, von Flâche und Raum
welcher für den gesamten Elek- Geschwindigkeit der digitalen durch sein Gehirn. So verwan- werden aber auch soziale Co­
tronikbereich, vom Haushalt bis Information leben. delt sich virtuelle Realitât in ech- des und nicht nur Wahrneh-
zum Militâr, von Télévision bis . Die beschleunigte Stadt, ge­ ten Raum. Eine Vielzahl per- mungsweisen artikuliert. In den
Radar, die nôtigen technischen baut aus Siliziumkristallen, be- spektivisch gekrümmter Flâchen Bilder von Piero délia Frances­
Voraussetzungen lieferte, wurde steht aus realen und virtuellen errichtet eine "objektive" Reali­ co, der mit "De Abaco" auch
zum eigentlichen Grund und Bo- Râumen. Die elektrischen Leitun- tât. In Wirklichkeit sind die
den jeder Stadt. So wie die M a­ gen und die elektromagneti- Raum- und Zeit-Gitter (die Car- |15 werkundzeit 2/91 |
Peter Weibel, compulergeneriertesBild, 1991
. . . ( v o n S . 15) W erkbund-Exkursionen in die n a h e re U m gebung Berlins w ar für Stelle noch nicht gebührend be ach te t, ist die erste Ausgabe der zu-
G ezeigt wurden ca. 5 0 experim en telle S itzm ô b e l, entw orfen und den 1 6 .6 .9 1 zu e in e r Fahrt nach Lietzen bei Seelow , Gusow und künftig u n re g elm allig erscheinenden Publikation "G e d a n k e n S tri-

g e b a u t von Sîu d ieren d en im ersten Se m e ster des Fachbereichs Ar- N euhardenberg m it'E rn st W ipprecht (D enkm alp fleg er des Landes ch e", die e i n e V eranstaltung des DWB N/B von 1 9 8 7 au f p h an ta-

chitektur der-H dKB. B randenbu rg) ein g e lad e n . sievolle W e ise d oku m entiert. Das T h e m a : A rchitektur Retour? Die

Die "Entw icklung und Zukunft von G rofi-S ied lu ng en" wurden Neue G eschaftsführerin des DWB Berlin ist au f Grund d es B e- Stadt zw ischen N ostalgie, K om m erz und der Suche nach Id en titat.

am 1 1 .6 .9 1 in e in e r D iskussionsveranstoltung anhand der Beispie- schlusses d er 3 .S itz u n g des V orstandes am 2 0 .2 .9 1 die la n g ja h rig e Die A utoren : D r.-ln g . G ert K ah ler (H am burg), Dr. D ieter B artetz-

le.- Bijlm errneer/A m sferdam , Hohenschônhausen/O sïberlîn, Mdrki- M itarbeiterin Frau A ngelika G u nter, d ie sich in der V ergang enheit ko (Frankfurt/ M .), Christoph H ilse, Dr. H ans-Erhard H averkam pf

sches Vierlel/W estberlin und Nova Huta/Krakow besprochen. Zur durch e n g a g ie rte n Einsatz für die Interessen des W erkbundes au s- (Frankfurt/M .), D r.-ln g. Michael N eum ann (M arburg), P rof. D ipl.-

Einfiihrung in d ie T b em atik der Erneuerungs- und W ohnum feld- gezeich n et bat. Ing. Jo d ie m Jo u rd a n (Frankfurt/M .)

v erbesseru ngsm aBnah m en wurden D iav ortrage g eh alten . ■ Werkbund Niedersachsen/Bremen In der M iîg lied erversam m lu ng vom 1 3 .4 .9 1 wurde Herr G ünter

in F orlsefzu n g d er im letzten J a b r b eg on nenen R eihe der Schon im D ezem b er 1 9 9 0 h erau sg eko m m en , ab er an d ieser Krawinkel z u m neuen ersten Vorsitzenden g ew ahlt. In das Amt des

ein Handbuch für Kaufleute wird, ôffnetdas Bild dem Imagi- pleofropischen Techniken der doppelung (des Seins im Bild,
schrieb, kamen Malerei, Mathe- nâren. So sehr der Betrachter Multiplikation der Orte und Zei­ das Double) multipliziertsich,
matik und Merkantilismus zu- auch seinen Standpunkt wech- ten. Es überlagern (!) sich Râumè wird zur Pleiokratie. Beschleu-
sammen. In den lichten Kam- selt, er kann seinen Blickpunkt und Zeiten. Die Synchronisation nigtes Bild bedeutetalso nicht
mern Vermeers, welche in der nicht mit der Kamera teilen. Die heterogener und pleomorpher schneller Schnitt, Wirbel von Bil-
TC ^je Raumdarstellung durch Kamera hat einen bevorzugten Elemente betrifft nicht nur die dern, sondern Kulmination jener
dib Camera obscura benutzten, Blickpunkt, sie befindet sich vir- Sinne, die Bilder und Tône, son­ zeit- undraumraffenden Ver-
bildet sich das soziale Bewufôt- tuell im Unendlichen. Die Kame­ dern auch Flâchen, Râume, Zei­ fahren von der Überblendung
sein der Kolonialmacht Hollands ra konstruiert, nicht mehr der ten. Aus der Synchronitât und bis zur Collage/ die als Ansâtze
ab. Diese Bilder sind Spiegelbil- Künstler. Der Betrachter wird den polytropischen Techniken von Pleochronie und -topie in
der der sozia.len Codes. Im Blick zum Opfer der Perspektive. Die der Beschleunigung, welche ja - den vorhergehenden Medien
begegnen einander Bewufôtsein perspektivische Konstruktion die Raum- und Zeitverkürzun- schon angelegt waren. Allein im
und Welt. wird für den Betrachter zum La- gen, Raum- und Zeitüberlagër- elektronischen Bild haben sich
Der Monitor liefert nicht das byrinth, in dem er sich verliert. Er ungen darstellen, entstehen ver- diese Raumvermehrungen und
Bild der Djnge, er bildet den so- wird Teil des Spiels, er ist nicht schiedene Formen der^chicht- Zeitvermischungen, diese belie-
zialen Code ab.. Der Blick ist der mehr der Spieler. Er verliert und ung und Vertikalitât, von derver- bigen Objektwandlungen und
Ort, wo BewuBtsein und Welt verwirrtsich in der imaginaren tikalen Ton-Bild Montage Eisen- freien MaBstabsverânderungen,
sich als Bild begegnen. Der Blick Strukturdes digitalen Raumes, steins bis zur fotografischen Ver­ diese Tropik von Simultaneitât,
liefert das BewuBtsein, das wir physisch implementiert als Farbe tikalitât des Blicks. Sukzession Simulation/ Similaritât, von Syn­
von den Dingen haben. Durch auf Gegenstânden. Der Betrach­ und Montage, Simultaneitât und chronie, Syntopie und Synâsthe-
die Kamera und durch den M o­ ter wird Teil der Konstruktion. Er Überblendung, Synchronisation sie extrem gesteigert und vollen-
nitor, die sich beide im Bildraum ist selbst etwas Konstruiertes. und Vertikalitât (als Entfesse- det, in ihrem eigentlichen Wesen
befinden, befindet sich auch der Das konstruktive Prinzip wird lung) gehôren von Anfang an erstzur Anschauung gebraçht.
Betrachter realiter im Bild. Der dekônstruktiv auf den Nullpunkt zur Tropik der Techno-Zeit, die Dies war môglîch aufgrund der
Betrachter will nicht nur im Bild reduziert. Das Imaginâre bricht eine Pleotropik, Polytropik ist. avancierten Technologie der
sein, er will das Bild selbst sein, ein als systematische Kritik. Die Beschleunigte Kôrper, beschleu- maschinellen Bildproduktion, die
cF'"\Bild, wo der soziale, der in- grammaire raisonneé zerbricht. nigte Perspektive, beschleunigter ja zum Teil ein Nebenprodukt
a^duelie, der kollektive, der So wird ein Weg jenseits des Blick, beschleunigte Bilder sind der maschinellen Beschleuni-
physische und der psychische Realen gesucht. die Stationeri dieses polytropen gung ist, wie sie vom Radar bis
Raum eins werden. Der Betrach­ Z u r Tropik von Polychrome Diskürses in der Kunst. Die in zu selbststeuernden Geschützen
ter betrachtet sich durch das und Polytopie der Fotografie, Malerei und im im 2. Weltkrieg entwickelt wur­
Bild. Die costruzio légitima, die Marey und Muybridge ver- Film vorhandenen Ansâtze der den. Nâmlichan der Entwick­
Perspektive als légitimé Kon- wendeten bereits fotografische Polytropik des Pleochronen und lung von der Überblendung zur
struktion, ist aber nicht nur ein Aufnahmen, die mit mehreren Pleotopen werden aber erst in Überlagerung (Layering), ist das
formales Mitfel der Darstellung (pleo, poly) Kameras aus ver- der digitalen Kunst.zum Blühen gut herausarbeitbar. Begrenzte
des Raumes, sondern gibt den schiedenen Blickwinkeln gleich- gebraçht; die Topoi der Be­ Uberblendungen vôiî verschie-
Formen auch Bedeutung. Es bil­ zeitig geschossen wurden. Die­ schleunigung werden dort zur denen Bildern auf partiellen
det z.B. den Glauben an die ra- ser multiple Blick der "instanta- Ekstase entfesselt.Die beschleu­ Bildflâchen - Überblendung des
tionale Konstruierbarkeit einer neous photography" (1882) nigte Perspektive wird zur losge- Gleichen zu anderen Zeiten, des
(gërechten) Gesellschaft ab. setzte sich in Kubismus und Futu- schleuderten Perspektive des Anderen zü gleichen Zeiten etc.
Durch den Diskurs von Tech- rismus fort, die die aus Mareys Unendlichen, aus dem die Bilder -führten zu Kapp- und Aus-
nik und Wissenschaft ist der Dis­ Simultaneitât entstehende Über­ wirbeln. Der beschleunigte Blick schnitt-Techniken, schlieBlich
kurs der Kunst noch mit dem blendung und aus Muybridges wird zum orbitalen Blick, der die zum digitalen Clipping (Kappen)
Diskurs der Politik verbunden, Sukzession folgende Montage Skalierung entfesselt. Die Simul­ und Windowing (Fensteraus-
offen, ansonsten verschleiert. Ist zu reifen polytropischen TecFini- taneitât wird zur Teleprâsenz schnittbildung). M it Hilfe des
der Betrachter direkt im Bild, ist ken der Pleomorphie (Vielge- mehrerer Bilder, zur Pleo-lkono- Windowing kann man mehrere
er auch im Bild über die Kon- stalt), der Polychromie (Vielfar- graphie, zur multiplen und simul- Raum- und Zeitschichten überei-
struktion des Bildes selbst. Das bigkeit), Polychronie (mehrere tanen Simulation von Objekten, nander lagern (layering). Eine
Aufbrechen und Drehen der Zeiten), Polytopie (mehrere Râu- Râumen, Zeiten, Bildern, die auf- râumliche und zeitliche Schich-
perspektivischen Konstruktion me) entwickelten. Fotografische, einandergehâuft und gesçhichtet tenbildung (âhnlich wie bei in
vom Bild in den Raum, wodurch bildnerische und kine.matogra- werden in einer Diachronisation, das Siliziumkristall verlagerten
der Konstrukteur der Perspekti­ phischeTechniken wie Über­ die eigentlich eine ent-fesselte integrierten Schaltkreisen) ent-
ve, der Mensch, selbst Teil der blendung, Montage, Collage, Synchronisation ist. Die Simulta­
perspektivischen Konstruktion Assemblage sind die ersten neitât zersplittert sich, die Ver- [18 werkundzeit 2/91
stellv ertretenden Vorsitzenden wurde Luc Lepère gew ühlt. Die sie - der Natur und den Ressourcen in allen G esfaltungsbereichen eine ■ Notizen 3
ben V o rstan d sam îer wurden wie folg t besetzt: G unter H eike, Nor­ H au p tau fgab e d arsfellf. ■ Rat für Formgebung
bert Schittek , W olfgang M. P ax, D orothea H aag , D ietm ar Brand- ■ SWB - Schweizerischer Werkbund "F o rm w e n d e ?" heifit die W and erau sstellu ng , d ie in fü n f S tâ d - '

en b u rg er, Sid A uffahrt, Rosel G rabenhorst. "S W B -D o k u m e n te " h eilît die neue Schriftenreihe, m it d er eine te r der n e u e n B u n d e slan d e rzu sehen ist: H alle ( 2 1 .5 .- 2 3 .6 .9 1 ) ,

Zum 3 1 .8 .9 1 wird Rosel G rabenho rst ihr Amt als G eschaftsfüh- b reite Leserschaft m it F rag esfellu n g en bek annt gem acht werden Dresden ( 7 . 7 - 4 . 8 . 9 1 ) , C o ttb u s( 1 1 .- 3 1 .8 .9 1 ) , Rosfock ( 1 1 . 9 -

rerin des DWB Niedersachsen/Brem en nied erlegen, gleichzeitig tritt so ll, um die e s in A rbeitsgruppen, bei Tagungen und in S fe llu n g - 3 .1 1 .9 1 ), Erfurt ( 1 3 .1 1 .- 1 5 .1 2 .9 1 ) . D ie A ussfellung frag t nach dem
sie auch als Vorstandsm ifglied zurück. nahm en g in g . Die erste A usgabe beh an d elt das Them a "D e r G e- Z u sam m en h an g von L e ben squ alitat und D esign, bezo gen a u f die

D er A rchitekt, Designer und Psychologe Prof. Rüdiger Lutz (Tü- staltungsw ettbew erb - K ulturinstrum ent, M odem acher oder A libi?", aktu ellen N otw endigkeiten in den O stgebieten .

bin gen ) b etrach tete in seinem Vortrag "D ie okologischen Zukünfte die zw eite tra g t den Tifel "H e im at, Heimatschutz, H eim afdesign". Am 7 . 5 . 9 1 wurde die vom R at fü r F orm g ebu ng o rg an isie rte

d er D esign ku ltu r" am 2 0 .6 .9 1 den 'ok o log ischen Funktionalis- A usstellung "D esig ned in G erm any - Hong Kong 1 9 9 1 " im Con­

m u s', d er in un serer Zeit im verantw orfungsvollen Umgang mit vention C e n tre des Hong Kong T rad e D ev elop em ent Council e rô ff-

steht im Bild selbst, virtuell bis in ralen Raumes war die Matrix. Feldern, wo rechts unten ins e r­ Ausnützung der Effekte des wie-
die perspektivische Tiefe des Die Matrix ist eine geordnete ste Feld das Bild in seiner ersten derholten optischen Druckens,
Unendlichen. Strukturvon Fenstern, Bildaus- Bewegungsphase projiziert wie sehr die optische Druckbank
In der fotografischen Collage schnitten. Sie kann aus vier oder wird. Die weiteren Bewegungs- das fehlende Glied zwischen
werden die Raum-Schichtungen neun odermehr Fenstern beste- phasen erfolgen dann diagonal Film und digitalem Video ist.
auf drei beschrânkt als herï. Eine Wand von TV-Appara- oder spiralenfôrmig über die Nach Doppelbelichtung,
Pt>(ge des malerischen Erbes der ten, eine Video-Wall, ist heute restlichen Felder des Bildes. Die Überblendung, Überlagerung
klassischen Raumeinteilung von die beliebteste Verwirklichung Felder der Matrix sind wie viele verwandelt sich der kinemato-
Hintergrund, Vordergrund, Mit- der Matrix, die als âsthetische Bilder im Bild. Das Bild (im Feld) grafische Raum durch Matrix,
telgrund. Gemischt mit falschen ' Organisationsform im Avant- gérât in Bewegung durch seine "matting" und "masque" end-
Skalierungen kann es aber auch gardefilm entwickelt wurde. Bewegung über die Matrix. "gültig in einen vielschichtigen
da zu imaginâren Râumen kom- Zbigniew Rybezinski hat 1975 Wenn heute im digitalen Video und pleomorphen Raum, wie er
men, siehe Herbert Bayers Foto- "Das neue Buch", einen perfek- die Bildfelder hereinsegeln, so durch die bewegliche, bejiebig
plastik "Knochen im Meer" ten Matrix-Film gemacht, wo in istdiese Beschleunigung der Be­ skalierbare Window-Technik im
(1936), vyo vor einer Holzwand, neun Feldern, neun verschiede­ wegung eine Folge davon. Hier digitalen Video triumphiert, wo
auf der Knochen liegen, extrem ne Schauplâtze einer Stadt, syn­ hat sich erstmals deutlich ge- sich Schichten auf Schichten la-
verkleinerte Wolken schweben chrone und simultané Aktivitâten zeigt, was in der Überblendung, gern.
und wo durch zwei Lâcher im gèzeigt werden. In "Tango" im Uberlagern zwèier Râume Steina Vasulka hat in dem Ta­
Bretterzaun das Meerzu sehen (1980) hat er einen Raum virtuell nur angedeutet wird, nâmlich pe für die Video-Installation
ist, dort, wo die Wolken sein . endlos mit immer neu hereintre- da!3 der Raum der Kinemato- "The West" den Multi-Schichten-
müBten. Die fotografische Colla­ tenden Personen überlagert, graphie und des elektronischen raum des digitalen Video raffi- '
ge hatsich ohnehin gânzlich zur welche die alten nicht lôschten, Bildes nicht isotop und isochron niert mit der Keying-Technik ge­
elektronischen Collage, zur be- so daf3 sich der Raum zuerst ist, sondern polytop und polych- mischt, die eine Weiterentwick- •
wegten Collage weitererit- überfüllte (in immer wiederho- ron. Der elektronische Raum ist lung der Window-Technik ist.
wickelt. Das Loch in der Holz­ lenden Ansâtzen) und sich wie­ ein spatial und temporal viel- Zuerst hat sie durch eine sich be-
wand bei Bayer ist mit der Mas- der entleerte. Die Matrix kann schichtiger Raum, den nach der wegende Kugel Hinter- und Vor-
/’ ^technik des Films vergleich- ■ also eine Seriei eine Wiederho- Überblendung die Künstlèr der dergrurid ineinander geblendet,
^_,/In "Asyl" (1975) betonierte lung der gleichen Elemente syn- Matrix im Film zu erforschen be- dann hat sie (fast unsichtbar) in
Kurt Kren die auf eine Land- chron oder asynchron zeigen. gannen> indem die den Spuren die offene Kugelschale andere
schaft gerichtete Kamera für Sie kann aber auch eine overall der Malerei eines de Chirico Landschaften eingeblendet, an-
mehrere Wochen ein. Dann pla- structure haben, wo das Ganze und Magritte, der Fotografie e i­ ders als die natürlichen gegen-
zierte er erstmals einen Karton selbst in die Teile des Matrix- nes El Lissitzky, Rodtschenko, überliegenden. Sie hat dann
mit einem Loch vor die Kamera Rasters zerfâllt. Eine Wand von Moholy-Nagy, Herbert Bayer auch in die Horizonte der Land­
und filmte die herbstliche Land- TV-Apparaten ist die einfachste etc. folgten. schaft elektronisch andere Him-
schaft kaderweise, also extrem Matrix. In den bspw. 20 Monito- Den nâchsten Schritt gingen mel so eingekeyt, daf3 die künst-
zeitkomprimiert. Dann spulte er ren kann 20mal dasselbe Bild die Meister des optical printing, liche, elektronisch erzeugte
den Film in der Kamera zurück, laufen oder ein einzigen Bild ist welche den projizierten Film Landschaft fast natürlich er-
machte das alte Loch in der über die 20 Monitore fragmen- wieder abfilmten, aber dabei scheint. Darüber hinaus hat sie
Maske zu und schnitt ein neues tarisiert oder es laufen 20 ver­ nicht nur den Film auf einen die Râume gis elektronische
auf,'durch das er wiederum eini- schiedene Bilder. schon laufenden Film projizier­ Schichten übereinander gescho-
ge Zeit die nun winterliche Land- Aus den Tafelbild-Fenstern ten, sondern bei dieser Projekf- ben, wie es auch Woody Vasul­
schaft filmte. Danach spulte er von de Chirico hat sich über die ion die Môglichkeit ausnützten, ka in seiner Video-Oper "The
den Film wieder zurück, bedeck- Fotografie die Matrix-Technik das Bildformatdes projizierten Commission" (1983) und in sei­
te das alte Loch, schnitt ein neu­ des Films entwickelt. Ein Filnie- Films zu verkleinern, zu verân- nem Opus "The Art of Memory"
es Loch, filmte eine zeitlich ver- macher wie Peter Rose hat in Ar- dern und zu bewegen, verschie­ (1986-87) in überaus raffinierter
ânderte Landschaft usw. Der sie- beiten wie "Studien in diachro­ dene Filtërvorden Projektorzu und exzessiver Weise tut. Die di­
benminütige Film komprimiert nie motion" (1975) oder "Analo­ halten und die Projektionsge- gitale Window-Technik, wo jede
mehrere Monate landschaftli- gies: Studres in the movement of schwindigkeit extrem zu steuern flâchige Raumdarstellung, wo
cher Verânderungen in winzigen time" (1977), die sich im Titel (Skip oder Step printing). jedes Raumbild beliebig be-
Raumsegmenten, zeigt gleich­ schon auf das fotografische und Paul Winklers Filme wie "Syd­ wegt, verformt, sphârisch ge-
zeitig verschiedene Zeitphasen futuristische Erbe beziehen, die ney Harbour Bridge" (1977) dreht, gekrümmt, rotiert, ver-
der Landschaft (Polychronie). Entfaltung des Raumes in der oder Henry Jesionkas "Resur- kleinert und vergrôBert werden
Der nâchste Schritt in der Zeit modellhaft abgehandelt. Er rected Fields" (1984) demon-
Schichtungs-Strategie des pikto- errichtetz.B. eine Matrix von 20 strieren durch ihre maximale il 9 werkundzeît 2/9.1................ I
nef. Es wird ein um fassender Überblick über den gegen w artigen dukte in einer Sonderausstellung zu sehen se in . Danach werden sie (M ailand): G lastisch "Q u a d rio "; Kaoru Sum ita/Sony C orporation

Stand der Design-Entwickluiig in Deufschland g e g e b e n . Um den in die standige D esign-Schau au fgen o m m en . A ufierdem werden sie (Tokyo): V id e o k a m e ra "CCD-TR 7 5 " ; Leon S o ren , A lbert N ag ele,

Erfahrungsausfausch zwischen den Kulturen zu fô rd ern , fand in einem Jah rbu ch (eng l./ d t.j vorgesfellt. Rudolpb K orlopp /M otorola Inc. (Schaum burg/U SA): T elefo n im

g leicbzeitig eine "G erm an Design W eek in Hong K ong " (V ortm ge, Die Leistungen des Design Zentrum s NRW im letzten J a h r wur­ W estentoschenform at "M icro T .A .C ."; T ex as Instrum ents (D a lla s):

W orksbops, Diskussionen) sfatt. den in der P u blikation "P ro je k te 1 9 9 0 " in k o m p le tte r Übersichf L em spielzeug "T h e V o y a g e r"; Edwin W ahl, Tilm an Phleps/Siem ens

■ Design Zentrum Nordrhein Westfalen zusam m eng estellf. AG (M ünchen): D e n tal-R o n tg e n g e rat "O rth o p h o s". Sow ohl die p ra-

Im Rahmen des W etfbew erbs "D esig n -in n ov atio n en '9 1 " wurde B Design Center Stuttgart mierten O b je k te als auch die übrigen 4 0 N om inierungen sind vom

1 9 Produkten eine Auszeichnung für hochste D esig n q u alifaî verlie- Landesgewerbeamt Baden-Württemberg 2 7 .3 ,- 2 1 .7 .9 1 in e in e r Ausstellung zu seh en , die im S e p fe m b e r

hen, 2 2 6 G esfalfungen wurden als hohe D e sign -Q u aiitâf bezeich- Am 2 6 .3 .9 1 wurde erstm als der In tern a tio n a le D esign preis des anlafilidi d e s K ongresses der ICSID (In te rn atio n al Council o f So cie-

net. 4 0 5 U nternehm en ans 2 7 Lândern stellten sich d iesm al der Landes Baden-W ürttem berg durch W irtschafîsm inister S ch au fler ties of In d u strial Design) nach L ju b lja n a geht.

Bew ertung. Vom 7 .6 .- 2 7 .7 .9 1 werden aile ausgezeichneîen Pro- verliehen. P reisfrag er sind A ndrea Branzi/Firm a UP & UP SRL Vom 2 7 . 3 . - 1 4 . 7 . 9 1 ist p a ra lle l die A usstellung "D esig n-A us-

kann, ist der vorlâufige Hôhe- Gestaltungsmoment. Woody Va­ und Keying-Technik). Durch die­ seinen Parametern wie Dauer,
punkt dieser Entwicklung. sulka schrieb daher in "Eine se vielfâltigen Verfahren wird Konstanz, Kontinuitât seine hi-
Überblendung, Uberlager- Syntax binârer Bilder" (Afteri- der bislang eindimensionale pic- storische Funktion und Bedeu-
ung; Schichtung, die mit Techni- mage, Rochester 1978): "Auf torale Raum selbst vielschichtig tung verloren haben, ist es die
ken des Abschneidens, des Kap- diese Weise erhâlt die Zeit eine und multidimensional. In der p o ­ Kunst, welche diese alltâglichen
p^'-^und der Ausschnittbildung neue kompositionelle Bedeu- lychronen Techno-Zeit und im Tâtigkeiten zu Kunstformen de-
Ww_.Aey und Maske konvergie- tung, wo die Kontrolje über die temporaüsierten polytopen Tech- klariert (wahrscheinlich deswe-
ren und dabei die râufnliche Ein- Schaffung eines Bildes in kurzen no-Raum (des elèktronischen gen, weil man ailes, was aus-
heît auffâchern, zersplittern, ge- und sehr kurzen Zeitraumen Bildes) wird es daher "unerlâfô- stirbt, zur Kunst erklâren will)
hôren zur polychronen und poly- ausgeübt werden kann. Dieser lich, das dramatisehe Moment . und bedeutungsvoll, ja weihevoll
topen Tropik des elektronischen Umstand allein schon macht es der Umwandlung von Energiee- zu auBerordentlichen Ereignis-
Bildes. Auch die edle Klasse der dringlich, jenes "Harïdwerk" zu reignissen in der Zeit in einen sen stilisiert.
Digitaltricks und -effekte wie Ro­ definieren, in welchem derZeit- binâren Code zu erkennen." (W. Die Freude der Museen an
tation, Mosaik, Freeze, Skip Be- begriff dominiert." Vasulka, ibid). In der Chrono- der Zelebrierung des bloBen
wegung, Texture Mapping, Sha- Indem der Raum im beschleu- kratie des elektronischen Bildes Gehens, Sitzens und Stehens,
pes (Transformation in beliebige nigten elektronischen Medium "hat das Schwergewicht sich hin wie es die Werke von Abramo- •
3-dimensionale Formen), Bild das Moment der Zeit gewinnt, zu einem Erkennen eines Zeit/ vic/Ulay, Richard Long, Gilbert
perspektivisch quetschen, ver- erfolgen jedoch eiriige Relativie- Energie-Objektes und seines & George's Living Sculptures,
schieben oder kippen, squeeze rungen und Mobilisierungen bis- programmierbaren Bausteins — Robert Wilson, Hamish Fulton
oder strecken, verkleinern, ver- her konstanter GrôBen. Die der Wellenform - verlagert" (W. etc. schlichtweg sind, ist ein be-
grôBern, Keymate, Mask-Key, GrôBe der Dinge selbst wurde Vasulka, Didactic Video: Orga- klemmender, weil einfâltiger
Key-Loch, Wipe-Effekte (Wi- relativ, nicht nur insgesamt im nizational Models of the Electro­ Rückzug aus der gegenwârtigeri
scher in allen Formen). etc., aus Kontext verkleiner- und vergrôr nic Age, Afterimage No. 4, Okt. Geschwind igkeit der Ge-
den neuen Wunderkammern Berbar, sondern auch unabhân- 1975). Das digitale Bild istent- schichte, aus der Beschleuni­
und camerae obscurae Ampex gig voneinander. Diese relative kôrperlicht und entmaterialisiert, gung der tele-technetronischen
ADO, Quantel Encore, Paint und vom natürlichen Ma8 unab- wie die digitale Techno-Zeit nicht Gesellschaft, in der und von der
Box, Quantel Mirage, Harry, hângige GrôBe der Dinge, diese mehr an den Raum und dessen wir aile leben. Wegen dieses
/(^Jkis, Pixar, gehôren zur Poly- beliebige Skalierung, macht Bewegung gebunden ist: Wel- Aufbewahrens obsoleter Le- •
tropik des Polychronischen und - auch die Positionierung der Ob- lenform.statt Baustein. In einem bens-, Erlebens- und Erkenntnis-
topischen, welche die Beschleu- jekte unabhângig, beliebig, frei Medium, das Raum durch Zeit formen in der Hochkultur ist sie
nigung des Bildes ausmachen. flottierend, nicht nur im Kontext, darstellt und Zeit durch einen b i­ Massenkultur, z,B. in der Frage
Die Beschleunigung entsteht sondern auch losgelôst vonei­ nâren digitalen Code, herrscht der Geschwindigkeit, der be-
nicht durch den schnellen Schnitt, nander. Die Objekte der Welt die Beschleunigung der Befrei- schleunigten Zeit, oftfortschritt-
denn das elektronische Bild hat verwandeln sich im neuen picto- ung, im Gegénsafz zum photo- licher; z.B. Rockmusik (Speed,
eher die Tendenz, Schnitt und ralen Raum zu frei flottierenden graphischen Arrest (der Bilder), Lârm, Drugs) oder Film, die pro-
Montage zu vermeiden, sondern Zeichen von beliebiger Propor­ der wie der Aufprall eines Autos letarische Kunstform, die noch
indem eben die genannte Poly- tion und Skalierung, d.h. ihre ap einem Baum wirkt. Fotografie immer vom Kunstbetrieb ausge-
tropik des Pleomorphen, Polych­ Grôf3e zu sich selbst und zu- und Malerei arretieren, Video schlossene, visuelle Kunstform,
ronen und -topen entwickelt einander wird relativ und varia- und digitale Kunst akzelerieren. das Massenmedium, das ein
wird. Der Wahrnehmungsraum bel. Diese relative, beliebige Das elektronische Bild ist ein - Medium der Geschwindigkeit
(Realzeit, Realraum) allein ist ja Proportionierung und Skalierung Herold wie der Lârm, denn ist, weil es ein urbanes Mediüm
isotopisch und -chronisch. Der kann jedoch nicht nur einzelne "Wechsel ist in Lârm einge- ist, oder Musikvideos. "Big Ti­
mediale Raum und insbesonde- Objekte erfassen, sondern auch schrieben schneller als er die me" (1987) von Peter Gabriel
re der digitale Raum ist poly- ihren Kontext. Ich kann also digi­ Gesellschafttransformiert" (Jac­ ist künstlerisch besser, zeit- und
morph. Das elektronische Bild ist tal ganze Feldèr von Objekfen ques Attali, Bruits, 1977). Daran mediengemâBer als die von
daher perse beschleuniges Bild, verkleinern oder vergrôBern kann man nicht nur erkennen, Wulf Herzogenrath gefôrderte
weil es als Produktvon Tele-Ta- oder verschieben. Diese werden- wie Kultur die Kunst domesti- deutsche Hausmütterchen- •
chyonik,Techno-Zeit und Tech- dann zu beweglichen Bildern in ziert, sondern vor allem, wie die Videokunst.
no-Raum zwangslâufig polych- bewegten Bildern (elektronische bildende Kunst zumeist die alte Die pleotope und -chrone Po-
ronischeZeit und polytopischen Collage). Ich kann aber auch die Ordnung verteidigt, konserviert, lytropik der Medienkunst und
Raum kennt. Da wir aber wiss- Objekte selbst als Bilder auffas- zelebriert, in unserem Falle alte besonders des elektronischen
en, daB der Techno-Raum ein sen und ihre bloBen Konturen Modélle von Raum, Zeit und Be­ Bildes ist auch deswegen künst-
temporalisierter Raum ist, wird als Bildrahmen für neue Objekte wegung. Im Moment, wo das
die Zeit zum hauptsâchlichen und Bilder benützen (Masken- Gehen, Stehen und Sitzen samt • 20 werkundzeit 2/91
wahl (2 9 Ja h re ) - Innehalfender Rückblick - " g eô ffn et, m it der Im Z usam m enhang m it der 4 . D esign -Bôrse (siehe w + z 1/91, lan d " in Sch w e rin am 7 .5 .9 1 w ar d as Them a e in e r ôffentlichen

das a lte Konzept der Design-Auswohl in einem aussch nittliaften S .1 5 ) wurden am 6 . und 7 .6 .9 1 zwei V o rtragsabende veran staltef Vortrags- u n d D isku ssionsveranstaltung "S tad tern eu eru n g in Meck­
Rückblick au f 1 0 .0 0 0 ausgezeichneîe Indusîrieprodukte bee n d e t zu den T h em afik eii: "A bfallverm eidung und A bfallverw ertung" le n b u rg -V o rp o m m e rn ". Am 1 2 .6 .9 1 w ar in Dresden das Them a
werden soll. und "Vom F unktionalism us zur E ntro pie". aus der g le ich e n Veranlassung "W as so ll aus Dresden w erden?".
Vom 2 7 .3 .- 9 .6 .9 1 waren in der Aussîellung "C h am p io n s" die Ein intéressantes, inform atives und abw echslungsreiches Pro- Vom 2 7 . - 2 9 . 5 . 9 1 fan d in Ulm d e r Kongrefi "W ohnen im A lter"
Entwürfe der P reistrag er (W alter Schaefer, Cornelia S e ife rt, Uwe gram m g ab es zu d er Ausstellung "E rlebn is F a rb e " vom 1 9 . 4 - unter B e te ilig u n g der A rbeitsgruppe KOOPERATION des GdW (G e-
Sp an n ag el) der 3 .. D esign -Bôrse (April 1 9 9 0 ) zu seh en . 1 9 .5 .9 1 . V orfrage, Sym posien, B eratu n gen, E xpérim ente zeigten sam tv e rb an d der W ohnungsw irtschaft), des BDA und des Deutscben
Eine Sonderaussfellung zur D esign -Bôrse S tu ttgart h a tfe vom d ie V ielfalt der A rbeit m it F arbe. S ta d te ta g e s (DST) sta tt.

6 ,- 1 6 .6 .9 1 den T ite l: " 1 0 Ja h r e Institut fü r Innenarchitek tu r und ■ BDA - Bund Deutscher Architekten "E rw arîu n g e n an ein en S ta d tb a u r a t" w ar das Them a e in e r Po-

M obeldesign an der A kadem ie S tu ttg a rt"; es wurde ein Q uerschnitt Zur Eroffnung der Ausstellung "Ideen - Orte - Entw ürfe: 4 0 dium sdisku ssion, die anlalllich d er bevorstehenden W ahl eines
des T atigkeitsfeldes des Institutes am W eifienhof g e zeig t. Ja h r e Architektur und Stad tebau in der Bundesrepublik Deufsch- S ta d tb a u r a te s für M ünchen vom BDA Bayern e.V. am 1 0 .6 .9 1 ver-

lerisch so intéressant, weil in kei- zpichnung der Muskelbewegung Millionen Wohnungen (auf dem daraus vertrieben wurde. Das
nem bisherigen Kunstmedium eines durch elektrischen Strom Bildschirm), bedeutet, daB ein gibt dem künstlichen Computer-
die soziale, technologische und gereizten Froschbeines (1868) Ort (Stadion) sich in einer Zeit in bild die Aura des Luziferischen
âsthetische Entwicklung auf und Woddy Vasulkas elektroni­ viele Orte (Bildschirme in M illio ­ oder Prometheischen wie einst
mehreren Ebenen so verflochten sche Transformationen eines nen Wohnungen auf der ganzen dem künstlichen Menschen. Als
v^'SjUfen ist. Parallelen zwi- Gesichtes mit einem Rutt-Etra Welt) zerspliftert. Der Ort ist also Alan Turing 1936 in seiner Arbeit
scv„.m den technischen, sozialen Scan Processor (1974). Mit Hilfe nicht wichtig, man kann überall "O n computable numbers"
und âsthetischen Strategien rei- eines digitalen Speichers (Rah- sein, um am Spiel live (gleichzei­ (über berechenbare Zahlen) die
chen von der Produktionstechnik menpuffer, Framebuffer), in dem tig) teilzunehmen. Egal,vyo du Grundlagen für den Computer
(siehe Montage) bis in die Termi­ die Intensitâtswerte des Bildes in bist, du kannstdich einklinken. legte, hat er die Arbeit von Mary
nologie. Das Schichtenbilden Matrixform —man erinnere sich Wichtig ist nicht das Wo, son­ W. Shelleys Frankenstein, einen
(Layering) ist nicht nur ein âsthe- an die filmische Matrix - abge- dern das Wann, das Jetzt. "Put- künstlichen Menschen zu schaf-
tisches Verfahren, sondern auch speichert sind, d.h-. als Scanli- ting Allspace in a Nutshell" hat fen, fortgesetzt. Der Computer
ein technisches bei der Intégra­ niendaten in Sequenze'n binârer James Joyce diese Instantzeit, wird ja deswegen Universalma-
tion von Schaltkreisen im Sili-. Ziffern, werden Objekte in steu- diese Jetztzeit genannt. Aber schine.genannt, weil er im Prin-
ziumtransistor. Wie photogra- erbare Linien verwandelt/die auch die Aktual-Zeif kann auf- zip jede andere Maschine simu-
phische Verfahren im elektroni- durch den Display Controller genommen und gespeichert lieren und imitieren kann, d.h.
schen Bild âsthetisch Verwen- zum Monîtor geleitet werden, werden, so daB du zu einer an- auch das, was am Menschen
dung finden, so auch in der Mi- wo die scan lines (gelenkten, ge- deren Zeit das Spiel beobachten und seinem Gehirn mechanisch
kroelektronik technologisch, z.B. streuten Zeilen) aus Pixels (Punk- kannst. Die gespeicherteZeit er- ist. Aber da wir noch gar nicht
die Photoâtzung des Schaltkrei- ten) zusammengesetzt werden. môglicht dir also auch den belie- genau wissen, was "mecha­
ses auf den Lack der Silizium- Der von Rutt und Etra erîtwickel- ’bigen zeitlichen Einstieg in das nisch" bedeutet, kann das sehr
scheibe mit einer feinen Maske te Scan Processor ist also ein Geschehen. Diese geborgteZeit viel sein, zum Beispiel auch, daf3
in der Dunkelkamme'r. Die erste Gérât, das Objekte in Echtzeit in lôst nicht nur total die Bande ein Computer als letztes Glied
elektronische Bildrôhre (1923) elektronisch steuerbare (Scan) zum Raum, sondern auch zur der Verdoppèlungstechnologie
von V.K. Zworykin hieB Kines- Linien verwandelt, ein Echtzeit- Chronologie, wodurch die Ein- • auch das Gehirn verdoppelt,
korvso wie früher einer der er- Scan-Konverier. heit der Zeit sich selbst aufzulô- simuliert und daB derart das
st( ^/ilmprojektoren von T.A. In diesen Bildern des gemein- sen beginnt. Da dadurch die menschliche Gehirn durch Tele-
Edison Kinetoskop hieB. Diese samen historischen Raumes e r-. Erlebensformen des Menschen Transportation an verschiedenen
gegenséitige Interdependenz ist blicken wir die Vision der Tele- weit über den' natürlichen Be- Orten gleichzeitig anwesend
eben logisch, da in der techne- gesellschaft, daB auf die Fern- reich hinausgehen, erhalten die sein und arbeiten kann (nâmlich
tronischen Gesellschaft soziale übertragung der Bilder, der Live-TV-Ubertragungen für die in Form von Computer-Termin-
Verânderungen wie auch âsthet- Stimmen und der Schrift auch die Massen diese religiôsen Ober- als). Die mechanische Tele-lden-
ische Innovationen direktvon Fernübertragung (als eine Art tône. titât durch einen Roboter kann
der techischen Entwicklung ab- Echtzeit-Scan-Konvertierung) Der Mensch wird zum Engel via time sharing auch zu einer
hângen. Reizvoll ist nur die ver- der Kôrper folgt, z.B. durch Si- mit der Machtdes Fliegens, mentàlen Tele-ldentitât werden.
blüffende Exaktheit der Spiege- mul-Roboter. Die klassische Ver- mit der Macht der Zeit, mit der Die Auflôsung der Identitât kann
lungen und Wiederholungen doppelungsmaschinerie von Ton Macht über die Zeit, mit der in der tele-technotronischen Zivi-
und das stândige Recycling, und Bild (Grammophon, Ma- Macht, Zeit zu borgen und Zeit lisation nicht mehr aufgehalten
auch der Archâologie der Tech- gnetophon, Radio und Télévi­ zu verleihen, Zeit zu stoppen und werden. Neue Identitatsformen
no-Kunst. Dieser gemeinsame sion) würde auch den Kôrper zu tôten. Tote Zeit am Ende der werden auftauchen, glücklicher-
historische Raum der Entwick­ verdoppeln. Durch die fortge- beschleunigten Zeit? Luzifer, ein weise. Denn die alten Identitâten
lung von Techno-Kunst und -Ge-' schrittene Tele-Technologie wür­ Engel derZeit? Wird die haben ohnehin nur molekulare
sellschaftseit mehr als hundert . de schlieBlich auch der Kôrpgr, Menschheit eines Tages ihre ei- Katastrophen in Familie, Gesell­
Jahren, der mit Bewegungsana- die letzte Bastion des Realen, gene atomare Auslôschung oder schaft und zwischen Vôlkern er-
lysen und -maschinen begann zum Double werden. Die Auflô­ Elektrokution als Live-Ubertra- zeugt.
und vorlâufig in der elektroni- sung der Identitât (des Subjekts, gung im Fernsehen beobachten? Ist der Computer eine Univer-
schen Entkôrperlichung, Immate- des Raumes und derZeit) in eine Macht und Mythos der Bilder salmaschine, ist auch das Com-
rialisierung und Fernübertra- Tele-ldentitât geschieht heute leben eigentlich nur mehr im be­ puterbild ein Universalbild, das
gung besteht, wird aufvollende- schon in Ansâtzen bei Fernseh- schleunigten elektronischen Bild aile Objekte und Bilder simulie-
te Weise durch die visuelle Âhn- Live-Ubertragungen. Zu Hause weiter. Im künstlichen androiden ren kann, sowohl die existenten
lichkeit zweier Arbeiten demon- zu sein und gleichzeitig beim Bild arbeitet-der Mensch weiter wie auch die nichtexistenten.
striert, die beide auf Elektrizitât Spiel zu sein oder auf dem Ra- an seiner Rückkehr ins Parodies,
rekurrieren. E.J. Mareys Auf- sen zu spielen und gleichzeitig in seitdem er, gefallener Engel, 21 werkuhdzeil 2/91