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www.magasign.

de
www.koelndesign.de magasign 01/04
September 2004 das E-Magazin von KölnDesign
F l i
g e
e n
12
den dichten Flugraum zu ord-
nen und die Flugzeuge sicher
zu ihren Zielen zu führen. Wie
Flugsicherheit der aktuelle technische und
Flugsicherheit ist nach wie vor gestalterische Stand der Flug-
ein Thema von trauriger Aktu- lotsen-unterstützenden Soft-
alität. Unentbehrlich ist die waresysteme verbessert wer-
Arbeit von Fluglotsen, die tag- den kann, erläutert Markus Ort.
täglich höchstem Stress aus-
gesetzt sind bei ihrer Aufgabe,
Editorial
Inhalt
Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns sehr, Sie mit der ersten Ausgabe


des elektronischen Magazins „magasign“ in die
Welt des Fliegens zu entführen!
Dieses Magazin wurde von Mitgliedern des
Kölner Netzwerkes KölnDesign e.V. konzipiert
und umgesetzt. Das magasign bietet den Rah-
men für weitere monothematische Ausgaben, 04
die von KölnDesignern entwickelt werden.

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Heute geht es in luftige Höhen, in denen wir
Ihnen nicht nur den Köln-Bonner Flughafen oder
das Thema Flugsicherheit, sondern auch Flug-
angst oder das Essen im Flugzeug aus vielfältig-
sten (Design-)Blickwinkeln präsentieren.

Fliegen Sie mit!

Herzlichst
Christiane Herzhauser

04
Designcheck Köln-Bonn
magasign Team vor Ort begut-
achtet. Die Ergebnisse des
Designchecks und weitere Hin-
tergrundinformationen fassen
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Essen im Flugzeug
Eva Rusch

Neues Terminal, neues Leit- Text und Fotos von Gerald Sandwich oder 3-Gänge-Menü, Das Team
system, neue Icons... Wildmoser zusammen. Essen im Flugzeug ist immer
Die Designqualitäten des erwei- unangenehm. Vielleicht servie- Bei der Konzeption und Erstellung dieses
terten Konrad Adenauer Flug- ren deswegen Billigflieger gar Themenheftes wirkten mit:
hafens Köln-Bonn wurden vom kein Essen mehr? Die Meinung
von Lutz Esser lesen Sie hier. Lutz Essers
Christiane Herzhauser
Impressum
v. i. S. d. P.: KölnDesign e. V.
Office:
Gottfried-Hagen-Str. 60-62
10
Flugangst
zuwirken. Wie sie das erlebt,
berichtet Christiane Herz-
hauser; Eva Rusch bebildert
die Erfahrungen.
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Kofferröntgen
Thorsten Kern
Uli Kreifels
Annette Mahr
Petra Piskar
D-51105 Köln // www.koelndesign.de
Manche Menschen fliegen Zeig mir, was Du mitnimmst, Eva Rusch
nicht gerne. Der diffusen und ich sag Dir, wer Du bist ... Ursula Tischner
Redaktion:
Flugangst versuchen Flugge- Beim magasign Gewinnspiel Gerhard Wildmoser
Lutz Essers, Christiane Herzhauser,
sellschaften mit unterschiedli- können Sie Ihre Menschen-
Thorsten Kern, Uli Kreifels, Annette
chen Maßnahmen entgegen- kenntnis testen. Konzeption:
Mahr, Petra Piskar, Eva Rusch,
Ursula Tischner
Ursula Tischner, Gerhard Wildmoser
Gestaltungskonzeption:
icon Kommunikationsdesign, Köln
Coverfoto: Gerald Wildmoser, Köln
Layout:
Eva Rusch (icon Kommunikationsdesign)
// Gerald Wildmoser (formbuero)
Starten und Landen

Designcheck
Airport Köln-Bonn
Autor: Gerald Wildmoser // Fotos: Gerald Wildmoser, Marketing Köln-Bonner-Flughafen

04 05
Ein Team von Anfang der 90er Jahre ent- mit 300 Metern Länge und 75
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KölnDesignern schloss sich die Flughafen Metern Tiefe, sowie einer Nutz-
machte vor Kurzem Köln-Bonn GmbH einen Archi- fläche von 69.000 Quadratme-
einen Rundum tekturwettbewerb auszuloben, tern wirkt der Neubau insge-
Check in Sachen um mit einem umfangreichen samt filigran und transparent.
Design am Flug- Bauprojekt, in dessen Zentrum Im Inneren tragen gläserne
hafen Köln-Bonn. ein neues Terminal stand, für Aufzüge ebenso dazu bei wie
Dabei betrachtete die Zukunft gewappnet zu sein. Treppen aus Milchglas.
das Team das Das alte Terminal war mit sei- In der Laudatio zu Eröffnung
Verkehrskonzept ner Kapazität von 4,5 Millionen des neuen Terminals hieß es:
des Anfang der Passagieren schon bald am „Am Flughafen Köln-Bonn hat
90er Jahre geplan- Limit angelangt. Helmut Jahn dem bestehenden,
ten Bauprojektes aus den 60er Jahren stammen-
und die filigrane, Mit einem Investitionsvolumen den Betonbau Paul Schneider-
transparente Archi- von über 306 Millionen Euro galt Eslebens – einer kräftig model-
tektur des renom- es, das bisher umfangreichste lierten Gebäudefigur – einen
mierten, in Chicago Bauprojekt in der Geschichte hochtransparenten Erweiter-
lebenden deut- des Flughafen Köln-Bonn aus ungsbau in Gestalt eines stahl-
schen Architekten eigener Finanzkraft zu realisie- gläsernen Hallen-Lofts hinzuge-
Helmut Jahn. Auch ren. Vom Frühjahr 1997 bis zum fügt. … der Architekt hat hier
das neue und inno- Sommer 2000 entstanden das nahezu alle Möglichkeiten des
vative Corporate neue Terminal 2, zwei Parkhäu- modernen Stahlbaus ausge-
Design des Flugha- ser und ein neues Zu- und Ab- schöpft, ohne dass das Terminal
fens, das der fahrtssystem. Ein unterirdischer formal überinstrumentiert wäre:
Franzose Ruedi Bahnhof für ICE und S-Bahn ist schwere, dynamisch geformte
Baur und sein Büro jetzt fertiggestellt. Mit rund 194 V-Stützen tragen die Vorfahrten
Intégral concept Millionen Euro floss der größte dieses Drive-In-Terminals, wäh-
entwarf, wurde Anteil der Investitionssumme in rend die Halle selbst von einer
unter die Lupe den Neubau des Terminals 2, äußerst filigranen, hochtranspa-
genommen. der für jährlich sechs Millionen renten gläsernen Membran um-
Passagiere konzipiert worden geben ist. Masse und Transpa-
ist. Die Neuausrichtung des renz sind in ein reizvolles Ver-
Flughafens erforderte auch eine hältnis gebracht. …“
neue Kommunikationsstrategie Konzeptioneller Ansatzpunkt Yellow Bar Infopoint Transparente Restaurantebene
nach außen, so entschloss man war es, die hochtechnische Rolltreppen
sich 2002 zu einem neuem Cor- Funktion des Gebäudes auch
porate Design. in seiner Bauart sichtbar zu
machen.
Vor diesem Hintergrund ent-
Filigran und transparent schloss sich der Architekt unter
anderem für transparente Dec-
Trotz der imposanten Ausdeh- ken, die einen Blick auf die In-
nung des neuen Terminals 2, stallation frei geben. Der Ar-
chitekt Helmut Jahn, in Nürn-
berg geboren und in Chicago
lebend hat in seinem Portfolio
schon Erstaunliches zu bieten,
unter anderem den Messeturm
in Frankfurt, das Sony Center
am Potsdamer Platz, den Post-
tower in Bonn und die neue
Konzernzentrale der Bayer AG
in Leverkusen. Jahn genießt
internationales Ansehen und
entwirft seit über 35 Jahren.
Seine Konstruktionen sind oft-
mals als unverwechselbare
Glas-Stahl-Architektur realisiert
und erlangten eine wegweisende
Bedeutung in der Baukunst der
Gegenwart. Zusammen mit dem
Tragwerksplaner Werner Sobeck
realisierte er viele seiner High-
06
Tech Entwürfe. Er prägte den 07
Begriff des Archi-Neering – der
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Symbiose von Architektur, In-
genieursleistungen, Ästhetik,
Kunst und Natur.

Transparente Parkhaus 3 – in Der unterirdische


Decken aus Guß- unmittelbarer Nähe Bahnhof für ICE
glas. zur Autobahn. und S-Bahn.

Historie der Luftfahrt in Köln flughafen kam nach Kriegsende, als die Drive-In-Terminal – werden den Flughafen zu einem 156 Meter lange und 40 Meter
britische Royal Air Force einzog. Die Ver- Airport der kurzen Wege der Besterreichbarsten in ganz breite gewölbte Stahl-Glaskup-
Die Geschichte der Kölner Luftfahrt waltung der britischen Besatzungszone Europa machen. Köln-Bonn pel überspannt die Station und
begann im Jahr 1906, als der „Club der entschied sich für Düsseldorf als zu- Der Flughafen Köln-Bonn zählte gehört dann zum exklusiven sorgt dafür, dass die Bahnhofs-
Luftschifffahrt“ in dem kleinen Ort nächst einzigen Standort eines zivilen 1970 bei seiner Vollendung zu Kreis von lediglich vier europäi- halle lichtdurchflutet ist und
Bickendorf nahe der Domstadt einen Flughafens in Nordrhein-Westfalen. den modernsten Flughäfen in schen Flughäfen, die über einen dadurch großzügig und freund-
Landeplatz für Zeppeline eröffnete, aus Später profitierte Köln erneut von dem Deutschland. Er wurde als eigenen Zugang zu Hochge- lich wirkt. Von der 18 Meter
dem später der Flugplatz „Butzweiler Förderer Konrad Adenauer, der nun als Drive-In-Terminal konzipiert, schwindigkeitszügen verfügen. unter der Erdoberfläche gelege-
Hof“ wurde. Anfang der Dreißiger Jahre Bundeskanzler einen Flughafen für die dieses Konzept floss auch bei Die neue ICE-Strecke wird den nen Bahnebene sind es für den
investierte die Stadt auf Initiative des Bundeshauptstadt Bonn durchsetzte. der Realisierung der Verkehrs- Flughafen überregional mit ankommenden Passagier über
damaligen Kölner Oberbürgermeisters Als geeignetes Gelände für den Flug- planung des Terminals 2 ein. mehreren Ballungs- und Wirt- gläserne Aufzüge oder Rolltrep-
Konrad Adenauer 1,6 Millionen Reichs- hafenausbau stellte sich der frühere Dieser besondere Vorzug zeigt schaftszentren in Deutschland pen zum Terminal 2 und zum
mark in die Entwicklung eines Flug- Luftwaffen-Fliegerhorst Wahn heraus. sich in kurzen Distanzen für und dem benachbarten Ausland Bereich A des bestehenden Ter-
hafens, der schon bald hinter Berlin- 1961 wurde die Start- und Landebahn Passagiere auf ihrem Weg zu verbinden. Das Betriebskonzept minals nur wenige Schritte.
Tempelhof den zweiten Platz beim Pas- fertiggestellt, 1970 eröffnete der dama- den Maschinen, dem in die In- der Deutschen Bahn AG sieht
sagier-, Fracht- und Postaufkommen lige Bundespräsident Gustav Heinemann frastruktur eingebundenen vor, dass stündlich zwei ICEs Die Abflugebene des neuen
belegte. Während des Zweiten Welt- das Drive-In-Terminal mit zwei Abferti- Parkhaus 2 + 3, sowie in den und mehrere S-Bahnen je Rich- Terminals umfasst acht gläser-
krieges übernahm die Luftwaffe den gungssternen. In den folgenden Jahren neuen Zufahrtsstraßen, die in tung den Köln-Bonner Flug- ne, lasergesteuerte Fluggast-
im Volksmund „Butze“ genannten Flug- entstanden eine neue Feuerwache, unmittelbarer Nähe zur Auto- hafen-Bahnhof ansteuern. Er brücken, 40 Check-in-Schalter,
hafen. Das endgültige Aus als Verkehrs- Hangars und große Frachtanlagen. bahn liegen. Der unterirdische ist den beiden Terminals zentral einen 4000 Quadratmeter
High-Tech Fassadenkonstruktion des Terminal 2 Bahnhof für ICE und S-Bahn vorgelagert. Eine imposante großen Wartebereich, Bord-
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Die neuen Pikto- Design an der Hochschule für immer wieder neu kombinieren
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gramme helfen bei Grafik und Buchkunst in Leipzig – ohne ihren freundlich-fröhli-
der Orientierung und seit 2002 ist er auch Präsi- chen Charakter zu verlieren.
am Flughafen. dent der Alliance Graphique In- Die sechs Grundfarben gelb,
ternationale. grün, orange, blau, grau und
Die Kundenliste seiner Agentur schwarz gehen über das häufig
ist lang, man findet in ihr Insti- für Flughäfen verwendete Blau
tutionen wie das Centre Pompi- hinaus und lassen sich in ver-
dou in Paris, das Inselspital schiedener Weise kombinieren.
Bern, das Französische Ministe- Das Farbklima ist leuchtend,
rium für Jugend, Erziehung und freundlich und leicht. Nichts ist
Forschung und die Schweizer dabei statisch. Das Erschein-
Landesausstellung „Expo 02“. ungsbild bleibt wandlungsfähig
Der Köln-Bonn Airport hat sich und kann auf jede Situation rea-
für Baurs Entwürfe entschieden, gieren. Auch die vom Atelier
weil sie von den vorherrschen- Norm entwickelte Hausschrift
den Erscheinungsbildern ande- „SimpleKölnBonn“ gehört der-
rer Flughäfen abweichen. Es selben Familie von Schriftzei-
galt, den Airport Köln-Bonn als chen an wie die Piktogramme
Arbeitstätte, Verkehrsknoten- „SimpleKölnBonnSymbols¨. Sie
punkt, Tor zur Welt und Marken- basieren auf einem gemeinsa-
zeichen für die Region zu cha- men Grundraster und haben ei-
karten-, Sicherheits- und Pass- Der Museums-Shop der Kunst- „So Simple“ – das neue rakterisieren. Piktogramme die- ne gleich bleibende Strichstärke.
kontrolle, Selbstbedienungs- und Ausstellungshalle der Bun- Corporate Design nen dabei als wichtigste Werk- Beides kann innerhalb eines
restaurant, Bistro, zwei Bars, desrepublik Deutschland hat zeuge in der Kommunikation. Textes verwendet werden, ohne
Shops und Lounges. Zur An- sich mit seinem Bistro zu einem Ruedi Baur spielt in der Cham- Sie sind die Syntax des Airports, visuelle Störungen hervorzuru-
kunftsebene gehören eine Halle, beliebten Treffpunkt entwickelt. pions-League der Grafiker und indem sie unterhalten und Ge- fen. Die Piktogramme ersetzen
vier Gepäckrückgabebänder, Unmittelbar gegenüber dem Designer. Seine Entwürfe, die er schichten erzählen. So symboli- manchmal ein Wort oder ergän-
Pass- und Zollkontrolle, Snack- Terminal 2 befindet sich das stets streitbar verteidigt, sind siert der aufsteigende Flieger zen es. Sie können in den Text
bars und Shops. Auf der Zwi- Parkhaus 2, es umfasst sechs eigenwillig. Sie passen nicht in beispielsweise das Abfliegen, eingebettet oder durch eine Far-
schenebene sind eine automati- Ebenen mit rund 5.900 Stell- das Raster gefälligen Designs. die Sonne Erholung, der Koffer be hervorgehoben werden.
sche Sortieranlage für bis zu plätzen und gehört damit zu den Baur, Jahrgang 1956, studierte das Einchecken und ein Auto Das von Ruedi Baur entworfene
3000 Gepäckstücke pro Stunde, größten, aber auch modernsten Grafik-Design an der Hochschu- das Ankommen am Flughafen. Corporate Design stellt die Stär-
acht Busgates, Warteräume, Parkhäusern Europas. le für Gestaltung in Zürich. 1989 Die Piktogramme helfen aber ken des Köln-Bonn Airport wie
Shops, Reisebüros und Büros Über Spindelrampen erreicht gründete er das Büro Intégral auch bei der Orientierung am gute Erreichbarkeit, kurze Wege,
der Fluggesellschaften ent- der Autofahrer die einzelnen concept. Unter diesem Namen Flughafen. niedrige Preise, schönes Ambi-
standen. Parkdecks. Das elektronische existieren heute sechs Partner- Sie werden bei der Beschilde- ente und guten Service heraus –
In der Kellerebene, auf der sich Leitsystem mit Einzelplatzzäh- ateliers. Themenschwerpunkte rung verwendet und kennzeich- bunt, frech, aber immer simple.
Schulungsräume, Technik und lung führt ihn zielgenau auf seiner Arbeit setzt er auf Corpo- nen Orte. Ihre Form und Spra- Das neue Terminal und das ge-
ab Ende 2003 der Zugang zum einen freien Platz. Konkurrenz- rate Identity, Leit- und Orientie- che ist einfach und allgemein lungene Design von Ruedi Baur
unterirdischen ICE-Bahnhof be- los schnell ist die Ausfahrt. rungssystemen sowie Informa- verständlich. Die Piktogramme werden die Attraktivität des
finden, ist außerdem das „Art tionsprogrammen. Baur ist seit funktionieren nach dem Bau- Flughafens Köln-Bonn auch
Foyer“ untergebracht. 1995 Professor für Corporate kastenprinzip, lassen sich also längerfristig beflügeln.
Nicht ohne meine Pillen
Stewardessen

Flugangst sind toll. Sie


lächeln. Nicht
nur begrüßen
Autorin: Christiane Herzhauser // Illustration: Eva Rusch sie den von
Warteschlangen
beim Check-in
und an schlie-
ßenden Spurts
zum Schalter
10
gestressten 11
Reisenden mit
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einem strahlen-
den Lächeln an
Bord.

Sie lächeln auch dann, wenn sie eigentlich tadeln sich dieser panisch an den Armlehnen fest, so
– zum Beispiel, weil man sich nicht angeschnallt beginnt die Klimaanlage ihm je nach Zustand
hat -, wenn der Pilot nach einem abgebrochenen lavendel- oder ylang ylang-getränkte Luft zuzu-
Start bekannt gibt, dass es leider ein technisches fächeln und aktiviert die in den Arm- und Rü-
Problem gibt oder wenn das Flugzeug von star- ckenpolstern integrierte Massagefunktion. Aus
ken Turbulenzen geschüttelt wird. Was wären wir der Decke fallen Ohrstöpsel, denen japanische
in diesen Momenten ohne das beruhigende, uns Zen Klänge entströmen. Von oben fließt ein ge-
in ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit dimmtes space light, das den Sitzplatz in beruhi-
einlullende Lächeln der Stewardessen? Ganz zu gendes Grün taucht. Der Sessel neigt sich nach
schweigen von den Demonstrationen der Sicher- hinten und bettet die Beine auf einem beheizten
heitsmaßnahmen, die uns am lebenden Objekt Polster. Wahlweise offeriert der in die Seiten-
vom korrekten Anlegen der Schwimmweste wand integrierte Getränkespender grünen Tee,
eigentlich mehr ablenken denn anleiten. Leider entkoffeinierten Milchkaffee oder Latte mit
werden diese Live Vorführungen inzwischen Honig. Ideal, um eine in einem Fächlein in der
mehr und mehr durch perfekte Computerani- Armlehne deponierte Happy Pill hinunterzu-
mationen ersetzt, die uns aus von der Decke spülen! Sollte das nicht helfen, kann man sich
geklappten Bildschirmen entgegenflimmern. immer noch per Kopfhörer Grimms Märchen
Nicht auszudenken, käme ein zahlengesteuertes erzählen lassen – um sich zu der schönen Stim-
Controllerhirn auf den Gedanken, die Stewar- me das Lächeln der Stewardess vorzustellen…
dessen selbst einzusparen! Die Essensausgabe
können pfiffige Designer sicherlich auf ein prak-
tisches, ebenfalls aus der Decke ausklappbares
Rundlaufsystem verlegen – wie in der Sushi Bar.
Dann gäbe es eben nur noch Mineralwasser in
Dosen. Wer aber lächelt uns dann Mut zu, wenn
die Maschine gefährlich wackelt, das Flugzeug
den siebten Kreisel über dem Flughafen dreht
oder der Kapitän über Lautsprecher einen Trieb-
werksschaden meldet? Schauen wir doch mal in
die Zukunft. Da misst der mit Sensoren ausge-
stattete Sitz automatisch Blutdruck, Atmung und
Körpertemperatur des Fluggastes. Klammert
Mit technischem Fortschritt zu neuen
Konzepten
Flugsicherung setzt ständige Kommunikation
voraus. Das System, das sie überträgt, muss
zuverlässig arbeiten, vorgesehene Übermitt-
lungszeiten einhalten und gegen Störungen ge-
sichert sein. Die Kommunikation zwischen Flug-
sicherung und Pilot bringt den Lotsen heute oft
Display Interfaces in der Flugverkehrsleitung an seine Kapazitätsgrenze – trotz knappen Wort-
schatzes und weltweit standardisierten Rede-

Daten zwischen wendungen. Im Szenario der Zukunft ist Spra-


che, wo sinnvoll, durch digitale Übertragungs-
technik (Datalink) ersetzt. Eintippen, ein Knopf-

Boden und Cockpit druck, und schon hat die Cockpitbesatzung die
Anweisung Schwarz auf Weiß auf dem Display,
kein verbales Zurücklesen, kein Mitschreiben,
01 CALM-Screen
Orthogon AG, Hastedter Osterdeich 222, 28207 Bremen
Autor: Markus Ort // Fotos/Abbildungen: Markus Ort u.a. kein Interpretationsspielraum, keine Missver- Tel.: 0421-20 12 20, www.orthogon.com
ständnisse.
Leistungsfähige digitale Übertragungstechniken
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helfen, Funksprechverkehr durch Datenkom- 13
Studienarbeit von munikation abzulösen. Die Datalink-Technologie
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Markus Ort, ent- eröffnet durch die Bereitstellung umfangreicher
standen im Rahmen digitaler Daten neue Möglichkeiten für die Visu-
eines Vordiploms alisierung von Flugverkehrsleitungs-Interfaces
am Fachbereich und führt langfristig zum Verschwinden der ana-
Design der Fach- logen Flugstreifen (Papierträger, auf denen alle
hochschule Köln wichtigen Fluginformationen aufgedruckt sind).
mit Unterstützung Diese Digitalisierung ist zu Recht umstritten, da
von Softwareent- die Kommunikation anonymer und vieles auto-
wicklern und Flug- matisiert wird, also Fluglotsen wie Flugverkehr
lotsen von Skyguide schrittweise abhängiger von Computersystemen
in Kloten und Genf werden. Trotzdem führt das immense Potential
und in Zusammen- der Datenverarbeitung, Datenaufarbeitung und
arbeit mit Niels H. Vernetzung durch neue Technologie jetzt schon
Stark, Ingenieur unaufhaltsam zu neuen Systemen, die den Lot-
aus dem Luft- und sen in seiner Arbeit im Idealfall sinnvoll unter-
Raumfahrtinstitut stützen. Tatsächlich wurden in den letzten Jah-
der technischen ren immer mehr sogenannte Flightmanage-
Universität in ment-Systeme im Tower- und im An-/Abflugbe- 02 TACO-Screen
Berlin. reich in Betrieb genommen. Parallel dazu wird Produkt von: Hewlett-Packard, Schweiz
Weitere Informa- an »intelligenten« Konfliktmanagement Syste- Klient: Skyguide - Swiss Air Navigation Services Ltd
tionen zum Thema men und an der digitalen Umsetzung bisher ana-
stammen aus wahr- Stau im Luftraum zu machen, sondern auch die Systemoberflächen loger Interaktionsprozesse (z. B. Flugstreifenma- marktstrategischen Motiven der Hersteller, an
nehmungspsycho- so zu gestalten, dass Interaktionen zwischen nagement) gearbeitet. Die digitalen Systeme ar- Arbeitsplätzen wirken, an denen kein Bildschirm
logischen Studien Trotz aller Hiobsbotschaften und Umweltbelas- Boden und Cockpit so effizient und fehlerfrei wie beiten Daten auf, werten sie aus und stellen sie auf den anderen abgestimmt ist: Radarbild-
von Thomas Bier- tungen – der Flugverkehr nimmt zu. Um auch in möglich ablaufen können. dem Fluglotsen passend zu seinem Kontroll- schirm, Flightmanagement-Bildschirm, Wetter-
wagen, Deutsche Zukunft einen reibungslosen Verkehr im interna- Trotz hohem Bedarf existieren interdisziplinäre bereich zur Verfügung. und Flugdaten-Informationsscreens und weitere
Flugsicherung. tional immer dichter werdenden Flugraum zu Projekte zur Entwicklung neuer Kommunikati- Lotsen, die mit diesen jungen Systemen konfron- zusätzliche Fluginformationen im analogen
ermöglichen, braucht es neue Konzepte, z.B. onsformen noch nicht allzu lange, nicht zuletzt, tiert werden, müssen sich immer schneller auf Format.
Systeme zur Kommunikation und Datenverar- weil es sich um ein äußerst spezialisiertes, kom- neue Standards, oder – noch schlimmer – auf
beitung, und eine zeitgemäße Infrastruktur. plexes Gebiet handelt. Mittlerweile interessieren das Fehlen von Standards einstellen. Dies bein-
Mehr und mehr sollen Daten zwischen Boden sich nicht nur Ingenieure, Programmierer und haltet eine oftmals softwarebedingte und sich Displayinterfaces in den
und Cockpit auf digitalem Weg ausgetauscht Ergonomen, sondern auch Psychologen für die stets verändernde Informationsdarstellung und Kinderschuhen
werden. Präzisere und ausführlichere Infor- Flugverkehrsleitung. Wie so oft sind Designer, -kodierung, sich wandelnde und der Informat-
mationen, wie auch Systeme zur Unterstützung von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch nicht ionsvielfalt angepasste Interaktionsprozesse und Dieses grundlegende Problem betrifft auch die
bei der Konfliktbewältigung, sollen den Lotsen ausreichend in die Thematik involviert, obwohl neue Instrumente (z.B. Konflikt-Management Benutzeroberflächen der Flugsicherheitssysteme
und Piloten helfen, die wachsende Verkehrs- gerade die Strukturierung und Visualisierung der Systeme). Die neu entwickelten Systeme berück- CALM und TACO, die bereits seit mehreren Jah-
dichte zu bewältigen. immensen Datenmengen, die Darstellung dyna- sichtigen den Lotsen und seine Umgebung zu ren von Skyguide in Zürich-Kloten genutzt wer-
Wie in keinem anderen Gebiet sind hier Schnitt- mischer Prozesse und die Suche nach neuen wenig und sind nicht integrativ, da sie stets in den. Die Systeme sind nicht integrativ und bei
stellen gefragt, die ein optimales Handling der Kommunikationsformen ein spannendes und mehr oder weniger isolierten Teilprojekten ent- beiden hat die Benutzeroberfläche eine sekundä-
Datenfluten ermöglichen. Neben dem Sprech- ergiebiges Gestaltungsfeld darstellen. wickelt werden und selten aus einem alle Ar- re Priorität, die Interessen des Lotsen werden
funk müssen Wege gefunden werden, nicht nur beitsbereiche umfassenden Lösungsansatz ent- vernachlässigt. Eine Überarbeitung der Systeme
die Informationen in digitaler Form zugänglich stehen. So müssen Lotsen, nicht zuletzt aus durch Interface-Experten zur Entwicklung sy-
05 (1-4) Interaktionsformen – Änderung
und Koordination von Flugdaten auf dem stemübergreifender, nutzerfreundlicher Ober- durch gewinnt das System an Klarheit, die Kon-
Flugstreifen flächen und Interaktionsformen ist dringend traste weichen nur geringfügig voneinander ab
erforderlich. Beide Systeme basieren auf einem und das Auge ermüdet somit weniger beim be-
numerischen Code, Farbe wird ausschließlich ständigen Überwachen des Bildschirms. Durch
und im Übermaß zur Codierung von Schrift diese Ruhe wird zum gegebenen Zeitpunkt wirk-
genutzt. Semantische Zusammenhänge werden lich wichtige und dementsprechend dargestellte
selten adäquat visualisiert, man beschränkt sich Information schneller wahrgenommen. Durch
oftmals auf die Darstellung von Information, das Aufklappen eines Flugstreifens, das zentrale
ohne diese miteinander zu verknüpfen. Element auf dem Bildschirm, hat der Lotse ein-
Interaktionsprozesse sind wenig standardisiert fachen Zugriff auf Sekundärinformation.
04 Der Flugstreifen der neuen Inter- 04 Visualisierung verschiedener 051 Pulldownmenü zur Änderung von und erschweren durch ihre Gestaltung die tat- Alle Informationen unterliegen einem Grob- und
facelösung Konfliktstufen Daten. Bei einer eigens initiierten sächliche Interaktion. Die Interaktionsfelder sindDetailraster. Die Positionierung der Information
Anflugstreifen im »Default«-, darunter im Anfrage hat der Lotse die Wahl zwischen zu klein, selten nahe der relevanten Information ist innerhalb der Raster so vorgenommen, dass
ausgeklappten Zustand. Die hellen Berei- direkter Anfrage an den Piloten (blau) positioniert und meist sind mehrere Klicks zum sich semantische Bezüge zwischen verschiede-
che markieren die aktiven Felder. Die und dem Umweg über einen anderen Ausführen einer Flugplandaten-Änderung nötig. nen Inhalten aufgrund ihrer relativen Positionie-
Zeitdifferenz wird direkt an der Zeitleiste Lotsen. Beim Mouseover färbt sich das Genausowenig hilft die Visualisierung dem Lot- rung zueinander möglichst intuitiv erschließen.
visualisiert, wobei der Pfeil nach oben Feld in der jeweiligen Farbe. sen, die prioritären Informationen schnell und Genauso trägt die farbliche Codierung der Hin-
einen Zeitvorsprung, nach unten einen klar von weniger relevanten zu unterscheiden. tergründe dazu bei, dass gleichartige Informa-
Zeitrückstand bedeutet. Sobald das Luft- tionen eine visuelle Familie bilden. Durch das
fahrzeug mit entweder minimaler oder Raster wird auch ermöglicht, dass alle Flug-
14
maximaler Geschwindigkeit fliegt, wird Eine neue Interfacelösung für ein streifen, egal welchen Typs und unabhängig von 15
das Feld hinter der Zeitdifferenz inaktiv dynamisches Flightmanagement- An- oder Abflug, automatisch in der Horizon-
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und MIN oder MAX blendet sich anstelle system talen in einem zeitlichen Bezug zueinander ste-
der geforderten Geschwindigkeitsver- hen. Gleiche Informationstypen stehen immer in
änderung ein. Das hier vorgestellte neue Interface basiert auf einem direkten vertikalen Zusammenhang, was
der Annahme, dass es durch moderne Kommu- den Überblick weiter vereinfacht. Das gleiche
nikationstechnik in Kürze möglich sein wird, eine Prinzip herrscht beim Detailraster, welches auf
An-/ Abflug Sequenz auf einer Landebahn dyna- den einzelnen Flugstreifen angewendet wird.
misch zu berechnen. Das heißt, alle Flüge wer- Ein weiterer wichtiger Punkt besteht in der
den mit ihren jeweiligen Eigenschaften in die Standardisierung von Interaktions-, Koordina-
Berechnung mit einbezogen, um die Flüge mög- tions- und Kommunikationsprozessen über die
lichst optimal auf eine Landebahn zu staffeln. Benutzeroberfläche. Ob der Fluglotse einen
052 Der angefragte Wert erscheint 053 Wenn eine Anfrage von außen 054 Bei der Anfrage an einen anderen Zusätzlich werden das gesamte Konfliktmanage- Konflikt bearbeitet, die Übergabe eines Flugs
umrahmt, ein Gegenvorschlag erscheint kommt, hat der Lotse nur die Möglich- Lotsen verhalten sich die Felder wie in ment und die Koordination von Flugplanänder- mit einem anderen Lotsen koordiniert oder dem
vollflächig hinterlegt; bei Bestätigung keit der Antwort auf diese Anfrage, die der zweiten Grafik, färben sich jedoch ungen digital abgewickelt. Cockpit Anweisungen zur Veränderung einer
wird er wieder zur Anfrage, um dann Option vom ersten Zustand fällt weg (in grün. Die Formulierung dieser Voraussetzungen ist in Flugroute gibt, alles sollte den gleichen visuellen
rückbestätigt und kursiv zu werden, bis diesem Falle handelt es sich um eine keinem Falle gleichzusetzen mit einer unkriti- Codierungsformen unterliegen. Damit wird ein
der angefragte Wert auch tatsächlich Lotsenanfrage). schen Haltung gegenüber der Automatisierung Standard etabliert, der die kognitive Belastung
erreicht ist. Bei direktem Akzeptieren der Flugsicherung. Vielmehr geht es darum, den des Lotsen auf ein Minimum reduziert.
ohne Gegenvorschlag wird der Mittelteil nicht aufzuhaltenden technischen Fortschritt und
übersprungen. das damit verbundene Potential genau zu unter-
suchen, die Schnittstelle zwischen Maschine und Perspektiven
Lotse als wichtigen Sicherheits- und Effizienz-
06 Das komplette Screen-Interface faktor ernstzunehmen und dementsprechend Der dargestellte Ansatz kann nur etwas bewir-
des dynamischen An-/ Abflug- Interface-Lösungen zu entwickeln, die das vor- ken, wenn weitere Faktoren mit einbezogen wer-
Managementsystems mit zwei handene technische Potential sinnvoll nutzbar den: die Standardisierung der Systeme etwa,
Landebahnen (07L und 07R) machen. oder die Bereitschaft aller Beteiligten, evoluti-
onäre Prozesse zu brechen und Projekte inter-
Das neue Interface soll in erster Linie ein ruhi- disziplinär und mit einem größeren Weitblick
ges Klima schaffen: die Reduktion auf die we- zu formulieren und anzugehen. Es reicht nicht
sentlichen und unabdingbaren Informationsfel- mehr, das Interface, die Kommunikation zwi-
der trägt zur Übersicht und Klarheit der Ober- schen den Systemen oder die Entwicklung neuer
fläche bei. Weg vom schwarzen Hintergrund, löst Tools isoliert voneinander zu betrachten. Alleine
sich die Gestaltung von evolutionären Mustern, durch strukturelle Optimierungen – Neuaufteil-
die meist noch aus Zeiten stammen, in denen die ung von Sektoren im Luftraum, neue Arbeits-
Technik der limitierende Faktor war. Im neuen prozesse bei den Lotsen – kann keine ernsthafte
System schafft dunkle Schrift auf hellem Grund Gesamtverbesserung erzielt werden.
bei einheitlich durchgezogener Typographie eine Ziel muss es vielmehr sein, unter Einbezug der
bessere Kontrastwirkung und erhöht die Lesbar- neuen technischen Möglichkeiten im Rahmen
keit. Auf die unnötige Codierung von Schrift wur- kooperativer und interdisziplinärer Projekte
de zu Gunsten der Lesbarkeit weitgehend ver- sinnvolle Gesamtlösungen zu entwickeln, die
zichtet. Eine klare Codierung und damit Kate- dem Lotsen einen auf ihn abgestimmten, nut-
gorisierung und Priorisierung von Information ist zerorientierten, modularen und auf allen Ebenen
durch die Hintergrundflächen gewährleistet. Da- standardisierten Arbeitsplatz garantieren.
Tester in der Luft

Essen im Flugzeug
Alle Fotos stammen

von der Internetseite

www.airlinemeals.net.

Auf der umfassenden


Autor: Lutz Essers // Fotos: www.airlinemeals.net
Seite werden Fluggäste

aufgerufen, als Essens-

tester zu fungieren und

Ihre Kritik ins Internet

zu stellen.

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Moritz hüpfte Moritz hatte unverzüglich be- „Moritz“, sagte ich, „ist doch nur geben. Zuerst werden sie unter Schnitzelgold. Ah, welche Won- „Siehst du, wieder einmal ein Abbildungen von
magasign 01/04

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aufgeregt auf gonnen, die drei identischen Essen“.„Nichts da!“ Moritz gab Druck auf Normstärke gepresst, ne. „Moritz begann nun seiner- Beweis für präzises Arbeiten links nach rechts,

und ab – so Mahlzeiten in seinem Blickfeld den zutiefst Empörten und hieb dann rechteckig ausgestanzt. seits – und vermutlich als an der Geschmackspapille. von oben nach unten:
weit ihm das einer optischen Kontrolle zu mit der weitestgehend ausge- Und zum Schluss bekommen Letzter im ganzen Flieger – Oder glaubst du, eine komplet- British Airlines,
möglich war, unterziehen. Und dabei war es streckten Rechten einen Riss in sie in der Paniererei ebenfalls seine Farbenorgie aufzuessen. te Mahlzeit, die mindestens 14 EVA Air,
eingepfercht passiert: Blitzschnell hatte er die Luft. „Solch eine Mahlzeit normgerecht Semmelbrösel an- Und da er sich der ungeteilten Nationalitäten gleichermaßen Cathay Pacific,
in der Mitte erkennen müssen, dass ihm einer namhaften Fluglinie ist geklebt.“ Moritz ließ sich von Aufmerksamkeit der vor und schmeckt, kommt von unge-
Continental Airlines,
einer Flug- nur eine einzige Kirschtomate der Triumph des Willens über meinem launigen Einwurf nicht hinter uns sitzenden Passa- fähr?"
Lufthansa,
zeugsitzbank, zugeteilt worden war, während die Natur. Bitte betrachte ein- bremsen. „Mach dich bitte nicht giere sicher sein konnte, gönn- Mir fielen da spontan McDonald
Saudi Arabian,
vor einem seine Nachbarin zur Rechten mal diese drei Schnitzelchen“, unnötig lustig, sondern schau te er sich drei Schweigeminu- und Co., Spaghetti mit Tomaten-
Allnippon Airways,
herunter ge- (Fenster) und ich (Gang) mit je dabei funkelte er grimmig seine dir das Ensemble vor dir als ten, die er mit Kauen zubrach- soße und Fischstäbchen ein,
Phnom Penh Airways,
klappten Tisch, zwei Kirschtomaten bedacht Nachbarin an, die trotz eines Ganzes an: Verpackungsdesign te. Als er auch den letzten Bis- aber ich behielt das lieber für
auf dem die worden waren. Natürlich hätte mühsam unterdrückten Lach- vom Allerfeinsten. Salat, Bei- sen einfuhr, kam ich entspannt mich. Auch Moritz hatte das In- Thai Airways,

Stewardess ich ihm gerne alle beide ge- anfalls an ihrem Schnitzel lagen, Brötchen, alles in mini- auf den Kern zurück: „Wie er- teresse am Design seiner Bord- United Airlines,

gerade mit schenkt (und die Dame am Fen- bereits herumgeschnitten und maler Größe, gekrönt von einem klärst du dir denn den Toma- mahlzeit restlos verloren. Nur Basiq Air,

elegantem ster vermutlich auch), wenn da- dadurch jäh die Harmonie der winzigen Schnitzel, Besteck, ja tenfehler?“ „Sabotage, Terror- unzureichend gelang es ihm, Swiss International Airlines,
Schwung das durch das Gehoppse und Gefu- vor uns liegenden Dreierkombi- sogar ganz kleine Salz- und ismus oder, und das erscheint eine Zeitung zwischen Tisch und China Airlines,
Mittagessen – chtel zu beenden gewesen nation zerstört hatte. Dennoch Pfeffertütchen – alles findet aufs mir das Wahrscheinlichste: Bauch zu manövrieren „Ein Ser- Sri Lankan,
oder sagt man wäre. Aber Moritz ging es nicht war Moritz zufrieden: „Gleiches Harmonischste Platz auf einem Schlamperei unter dem Preis- vice ist das“ brummelte er über- Air France.
Lunch – abge- um die Tomaten, es ging ihm Format, gleiche Größe und, ich flugzeugklapptischgroßen Tab- diktat der Billigflieger, die sich trieben laut. „Holt denn diesen
stellt hatte. ums Prinzip. möchte wetten, auch gleiche lett. Und dann diese Opulenz der und ihren Passagieren einen Müll hier niemand ab?“
„Kann man einer Fluglinie, die Stärke.“ Zum Glück bestand er Farben: Salatgrün, Kartoffelpür- solchen Genuss an Foodgestal-
eine solche Schlamperei durch- nicht auf einer Messung unserer eegelb, Brötchenbraun, Toma- tung gleich völlig versagen.
gehen lässt, sein Leben anver- Schnitzeldicke. „Wo das Schwein tenrot und als Krönung Apropos: Hat es dir eigentlich
trauen?“fragte er, mit Messer ungehemmt seiner natürlichen geschmeckt?"
und Gabel auf die verwaiste To- Neigung folgt und völlig un- „Ich weiß nicht – ich finde es
mate deutend, lautstark ins gleichmäßig wächst, sorgt der hat weder gut noch schlecht
Flugzeug. Mensch für Gleich- und Eben- geschmeckt. Irgendwie neu-
maß“, dozierte Moritz weiter. tral, oder?"
„Klar, Moritz“ unterbrach ich
ihn,, „es gibt da ein Fließband,
wo sie vorne die Schnitzel rein-
Das magasign Gewinnspiel

Who is who beim


Kofferröntgen
18
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Gehört dieser a) ...George W. Bush, da er b) ...Stefan Raab, der seine c) ...Oberbürgermeister


Koffer … nie ohne Revolver auf Reisen Witze selbst nicht mehr hören Schramma, der sich endlich
geht und denkt, dass die Euro- kann und daher begonnen hat, eine starke Brille gekauft hat,
päische Security das sowieso alles auf Kassetten aufzuzeich- gegen die kurzsichtige Kultur-
nicht merkt? nen, die er dann bei Veranstal- Politik der Stadt Köln?
tungen abspielt?
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