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Thea Schönfelder

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Thea Louise Schönfelder (* 16. Februar 1925 in Hamburg;[1] † 25.
Juli 2010 ebenda[2]) war eine deutsche Psychiaterin, und Hochschullehrerin. Sie war
die erste Frau, die in Deutschland auf einen Lehrstuhl für Kinder- und
Jugendpsychiatrie berufen wurde, wirkte als Ärztliche Direktorin
des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und gilt als Pionierin
von Familientherapie und Aufstellungsarbeit.

Inhaltsverzeichnis

 1Leben
 2Schriften
 3Weblinks
 4Einzelnachweise

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Thea Schönfelder ist in Hamburg aufgewachsen, als Tochter des Präsidenten der
Hamburgischen Bürgerschaft, Adolph Schönfelder, einem der Väter des
Grundgesetzes. Sie trat 1946 der SPD bei.[3] Nach Medizin-Studium, Approbation
und Promotion (Zur Frage des Thalamussyndroms bei Hirntumoren) absolvierte sie
1957 die Ausbildung zur Fachärztin für Nerven- und Gemütsleiden, sowie für Kinder-
und Jugendpsychiatrie. Ab 1958 arbeitete sie am UKE, 1966 habilitierte sie sich dort
mit einer Arbeit über die Täter-Opfer-Beziehungen bei Sexualdelikten an Kindern.
1970 wurde sie auf den Lehrstuhl berufen, den sie bis 1987 innehatte. [4]
Geschätzt wurde Schönfelder auch für ihr Engagement und die Zivilcourage, mit der
sie in einigen kritischen Situationen deeskalierend wirken konnte. Ihrem Einsatz ist
auch einerseits die Einrichtung einer Jugendlichenabteilung und andererseits die
bauliche Adaptierung der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie am UKE zu
verdanken. Ihre klinischen Schwerpunkte waren – damals innovativ
– Familientherapie und konzentrative Bewegungstherapie (KBT).[5] Diese
Therapieform schätzte sie wegen der Chance, damit auch völlig erstarrte und
verstummte Jugendliche zu erreichen – mit symbolbezogener Arbeit. Für eine
Lehrstuhlinhaberin hat Thea Schönfelder vergleichsweise wenig veröffentlicht: „Ich
denke, ich habe besonders durch die Arbeit mit KBT andere Prioritäten gesetzt. Mir
war immer der Umgang mit Patienten – oder besser Klienten – wichtiger, als mich
hinzusetzen und zu schreiben oder zu forschen.“ [6] Ihre klinische Erfahrung gab sie in
der Lehre weiter, innerhalb der Klinik und als Supervisorin auch außerhalb.
Von Virginia Satir, die Skulpturarbeit in die Familientherapie integrierte, übernahm
Schönfelder den spielerischen Umgang mit Form und Haltung. Als Beispiel nannte
sie den Satz „Ich häng’ an Dir“, den sie realistisch darstellen ließ. Rasch wurde den
Beteiligten deutlich, dass eine derartige Beziehung für beide zur Belastung geworden
war. In der Schönfelder’schen „Familienskulptur“ stellt ein Betroffener die anderen
Beteiligten derart auf, wie sie seiner Meinung nach zueinander stehen. Jeder bleibt
schweigend kurze Zeit in der vorgegebenen Haltung und wird danach befragt, wie es
ihm oder ihr in ihrer Position ergangen ist. Das Abfragen der persönlichen
Wahrnehmung erfolgt in derselben Art und Weise, wie es später
in Familienaufstellung und Strukturaufstellung üblich geworden ist. Danach können
die Beteiligten spontan bessere Position wählen und werden erneut abgefragt.
Letztendlich erfahren alle Familienmitglieder mehr über sich selbst und die anderen
Mitglieder des „Systems“, dem sie angehören.
„Ohne die intensive Beschäftigung mit der Einfühlung in Räume, in Atmosphärisches,
hätte ich so nicht gearbeitet, wie ich gearbeitet habe.“
– THEA SCHÖNFELDER: EPPENDORFER, Zeitung für Psychiatrie, Ausgabe 6/2005

Grabstein des Begräbnisplatzes im Garten der Frauen

Als Schönfelder ihre KBT-Ausbildung begann, war sie bereits Professorin und 48.
Insbesondere für die Einzelarbeit mit psychotischen Jugendlichen erschien diese
Form wertvoll: „Weil man unter Umständen gar keinen anderen Kontakt aufnehmen
konnte, als über Berührung, über symbolische Bezüge.“ [6] Im Fall einer notwendigen
Entscheidung zum Beispiel, die bisher kognitiv nicht zu treffen war, gab sie dem
betroffenen Jugendlichen mehrere Steine zur Auswahl, einen für die Position Ich
kann nicht! und einen für die Alternative Ich will nicht! Durch das Benennen der
Gefühle und die Bezugsetzung zueinander werden die Gründe für die Auswahl der
einen und der anderen Position sichtbar und greifbar. Ein Stein ist kälter und
schwerer. Der andere liegt gut in der Hand. Die Fokussierung der Wahrnehmung
eröffnet rasch eine Lösung und die Entscheidung. War der Familienkontext wichtig,
waren jedoch die meisten Betroffenen nicht anwesend, wählte Schönfelder
Holzfiguren zur szenischen Darstellung. Sie wurde damit – gemeinsam mit Kurt
Ludewig – zur Erfinderin des Familienbretts.
Schönfelder erstellte auch psychiatrische Gutachten für ehemalige KZ-Häftlinge zu
deren Wiedergutmachungsanträgen.[3]
Heute wird Thea Schönfelder von den Systemischen Strukturaufstellern Matthias
Varga von Kibéd und Insa Sparrer als eine wichtige Vorfahrin heutiger
Aufstellungsarbeit gewürdigt.[7] Bert Hellinger lernte bei ihr das Familienstellen
kennen.[8] Anlässlich ihres 80. Geburtstages fand an ihrer früheren Wirkungsstätte ein
akademischer Festakt mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt und dem
Jugendpsychiater Reinhart Lempp statt. Die Geehrte selbst sprach über Jugend im
Alter.
Thea Schönfelder wurde im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf in
Hamburg beigesetzt. Ihre Tochter lebt mit Familie in Sizilien und arbeitet dort als
Psychotherapeutin.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
 Die Rolle des Mädchens bei Sexualdelikten. Enke, Stuttgart 1968.
 Die therapeutischen Möglichkeiten der Konzentrativen
Bewegungstherapie (1982). In: Helmuth Stolze (Hrsg.) Die Konzentrativen
Bewegungstherapie, Springer, Berlin/Heidelberg 2002 (3. Auflage) ISBN 978-3-
540-42901-2
 Körpererleben als Grundlage psychotherapeutischer Prozesse, 1996.
 Über den „KBT-Baum“, 1989.
 Zur Frage des Thalamussyndroms bei Hirntumoren. Hamburg 1951.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
 Website des Vereins Garten der Frauen e.V. Hamburg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1. ↑ Wer ist wer?. 29. Ausgabe (1990). S. 1220.
2. ↑ Traueranzeige
3. ↑ Hochspringen nach:a b Christian Pross: Wiedergutmachung : der Kleinkrieg gegen
die Opfer. Frankfurt am Main : Athenäum 1988 ISBN 3-610-08502-9, S. 249–
257
4. ↑ Pressemeldung des UKE: Altbundeskanzler Helmut Schmidt bei
Festveranstaltung für Prof. Dr. Thea Schönfelder am
UKE (Memento des Originals vom 11. Juni 2007 im Internet Archive)   
Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original-
und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
5. ↑ Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie, in: Präventivmedizin.
Springer, Heidelberg Loseblatt Sammlung 1999, 07.06, S. 1–22.
6. ↑ Hochspringen nach:a b EPPENDORFER, Zeitung für Psychiatrie, Ausgabe
6/2005 (Memento vom 6. März 2007 im Internet Archive)
7. ↑ Institut für Systemische Strukturaufstellungsarbeit: Wurzeln und Quellen
8. ↑ Bert Hellinger: Das Familienstellen von den Anfängen bis jetzt
Normdaten (Person): VIAF: 66929966 | Wikipedia-Personensuche
Kategorien: 
 Psychiater
 Psychotherapeut
 Mediziner (20. Jahrhundert)
 Hochschullehrer (Universität Hamburg)
 SPD-Mitglied
 Deutscher
 Geboren 1925
 Gestorben 2010
 Frau

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Crime and victimization of the elderly


Author: Ezzat A Fattah; Vincent Sacco
Publisher: New York : Springer-Verlag, ©1989.
Edition/Format  Print book : EnglishView all editions and formats
:
Summary: These include: the nature and types of crimes committed by the elderly, theories of elderly
crime, criminal justice reactions to the older offender, patterns of elderly victimization,
explanations of elderly victimization patterns, fear of crime among older persons and the abuse
of the elderly in domestic settings.  Read less

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Subjects
Older offenders -- United States.
Older people -- United States.
Crime and age.
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