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Vergleichende Analyse des Catusparisatsutra Von Exxst Watnsommint Inhaltsiborsicht A. Vorbomerkung. B, Textanalyse. I. Geschehnisse am Bodhi-Baum in Gayé (Vorgang 1-9). 1. Der Besuch der Brahmakiyika-Gottheiten (8. 88). — 2, Die Spende der Kaufleute ‘Tripusa und Bhallika (8. 88). — 3. Die Uberreichung der Almosenschalen (S. 89). — 4. Méras Ansinnen (S. 90). — 5. Buddhas Erkrankxng an Blahungen (S. 91). —6. Die ‘Schlange als Schutz. vor Wetterunbilden (S. 92). — 7. Erkenntnis des Gesetzes von der Entatehung in Abhingigkeit (S. 92). — 8. Brahmans Aufforderung zur Lehrverkiindi- gung (8. 93). — 9, Die Auswahl der ersten Horer (8. 94). I. Buddhas erstes Auftreten in Benares (Vorgang 10—21). 10. Das Zusammentreffen mit dem Ajivake Upage (S. 94). — 11. Ankunft des Buddha bei den fiinf Jiingern und Verkiindigung des achigliedrigen Hoilspfades (8.07). — 12, Die vier edlen Wehtheiten in dreifacher Abwandlung (triparivarta) (8.98). — 13. Ajntakaundinyse Erfassen der Wahrheiten. Jubel der Gétter aber die Lehrver- xindigung (8.99). — 14. Definition der vier Wahrhoiten (8.100). — 15, Predigt tiber das Nichtvorhandensein eines Ich (8.100). — 16. Die Bekehrang des Yasa (8.101). — 17. Yasas Vater wird Laienanhinger, Yaéa Arhat (8. 102). — 18. Yaéas Mutter und Frau werden Laienanhingerinnen (8. 103). — 19, Vier junge Freunde des Yaéa werden be- kehrt und Arhat (8.103). — 20, Bekehrung von nochmals fiinfzig jungen Louten aus Benares (S. 103).— 21. Aufforderung an die Jiinger zur Missionstétigkeit. Maras erfolg- lover Einmischungsversuch (8.104). TI. Bekehrungen in Gaya nach Riickkebr aus Benares (Vorgang 22—26). 22, Gewinnung von 60 Laionanhiingom in Senéyanagrimaka (8. 105). — 28, Bokehrung der Nandi und Nandsbalé ru Laienanhingerinnen in Senéysnagrimaka (S. 105). — 24. Demonstration von Wunderkraften vor Urubilvakdsyape (8. 106). — 20. Bekehrung der Kiéyapes (8. 111). — 26. Die Predigt auf dem Gayééirga (8. 113). IV. Bekebrungen in Rajagrha (Vorgang 27—28). ao Bekshrung den Konigs Bimbaakra (8, 113). — 28. Bekehrung Upatigyas und Kalter )- ©. Sohiubwort. Abkarsungen CPS = Catugperigatatitre Chung-hsi = Chung-bsti-mo-ho-ti-ching Chang-pén — Chung-pén-ch‘-ching Kuo-eh‘i = Kuo-ch‘ti-hsien-tai-yin-kuo-ching Taito = Trai-tet jui-ying-pén-ch‘i-ching Vin. Dhs — Vinaya der Dharmaguptas Vin. Mi = Vinays der Mabisioakes ‘Vin. Mii = Vinaya der Milasarvéstivadine Die Umeebrift dor chinesischen Zeichen folgt der in dem verbreiteten Worterbuch voo R. H. Mathows, A Chineso-English Dictionary, Shanghai 1981, rev. American Edition 1960. & A. VorpEMERKUNG. Schon in relativ friiher Zeit haben die Buddhisten zusammenhingende Berichte liber zwei bedeutsame Abschnitte im Leben ihros Meisters besessen.!) Der eine umfaBt die letzten Wanderungen, die Abschiedsreden und das Verscheiden des Buddha*), der andere die Ereignisse bei der Begriindung seiner Gemeinde. Hine alte Schilderung des letztgenannten Abschnitts findet sich im Vinayapitaka des Pali-Kanons, Mahavagga I. 1—24, als Eroffnung des Kapitels tiber die Auf- nahme in den Orden. H. Oldenberg charakterisiert den Text in seinem Buche »Buddha, sein Leben, seine Lehre, seine Gemeinde) folgendermaBen: ,,Wir erhalten hier ein Bild davon, wie sich die alte Gemeinde das erste offentliche Auf- treten Buddhas, die Gewinnung der ersten Jiinger, die Uberwindung der ersten Gegner vorgestellt hat. Noch dachte man lange nicht an den Versuch, ein zu- sammenhiingendes Lebensbild des Meisters su entwerfen, aber an diese ersten Zeiten seines offentlichen Lebens — ebenso wie auch an seine letaten Tage — muB sich ein besonderes Interesse kniipfen, und so hat dieses Stiick seiner Lebens- geschichte sich schon in sehr alter Zeit — denn das Geprige hohen Alters trigt die Erzhlung unverkennbar — traditionell fixiert.“* : Wie E. Lamotte‘) bereits festgestellt hat, beginnen die in chinesischer Uber- setzung vorliegenden Vinayas der Mahisasakas und der Dharmaguptas das Kapitel, welches die Bestimmungen iiber die Aufnahme in den Orden enthiilt, mit einem entsprechenden Ausschnitt des Buddhalebens.') Auch der Vinaya der Milasar- vistividins, in dem sich eine vollstindige Biographie des Buddha findet, bietet 1) Im groGen und ganzen steht die Lehre im Vordergrund der altesten Tradition. Der Jugend des Buddha widmet man erst spiter Aufmerksamkeit. Mit Recht sagt E. Lamotte in wLa Légende du Buddha“ (Revue de I'Histoire des Religions, Bd. 134, 1947/48. 8. 37—71) 8. 68: ,,0n aura remarqué quo les sources canoniques ... ne fournissent presque sucun ‘enseignement sur I’enfance et la jeunease proprement dites. Pour combler cette lacune, les Pieux diascévastes eurent recours soit & Ia légende dorée de la gnose orientale, soit au roman *) Im P&li-Kanon ist das Lebensende des Buddha im Mahéperinibbanasuttanta des Dighanikaya iiberliefert, dem ich vor nicht langer Zeit einen entsprechenden Senskrittext, das aus Turfan-Fragmenten wiedergewonnene Mahéparinirvanasitra der Servastivadins- ‘Milasarvistividins, an dio Seite stellen konnte. Vgl. E. Waldschmidt, Das Mahdparinirvans- siitra. Text in Sanskrit und Tibetisch, verglichen mit dem Pali, nebet einer Ubersetzung der shinesischen Enteprechung im Vinaya der MilasarvastivSdins. Auf Grund von Turfan- ‘Handschriften herausgegeben und bearbeitet, Teil IIL, Berlin 1950—1951, in den. Abband- ‘Tungen der Deutachon Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Klasse fir Sprachen, Literatur und Kunst. — Der Textausgabe ging eine vergieichende Studie ,,Die Uberlieferung vom ‘Lebensende des Buddha“ voraus, in Abhandl, der Akademie der Wissensch. in Gottingen, 43. Folge Nr. 29, 30 (1944, 1948). *) 9, Auflage (1921) 8. 133. ) as0. 8. 55f. *) Vinaya der Mahiéisakas: Mi-che-o6-pu-ho-hsi-wu-fénli 9 9) 86 4 eH Sh AE ‘T. I. Nr. 1421 (Nanjio 1122), aborsotat 428424 n. Chr. von Buddhajiva und Ohu Tao-shéng. ‘Vgl. P. Oh. Bagchi, Le Canon Bouddhique en Chine I, Paris 1927, 8. 363f. Einschlagiger Ab- schnitt: T. I. Bd. 22, 8. 1026, Z. 10v. 1. — 8. 1100, Z. 10 v.7. ‘Vinaya der Dharmaguptas: Sati-fén-li, 0 5p ft Caturvargavinayapitaka, T.I. Nr.1428 @anjio 1117), dbersetzt 410 n. Chr. von Buddhsyadas und Chu Fo-nien, vgl. Bagchi 2.0.0. 8. 208, Einschlagiger Abschnitt: T. I. Bd. 22, 8. 7810, Z. 1 v. x. — 8. 799b, Z. 6 v. 1. eine in chinesischer und tibetischer Ubersetzung erhaltene Parallele.) Als fiinfter Vinaya-Text tritt das Mahavastu hinzu, das den gleichen Abschnitt im Vinaya der Lokottaravadins, eines Zweiges der Mahasanghikas, reprisentiert.) Da diesor Text jedoch stark iiberarbeitet und erweitert ist, darf man ihn nur mit Einschriin- kung zu den primiren Quellen rechnen. Kénnte es schon einen gewissen Reiz haben, diese kanonischen Texte der ver- schiedenen Schulen auf die darin enthaltene gemeinsame alte Tradition zu ver- gleichen, so wurde ich noch besonders dazu gedringt durch das Auftuchen einer inhaltlichen Entsprechung zu dem Mahavagga-Abschnitt und seinen Parallelen unter den ostturkistanischen Sanskrithandschriften. Sie fihrt den Titel Catuspari- satsfitra, d.h. ,Lehrtext von (der Begriindung der) vier Gemeinden.“ Dieser Text stammt aus dem Dirghagama der Schule der Sarvistivadins-Milasarvasti- védins) und sein Wortlaut — so konnte festgestellt werden — muf im wesent- lichen mit der Sanskritvorlage identisch sein, welche die Ubersetzer des Vinaya der Milasarvastivadins ins Tibetische und Chinesische ibertragen haben. Der neue turkistanische Sanskrittext setzt wie die Vinaya-Abschnitte unmittel- bar nach der Erlangung der Erleuchtung durch den Buddha ein und endet mit der Gewinnung seiner spiteren Hauptschiller Sériputra (Upatisya) und Maudgal- yayana (Kolita). Er umscblieBt somit einige grundlegende Predigten des Buddha, vor allem die beriihmte Predigt von Benares. . Die im Folgenden gebotene Analyse des Catusparigatstitra stiitat sich, da der Sanskrittoxt stellenweise unvollstiindig ist, zu einem Teil auf die entsprechenden Abschnitte im Vinays der Malasarvistivadins (chin. und tib. Ubersetzungen).*) Verglichen werden als primire Quellen die oben genannten Vinaya-Texte der Theravadins (Mahavagga)*), Mahiéisakas, Dharmaguptas und Lokottaravadins (Mahavastu).*) *) GroBenteils erhalten im Kén-pén-shuo-i-ch‘ieh-yu-pu-p-nai-yeh-p'o-séng-shih #8 6 BE ~ A 86 Mt 5 TD He {WY AE, dem Sanghabhedavastu der MGlasarvastivadins,T.1.Nr. 1460 (Nanjio 1123); der Schluf findet sich im Kén-pén-shuo-i-ch‘ioh-yu-pu-p‘i-nai-yeh-ch‘u-chia- shib #8 AC 8 — 404 6 Mt $5 HS tH HK 6, dom Pravrajydvastu dorvelben Schule, T.I.Nr. 1444, beide dibersetzt von I-ching, 710 n. Chr. Stellonnachwoise weiter unten. Die tibetischen rungen sind bereits vor Jahrzehnten nach dem Kanjur-Druck dos India Office analysiert worden von W. W. Rockhill in ‘The Life of the Buddha and the Early History of His Order’, Popular Edition, London, o. J., 8.33—45. Ubersetzungen einzelner Textpartien hat Léon Foor in seinen ‘Fragments Extraits du Kandjour’, Paris 1888, gegeben (Annales du Musée Guimot Bd. 6). Unter den in Gilgit entdeckten Teilen der Sanskrit-Vorlage dee Vinaya der Milasorvéativédins, 6, Nolinakshe Dutt, Gilgit Manuscripte, Vol. III, Part. 1 (1948), 2 (1942), 3 (1043), 4 (1960), sind die enteprechenden Stiicke nicht aufgetaucht. *) ed. £. Senart, Tome I—IIT, Paris 1882, 1890, 1807. 2 ‘Val. Waldschmidt, Mahiparinirvnasiitra, 8. 3. Senghabhedavastu T.I. Bd. 24, 8. 1240, Z. 2v. 1.1360, Z. 8.1; Pravrajyévasta Bag BE oem, Z. bv. x.— 8.1028b, Z, 10-v. 1,5 tn Ranfs euyerae Delve Ba. IV, '—116R 2 und Dulva Bd.I, Blatt 46V 3—51V 8 i 7 : Ta a 8 im achwarzen Narthang- pl Oldenberg (Pali Text Society), The Vinaya Pitaka Vol. I, Oxford 1879 (Neudruck ‘) Ja Anseerismngen wird auf eokundire Quellon wie den Lalitevistare (ed. Lefinann, Teil 1—TL, Hallo-1008, 1008), die Nidinakathé (ed. Feusboll, Jitake Bay lev7, & 1-9) and B. TEXTANALYSE. I. Geschehnisse am Bodhi-Baum in Gaya (Vorgang 1—9). Die entwickelte Buddhalegende, die in sekundiren Quellen wie dem Lalita- vistara und der Nidanakatha vorliegt, berichtet tiber einen Zeitraum von sieben mal sieben Tagen, die der Buddha nach der Erleuchtung in Gaya verbringt, bevor er sich zur ersten Lehrverkiindung nach Benares begibt. Der Mahavagga kent die sieben Wochen noch nicht. Nach diesem alten Pali- Text sitzt der Buddha im Gliicksgefthhl der erreichten Erlésung je eine Woche lang am FuBe (1.) des Bodhi-Baumes, (2.) des Ajapalanigrodha, (3.) des Mucalinda und (4.) des Rajayatana, Dann setzt er sich nochmals unter den Ajapalenigrodha und fa8t, nachdem Gott Brahman ihn um die Predigt der Lehre ersucht hat, den Entechlu8 zur Lehrverkiindigung und zum Aufbruch nach Benares, Im CPS feblt die Konstruktion der sieben Wochen genau wie im Mahavagga; es ist in diesem Sanskrit-Text nur dreimal von einem Zeitraum von sicben Tagen die Rede. Das erste Mal als Aufenthaltszeit unter dem Bodhi-Baum, das zweite Mal bei Erwih- nung der Beschiitzung durch den Nagekonig Mucalinda wihrend eines sieben- tigigen Unwetters und das dritte Mal bei einem erneuten Aufenthalt unter dem Bodhi-Baum. Im ganzen gewinnt man den Eindruck, daB die alteste, nicht mehr das Buddhacerita hingewiesen (od. E. B. Cowell, Anecdote Oxonionsia I, 7, Oxford 1893; ed. und iibers. von E. H. Johnston Part I: Sanskrit-Text; Part II: Cantos I—XIV translated from the original Sanskrit, supplemented by the Tibetan version; ders., ,,The Buddha's ‘Mission and last Journey: Buddhacarita, XV—KXVIII", Acta Orientalia XV, 1937, S. 26 bis 62, 85—111, 231292 (Ubersetzung nach dom Tib. und Chin.]; F. Weller, Das Leben des Buddha von Aévaghosa, tibetisch und deutach, herausgegeben, I, II {nur Kap. I—XVII}, Leipzig 1926, 1928; 8. Beal, Fo-sho-hing-tsan-king, Oxford 1883, SBE 19). In chinesischer Ubersetzung gibt es neben den Vinaya-Abschnitten eine groGere Zahl selbetindiger Texte zur Buddhalegende, T.I. Nr. 184—197 (= Nanjio Nr. 664, 685, 160, 159, 509, 686, 680, 859, 1351, 1923, 1352, 1374, 55, 783). Kinige davon sind Ubersetzungen erhaltenor Sanskritwerke wie des Lalitavistara und des Buddhscarite, andere iberdecken den Abschnitt des Buddhalebens, der hier zur Bebandlung steht, nicht, wieder andore sind der Anlage nach zu verachieden, um hier herangezogen werden zu kénnen. Zitiort sind Parallelen ‘sus folgenden Texten: PP : 1. Tei-tzti-jui-ying-pén-ch‘i-ching 3 J (*Kuméraknéalapbalanidins- stra), T-LNr. 165 (Nanjio Gat tect sont ton Pvichen 232 und 229 n. Obr., val. Bagchi a. a. 0. 8. 285f. Einschlagiger Abschnitt: T. I. Bd. 3, 8. 479a, Z. 5 v. .—8. 4836, Z. 12 v. r. 2. Kuo-ch‘i-hsien-tesi-yin-kuo-ching 3 & 32 7E (JR AM (*Atitepratyutpannahetu- Phalacitra), ‘T. I. Nr. 180 (Nanjio 606), Gbersetat von Gunabhadra (um 460 n. Chr.), vel. inechisgiger aoe Z.9v.8.—S, 658a, Z. 8 v.r. : iger Aboohnitt: T. I. Ba. 3, 8. 6426, Z. 9 v. ¥.—8. BV. 3. Chung-heii-mo-ho-ti-ching # Bf ME 54 #f MK (*Semedattamahirsjestitre), T.I. Nr.191 ant Seat Vale ee ee 1127), innhldgiger Abochit:'. Ba. 3; 8. 9518, Z. 15 v.1 — 8. 984b, Z. 9-v.1. . 4, Ohung-pén-ch'i-ching #2 A #5 GK (“adhyame-ityuktasitrs), T.1. Nr. 196 (Nanjio 556), Ghersetzt von Tan-kuo (Dharnisphals 1) win 200m. Ohr., vgl. Begehi a.0.0. 8. 564. ‘Rinsoblagiger Absohnité: T. I. Bd. 4, 8. 1470, Z. 14 v.r. — 8. 1640, Z. 8v. 1. ‘Dee Chung -heii-mo-ho-ti-ching steht dem Catugparigstetites im Wortlaut sehr nabe. 8 greifbare Tradition nur von einem siebentiigigen Aufenthalt des Buddha unter dem Bodhi-Baum gewuBt hat und daB die in diese oder an das Ende dieser Zeit fallenden Ereignisse spiter auf sieben mal sieben Tage verteilt oder durch jiingere Ausschmiickungen erweitert wurden.) 1, Der Besuch der Brahmakiyika-Gottheiten. Vin. Ma, T. I. Bd. 24, 8. 124e, Z. 2 v.1. — 8. 125a, Z. 8 v.1.; Dulva IV, Bl. 62 R 7—53 RB 3. Der Buddha verbringt nach Gewinn der erleuchtenden Erkenntnis sieben Tage in Versenkung unter dem Bodhi-Baum am Ufer der Nairanjand. Zwei Brahmakayika- Gottheiten fordern ihn mit je einer Strophe auf, in die Welt hinauszuziehen und die Lehre 2u predigen. Darauf erhebt sich der Buddha aus der Versenkung und preist in drei Strophen das Gluck der Erldsung. Vinaya-Parallelen. Eine unmittelbare Entsprechung hat der Text nicht, und auch der Umstand, da8 sich der Hauptgedanke in Vorgang 8 wiederholt, wo Gott Brahman selbst den Buddha zur Lehrverkiindigung auffordert, spricht gegen seine Urspriinglichkeit. Jedoch sind die beiden Strophen der Brahmakiyika- Gottheiten alt; cine davon kommt im Mahdvagga 1. 5.7 vor, und beide erscheinen im Mahdvostu (III. 316.4 u. 17; 315. 14) und Lalitavistara (397. 10 u. 1) in einer Entsprechung zu Vorgang 8. Dort diirfte darum ihr urspriinglicher Plata sein. Die drei Strophen, mit denen sich der Buddha aus der Versenkung erhebt (= Udanavarga 30, 31—33, Sukhavarga)*), haben im Pali-Kanon Entsprechun- gen. Jedoch treten die Strophen dort isoliert an verschiedenen Stellen auf (Udana 8.11, Samyuttanik. III, 8.26, Theragathé 254, 8. 31). E. J. Thomas hat wohl mit Recht vermutet,*) daG sie erst sekundar zusammengestellt und von der einen oder anderen Schule als die ersten Worte des Buddha nach der Erleuchtung ange- sehen worden seien.‘) 2. Die Spende der Kaufleute Tripusa und Bhallika. Vin. Ma, T.I. Bd. 24, 8, 1250, Z. 7 v.1.—b, Z. 12 v.1.; Dulva IV, Bl. 53 R 3—66 V 1. Wahrend der Buddha unter dem Bodhi-Baum meditiert, befinden sich zwei Kauf- leute namens Tripusa und Bhallika mit einer Karawane in der Nahe unterwegs. Eine Gottheit, die ihnen gewogen ist und bemerkt hat, dap der Buddha bereits sicben Tage +) Auffaillig tritt das Vin.Mi und Vin.Dha in Erecheinung, wo offenbar sieben Wochea gerechnot werden. Nach Vin. Ms (T.I. Bd. 22, S.103b, Z. 8 v.1.—o, Z.6v.1.) veranlaBt der Buddha im Vorlsuf von drei Wochen nacheinander erst eine Frau, dann mehrere Schweetera ‘und endlich noch einmal zwei Frauen, sich als Laiensnhiingerinnen zu erkliren. Abnlich wird der Buddha nach Vin, Dha (TI. Bd.22, 8.786a, Z.10 v.r.—b, Z. 7 v.r.) in einer Woohe von. einem Brahmanen gespeist, am Ende einer weiteren Woche von deseen Frau und nach einer Sritten von deren Séhnen und Téchtern, wobei sie alle nacheinander ihre Zuflucht sum Buddha und rur Lehre nohmen. *) Bonakrittext s. JRAS 1012 8. 360, im Tibetiachen Strophe 3335. *) BJ. Thomas, The Life of Buddha, 3. Aufl. 1949, 8. 78f. 9 Syhtet der Vorgang demnach nicht dor klteten Sebicht der Ubeliforung an 9 ist die ‘Darstellungsweise iv altertiimlich gegentiber den breiten Ausfihrungen enderer Quelien, nach denen sich Gottheiten verebrend und preisend um den Buddha sammeln, nachdem dieser die Erleuchtung gowonnen hat. Dahin gehdrt Mahivastu II. 8. 348f. und dor Trithatige sometonopericorta oi eigenes Kapital im Lalitavistara (8, 367—260). Bine wort Entaprochong zum CPS enthélt Chung-bsi (T.1. Ba. 3, 8.9518, Z. 16-v.L—b,.Z. 9 ¥."-) lang in Versenkung, ohne etwas genossen 2u haben, dasitet, tberlegt, es werde far die Kaufleute von héchstem Verdienst und Vorteit sein, dem Buddha eine Spende darzu- bringen. Sie erscheint den Kaufieuten und fordert dieselben zu einer Spende an den Buddha auf. Die Kaufleute nehmen, erfullt von dem Gefhl einer ihnen widerfahren- den besonderen Gnade, Honig und Reiskuchen, begeben sich zum Buddha und bieten ihm davon an. Der Buddha zigert, die Spende mit der Hand entgegenzunehmen, und berlegt, wie wohl die Buddhas der Vergangenheit in dieser Lage verfahren waren. Gottheiten eréffnen ihm, die fritheren Buddhas hatten zur Entgegennahme von Speisen eine Schale benutzt, Vinaya-Parallelen: Mahivagga I. 4. 14; Vin. Mi, T. I. Bd. 22, 8. 103a, Z. 10 v. r. bis Tv.1; Vin. Dha, T. I. Bd. 22, 8. 781o, Z. 11 v. r.—S. 782a, Z. 2 v.r.; Mahavastu III. 303.4 bis 304.8.4) Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha entsprechen dem CPS im wesentlichen; nach Vin, Mi hilt die Gottheit die Karawane dadurch an, daB sie die Wagen und Men- sohen ins Stolpern bringt und so beunruhigt. Das Mahdvastu schmiickt den Vor- gang erheblich aus. Es berichtet insbesondere von zwei Stieren, welche die beiden Kaufleute als Zugtiere am ersten Wagen ihrer Karawane verwenden, da dieselben von wilden Tieren, Réubern usw. drohende Gefahren wittern und, sobald etwas nicht geheuer ist, stehen bleiben.) Das geschieht auch jetzt, in der Niho des Buddha. Gottheiten beruhigen die erschreckten Karawanenangehorigen und fordern zu einer Spende an den seit 49 Tagen fastenden Buddha auf. 3. Die Uberreichung der Almosenschalen. Vin. Mi, T.I. Bd. 24, S. 125b, Z. 12 v.1.—, Z. 10 v.r.; Dulva IV, BI. 55 V 1—56 V 4. a) Indem Augenblick, in dem der Buddha der Schale bedarf und nach ihr verlangt, erkennen die vier Himmelakénige seinen Wunsch, holen von einem Felsen vier Stein- schalen, die nicht Menschenwerk sind, begeben sich 2um Erhabenen und bieten ihm dicselben an. Um keinen der Himmelskénige 2u verletzen, nimmt der Buddha alle vier Schalen an, verwandelt diese jedoch in eine einzige. 2) Dann fordert er die Kauflewte auf, sich ihm, seiner Lehre und der in Zukunft entetehenden Gemeinde anzuschliegen. Die Kaufleute eprechen die Zufluchteformel aus und werden vom Buddha mit drei Strophen (= Udanavarga, ed. Beckh, 30, 13—15) entlassen, in denen er den Wert verdiensteoller Handlungen preist. _ Vinaya. ‘Parallelen: Mahavagga I.4.4—5; Vin. Mi, T. I. Bd. 22, 8. 1030, ZT v1. 8 ve Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 782a,Z.2—I3v.r., 8. 7850, Z.4—3v.1.; Ma- ‘hévastu ITT, 304.8—20,2) 1) Sonstige Parallelen: Lalitavistara 381.3—382.17; Nidinakathé 8. 80; Buddha- carita (tib.) XIV. 107; T'ai-tat, T.1. Bd. 3, 8.4798, Z.11—1} ‘uo-ch'i, T.I. Bd. 3, 8.643 %. 8 v.r.—Z. 10 v. yung-hsi, T.I. Bd.8, 8. 961b, Z. 10 v.r.—c, Z.12 v.r. (Enteprechung zum OP8). *) Der Lalitavistars hebt gleich dem Mabivestu die beiden Stiore hervor. Die Eraahlung ‘ist noch starker mit wunderbaren Zigen herausgeputzt. Eine Gottheit 1a8t die Rider der Wagen im Boden versinken, Wagenteile reien, die Stiere, deren Kraft hervorgehoben wird, wollen nicht ziehen. Kundechafter zu Pferde werden susgesandt, um den AnlaG fiir alles dies wagen *) Sonstige Parallelen: Lalitavisters 383.18—385.7(a), 302.3—4(b); Nidinakeths 8. 80 a) Die Parallele im Mahédvagga ist kiirzer und einfacher. Als dem Buddha der Gedanke kommt, es sei ihm nicht angemessen, die Spende mit der Hand entgegen- zunehmen, erfassen die vier Himmelskonige sogleich seine Uberlegung und bringen vier Steinschalen, die der Buddha annimmt. Dann ift er. Es wird nicht gesagt, da8 or die vier Schalen in eine einzige verwandelt. Vin. Mfi und Vin. Dha ent- sprechen im grofen und ganzen dem CPS. Uberall ist nur von Steinschalen die Rede. Im Mahavastu dagegen werden dem Buddha ohne Erfolg Schalen aus den verschiedensten kostbaren Materialien angeboten, bis sich die aus Stein als an- nehmbar erweisen.+) b) Der zweite Teil des Vorgangs, die feierliche Erklirung der Kaufleute zu Laienanhéngern, ist an dieser Stelle ein Anachronismus, da sich der Buddha erst spiiter, vgl. unten Vorgang 8, zur Predigt der Lehre bestimmen 1aBt. Es ist aber sicherlich eine alte Uberlieferung gewesen, daB die beiden Kaufleute, welche den Buddha nach der Erleuchtung zum ersten Male speisten, seine ersten Laienan- hanger gewesen seien. Im Mahévagga nehmen sie nur zum Buddha und zur Lehre Znuflucht und werden daher als upasaka dvevdcika bezeichnet; entsprechend Vin. Mi und Vin. Dha. Das CPS, das die Zufluchtnahme zur zukiinftigen Gemeinde hinzufiigt, hat eine Entsprechung im Mahdvastu (III. 310.7—9), wo es heiBt: gacchatha andgatam ca bhagavato éravakasamghasaranam. 4, Maras Ansinnen, Vin. Ma, T.I, Bd. 24, 8, 1250, Z. 10 v.r.—Z. 9 v.1; Dulva IV, BL. 56 V 4—R 6. Nachdem der Buddha die Spende der beiden Kaufleute angenommen hat, begibt er sich an das Ujer der Nairanjand, sett sich und it. Darauf erkrankt er an Blahun- gen. Mara, der Bése, bemerlt dies, nahert sich dem Buddha und will ihn 2um Parinirvina veranlassen. Der Buddha antwortet, er wolle nicht verscheiden, bevor nicht seine Lehre und seine Gemeinde fest begriindet scien. Mara 2icht sich betrabt zurtick. Vinaya-Parallelen feblen (zur Erkrankung des Buddha s. Vorgang 5); vel. jedoch Mahavastu III. 281. 11—286. 8.4) . 5 Tai-tzi, T.I. Bd, 3, S.479b, Z.1—9 v.r.; Kuo-ch‘, T.L. ay 8, 643b, Z. 10—6 v. 1. (a), 8. 6430, Z. 6—8 vr. (b); Chung-hsii, T. I. Bd. 3, S. 9616, *) Nach der Nidanakathé bieten die Himmelskénige dem Buddha zunichst Schalen sus Saphir (indantlamani) an, die vom Buddba zuriickgewiesen werden. Der Lelitavistare stellt die Bedeutung der Steinechalen nicht nur durch Zuriickweisung der aus kostbaren Materialien Gefertigton ins Licht, sondern laBt sie auch in einem Heiligtum fiir den hohen Zweck, dem sie dienen sollen, seit langem aufbewahrt sein. AuBerdem spricht der Buddha jeden einzeinen i bei Uberreichung seiner Schale mit einem Vers an. ScblieGlich verwandelt or dio vier Schalen in eine einzige. Nach allen Texten werden die Kaufleute vom Buddha 3 Laienanhingern bekehrt. Nur das Buddhacarita erwihnt dies nicht und tut den geeamten Voweg in nur einer Strophe ab. ‘onstige Parallolen: Mahéparinirvanasiitra, Vorgang 16; MahSparinibbénasuttante, Dighanikéye 11,8. 104ff.; Lalitavistara 377.9—21; Nidinakathd 8. 78f.; Chung hei, T.1. ‘Bd. 8. 8.05%a, Z.21 v.r— 8 v.1, Das Chung-hefi stimmt mit dem OPS tberein, Im MahSpari- Der EntschluB des Buddha, nicht vor einer festen Begriindung seiner Gemeinde za verscheiden, ist solange ein Anachronismus, als es noch fraglich ist, ob er die Lehre iiberhaupt predigen wird. Es ist daher nicht zu verwundern, da8 die tibrigen Vinaya-Texte keine Parallele aufweisen. Das Mahavastu bringt zwar in groBer Ausfiihrlichkeit eine Mara-Episode in der dritten Woche nach der Erleuchtung, die inhaltlich jedoch vollig abweicht: Maras Tochter versuchen ohne Erfolg den Buddha durch die Entfaltung weiblicher Reize zu verfiihren. 5, Buddhas Erkrankung an Blibungen. Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 1260, Z. 9—2-v.1.; Dulva IV, Bl. 66 R 6—57 V 6. Der Gétterkénig Sakra bemerkt, daf der Buddha an Blahungen leidet, beschafft eine besonders schine Myrobalanen (haritakt)-Frucht und aberreicht sie dem Buddha als Arznei gegen seine Beschwerden. Nach dem Genug der Frucht ist dem Buddha wieder wohler. Vinaya-Parallelen: Vin. Mi, T.I. Bd, 22, 8, 108a, Z. 8—10 v.x.; Vin. Dha, . I. Bd. 22, 8, 1850, Z. 2-v.1.—S. 7860, Z. 9 v.r.; Mahivastu IIT. 310.17—311.6.!) ‘Trotzdem der Vorgang im Mahavagga feblt?), ist es ein wabrecheinlich alter- tiimlicher Zug der Legende, daB dem zur Erleuchtung gelangten Buddha die erste Speise nach langerer Nahrungsenthaltung nicht bekommt. Nach Vin. Dha stellen sich die Blihungen ein, nachdem der Buddha von den Kaufleuten gespeist worden ist und darauf wiederum sieben Tage lang meditiert hat. Kuriert wird er von der Gottheit eines Myrobalanenbaumes, die der Buddha darauf zum Laienanhiinger macht. Vin. Mi erkrankt der Buddha seltsamerweise unmittelbar nach der Er- leuchtung, also noch bevor er die Spende der Kaufleute erhalten hat. Eine Berg- gottheit kuriert ihn mit einer Myrobalane. Nach dem Mahavastu heilt (wie im CPS) Sakra den nach der Speisung durch die Kaufleute erkrankten Buddha mit einer Myrobalane. Dieser Text fiigt hinzu, da der Buddha den Stiel der Frucht in den Boden pflanzt. Darauf wichst als erster durch die tibernatirlichen Fahig- keiten des Buddha entetehender Baum noch am gleichen Tage ein groBer, Bléiten und Friichte tragender Myrobalanenbaum empor. des Zeitpunktes, an dom er gefaBt wurde. In der Sanskritparallele dazu (MahSparinirvéna- sitre} Vorgang 16) wird hingegen in wértlicher Ubereinstimmung mit dem CPS gesegt, das Ereignis habe sich an der Nairanjana abgespielt. Auch der Lalitavistara schildert den Besuch MBras genau wie das CPS. Hier raft dio Abwoisung, die Mara erfihrt, bei diesom Tribsinn hervor. Dadurch wird die Besorgnis seiner Téchter erregt, was ihren darsuffolgenden Ver- filbrungsversuch beim Buddha veranlaGt (378.1—379.14). Das Ereignis spiolt hier in der vierten Woche nach der Hrleuchtung. Dio NidinakathS bringt (gleich dem Mahévastu) nur den Vorftihrungaversuch der Téchter und zwar in der finften Woche. 1) Sonstige Parallelon: Tsi-tzl, T-I. Bd.3, 8. 479b, Z.7—4 v.1-; Obung-hsii, T.I. Bd.3, 8.962e, Z.4-v.1—b, Z. 6 v.1.; Nidinakathd 8. 80. Die Version dee Ohung-bsi entepricht dem OPS, Die des T'ai-tzh ist wesentlich kirzer, stimmt inhaltlich aber ebenfalls iberein. +) Neoh der Niddnakathé jedoch bringt Sakka dem Buddha am Ende der sieben Wochen, im denen dieser weder a noch seinen Leib entleerte, eine die gewinechte Abfihrung hervor- ufende Myrobalane (sakko devinam inde agadahartjakom Shorited adaei. eattha tam paribhunji ten’ asea sariravalanjam ahosi). Dies geschicht, bevor der Buddhs von den Kaufleuten ge- speist wird, wie Vin. Mi.— Uber die Droge Aorttakt (Terminalia chebula) und ihre Bedeutung in der indischen Medizin vgl. J. Nobel, Ein alter medizinischer Sanskrit-Text und seine Deu- ‘ung, Supplement to the Journal of the American Oriental Society, 1951, 8. 26 ff. 6. Die Schlange als Schutz vor Wetterunbilden. ‘Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 125c, Z. 2 v.1.—S. 126a, Z. 16 v.1.; Dulva IV, BI. 57 V 6—58 V1. Nachdem der Buddha nach Gefallen am Fupe des Bodhi-Baumes gesessen hat, begibt er sich zum Aufenthaltsort des Nagakinigs Mucalinda und setet sich dort mediticrend unter einen Baum. Bin Unwetter bricht los, das sieben Tage wiihrt. Mucalinda umschlingt schatzend siebenjach den Korper des Buddha und bildet mit sciner Haube cin Dach tuber dessen Kop}. Nach Aboug des Unwetters erlundigt sich Mucalinda, wie der Buddha die Unbilden ertragen habe, und dieser antwortet mit zwei Strophen, die das Glucksgefihl dessen schildern, welcher der Welt entsagt hat. Vinaya-Parallelen : Mahavagga I. 3.1—4; Vin. Mi, T.1. Bd. 22, 8. 103b, Z.8-v.r,—9v.. Vin. Dha, T. I, Bd. 22, 8. 786b, Z. 7 v.r.—4 v.1.; Mahavastu IIL. 300.16 —301.7.1) Die Legende von der Beschiitzung des Buddha vor Wetterunbilden durch einen ‘Naga-Fiirsten ist allen Quellen gemeinsam. Die beiden Strophen finden sich an entsprechender Stelle im Mahdvagga, Vin. Mi und Vin.Dha wieder. Sie sind in den Sukhavarga des Udinavarga tibernommen worden (Kap. 30, 20—21, tib. Version). Nach Vin.Dha wird der Schlangenkonig der erste Laienanhinger unter den Tieren. Mahévagga und Vin. Mi verlegen das Ereignis in die dritte Woche, Mahavastu in die finfte und Vin. Dha in die sechste Woche nach der Erleuchtung. 7. Erkenntnis des Gesetzes von der Entstehung in Abhingigkeit. ‘Vin. Ma, T. I. Bd. 24, 8. 126, Z. 15 v.1.—b, Z. 10 v.r.; Dulva IV, BL. 58 V 2—59 V 6. Der Buddha begibt sich von der Behausung Mucalindas zurtick 2um Bodhimanda ‘und nimmt dort in Meditationshaltung Platz. Indem er so sieben Tage verbringt, eraBt er die Formel von der Entstehung in Abhdngigkeit (pratityasamutpada). Zum ‘Schlup spricht er sieben Strophen, welche die befreienden Folgen der Kinsicht in diese Gesetzmapigkeiten in fast gleichbleibenden Wendungen darlegen. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I. 1.1—7; Vin, Mi, T.I. Bd, 22, 8. 102c, Z. 10 v.1. bis 8, 103a, Z. 7 v.1.; Vin. Dha, T.1. Bd. 22, 8. 78le, Z.1—1] v.r.; Mah&vastu ‘11.285.7—21.4) Das CPS steht mit seinem Bericht iiber einen zweiten Aufenthalt des Buddha unter dem Bodhi-Baum, der zur Erkenntnis des Kausalzusammenhanges filhrt, unter den Vinaya-Texten allein. Mahdvagga und Vin. Mi riicken den entsprechen- den Toxtabschnitt an den Anfang. Seit sieben Tagen — heiBt es im Mahavagga — sitat der Buddha in Versenkung unter dem Bodhi-Baum. In der Nacht, die auf den siobenten Tag folgt, gewinnt or Hinblick in die zwélfgliedrige prafityasamutpda- Reibe, die er dreimal vorwirts und riickwiirts, je einmal in jeder der drei Nacht- wachen, an seinem Geiste voriberziehen l48t. Jedesmal tut er zum AbschluB einen begeisterten Ausspruch in Versform. ZusammengefaBt erscheinen die drei im sich siemlich einformigen Strophen Vin. Mi am SchluB des Vorgangs. Sie 2) Sonstige Parallelen: Lalitavistars: 379.15 —380.19; Nidanakatha 8.°30; Tai-tat, T.1. ELBLa 8 ot E og ot ae ile Ea tts Gg it I 10.1. (a i it i ‘at et zs : ae ie mit dem OPS). Nach der Nid&ns- jonstige Parallelen: Lalitavistara 345.18 —348.15; NidanakathS 8,75; Buddbs- carite (tib.) XIV, 96-97; Trai-tati, T.I. Bd. 3, 8. 480b, Mee Gump ree ‘mn abweichendem Zusammenhang); Ohung-beti, T.I. Ba. 3, 8. 952b, 2.9L, Z. 13 v.L. finden sich auch Mahdvastu IT. 416. 16—19; 417. 1—4; 417. 9—12 wieder. Daraus sind die sieben Strophen des CPS durch Variation einiger Worter erweitert worden.) Es ist beachtenswert, da8 nach der Tradition, die im Mahdvagga, Vin. Mi und im OPS vorliegt, die Erkenntnis des Kausalgesetzes die gesamte Nacht einnimmt, wihrend sie nach dem Mahdvastu nur die letzte Wache der Nacht beansprucht.*) Vin. Dha geht die Erringung der Erleuchtung durch Einblick 1. in die friheren Geburten, 2. in die Wirkungsweise des Karman und 3. in die vier edlen Wahrheiten in je einer Nachtwache vor sich. Die vier edlen Wahrheiten nehmen hier die Stelle des Kausalgesetzes in den Paralleltexten ein. 8, Brahmans Aufforderung zur Lebrverktindigung. Vin, Ma, T.I. Bd. 24, 8. 126b, Z. 11 v.r.—e, Z. 3 v.1.; Dulva IV, BL. 59 V 6—61 V 4. 4) Der Buddha tberlegt, wie mithsam es sein werde, seine newen Hinsichten anderen begreiflich zu machen, und méchte sie darum far sich behalten. Gott Brahman, der wei, wie selten Buddhas in der Welt erscheinen, begibt sich sum Erhabenen und fordert ihn mit einer Strophe auf, die Lehre zu predigen. Der Buddha bringt in zwei Strophen cum Ausdruck, wie schwer verstiindlich seine Lehre sei. 4) Brahman gibt zu bedenken, es gebe Wesen, die nicht von besonderer Hinsicht, aber an sich gut veranlagt seien; sie wirden, ohne Belehrung zu empfangen, absinken, die Lehre aber aufnehmen, wenn sie ihnen gepredigt werde. Der Buddha erschaut, dap Brahmans Einwand richtig ist, und tut in einer Strophe seinen Entachlup zur Predigt der Lehre bund. Brahman zieht sich befriedigt zurtck. Vinaya-Parallelen: Mahdvagge 1.5.1—13; Vin. Mi, T. I. Bd. 22, 8. 103e, Z. 6 v.r. bis 8, 1080, Z. 11 v.1.— 8. 104s, Z. 11 v.r. (b); Vin-Dhe, T.I. Bd. 22, 8. 786b, Z.4 v.L bis ©, Z. 11 v.3.(a), 8. 7860, Z. 10 v.1.—8. 787b, Z. 6 v.r. (b); Mabavastu III. 313.18—319.7.*) 8) Nach dem Mahavagga begibt sich der Buddha nach Ablauf der vierten Woche vom Rajaystana, unter dem er den Besuch der beiden Kaufleute empfangen hat, um Ajapalanigrodha. Hier stellt er die Uberlegung tiber die Schwerverstandlich- keit seiner Lehrerkenntnis an. Er schlieBt sie mit den beiden Strophen dariber al die or im CPS erst dem Gott Brahman gegeniiber ausspricht. Die gleiche Anord- ‘ung zeigen auch Vin. Mi und Vin. Dha. Nach Vin. Dha stellt der Buddha seine ebenfalls unter dem Ajapélanyagrodha an. b) Nach Mahévagga, Win Mt aed Vin Dio erecheint erst nach Ausspruch der deiden Strophen Gott Brahman, der fir das Geschick der Welt firchtet, falls der Buddha bei seiner Absicht verharrt. Er fordert den Buddha sur Predigt suf und ‘pricht dabei in allen genannten Texten drei Strophen. Die erste der Strophen des Mahivogga kommt auch im CPS vor; die dritte deckt sich mit einer Strophe der Brakmakéyika-Gottheiten im OPS, Vorgang 1; die xweite ist obne Parallele. +) Bie erecheinen wieder im Udinavargs (tib.), Kep. $3.88—04. itary Siena cen ah ve Pm abt Mise Schone patton D. Saas sete Lalitevisters $43.13—245.17; Niddna- en 75). : 7402.18; NidinakathS 8.81; Boddha- Mins nay civee tee: ae ek 1B. 6420, B. 9 vit —8. 6486, Zell vis ‘Ceng hed, 7.1, Ba. 3, B. 9520, Z. 12 v.L—B, 968, Z. 6 v.L Wahrend der Buddha Vin. Mi auf diese Strophen hin, in Wiirdigung der verschie- denen Veranlagung der Lebewesen sogleich mit einer Strophe seinen EntschluB zur Lehrverkiindung mitteilt, ist der Mahdvagga viel weitschweifiger. Dort ant- wortet der Buddha dem Gott Brahman, indem er seine vorher angestellte Uber- legung einschlieBlich der Verse wiederholt. Brahman bittet ihn darauf ein zweites Mal um die Verkiindigung seiner Lehre mit dem gleichen negativen Erfolg, Exst auf Brahmans dritte Bitte hin gewihrt sie der Buddha aus Mitleid mit den Wesen, deren unterschiedliche Veranlagung ihm durch einen Vergleich mit den Lotusbliiten im Teiche vor Augen tritt. Er verkiindet Brahman seinen Entschlu8 mit einer Strophe; so geschieht es auch im CPS, Vin.Mi und Vin.Dha. Vin. Dha wird in der Uberlegung des Buddha wie im Mahavagga der Vergleich der Lebe- ‘wesen mit den Lotusbliiten im Teich ausgefiihrt.!) 9. Die Auswahl der ersten Horer. Vin. MG, T.I, Bd. 24, 8. 1260, Z. 3 v.1.—8. 127a, Z. 15 v.1.; Dulva IV, BI. 61 V 4—-62 V4. Der Buddha erwigt, wem er zuerst die Lehre predigen soll. Br denkt an seine fritheren Lehrer, zundchst an Aréda Kalama, dann an Rudraka Ramaputra, erfahrt aber beide Male durch Gottheiten, daB der betreffende Lehrer gestorben ist. Dann fallen ihm seine fanf fraheren Jinger ein, die ihn verlassen haben, als er die Askese aujgab. Kr sieht mit dem tibernatirlichen Auge, daB sie sich im Gazellenhain bei Benares aufhalien, und macht sich dorthin auf den Weg. Vinay ‘erallelen: Mahdvagga I.6.1—6; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 104e, Z. Ll v.r. bis 9 v.1.; Vin, Dha, T.1. Bd, 22, 8. 787b, Z. 6 v.r.—6 v.1.; Mahavastu III. 322.8 323. Die Quellen tiberliefern die Episode in sachlich weitgehender Ubereinstimmung. IL. Buddhas erstes Auftreten in Benares (Vorgang 10—21). Die Geachehnisse in Benares werden durch oin Ereignis auf dem Wego dorthin eingeleitet. Es ist: 10. Das Zusammentreffen mit dem Ajivaka Upaga. Vin. Ma, T.I, Bd. 24, 8. 1278, Z. 15—6 v.1.; Dulva IV, Bl. 62 V 5—63 V1. __ Auf dem Wege nach Benares trifjt der Buddha einen Ajivaka namens U paga, der itn, von seiner auferordentlichen Eracheinung beeindruckt, anredet und ihm drei Fragen stellt. Die erste, die nach seinem Meister, beantwortet der Buddha mit vier ‘Strophen, in denen er erklart, er habe keinen Lehrer, habe aus eigener Krajt die Br- louchtung erreicht, sei ein Tathagata, ein Arhat und ein Jina. Nun fragt Upaga, én- +) Im Lalitavistars ist die Episode zu einem eigenen, lingeren Kapitel, dem. : sorta, angestaltot, dan dio im Mahivegga tnd OPS gogebenon Grradbecendtone week eat. alt, such die Strophen nahexu in der Art des OPS dberliefert, jedoch allerlei Beiwerk und sekundaxe Verspartien his i *) Sonstige Parallelon: Lalitavistara 402.19—404.21; Nidinakathé 8, 61; Buddhe- ‘carite (tib.) XIV, 106; Kuo-ch*G, T.I. Bd. 3, 8. 6480, Z. 10 v.1.—b, 2.8 v.2.; Ohung-e6, T.I- 2,2 hee db, Z.19-v.x.; Chung-pén, T.1. Bd.4, 8.1470, Z.14 v.L—8. 148%) wiefern der Buddha sich einen Jina nennen kinne. Die Antwort erfolgt in einer Strophe, in der sich der Buddha einen Sieger aber das Bése nennt. Auf die weitere Frage nach dem Ziel seiner Wanderung gibt der Buddha in zwei Strophen Benares an, ‘wo er seine Lehre predigen wolle, aya-Parallelen: Mahavagga I. 6.7—9; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 104a, Z. 9 v.1.—b, Vin. Dha, ‘T.I, Bd. 22, 8. 787b, Z. 6 v.l.—e, Z. 13 v.2.; Mabivastu TIL. 325. 12—327.173) Die Grundziige des Vorgangs und fiinf Strophen sind gemeinsame Uberliefe- rung. Die Strophen des Mahdvagga und des Vin.Dha gehoren simtlich zum alten Bestand. Im CPS ist die Zahl der Strophen auf sieben erweitert; 3 und 7 sind hin- zugetreten. Die sieben Strophen des CPS kehren etwas umgestellt im Udanavarga, Kap. 21. 1—7, wieder.*) Von den zehn Strophen des Mahdvastu sind die ersten vier gemeinsame Uberlicferung. Die Strophen 5 und 6 (III. 326. 21—327. 3) sind Erweiterungen der Strophe 4, der Antwort auf die Frage, inwiefern der Buddha in Jina sei. Die Strophen 8 und 9 (III. 327. 8—12) erweisen sich als Forteetzungen zu Strophe 7, wihrend Strophe 10 (IIT. 327. 14—17), die Gottheiten in den Mund gelegt wird, ohne jede Bezichung zu anderen Versionen ist. Von den vier Strophen des Vin. Mi ist die vierte ohne Parallele. Die genauen Verhiiltnisse zeigt folgende Konkordanz:) Mahavegga (5) 1 2 3 4 6 Vin. Dha ) 12346 Vin. Mi (4) 1 3 3— - crs (7) 21466 Udanavarga (7) 1 4 3 6 5 Mahavastu. (10) 1 2 3 7 4 1) Sonstige Parallelen: Lalitavistara 405.1—406.17; Nidainakathé 8.81; Buddha- carita (tib.) XV.1—13; Kuo-ch‘i, T.1. Bd. 3, 8. 643e, Z.9 v.r.—1 v.1.; Chung-hai, T.I. Bd. 3, 8, 963b, Z. 13 v.r.—c, Z. 2 v.r.; Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8. 1480, Z. 2—14 v.r. +) Eine Ubertragung der Verse des Udinavarga in Tocharisch A mit Angabe der Situation ‘und der besonderen Umstdnde, unter denen der Buddha die Strophen gesprochen haben soll, ist in E. Sieg und W. Siegling, Tocharische Sprachreste, Berlin-Leipzig 1921, Nr. 217—218, 8. 105—107, verdffentlicht worden. In der Festachrift Moriz Winternite, Leipsig 1933, 8. 167—173 haben dieselben Autoren unter dem Titel ,,Bruchstick eines Udanavarga- Kommentare im Tocharischen" diese Textstiicke dbersetat und erléutert. Es handelt sich wahrecheinlich um ein vereinzelt erhaltenes Bruchstiick von Dharmasomas Udandlankéra in ‘Tocharisch A-Uberseteung, sdmit des gleichen Werkes, von dem 1949 auch umfangreiche Toile in Tocharisch B-Ubersetzung publisiert wurden. Siehe: E. Sieg und W. Siegling, ‘Tocharische Sprachreste, Sprache B, Heft 1, Die Udindlankars-Fragmente, Gottingen 1949. DaS die A-Brushstiicke dem gleichen Werk wie die B-Texte angshiren, wird hier 8. 5 als ‘Srtichert angenommen. *) Im Lolitavistara sind die vier exten der sochs Strophen alt, die Strophen 6 und 6 (406.1215) aus der vierten Strophe erweitert. Eine synoptische Ubersetzung der Episode in ‘dan Versionen des MabSvagga, des Dulva (= CPS), des Lalitavistara und des MahSvastu hat ‘Léon Foor in seinen ‘Fragments Extzaits du Kendjour’, Paris 1883, Annales du Musée Guimet Bd. 6, 8. 481483 (Entretion d’Upaka ot de Geutama) gegeben. Die Predigt von Benares (Vorgang 11—16). Dio Vinaya-Texte spiegeln deutlich wieder, daB dem Buddha die Gewinnung der ersten fiinf Schiiler nur schrittweise gelungen ist. Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha stimmen untereinander darin iiberein, daS der Buddha in Benares bis zur volligen Gewinnung der ersten finf Schiiler mehrere aufeinander folgende Predigten gehalten hat: 1. eine Predigt des achtgliedrigen Heilspfades, 2. eine Predigt der vier edlen Wabrheiten unter Definition jeder einzelnen, 3. eine Predigt der Wabrheiten in dreifacher Abwandlung,*) 4. eine Predigt tiber das Nichtvorhandensein eines Ichs. Nach der dritten Predigt gewinnt Kaundinya, den anderen Schiilern voraus, die richtige Einsicht und wird Monch. Da er sich somit als mit hervorragender Ein- sicht begabt erweist, fihrt er in Zukunft den Namen Ajnitakaundinya. Den iibrigen vier Jiingern mu8 der Buddha weitere Erliiuterungen geben, bis sie paar- weise die Lehre erfassen und Monche werden. Einige der Jiinger begeben sich zwischendurch nach Benares auf Bettelgang und beschaffen fiir alle sechs Nah- rang. Nachdom alle die Hinsicht erreicht haben und wieder vereinigt sind, hilt der Buddha sodann die Predigt uber das Nichtvorhandensein eines Ichs, Darauf erreichen alle fiinf Monche die Arhatschaft. Diesen schrittweisen Verlauf der Bekehrung bestiitigt noch das Résumé, das die Nidanakathé (8. 82) gibt. Auch danach bedarf es der wiederholten Predigt. Nur Kondafifia (Kaundinya) versteht dieselbe sogleich. Jeder der dibrigen vier Jiinger braucht nach diesem Text zum Verstindnis einen eigenen Vormittag, den der Buddha in Einzelunterweisung mit ihm verbringt. Am Vormittag des zweiten ‘Tages unterrichtet der Buddha den Vappa, am dritten Tag den Bhaddiya, am vierten den Mahanéma und am fiinften den Assaji, withrend die tbrigen vier jeweils auf Bettelgang gehen. Am finften Tag predigt der Buddha allen zusammen ‘ber das Nichtvorhandensein eines Ichs, mit dem Erfolg, daB die finf Jiinger gemeinsam die Stufe eines Arhat gewinnen. 7 Im OPS folgt die Verkiindigung der Wabrheiten in dreifacher Abwandlung (oben Predigt 3) im Unterschied von den anderen Versionen an zweiter Stelle, unmittelbar auf die des achtgliedrigen Heilepfades (Predigt 1). Kaundinya wird dadurch dio Einsicht zuteil. Die im CPS als Predigt 3 anschlieGende Definition der ‘Wahrheiten (sonst 2) verbilft diesem Jiinger bereits zur Arhatachaft.*) 1) Oldenberg, Buddha, 8.147 Anm. Buddha eine dreifach gogliederte vom Leiden i verstanden.‘* Die Mahavyut i it die drei parivarias serine (ed Sokaki 1510), dn Shavondondrge (810) and dou hatkecmont (1320). hellseherische Cinander getroffene Verabredung, ihn bei seinem Nehen nicht sa beachten ‘Vorg. 11). 11. Ankunft des Buddha bei den fiinf Jiingern und Verkiindigung des acht- gliedrigen Heilspfades. Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 127a, Z. 4 v.1.—e, Z. 7 v.r.; Dulva IV, BI. 63 V1—64 7. a) Der Buddha trifft im Gazellenhain bei Benares ein, wo sich seine fanf ehe- maligen Jtinger aufhalten. Als die fan ihn von weitem kommen sehen, verabreden sie sich, ihren fritheren Meister, da er die Askese aufgegeben habe, méglichst unbeachtet zu lassen. Indem der Buddha néher kommt, bringt seine ehrfurchtgebietende Erachei- nung sie jedoch dazu, ihren Vorsatzen untren 2u werden; aie begriifen ihn mit Hoch- achtung und bieten ihm einen Sitz an. Der Buddha verbitiet sich, von ihnen mit seinem biirgerlichen Namen angeredet zu werden und bezeichnet sich als Tathagata. Die finf Janger halten dem Buddha vor, wie unwahrecheinlich es sei, dap er nach Aujfgabe der Askese zu besonderen Erkenntnissen gelangt sein kinne. Der Buddha fragt, ob man ihm nicht cine ungewshnliche Abgeklartheit ansehe. Dap dies der Fall ist, mussen die fanf zugeben. 6) Der Buddha verkindet den fianf Schtlern, man habe zwei Extreme zu meiden, einmal den Sinnenbegierden zu fronen, zum anderen aber auch Selbstpeinigung zu ‘then. Der richtige Weg sei der der Mitte. Er nennt sodann zum ersten Male den Heile- Pfad, deasen acht Glieder er aufedhlt. ¢) Nach der Predigt des Pfades schickt der Buddha drei von den fan{ Schilern auf Battelgang in das nahe Dorf und instruiert die beiden anderen. AnschlieBend ver- zehren alle sechs gemeinsam, was die drei erbettelt haben. Nach dem Essen echickt der Buddha die beiden bereits belehrien Janger auf Bettelgang, wihrend er die drei anderen unterweist. Was die beiden erbettelt haben, verzehren dann die finf Janger allein; vom Buddha heiBt es, er esse nur am Vormittag. Vinaya-Parallolen: Mahivagga I.6.10—16(a); I.6.17—18(b); I.6.83—35(0); Vin. Mi, T.I. Ba. 22, S. 104b, Z. 8 v.r.—7 v.L(a); 8. 104b, Z.7—2 v.1.(b); 8. 108, Z.7—15 v.r. (0), ‘Vin, Dha, T. I. Bd. 22, 8. 787¢, Z. 13 v. r. i. 2 v. 1. (a); 8. 7870, Z. 2 v. L—S. 788a, Z. 14 ¥. 1, (b); 8. 788¢, Z. 16 v. r.—S. 7898, Z. 10-v. r. (c); Mahavastu IIT. 328.20—820.14 (a); ‘TIL. 330. 17 bis 331.16 (b); IIL. 339.6—7 (¢).*) 4) Bis zur BegriBung des Buddha durch die fritheren Jinger stimmen die Quellen im wesentlichen tiberein. Der Mahavagga wird sodanti ausfibrlicher als das CPS. Der Buddha stellt sich scinen ehemaligen Schilern als Arhat und ‘Tathagata vor. Er habe ihnen eine Lehre su verkiinden, deren Erfsesung das hochste Ziel weltabgeechiedenen Wandels erreichbar mache. Auf den Kinwand der Stinger, nachdem er sich der Vollerei hingegeben habe, seion doch kaum beeondere Erkenntnisse von ihm su erwarten, antwortet der Buddha, er gebe sich nicht der ‘Junger plotzlich geechorenen Hauptes mit Bettelnapf und im Monchegewand vor ihm, ohne deB cine Predigt berhaupt erfolgt ist. Boi der gleichen Gelegenheit, eogar véllig ohne Moti- ‘Vierung, geechieht die Ménchwerdung Mahavasta IT. 329.11—I4, in einem offenbaren Text- +) Sonstige Parallelen: (eu s—o): Lalitavistare 407.12—409.4; 416.16—417.2; Nidina- ‘Kethd 8. 81f.; Buddhacarita (tib,) XV.14—37; Kuo-h'6, T.I. Bd. 3, 8. 6440, Z. 13-v.r. bia 2. 18v.1; Chung-hed, T-I. Bd. 3, 8. 9680, Z. 3 v.r.—8. 964a, Z. 10v.r.; Chung-pén, T.I. Ba. 4,8. 148 0,2. Md v.r—b, Z.4v-b ‘ © atnting 7 Vollerei hin, und wiederholt die Angaben iiber seine Errungenschaften, auch als die Jiinger ein zweites und drittes Mal den gleichen Einwand erheben. Er schlieBt mit der Frage, ob sie ihn je vorher derartig hiitten sprechen horen. Das miissen die Jiinger verneinen und sind nun geneigt, seiner Predigt 2u lauschen. — Ganz isoliert steht demgegentiber das Mahdvastu, wo, wie schon S. 97 Anm. 2 erwihnt, die fiinf Schiiler gleich nach der BegriiBung unmotiviert in Ménche verwandelt werden. Darauf folgen Betrachtungen iiber den Platz, an dem friihere Buddhas ihre erste Predigt gehalten haben, und tiber die AusmaBe der Mandorla friherer Buddhas (III. 329. 16—330. 16). Auch der Lalitavistara figt an entsprechender Stelle lange Erorterungen sekundiiren Charakters ein (409. 21—416, 12). ©) Mahdvagga, Vin. Mi und Vin.Dha erwahnen gleichfalls die Zuriickbehal- tung einiger Monche zu gesonderter Instruktion, wihrend andere Jiinger auf Bettelgang gehen. Diese Texte verlegen dies aber an das Ende der drei Predigten. Kaundinya (Kondafifia) ist der einzige unter den fiinf Jiingern, der durch ein- maliges Horen der Predigten die Einsicht erreicht hat und vom Buddha ‘vollig gewonnen worden ist. Im Mahévagga wird darauf geschildert, da sich der Buddha den Vappa und den Bhaddiya noch einmal vornimmt, bis auch ihnen die Einsicht zuteil wird und sie ihn feierlich bitten, sie in seine Ordensgemeinschaft aufsunehmen. Die tibrigen drei Jiinger sind inzwischen auf Bettelgang gezogen, und alle sechs, heiBt es, leben von dem, was die drei erbettelt haben. Spiiter unter- weist der Buddha den Mahinama und den Assaji, bis auch sie die Einsicht ge- winnen und sich in den Orden aufnehmen lassen. Vini. Mi predigt der Buddha, nachdem Kaundinya die Einsicht erreicht hat, zuerst den vier tibrigen Monchen, von denen die gleichen beiden wie im Mahavagga die Einsicht erreichen und Monch werden; dann folgen die beiden letzten Jiinger. Die Bemerkung, da® alle von dem leben, was die drei auf Bettelgang Gezogenen erlangt haben, enthalt diese Version nicht. Nach Vin.Dha gewinnt der Buddha nach Kaundinya zunichst das im Mahavagga an zweiter Stelle genannte Jiingerpaar, dann das zuerst sufgefiihrte. Es folgt die Erklirung, da8 der Buddha einmal drei Louten predigte, wihrend zwei auf Bettelgang zogen, ein andermal zwei Leuten predigte, wihrend drei um Speise bettelten. Alle sechs (den Buddha eingeschlossen) aBen von der jewoils erhaltenen Speise. Die Bemerkung des CPS tber einen zweiten Bettelgang am gleichen und ttber das Sichenthalten des Buddha von Mahlzeiten nach ieee Shoo Pestle Kin Rudiment der in den drei Vinaya-Texten und im CPS erhaltenen Tradition scheint Mahdvastu III. 339. 5—7 vorzuliegen, wo von einer Sonderunterweisung fur drei Jtinger, die sich auf Bettelgang nach Benares begeben wollen, berichtet wird.") 12. Die vier edlen Wabrheiten in dreifacher Abwandiung (triparivaria). ‘Vin. M0, T.I. Ba. 24, 8. 1270, Z. 7 v.r.—8. 1284, Z. 8 v.r.; Dulva IV, BL 64 760 V 7- Der. Budiha predigt den janf Jangern die vier Wahrheiten vom Leiden, von der Enisicheang des Leidene, von der Vernichtung des Leidens end von dem sur Vernich- tung des’ Leidens fahrenden Pjad in dreimaliger Wiederhokung. Zutret ness or did ») Uber das Mahsvasta vg). unten zu Vorg. 15. mney Lhd 6 ceonaeot vier Wahrheiten als die neue Erkenntnis, die ihm aufgeleuchtet sei, dann fahrt er sie ein zweites Mal vor mit dem Vermerk, es sei ihm Mar geworden, das Leiden mitsse man richtig erfassen, das Entstehen des Leidens beseitigen, die Vernichtung des Leidens verwirklichen wnd den zur Vernichtung des Leidens fahrenden Pjad durch- schreiten. Beim dritten Male sagt er, es sci ihm die Erleuchtung gekommen, dap er das Leiden erfaBt, das Entstehen des Leidens beseitigt, die Vernichtung des Leidens ver- wirklicht und den zur Vernichtung des Leidens fuhrenden Pfad durchschritten habe. Ex achlieft mit den Worten, seitdem er diesen Einblick in die vier Wahrheiten getan habe, der von dreifacher Abwandlung (triparivarta) und zwilf Erscheinungeformen (dvidasikira) sei, habe er die Gewipheit, vollkommener Buddha geworden zu sein. Vinaya-Paralielen: Mahivagga I.6.23—29; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 104e, Z. 7 v.r. bis Z.8v.1; . Dha, T.I. Bd. 22, S. 788a, Z. 3 v.1.—b, Z. 7 v.1.; Mahavastu IIT. 332.13 bis 333.172) Die dreifach abgewandelte Verkiindigung der Wabrheiten folgt in den tbrigen Versionen auf die Definition der Wabrheiten (s. Vorg. 14). 13. Ajnatakaundinyas Erfassen der Wabrheiten. Jubel der Gotter iiber dio Lehrverkiindigung. ‘Vin, MO, T.I. Bd. 24, 8. 128a, Z. 8 v.r.—b, Z. 1 v.r.; Dulva IV, BL 66 V 7—67 R 1. Kaundinya, einer der fan Janger, gewinnt als erster die Hinsicht und heit fortan Ajnatakaundinya, weil von ihm die neue Lehre zuerst erfapt (ajnata) wurde. Die auf der Erde lebenden Yaksas brechen gleichzeitig in laute Freudenrufe aber die in Benares erfolgie Predigt des Buddha aus, worauf die Yaksas in der Luft die Nach- richt aufnehmen. In kurzem verbreitet sich so der Jubel daruber durch die Gétter- ‘welten bis nach Brahmaloka. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I. 6.29—31; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 1040, Z. 8 v.1. bis 8. 105a, Z. 2v.r.; Vin. Dha,T.I. Bd. 22, 8. 788b, Z. 7 v.L—o, Z. 7 v. Mahivestu III. 333.18 334.1; 334.13 —335.8.%) Abweichend vom CPS gewinnt Kaundinya nach allen verglichenen Versionen*) erst die Kinsicht, nachdem er auch die in diesem Texte voraufgehende Definition der Wahrheiten vernommen hat. Uber den Jubel der Gotter handeln alle Texte @leichartig.) Nach dem Mahdvagga wird Kondaiifis durch den Buddhs mit der Formel ,,komm, Monch" ordiniert, was Vin. Mi und Vin.Dha Parallelen hat (f. I. Bd. 22, 8. 105a, Z. 2—7 v. r. und 8. 7880, Z. 7—16 v. r.), im OPS aber nicht exwihnt wird. 1) Sonstige Parallolen: Lalitavistara 417.15—418.21; Nidinakath 8. 82; Buddha. catite (tib.) XV, 4780; Kuo-ch', T.I. Bd.3, 8.6440, 2. 228 vos Chang bt 7. Ba. 3, Lalitavistara (Jubel der Gétter) 8. 401.1—20; ‘Nidénakaths (tib.) KV. 5158; Kuo-ch‘d, T.L Bd. 3, 8. 6440, Z. 8 v.r.—6 v.1; Ohung hea, TL Ba. 9,8. ‘54b, Z, 16 v.r. und Z. 13—2v.L *) Der Lalitavistara (421.7) und das Buddhacarita, welche dio drei Prodigton zusammen ‘ebenfalls, da8 Kaunginya als orster die Kinsicht gowinnt (tib. XV. 61 tame tor Veriniungsvioer Lae eterRenen Bate 14. Definition der vier Wahrheiten. Vin. Ma, T.I, Bd. 24, 8. 128b, Z. 2 v.r.—15 v.1.; Dulva IV, BI. 67 R 1—68 V 6. Ein zweites Mal wendet sich der Buddha mit den vier Wahrheiten an die fanj Sanger. Er nennt die Wahrheiten und fragt fur jede einzelne, was darunter 2u ver~ stehen sei, um dann eine Umschreibung der Begriffe unter Aufzcigung der trend als Uraprung des Leidens zu geben. Der zur Vernichtung des Leidens fahrende Pfad wird mit seinen acht Gliedern aufgezithlt. Ajnitakaundinya erlangt die Stufe eines Arhat; den tbrigen vier der fanf Jtinger geht das Verstindnis der Lehre auf. Vinaya-Parallelon: Mahvagga I.6.19—22,32; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 104b, Z, 2v.1. bis o, Z.7-v.r.; Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8.7880, Z, 14 v.r.—Z. 8 v.1.; Mahavastu III. 331.17 bis 332.12; 337.3—7.) Abgesehen davon, da8 die tibrigen Texte die Definition der Wahrheiten vor ihre Predigt in dreifacher Abwandlung einordnen, besteht gute Ubereinstimmung mit dem CPS. Jedoch ist es dessen Besonderheit, da8 Ajnatakaundinya, nachdem er vor den tibrigen vier Jtingern die Kinsicht gewonnen hat, nun auch die Arhatschaft frither als diese erreicht. Die gleiche Hervorhebung erféhrt Kaundinya im Mahd- vastu am Schlu8 der Predigt itber das Nichtvorhandensein des Ichs. Vgl. zu Vorg. 15. 15, Predigt tiber das Nichtvorhandensein eines Ichs, Vin. Mi, T.I. Bd, 24, 8. 128b, Z. 14 v.1.—o, Z. 12 v.r.5 Dulva IV, Bl. 68 V 6—69 R 6. Der Buddha predigt den vier noch nicht Arhat gewordenen unter den fianf Jéangern, daB Kérperlichkeit, Empfindung, Wakrnehmung, Willenskrajte und Bewuptsein ‘nicht das Ich(atman) darstellen, sondern ohne Bestand, leidbehajtet und der Verande- rung unterworfen sind. Wenn ein einsichtiger Schiller davon abstehe, darin das Ich zt sehen, werde er der Erlisung teithaftig und nicht wiedergeboren werden. Auf Grund dieser Predigt erreichen auch die abrigen Janger den Stand eines Arhat, wodurch sich die Zahl der Arhata in der Welt auf sechs (den Buddha eingeschlossen) erhiht. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I.6.38—47; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 1060, Z. 15 v.r-bis 2.5 in, Dha, T.I. Bd. 22, 8.780, Z. 11 v.r.—b, Z. 4 v.r.; Mahavestu IIT. 335.11 bis 337.20—339.2; 339.5 —340.15.%) Nach Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha erlangen die fiinf Jiinger gemeinsam die Arbatachaft, wihrend Ajnstakeundinya diesen Zustand nach dem CPS schon am Ende der voraufgehenden Predigt erreicht (vgl. Vorg. 14). Das gleichbleibende Ergebnis ist, da die Zahl der Arhats nach AbschluB der Prodigt sechs betrigt. Im Mahavastes ist die Predigt aber dae Nichtvorhandensein eines Ichs zu drei vVerselbstindigten Teilon erweitert, die Uberschneidungen und Wiederholungen enthalten. Insgesamt wird der Inhalt der beiden anderen Versionen ungefébr Teprodusiert ; der erste Teil steht den Parallelen am nichsten. Am Ende des ersten Teileg gewinnt Ajnitakaundinya die Arhatechaft (III. 337.4), wihrend die vier 1} Sonstige Paraliolen: Lalitavistora 417.2—16; NidinakethS 8. 82; Buddhscarite (tib.) XV.38—46; Kuo-oh's, T.T. Bd. 3, 8. 644b, Z. 12 v1. Chung-péa, TL. Ba. 4, 8. 148, Z, 4¥.1.—, Z. 8 v.r. whos Bave oe 2) Sonstige Paralloten: NidénakathS 8.82; Kuo-ch'd, T.1. Ba. 3, 8. 646a, Z. 5—Id ven; Chung be6, T.. Bd. 3, 8. 964b, Z. 6-14 v-r- * 100 librigen Jiinger die Binsicht, das ,,reine Auge des Gesetzes', erlangen. Nach Ver- kiindigung des zweiten ‘Teiles verfigt Ajnatakaundinya tiber ibernatiirliche Kriifte (III. 338. 20 balavadibhdvam prapunesi), und die vier anderen erreichen die geistige Lauterkeit eines Arhat. Mit dem dritten Teil der Predigt, der ganze Partien wiederholt, wendet sich der Buddha an drei der fiinf Jiinger, die auf Bettelgang nach Benares gehen. Auch diese drei erlangen nun Gewalt diber besondere Kriifte. Nach jeder Predigt werden auch groBe Mengen von Gottheiten genannt, welche die Einsicht gewinnen (vgl. 8. 97 Anm.). 16. Die Bekehrung des Yasa, ‘Vin. MG, T.I. Bd. 24, 8. 1280, Z. 13 v.r.— S. 129a, Z. 11 v.1.; Dulva IV, Bl. 69 R 6—71 R 5. Yada, ein Jtingling aus einer der ersten Familien der Stadt Benares, fahrt ein den Sinnengeniissen hingegebenes Leben. Wie es die spatere Legende auch vom Buddha eraihlt, erwacht er eines Nachts im Kreise seiner Frauen, die eingeschlajen sind und einen haflichen Anblick gewahren. Er meint, sich auf einem Leichenacker 2u be- finden, erhebt sich von seinem Lager, zicht ein Paar kosthare Sandalen an und trité an die Tar des Schlafgemaches mit dem Ausspruch, er fakle sich angewidert und abge- sopen, Gétter dffren ihm darauf die Tar, und ebenso geachicht e¢ an Haus- und Stadtior. Er kommt an das Ufer des Flusses Baraka wnd sieht den Buddha am anderen Ufer atuf und ab wandeln. Wieder bringt Yasa zum Ausdruck, er fable sich angewidert und abgestopen. Der Buddha ruft ihn 2u sich; darauf legt Yasa seine Sandalen ab, aberquert den Flup und folgt dem Buddha zu dessen Aufenthaltsort. Dort predigt ihm derselbe in aller Ausfiuhrlichkeit die edlen Wahrheiten. Yasa erfapt die Lehre und bekennt sich als Laienanhanger. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I.7.1—6; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8.1058, Z.5v.1—b, 4.13 v.r.; Vin. Dha, T.I. Ba. 22, 8.789b, Z. 6 v.t.—, Z. 8 v.r.; Mahavasta IIT. 402.10 bis 409.3.) Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha stimmen in den Grundaztigen mit dem CPS tiberein, doch fehlt im Mahdvagga das sonst tiberall vorkommende Erwihnen der FiuBitberquerung und des Ablegens der Sandalen. Hier heift es nur, da8 sich ‘Yaga zum Isipatana begibt. Nach Mahdvagga und Vin. Mi gewinnt Yaéa nach der Predigt des Buddha die Einsicht; nach Vin. Dha wird er vom Buddha mit den Worten ,,komm, Monch‘ in den Orden aufgenommen. Nach dem Mahdvastu erlangt der Jtingling, der hier Yaéods heiBt, sogleich dbernatiirliche Einsichten und Kriifte, Die Erzihlung iat in diesem Text stark erweitert. Wir horen von den Bemiibungen der lange Zeit kinderlosen Eltern Yaéodas, einen Sohn su bekom- men, erfahren, daB ein Gott aus der Gruppe der DreiunddreiBig, dessen Wieder- geburt bevorsteht, einwilligt, Sohn des Kaufmanns zu werden, nachdem Sakra ihm den Eintritt in den Orden des Buddha garantiert hat. Auch die Geburt und Jugend Yaéodas werden behandelt. Erst Mahavasta IIL. 407. 17 beginnt dio un- mittelbare Parallele zu den tbrigen Texten. 4) Sonstige Parallolon: NidiinakethS 8.62; Buddhacarite (tib.) XVI.3—8; Kuo-ch‘t, TL Ba. 3, 8, 6450, Z. 9 v.1—b, Z.4 v.L; Ohung-bst, T.1. Bd. 8, 8.9640, Z. 4 v.r.—8. 955b, 2.1 v.2.; Ohung-pin, T.I. Bd. 4, 8. 1498, Z. 16—4v.1. 101 17. Yaéas Vater wird Laienanhinger, Yaga Arhat. Vin, Ma, T.I. Bd. 24, S. 1298, Z. 10 v.1.—b, Z. 5 v.1.; Dulva IV, Bl. 71 R 6—74 B 1. Hine Dienerin meldet Yasas Vater das Verschwinden des Jiiglings. Der Vater beftirchtet eine Entfahrung und begibt sich mit fackeltragenden Dienern an die Baraka, wo er die abgelegten kostharen Sandalen seines Sohnes findet. Er aberquert den Flup und erreicht den Aufenthalisort des Buddha. Dieser sieht ihn kommen und bewirkt durch seine tbernaturlichen Krajte, dap der dort weilende Yasa fur seinen Vater unsichtbar ist. Auf dessen Frage, ob er Yasa geschen habe, fordert der Buddha ihn auf, Platz zu nehmen, zu gegebener Zeit werde er den Sohn erblicken. Durch die nun folgende Predigt des Buddha gewinnt Yadas Vater die Hinsicht und bekennt sich als Laienanhanger, wihrend Yasa selbst die Arhatschajt erlangt. Nunmehr lapt der Buddha den Yasa seinem Vater sichtbar werden und rithmt in einer Strophe Bigen- ‘schaften eines wahren Asketen. Yasas Vater méchte den Sohn wieder mit nach Hause nehmen, doch stellt ihm der Buddha vor, wie unméglich es sei, dap Yasa, nachdem er die edlen Wahrheiten nach Art eines Arhat intuitiv erfapt habe, ins Welileben curtick- kere. Der Vater freut sich uber die Krrungenschajt des Sohnes und ladet den Buddha und Yasa fur den folgenden Tag in sein Haus ein. Es gibt nunmehr sechs Arhats in der Welt; der Erhabene iat der siebente. Vinays-Parallelen: Mahdvagga I. 7.7—165; Vin. ‘Mi, T.I. Bd. 22, S. 105b, Z. 13 v.r. bis ©, Z. ll v.r.; Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 7890, Z. 8 v.r. 7908, Z.9 v.1.; Mahavastu IIT. 409.4—418.15.1) Nach dem Mahavagga folgt der Vater den Sandalenspuren seines Sohnes zum Isipatans. Nach allen anderen Versionen findet er die Sandalen am FinBufer und iiberquert die Baraka (Bars, Varané). Mahdvagga, Vin. Mi und Vin. Dha iber- liefern, gleich dem CPS, da8 der Buddha den Yaéa unsichtbar macht, bis dereelbe die Arhatschaft erreicht hat und sein Vater Upisaka geworden ist. Diese Texte vermerken simtlich, Yasas Vater sei der erste Upisaka gewesen, der sich der drei- fachen Zufluchtsformel bedient habe, und konstatieren auch, da Yaéa der sechste Arbat (vom Buddha abgeschen) wurde. Keine dieser Versionen enthilt jedoch cine Strophe wie das CPS, Nur das Mahavastu entepricht dem CPS in dieser Be- siehung, gestaltet den Vorgang im dbrigen jedoch weitgehend um: Vater und ‘Mutter des Yaéoda suchen gemeinsam nach dem Sohn und kommen nach Auf- findung der Sandalen und Uberquerung der Varapé sum Buddha. Yaéods, der ‘bernatiirliche Krafte gewonnen hat, macht sich hier selbst unsichtbar, vollzicht weiterhin auf Anweisung des Buddha zablreiche Wunder, darunter das yamaka- pratihdrya und Steigerungen desselben. Der Buddha spricht darauf zwei Strophen liber Eigenschaften, die einen Sramans ausmachen; die zweite davon deckt sish mit der des CPS. Nach einer Predigt des Buddha erlangen Yaéodas Eltern dit ic eee ten den Buddha, ihren Sohn in den Orden sufsunehmen, was geechicht. noch weltlich gekleidet, steht Yaéoda plotalich in der Tracht eines Monches da. *) Sonstige Parallelen: Kuo-ch‘, T.I. Bd. 3, 8.645b, Z. 4. v.L.—c. Z.12-v.1.; Obung- pate Be. & 8.0800, Z.1 v.r.—o, Z.8 v.15 Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8.1498, 2.4 v.-—b 18. Yasas Mutter und Frau werden Laienanhéngerinnen. Vin. Mi, T.1. Bd. 24, 8. 129b, Z. 4 v.1.—e, Z. 11 v.r.; Dulva IV, Bl. 74 R 1—76 V 6. Als der Buddha in Begleitung Yasas am nachsten Vormitiag in dessen vaterliches Haus kommt, lauschen Mutter und Gattin des Yasa seiner Predigt, bie sie es ebenfalls zum Verstandnis der edlen Wahrheiten bringen und sich als Laienankdngerinnen bekennen. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I.8.1—4; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 105c, Z. 11 v.r. bis 11 v.L; Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 790a, Z. 9 v.1.—b, Z. 7 v.11) Mahavagga und Vin. Dha erwihnen, da8 die Frauen die ersten Upasikas sind, welche die dreifache Zufluchtsformel sprechen; Vin. Mi desgl., doch ist in dieser Version nur von der Mutter des Yaéa die Rede. Vin. Dha beginnt die Eraihlung mit einem Bericht des Vaters tiber den Eintritt seines Sohnes in den Orden und iiber den bevorstehenden Besuch des Buddha. Das Mahdvastu liBt Vater und Mutter schon im voraufgehenden Vorgang gleichzeitig Laienanhiinger werden. 19. Vier junge Freunde des Yaés werden bekehrt und Arhat. Vin. Mo, T.I, Bd. 24, 8.1290, Z. 11 v.r.— S.130a, Z.4v.1.; Dulva IV, BL. 77 V 6—78 V 7. Vier vornehme Freunde des Yasa namens Parna, Vimala, Gaviimpati und Subahu vernehmen, dap Yasa Ménch geworden ist. In der Meinung, ca misse sich beim Buddha und seiner Lehre um etwas Ungewohnliches handeln, folgen sie dem Beiapiel ihres Preundes. Sie werden ebenfalls Arhats, so dap deren Zahl, den Buddha einge- achlossen, auf elf wéichst. Vinaya-Parallolon. MahSvagga I.9.1—4; Vin. Mi, T.I. Ba. 22, 8. 1080, Z.11 v.1. bis 8. 106a, Z. 2 v.r.; Vin. Dha, T. I. Bd. 22, 8. 790b, Z. 7 v.r.—Z. 1 v.14) Keine wesentlichen Unterschiede. Mahavagge, Vin. Mi und Vin. Dha konimen die Freunde zuerst zu Yaéa, dem sie mehr oder minder ausfulhrlich ihre Abeichten kundtun. 20. Bekehrung von nochmals fiinfsig jungen Leuten sus Benares. Vin, Ma, T.I. Ba. 24, 8. 1300, Z. 4-v.r—Z. 13 v.1; Dulva IV, Bl. 78 V 7—70 B 1. Fanjzig weitere Janglinge aus Benares handeln wie Yasas Freunde Vorg. 19. Die ZaMi der Arhats wichst mit Hinschlup des Buddha auf 61. Vinaya-Perallelon. Mahavagge I.10.1—4; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8.1060, Z. 3—6 v.r.; Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 790b, Z. 1 v.l.—o, Z. 8 v.1.; Mahivastu IIT. 377-1—6.*) Die Texte schildern das Geschehen in analogem Wortlaut zu Vorgang 19. Vin. ‘Mi kiirzt ab. Das Mahdvastu bietet keine unmittelbare Parallele, berichtet an der angegebenen Stelle aber von der Ordinierung von 30 Leuten, die der Buddhs beim casi, T.L Ba. 8, 8. 086b, Z. 4v.1.—o, Z. 14 v.r.5 Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8. 149b, Z. 10—18 v.r. +) Sonstige Parallelen: Nidinakathé 8.83; Baddhacarita (tib.) XVI.16—18; Kuo- eh‘ TLE, Ba. 3, 8. 6460, Z.11 v. L—8. 6460, Z.7 v.1.5 Chung-hsi, T.I. Bd. 3, 8. 9560, Z.15 Vet.—B, 967e, Z. 6 v.2.; Chung-pén, T.1. Bd. 4 8. 14%b, Z. 11—5 v.L. 21. Aufforderung an die Stinger cur Missionstiitigkeit. ‘Maras erfolgloser Einmischungsversuch. Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 1308, Z. 12 v.1.—b, Z. 14 v.1; Dulva IV, Bl. 79 R 180 R 3. Der Buddha eréffnet seinen Monchen, er sélbst und auch sie seien freigeworden von allen Banden géitlicher und menschlicher Natur, sie sollten nunmehr einzeln auf Wanderschajt gehen, um der Welt das Heil zu bringen; er werde sich nach Urubiled begeben. Mara, der Bése, hirt diese Worte, nimmt die Gestalt eines jungen Brahmanen an und wirjt dem Buddha in einer Strophe vor, sich falschlich der Befreiung 2u rahmen. Der Buddha erkennt Mara in dem Brakmanen tnd weist ihn mit einer Strophe ab. Mara zieht sich betrabt zurtick. Der Buddha wiederholt seine Aufforde- rung an die Ménche, die gehorchen und einzeln die Wanderschaft antreten. Parallelen. Mahivagga I. 11.1—2 (teilwoise Wiederholung I. 13.2); Vin. Mi, T.I. I, Bd. 22, 8. 7920, 2.16 v.r.—8.793a, Z.10 v.r-5 Vina: Ba. 22, ‘Mahavestu IIT. 415.6—417.6; ITT. 420.14.) Vin. Mi fehlt die Mara-Episode. Der Text erwihnt aber die Entsendung der Monche. Die itbrigen Versionen stimmen im Gedankengang mit dem CPS iiberein, essen Besonderheit in der sonst nicht erwihnten Verwandelung Maras in einen jungen Brahmanen besteht. Der Ort, 2u dem der Buddha selbst sich begeben will — im CPS Sendyanagramaka bei Urubilva — heiGt im Mahavagga Senanigama, im Mahivastu Sendpatigramaka. Das Mahdvastu bringt zwei Versionen des Mara- Besuches. Die erste enthilt die gleichen Strophen wie das CPS, die zweite zwei andere Strophen: Mara erklirt, er werde den Buddha in die Fesseln der Sinnlich- keit schlagen, worauf dieser antwortet, daB er sich von dem Einflu8 der Sinne freigemacht habe. Im Mahavagga kommen in einem doppelten Redewechsel alle vier Strophen vor.*) Vin. Dha bringt es auf sechs Strophen. Die erste Erklarung an die Monche tiber das Freisein von Bindungen ist in Versform gehalten, und diese erste Strophe wird am SchluB wiederholt. Die iibrigen vier Strophen ent- sprechen denen des Mabivagga und des Mahivastu. Nach dem Mahdvagga (I. 12. 1—4) autorisiert der Buddhe die 60 ersten Monche, als er sie entliSt, nun ihrerseits die Ordination zu erteilen. Diese soll zum Unter- schied von dem spateren Verfahren einfach in der dreimaligen feierlichen Zuflucht- nahme zum Buddha, zur Lehre und zur Gemeinde in Gegenwart ordinierter ‘Monche bestehen, wobei die Kandidaten Monchskleidung anzulegen haben. Eine entsprechende Bestimmung enthilt auch Vin. Dha (8. 793, Z. 10 v. r.—9v. 1.). can), Lonttige Parallolon: Nidinakaths 8. 82; Buddhsoasite (tb,) XVI.10—22; Kuo- WL Bd. 8, 8.6460, Z.7—12 v.r.; Chung-hs, T.I. Bd. 8, 8. 9578, Z.6 v.r—Z.3 hi Chang-pén, T.I. Bd. 4, 8. 1496, Z. 6—9 v.r. [ a. *) Tedoch in der teilweiven Textwiedorholung Mah&vagga I.13.2 und im Mirasemyutte des Samyutteniitya (Bd. I, 8. 105f.) nur die beiden dem OPS entaprechenden. Vgi. auch Win- isch, Mire und Buddha, Leipzig 1895, 8. 90ff. III. Bekebrungen in Gays nach Riickkehr aus Benares (Vorgang 22—26), 22, Gewinnung von 60 Laienanhingern in Sendyanagramaka. Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 130b, Z. 14 v.1—e, Z. 1] v.1; Dulva IV, BL 80 R 3-82 R 1. Der Buddha macht sich auf den Weg nach Magadha, erreicht Senayanagramaka bei Urubiled und weilt daselbst in einem Walde. Zu dieser Zeit vergnigen sich dort sechzig Freunde mit Frauen. Bine von diesen bestichlt die Manner und macht sich davon. Auf der Suche nach ihr stofen die Freunde auf den Buddha und fragen ihn, ob er der Frau begegnet sei. Der Buddha stellt die Gegenfrage, ob es ihnen wichtiger erscheine, eine Frau oder sich selbst zu suchen. Als sie sich selbst fiir wichtiger er- Haren, fordert der Buddha sie auf, Platz 2u nehmen und seiner Predigt 2u lauschen. Nach gehériger Vorbereitung erfassen die 60 Freunde die vier edlen Wahrheiten und schlieBen sich dem Buddha ale Laienankanger an. Vinaya-Parallelen: Mahivagga I. 14.1— 5; = Mi, T.I. Bd. 22, 8.107a, Z.15—1 v.1. (Bekehrung von 30 Leuten), 8. 107a, Z. 0 von 60 Leuten); Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 793a, Z. 9 v.1.—b, Z. 16 v. Boy Mantra HE 375.13 —376.16.1) Mahdvagga und Vin. Mi sind es 30, Vin.Dha 50 Freunde, die der Buddha wie im CPS bekehrt. Nach diesen drei Versionen vergniigen sich die Manner mit ihren Ehefrauen; nur fir einen, der keine Frau hat, ist eine Hetiire mitgenommen wor- den, die nun stichlt. Die Minner werden nach diesen Texten Monche, nicht Upasakas wie im CPS. Vin. Mi 1iBt die 30 gleich zu Arhats werden, deren Zabl damit auf 92 steigt.t) Dieser Text erzihlt anschlieBend summarisch, daB weitere 60 Manner, die den Park aufsuchen, auf den Buddha treffen und von diesem ordiniert werden. Die Zahil der Arhats betragt nun 152. Das Makavastu weicht von den dibrigen Versionen stark ab: 30 Freunde, die sich in einem Walde vergniigen, werden von einer als Hetiire verkleideten Gottheit in die Nahe des Buddha gelockt und von diesem ordiniert. 28, Bekebrung der Nand& und Nandabalé zu Laienanhingerinnen in Sendyanagramaka. Vin, Ma, T.I, Ba. 24, 8. 1300, Z. 10 v.1.—8. 181o, Z. 12 v.r.; Dulva IV, B18 V 1-85 6. Am nachsten Morgen zieht der Buddha auf Bettelgang nach Sendyanagrimaka. Bei der Uberlegung, wem er dort zuerst predigen soll, erinnert er sich an Nanda und Nandabala, die ihm einst, nach einer Periode der Nahrungsenthaltung, die erate Speise gereicht haben.*) Er begibt sich zu ihrer Wohnung, nimmt auf dem dargebotenen Site Platz und predigt den Schwestern nach gentigender Vorbereitung die vier edlen Wabrheiten. Beide werden Laienanhangerinnen und bewirten den Buddha. 3) Sonstige Parallelon: NidSnakethé 8. 82; Chung-hsi, T.I. Ba.8, 8.957, Z.1 v.L bia »,Z, 2-v.L; Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8. 149b, Z. 4 v.1.—c, Z. 6 v.r- *) Der 62. Arhat wurde nach einer in diesem Text vorsufgehenden Episode Nélaka, dee ‘Hold der Elapatra-Logende, vgl. die Bemerkungen su Vorgang 23. Auch Vin. Dha erwihnt seine Achatachatt. Bs oo ae ") Textnachweise xu dieser Legende s, E. Bieg u. W. Siogling, Die Speisung - sativa vor dor Edoacntang, hie Majo Bd. 8. 377-280; Vel noch B; Waldochs, Le Gmnde vom Leben des Buddhs, 1929, 8, 199—141. 105 Der Vorgang hat in den Vinaya-Texten keine Parallelen. Vin. Mi, Vin. Dha und Mahavastu haben statt dessen unter die zuletzt geschilderten Vorgiinge die Er- zahlung von Nalaka (Narada) und dem Schlangenkonig Elapatra aufgenommen.) 24, Demonstration von Wunderkriften vor Urubilvakaéyapa..) a) Der Buddha bezwingt einen Naga (Wunder 1). Vin. Mi, T.I. Bd, 24, 8. 181a, Z, 12 v.r.—b, Z. 11 v.1.; Dulva IV, BI. 85 R 6—87 R 7. Der Buddha tberlegt, nachdem er Senayanagrimaka verlassen hat, welcher Sekten- fakrer in Magadha so bekannt sei, dap durch seine Bekehrung viele andere Leute mit- gewonnen werden kénnten. Ihm erscheint Urubilvakadyapa, ein hochgeachteter Mann von 120 Jahren, der sich mit 500 Schillern am Ufer der Nairanjand aufhéilt, am geeignetsten. Er macht ihm einen Besuch und bittet ihn nach formvollendeter Be- grupung, in seinem Feuerhaus (agnyégara) Aufenthalt nehmen zu darjen. Kadyapa warnt ihn vor einer giftigen Schlange, die sich dort befinde, hat aber nichts einzu- wenden, als der Buddha erklart, die Schlange werde ihn nicht beldstigen. Bei Ankunft des Buddha speit das witend werdende Tier Rauch und Flammen aus, was der Buddha mit gleichen Mitteln erwidert, so dap das Haus gleichsam in Flammen steht. Kasyapa, der nachts die Sterne beobachtet, sicht den Feuerschein und furchtet, der Erhabene sei von der Schlange zu Asche verbrannt worden. Indessen tritt der Buddha in die Versenkung ein und bringt darin eine derartige Feuersglut hervor, dap die Schlange sich bezwungen gibt und sich von ihm in seine Almosenschale werfen lpt. Als Kasyapa spater gewahrt, dap der Buddha die Schlange in seiner Schale tragt, bestaunt er dessen tibernatarliche Krafte, sagt sich aber, auch er selbst sei ein Arhat. Vinaya-Parallelen: Mahavagge I. 15.15 (vgl. I. 15.6—1); Vin. Mi, TI, Bd. 22, 8,108, 4%. 8v.x,—4 v.1.; Vin, Dha, T.I. Bd. 22, 8. 798b, Z. 16 v.r.—c, Z. 9 v.7.; Mabavastu TI. 428.10 —429.20. In den Houptaiigen stimmen Mahdvagga, Vin. Mi und Vin, Dha mit dem CPS iberein. Alle Texte beginnen sogleich mit dem Besuch dea Buddha bei Kaéyapa, obne die Uberlegung zu Eingang des CPS. Der Mahdvagga erwihnt einleitend neben Uruvelakassapa als Haupt von 500 Jatilas seine Brider Nadikassapa als Fuhrer von 300 und Gayakassapa als Fiihrer von 200 Schiilern. Hier trigt der Buddha seine Bitte um Ubernachtung im Feuerhause Uruvelakassapas dreimal vor. Besonders hervorgehoben wird auch, da8 der Buddha bei seinem Kampf mit dem Naga bedacht ist, dessen Leib nicht zu beachidigen. Wesentlich verschieden von den dibrigen Versionen ist dio Fassung des Ma- + Schon die Ankunft des Buddha bei Kaéyaps (III. 424. 4—426, 10) ver« MWoft ungewohnlich. Zaubernd erscheint der Buddha als Jatila, umgeben von 1000 *) Vin. Mi, T.I. Ba. 22, 8, 106, Z. 14 v.r.—8. 107a, Z. 16 v.r.; Vin. Dha, T.I. Bd. 23, 8. 791a, 2. 6 v.r.—S. 7920, Z. 15-v.x.; Mahivastu TI. 382.8-—380.11. Zar Legende vgl. H. Liiders,,Bhéthut und die buddhistische Literatur, Loipaig 1941, 8. 165ff., und die dort Queliennechweise. 3) Ander den unten behandelten Vinays-Texten finden sich Parallelen zu dema Yorsang: Nidinakathé 8.82; Buddhscarita(tib.) XVI.23—25; Tai teh, T.1. Bd. 8 8 4800) Z. 10.1.8. 4820, Z. 1.x; Kuo-ch‘i, T.I. Bd. 3, 8. 6460, Z, 13.v.2.—8, 649b, Z. 6v.2-+ Chung -hai, T.I. Bd.3, 8.9580, 2. 6 v. r-—8. 960b, Z. 3 v.1.; Chung. 7 8.1480 2.1 v.t.—8, 15lo, Z. 4v.r. i ne eto 106 ihn verehrenden Jatilas, aus der Luft vor Kaéyapa, der ob des Auftretens eines solchen Konkurrenten nicht gerade erfreut ist und fiir sein Ansehen fiirchtet. Der Buddha erkennt Kaéyapas Gedanken, liBt die hervorgezauberten Jatilas ver- schwinden’) und tritt in seiner normalen Gestalt vor den Sektenfithrer, der tiber das Geschehen zwar staunt, sich selbst aber fiir noch zaubergewaltiger hilt. Die Bezwingung des Naga ist im Mahavastu die letzte Demonstration des Buddha und fiihrt zur Gewinnung aller drei Briider und ihres Gefolges. Ein eigentlicher Kampf zwischen dem Buddha und der Schlange findet nicht statt. Als der Buddha im Hause Platz nimmt und in die Versenkung eintritt, vermag der Naga den vom Buddha susgehenden Glanz nicht zu ertragen und verkriecht sich in dessen Almosenschale. Das Haus leuchtet so von der Glut und dem Glanz des Buddha, da8 die Jatilas zam Léschen des vermeintlichen Brandes herbeieilen. b—f) Der Buddha Herr iiber das Element Feuer (Wunder 2, 3, 4, 5, 6). Vin, Ma, T.I. Bd. 24, 8. 131b, Z. 11 v.1.—o, Z. v.r.(b); 8. 18le, Z.5 v.r.—I2 v.L(e); 8. I8le, Z.12—2v.1.(d); 8, 1328, Z.4—14 v.r.(e); 8. 132a, Z. 14 v.r.—b, Z.1v.r.(f); Dulva IV, BL. 87 R 7—88 R 2 (b); Bl. 88 R 2—89 V 3 (c); Bl. 89 V 3-89 R 3 (d); Bl. 89R3—00V3 (e); Bl. 90 V 3—90 R 5 (f). Urubileakadyarpa hat 500 junge Brahmanen als Schiller, von denen jeder drei Peuerstellen unterhiilt. Als die Schiller eines Tages die Feuer b) entziinden wollen, brennen diese nickt an, als sie sie c) lWachen wollen, gelingt das nicht. Sie berichten, ihrem Lehrer davon, der in diesem Geschehen sogleich ein tbernatirliches Eingreifen des Buddha vermutet, sich 2u diesem begibt und die Bestatigung erhalt. Der Buddha lagt auf Wunsch Kasyapas die Feuer sodann sich von aelbst entztinden bew. erléschen. Kiédyapa staunt aber diesen Beweis von Wunderkrajt, will aber eine Uberlegenheit des Buddha nicht anerkennen. Analoges geschieht, als Kasyapa eines Tages selbst d) die Feuer entztnden und ¢) die Feuer lachen will, {) ale sein Feuerhaus in Brand gerat tnd er sich mit seinen Schilern tnd einer grofen Volksmenge vergeblich Semaht, den Brand 2u lschen. Kasyapa vermutet richtig, dap der Brand vom Buddha veranlaft worden ist, und dieser bringt denselben auch auf Ersuchen sofort zum Ver- Mahavagga I.20.13—15; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 1080, Z.4v.r. ‘Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 7950, Z. 6 v.1.— 8. 796a, Z. 13-v.r.; MahAvestu IL. 426.12 — 428.8. Die im CPS an dieser Stelle geschilderten Wunder kommen mit Abwandlungen und Erweiterungen auch in den tibrigen Versionen vor. Bescheiden ist der Maha- vagga, der nur berichtet, daB sich Kaéyapss Schiiler vergebens bemihen, (1.) Holz zu spalten, (2.) Feuer zu entaiinden, (3.) Feuer zu loschen, und da8 der Buddha (4) 600 Kohlenbecken hervorruft, an denen sich die Jatilas in der kalten Zeit ‘wirmen. Nach Vin. Mi vermdgen die Schiller, als sie Holz spelten wollen, nicht (1) die Axt zu erheben, (2.) sie zu senken, (3.) sie wieder zu erheben; ferner ent- inden sich (4.) ihre Feuer nicht; lassen diese sich (6.) nicht Wechen; (6.) rinnt, als 1) Kine Parallele hat diese Hervorsauborung von Jatilas in einem sonst isoliert stehenden Abschnitt’Vin; Dha (T.I. Bd. 22, 8. 795c, Z. 6 v.7-—. 6 v.1.). Der Buddha 1s8t dem Kasyapa, der sich Gaate wimecht, ‘nachsinander 500 Ménche, 500 Jatilas und 500 feuerbedienende Brahmacirins orscheinen. 107 sie die Koblenreste iibergieBen wollen, kein Wasser aus ihren GefiBen; (7.) flieBt bei der gleichen Gelegenheit unaufhorlich Wasser. Vin. Dha berichtet (1.) daB der Buddha den Schilern Kaéyapas 500 Kohlenbecken zum Warmen hervorzaubert (wie im Mahavagga), weiterhin, da8 die Schiiler erfolglos versuchen, (2.) Holz zu spalten, (3.) die Axt zu erheben, (4.) die Axt zu senken, (6.) Feuer zu entziinden, (6.) Feuer zu loschen, (7.) Wasser aus Kriigen auszugieBen, (8.) das Ausgiefien des Wasser zu beenden. Das Mahavastu bringt weitere Varianten. Hier hat Kasyapa sich mit seinem Gefolge, um zu opfern, in die Luft erhoben, als: (1.) das Feuer nicht aufflammt, (2.) die Opferspende nicht ins Feuer fillt. Nach dem Opfer gelingt es den Jatilas nicht, (3.) aus der Luft herabzusteigen, finden sie (4.) ihre Sanften nicht, sehen sie (5.) ihre WassergefiiBe nicht, als sie Wasser holen wollen; gelingt es ihnen (6.) nicht, die GefiiBe zu heben und (7.) Nahrung zu sich zu neb- men; als sie Holz fallen wollen, konnen sie (8.) die Axt nicht schwingen. gi) Feuerschein der Gotter umgibt den Buddha (Wunder 7, 8, 9). Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8, 132b, Z. 2—14 v.r.(g); 5. 132b, Z. 16—4 v.1.(h—i); Dulva IV, Bl. 90 R 6—91 R 4 (g); Bl. 91 R 4—92 R 3 (h); Bl. 92 R 3—93 R 3 (i). Hines Nachts suchen (g) die vier Himmelskinige den Buddha auf, wm seiner Predigt 2u lauschen. Késyapa halt wm diese Zeit Ausschau nach Sternbildern und entdeckt den Feuerschein, der von den Himmelskinigen ausgeht, vor dem Buddha, Er schliept daraus, dap dieser wie er selbst cin Feuerverehrer ei. Am folgenden Tage teilt er dem Buddha seine Vermutung mit, doch macht ihm derselbe von der wakren Ursache des Fewerscheines Mitteilung. Genau entsprechend schildert (h) einen Besuch Sakras und (i) einen Besuch Brahmans beim Buddha. Vinaya-Parallelen: Mahavagga I. 16.1—2(g); I. 17.1—2(b); L.18.1—2(i); Vin. Mi, T-L. Ba. 22, 8. 108a, Z. 3 v.1.—b, Z. 7 v.t.(g); 8.108b, Z.14—8 v.1.(h); 8.108b, Z. 3 v-l—o, Z-4 Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8. 704b, Z. 14 vir.—Z. 4 v.l.(g); 8. 794b, Z. 3. Mahévegga, Vin. Mi und Vin. Dha stimmen mit dem CPS im wesentlichen tiber- ein, doch fehlt Kasyapas Vermutung, der Buddba sei auch ein Feuerverehrer. Vin. Mi folgen die Besuche der Gotter nicht unmittelbar aufeinander; vielmebr werden sie durch je ein Wunder aus der Gruppe k—n unterbrochen, vgl. 8. 110 oben. Das Mahavastu hat keine Entsprechungen. i) Der Buddha liest Kadyapas Gedanken (Wander 10). ‘Vin. M8, T. I. Ba. 24, 8. 132b, Z. 4 v.1.—e, Z. 10 v.1.; Dulva IV, Bl. 93 R 3—04 B 5. Wahrend sich der Buddha bei Kasyapa aufhalt, naht der Zeitpunkt far ein tradi- Sionelles siebentagiges Opferfest. Kasyapa befarchtet, dap die dazu herbeistromenden Leute sich vom ihm ab- und dem Buddha zuwenden kinnten. Am libeten wire ihm daher cine Abwesenheit des Buddha ther die Festzeit. Der Buddha erkennt Kadyapat Gedanken und entfernt sich far siehen Tage. Indessen wird Kaéyapa von den Lewten verehrt wad reich beachenlt. Danach wire es hm recht, wenn der Buddha aurick behrte. Sofort ist dieser wieder sur Stelle und berichtet dem verwunderten Kasyops, dof er beide Male seine Wansche erkannt und befolgt habe. ‘ 108 Vinaya-Parallelen: Mahavagga I.19.1—4; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, S. 1080, Z. 6 v.1. bis S. 1008, Z. 4 v.r.; Vin, Dha, T.I. Bd. 22, 8. 796a, Z. 1 v.r.—Z. 6v.J.; Mabivasta IIL. 425.11 426.11. : Die Parallelen entsprechen im allgemeinen dem CPS; nirgendwo allerdings ist ein Zeitraum von sieben Tagen als Dauer des Festes angegeben. Vin. Dha entfernt sich der Buddha nach Uttarakuru, an den Anavatapta-See, und versorgt sich mit wildgewachsonem Reis. Kaéyapa stellt sich verwundert: warum der Buddha am Tage des groBen Festes nicht gekommen sei, um bei ihm gespeist zu werden ? Abnlich der Mahavagga und Vin. Mi. Nach dem Mahavastu spielt die Episode gleich nach der Ankunft des Buddha. Der den Wunsch Kaéyapas erratende Buddha begibt sich durch die Luft unter den aus den Wochen nach der Erleuch- tung bekannten Ajapalanyagrodha. Zurtickgekebrt und von Kaéyapa gespeist, bedankt er sich mit zwei Strophen, nach denen ein vollkommen Erleuchteter der vorziiglichste unter allen sprachbegabten Wesen auf der Welt ist. Das Motiv des Gedankenlesens spielt im Mahavastu bereits bei der Ankunft des Buddha eine Rolle (vgl. 8. 106f.). k—n) Der Buddha Herr tiber Raum und Zeit (Wunder 11, 12, 13, 14). Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 132c, Z. 9 v.1.—133a, Z. 6 v. x. (k); Z.6—8 vv. r.(l, m,n) ;4) Dulva IV, Bl. 94 R 5—965 R 3 (k); Bl. 95 R 4 (I,m); Bl. 95 R 406 V4 (n). Urubilvikasyapa bittet den Buddha, in seiner Nahe Aufenthalt zu nehmen, er wolle ihn mit dem Lebensnotwendigen versorgen. Der Buddha nimmt die Einladung an. Nachdem Kasyapa ein Mahl hergerichtet hat, meldet er dem Buddha, alles sei Dereit. Der Buddha schickt ihn vorauf, tritt selbst in die Vereenkung ein, holt darin (k) eine Schale voll késllicher Jambufrachte aus einem Jambuwalde, (1) Bitva- frichte aus einem Bilvawalde, (m) Kapitthafruche aus einem Kapittha-Walde, (n) Salmalifrachte2) aus Uttarakuru und begibt sich 2u Kasyapas Kinsiedelei, ‘wo er noch vor diesem eintrifft. Als Kaéyapa sich wundert, dap er achon da sei, er- 2ahlt der Buddha von seinem Unternehmen und bietet Kééyapa von den beachafften Frichten an. Vinaya-Perallelen: Mahivagga I.20.6—11;; Vin. Mi, T. I. Ba. 22, 8, 108b, Z.7—16 v.r.5 8. 1080, Z. 4—6 v.r.; 8. 108b, Z.8—Bv.1.; 8. 1080, Z,12—14 v.r,; Z.7—6 v.L; Vin. Dba, T.I, Bd. 22, 8.7930, Z. 7 v.1.—8, 7940, Z.7 v.1 v.L; 8. 794a, Z. 7 v.r. bis Z. 10 v.15 8, 794a, Z. 9v.L—b, Z. 3 v.r.; 8. 704b, Z, 3—14 v7. Der Gedankengang ist in allen Versionen der gleiche. Nach dem Mahévagga holt der Buddha 1. eine Jambufrucht, 2. eine Mangofrucht, 3. eine graue Myro- balane (dmalali), 4. eine gelbe Myrobalane (haritali) und 6. eine Blume vom Korallenbaum (parijata) aus dem Himmel der 33 Gotter. Vin. Mi sind ee: 1. eine Jambufrucht, 2. eine gelbe, 3. eine graue Myrobalane, 4. Kuhmilch aus Godaniya (Goyaniya) und 5. wildgewachsener Reis aus Uttarakuru. Vin. Dha nennt: 1. eine Jambufrucht, 2. eine gelbe, 3. eine graue Myrobalane, 4. eine Vibhitaka-Frucht*), 5. wildgewachsenen Reis aus Uttarakura und 6. eine Mandirava Blume sus dem 3) 241—n sind in dieser Version casammengefalt. 2) nach Vin. 360 und Dulva: wildgewachsenen Reis aus Utterakera. 2 *) Die vibhitakt joa), die dmalakt (Phyllanthus emblice) hartiaks ‘ind drei in der indioo! Sochon Therapie il Caetato ron, J. Nota ao. 8.91 Ansa de,O. 0 ‘Himmel der 33 Gotter. Vin. Mi schaltet zwischen 1. und 2. den Besuch Sakras ein und weiterhin den Besuch Brahmans, das Hervorsprudeln von Wasser und die Lumpenwiische (vgl. die folgende Gruppe von Wunder). o— q) Gotter erfiillen Bediirfnisse des Buddha (Wunder 15, 16, 17). Vin. Ma, T.I. Bd. 24, 8.193a, Z.8 v.r.—8 v.1. (0); 8. 183a, Z.7 v.1-—b, Z.3 v.r. (p); 8.183b, Z.4—16 v.2.(q); Dulva IV, BI. 96 V 5—97 V5 (0); BI. 97 V 5—98 V 4(p); Bl. 98 V4 bis 99 R 1 (q). ©) Sakra lat fiir den Buddha Wasser hervorsprudeln. Kasyapa ladet den Buddha zu einer Mahlzeit ein und fallt dessen Bettelschale mit Speise. Nachdem der Erhabene diese beiseite verzehrt hat, entsteht thm ein Bediurfnis nach Wasser. Gott Sakra erkennt seinen Wunsch, begibt sich zu ihm und grat vor ihm mit der Hand den Boden auf, worauf sich ein grofer, mit Wasser gefilliter Teich bildet. Spéter wundert sich Kasyapa uber das Vorhandensein dieses Teiches, und der Buddha erkldrt ihm, was vorgegangen ist. p) Kin Arjuna-Baum neigt seinen Zweig. Der Buddha badet in dem von Sakra geschaffenen Teich. Als er wieder aus dem Wasser steigen méchte, neigt sick der starke Zweig eines Arjuna-Baumes hilfreich 2u itm hinab. Spiter bemerkt Késyapa diesen hinabgebeugten Arjuna-Zweig und wird vom Buddha uber das Geschehene unterrichtet. 4) Sakra erméglicht die Wische von Gewandlumpen. Der Buddha hat Gewandlumpen erhalten und. wberlegt, worauf er sie reinigen Kénne. Sakra bringt eine grope Felsplatte herbei, auf welcher der Buddha die Gewand- stilcke wischt. Nachdem das geschehen ist, taucht die Frage auf, wo sie getrocknet werden sollen. Wieder greift Sakra hilfreich ein, indem er eine zweite Felsplatte herbeiholt, auf welcher der Buddha die Gewinder 2um Trocknen ausbreitet. Als Kasyopa sich aber die beiden Feleplatien wundert, die es vorher nickt gegeben hat, erzihlt ihm der Buddha, was geschehen iat. Vinaya-Parallelon: Mahdvagga I. 20.1,4(0); I.20.2,5(p); I.20.1,2,4,6(q); Vin. Mi, T-I. Ba. 22, 8.1080, Z. 7—12 v.r. (Bad); Z.15—7 v.1.; Vin. Dha, T.1. Bd.22, 8.7958, Z. 6 v.l—0, év.r. Vin. Mi bebandelt die Wunder kurz und summarisch. Zundchst lift Sakra, um dio Wische zu erméglichen, einen Teich entatehen, dann bringt ein Berggeist eine Steinplatte, und schlieBlich neigt ein Baum seinen Zweig dem Buddha zur Stitze. ‘Von einem Bad, das dieser nimmt, ist nicht in diesem Zusammenhang, sondern an einer voraufgehenden Stelle die Rede. Dort mochte der Buddha baden, worauf die Nairanjané ihr Bott verandert und sich bei ihm vorbeischlingelt. Mahdvagga und Vin. Dha stimmen sachlich mit dem CPS ziemlich tberein, doch ist die Anordnung gedringter. Die Hilfen, die der Buddha erfibrt, werden unmittelber hinterein- ander geschildert; Kaéyapa tritt nur zum Schlu8 einmal auf und wundert sich liber die verschiedenen Verinderungen. Die Reihenfolge im Mahévagga ist: - 1. Teich, 2. erste Steinplatte, 3. Baumbilfo (ohne vorhergehendes Bed), 4. xweite Steimplatte; im Vin.Dha: 1. Teich, 2. erste Steinplatte, 3. xweite Steinplatte, 4. Beumhilfé (mit vorhergehendem Bad). : . hee no 1) Der Buddha Herr iiber das Element Wasser (Wunder 18). Vin, Mo, T. I. Bd. 24, 8. 133b, Z. 14—6 v.1.; Dulva IV, Bl. 99 R 1—100V 3. Die Nairanjana tritt aber ihre Ufer, ungestirt aber vollzieht der Buddha, umgeben ‘von einer ‘mannshohen Wasserflut, seinen Wandelgang. Kadyapa flrchtet far Gautama und. besteigt ein Boot, um ikn zu retien. Als er den Buddha von Wasser- fluten umgeben sieht, fragt er ihn dngsllich, ob er noch lebe. Der Buddha beruhigt ihn ‘und versetat sich mit Hilfe seiner Wundermacht uber die Flut hinweg in Kadyapas Boot. Kasyapa bestaunt aufs neue die abernatiirlichen Krafle des Buddha, will dessen Uberlegenheit aber immer noch nicht anerkennen. Vinaya-Parallelon: Mahavagga I. 20.16; Vin. Mi, T.1. Bd. 22, 8, 1090, Z.9—4 v.L; ‘Vin. Dha, TI. Bd. 22, 8, 796a, Z. 17 v.1.—b, Z. 1 v.2, Der Mahévagga weicht nur geringfiigig von der Schilderung des CPS ab. Vin. Mi berichtet etwas kiirzer, daf Kaéyapas Haus und der Wald, in dem sich der Buddha aufhalt, durch einen siebentigigen Wolkenbruch unter Wasser gesetzt werden. Kaéyapa besteigt ein Boot, um den Buddha zu rotten, findet diesen aber oben auf den Fluten der Nairanjana promenieren. Vin. Dha beginnt in der Art des CPS. Auf seiner Rettungsfabrt sieht Kasyapa den Buddha alsdann auf trockenem Boden seinen Wandelgang machen und kehrt erstaunt um. Am niichsten Tage will er ihn (offenbar zu Schiff) zum Essen in sein Haus holen. Der Buddha schickt ihn aber fort mit dem Bemerken, er werde nachkommen. Als Kadyapa nun mit dem Boot unterwegs ist, taucht der Buddha in die Erde hinab, durchbricht den Boden von Kaéyapas Boot und erscheint vor dem verwunderten, aber immer noch im Selbstbetrug befangenen Sektenfiihrer. 25, Bekehrung der Kaéyapas. 8) Bekehrung Urubilvakigyapas und seiner 500 Schiiler. ‘Vin. Ma, T.I. Bd. 24, 8. 133b, Z. 5 v.1.—c, Z. 12 v.1 (a); 8. 1880, Z. 12 v.L—S, 184b, Z.2 Dulva IV, Bl. 100 V 3—101 V 4 (a); Bl. 101 V 4—102 R 5 (b). Nach 80 vielen erfolglosen Beweisen seiner Uberlegenheit erklart der Buddha seinem Gastgeber barech, derselbe sei kein Arhat, habe auch weder die Arhatachaft erreicht, noch kenne er den Weg dazu. Nun fuhlt sich Katyapa durchachaut und bitiet, in den Orden aufgenommen zu werden. Der Buddha bedeutet ihn, cundchet seine Schiler von diesem Entechlup in Kenntnis zu setzen. Kadyapa tut dies. Die Schaler erblaren, seinem Beispiel folgen 2u wollen. Darauf heipt Kédyapa dieselben ihre Felle und donstigen Ausrastungegegenstinde in den FluB werfen, kommt mit den 500 Schilern zum Buddha, und alle werden in den Orden aufgenommen. ‘b) Bekehrang von Nadi- und Gayakaéyapa mit je 250 Schilern. Urubilakasyapa hat zwei Brader, Nadikityapa und Gayakisyapa, die mit einer ‘Schallerechar von je 250 weiter unterhalb ander Nairanjond.cin asketioches Leben fren. Sie bemerken die von den Schillern ihrea Bruders weggeworfencn und vom FluB strom- @b getragenen Ausristungegegenstinde und farchten, dap dem Urubiluakasyapa und seinen Anhangern edioas Béees widerjahren sei. Sie suchen die Kinsiedelei shres Bruders auf und finden ihn mit geschorenem Hawpt wad mit der Ménchskutte angetan vor dem Erhabenen sitzen. Als Urubileikisyapa uj die Frage, ob die neue Lehre mu besser sei als seine ehemalige, positiv antwortet, sind sie so beeindruckt, dap auch sie den Buddha um Aujnahme in den Orden bitten. Der Buddha gibt ihnen ebenfalls auf, zundchst ihre Schiler von diesem Entschlup in Kenntnis 2u setzen. Wieder schliepen sich die Schiler dem Beispiel ihrer Meister an, und alle werden Ménche, Vinaya-Parallelen: Mahavagga I. 20.17—19 (a); I. 20.20—23 (b); Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8. 109a, Z. 3 v.1—b, Z. 1] v.r.(a); 8. 109b, Z. 12 v.r,—Z. 8 v.1.(b); Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8.796b, Z. 1 v.r—Z. 8 v.1.(a); 8. 796b, Z. 8 v.1.—S.797a, Z. 11 v.r.(b); Mahdvastu IIT. 430. 12—432.6.2) Vin. Mi steht der Fassung des CPS unter den Parallelversioneh am nichsten. Nadikaéyapa ist nach diesem Text der iltere der beiden Briider und hat 300 Schiller, wihrend Gayakééyapa nur 200 Schiller besitzt. Die Brider suchen ge- meinsam mit ihren Schiilern nach Urubilvakaéyapa und brauchen daher vom Buddha nicht, wie im CPS, noch einmal fortgeschickt 2u werden, um die Schiiler in Kenntnis zu setzen. Der Mahavagga bezieht sich unmittelbar auf Nadi- und Goyakassapa, da diese, wie S. 106 erwihnt, zugleich mit ihrem bedeutenderen Bruder schon zu Anfang des gesamten Vorgangs eingefiihrt sind; auch dort ist Nadikassapa durch eine groBere Schiilerzahl hervorgehoben. Die Bekehrung der Briider geht im Mahavagga nacheinander in gleichem Wortlaut, nur mit Namens- wechsel von statten. Lebendiger ist die Schilderung Vin.Dha. Auch hier werden die Briider getrennt bekehrt. Nadikagyapa lebt mit 300 Schiilern unterhalb an der Nairanjana. Kiner seiner Schiller sieht Opfergeriite und Flechten im FluB treiben und erzihit dem Lehrer davon. Dieser fiirchtet fiir Urubilvakiéyapa und benach- richtigt seinen jtingeren Bruder, der sich mit 200 Schiilern auf dem Berge ,,Ele- fantenkopf'*) aufhilt. Gayakaéyapa eilt herbei, und die beiden schicken einen Schiler aus, der Urubilvakisyapa sucht und beim Buddha auffindet. Nachdem der VermiBte bestiitigt hat, da seine neuen Erkenntnisse den fritheren tiberlegen seien, kehrt der Schiiler zuriick und erstattet Bericht. Die beiden Asketen tiber- legen sich, die Lehre des Buddha miisse etwas GroBartiges sein, wenn ihr hervor- tagender Bruder mit seinen Schiilern ihr Anbinger geworden sei. Sie suchen Urubilvakééyapa auf und lassen sich die Uberlogenheit seines neuen geistigen Standortes bestiitigen. Dann driicken sie den Wunsch aus, seinem Beispiel zu folgen. Urubilvakaéyapa fihrt dio Briider samt ihren 500 Schiilern zum Buddha und stellt sie diesem vor. Der Buddha predigt ihnen und nimmt sie auf ihren ‘Wunsch alle in den Orden auf, Im Mahavastu fehlt dio direkte Entsprechung zu dem Vorgang. Wie oben 8, 107 erwihhnt, werden alle drei Brider Kaéyapa nach der Bezwingung des Naga vom Buddha gemeinsam gewonnen; doch iibernimmt Upasens, ein Neffo der Kaéyapas, die Rolle, welche die beiden Briider in den Paralleltexten spiclen. Dieser Neff, @eich den Kaéyapas ein bedeutender Lebrer, lebt mit 260 Schiilern unterhalb an der Nairanjani. Er sicht die fortgeworfenen und voriibertreibenden asketischen. ‘von. GaySdirya, verstanden als gojabirgs. 12 Ausriistungegegenstiinde seiner Verwandten und holt sie aus dem Wasser. Eilig begibt er sich mit seinem Gefolge zu Urubilvakaéyapas Aufenthaltsort und tritt, nachdem er von seinem Oheim erfahren hat, daB dieser die frihere Lebensweise als sinnlos aufgegeben hat, mit seinen Schiilern ebenfalls in den Orden ein. 26. Die Predigt auf dem Gayaéirga, Vin. Mi, T.I. Bd. 24, 8. 184b, Z. 2 v.r.—5 v.1.; Dulva IV, BI. 102 R 65—104 V6. Nachdem der Buddha die 1000 chemaligen Flechtentrager in den Orden aujge- ‘nommen hat, begibt er sich von Uruvilud nach Gaya und weilt bei einem Heiligtum auf dem Gayasirsa. Dort unterweist er die neugewonnenen 1000 Ménche durch die Offen- barung von drei Wundern: 1. des Wunders seiner tibernatirrlichen Kraft (rddhi), 2. des Wunders seiner Befehlegewalt (ddesana) und 3. des Wunders seiner Uber- zeugungskraft (anusisani).) Zur Darlegung des ersten Wunders tritt er in die Ver- senkung ein, erhebt sich von seinem Sitz in die Luft, bewegt sich dort in vierfacher Weise und entlapt Feuer- und Wasserstrahlen aus seinem Kérper. Dann kehrt er auf seinen Sitz zurtick und veranschaulicht seine Befehlegewalt durch Erteilung von An- tweisungen an die Ménche. Seine Uberzeugungskraft endlich beweist er durch die Berithmte Berg- oder ,,Feuerpredigt", nach welcher alle Dinge in Brand stehen, ent- flammt von den Feuern der Leidenschaft, des Hasses und der Verblendung. Nach Abschlup dieser Darlegung erreichen die tausend Ménche die Arhatschaft. Vinaya-Parallelon: Mahivegga I. 21.1—4; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8.109, Z.7v.L—o, Z,1v.r.; Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8.797a, Z.llv.r—b, Z.3-v.r.; Mahfvasta ohne Ent- ‘sprechung.+) Nach dem Mahdvagga hilt der Buddha auf dem Gayéasiea nur die Feuerpredigt. Vin. Mi faBt sich kurz, erwihnt aber alle drei im CPS genannten Wunderkriifte und definiert sie knapp. Vin. Dha nent die drei prétiharyas in’ Ausfihrlichkeit, unter besonders eingehender Definition dee Wunders der tibernstiirlichen Kraft. IV. Bekehrungen in Rajagrhe (Vorgang 27—28). 21, Bekehrung des Konigs Bimbasira.®) ‘Vin. Mi, TI. Bd, 24, 8. 134b, Z, 4 v.1.—e, Z. 5 v-L (a); 8. 1840, Z. 5 v.1.—S, 1360, Z.3-v.1 (0); 8. 135a, Z. 3 v.1.—c, Z. 9 v.L(e); 8. 1350, Z. 8 v.L—8. 1868, Z. 7 v.2.(d); 8. 16a, Z.7 v.t.—b, Z. 5 v.1.(e); 8. 136b, Z. 5 v.1.—o, 3 v.L(f). Dulva IV, Bl. 104 V 6—106 R 2 (a); Bl. 106 R 2—108 V 3 (b); BL 108 V 8—110 5 (0); BL 110 R 5—111 R 3 (a); Bl. 111 R3—114 B 4 (e); BL 114 R 4—116 R 2 (f. 3) Vgl. Mahavastu I. 238.4—5: irthi pritiharyehi buddha bhagavanto satedim vinenté rddhi- 4) Sonstige Parallelen: Nidinakathé 8.82; Buddhacarite (tib.) XVI, 39—47; T:si-tai, TL Ba. 3, 8.4830, Z.9—12 v.r.; Kuo-ch, T.1. Bd.3, 8.650e, Z.8—I v.1; Chung-heii, T.1. ‘Ba. 3, 8.9620, Z. 11 v.r.—b, Z.2v.r.; Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8. 1610, Z. 1 v.l—8. 1620, 2.16 v.2. *) Dieoor Vorgang ist unter dem Titel Bimbasiresiites auch fir sich dberliefert. Bereita in Leipsig 1982, kounte ich Teile deo Sanskristextes, dio don Sitrstitel enthiclten, publixieren (04.0. 8. 17—93), Ebd. 8. 114—148 ist das Sdtra im Zusemmenhang mit Peralleltextan sus- © eatcteg us a) Erste Kunde von der Geburt eines grofen Mannes. Konig Bimbaséras fiinf ‘Wiinsche, Der Buddha weilt mit den 1000 Ménchen, die ehemals Flechtentriger waren und ‘nun Arhats geworden sind, in Gaya bei einem Heiligtum auf dem Gayisirsa, Kundschafter des Kénigs Bimbasira von Magadha bringen auf ihren Wande- rungen in Erfahrung, im Lande der Sakyas, an den Abhdngen des Himalaya, sei ein Prinz geboren worden, tber den zeichenkundige Weise prophezeit hatten, er werde ein die gesamte Erde unterwerfender Weltherrscher oder cin vollkommen Erlewchteter werden. Sie machen dem Kénig von der thm unter Umstiinden drohenden Gefahr Mit- teilung mit dem Vorschlag, der eigenen Sicherheit halber diesen Konkurrenten vor- sorglich umbringen 2u lassen. Bimbasira geht darauf nicht ein, sondern erkldrt, er werde je nach den Gegebenheiten des Prinzen Gefolgsmann werden oder aber seiner Predigt lauschen. Zugleich bringt er fanf Wansche zum Ausdruck, ndmlich dap (1) ein Buddha in seinem Reiche erscheinen mége, (2.) dap er denselben aufsuchen Kénne, dap jener ihm (3.) die Lehre predigen moge, dap er (4.) diese Lehre verstehen Kénne und da er (5.) von ihm Gebote erhalte und danach zu leben vermége. Der Buddha verkiindet seinen Ménchen die von ihm erschauten Wansche Konig Bimbasdras, b) Der Buddha in Magadha. Bimbasiras Einladung. Kundschajter teilen dem Kénig Bimbasira mit, der Prinz, aber den das fraher Gemeldete prophezeit worden sei, habe das Weltleben aufgegeben und die hochste Er- Veuchtung erveicht; er befinde sich jetzt mit 1000 Ménchen in Gaya, bei einem Heilig- tum auf dem Gayiirea. Bimbasira entaendet einen Boten an den Buddha mit der Aufforderung, ihn in Rajagrha mit der Gemeinde aufzusuchen, er werde ihn mit Nahrung und den sonstigen Lebensnotwendigkeiten versehen. Der Buddha nimmt die Finladung an. fabrlich besprochen und der Inhalt analysiert worden; ‘Ubersetzungen von Parallelen ru den Publizierten Sanskritabschnitton sind mitgegebon. Die in unserer vergleichenden Analyse des OPS z.’T. neu herangezogenen Vinayatexte ledung an den Buddha zu einem Besuch in Rajagrha schlieGt, schildern MahSvagga, Vin. Mi die ei Stellen sind: ‘MabSvaggs I.22.12—18; Vin. Mi, T.I. Bd. 22, 8.11 Ba. 98,8; 1980, Z. 12 v.r.—0, Z. 3. Einsug Sendern den Anarug dor Loute aus Magadha bei Bimbasiras Beeuch (vgl. untat®) Pompbafh wieder Mahbraggn vod mit Veron Satras re, aoe (.1- B42, 810, TOR ie ¢) Bimbasdras Besuch. Urubilvakigyapa tiber sein Verhilltnis zum Buddha. Der Buddha bricht nach Rajagrha auf und weilt dort im Yastivana beim Supra- tis{hita-Caitya, Konig Bimbasira hért vom Hintreffen des Buddha und zieht mit 12000 Wagen, 18000 Reitern und vielen 100000 Brahmanen und Haushaltern zum Buddha hinaus. In dessen Nahe angekommen, steigt er vom Wagen, legt, als er des Buddha ansichtig wird, die fun{ Zeichen kiniglicher Wurde ab, tritt ehrerbietig an den Erhabenen heran und stellt sich diesem dreimal mit Namen und Rangangabe vor. Der Buddha bittet ihn, Platz zw nehmen, was geschieht. Die Gefolgsleute des Kénigs be- merken Urubilvakasyapa unter den beim Buddha versammelien Ménchen und tiber- legen, ob Kadyapa nun ein Schiler des Buddha sei oder ob umgekehrt der Buddha bei Kadyapa in die Lehre gehe. Der Buddha erkennt die Gedanken der Leute und befragt Kasyapa aber dessen fruhere Ziele und inzwiachen gewonnene neuen Erkenntnisse in einer Wechselrede von sieben Strophen, von denen er selbst drei, Kadyapa vier spricht. 4) Kaéyapas Doppelwunder und Bekenntnis zur Schillerschaft. Im Einverstindnis mit dem Buddha tritt Urubileabasyapa in die Versenkung ein, erhebt sich in die Luft und vollzieht das Feuer- und Wasserwunder (yamakaprati- arya) in genau derselben Weise wie es Vorgang 26 vom Buddha geschildert worden ist, Im Anschlup daran bekennt sich Kasyapa laut zum Buddha als seinem Meister, was die Zweifel der Leute aus Magadha zerstreut.*) e) Predigt des Buddha tiber Entstehen und Vergehen in Abhangigkeit. Der Buddha ppredigt dem Kénig Bimbasira, dap die fanf Konstituenten eines Individuums, namlich Korperlichkeit, Empfindung, Wahrnehmung, Willensregun- gen und Bewuftsein, dem Entatehen und Vergehen unterworfen seien. Rin einsich- tiger Mann werde darin etwas Bleibendes, ein Selbst (Gtman) nicht anerkennen. Den Brahmanen und Haushaltern kommen darob Zweifel. Wer kinne dann, meinen sie, wenn es keine beharrende Weaenheit gebe, Vergeltung der Taten und Wiedergeburt erfahren? Der Buddha lehrt, 8 gebe zwar Wiedergeburt in guten und bésen Erxistenz- formen je nach den Taten, doch nicht ein Ich erfabre Wiedergeburt, sondern es gebe ‘nur ein Entstehen und Vergehen in Abhangigkeit, den pratityssamutpada; wenn bestimmte Bedingungen vorwalten, habe dies bestimmte Folgen; wenn die Bedingun- gen aufgehoben warden, traten die Folgen nicht in Erecheinung. Das Nirvana sei cin vollkommenes Zurruhekommen. f) Predigt ther das Nichtvorhandensein eines Ichs. Bekehrung Bimbasiras. Der Buddha predigt dem Kénig Bimbasira aufs neue aber das Nichtvorhandensein eines Ichs im gleichen Wortlaut wie Vorg. 15 (Predigt vom Benares). Bimbasara wird Laienanhanger, ladet den Buddha nach Rajagrha ein und verabschiedet sich. Vinaya-Perallelen: Mahivagga I. 22.1—5(c); 1.22.6(4); 1.22.7—12(e—f); Vin. Mi, TL Be. 22, 8.1000, Z.4v.1.—8. 1108, Z.10 v.r.(c); 8.110, Z.11 v.r.—Z.9 v.1,(d); 8.110a, 2.98.1. (e—f); Vin. Dha, T.I. Bd. 22, 8.707b, Z.8 v.r—0, .14 v.t.(c); 8.7970, Z.18—5 VL @)s 8. 1010, Z. 6 v.18. 7980, 2. 8 v.x. (0—f); Mabsvasta TIT 436.21 —437.8 (a); II. 3) Bilation Besaches Bimbas&ras und des Doppelwunders Kiéyapas iis toe Rares hae le ee ae Rischea. Hinaykne-Kanat’, Onesie Zetec, ‘Neue Folge VI (1930) 8. 2—9, be- 11s 440.7—441.12(b); THT. 441.13—446.2(c); IIT. 446.3—-8(4); IIT. 446.9—-449.4(e); TIT. 449.5 bis 10(f).*) a,b) Mit Ausnahme des Mahavastu setzen die verglichenen Parallelversionen erst mit der Ankunft des Buddha bei Rajagrha ein, so daB a) und b) ohne Ent- sprechung bleiben. Nach der Parallele im Mahavastu hort Konig Bimbaséra eines Abends seinen auf dem Soller des Palastes sitzenden Hauspriester die 32 Zeichen eines Mahapuruga ridhmen, was die Erinnerung an den Buddha bei ihm wachruft, Er diuBert die dem CPS ungefithr entsprechenden Winsche, da der Buddha sein Reich besuchen moge usw. An etwas spiiterer Stelle der Mahavastu-Version, welche die Vorgeschichte breit ausschmiickt, erringt ein Minister den Dank des melancholisch gewordenen Konigs durch einen Preis des Buddha, nachdera er zuvor vergeblich die Schonheiten von Rajagrha zur Aufheiterung seines Herr- schers besungen hat. — Die Wiinsche Bimbasiras erscheinen auch Mahdvagga und Vin, Dha, jedoch an spiterer Stelle und etwas modifiziert, in Zusammenhang mit Bimbasiras Bekehrung (s. unter f).*) ©) In zwei Versionen, Vin. Mi und Vin.Dha, bezieht sich der Buddha bei Antritt der Wanderung nach Rajagrha auf ein fritheres Versprechen an Konig Bimbasdra, ihm nach der Erleuchtung einen Besuch abzustatten, Im CPS und im Mahévagga fehit dieser Hinweis auf eine wahrscheinlich sekundire, aber poesie- volle Ausschmiickung der Legende, die im Pabajjasutta des Suttanipata ihre teste Textform gefunden hat. Danach fiel dem Konig von Magedha der in die Heimatlosigkeit gezogene junge Gautama bei einem friiheren Bettelgang in Rajagrha durch seine adlige Erscheinung derart auf, daG er ihn fiir das Weltleben auriickzugewinnen suchte und sich erbot, das Reich mit ihm 2u teilen 3) ») Sonstige Parallelen: Nidinakathé 8, 82—85; Buddhacarita (tib.) KVI. 48—05; XVI. 1-2; Kuo-ch'd, TI. Bd. 3, 8. 650b, Z.1v.r—8. 652a, Z. 11 v.r.; Chung-hsi, T.I. Bd. 3, 8. 962b, Z. 3 v.x.—8, 964b, Z. 9 v.13 Chung-pén, T.I. Bd. 4, 8. 162a, Z. 18 v.1. bis 8. 163b, Z. 3 v.1; weitere Textnachwoise s. Waldschmidt, Bruchstiicke buddhistischer ‘Sitras aus dem zentralasiatischon Sanskritkanon, 8. 114f. *) Schon in meinen ‘Bruchstiicken buddhistischer Sitras’ 8. 118 habo ich fostgestellt, da in der Uberlieferung des Bimbasarasitra zwei ‘Textgruppen zu unterscheiden sind. Auf der einen Seite Texte, welche die fiinf Wiinsche des K6nigs in seine Jugend versetzen und weder das yamakapratihdrya noch eine besondere Bekehrungspredigt kennen. Von den hier unter suchten Quellen geboren der Mabivagga und Vin.Dha dahin, Die andere Textgruppe schildert Kasyapas yamakapratihdrya und enthalt eine ausfihrliche Bekehrungspredigt. Die finf Wiinsche Bimbasiraa erscheinen, soweit vorhanden, zu Anfang der Episode. Zu dieser fenrrbe zahlon das CPS, Vin, Mi (es fehlen aber die fiinf Wiinsche) und das Mah&vastu (hiet yamakopratiharya). *) Ernst Windisch hat in seinem Werke ‘Mara und Buddhs’, Leipzig 1896, die versohic- denen Versionen des Textes untersucht und 8. $02 als Ergebnis festgostellt, da das soge- nannte erste Zusammentreffen mit dem Konig in eine sekundiro Periode der Buddhalegeade gebort, als man dio Zeit vor der Erleuchtung mit poetischen Erzkhlungen anazuachmiskea begann. Windisch legt Gewicht darauf, daG der nach ihm bosonders alte Bericht deo Mable Der Zug Konig Bimbasiras zum Aufenthaltsort des Buddha wird in einigen Texten starker als im CPS ausgeschmiickt.%) Relativ einfach ist die Schilderung im Mabavagga und Vin. Dba. Der Mahdvagga weiB nicht einmal etwas von der feierlichen Art des Herantretens an den Buddha zu FuB, nach Ablegung der konig- lichen Insignien. Vin. Dha erwihnt nur, daB der Konig zu gegebener Zeit vom Wagen steigt. Vin. Mi ziehen die Leute aus Magadha dagegen mit grofem Pomp und unter Beteiligung des Gottes Sakra hinaus, hnlich geschieht es Mahavagga und Vin. Dba bei dem spiteren Einzug des Buddha in Rajagrha, der in diese Version aufgenommen ist.2) Das Mahdvastu verweilt liebevoll bei der Schilderung der Volksmenge, die sich sammelt, um den Konig zum Buddha zu begleiten, und gibt dabei geradezu einen Katalog der Handwerker, Handler, Arbeiter usw., welche die GroBistadt beherbergt. In Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha kommen in dem Redewechsel des Buddha mit Urubilvakaéyapa nur vier Strophen vor. Der Buddha stellt darin zwei Fragen, 1, warum Kaéyapa das Opfern aufgegeben habe und 2. woran sein Herz nach Ver- zicht auf die Liiste nun Gefallen gefunden habe; jede Frage beantwortet Kaéyapa mit einer Strophe. Im CPS entgegnet Kaéyapa auf die zweite Frage mit drei Strophen; davon kehren die beiden, welche im Mahavaggs nicht belegt sind, im Hahavastu wieder, wo der Text im iibrigen auf 10 Strophen erweitert ist. Der Buddha schlieBt im CPS mit einem Verse ab, in welchem er Kaéyapas Verstiindnis rihmt. 4) Im Mahavagga und Mahavastu feblt die Steigerung, da8 Urubilvakaéyapa sich nicht nur als Schiller zum Buddha bekennt, sondern vorher noch groSe Wunder vollzieht; dagegen geschieht dies Vin. Mi und in den 8. 116 der ‘Bruch- stiicke buddhistischer Sitras’ erwihnten Sitratexten. Kigentimlich ist die Dar- stellung Vin. Dha: Obwohl der Buddha und Kaéyapa zweimal eine Strophe mit- einander gewechselt haben, ist den Leuten aus Magadha immer noch nicht Klar, ‘wer wessen Schiller ist. Darauf befichlt Buddha dem Kaéyaps, hinter ihn zu ‘treten und ihm nach Dienerart Kiihlung zu ficheln. Das tut Kaéyapa, nachdem er sich in die Luft erhoben hat und anschlieSend seinem Meister su Faifen ge- fallen ist. Endlich ist die Menge von der Uberlegenheit des Buddha fiberzeugt. e—f) Von den herangezogenen Paralleltexten enthilt allein das Mahdoastu eine Bekehrungspredigt mit einem dem CPS enteprechenden, genau umrissenen Themat); jedoch fehlt der darin unter f) erwihnte zweite Teil, in dem die Unbe- stiindigkeit der Skandhas von neuem im Wortlaut der Predigt von Benares dar- gelegt wird. Die tbrigen Versionen beschrinken sich auf eine hiufig wieder- diesem verehrungsvoll nahen kénne, daf Buddhs ibn in der Heilelehre unterweise, und daS er SF Gaekienenn feds etesoratang lt daB der im allgemeinen mit dem OPS ‘Wirtlich ‘ibereinstimmende Vinaya der MOlssarvastivédina (tib. und chinesische Uberset- ung) diesem gegentiber hier eine Texterweitarung aufweist. Als Kéaig Bimbasire seinen Zug ‘antreten will, wird or zwoimal durch unginstige Vorzeichen behindert, bis er sein Gefolge groBartiger gostaltet. *) Vel. 8.114 Anm. *) Uberseteung s. ‘Bruchetiicke kanonischer Siitras’ 8. 116ff. nT kehrende formelhafte Angabe der Themen einer Predigt fiir Laien.*) Nachdem dem Konig die Kinsicht in die Lehre aufgegangen ist, berichtet er Mahdvagga und Vin.Dha dem Buddha von 6 baw. 6 Wiinschen, die er als Prinz gehabt habe und die jetzt in Erfiillung gegangen seien. Seinem Bekenntnis als Upisaka und der Einladung an den Buddha zu einem Besuch in Rajagrha figen Mahavagga, Vin. Mi und Vin. Dha noch eine Schilderung dieses Besuches und der Stiftung des ‘Venuvans an.?) 28, Die Bekehrung Upatigyas und Kolitas.%) Vin. MG, T.I, Bd. 23, 8.1027b, Z. 6 v.r.—c, Z.1v.r.(b); 8.10276, Z.1—18-v.r.(e); 8 10276, Z. 18 v.r.—Z. 4 v.1.(d); 8.10280, Z. 12 v.r.—Z.7 v.I.(e); 8. 1028a, Z.3 v.1.—b, Z.11 v.r.(f); 8. 1028b, Z. 11 v.r,—Z. 10 v.1.(@)s Dulva I, BI. 46 V 3—47 R 2 (b); Bl. 47 R 2—48 V 4(c); BL 48 V 4—48R 3(d); BL4oVea bis 50 V 2 (e); Bl. 60 V 2—50 R 7 (f); Bl. 50 R 7—61 V 6 (g). a) Vorgeschichte. Als der Buddha Réjagrha besucht — berichtet das CPS mit wenigen Worten —, haben dort zwei Freunde, Upatigya und Kolita, welche einst miteinander verabredeten, ‘wer von ihnen zuerst die Unsterblichkeit gewinne, miisse es dem anderen mitteilen, die Leitung einer Schule inne, deren eigenilicher Fahrer namens Sanjaya kéralich verstorben ist. b) Upatisyas Zusammentreffen mit Aévajit. Upatigya, der in Rajagrha zu tun hat, trifft den auf Bettelgang befindlichen Ménch Aévajit, cinen der fanf ersten Junger des Buddha, und ist von dessen Eracheinung und Auftreten s0 beeindruckt, daB er ihn aber seinen Meister befragen méchte. Er wartet an geeigneter Stelle auf Advajit und erhait von diesem die Auskunft, sein Meister sei der Sramana Gautama aus dem Sakyageachlecht, der die vollkommene Erleuchtung erlangt habe. Auf die Frage nach dessen Lehre bekennt Advajit, zu kurze Zeit Ménch 2u ein, ‘um die Lehre ausfuhrlich darlegen zu kinnen; er vermoge nur kurz ihren Sinn anzu- geben. Als Upatisya dem freudig zustimmt, rezitiert Aévajit die berahmte Strophe: ye dharma hetuprabhaviis usw.) Upatigya gewinnt darauf die Einsicht, tut den begeisterten Ausspruch, das sei cine unerhért neue, wakre Lehre, und erfabrt von Abvajit, dap der Buddha sich im Veruvana bei Rajogrha aufhalte. 3) Besprochen a.s.0. 8. 116f. +) Vgl. dara 8.114, Anm. *) Upatisya fuhrt nach seiner Mutter auch den Namen Sériputra, unter dem er beaser be- kannt ist, und Kolita wird nach seinem Vater in den Texten meist Maudgalyéyana genanzt Im CPS kommen nur die Namen Upatigya und Kolita vor. Fur die Bekehrungsgeschichto der beiden grofen Sthiler des Buddha kann ich die Behan lung verwerten, dio E. Lamotte dem Vorgang anlaGtich weiner Ubersotmung dee XVI. Kapitele vou Négirjunas i i (histoire de Sériputra) hat suteil wardeo lameons's. ‘Lee Traité de la Grande Verta de Sagesso’ II, 1949, 8. 631-632, Glasenepp es 9) Nach der cinpeégesmen Ubereetzung von H. von. 2 ‘Die Dharmas, die bedingt oF ‘Die Ursschen, dio sie entbanden, 2 nomi ‘Und wie thr Schwinden vor sich geht: a ‘Des lehrte Buddha, der. ne c) Benachrichtigung Kolitas. Upatigya begibt sich zu Kolita, der ihm sofort eine vorher unbekannte Abgeklartheit ansieht und vermutet, dap sein Freund die Unsterblichkeit gewonnen hat. Kolita erhalt die Strophe mitgeteilt, erreicht, nachdem er sie sich einmal hat wiederholen lassen mitssen, ebenfalls die Kinsicht und tut den gleichen begeisterten Ausepruch wie Upatisya. 4) Beschluf beider, in den Orden einzutreten. Kolita erkundigt sich bei Upatigya, wo der Buddha weile, und schlagt vor, in seinen Orden einzutreten. Sie kommen tberein, zundichat ihre Schiller von dem EntechluB in Kenntnis 2u setzen. Diese schlieBen sich iknen an, und beide begeben sich mit 250 Anhéngern 2um Buddha. ¢) Upatisyas und Kolitas Aufnahme in den Orden. Als der Buddha 2u dieser Zeit predigend inmitten einer grofen Schar von Ménchen sitet, sieht er Upatisya und Kolita an der Spitze ihrer Anhinger kommen. Er macht seine Ménche auf die beiden aufmerkeam und verkandet, sie wirden die beiden eraten turter seinen Schilern werden; der eine hervorragend an Kinsicht, der andere an Waunderkrajt. Bin Monch bekrajtigt das in Strophen. Upatigya und Kolita begrapen den Buddha wnd bitten um Aufnahme in den Orden, die gewthrt wird. £) Arger der Leute von Magadha iiber das Anwachsen des Ordens. Zahlreiche Ménche begeben sich auf Bettelgang in die Stadt Rajagrha und werden dort von den Leuten mit einer Strophe gehdnselt, in der die Frage aufgeworfen wird, wen der Buddha nach Bekehrung der Anhdnger des Sanjaya nun an sich zichen werde, Niedergeschlagen berichten die Ménche dem Buddha davon, der sie eine Er- widerungestrophe lehrt: wer verstindig sei — besagt dicselbe — habe keinen AnlaB zur Unaufriedenheit; denn Tathagatas zigen Menschen nur durch die wahre Lehre in ihren Bann. 2) Beruhigung der Leute von Magadha. Als die Monche wieder auf Bettelgang nach Rajagrha gehen und mit der ihren Meister kritisierenden Strophe empfangen werden, halten sie den Leuten die vom Buddha gelehrie Strophe enigegen und machen der Unsufriedenkeit der Barger damit cin Ende. Vinaya-Parallolon: Mahivagge I.23.1(a); 1.28.2—5(b); 1.28,6—10(0); 1.24.1—2(4); 1.24.37 (e~g); Vin. Mi, T.1. Bd. 22, 8. 110b, Z.7—10v.r. (a); 8. L10b, Z. 10 v.r.—Z. M1 v.1.(b)5, 8.110b, Z.11—9 v.1.(c); 8. 110b, Z.9—3 v.1.(d); 8.110b, Z.3-v.L.—o, Z.10 v.r.(e; fund g ‘ohne ); Vin.Dha, T.I. Bd. 22, 8.7980, Z.3—6 v.r.(a); 5.7080, Z.6 v.r.—Z. 4 v.L(b); 8.798¢, Z.4 v.L—8.709a, Z.7 v.r-(c); 8.7900, Z.7 v.x-—Z. 13 v.L(d); 8.7998, ZAB VAL—Db, Z.3-v.r.(0); 8.7996, Z.3-v.r-—Z. 12 v.L(f); 8.700b, Z. 116 v.L(g); Mabivastu, ‘TH.60.1—61.11 (b); LIL. 61.13—62.18(c); IIE. 62.14—63.14(d); TIT. 63.15—65.7 (0); HIT. 90.11. bia 17 (€; g ohne Knteprechung).) 8) Nach Lamotte a.a.0. 8. 623 sind in der Textiberlieferung unseres Vorganges ‘wei Richtungen ru unterucheiden: Die eine, mah ‘ihm Bltere Tradition identifi- 4) Bonstige Parsllelen: NidinakathS 8. 86;:Bexddhacarita (tib.) XVII. 3—23; Kuno- sh’, T.1 Bd.3, 5. 6520, 2.12 v-r.—8. 6530, £.8-v-£.; Obung-pén, T.1. Ba.4, 8. 158b, 2.2 V.L—B:154e, Z. 8v.L; woitare Pamallalen », Lansotte, 0.0.0. 8. 6231. ue ziert Sanjaya mit Sanjayin Vairdtiputra (Pali: Sanjaya Belatthiputta)!), einem der sechs in den Texten hiufig erwihnten zeitgendssischen Sektenfiihrer und Widersacher des Buddha. Das Mahavastu nennt ibn direkt Sanjayin Vairatiputra, Der Sanjaya, welcher im Mahdvagga seine Schitler Upatissa und Kolita von dem AnschluB an den Buddha abzuhalten sucht (vgl. c), wire ebenderselbe. Eine andere Tradition, repriisentiert durch Vin. Ma, hat nach Lamotte aus diesem bosen Widersacher einen z.Z. unseres Vorgangs verstorbenen Wegbereiter des Buddha gemacht, — Ist diese Theorie richtig ? Im CPS ist Sanjaya eine nicht weiter beachtete Nebenfigur. Die wenigen Worte, mit denen der Text die Vorgeschichte abtut, geben nichts Neues, stimmen aber zu dem, was der Vin. Ma voraufgehend iiber Upatigya und Kolita zu berichten wei, In diesom aus jungen und alten Bestandteilen stark gemischten Text horen wir die Lebensgeschichte der beiden groBen Schiiler des Buddha von ihren Eltern ange- fangen in Ausfithrlichkeit; wir vernchmen u. a. auch, wie sie Anhinger des Sanjaya werden, welches die Lehrsiitze dieses Meisters sind, wie er erkrankt und stirbt.t) Lamotte sieht diese Erzihlungen als relativ junge Erzeugnisse an und hat damit sicherlich recht. Es scheint mir aber zu weit zu gehen, wenn er daraufhin die eine Tradition in ihrer Gesamtheit als alt und die andere als jung charakteri- siert, als ob die eine die andere verdringt habe. Ich halte es fiir wahrscheinlicher, a8 die alteste Gemeinde keine gonaue Erinnerung an den Werdegang der beiden grofen Buddhajiinger hatte, da8 man tiberhaupt erst nach geraumer Zeit das Beditrfnis empfand, die beiden Schiller gleich dem Buddha zu verherrlichen und auch ihre Lebensgeschichte auszuschmiicken. Eine relativ junge Zeit konnte sebr wohl auf den Gedanken geKommen sein, den beiden vornehmsten Schiilern des Buddha einen beriichtigten Gegner desselben als Lehrer zuzuschreiben, um ihre Bekehrung noch lichter hervortreten zu lassen. Daher scheint es mir 2war wichtig, die Unterschiede in der Tradition festzustellen, aber gewagt, die eine Seite als alt, die andere als jung zu deklarieren. Zu beachten ist jedenfalls, daB neben dem CPS auch Vin. Mi den Sanjaya gestorben sein lit (vgl. d)-und daB Vin, Dha den Sanjaya zwar zu Anfang nennt, ihm spiter aber keine Aufmerksamkeit mehr su- wendet. Upatigya und Kolita handeln als vollig selbstindige Fuhrer ihrer Schiller. b,c) Die Versionen stimmen sachlich weitgehend iiberein Im Mahdvastu heiBt der Monch, der sich auf Bettelgang befindet, nicht Asvajit, sondern Upasene. Eine doppelte Renitaion der Strophe aber die Essenz der Lehre vor Kolita kennt nur CPS. 9) Vin. Dha und Vin. Mi stehen dem CPS inhaltlich nahe, Aus der Vin. Af 30 findenden Bemerkung Upatigyas xu Kolita, sie seien von ihrem Lehrer (Sanjeys) kurz vor seinem Ende mit der Obhut tiber die 260 Schiller betraut worden und 8. dent den Nemensformen vel. Waldechmidt, Uberliferung vom Lebensend des Bubs ‘3 Dip chinesische Version des Vin. Md. (T.I. Bd. 23, 8. 1026 a—o) ist von Lamotte a2.0+ 8. 260, die tbetecho (Dulval, El 311) von Foe, Prague Beton dene ao Abemsotaxt worden. Eine Analyse gibt Rockhill, Life, 8 44f. — Bruchstiicke des Senskrit- textes (—Rockhill, Lifo 8. 44, mittlerer Abeata), die von Sériputras Eltern hendeln, finda ‘sich Gilgit Mannsoripte IIT (Vinaye der MGlasarvSstividine), Part IV, 1960, 8. 20-25. a 120 dirften dieselben daher nicht ohne Benachrichtigung lassen, kann man ent- nehmen, daB Sanjaya nach dieser Version gestorben ist. Auch nach Vin. Dha handeln Upatigya und Kolita, wie schon erwahnt, als selbstindige Fiihrer ihrer Schiller, obgleich vom Tode Sanjayas nicht die Rede war. Im Gegensatz zu diesen ‘Texten lassen der Mahavagga und das Mahavastu den Sanjaya an dieser Stelle handelnd auftreten. Die Formulierungen des Mahdvagga sind allerdings eigen- tiimlich. Sériputta und Moggalana sprechen von den Schiilern, als sie diese in Kenntnis setzen, ganz als ob es ihre eigenen warren, begeben sich darauf mit ihnen zu Sanjaya und teilen diesem ihren gemeinsamen Entschlu8, den Buddha sufzu- suchen, mit. Es wirkt nun etwas fehl am Platze, da ihnen Sanjaya, unter Auf- forderung zum Bleiben, eine Teilung in der Leitung der Gemeinde anbietet. Die Leitung haben die beiden nach dem Voraufgehenden lingst inne. Als sie darum auch unbekiimmert mit den Schiller abzichen, speit Sanjaya rotes Blut. Nach dem Mahdvastu versucht Senjayin ebenfalls erfolglos, die beiden durch die Lockung mit einer Teilung der Gemeinde zuriickauhalten. Sie zichen davon und nehmen die Schiiler ihres fritheren Meisters, hier sind es 500 an Zahl, alle mit sich, wie der Zuriickbleibende betriibt feststellt. e) Mit Ausnahme des Mahavastu zeigen die Versionen im Sachlichen kaum einen Unterschied, doch ist der Strophen rezitierende Monch eine Besonderheit des CPS. Das Mahavastu verweilt bei einer eingehenden Beschreibung der dem Sariputra erstmals sichtbar werdenden majestatischen Erscheinung des Buddha und li8t den neuen Jiinger sodann das Gliick, den rechten Meister gefunden zu haben, in zwei Strophen preisen. £, g) Mahavagga und Vin.Dha malen die Besorgnis der Leute aus Magadha tiber die das ganze soziale Gefige in Unordnung bringenden Massenbekehrungen des Buddha lebhafter aus als das CPS, stimmen im iibrigen aber weitgehend damit liberein. Nach der sehr knapp gehaltenen Version des Mahavastu sucht Sanjayin in eigener Person mit der ersten Strophe die Leute gegen den Buddha einzu- nehmen, worauf der Buddha auch hier seine Monche die Gegenstrophe lehrt. Vin. Hi fehit cine Enteprechung zu diesem letzten Teil des Vorgangs. C. Scazussworr. Raickblickend bestiitigt sich eine Festatellung, die bereits Rockhill") hinichtlich der Uberlieferung vom ersten Auftreten Buddhas und von seinen letzten Tagen getroffen hat: ,,it will be seen that two periods of the life of Gautama are narrated by all Buddhist authors in about the same terms (probably because they all drew from the same source their information), the history of his life down to his visitto Kapilavastu in the early part of his ministry, and that of the last year of his life.“ Fir den von uns behandelten Lebensabschnitt liegt deutlich ein Grundstook gemeinsamer alter Uberlieferung vor, doch wird das Geschehen in den Texten einmal nach dieser, einmal nach jener Seite modifiziert. Bald ist diese, bald jene Version stiirker daran beteiligt. Im allgemeinen halten sich die Modifikationen *) e00.8. VIL 121 jedoch in bescheidenen Grenzen, und wir konnen festhalten, daB die Berichte von vier der fiinf herangezogenen altbuddhistischen Schulen miteinander sach- lich weitgehend tibereinstimmen; auch der Text der fiinften Schule, das Maha- vastu, enthalt gewisse Ubereinstimmungen, setzt sich aber durch Fortlassungen und dureh stiitkeres Beiwerk von den iibrigen Texten deutlich ab. Man darf ihn nur wit Einschrinkung zu den primaren Quellen rechnen. Im ganzen legt der Textvergleich einen Kern von Ereigniasen bloB, der den meisten Schulen gemein- sam ist; er entstammt der dltesten, allen Schulen tiberkommenen Uberlieferung und ist urspriinglicher als die Gesamtheit der Geschehnisse in jedem Einzeltext fir sich genommen; denn keiner hat nicht hier oder da anders angeordnet, ge- aindert, ausgelassen oder erweitert. Aus dem Vergleich ergibt sich unmittelbar, wo der alte Rahmen gesprengt ist, und vielfach auch, aus welchen Gesichts- punkten die Sprengung geschah. Damit kann die wissenschaftliche Betrachtung der Begriindung der buddhistischen Gemeinde auf cin Fundament tieferer Schicht als bisher erreichbar gestellt werden, und es sollte fortan vermieden werden, den Darstellungen dieses Lebensabschnittes, die historisch vorgehen wollen, sekundire Quellon wie den Lalitavistara, das Buddhacarita oder die Nidéna- kath’ zugrunde zu legen. Natirlich behalten diese Texte trotz solcher Erkennt- nisse ihre Bedeutung; es gilt jedoch, sie ihrer sekundiren Natur gemiB zu werten und daran unterscheiden zu lernen, was alte Tradition, was dichterische oder auch fromme Ausgestaltung ist. Fir unseren Lebensabschnitt ist es ohne weiteres moglich, alte Partien aus dem Lalitavistara oder Mahavastu von spi- teren Zutaten zu trennen oder cine Beurteilung von Teilen des Buddhacarita, uf die vom Dichter benutzten Quellenwerke vorzunchmen. Bei einer ver- gleichenden Untersuchung bemerkt man sofort, daB es schiof geschen ist, wenn E. H. Johnston 1937 bei Gelegenheit seiner Ubersetaung der Gesiinge 15—28 des Buddhacerita in den Acta Orientalia Bd. 15 (S. 28) sagt: “Of the contents of these cantos it will be sufficient to remark that the account of the Buddhs’s mission . . . follows the order of the Nidénakathé in the main and is based Probably on an earlier version of that work”. Man wird dieses Urteil etwa da- hin modifizieren miissen: Der Bericht tiber die Laufbahn des Buddha folgt der Nidanakathé insoweit, als in der Nidiyakathé der allen Schulen gemeinsame Uherlicforungskern steckt. Zweifellos het der Autor sich aber nicht auf Péli- Quellen wie die Nidinakatha gestiitzt, sondern auf Sanskrittexte aus der gleichen Schule wie das hier analysierte Catugparigateitra. An manchen Stellen, wie otwa an der Bekehrungegeschichte Konig Bimbasaras, lit sich das. ohne Schwierig- keiten nachweisen, da dort suffallende Unterschiede zwischen dem Sanckrit- und dem Pali-Text bestehen. 122