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mobile zeitgeist SPECIAL Das eMag zum Mobile Business A u s g a b e

mobile zeitgeistSPECIAL

Das eMag zum Mobile Business

Ausgabe 1/11 Januar 2011

Apps vs. Mobile Browser Ist das Wettrennen entschieden?

Mobile Browser – Ist das Wettrennen entschieden? App oder Mobile Website? – Nutzen! 8 2011 –

App oder Mobile Website? Nutzen!

8

2011 The Web Strikes Back

17

Grenzen der Webapps:

Warum native Apps überleben werden 27

mobile zeitgeist SPECIAL 2009 Ausgabe 1/09: Ausgabe 2/09: Ausgabe 3/09: Ausgabe 4/09: Mobile Marketing

mobile zeitgeist SPECIAL

2009

mobile zeitgeist SPECIAL 2009 Ausgabe 1/09: Ausgabe 2/09: Ausgabe 3/09: Ausgabe 4/09: Mobile Marketing
mobile zeitgeist SPECIAL 2009 Ausgabe 1/09: Ausgabe 2/09: Ausgabe 3/09: Ausgabe 4/09: Mobile Marketing
mobile zeitgeist SPECIAL 2009 Ausgabe 1/09: Ausgabe 2/09: Ausgabe 3/09: Ausgabe 4/09: Mobile Marketing
mobile zeitgeist SPECIAL 2009 Ausgabe 1/09: Ausgabe 2/09: Ausgabe 3/09: Ausgabe 4/09: Mobile Marketing

Ausgabe 1/09:

Ausgabe 2/09:

Ausgabe 3/09:

Ausgabe 4/09:

Mobile Marketing / Mobile Advertising

Mobile Commerce

Mobile Entertainment

Mobile Technologien

2010

Mobile Entertainment Mobile Technologien 2010 Ausgabe 1/10: Mobile 2.0 Ausgabe 4/10: 2 Drei Jahre

Ausgabe 1/10:

Mobile 2.0

Mobile Technologien 2010 Ausgabe 1/10: Mobile 2.0 Ausgabe 4/10: 2 Drei Jahre iPhone – Quo vadis

Ausgabe 4/10:

2

Drei Jahre iPhone – Quo vadis Mobile Market?

4/10: 2 Drei Jahre iPhone – Quo vadis Mobile Market? Ausgabe 2/10: Mobile Marketing / Mobile

Ausgabe 2/10:

Mobile Marketing / Mobile Advertising Reloaded

Mobile Marketing / Mobile Advertising ‐ Reloaded Ausgabe 3/10: Looking Outside – What We Can Learn

Ausgabe 3/10:

Looking Outside – What

We Can Learn From Other Cuuntries

Outside – What We Can Learn From Other Cuuntries Sonderausgabe Okt. 2010: Voice in Zeiten von

Sonderausgabe Okt. 2010:

Voice in Zeiten von Apps

Ausgabe 1/11 – Januar 2011

Editorial

Wir gehen zunehmend in die Cloud, nutzen WebApplikationen, für die keine lokalen Installationen mehr notwendig sind. Eine von uns allen als logisch und fast natürlich empfundene Entwicklung.

Doch betrachten wir Mobile, reiben wir uns verwundert die Augen. Hatten wir gerade die Walled Gardens der Carrier eingerissen, feiern proprietäre Systeme in Form von AppStores fröhliche Urstände. Und alle sind begeistert, freuen sich wie die Kinder, immer neue und natürlich explodierende Downloadzahlen aus diesen AppStores zu vernehmen und sie jeden Tag auf’s Neue weiter zu verbreiten. Es mutet dem Betrachter an wie ein Rausch ein AppRausch.

Es bremst auch niemanden, dass über 90 Prozent der Apps nach zwei bis drei Wochen nicht mehr genutzt werden und viele Entwickler ihren Aufwand, den sie in die Erstellung einer App gesteckt haben, wohl nie amortisieren werden. Apps sind toll, schick, innovativ und alle wollen sie. Alle? Wirklich?

Wenn der Rauch der Feuer, um die derzeit alle tanzen, sich ein wenig lichtet, werden die Unzulänglichkeiten der Apps und der AppStores deutlich und so mancher fragt sich, warum wir eigentlich mobil das Internet nicht so nutzen, wie wir es schon seit einiger Zeit mit unseren PCs, Note oder Netbooks tun. Und siehe da, so mancher entdeckt den guten alten Browser wieder.

Dumm nur, dass in der mobilen Welt nicht nur bei den Endgeräten, den Betriebssystemen und den Distributionskanälen, sondern auch bei den Browsern Heterogenität herrscht, die manche Dinge naturgemäß verkompliziert.

Liegt die Rettung in HTML5? Wenn nicht, was kommt danach? Und sind Apps nur eine zeitweilige Erscheinung und verschwinden wieder?

14 Autoren gehen in diesem, unserem zehnten Special, auch diesen Fragen nach. Wir wünschen unseren LeserInnen viele neue Erkenntnisse und Spaß bei der Lektüre.

viele neue Erkenntnisse und Spaß bei der Lektüre. Impressum Verantwortlich im Sinne des Presserechts (
viele neue Erkenntnisse und Spaß bei der Lektüre. Impressum Verantwortlich im Sinne des Presserechts (

Impressum

Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.)

Heike Scholz

Hellbrookstraße 80e

22305 Hamburg

Germany

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mobile zeitgeist SPECIAL Inhalt Editorial 3 Autoren 5 Apps ‐ eine aussterbende Gattung oder: Haben

mobile zeitgeist SPECIAL

Inhalt

Editorial

3

Autoren

5

Apps eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft?

6

App oder Mobile Website? Nutzen!

8

Nativ oder Web es kann nur einen beide geben

10

Die Zukunft von mobiler Software

14

2011 The Web Strikes Back!

17

Der Krieg der Welten

19

Nativeoder WebAnwendungen, wohin geht die Reise?

23

Wohin geht die App Reise? Warum native Apps Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist…

25

Grenzen der Web.Apps: Warum Native Apps überleben werden

27

Warum die Entwicklung von mobilen Lösungen keine Bauchentscheidung sein sollte

29

Ab ins Web! – Warum Prozess lastige Applikationen besser in einer WebApp abgebildet werden sollten

33

MuseumApps und mobile Museums Websites

35

Native App oder WebApp im Bankensektor? Beides!

38

Die nächsten Events in Mobile

40

Interessante Links

41

Werben und Sponsoring

42

Ausblick auf kommende mobile zeitgeist SPECIALS

43

Mobile 2.0 Tag Cloud

44

Autoren

Autoren Anderheggen, Adrea: Grenzen der Webapps: Warum Native Apps überleben werden 27 Brendel, Nadine;

Anderheggen, Adrea: Grenzen der Webapps: Warum Native Apps überleben werden

27

Brendel, Nadine; Webering, Jan: Wohin geht die App Reise? Warum native Apps Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist…

25

Erdmann, Charlotte: Apps eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft?

6

Gather, Florian: App oder Mobile Website? – Nutzen!

8

Gülle, Roland: 2011 The Web Strikes Back!

17

Hollstein, André: Warum die Entwicklung von mobilen Lösungen keine Bauchentscheidung sein sollte

29

Le Comte, Eduardo: Der Krieg der Welten

19

Mörl, Christoph: Nativ oder Web es kann nur einen beide geben

10

Müller, Michael: Museum Apps und mobile Museums Websites

35

Scheller, Ulrich: Native oder WebAnwendungen, wohin geht die Reise?

23

Schollmayer, Torsten: Die Zukunft von mobiler Softwa re

14

Schwitalla, Joerg: Native App oder WebApp im Bankensektor? Beides!

38

Thürling, Matthias: Ab ins Web! – Warum Prozess lastige Applikationen besser in einer WebApp abgebildet werden sollten

33

Webering, Jan; Brendel, Nadine: Wohin geht die App Reise? Warum native Apps Vergangenheit sind und der Browser die Zukunft ist…

25

mobile zeitgeist SPECIAL Apps ‐ eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft? Von Charlotte

mobile zeitgeist SPECIAL

Apps eine aussterbende Gattung oder: Haben Apps eine Zukunft?

Von Charlotte Erdmann

Längst sind Smartphones keine Statussymbole mehr. Sie gehören zum Leben vieler Menschen und sind für viele beinahe ebenso wichtig, wie Essen und Trinken. Ohne das iPhone verlässt man eben einfach nicht mehr das Haus, weil man sich ohne dessen Dienste verloren fühlt. 300.000 Apps alleine aus Apples App Store wurden bis Ende November 2010 für das iPhone herunter geladen 1 . Sie helfen beim Tee kochen genauso, wie bei der Wegfindung – sei es im realen oder im spirituellen Sinne.

Mobile Internetnutzung nimmt zu

Zeitgleich verbessern sich die Technologien mobiler Internetnutzung

insofern, dass nicht nur

mobilen

die

Webbrowser schneller und effizienter werden.

Auch die mobile Internetnutzung ist dank der wachsenden globalen Abdeckung mit dem Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) problemlos unterwegs möglich. Bereits heute beträgt die 3GNetzabdeckung weltweit 21%. Bis 2014 wird dieser Wert auf 43% ansteigen. 2 iPhone Nutzer wissen diesen Komfort zu schätzen. Ende 2009 wurde bei einem globalen Marktanteil des iPhone von gerade einmal 16% das mobile Internet und

Apps zu 51% alleine von iPhone Besitzern genutzt.

Zum Vergleich: Nokias Symbian besaß Ende 2009 einen Marktanteil von 44% und einen Nutzungsanteil des mobilen Internets von 20%, bei BlackberryGeräten sieht die Verteilung ähnlich aus (20% Marktanteil, 5% mobile Internetnutzung). 3

AppNutzer verlieren den Überblick

Noch sind es die Apps, über die Smartphone Besitzer auf das Internet zugreifen.

Doch

überbordende AppVielfalt führt dazu, dass die Entscheidung für eine passende App

schwer fällt. Spiele sind

die

mit

18

% n

och

immer

die

am

m

eisten

geladen

en

A

pps,

die am m eisten geladen en A pps, gefolgt von Unterhaltung und Büchern, die beide noch

gefolgt von Unterhaltung und Büchern, die

beide noch zweistellige Prozentzahlen (14%) aufweisen 4 . Doch dann versandet das Interesse der Nutzer. Sie kapitulieren vor der Masse an Apps, laden mehr Programme, als

und navigieren

schlussendlich doch lieber per mobilem Webbrowser. Neueste Studien belegen, dass der mobile Browser zunehmend vor allem für die Produktsuche, Blogs, Sportergebnisse und News genutzt werden.

sie

eigen

tlic

h

nutz

en

2 Quelle: Morgan Stanley Internet Trends. 12. April 2010. Seite

26

4 ebd., S. 48

Aber auch im Bereich Social Media ringt der Browser (44%) anteilig mit der heruntergeladenen App (54%). 5

Apps vs. Browser

Längst sind es deshalb keine Unkenrufe mehr, sondern harte Fakten, dass die AppNachfrage zwar derzeit noch steigt, bald aber ein Level der Stagnation erreichen wird. Apps gehören zu einer aussterbenden Gattung zumindest die nativ für eine Plattform entwickelten Programme. Zwar werden sich die Nutzer „nicht kategorisch zwischen App oder Browser Nutzung entscheiden. Was zählt, ist die Usability “, schreibt beispielsweise die Otto Group in ihrer Go SmartStudie 2010. 6

Doch zunehmend sind auch die Entwickler der Meinung, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Apples App Store eine Goldgrube war. Zwar konzentrieren sich derzeit noch viele auf diese Plattform und entwickeln passende Apps, doch meist ist das Angebot größer als die Nachfrage. Die Folge: Nicht einmal die Entwicklungskosten werden durch kostenpflichtige Apps inzwischen refinanziert. Einzig durch Werbeeinblendungen und InAppBanner, wie sie beispielsweise Netzwerke für mobile Bannerwerbung ausliefern, ist die Monetarisierung einer App noch möglich.

Doch auch

„Werbeeinblendungen in Apps immer nur einen Teil des mobilen Werbegeschäfts und der damit verbundenen Einnahmen für den Entwickler aus. Häufiger werden schon jetzt mobile Webseiten genutzt – ganz ohne den Zugriff über eine App.“ bestätigt madvertiseCEO Carsten Frien die Entwicklung des WerbebudgetEinsatzes auf mobilen Endgeräten. So kann auch diese Finanzierungsquelle nicht darüber hinwegtäuschen, dass die zunehmende

hier machen

5 Adobe Systems Inc: Adobe Mobile Experience Survey: What Users Want from Media, Finance, Travel & Shopping.

Zusammengestellt von Keynote Systems, 13. Oktober 2010 (http://www.emarketer.com/Article.aspx ?R=1008010 )

6 Otto Group: Studie „Go Smart 2010: Always in Touch. Juni

2010.

„Go Smart 2010: Always ‐ in ‐ Touch. Juni 2010. Gerätefragmentierung im Smartphone ‐ Markt dem

Gerätefragmentierung im Smartphone Markt dem Webbrowser als AppErsatz den Weg ebnet.

Ausweg WebApps?

Was bleibt sind neue Technologien: Die textbasierte Auszeichnungssprache HTML5 wird dank zahlreicher neuer, darin integrierter Standards die Browserfunktionalitäten nochmals erweitern. Dank HTML5 besitzen WebApps die gleichen Funktionen wie native Apps für die jeweiligen Geräteplattformen. Die Nutzer können sie jedoch unabhängig von der verwendeten Plattform, des mobilen Betriebssystems, oder des Geräts verwenden.

Entwicklern bietet sich so die Chance, mit einer einmalig entwickelten App ein breites Publikum auf den unterschiedlichsten Plattformen zu erreichen. „In zehn Jahren wird man auf seinen Geräten nur noch den Browser brauchen“ prophezeite Lars Boilesen, CEO des norwegischen Browserherstellers Opera, im Oktober 2010. 7 Selbst Apple preist HTML5 an. Allerdings weniger als App, denn als Flash Killer. Dabei sind es gerade die WebApps auf Basis dieser und anderer WebProgrammiersprachen, die dem App Store Konkurrenz machen könnten und werden.

Das Ende der Apps

Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Mozillas VP of Products, Jay Sullivan, gab Ende Oktober 2010 im offiziellen Mozilla Blog an, „den Prototypen eines Systems für offene Web Apps geschaffen [zu haben]: In HTML, CSS und JavaScript entwickelte Apps, die sowohl auf Computern als auch Handys funktionieren". 8 Noch ist das „offene Web App Ökosystem“ von Mozilla ein Prototyp. Es besitzt aber neben zahlreichen anderen derartigen Entwicklungen das Potential, die AppÄra in eine WebÄra zu verwandeln. Und damit die nativen Apps zu einer

mobile zeitgeist SPECIAL aussterbenden Gattung auf den Smartphones dieser Welt werden zu lassen. Autorin:

mobile zeitgeist SPECIAL

aussterbenden Gattung auf den Smartphones dieser Welt werden zu lassen.

Autorin: Charlotte Erdmann (geb. Stanek) studierte Germanistik und berät Unternehmen zu Kommunikations und Marketingstrategien für die Entwicklerund Apple Community. Die ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift Mac Life sowie

zahlreicher Sonderhefte rund um AppleProdukte aus dem Hause falkemedia, Kiel, betreut seit September 2010 den Bereich PR und Marketing bei madvertise, dem marktführenden Netzwerk für mobile Bannerwerbung im deutschsprachigen Raum.

App oder Mobile Website? Nutzen!

Von Florian Gather

Der Absatz von Apps für mobile Endgeräte boomt wie nie. Spezialisierte Programme bieten dem Nutzer konzentriert Funktionen und Informationen. Gute mobile Websites, die neben dem reinen Nutzen auch noch einen gewissen Spaßfaktor bieten, sind dagegen noch rar.

Wollen Nutzer lieber Apps, statt über den Browser auf ein mobiles Portal zuzugreifen? Seit langem wissen wir „Content is king“, doch spätestens seit dem Erfolg des iPhones haben wir gelernt „Usability is queen“ 1:0 für die Apps.

Trotzdem liegen die Vorteile mobiler Seiten auf der Hand: Sie sind plattformunabhängig, können abwärtskompatibel realisiert werden und sind weniger aufwändig in der Entwicklung. Das Problem dabei ist, dass nichts davon den Nutzer interessiert der individuelle Nutzen steht klar im Vordergrund. Wofür sollten sich Unternehmen also entscheiden, die Ihre Inhalte und Produkte mobil an den Mann und die Frau bringen wollen?

Die Zielgruppe der super mobilen Nutzer ist für viele große Markenunternehmen

zur

Gesamtbevölkerung sind diese im Durchschnitt empfänglicher für Werbebotschaften, stark markenorientiert

besonders

attraktiv: Im Vergleich

und verfügen über eine überdurchschnittliche Kaufkraft. Um diese lukrative Zielgruppe auch mobil möglichst gezielt und wirkungsvoll anzusprechen, ist eine enge Integration der mobilen Strategie in die gesamte Markenkommunikation unerlässlich.

Viel wichtiger als die Frage nach der technischen Umsetzung sollte in jedem Fall die Frage nach den eigenen Zielen sein. Unterschiedliche Zielgruppen und Vertriebsziele erfordern individuelle Mobile Strategien. Erst durch ganzheitliche und integrierte Strategien für die mobilen Aktivitäten lässt sich der größtmögliche Kundennutzen realisieren. Es gehört außerdem längst nicht mehr nur zum guten Ton, den Kanal Mobile zu bedienen, sondern wird immer mehr zu einem wichtigen Faktor bei der Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und dem Aufbau einer ganz neuen Brand Experience.

Die Nutzung des mobilen Internets steigt seit einiger Zeit stark an und aktuell sieht es so aus, als seien Apps dabei die klaren Gewinner. Die Gründe für diesen Erfolg sind vielfältig. Das erste Gerät, das die WebNutzung auf einem mobilen Gerät richtig populär gemacht hat, war ohne Zweifel das iPhone. Apple hat durch eine geschickte Politik dafür gesorgt, dass die Entwicklung von Apps sowohl einfach,

als auch an strikt vorgegebenen Standards orientiert war.

Dadurch stand schnell eine große Anzahl qualitativ guter und attraktiver Apps zur Verfügung. Im Windschatten dieses Erfolges nahm jedoch auch die Nutzung von Webseiten auf dem Handy deutlich zu. Entscheidend war

Webseiten auf dem Handy deutlich zu. Entscheidend war dafür die verbesserte Usability, dank der die Nutzer

dafür die verbesserte Usability, dank der die Nutzer erstmals bequem und mit Spaß mobil surfen konnten. Andere Smartphone Betriebssysteme zogen nach und bieten meist jeweils eine eigene Plattform für Apps, so dass die AppLandschaft mittlerweile ebenso umfangreich wie komplex ist.

mittlerweile ebenso umfangreich wie komplex ist. Tabelle: Heike Scholz, Erstveröffentlichung BVDW

Tabelle: Heike Scholz, Erstveröffentlichung BVDW Mobile Kompass 2010/2011, „Mobile Apps vs. Mobile Web, Seite 37 ff.

Kein Wunder also, dass in der Wahrnehmung vieler Nutzer Mobile Internet eng mit Apps verbunden ist – es gibt schließlich „für alles eine App“. Liegt die Zukunft des mobilen Internets also ausschließlich in plattformspezifischen Anwendungen? Lassen sich alle Mobile MarketingZiele am besten durch spezialisierte Apps erreichen? Ist die mobile Webseite tot, bevor sie überhaupt richtig durchstarten konnte?

Betrachtet man den aktuellen Hype mit den Erfahrungen aus dem stationären Internet im Hinterkopf, spricht viel dafür, dass flexible und plattformunabhängige Lösungen in Zukunft eher an Bedeutung gewinnen werden, statt

von der Bildfläche zu verschwinden. Browserbasierte Informationsangebote und

Services sprechen durch Ihre Unabhängigkeit von Betriebssystemen und spezieller Hardware eine breitere Zielgruppe an und bieten weniger technische und inhaltliche Restriktionen als Apps.

Attraktive Möglichkeiten zur InApp Werbung schlagen zudem bereits jetzt die Brücke zwischen App und Mobile Site. Langfristig werden beide technischen Ansätze Ihren Anteil am mobilen Internet haben.

Unternehmen sind daher gut beraten, sich nicht einfach eine App oder eine Mobile

mobile zeitgeist SPECIAL Website verkaufen zu lassen, sondern ihre individuelle Zielsetzung als Maßgabe für

mobile zeitgeist SPECIAL

Website verkaufen zu lassen, sondern ihre individuelle Zielsetzung als Maßgabe für ihre mobile Strategie einzubringen. Eine optimale User Experience und ein gutes Produkt sind dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren die Frage der technischen Realisierung ist nur eine von vielen. Größtmöglicher Kundennutzen, hohe Qualität und nicht zuletzt ein gewisser Spaßfaktor erzeugen auch im klassischen Marketing eine starke Kundenbindung der Kanal Mobile bietet dabei eine Fülle an wirkungsvollen und spannenden Instrumenten für gezielte

Kundenansprache

und

ein

positives

Markenerlebnis.

Autor: Florian Gather ist zuständig für Public & Investor Relations bei der Oberhausener conVISUAL AG. conVISUAL ist ein international führender Full Service Anbieter für Mobile Marketing, Mobile Internet und interaktive Mehrwertdienste. Mit Standorten in Europa und den USA bietet das Unternehmen Medien , Mobilfunkund MarkenartikelUnternehmen alle Dienstleistungen von der Kreation und Konzeption bis zur Implementierung und dem fortlaufenden Betrieb aus einer Hand an.

Nativ oder Web es kann nur einen beide geben

Von Christoph Mörl

Fragmentierung statt Konsolidierung

2011 wird die Vielfalt neuer Devices & Betriebssysteme auf dem mobilen Markt vermutlich nicht weniger werden, im Gegenteil: 2010 war z.B. thematisch das Jahr des Tablets – das iPad hat den Wettbewerb und das Konsumverhalten klar dominiert.

Die Modelle der Wettbewerber stoßen überwiegend noch auf Skepsis das iPad ist weiterhin das Benchmark für Design, Usability und Credibility. Das sieht bei Smartphones nicht viel anders aus, jeder Hersteller muss zuerst den Vergleich mit dem iPhone über sich ergehen lassen. Doch im Gegensatz zur TabletEntwicklung holen die Apple Wettbewerber mit großen Schritten auf.

So zeigt besonders die Nutzung von Android Geräten starkes Wachstum – nach nur 1,4 Millionen verkauften Geräten im Vorjahr wurden im 3. Quartal 2010 über 20 Millionen

Geräte weltweit ausgeliefert. 1 Das Wachstum wird sich 2011 – wenn auch abgeschwächt – fortsetzen. Für zahlreiche Smartphone Hersteller ist Android erste Wahl die neueste, lange angekündigte Version 2.3 („Gingerbread“) mit weiteren Verbesserungen in UI und Performance wurde im Dezember 2010 veröffentlicht. 2 Auch das Windows Phone 7 wird 2011 relevant(er) werden – ein slickes Interface, ein wettbewerbsfähiger eigener App Store und die Möglichkeit zur Nutzung von Office Anwendungen machen das Gerät zu einem würdigen Wettbewerber im mobilen Markt.

Einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt es dennoch: die momentan fehlende Unterstützung von HTML5 (und Flash) ist nicht nachzuvollziehen. Es ist jedoch

davon auszugehen, dass Microsoft darauf in Kürze reagieren wird.

Von einer Marktkonsolidierung in 2011 kann also keine Rede sein – im Gegenteil. Noch ist der Markt vor allem im Bereich der Tablets überschaubar und bietet Raum für Innovation. Zumindest in Deutschland ist aus Konsumentensicht gefühlt noch keine kritische Masse erreicht, die z.B. dem iPad bisher zu einem kommerziellen Durchbruch verholfen hätte aber schon die Veröffentlichung des iPad2 kann vermutlich einen ähnlichen Effekt auf die Konsumenten haben wie die Markteinführung des iPhone4.

Wie verhält man sich in einem derartig fragmentierten Marktumfeld? Mit welcher Strategie reagiert man auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Apps und Websites für Smartphones und Tablets? Setzt man womöglich auf Technologien, die übermorgen schon keine Relevanz mehr haben könnten? Und – wie und wo erreicht man möglichst viele Nutzer im „mobilen Chaos“? Das sind nur einige von vielen Fragen, die sich Unternehmen, Agenturen, klassische Medienhäuser oder Markenartikler bei der Entwicklung einer mobilen Strategie stellen müssen. Ein Versuch, sie zu beantworten.

What's a girl to do?

Die Entwicklung einer nativen Applikation war 2010 schon nicht mehr die einzige Antwort auf die Frage, wie man sich als Unternehmen im mobilen Markt qualitativ und plattformübergreifend hochwertig präsentieren kann. Dennoch galt: „There´s an app for that.“, aber RIM´s Jim Balsillie hat seinen Standpunkt in einem offenen Schlagabtausch mit Steve Jobs ebenfalls verdeutlicht: „You don´t need an app for the web.“ 3

an ‐ app ‐ for ‐ the ‐ web ‐ re/ Webbasierte Applikationen zeigten sich in

Webbasierte Applikationen zeigten sich in 2010 schon teilweise fast auf Augenhöhe mit nativer Programmierung. Dabei spricht doch eigentlich alles für nativ entwickelte Applikationen: sie docken an alle vorhandenen Funktionalitäten an, die durch den direkten Zugriff auf die jeweiligen Hard und SoftwareRessourcen möglich sind (Kamera, GPS, PushNotifications etc.) und eine App erst zu dem machen, was sie sein soll – ein 100% User zentriertes Programm auf dem mobilen Endgerät seiner Wahl. Sie sind browserunabhängig, zunehmend auch offline nutzbar und die Performance ist in der Regel besser als im mobilen Web. Aus Sicht einer (direkten) Monetarisierung ist eine native Applikation weiterhin erste Wahl durch den Verkauf im AppStore oder ein InApp Purchase Geschäftsmodell. Aber: sie sprechen nur diejenigen Nutzer an, die die App auch installiert haben bzw. installieren können.

Entscheidet man sich daher für eine plattformübergreifende Präsenz nativ entwickelter Applikationen, sieht man sich möglicherweise höheren Entwicklungs und Wartungskosten gegenüber. Native AppEntwicklung ist zeitaufwändig und damit teuer, erfordert die Beherrschung plattformspezifischer Programmierung ebenso wie die Beachtung spezifischer Unterschiede schon im Konzept und Design.

Besonders Android hat sich als volatil herausgestellt eine Folge der Nutzung auf verschiedenen Endgeräten mit unterschiedlichen Systemvoraussetzungen. Identische Software kann auf verschiedenen Smartphones so unterschiedlich reagieren, dass in Einzelfällen umfangreiche (wie ungeplante) Device Anpassungen erforderlich sind.

Zumindest die Fragmentierung kann von einer WebApplikation gelöst werden – mittels CSS und einer sauberen HTML Struktur lassen sich Synergien zu verschiedenen Plattformen sehr gut nutzen. Eine entsprechende APIArchitektur und/ oder Content Delivery Networks können den gleichen Service bei

mobile zeitgeist SPECIAL unterschiedlichen Bedingungen anbieten. Kurzum: eine Web ‐ Applikation muss im

mobile zeitgeist SPECIAL

unterschiedlichen Bedingungen anbieten. Kurzum: eine WebApplikation muss im Idealfall für unterschiedliche Smartphones und Tablets (zumindest das Basis Markup) nur einmal entwickelt werden.

Diese Vorgehensweise in der Praxis auch als „Progressive Enhancement“ 4 bezeichnet hat z.B. Einfluss auf die initialen Entwicklungskosten: Basis Funktionen sind bereits browserunabhängig verfügbar und die WebApp kann darauf aufbauend für mehrere Browser/ Endgeräte so skaliert werden, das

sich

den Verlauf der

Gesamtentwicklungskosten durchaus Einsparungspotentiale ergeben.

für

Darüber hinaus kann „natives Verhalten“ mittlerweile auch von WebApps sehr gut abgebildet werden. Dennoch – die Funktionalitäten in Web Applikationen sind (noch) beschränkt, HTML5 ist weiterhin kein Standard und der Zugriff auf den vollen Umfang der HardwareRessourcen des Gerätes bleibt ebenso wie die Offline Nutzung nach wie vor eingeschränkt.

Im Gegensatz zu nativ entwickelten Applikationen sind WebApplikationen von Suchmaschinen indexierbar. Mittlerweile über 300.000 Apps für iOS und etwa 200.000 für Android (Stand Dezember 2010) macht die Sichtbarkeit der eigenen Applikation im jeweils hauseigenen AppStore schwierig und ebenso schwer aktiv beeinflussbar. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Nutzer sich ähnlich zu dem Empfang von hunderten TV Sendern auch im AppStore nur auf die erfolgreichsten Angebote konzentrieren. 5

Andere Studien über das Smartphone Nutzungsverhalten zeigen interessante Ergebnisse in Hinblick auf die unterschiedliche Nutzung von WebApps und nativen Applikationen: eine Befragung von 1.200 Konsumenten in den USA kam zu dem

Ergebnis, dass die mit (nativen) Apps verbrachte Zeit fast derjenigen im mobilen Web entspricht. Im Bereich Commerce und Medien & Entertainment bevorzugen sogar 66 Prozent aller Befragten mobile Webseiten. 6

Erfahrungen für den deutschen Markt zeigen ein gegensätzliches Bild: Apps entwickeln eine solche Dynamik, dass sie den Traffic von Mobilportalen in Einzelfällen um mehr als das Zehnfache übersteigen. Noch? WebApps werden momentan in der Fachpresse viel diskutiert und womöglich zeigt die Untersuchung in den USA schon eine Tendenz, wohin die Reise 2011 auch in Europa gehen kann. Viele Startups setzen neue Maßstäbe auch Google, die kürzlich den Chrome Web Store gelauncht haben.

die kürzlich den Chrome Web Store gelauncht haben. Der Chrome Web Store von Google Die Nutzerzahlen

Der Chrome Web Store von Google

Die Nutzerzahlen von Chrome haben sich 2010 von 40 auf 120 Millionen verdreifacht. 7 Zu Recht – der Browser ist einer der schnellsten und besten auf dem Markt, wird kontinuierlich weiterentwickelt und integriert nun mit dem Chrome Web Store 8 quasi einen AppStore für den Browser. Der Chrome Web Store ist seit Mitte Dezember live und bietet Web

Applikationen für alle möglichen Dienste, ob Nachrichten (New York Times), Commerce (Amazon Window Shop), Video (Crackle), Foto (Picnik), Organisation (Springpad) oder Twitter Clients (TweetDeck).

Die Applikationen sind zu einem großen Teil auch in jedem anderen HTML5 fähigen Browser (unter WebKit) und damit auf jedem beliebigen Endgerät – zum Teil auch bereits offline nutzbar. Für den Nutzer hat dies angenehme Effekte: Usability und User Experience stehen im Mittelpunkt, synchronisiertes Arbeiten über verschiedene Endgeräte hinweg und die plattformübergreifende dezentralisierte Organisation eigener Daten in der Cloud. Der Großteil der Applikationen ist kostenlos viel interessanter ist: der Store bringt auch einen Monetarisierungsaspekt mit sich. Denn mit der Nutzung von Google Checkout können alle Applikationen ebenso kostenpflichtig angeboten werden (im Moment kann der Kauf sogar noch innerhalb von 30 Minuten rückgängig gemacht werden – endlich ein digitales Rückgaberecht!). Damit lassen sich Inhalte und Services im Browser plattformübergreifend anbieten und vermarkten.

Warum wird der Chrome Web Store in diesem Kontext genannt? Ganz einfach: die Applikationen sind ebenso auf mobilen Endgeräten nutzbar und sehen z.B. auf dem iPad schon recht überzeugend aus. 9

Fazit

Es ist davon auszugehen, dass zukünftig nicht nur Smartphones, FeaturePhones, Tablets

und Desktop Rechner über einen Browser verfügen werden, sondern ebenso MP3 Player, EReader (z.B. Kindle), TV Geräte oder komplette HomeEntertainmentSysteme. Der Browser wird mehr und mehr das Hub in die digitalen Welten die zunehmende

der

Verbesserung

Verbindungsgeschwindigkeiten und die

und die 9 z.B. http://www.nytimes.com/chrome Standardisierung von HTML5 über alle Browser hinweg

Standardisierung von HTML5 über alle Browser hinweg tun ihr übriges.

2011 wird man sich folgende Frage gefallen lassen müssen: wozu brauche ich eine App, wenn man die gleichen Funktionen auch plattformübergreifend im Browser abbilden kann?

Native Applikationen werden auch 2011 nicht an ihrer Faszination und Bedeutung verlieren. Das Maximum an hochwertiger, emotionalisierter Nutzeransprache in Verbindung mit den komplexen Anforderungen an User Experience, Usability und der vollen Ausnutzung der jeweiligen Hardware ist nur mit nativer Programmierung möglich Spiele z.B. werden nativ programmiert immer besser sein. Ebenso zeigt z.B. das iPadonly Magazin PROJECT 10 eine tolle native Umsetzung für ein ContentAngebot und die Verbindung verschiedener Geschäftsmodelle in einer nativen App.

Gerade die Medienhäuser haben ihre Chance auf eine hochwertige Platzierung gerade auf dem iPad bislang nur ein Einzelfällen ausgenutzt. Sie wurden oft für ihre mangelnde Bereitschaft zur Veränderung ihrer Wertschöpfung und die Bereitschaft zur Investition von unabhängigen Beobachtern kritisiert.

Letztlich ist die Entscheidung für eine Präsenz im jeweiligen AppStore auch strategisch wichtig für eine Marke bzw. Unternehmen, die es sich nicht leisten können, die Möglichkeiten dieses Mediums entweder nur unvollständig auszunutzen oder gar nicht präsent zu sein – ob nun auf Smartphones, FeaturePhones, auf dem Tablet oder selbst auf den so genannten Dumbphones.

Unternehmen, Brands und Medien müssen sich auch 2011 einem fragmentierten Mobile Markt stellen. Abhängig von Budget und