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Wintersemester 2020/21 Angewandte Analysis/AMP

Übungsblatt 4 - Lösungen:

Kompaktheit, Operatoren und Funktionale

Aufgabe 1
Aus Kompaktheit folgt Beschränktheit und Abgeschlossenheit.
Rn ist sicher nicht beschränkt, und daher nicht kompakt.
T
Alternativ könnte man zeigen, dass die Folge ((k, k, . . . , k) )k
keine bzgl. der Euklidischen Norm konvergente Teilfolge besitzt.
(Konkrete R -Norm egal, da endlichdimensional.)
n

Aufgabe 2
Ja, denn ist(an )n eine Folge in M , kann man diese in zwei Teilfolgen zerlegen:
eine mit Elementen in [−2, −1] × [−2, −1],
die andere mit Elementen in [1, 2] × [1, 2].
Beide Mengen sind beschränkt und abgeschlossen im endlichdimensionalen
R2 und damit kompakt.
Damit besitzt jede der Teilfolgen selbst eine konvergente Teilfolge.

Aufgabe 3
Ist V ein Vektorraum über dem Körper K (o.B.d.A. K = R) und besitzt
V die Dimension n < ∞, dann existiert eine n-elementige
∑ Basis {e1 , . . . , en }
von V , sodass jedes v ∈ V eine Basisdarstellung v = ni=1 ai ei mit geeigneten
Koezienten ai ∈ K = R besitzt.
Sei T ein linearer Operator auf V . Aus der Linearität von T folgt:

∑ n

∥T v∥ = ai T ei ≤

i=1

n
= |ai |∥T ei ∥ ≤
i=1

n
= max ∥T ei ∥ |ai |.
i=1,...,n
i=1

1
Nach Satz 2.7.1. (Skript) existiert im Fall n < ∞ ein c > 0, sodass

∑ 1 ∑ 1
n n

|ai | ≤ ai · ei = ∥v∥.
c c
i=1 i=1

Damit gilt
maxi=1,...,n ∥T ei ∥
∥T v∥ ≤ B∥v∥ mit B := ,
c
also ist T beschränkt.

Aufgabe 4
Hilbert-Schmidt:

T : L (D) → L (D), f 7→
2 2
k(x, y)f (y)dy mit k ∈ L2 (D × D).
D

Für f ∈ L (D) 2
gilt mit Cauchy-Schwarz

∥T f ∥2L2 (D) = |T f (x)|2 dx =
D
∫ ∫ 2

= k(x, y)f (y)dy dx ≤

∫D ∫ D
≤ |k(x, y)|2 dy · ∥f ∥2L2 (D) dx ≤
D D
≤ ∥k∥2L2 (D×D) · ∥f ∥2L2 (D) ,
∥T f ∥L2 (D) ≤ ∥k∥L2 (D×D) · ∥f ∥L2 (D) ,
weshalb T beschränkt ist.

Aufgabe 5

1. n : V → R, v 7→ ∥v∥ ist ein Funktional, weil n(V ) ⊂ R.


Wegen |n(v)| = ∥v∥ ≤ 1 · ∥v∥ ist n durch 1 beschränkt. (∥n∥ = 1.)
(In Vorlesung Beschränktheit eigentlich nur für lineare Operatoren
deniert, Aber formal Denition auch auf nicht-lineare Operatoren
übertragbar.)
n ist nicht-linear, denn für λ<0 ist

n(λv) = ∥λv∥ = |λ|∥v∥ = −λ∥v∥ ̸= λn(v).

2
2. Das bestimmte Integral I bildet Funktionen auf Zahlen ab, ist daher
ein Funktional.
Die Linearität von I folgt aus den Rechenregeln für die Integration.
Bleibt die Beschränktheit von I auf C([a, b]) mit der Maximumsnorm
zu zeigen. Aus dem Mittelwertsatz der Integralrechnung folgt:
∫ b

|I(f )| = f (x)dx ≤ (b − a) max |f (x)| = (b − a)∥f ∥,
a x∈[a,b]

weshalb I b − a nach oben beschränkt ist.


durch
Es gilt sogar ∥I∥ = b − a, denn b − a ist die kleinste obere Schranke für
|I(f )| mit ∥f ∥ = 1. Diese Schranke wird angenommen, wenn man z.B.
∫b
f (x) ≡ 1 (x ∈ [a, b]) wählt: |I(f )| = a dx = b − a.
3. Ax0 ist ein Funktional, weilC([a, b]) aus reellwertigen Funktionen be-
steht, die Auswertung von f ∈ C([a, b]) an einem beliebigen Punkt also
eine reelle Zahl liefert. Ax0 ist linear, weil (λf + µg)(x0 ) = λf (x0 ) +
µg(x0 ) gilt.
Ax0 ist durch 1 beschränkt wegen:

|Ax0 (f )| = |f (x0 )| ≤ max |f (x)| = 1 · ∥f ∥.


x∈[a,b]

Es gilt sogar ∥Ax0 ∥ = 1, denn auch hier wird die Schranke 1 für f (x) ≡ 1
(bzw. jede andere konstante Funktion) angenommen.

4. Eigentlich unmittelbare Folgerung aus dem (in der Vorlesung nicht be-
wiesenen) Rieszschen Darstellungssatz...
Explizites Nachrechnen für diesen Spezialfall:
Der Wertebereich von fa besteht oensichtlich aus Zahlen
(=⇒ Funktional),
die Linearität folgt aus der des Skalarprodukts auf l2 .
Die Beschränktheit ergibt sich aus der Dreiecks- und Hölder-
(hier: Cauchy-Schwarz-)Ungleichung:

∑ ∞ ∑ ∞

|fa (x)| = ak · xk ≤ |ak xk | ≤
a=1
k=1
v v
u∞ u∞
u∑ u∑
≤ t |ak |2 · t |xk |2 = ∥x∥2 · ∥a∥2 .
k=1 k=1

3
( )

Wegen a ∥a∥2 =
f 1
a 1
∥a∥2
∥a∥22 = ∥a∥2 gilt ∥fa ∥ = ∥a∥2 ,

die Schranke wird also angenommen, das lineare Funktional besitzt die Norm
∥a∥2 .

Aufgabe 6
Auch hier könnte man sich wieder auf Riesz berufen. Explizit:
a ∈ Rn deniert ein beschränktes lineares Funktional
1. Jeder Vektor ⃗
f⃗a : ⃗x 7→< ⃗a, ⃗x > (Argumentation wie in Aufgabe 2.4).
Dabei ist ∥f⃗a ∥ = ∥⃗ a∥ (also Operatornorm=Euklidische Vektornorm).
a ∈ Rn
2. Jedes beschränkte lineare Funktional f lässt sich mit einem ⃗
identizieren:
Sei(⃗ek )k = 1, . . . , n die Standardbasis des Rn , ηk = f (⃗ek ), ⃗η = (η1 , η2 , . . . , ηn ).
Für ⃗x = (x1 , x2 , . . . , xn ) ∈ Rn beliebig gilt wegen der Linearität von f :

n ∑
n
f (⃗x) = xk f (⃗ek ) = xk ηk =< ⃗η , ⃗x >= fη⃗ (⃗x).
k=1 k=1

Aufgabe 7
Nach Aufgabe 1 ist in endlichdimensionalen Räumen jedes lineare Funktional

beschränkt, also V = V ′.
Sei nun V unendlichdimensional, (ek )k eine Hamelbasis von V.
Deniere ein Funktional f auf V durch f (ek ) = k .

f ist linear und damit in V , aber unbeschränkt und damit nicht in V ′.

Aufgabe 8
Wir beschränken uns der Einfachheit halber auf Ω = I ⊂ R.
Wäre δx (x ∈ I) regulär, dann gäbe es ein f∈ L1loc (I) mit

φ(x) = δx (φ) = f (y)φ(y)dy ∀φ ∈ D(I).
I

Betrachte speziell

− 1
Φ(y) := e 1−y2 (|y| < 1), 0 (sonst),
Φn (y) := Φ(n(y − x)).

Φ ist unendlich oft dierenzierbar mit Träger [−1, 1],


Φn ist unendlich oft dierenzierbar mit Träger [x − 1/n, x + 1/n],

4
was für hinreichend groÿes n sicher in I⊃x liegt.

− 1
δx (Φn ) = e 1−n2 (x−x)2 = e−1 =

− 1
= f (y)e 1−n2 (y−x)2 dy =
I
∫ 1
x+ n
− 1
= f (y)e 1−n2 (y−x)2 dy ≤
1
x− n
∫ 1
x+ n
1
≤ f (y)dy,
e 1
x− n

wobei die rechte Seite für n→∞ gegen 0 geht, also Widerspruch e−1 ≤ 0.
(Sauberere Argumentation für letzten Schritt:
Absolutstetigkeit des Integrals.)

Aufgabe 9
Sei f (x) := |x|.
∫ ∞
(D f|x| )(φ) = −
1
|x|φ′ (x)dx =
−∞
∫ 0 ∫ ∞

= xφ (x)dx − xφ′ (x)dx =
−∞ 0
∫ 0 ∫ ∞

= xφ(x)|−∞ −
0
φ(x)dx − xφ(x)|0 + φ(x)dx =
−∞ 0
∫ 0 ∫ ∞
= − φ(x)dx + φ(x)dx =
−∞ 0
= fsgn(x) (φ),

wobei sgn(x) die Vorzeichen-Funktion bezeichnet


(-1 für negative, +1 für positive Zahlen, beliebig in 0).