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Exercier - Beglentent

für die

ufanterie

Söniglic - annoverfden Urmee.

Vierte . Fünfte , Sechste und Siebente Abtheilung.

1
RB 23.0 :3saob

1
19/

Exercier - Reglement

für die

Infanterie

der

Königlid - Hannoverſchen Armee.

Vierte , Fünfte , Secháte und Siebente Abtheilung.

$ annover , 1840 .

Gedruckt bei c. f . Kius Witwe .


RB .23.a . 5216

30
@
LAPAT
-


\
Bierte Abtheilung .

Exercice der Brigade. *)

* ) Für die Erercice , der Diviſionen giebt das Erercier - Reglement teine
ausführliche, ſondern nur einige abweichende Beftimmungen ; in
den übrigen Fällen iſt ſie der Brigade : Exercice analog.
12


154

II. Marſch der Colonne. Seite

§. 142. Marſch vorwärts ( Colonnenmarſch ) .. 175


$. 143. Flantenmarſch und gleichzeitige Directions - Bers
änderung. 175
§. 144. Beränderung der Direction , ſucceſſive 176
III . Veränderungen der Art der Colonne.
§. 145. Im Augemeinen . 176
§. 146. Berkleinerung der Diſtancen , gleichzeitig . 177
§. 147. Bergrößerung der Diftancen , gleichzeitig . . 177
IV . Formirung der Linie aus der Colonne.
§. 148. Formirung der Linie durch Einſchwenken . . 178
§. 149. Formirung der Linie durch Aufmarſch 178
$. 150. Formirung der Linie durch Deployement 179
3 weites Capitel. Formirung und Bewegungen
zweier und mehrerer Colonnen.
§. 151. Ullgemeine Beſtimmungen 181
§. 152. Flügelweiſer Abmarſch . 181
ſ. 153. Treffenweiſer Abmarſch 182
§. 154. Rreuzen der Golonnen 183
Dritter Abſchnitt. Die Quarrees, der Gebrauch der
Waffen und das Verſammeln und Auseinandergehen
der Brigaden.
Erftes Capitel. Die Quarrees.
$. 155. Einfache Quarrees 183
$. 156. Quarree von zwei Bataillonen 185
Zweites. Capitel. Der Gebrauch der Waffen .
$. 157. Verhalten der Officiere mit dem Degen im 2u :
gemeinen 187
§. 158. Gewehrgriffe . 187
S. 159. Chargirung 187
Drittes Gapitel. Verſammeln und Auseinander
gehen der Brigade.
§. 160. Verſammeln der Brigade 188
S. 161. Huseinandergeben der Brigade 188

30

AI APRTO
1

1
1.
155

E i n lei t uit g.

§. 122.
Rangirung und Eintheilung mehrerer Bataillone.

Zwei oder mehrere Bataillone, welche in einem Regimente ver:


einigt ſind , werden unter der Benennung : Regiment ! wie eine
Brigade erercirt.
Mehrere Regimenter oder ſelbſtſtändige Bataillone werden
in einer Brigade vereinigt.
Die tactiſche Einheit der Brigade iſt das Bataillon . Wo
alſo Regimenter in der Brigade eingetheilt ſind, geſchehen die
Bewegungen Bataillonsweiſe, indeß unter der Leitung der Re:
giments - Commandeure.

Mehrere Brigaden bilden eine Diviſion , mehrere Diviſionen


ein Armee-Corps.

Der Regel nach wird über die Aufſtellung mehrerer Batail 2


lone, beſonders bei großen Truppenmaſſen , ein Befehl (Ordre
de Bataille ) gegeben. Sollte dieſes nicht der Fall ſein, ſo rana
giren ſich die Bataillone in den einzelnen Brigaden vom rechten
Flügel nach ihrer Nummer.

Die in einer Brigade neben einander aufgeſtellten Batail


lone erhalten , außer der gewöhnlichen Benennung, eine vom
rechten Flügel anfangende laufende Nummer. Ein gleiches ge
ſchieht mit den Brigaden und Diviſionen.
156

ſ. 123 .
Command owörter.

Die Commandowórter der Regiments - Commandeure , Bri


gadiere und höhern Officiere, find, mit einigen Ausnahmen, nur
Avertiſſements, auf welche die Bataillons- Commandeure aus der
| 3ten Abtheilung ſofort die nöthigen Ausführungs - Commandos
folgen laſſen .

Ieder höhere Officier, welcher Commandos ertheilt, muß


beachten, ob ſein Commando richtig verſtanden wurde, und, falls
dieſes nicht ſtattfand ,! durch berittene Officiere ſeinen Befehl
ůberbringen laſſen .
In den Fällen , wo die ganze Brigade ( Diviſion u. f. .)
oder eine ganze Linie oder Colonne zugleich antreten oder zugleich
halten ſoll , nimmt der commandirende Officier , indem er das
Avertiſſement giebt , den Degen mit ausgeſtredtem Arme in die
Höhe, und zieht ihn auf: Marſch ! oder Şalt ! herunter.
Dieſes Degenfignal wird gleichzeitig von den übrigen com
mandirenden Officieren , vom Regiments-Commandeur aufwärts,
wiederholt. Zu gleicher Zeit geben die Batailions- Commandeure
das Ausführungs - Commando.
Für alle Bewegungen , für welche die 4te Abtheilung kein
Commando enthalten ſollte, haben die commandirenden Officiere
ein paſſeades zu geben.

§. 124.
P un E t e.
.
In allen Fällen , in welchen die Bataillone ſucceſſive an
einer Richtungs- oder Directionslinie ſich aufſtellen , bezeichnet
der Brigadier dem Brigade - Adjudanten ( Officier vom Stabe)
den Stüppunkt und einen Geſichtspunkt, zwiſchen welchen die
4 Linie eingerichtet werden ſoll.
Der Brigade - Adjudant hält an dem Stüßpunkte ſo lange,
bis die linie von allen Bataillonen vollſtåndig aufgenommen ift.
Die Zugsführer des Bataillons, welches an dem Stůbpunkte
zu ſtehen kommt und im Commando des Brigadiers bezeichnet
wird, richtet der Brigade-Adjudant felbſt ein.
‫‪1‬‬

‫سنه‬ ‫ہر مع مجموسهره‬


‫‪ab dirafo air‬‬ ‫‪wit varat‬‬
‫یہ ہے‬ ‫ہے وہ‬ ‫م‬ ‫م‬ ‫م‬ ‫ا‬ ‫‪ ،‬ام‬
‫پر اگر‬ ‫سر‬ ‫مارسی‬
‫‪: ? itzane tematy ; d'augngan mo‬‬ ‫‪do‬‬
‫‪bari‬‬
‫‪ni en‬‬ ‫‪tte .‬‬ ‫‪F‬‬
‫ماهان بهربراہ‬
‫سےدار ‪-‬‬
‫‪Arrigen left‬گرا‬
‫ہم کیےہیں ۔‬ ‫وه‬ ‫هه‬ ‫ا مو‬

‫سره مرمر مجسمهسر ‪-‬‬ ‫نوو‬ ‫و‬ ‫یہ‬


‫م‬ ‫وجہ سے ہ‬
‫ژ‬
‫وان‬
157

Die Adjudanten der übrigen Bataillone verlaſſen dieſe ſuc:


ceffive, wenn ſie ſich etwa noch 100 Schritte von dem Punkte
befinden, welchen ſie ihrem Bataillone als Stůkpunkt bezeichnen
folen .
Jeder derſelben reitet ſchnell an den Plaß , wo , unter Bes
rückſichtigung der Intervalle, der Stůßpunkt des Bataillons ſtehen
muß. Hier macht er die Wendung nach dem Brigade-Adjudanten
und deckt ſich auf die bereits ſtehenden Zugs - Führer , indem er
auf die Winke des ihn einrichtenden Brigade:Adjubanten achtet.
Uuf etwa 50 Schritte von ſeinem Adjudanten commandirt
der Bataillons- Commandeur: Punkte vor ! worauf, bei einer
aufzunehmenden Richtungslinie , von dem Zuge, welcher an den
Stütpunkt des Bataillons kommt , 2 Unterofficiere ſchnell vor:
gehen , bei einer Directionslinie aber die Zugsführer der lſten
und 2ten (7ten und Sten) Diviſion . Der zum Stúrpunkte des
Bataillons dienende Unterofficier ſtellt ſich mit der Wendung
nach dem Brigade - Adjudanten , vor den Kopf des Pferdes des
Bataillons - Adjudanten , welcher, wenn dieſer Unterofficier richtig
ſteht, zurů & reitet, den 2ten Punkt auf ihn und den Brigade:
Adjudanten einrichtet und ſodann die Linie verläßt.
Die Adjudanten dürfen bei Auffaſſung der Linie die etwa
vom vorſeienden Commandeur in der Wufſtellung der Zugsführer
gemachten Fehler nicht fortpflanzen .
Für eine Bataillons -Colonne auf die Mitte, welche ſich mit
der zum Deployiren nöthigen Intervalle aufſtellen ſoll, hat der 20
judant dieſe Intervalle von dem Bataillone, welches ſich näher
am Stúppunkte der Brigade befindet, abzureiten und zwar,
wenn dieſes Bataillon ſelbſt in Colonne auf die Mitte ſteht,
unter Berücfichtigung der Stärke der Züge deſſelben. In dieſem
Falle ſtellt der Adjudant die beiden erſten Punkte ſo , daß die
4te und 5te Diviſion des Bataillons ihre åußern Flügel an
dieſelben anlehnen kann. Derjenige von ihnen iſt der Stůgpunkt
des Bataillons, welcher fich am nächſten nach dem Stügpunkte
der Brigade befindet.
Jeder Bataillons- Commandeur låßt ſeine fämmtlichen Punkte
durch : feft ! wegtreten , ſobald die beiden Hauptpunkte in den
nächſten Bataillonen ſtehen.
158

In der Diviſion beſorgt der Diviſions -Adjudant die Auf


nahme der Linie. In jeder nicht am Stütpunkte der Divi:
fion befindlichen Brigade , råßt der Brigadier, falls ihm der
Geſichtspunkt nicht bekannt gemacht wurde , zwiſchen welchem
und dem Stükpunkte die Brigade aufgeſtellt werden ſoll , in
der vorſeienden Brigade durch ſeinen Adjudanten im Voraus
den Geſichtspunkt aufſuchen und ſorgt dann für die richtige
Fortpflanzung der Linie.

Erſter Abſchnitt.
Die Linie .

Erſtes Capitel.

Aufſtellung und Bewegungen in einer Linie .

S. 125 .
Aufſtellung in einer Linie.
a . In entwidelten Bataillonen .
Die einzelnen Bataillone einer Brigabe werden , nach
$ . 53. rangirt, neben einander geſtellt. Zwiſchen den Batail
Yonen findet eine Intervalle von 12 , zwiſchen den Regimen
tern von 20 , und zwiſchen den Brigaden von 30 Schritten
Statt.

b. In Bataillons - Colonnen auf die Mitte.


Die Bataillone ſind , nach §. 89. in Colonnen auf die
Mitte, mit ſo viel Intervalle aufgeſtellt, daß ſie nach dem
Deployement wie in a. ſtehen würden .
c. In Colonnenlinie.

Die Bataillone ſind nach §. 63. in geſchloſſenen Colonnen


von Diviſionen oder Compagnien auf einer Linie mit den In
tervallen wie unter a . neben einander geſtellt. Der Brigadier
kann ſie unter Umſtånden auch zu Deployements - Colonnen
|
159

aufſchließen laſſen . Je nachdem die einzelnen Bataillons ! Co


lonnen rechts oder links abmarſchirt ſind, wird die Colonnen :
linie eine rechts oder links abmarſchirte genannt. Die Batail
lone kommen nach ihrer Nummer vom rechten zum linken
Flügel zu ſtehen , ſie mógen in fich rechts oder links abmar
ſchirt ſeyn . Ausnahmsweiſe können die Bataillone auch in
Colonnen auf die Mitte formirt werden.
Anmerkung 1 . Die Bataillons - Commandeure halten
fowohl in a . wie auch in b. und c: der Regel nach vor der
Front ; die Regiments - Commandeure , Brigadiere und höhern
Officiere in angemeſſener Entfernung vor ihnen.
Anmerkung 2 . Die Brigadiere können die Inter: /
vallen zwiſchen den Bataillonen in den obigen 3 Fållen vers
großern oder verkleinern laſſen .

$. 126 .
Richtung einer Linie.
a. In entwidelten Bataillonen und in Batail:
lons Colonnen auf die Mitte .

Brigadier : Brigade rechts ( links , auf das 2te , 3te


Bataillon ) gerichtet !

Der Brigadier begiebt ſich nach dem Flügel- oder mitt:


leren Bataillone, auf welches gerichtet werden foll und bezeich
net durch deſſen Fahnentråger und durch denjenigen eines zu
nächſt ſtehenden Bataillons die neue Richtungslinie der Bri

gabe. Derjenige Fahnentråger, bei welchem ſich der Brigadier


befindet und welcher bis zu ihm vorgeht, wird der Stůßpunkt
der Richtung. 2de übrigen Fahnentråget gehen zugleich vor
und nehmen die Wendung nach dem Stůßpunkte.
Sobald der Brigadier durch Herausreiten aus der Linie
das Zeichen giebt , daß dieſe Feſtſtehe, richten diejenigen Bas
, taillons - Commandeure , deren Fahnenträger nicht zu den bei:
den vom Brigadier geſtellten Hduptpunkten gehören , die ihriz
gen genau in der Linie ein , wobei ſie dieſelben , falls ihre
Diſtance verloren gegangen ſein ſollte , ſchnell nåher oder ents
fernter vom Stüßpunkte aufſtellen ; eine Maaßregel, wovon
fie indeß ſofort dem nächſten Bataillons - Commandeur, welcher
160

fich entfernter als ſie vom Stůkpunkte befindet , Nachricht ge


ben müſſen .
Die Bataillone werden , ſobald ihre Fahnenträger feſt
ſtehen , nach S. 54. eingerichtet, indem die Commandeure (auf :
Punkte - vor !) von den beiden vorgetretenen Flügel - Offi
cieren (bei Colonnen auf die Mitte von den Zugsführern der
4ten und 5ten Diviſion ) denjenigen aufſtellen , welchen fie von
der Fahne ab mit den beiden Hauptpunkten einrichten können.
$
b. In Golonnenlinie.
Commando wie in a.

Auf das Commando treten ſofort von jedem Tetezuge


der Bataillone 2 Punkte vor. Durch diejenigen des genannten
Bataillons , welche ſich mit der Wendung nach dem Brigadier
auf Zugslånge von einander aufſtellen , bezeichnet er die Rich
tungslinie. · Die übrigen Punkte werden durch die Adjudanten,
mit der Wendung nach den beiden Hauptpunkten, zur Bezeich
nung der Intervalle , und der Zugslånge der einzelnen Ba
taillone aufgeſtellt. Sobald der Brigadier aus der Linie reitet,,
růđen die Bataillone auf dem nächſten Wege an ihre Punkte.

Anmerkung 1 . In einer Diviſion , welche wie in


a. und b. gerichtet werden ſoll , benennt der Diviſionair im
Commando ſowohl die Brigade als das Bataillon , worauf
gerichtet werden ſoll. Er verfährt dann bei dieſer Brigade,
wie deſſen Brigadier und jeder folgende Brigadier richtet ſeine
beiden Hauptpunkte , welche die nächſten am Stůypunkte der
ganzen Diviſion ſein müſſen , genau auf die Hauptpunkte der
Diviſion ein .
Anmerkung 2 . Mit der Richtung kann eine geringe
Schwenkung verbunden werden . Läuft die Richtungslinie durch
die Brigade, To werden die Bataillone, welche ſich vor der
Linie befinden , ſofort über ſie zurück geführt.
Anmerkung, 3 . Steht eine Brigade im Augemeinen
gut gerichtet; wünſcht aber der Brigadier ein Nachrichten in
den einzelnen Bataillonen , ſo commandirt er : Brigade richt
Euch !
{


}
161

6. 127 .
Direction und Alignement .

a . Für die Bewegungen einer Brigade in entwidelter


Linie werden zwei benachbarte Bataillone vom Brigadier be
ftimmt , von welchen das eine das Directions- und das andere
das Adignements - Bataillon . genannt werden. So lange der
Brigadier nicht andere Bataillone als ſolche bezeichnet, bleiben
dieſe es während des ganzen Tages.
Die Directionslinie , welche das Directions - Bataillon
nach §. 55. annimmt , oder welche der Brigadier demſelben
ausdrücklich anweiſt, iſt die Haupt- Directionslinie für die
ganze Brigade.
Sie darf in dem Falle , wenn der Brigadier ſie nicht
felbft angewieſen hat, etwa bis auf 50 Schritte nach dem
Untreten verbeſſert werden , worauf ſie unabweichlich bis auf
weiteren Befehl unveråndert bleibt.
Durch ein allmåhliges Veråndern der Directionslinie rechts
oder links kann der Brigadier ' im Avanciren oder Retiriren eine
geringe Schwenkung machen laſſen , er muß aber die übrigen
Bataillone davon avertiren . Auch iſt dieſe Bewegung mehr in
einer Linie. von Bataillons- Colonnen auf die Mitte als in
entwickelten Bataillonen anwendbar.
Die übrigen Bataillone müſſen ſo geleitet werden , daß
fie eine Directionslinie erhalten , welche mit der des Directions:
Bataillons ſich als möglichſt parallel erweiſt. Es iſt daher das
Augenmerk der Bataillons - Commandeure nicht nur auf die
Vergrößerung und Verkleinerung der Intervalle, welche nach
dem Directions - Bataillone hin ſich befindet, ſondern auch auf
das richtige oder fehlerhafte Verhalten des eigenen und des
benachbarten halben Bataillons zunächſt dieſer Intervalle zu
richten . Der Major , welcher 30 bis 40 Schritte hinter der
genannten Intervalle reiten muß , benachrichtigt den Commans
deur oder Ubjudanten , wenn dieſe verloren geht.
Das Alignements - Bataillon dient dazu , die einzelnen
Bataillone möglichſt auf derſelben Höhe zu erhalten. Der
Brigadier ſucht die Fahne des Allignements - Bataillons , bei
der er fich meiſtens aufhalten wird , allmählig ſo weit vorzu :
162

nehmen oder zurück zu halten , daß fie' ſich auf gleicher Höhe
mit der Fahne des Directions - Bataillons befindet.
Die übrigen Bataillone müſſen ſo geleitet werden , daß
ihre Fahnen möglichſt in - gleicher Linie mit den Fahnen des
Directions- und Adignements - Bataillons gehalten werden .
Die Bataillons - Commandeure (im Retiriren die Adjudanten )
müſſen daher hin und wieder auf der Seite der Vormarſchi
renden reiten , von welcher aus ſie dieſelben einrichten können .
Jedes Bataillon muß fich beſtreben , für ſich gerade aus zu
gehen und nur allmåhlig ſeine Fehler verbeſſern. Serrains ,
Hinderniſſe und kleine Fehler wirken auf die von dem Di
rections - Bataillone entfernter marſchirenden ſo ungünſtig ein,
daß ſie bei langen Frontmårſchen mehrmals genothigt werden ,
die Directionslinie zu verändern , durch den Schrågmarſch die
Intervallen zu verbeſſern , u. f. wo . Sie werden dadurch zu :
růdbleiben , und müſſen durch Erweiterung des Schrittes oder
durch eine ſchnellere Trittart wieder nachzukommen ſuchen .
In einer Diviſion verfährt der Diviſionair, wie oben für
den Brigadier beſtimmt iſt, indem er für die ganze Diviſion
ein Directions- und Alignements - Bataillon anweiſt.
b. In einer Linie von Colonnen auf die Mitte gelten
dieſelben Regeln . Die Commandeure reiten auf der Seite des
Bataillons, von welcher aus ſie daſſelbe mit dem Directions
und Alignements - Bataillone alligniren können. Die Majore
reiten auf der andern Seite zur Beobachtung der Intervalle,
jedoch ohne die Richtungslinie zu maskiren .
C. In einer Colonnenlinie , welche avancirt oder retirirt,
werden auf ähnliche Weiſe die Tetezüge mit denen des Di
rections Bataillons alignirt.

$. 128 .
Avançiren einer Linie gleichzeitig .
Brigadier : 1 ) Brigade marſchirt!
2 ) Dublirtritt Matſch !

1 ) Die Bataillons - Commandeure laſſen nach S. 54. die Vor:


marſchirenden vortreten .
2) Möglichſt gleichzeitig mit dem Commando des Brigadiers
7

!
}
163

erfolgt das Ausführungs - Commando der Bataillons - Com :


mandeure.
Die Tamboure ſchlagen nur auf Befehl des Briga
diers, welcher diejenigen des Directions- oder Alignements
Bataillons zum Unfangen , ſo wie auch zum Aufhören
avertirt.

Anmerkung . ; Steht die Brigade in Bataillons- Co


lonnen auf die Mitte , ſo laſſen die Bataillons- Commandeure
die Vormarſchirenden gleichfalls vortreten .
1
$ . 129.
Uvånciren einer Linie ſucceſſive. (en echellon .)

Brigadier : 1 ) Brigade vom rechten ( linken )


Flügel ; ( auf das 2te und 3te Ba:
taillonu . T. w. ) mit Bataillonen ,
( 2 Bataillonen ) en ech ellon
avancirt !

2) Brigade vorwårts ( auf das 2te,


3te u . f. w . Bataillon oder Echel.
lon ) in linie !

1 ) Der Brigadier drůdkt durch das Commando die nach den


Umſtänden zu modificirende Bewegung aus , falls nicht
eine vorhergegangene Benachrichtigung der einzelnen Bas
taillone das ſpecielle Commando unnöthig macht.
Die im erſten Avertiſſement bezeichneten Batailone
treten als erſtes Echelon an und erhalten , wenn es aus
mehreren Bataillonen beſteht, und ſich das Directions- Ba
taillon nicht darunter befindet , für die Bewegung en
echellon vom Brigadier ein Directions - Bataillon be
zeichnet. Die nåchſten Bataillone treten , wenn nichts an:
deres befohlen wird , ſucceſſive in gleich großen Echelons
an , wenn das vorſeiende ungefähr 150 Schritte vorgerügt
ift. In jedem folgenden Echellon hat das dem vorſeien :
den Echelon zunächſt befindliche Bataillon die Direction .
2) Das vordere oder genannte Echellon ( Bataillon ) hålt und
die übrigen rüden in die Linie deſſelben ein.
164

Unmerkung 1. Die Batailone können beim Uvan :


ciren en echellon ſämmtlich oder theilweiſe in Linie oder
in Solonne ſich befinden .
Anmerkung 2. Beabſichtigt der Brigadier nach dem
Uvanciren en echellon mit der Brigade eine ſchråge Linie
einzunehmen , To tåßt er vor dem 2ten Commando nothigen :
faus halten und ein Echelon ( Bataillon ) die beabſichtigte Li 1
nie einnehmen , in welche nach dem 2ten Commando die übri:
gen auf dem kürzeſten Wege und zwar , wenn es nicht aus
drůdlich befohlen wird , ohne genaue Berückſichtigung der Ins
tervalle , einrücken.

§ . 130 .
Xetiriren einer Linie gleichzeitig .
Brigadier : 1 ) Brigade retirirt !
2) Dublirtritt 4 Marſch !
1) Die Bataillons - Commandeure laſſen kehrt machen,
2) und möglichſt gleichzeitig antreten .
Alles übrige iſt analog dem Verfahren im Avanciren
$. 128 .

§. 131 .
Retiriren einer Linie ſucceſſive ( en echiquier ).

Brigadier : 1 ) Brigade en echiquier retirirt !


Geraden ( ungeraden ) Bataillone
febrt !
2 ) Dublirtritt – Marſch !
3 ) Vordere Echiquier - linie retirirt !
Kehrt !
4) Dublir tritt Marſch !

1 ) Die geraden (ungeraden) Bataillone machen Kehrt. Die


Adjudanten derſelben reiten auf etwa 150 Schritte zurüd
und werden von dem Brigade - Adjudanten eingerichtet.
2 ) Die Bataillone, welche Kehrt machten , treten an. Auf
das Commando des Bataillons : Commandeurs : Punkte
vor ! geben bei Bataillons - Colonnen auf die Mitte die
Zugsführer der 4ten und 5ten Diviſion , und bei entri
1

1
7
165

delten Bataillonen (zur Bezeichnung der Mitte) der Zugs


führer der ' 5ten Diviſion vor , um nach § . 124. aufgea
ſtellt zu werden. Die Bataillone halten , ſobald ſie die
Puncte paſſirt ſind und herſtellen die Front. Während
der Bewegung dienen die früheren Directions- und Ullig
nements - Bataillone, jedes in ſeiner Echiquier -Linie zur Di
rection , falls der Brigadier keine andere dazu beſtimmt.
3 u . 4) Die ſtehen gebliebenen Bataillone machen Stehrt, und
růcken etwa 150 - Schritte über die hintere Echiquier-Linie
hinaus, wo fie an ihren durch die Adjudanten einzurich
tenden Punkten , wie in No 2. verfahren . Auf dieſe Art
wird mit beiden Linien abgewechſelt, bis der Brigadier die
hintere (vordere). Echiquier - Linie wieder einrúden råßt.
Unmerkung. Der' Brigadier beſtimmt, ob und
wann die einzelnen Echiquier - Linien Bataillons - Colonnen
auf die Mitte formiren , oder deployiren ſollen .

§ . 132 .
Schwenkung einer Linie.
Die Brigade hålt.
Brigadier : 1 ) Brigade rechts ( links) geſchwenkt ! Fig. 39.
2 ) Brigade rechts.(links ). rúd wårts
gefchwenkt!
3 ) Brigade auf das 3 te z . Bataillon
rechts ( links ) geſchwenkt!
66 bedeutet : 1

1 u. 2) daß auf ein Flügel - Bataillon vorwärts oder růdka


wärts geſchwenkt werden ſoll;
3 ), daß das genannte Bataillon das Centrum der Schwen:
kung bilden fou .

a. Mit entwidelten Bataillonen.

Das Bataillon , welches nach den obigen Commando's am


Stüpunkte ſich befindet, vollzieht , wenn es ein Flügel- Ba:
taillon iſt, und es nicht anders befohlen wird , eine Schwena
kung auf den Flügel. Sol auf ein mittleres Bataillon ge
ſchwenkt werden , ſo vollzieht dies eine Uchsſchwenkung.
· 166 .

Sobald der Commandeur des genannten Bataillons ſein


erftes Uvertiſſement zur Schwenkung gegeben hat , richtet der
Brigade-Adjudant die Richtungspunkte des Bataillons ein und
verlångert die Linie nach den Vorſchriften des . 124. Ale
übrigen Bataillone formiren Colonnen auf die Mitte,
Diejenigen , welche vorwärts ſchwenken müſſen , ſchwenken
mit der Colonne auf die Mitte auf der Stelle nach dem
Stúppunkte der , Brigade zu und marſchiren dann auf dem
kürzeſten Wege nach dem Stůkpunkte des Bataillons, welcher
vom Adjudanten nach §. 124. aufgeſtellt wird. Hier rücken
ſie mit einer Schwenkung im Marſche an ihre beiden Haupt
punkte und beploviren . 1
Diejenigen Bataillone, welche rückwärts ſchwenken müſſen,
machen Kehrt und verfahren dann wie die vorigen, außer daß
fie, beim Stůkpunkte des Bataillons angekommen , nach der
-Schwenkung auf Colonnen - Tiefe , über ihre beiden Haupt
punkte hinaus marſchiren , um ſich mit der Front an dieſen
aufſtellen zu können.
Anmerkung 1. In einer Diviſion formiren die nicht
am Stükpunkte befindlichen Brigaden der Regel nach Batail
long- Colonnen auf die Mitte (unter Umſtånden auch Colonnen
linie ). Die Brigadiere können dann entweder mit der Bri:
gabe auf der Stelle & ſchwenken , in Front bis an den Bris
gade - Stůkpunkt marſchiren , und hier durch eine zweite
Schwenkung an die Richtungslinie růcken ; oder mit Bataillo
nen auf der Stelle ſchwenken und en echellon an den
Brigade - Stütpunkt und hier ſucceſſive an die Richtungslinie
rúden .
Unmerkung 2. Beabſichtigt der Brigadier keine volle
+ -Schwenkung, ſo hat er wo möglich die Bataillone davon
zu benachrichtigen , damit dieſe anfangs weniger als ſchwenken .

b. Mit Bataillons Golonnen auf die Mitte.

Das Bataillon am Stůkpunkte růckt an ſeine von dem


Brigabe - Adjudanten aufgeſtellten Punkte. Alle übrigen Bas
taillone verfahren wie in a ., außer baß fie an der neuen
Linie nicht deployiren , wenn es nicht beſonders befohlen
wird.
‫‪(* ninne‬‬ ‫‪din‬‬ ‫‪sath‬‬ ‫سے معمور‬
‫‪Cocina‬‬ ‫ایہہ پہر‬
‫‪-‬‬ ‫در‬ ‫در در‬
‫‪-‬‬ ‫مه مهومع کی جاگیر دار با‬ ‫ماه‬ ‫سعی‬
.

1
167

C. Mit einer Solonnenlinie.

Falls die Schwenkung bedeutend iſt, Tåßt der Brigadier


die Tiefe der Colonnen dadurch verringern , daß er ſie zu De
ployements - Colonnen aufſchließen låßt. Das Verfahren iſt
dann dem in b . gleich.

6. 133 .
Salten einer Linie.

Brigadier : 1) Brigade gehalter !


2 ) Halt !
1) Die Bataillons - Commandeure laſſen ſofort das Uvertiſſe
ment : Bataillon ! folgen , um ,
2) falls das Alignement nicht verloren iſt, gleichzeitig mit
dem Brigadier für ihr Bataillon das Halt ! und im
Retiriren Halt ! Front ! zu commandiren .
Anmerkung 1. Iſt das Adignement verloren , ſo
halten auf das 2te Commando des Brigadiers nur das Di
rections- und Wignements - Bataillon ’und die übrigen rücken
in die Linie derſelben ein .

$. 134 .
Veränderungen der Art der Linie.
a. Aus der Linie von entwickelten Bataillonen
in Bataillons - Colonnen auf die Mitte.

Brigadier : Brigade in Bataillons - Colonnen auf


die Mitte !
Die Bataillone formiren auf der Stelle Bataillons - Co
lonnen auf die Mitte.
b . Aus der Linie von entwidelten Bataillo :
nen in Golonnenlinie.
Brigadier : Brigade rechts (links, auf das 2te, 3te
Bataillon ) in rechts ( links ) abmar :
fchirte Colonnenlinie !

Das genannte Bataillon plovirt auf ſeinen rechten Flů:


gelzug růdwårts (vorwårts ) zur geſchloſſenen Colonne. Die
13
168

übrigen Bataillone auf den Flügelzug, welcher dem genannten


Bataillone zunåchſt befindlich iſt und rúden mittelſt eines
Flankenmarſches zur Colonnenlinie (S. 125. c. ) auf.
c . Uus der Linie von Bataillons-Colonnen auf
die Mitte in linie bon entwidelten Ba :
taillonen .

Brigadier : Brigade deployirt !


Die Bataillone deploniren auf der Stelle.

d. 2 us der Colonnenlinie in linie von ent :


widelten Bataillonen .

Brigadier : 1 ) Brigade rechte ( links, auf das 2te zc.


Bataillon ) deplonirt !
2) Dublirtritt – Marſd !
1 ) Die Bataillons - Commandeure commandiren ' die nöthige
Wendung, ohne, wenn es nicht ausdrücklich befohlen wird,
Deployements -Colonnen formirt zu haben . Der Brigade:
Adjudant bezeichnet vor dem genannten Bataillone den
Stůkpunkt und durch die Zugsführer dieſes Bataillons
die Richtungslinie, welche er nach §. 124. 'verlångert.
2 ) Die Bataillone treten gleichzeitig an.
Das genannte Bataillon deployirt auf den Tetezug,
falls der Brigadier nicht einen andern Zug im Commando
benannt hat.
Die übrigen Bataillone růden im Flankenmarſche an
ihren Stúkpunkt, wo ſie halten und ſofort deployiren, ohne
vorher die Front hergeſtellt zu haben.

Zweites Capitel.

Aufſtellung und Bewegungen mehrerer Linien.


1
$. 135 .
Aufſtellung mehrerer Linien . ( Treffen .)
Eine Brigade von mehr als zwei Bataillonen wird der
Regel nach in zwei Linien aufgeſtellt. Die Umſtånde, beſon
bers das Lerrain , müſſen über die Zahl der Bataillone in
jeder Linie, über die Form ihrer Aufſtellung und über den 26 :
169

ſtand derſelben entſcheiden .' Gewöhnlich wird die Zahl der


Bataillone getheilt und der Treffen - Abſtand 150 Schritte be
tragen . Die Bataillone der hintern Linie (in der Regel
die der Anciennetåt nach alteſten ), werden so aufgeſtellt, daß
jedes, ohne Berückſichtigung ſeiner eigenen Intervalle , mit der
Fahne auf eine Intervalle oder einen Flügel der vordern Linie
gedeckt iſt ; ſie ſtehen , falls nicht etwas anders befohlen wird,
in Colonnen auf die Mitte.
Jede Linie wird von dem älteſten Officier in derſelben
commandirt. In einer Diviſion , welche in zwei Linien auf
geſtellt wird , können entweder die einzelnen Brigaben unge
trennt in den Linien bleiben , oder die Brigaden werden jede
in zwei Linien aufgeſtellt, in welchem Falle der Diviſionair
die Commandanten der Linien beſtimmt.
Die hintere Linie iſt zur unmittelbaren Unterſtüßung oder
Aufnahme der vordern beſtimmt. Sie folgt daher, falls keine
andere Verwendung Statt findet, den Bewegungen dieſer.
Für die von einer Diviſion (einem Urmee - Corps) hinter
der beiden vordern Ireffen als Reſerve aufgeſtellten Bataillone,
Brigaden u . ſ. w. laſſen ſich keine weitere allgemeine Regeln
geben , als daß ſie möglichſt concentrirt und gedeckt aufgeſtellt
werden müſſen.

ſ . 136 .
Bewegungen mit zwei Linien .
a. Beim Uvanciren folgen die Bataillone der hintern Linie
den vorfeienden Bataillons - Intervallen .
b. Beim Retiriren bleibt die Hauptdirection in der dem
Feinde zugekehrten Linie und die Bataillonte der andern
Linie ſuchen im Marſche vor der Intervallen jener fich
zu erhalten .
c. Bei Schwenkungen mit zwei Linient fchwenkt die vordere
nach den im g. 132. für eine Linie gegebenen Regeln .
In der hintern Linie wird von dem commandirenden
Officier derſelben , nachdem er dem Bataillone, welches
fich zunächſt dem Stütpunkte befindet , feinen Plat bea
zeichnet hat, die neue Linie angewieſen. Die Bataillone
der hintern Linie treten zugleich mit Wer vordern an und
13 *
170

růden auf dem kürzeſten Wege , ohne jedoch der vordern


Linie hinderlich zu ſein , an ihre Stůkpunkte.
Anmerkung. Bataillons - Colonnen auf die Mitte
in der hinteren Lipie nehmen die Vormarſchirenden nicht vor.

$ . 137.
Wechſeln der Treffen .
Das vordere Treffen iſt deployirt , das hintere in Ba
taillons - Colonnen auf die Mitte.

a. Borwart 8.

Brigadier :
1 ) Brigade Treffenwechſel vorwårt 8 !
!
Commandant des hintern Treffens :
2 ) Hinteres Treffen Dublirtritt
Marfdh !
3 ) Gehaiten ! — Halt ! – Deployirt !
1 u . 2 ) Sobald die Bataillons- Colonnen deß hintern Treffens
fich auf 40-50 Schritte dem vorderen genåbert haben ,
laſſen die Bataillons - Commandeure des legteren im Lauf
tritte Bataillons - Colonne auf die Mitte formiren . Das
fich durchziehende hintere Treffen avancirt etwa 150 Schritte
über die ftehende Linie hinaus , wo es
3) hålt und deployirt.

b . Rů d w å rt s .

Brigadier : 1 ) Brigade Ireffen wechſel růdwårts


(vorderes Treffen in linie)
Commandant des vordern Sreffens :
2 ) Vorderes I reffe'n Dublirtritt
Marfch !
3 ) Gehalten ! - $ alt !
1 ) Das vorbere Treffen macht Rehrt , nachdem es (es mußte
denn in Linie retiriren fouen ) im Lauftritte Bataillons
Colonnen auf die Mitte gebildet hat.
2) Es marſchirt über das hintere Treffen auf etwa 150
Schritte hinaus , wo es
3) hålt und die Front herſtellt.
11

'

!
5
171

Sobald es das ſtehende Treffen paſſirt iſt, låßt jeder


Bataillons - Commandeur des legteren ſein Bataillon im
Lauftritte deployiren.
c. Auf der Stelle.

Brigadier: 1 ) Brigade . Treffen wechſel auf der


Stelle !
2 ) Dublirtritt Marſch !
3 ) Brigade Gehalten ! Halt !
Commandant des vordern Treffens :
4 ) Vorderes Ireffen deployirt!
1 ) Wie in b .
2 ) Beide Treffen treten an,
3 ) und halten , wenn nach dem Wechſel der Treffen die Dis
ſtance von ungefähr 150 Schritten gewonnen iſt.
4 ) . Der Commandant des jekt vordern Ireffens tåßt dieſes
deployiren , das hintere herſtellt die Front.
Unmerkung 1. Wenn vor dem Durchziehen der
Treffen die vordere Linie nicht deployirt iſt , ſondern ebenfalls
in Colonnen auf die Mitte ſteht, iſt das Verfahren wie oben
beſchrieben , jedoch ohne daß deployirt wird, es mußte denn der
Brigadier , der überhaupt die Bewegung nach den Umſtänden
zu leiten hat , es ausdrůdlich anders befehlen . Über die be
ſonders in dieſem Falle nöthige Deckung der Colonnen durch
Tirailleure vergleiche g . 194 .
Anmerkung 2. Nach dem Darchziehen gehen die
für die Direction , das Adignement u . f. w. gegebenen Bes
ſtimmungen auf das jegt vordere Treffen über.
172

Zweiter Abſchnitt.

Solonne.

Erftes Capitel.

Formirung und Bewegungen einer Colonne .

$ . 138 .
Allgemeine Beſtimmungen.

In einer Brigade, welche in eine einfache Colonne for


mirt wird , können die Bataillone in jede Art von Zügen zer
fallen , jedoch werden dieſe der Regel nach aus Diviſionen
gebildet.
Die Bataillons - Colonnen können offene , geſchloſſene und
Deployements- Colonnen ſein. Zwiſchen den Bataillonen finden
in dieſen Colonnen die g . 125. angegebenen Intervallen Statt,
welche pom hintern Zuge des vorſeienden Bataillons bis zum
vordern Zuge des hintern Bataillons zu nehmen ſind, und zwar
bei der offenen Colonne unter Hinzurechnung einer Zugslånge
des hintern Bataillons.
Die Commandeure der Regimenter, Brigaden u. f. w .
befinden ſich der Regel nach an der Lete ihrer Abtheilungen .

1. Formirung der Colonne aus der Linie.

$. 139 .

formirung der Colonne durch Abſchwenken .


Die Brigade' hålt in Linie von entwickelten Bataillonen .

Brigadier : Brigade mit Zügen rechts ( links )


gefchwenkt!

Die Bataillone ſchwenken nach § . 65. mit Zügen rechts


(links) ab .
173

$ . 140 .
forinirung der Colonne durch Ployiren .

Die Brigade hårt in Linie von entwickelten Bataillonen .

a. Růd w årts -Ploviren auf ein Flügel :


Bataillon.
Brigadier : Brigade rechts ( links ) růd wårts in

( geſchloſſene) Colonne !
Der Commandeur des rechten (linken) Flügel - Bataillons
Låßt nach §. 66. rückwärts in offene ( geſchloſſene) Colonne
ploviren und zwar , wenn es nicht anders befohlen wird,
auf die 1ſte ( 8te) Diviſion . Sobald der Commandeur das
erſte Commando ertheilt hat, richtet der Brigade : Adjudant die
Zugsführer deſſelben ein und verlångert die Directionslinie
nach §. 124 ,
Die Commandeure der übrigen Bataillone laſſen auf die
1ſte ( 8te) Diviſion in geſchloſſene Colonne rückwärts ploviren
únd regen ihr Bataillon auf dem kürzeſten Wege nach ihrem
durch den Adjudanten im Voraus zu bezeichnenden Stük
punkt in Bewegung. In der Nähe deſſelben halten fie und
růcken mittelft einer gleichzeitigen Directions - Beränderung
($. 70. ) an die Directions - Linie , indem ſie, wenn in offene
Colonne ployirt werden ſoll, nach § . 70. Anmerkung 3. ver :
fahren .
1
b. ' Borwårts- Ploviren auf ein Flågel :
Bataillon .
Brigadier: Brigade rechts ( links ) vorwårts in
( gefchloffene ) Colonne !
Das Verfahren iſt wie in a., außer daß ſåmmtliche Ba
taillone vorwårts ploviren .

c. Proyiren auf ein mittleres Bataillon . Fig.40 .


Brigadier : Brigade auf das 2te ( 3te
u. ſ. w .)
Bataillon zum Recht 8 - ( Links :) Ub :
marſch in ( geſchloſſene ) Colonne !
Das genannte Bataillon ployirt rückwärts oder - vorwärts
174

in offene oder geſchloſſene Colonne, ſo wie das Commando des


Brigadiers es erforderlich macht, und zwar, wenn es nicht an :
ders befohlen wird , auf deſſen iſte Diviſion. Alle übrigen
Bataillone ploviren , je nachdem ſie ſich in Folge des Abmar :
ſches vor oder hinter das genannte Bataillon reken müſſen, in
geſchloſſene Colonne vorwärts oder rückwärts auf diejenige Di :
viſion , welche ſich dem genannten Bataillone zunåchſt befindet.
Alles übrige iſt wie in a .
Anmerkung . In einer Diviſion werden von den Bri:
gåden, welche ſich nicht am Stúppunkte der Bewegung befinden ,
Bataillonsweiſe auf die dem Stúppunkte zunächſt befindlichen
Züge rechts ( links) abmarſchirte. geſchloſſene Colonnen formirt,
mit dieſen Bataillonsweiſe nach dem Brigade - Stůßpunkte hin
1/8 geſchwenkt und mit der Brigade en echellon an ihre
Stuepunkte marſchirt, wo die Bataillone ſucceſſive in die
Directions - Linie rúden ..

$ . 141 .
formirung der Colonne durch fucceffiven Abmarſch .

Brigadier : Brigade zum Recht8 : (Links :) #b :


marſch ſucceſſive in Colonne !

a. Aus einer Linie von entwidelten


Bataillonen.

Der Commandeur des rechten ( linken ) Flügel-Bataillons


tåßt nach §. 67. vom rechten ( linken ) Flügel ſucceſſive mit
Zügen abmarfchiren . Jeder folgende Commandeur verfährt wie
dieſer, ſobald eß , ohne Diſtance zu verlieren , geſchehen muß.
Der Brigadier weiſ't den an den Seten der beiden vordern
Bataillone reitenden Adjudanten die Directions -Linie an .

b . aus einer Colonnen : linie.

Der Commandeur de rechten ( linken ) Flügel- Bataillons


Tåßt dieſes in rechts (links ) abmarſchirter offener Colonne ab
marfchiren , und ſofort die Direction links. ( rechts ) verändern.

3
175

II . Marſch der Colonne.

$. 142 .
Marſch vorwärts (Colonnen -Marſch ).
Brigadier : 1) Brigade marſch irt! Dublirtr itt
tritt
Marſh !
2 ) Brigade gehalten Halt !
1) Die Bataillons - Commandeure laſſen gleichzeitig antreten .
Der Brigadier weiſt den beiden erſten Adjudanten die
Directions-Linie an, die übrigen decken ſich auf jene. Die
Zugsführer bleiben einen Schritt feitwårts der Linie der
Adjudanten .
2) Die Bataillons : Commandeure laſſen gleichzeitig halten ..
Sollte indeß ein Bataillon zu viel Diſtance haben , dann
erfolgt das Halt des Commandeurs erſt, wenn ſie wieder
gewonnen ift.
Der Brigadier, welcher ein Verlorengehen mehrerer
Diſtancen bemerkt, kann nach dem Uvertiſſement: Bri:
gade ' gehalten ! ohne das Commando Salt ! folgen zu
laſſen , den Commandeur der Tete avertiren , worauf jedes
Bataillon nach gewonnener Diſtance hålt.

$. 143 .
Flankenmarſch und gleichzeitige Directions - Veränderung .
Brigadier : " 1 ) Brigade rechts ( links ) um ! Fig.41.
2 ) Dublirtritt - Marſch !

1) Die Commandeure laſſen die Bataillone 14 Wendung


rechts (links ) machen. Die Udjudanten ſeßen ſich 4 Schritte .
vor den in Rotten befindlichen Tetezug ihres Bataillons.
Der Major des Queue - Bataillons begiebt ſich in gleicher
Maaße vor den Queue - Zug. 8es Bataillons.
2 ) Der Brigadier ( Brigade- Udjudant) leitet von der Tete der
Colonne ab die Adjudanten, welche ſich nach der Tete hin
alligniren. Die Commandeure leiten die Zugsführer hinter
der Linie der Adjudanten von der Zete ihres Bataillons aus . '
Soll nach Beendigung des Flankenmarfches eine genaue
Directions - Linie aufgenommen werden , ſo geſchieht dieſes
176

nach §. 70. und § . 124. , indem die Bataillone , von der


Tete anfangend, ſucceſſive an die Linie růcken .

Anmerkung. Die Brigade kann in dieſer Bewegung


eine geringe Schwenkung machen . Sobald indeß die Schmen
kung bedeutend iſt, oder die neue Directionslinie die alte inner :
halb der Brigade durchſchneidet, iſt es nothwendig in Front
zu ſchwenken und dann mit der Brigade zu ployiren §. 139.
oder zu ſchwenken . 132 .

$ . 144 .

Veränderung der Direction ſucceſſive.

Brigadier : Rechts ( links ) Direction verandert !

Der Brigade - Abjudant bezeichnet, indem er fich als


Schwenkungspunkt aufſtellt, den Endpunkt der Schwenkung.
I
Er wird ſobald wie möglich von dem Major des Tete - Ba
taillons , ſo wie dieſer ſucceſſive von den Majoren der hinteren
Bataillone abgeloft. Falls ein Bataillon ohne Major iſt, läßt
der Commandeur · den Punkt durch einen Unterofficier be :
zeichnen.

Die Bewegung geſchieht übrigens nach den Vorſchriften


des $. 71 .

Der Brigadier weiſt den beiden vordern Adjudanten die


neue Directionslinie an.

IU . Veränderungen der Art der Colonne.

§. 145 .
Im Allgemeinen.

Das Vergrößern und Berkleinern der Züge, das Front:


verändern und Flügelvorziehen , ſo wie das ſucceſſive Verklei:
nern und Bergrößern der Diſtancen geſchieht nach §. 73 bis
75 und 78. bis 80 .
1
}
177

$ . 146 .
Verkleinerung der Diſtancen , gleichzeitig .
Brigadier : Brigade vorwårts (růdwårts, auf
das 3te ac . Bataillon ) in geſchloffene
( Deployements - ) Colonne!
Das Sete - ( Queue - oder genannte Bataillon ) formirt die
geſchloſſene ( Deployements :) Colonne auf den Tetezug , faus
der Brigadier nicht einen andern Zug beſtimmt. Die übrigen
Bataillone formiren auf den Zug , welcher dem genannten Ba
taillone zunächſt iſt, geſchloffene ( Deployements :) Colonne und
marſchiren an ihren Stüppunkt, welcher nach §. 124. durch
die adjuvanten bezeichnet wurde.
In einer Diviſion wird jede entferntere Brigade erſt in
fich in geſchloſſene ( Deplopements-) Colonne formirt, bevor fie
an ihren Stůkpunkt růdt.

$ . 147.
Vergrößerung der Diſtancen , gleichzeitig .
Brigadier : 1 ) Břigabe vorwårts (růdwårts; auf
das 3 te 26. , Bataillon ) in geſchlopa
fene ( offene ) Colonne !
2 ) Dublirtritt - Marſch !
1) Diejenigen Bataillone, welche růdwårts marſchiren müſſen ,
machen Kehrt und deren Adjudanten ſtellen ſich neben den
bisherigen Queuezug derſelben zur Führung der Batatlone
auf. Der Ubjudant des Queue - Bataillons der Brigade
merkt ſich im Hinunterreiten an der Linie der Zugsführer
genau die Directionslinie zum Rückwärtsmarſchiren.
Der Commandeur des im Commando genannten Ba :
taillons tåßt, indem er zur Bergrößerung der Diſtance auf
den Tetezug ( falls nicht ein anderer ihm bezeichnet wurde )
das Avertiſſement ertheilt, die hinteren Züge Kehrt machen.
2) Die Bataillone treten gleichzeitig an. Die einzelnen Zugs
führer des genannten Bataillons ſtellen ſich auf, ſobald ſie
können. Die Commandeure der übrigen , indem ſie nach
den bereits ſtehenden Zugsführern den Stütpunkt für ihre
Bataillone ermitteln, laſſen fucceſſive an dieſen halten und
die Diſtance vergrößern .
178

IV . Formirung der Linie aus der Colonne.

§. 148 .
formirung der Linie durch Einſchwenken.
a. Gleichzeitig.

Brigadier : 1 ) Brigade links ( rechts ) in front


geſchwenkt !
2) Marſch !
Sou links in Front geſchwenkt werden , ſo muß der Bri:
gadier vor Ertheilung des iften Commando's lugen links !
commandiren , worauf die Adjudanten auf die linke Seite der
Colonne reiten, um ſich dort einrichten zu laſſen. Der Major
des Queue - Bataillons ſtellt ſich in deren Verlångerung auf.
Die Bataillons - Commandeure richten dann ſchnell ihre Zugs
führer einen Schritt neben der Linie der Adjudanten ein.
1 ) Die Bataillons - Commandeure ertheilen für ihr Bataillon
1 ſofort das Avertiſſement zum Einſchwenken , um
2) möglichſt gleichzeitig mit dem Brigadier das Commando :
Marſch ! geben zu können .
Die Bataillons : Adjudanten bleiben bis auf das Gom :
mando : Feft! ihres Bataillons -Commandeurs halten .
b. Succeſſive.

Brigadier : Brigade rechts ( links ) ſucceſſive


eingeſchwenkt !

Dieſes geſchieht nach Analogie des §. 82. und § . 124 .

§. 149.
formirung der Linie durch Zufinarſch .
Die Brigade iſt in offener Colonne.
a. Auf das Sete - Bataillon .

Brigadier : Brigade links ( rechts ) aufmarſcirt !


Der Commandeur des Jete- Bataillons låßt dieſes, nach §. 82.
wenn es nicht anders befohlen wird , auf den Tetezug aufmar
ſchiren. Der Brigade-Udjudant richtet deſſen Zugsführer in der
Richtungslinie ein und verlångert dieſe nach §. 124.
A
I
.
179

Die Commandeure der übrigen Bataillone laſſen ihre Ba :


taillone ſofort aus der Colonne herausbrechen und führen fie
auf dem kürzeſten Wege ſo, daß ſie auf Colonnentiefe von ihrem
am Stůßpunkte des Bataillons aufgeſtellten Adjudanten perpen
diculair auf die neue Richtungslinie zu marſchiren können .
Sobald der Detezug die Richtungslinie erreicht hat , marſchiren
fie auf.
b. iuf das Queue - Bataillon .

Brigadier : Brigade auf das 1ſte (4te , 5te) Batail :


Ion a ufmarſchirt!
Der Commandeur des Queue- Bataillons låßt dieſes nach
§. 82., wenn es nicht anders befohlen wird, auf den Queuezug
aufmarſchiren. Das übrige Verfahren iſt wie in a . , außer daß
die Bataillone, nachdem ſie Kehrt gemacht, aufmarſchiren, wenn
ihr Queuezug über die Richtungslinie geführt worden iſt.
c. Auf ein mittleres Bataillon. Fig.42.

Brigadier : Auf das 2te (3te u.'ſ. w.) Bataillon auf:


marichirt!
Das genannte Bataillon marſchirt, wenn es nicht anders
befohlen wird , auf den Tetezug auf. Die hintern Bataillone
verfahren wie in a., die vordern wie in b.

§ . 150 .
formirung der Linie durch Deployement .
a. Deployement in Colonnenlinie . Fig.43,
Die Brigade hålt in Colonne.

Brigadier : 1 ) Brigade rechts (links, auf das 3te


20. Bataillon ) in Colonnenlinie
deployirt !
2 ) Dublirtritt Marſch !
1 ) fft die Brigade in offener Colonne, ſo låßt der Brigadier
vor Ertheilung des erſten Commando's geſchloſſene Colonne
formiren. Der Brigade- Udjudant bezeichnet den Stüspunkt
für das Sete- oder genannte Bataillon auf der Linie, auf
welcher in Colonnenlinie deployirt werden ſoll. Dieſe Linie
ISO

muß vor der Lete der ganzen Colonne gegeben werden ,


kann aber mit der bisherigen Directionslinie einen belie:
bigen , jedoch nicht zu großen Winkel bilden. Sie wird
durch die Adjudanten nach §. 124. verlängert.
Que Bataillone, welche nach ihrer Nummer rechts oder
links aus der Colonne herausbrechen müſſen , machen auf
das Commando ihrer Commandeure die nöthige Wendung, 1

während das im Commando genannte Bataillon ſtehen


bleibt.

2 ) Die Bataillone treten an ; das genannte Bataillon, ſobald


es Platz hat , um an den Stüşpunkt der Brigade zu
rúden . Die übrigen marſchiren im Flankenmarſche bis
auf die Höhe ihres Stüßpunktes und růden dann an
dieſen .
In einer Diviſion , welche in Colonnenlinie deployiren
roll, wird der Stüậpunkt für die ganze Diviſion vor der Tete
der Colonne gegeben und die Brigade, auf welche deployirt
werden ſoll, růft an dieſen , um hier in Colonnenlinie zu
deployiren. Die übrigen Brigaden brechen ſucceſſive nach ihrer
Nummer rechts oder links aus der Colonne heraus, fobald
fie zur geſchloſſenen Colonne aufgerückt ſind und marſchiren
an den Stůßpunkt ihrer Brigade.

Fig.44. b. Deprovement aus der einfachen Golonne.


Brigadier: 1 ) Brigade rechts (links , auf das 2 te
3te i. Bataillon ) deployirt !
2) Dublirtritt - Marſch ! 1
1 ) Die Brigade muß vor Ertheilung des iften Commandos
zur Deployements - Colonne aufgeſchloſſen werden . Der
Brigade - Adjudant bezeichnet den Stůppunkt der neuen
Linie vor der Golonne.
Wenn in irgend einem Bataillone nicht auf den Sete:
zug deployirt werden ſoll, ſo muß der Brigadier den Zug
im Commando bertentten .
Die Commandeure alter Bataillone, mit Ausnahme des
im Commando bezeichneten Bataillons, faffen die nöthige
Wendung machen , um aus der Colonne heraus zu brechen.
181

2) Die Bataillone treten an . Das im Commando bezeich


nete , Bataillon růkt an den Stůkpunkt der Brigade, ſo:
barb es Raum erhålt und deployirt. Die übrigen mar
fchiren im Flankenmarſche bis auf die Höhe ihres Stůß
punktes und alsdann an dieſen , wo ſie deploniren .
Mehrere Brigaden , welche in Deployements - Colonne
aufgeſchloſſen ſind und deployiren ſollen , rücken , wie oben für
die einzelnen Bataillone vorgeſchrieben iſt, Brigadenweiſe an
ihren Stüậpunkt, bevor ſie das Deployement anfangen . Das
Aufſchließen der ganzen Colonne zur Deplovements - Colonne
iſt indeß nicht durchaus erforderlich, vielmehr können die hin :
tern Brigaden , wenn Raum dazu iſt, aus der offenen Co
lonne . herausbrechen und auf dem kürzeſten Wege an ihren
Stůßpunkt marſchiren .

Zweites Capitel.
Formirung und Bewegung zweier und mehrerer
Colonnen .
S. 151 .
Algemeine Beſtimmungen .
Wenn mehrere Colonnen ſich auf gleicher Höhe und in
gleichem Abftande von einander erhalten follen , ſo wird einer
derfelben die Direction gegeben . In jeder Colonne übernimmt
der årtefte anweſende Officier das Commando derfelben .
$. 152.
Flügelweiſer Abmarſch.
Die Brigade - fteht in einer Linie von entwickelten Bas
taillonen .
Brigadier : 1 ) Brigade in 2 Colonnen redts
( links ) vorwårts abmarſchirt !.
Du blirtritt Marſch !
2 ) Brigade aus der Mitte abmar :
ſchirt! - Dublirfritt -- Marſch !
3 ) Brigade von den Flügeln ſucceſs
ſive rådwårt 8 abmarſdirt !
Es bedeutet :
1 ) daß die Brigade in 2 Hålften getheilt vorwärts abmar:
182

ſchiren ſoll, ſo daß jede Hålfte eine Colonne für ſich bildet.
Die Bataillone ſchwenken deshalb ſofort mit Zügen rechts
( links) , wåhrend die beiden Bataillone, welche die Tete
bilden ſollen , den , rechten ( linken ) Flügelzug gerade aus
gehen laſſen. Hierauf låßt der Brigadier antreten . Er
bezeichnet die Colonne , welche die Direction haben ſoll.
2) Daß die rechte Hälfte der Brigade links , die linke Hälfte
rechts vorwärts abmarſchiren ſoll. Die Bataillone ver:
fahren hiernach analog wie in N 1. und erwarten den
Befehl zum Antreten . Wenn nicht etwas anderes befob :
len wird , hat die rechte Colonne die Direction . Wenn
die Colonnen ſich nicht von einander entfernen , behålt der
Brigadier das Commando über beide.
3) Daß die Brigade ſucceſſive ein Defilee im Rücken paſſiren
ſoll. Auf das Commando des Brigadiers ploviren die
beiden Flügel - Bataillone ſofort růdwärts zur geſchloſſenen
Colonne auf den der Mitte der Brigade zunächſt befinds
lichen Flügelzug, machen Kehrt und marſchiren auf dem
kürzeſten Wege durch das Defilee. Die übrigen Bataillone
folgen ſucceſſive auf gleiche Weiſe , ſobald der Brigadier.
fie avertirt .
U nmerkung 1. Enthålt. die Brigade eine ungleiche
Unzahl von Bataillonen , ſo beſtimmt der Brigadier im 1ften
Falle, welcher Colonne das mittlere zugetheilt werden ſoll.
Im 2ten Falle marſchirt das mittlere Bataillon aus der Mitte
ab und zwar auf das Commando feines Commandeurs , ,, 4te
und 5te Diviſion gerade aus ! Bataillon mit
Diviſionen rechts und links ich wenkt - Marích !"
Im 3ten Falle bildet das mittlere Bataillon Colonne auf die
Mitte, in welcher es nach dem Defilee retirirt.
Unmerkung 2. Steht die Brigade in 2 Linien, dann
folgt im 1ſten und 2ten Falle die zweite Linie ebenfalls ge
theilt der erſten Linie. Im 3ten Faưe wird ſie der Regel
1 nach zuerſt das Defilee paſſiren .
8. 153.
Treffenweiſer Abmarſch .
Mehrere Linien marſchiren treffenweiſe ab , wenn jede
Linie eine eigene Colonne bildet.
183

ſ . 154 .
Kreuzen der Colonnen .
Wenn zwei Colonnen , deren Directions-Linien fich fchnei:
den , in ihrem Marſche am Durchſchnittspunkte derſelben zu :
ſammentreffen , ſo muß ein Kreuzen der Colonnen Statt fina
den . Es bildet zu dem Ende eine jede geſchloſſene Batail
lons - Colonnen, welche den Durchſchnittspunkt in ſo großen In:
tervallen erreichen werden , daß beide Colonnen im Marſche.
bleiben können.
Stoßt eine Colonne im Flankenmarſche auf eine im Colon
nenmarſche begriffene, ſo hålt dieſe, bis jene durchmarſchirt iſt.
Wenn zwei Colonnen in ihrem Marſche in ein und den
felben Weg einmånden , welcher nicht erlaubt, daß fie neben
einander bleiben, ſo entſcheidet der commanbirende Officier bei:
der . Colonnen , welche vorangehen ſoll. Iſt dieſer nicht anwe
ſend , fo geht diejenige Colonne voran , welche ( ohne daß der
Schritt beſchleunigt oder vergrößert wurde) zuerſt angekommen
iſt.

Dritter Abſchnitt..

Die Quarrees , der Gebrauch der Waffen


und das Verſammeln und Auseinander:
gehen der Brigaden .

Erftes Capitel.

Die Quarre e $ .

g . 155 .
Einfache Quarrees.
a. Quarrees en ech ellon aus der Linie. Fig. 45 .
Brigadier : 1 ) Brigade auf das 1ſte ( 2 te z .) Bak
taillon in Quarrees en ech el
lon . - Der rechte ( linke ) Flügel

vor ( zurů & ) !


2 ) Brigade auf das ifte ( 2 te u .) Ba
taillon in linie !
1) Die Bataillone formiren nach $ . 98. oder 99. Duarrees
14
184

auf der Stelle. Wåhrend, das genannte Bataillon ſtehen


bleibt , růdken die in der Linie rechts ( links) deſſelben be
findlichen Bataillone ſo weit vor ( zurüd ), daß fie fich,
wenn der Brigadier nicht eine andere Entfernung befiehlt,
50 Schritte vorwärts ( růdwårts) des nach dem genann
ten Bataillone hin nächſten Echellons befinden .
2) Die Bataillone herſtellen nach § . 100. die Bataillons
Colonne auf die Mitte und růden in die Linie des ges
nannten Bataillons ein.
Fig.46 . b . Quarrees en ech ellon aus der Colonne.

Brigadier : 1 ) Brigade auf das ifte ( 2 te u . f.w . )


Bataillon in Quarrees en echel
lon ! - Die Tete ( Queue ) rechts
( links ) !
2) Brigade auf das 1ſte ( 2 te u . T. ro.)
Bataillon in ( geſchloſſene ) Co :
Tonne !

1) Die Bataillone formiren nach §. 101. Quarrees auf der


Stelle . Während das genannte Bataillon ſtehen bleibt,
růcken die por ( hinter) demſelben befindlichen Bataillone
ſo weit rechts ( links) ſeitwärts, daß fie fich , wenn der
Brigadier nicht eine andere Entfernung befiehlt , 50 Schritte
feitwårts des nach dem genannten Bataillone nåchſten Bas
taillons befinden .
2) Die Bataillone herſtellen nach § . 102. die geſchloſſene Cos
lonne und rücken auf dem nächſten Wege auf das genannte
Bataillon in die offene ( geſchloſſene) Colonne.

c. Quarrees auf der Stelle mit gerader Front,


aus der Linie.
Brigadier : 1 ) Brigade auf der Stelle in Quar :
rees !
$ 2 ) Brigade in Bataillons - Colonnen
auf die Mitte !

1) Die Bataillone formiren nach § . 98. oder 99. Quarrees


auf der Stelle .
2 ) Sie formiren die Colonne auf die Mitte .
-
185

d . Quarrées auf der Stelle mit gerader front,


aus der - colonne .
Brigadier : · 1 ) wie in c.
2) Brigade in (geſchloſſene, Quar :
ree ) Colonne !
1 ) Die Bataillone' formiren nach § . 101. ' Quarrees auf der
Stelle.
2 ) Sie formiren Sie genannte Colonne .
e. Quarree 8 auf der Stelle mit ſchråger Front , Fig.47.
aus der Linie.
Brigadier : 1 ) Brigade in ſchråge Quarrees !
2 ) Brigade in Bataillons-Colonnen
auf die Mitte !
1) Die Bataillons - Commandeure laſſen auf der Stelle , gegen
die benachbarten Bataillone gerechnet, diagonal ſtehende
Quarrees formiren , indem ſie die 4te u. 5te Diviſion
(bei der Stellung in Colonne auf die Mitte die ganze
Colonne) gemeinſchaftlich % & rechts ſchwenken laſſen .
2) Die Bataillons - Commandeure laſſen Golonne auf die
Mitte formiren und dieſe ſofort / links ſchwenken .
f. Quarrees auf der Stelle mit ſchråger Front , Fig.48.
aus der Golonne.
Brigadier : 1 ) wie in e.
2 ) Brigade in ( geſchloſſene, Quar-,
ree ) Colonne!
1) Die Bataillons- Commandeure laſſen den Tetezug ( bei der
Stellung in geſchloſſener Colonne die ganze Colonne) %
rechts ſchwenken , und das Quarree formiren .
2) Sie laſſen die Quarree - Colonne formiren, dieſe ſofort /
links ſchwenken (und dann in die geſchloſſene ( offene)
Golonne übergehen .)

$ . 156 .
Quarree von zwei Bataillonen :
a. Aus der Rinie .
Brigadier: Brigade in Quarrees von zwei Ba :
taillonen !
Die neben einander ſtehenden Bataillone; welche ein
14 *
186

Duarree formiren ſollen , werden vom Brigadier bezeichnet.


Das rechts ſtehende formirt auf ſeine Ste Diviſion eine links
abmarſchirte Quarree-Colonne , jedoch mit Diviſions - Diſtancen .
Nachdem dieſe formirt iſt, ſchwenken die beiden mittleren Com
pagnien rechts und bilden die rechte Flanke des Quarrees .
Das links ſtehende Bataillon formirt eine rechts abmarſchirte
Quarree - Colonne mit Diviſions - Diſtancen auf die erſte Divis
fion, während dieſe zur Bildung der ſtehenden Flanke an das
rechts ſtehende Bataillon heranrückt. Die mittleren Compag
nien ſchwenken links und bilden die linke Flanke des Quarreeb .
Die Queue- Compagnien beider Bataillone ſchließen auf und
bilden die ſchließende Flanke.
Die zunächft befindlichen Pelotons der Schüßen befeßen
die Eden an der ſtehenden Flanke, welche zu ihren Bataillo :
nen gehören . Die entferntern Pelotons bereken ebenſo die
Eden der ſchließenden Flanke. Diejenigen Schüßen , welche
in den Eden keinen Plat finden , gehen in das Innere des
Quarrees und ſtellen ſich hinter den Eden auf.
Der Regiments - Commandeur, ( oder in deffen Ermange
lung der ålteſte Officier beider Bataillone) commandirt das
Quarree, der zweite die ſtehende und der dritte die ſchließende
Flanke. Die rechte und linke Flanke werden von den noch
übrigen ålteſten Officieren der reſpectiven Bataillone comman
dirt.

b. Xus der Golonne .

Fig.49. Brigadier : wie in a .


Das hintere Bataillon rúdt neben das vordere, mit dem
es ein Quarree bilden ſoll, dicht heran und zwar ſo, daß das
åltere Bataillon rechts zu ſtehen kommt. Je nachdem die
Colonne rechts oder links abmarſchirt war , formiren ſie hier
rechts oder links abmarſchirte Quarree - Colonnen mit Divi
ſions- Diſtancen , worauf die einzelnen Bataillons- Commandeure
fofort die mittleren Compagnien rechts ( links ) ſchwenken laſſen .
Die Schügen -Pelotons beſeken die ihnen zunächſt befind
lichen Eden ihrer Bataillone.
Die Commandanten des ganzen Quarrees und der Flan:
ken ſind wie in a.
187

Anmerkung. Um aus dieſen Quarrees in Linie oder


Colonne åberzugehen , commandirt der Brigadier: Brigade
Quarree - colonnen for mirt ! worauf jeder Bataillons:
Commandeur, dem § . 102. analog, Quarree - Colonne mit Di:
viſions- Diſtancen formirt. Der Brigadier låßt ſodann im
erſten Falle zur Deployements - Colonne aufſchließen und De
ploviren ; im lekteren ertheilt er das Commando : Brigade
auf das ifte ( 2te u . ſ. w. ) Bataillon in (geſchlor
ſene) Colonne ! Die Batailone formiren auf der Stelle
die im Commando angedeutete Colonne (verändern auch die
Front, falls ſie anders abmarſchirt find , als das genannte
Bataillon ) und rúden dann auf dem kürzeſten Wege an die
Directionslinie.

Zweites Capitel.

Der Gebrauch der Waffen.

S. 157.
Verbalten der Officiere mit dem Degen im Allgemeinen .
Die Stabsofficiere und jeder höhere Officier, welcher das
Commando einer Abtheilung oder das Ganze führt, ziehen den
Degen , die Officiere auf ihrem Stabe ziehen ihn nicht.

$. 158 .
Gewehrgriffe.
Der commandirende Officier beſtimmt, wenn die Batail
lone das Gewehr ſenken , abnehmen und zuſammenſeßen, ſo wie
die Torniſter ablegen ſollen . Um . aber der Mannſchaft die
nöthige Erleichterung zu verſchaffen, kann, wenn nicht für den
Augenblick das Gegentheil befohlen wird , der Bataillons-Com
mandeur das nach vollendeter Evolution geſchulterte Gewehr
ſenken und der Brigadier in der Diviſions - Erercice 'das Ge
wehr abnehmen laſſen.
8. 159 .
Chatgirung .
Der commandirende Officier beſtimmt nicht nur den Un :
fang, Tondern auch die Art des Feuers ; indeß iſt in vorfom
188

menden Fållen jedem Commandeur einer Abtheilung, einſchließ


lich des Bataillons - Commandeurs erlaubt , auf ſeine Verant:
wortung ſchon früher das nöthige Feuer geben zu laſſen .

Drittes Capitel.

Verſammeln und Auseinandergehen der Brigade.

$. 160 .
Verſammeln der Brigade.
Der Regel nach wird die Brigade auf dem Verſamm :
lungsplate ineiner Colonnenlinie aufgeſtellt. Der Brigade:
Adjudant bezeichnet den vorauszuſendenden Bataillons- Adjudan :
ten die einzunehmende Linie und den ankommenden Bataillo :
nen die Art des Abmarſches , worin fie fich aufſtellen ſollen .
Die Bataillons : Commandeure und höhern Officiere ver:
ſammeln ſich vor der Front und jene machen auf dem Dienſt
wege ihre Meldung . Ein gleiches geſchieht von den Batail
lons - Adjudanten an den Brigade - Udjudanten.

ſ . 161 .
Auseinandergeben der Brigade.
Der Brigadier entlåßt die Brigade und beſtimmt, in
welcher Art die Bataillone, welche denſelben Weg einzuſchlagen
haben , fich folgen ſollen .

1
EL
1

.
Fünfte Abtheilung.

Das xer ft reute Gefecht.


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.

Inhalts - Verzeichniß.

Fünfte Abtheilung. Das zerſtreute Gefecht. Seite


Erftes Capitel. Einleitung .
S. 162. Das zerſtreute Gefecht im Allgemeinen :: 193
S. 163. Eintheilung der Truppen zum zerftreuten Ges
fechte . 193
S. 164. Benuhung des Serrains im Allgemeinen . 194
S. 166. Signale im Allgemeinen 195
3 weite s.Capitel . Verhalten der einzelnen Schüßen
im zerſtreuten Gefechte.
$. 166. Stellung , Bewegung und Sragen des Gewehrs
in der Schüßenkette . 196
S. 167. Labung und Feuerung des einzelnen Schüßen 197
S. 168. Verhalten des Schüßen gegen den einzelnen Reuter 199
Drittes Capitel. Verhalten einer Compagnie im
zerſtreuten Gefechte.
I. Aufſtellung zum zerſtreuten Gefechte.
S. 169.
Lufftellung der Schükenkette, der Soutiens und -
der Reſerven 199
S. 170. Zerſtreuen 202
S. 171. Zuſammenziehen 203
S. 172. Zuſammenziehen gegen Cavalerie , 204
II. Bewegungen .
S.' 173. Cadence 206
i S. 174. Direction 206
N. 175. Avanciren . 207
S. 176. Retiriren 207
6. 177. Bieben 207
$. 178. Schwenkungen 208
S. 179. Salt . 209
S. 180. Ublöfen 209
f. 181. Verſtärken 211
$ . 182. Vermindern . 212
- 192

III. Gebrauch der Waffen . Seite


S. 183. Schügenfeuer im Zugemeinen . 212
5. 184. Schügenfeuer im Salten . 213
9. 185. Schüßenfeuer während der Bewegung 213
$. 186. Schüßenfeuer gegen Cavallerie 214
S. 187. Ungriff mit dem Bajonnette . . 214
Viertes Capitel. Verhalten eines Bataillons im
zerſtreuten Gefechte.
$. 188. Qugemeine Beſtimmungen 216
. 189. Zerſtreuen 217
. 190. Zuſammenziehen 217
S. 191. Bewegungen 217
1
S. 192. Veränderungen der Schügentette und Gebrauch
der Waffen 218
Fünftes Capitel. Verhalten der bei den Batail
lonen befindlichen Schüßen -Abtheilungen .
S. 193. Bei dem einzelnen Bataillone . 218
$. 194. Bei dem Regimente , der Brigade rc. 220

!
193

Erftes Capitel.

E i nle i t un ġ.

§ . 162 .
Das zerſtreute Gefecht im Augemeinen .
Das zerſtreute Gefecht weicht von dem mit geſchloſſenen
Abtheilungen darin ab :
1) daß man zur Beſegung einer ausgedehnten Linie weni
ger Mannſchaft gebraucht;
2) daß das Terrain weniger hinderlich iſt;
3) daß man ſowohl die geiſtigen als körperlichen Fåhig
keiten des einzelnen Mannes beſſer in Anſpruch nehmen
kann .
Bei der Anwendung des zerſtreuten Gefechts treten haupt
råchlich zwei Geſichtspuncte hervor ; entweder will man durch
daſſelbe den Feind überwåltigen oder man beabſichtigt andere
Unternehmungen vorzubereiten oder zu decken . Im erſtern
Falle iſt es als Hauptgefecht, im 2ten als Nebengefecht zu
betrachten
Zur guten Uusführung eines zerſtreuten Gefechts iſt es
nothwendig , daß jeder Officier ,, Unterofficier, ja ſelbft jeder
einzelne Mann den Zwed und den Gang deſſelben ſowohl von
unſerer wie von feindlicher Seite ſtets im Zuge habe , und
ohne einen ausdrůdlichen Befehl jede fich ihm darbietende Ge
legenheit zu benußen verſtehe , um Vortheile über den Feind
zu erlangen und ihm Abbruch zu thun. Uuch iſt er ſelbſt an
die für einzelne Fåte gegebenen Vorſchriften nicht gebunden,
wenn die Umſtände eine Abweichung davon rechtfertigen .

6. 163 .

Eintheilung der Truppen zum zerſtreuten Gefechte,


Die zum gerſtreuten Gefechte zu verwendenden Iruppen
werden in folgende Abtheilungen geſchieden :
191

1) in die Schußentette, welche zunächſt für das Gefecht


beſtimmt iſt ;
2 ) in die Soutiens, welche zur unmittelbaren Unterſtüßung
und Aufnahme jener dienen ;
3) in die Reſerven , welche bis zu entſcheidenden Augen
bliden aus dem Gefechte gehalten werden .
Nur unter beſonderen Umſtånden dürfen im zerſtreuten
Gefechte entweder - die Soutiens oder die Reſerven fehlen .
Die Schüßenkette und die Soutiens ſtehen während des
Gefechtes in genaueſter Verbindung; das Verhältniß beider zu
den Reſerven iſt aber verſchieden , je nachdem das zerſtreute
Gefecht als Haupt- oder als Nebengefecht erfcheint. Im er:
ſtern Falle richten ſich die Referven nach den Bewegungen der
Schůßenkette und der Soutiens, im lekteren ſind die Bewe
gungen dieſer beiden fo einzurichten , daß ſie die Reſerven
deden ,
Die Aufſtellung und Beroegungen der Reſerven der In
fanterie geſchehen nach den Vorſchriften der 3ten und 4ten
Abtheilung.
Es können auch andere Truppengattungen zu Referven
dienen .

$. 164 .
Benugung des Terrains im Augemeinen .
Die Beſchaffenheit des Terrains bedingt das zerſtreute
Sefecht. Durchſchnittene und bededte Terraintheile (Seden,
Gråben , Gehölz , hohes Korn , bewohnte Orte u . F. m.) find
Hinderniffe für das gefchloſſene, begünftigen dagegen das zer:
ftreute Gefecht,indem ſie theils Schuß gegen die feindlichen
Kugeln gewährent, theils die Aufſtellungen und Bewegungen
dem Feinde verbergen.
Die zum gerftrenten Gefechte aufgetof'te Mannſchaft darf,
in ſofern es ſich mit den ábrigen Gefechtsbeziehungen vereini
gen tåßt und die eigene Gefechtsthåtigkeit nicht darunter leidet,
alle Gegenſtånde benußen, wodurch ſie ſich gegen die feindlichen
Schüſſe fichern , oder dem Auge des Feindes entziehen kann .
Jeder einzelne Schúte benutzt die Baumſtämme, Erdwålle,
Aderrůđen u . f. m. zur Dedung, Grabenrånder , üfte u . f. 2o .
195

zum Uuflegen des Gewehrs. Er legt ſich in Gråben , Furchen


nieder , kriecht durch Bertiefungen und ſchleicht durch niederes
Gebüſch u.ſ. w .

Feder Befehlshaber zieht aus dem Terrain zur Dedung


und Berbergung der Schüßenkette, der Soutiens und Reſerven
auf gleiche Weiſe alle nur möglichen Vortheile. Er beurtheilt,
wo ein gånftiges Terrain eine hartnådige Vertheidigung, einen
überfall oder eine Umgehung geſtattet und wo ein ungünſtiges
im Avanciren oder Retiriren raſch überſchritten werden muß.

$ . 165 .
Signale im Augemeinen.
Während des zerſtreuten Gefechtes werden die erforder:
lichen Befehle durch die Stimme , durch Winte oder durch Sig
nale auf dem Horne und der Pfeife ertheilt. Es dient dabei
als allgemeine Regel : daß, wenn ein Befehlshaber durch Winke
ſeinen Willen kund geben kann , dieſe allein , wenn ſie aber
nicht ausreichen , ein Signal auf der Pfeife oder mit der
Stimme, und nur , wenn dieſe Mittel unzulånglich ſind , die
Signale auf dem Horne angewandt werden dürfen . Um nicht
Unficherheit oder Verwirrungen in den Bewegungen herbei zu
führen , muß in der Schüßenkette die möglichſte Ruhe herrſchen,
und alles überflüffige Rufen u.ſ. w. vermieden werden. Wird
ein Befehl mit der Stimme gegeben , ſo iſt dieſe ſo zu dåm:
pfen , daß nur die Abtheilung , für welche er beſtimmt iſt, ihn
vernimmt.

Für die aufgelépten Abtheilungen kann für einzelne Fåde


kein beſtimmtes Commando mit der Stimme vorgeſchrieben
werden . Jeder Commandant einer Abtheilung wählt die Worte
dazu nach Willkühr unter Berükſichtigung möglichſter Kürze.
Die in Reihe und Glied ſtehenden Schüßen werden nach Vors
ſchrift der 1ſten bis 3ten Abtheilung commandirt.

Die Hornſignale låßt der Regel nach nur der comman


birende Officier geben. Sie endigen mit einem Stoße , auf
welchen daß Befohlene ſofort ausgeführt wird. Alle Horn
fignále beziehen fich , wenn eine Schüßenkette gebildet iſt, ju
nåchſt nur auf dieſe, und zwar auf ihre ganze Ausdehnung,
196

wenn nicht beſondere Bezeichnungs - Signale vorhergehen (8. B.


Signal N8 5. Soutien ). Sie werden wiederholt:
1), von den beiden Flügel-Compagnien, wenn eine Schüßen
kette aus mehr als 2 Compagnien gebildet wurde ; die
übrigen Compagnien wiederholen nur den Stoß .
2 ) wenn dem Signale das Bezeichnungs - Signal irgend
einer Abtheilung vorhergeht , z. B. (Signal M 5. de
tachirte Abtheilung ) oder ( NE 4. Compagnie N. N.) ;
dann wiederholt die genannte Abtheilung beide Signale.
Wird ein Signal nicht verſtanden, ſo tåßt der betreffende
Abtheilungs - Commandant das Signal Anfrage N 28. geben,
worauf jenes wiederholt werden muß.
Wil man einen durch, ein Hornſignal ertheilten Befehl
ſofort wieder aufrufen , fo dient dazu das Signal Serſtellt
No 27.
Jeder Officier , Unterofficier und Corporal der leichten
Infanterie und der Schüßen - Abtheilungen führt eine kleine
ſcharftónende Pfeife, bei deren Ertónen die Schüßen im au
gemeinen ſogleich ihre Aufmerkſamkeit auf die Winke und An
weiſungen der Vorgeregten richten.
Der Capitain ertheilt 2 Stöße auf der Pfeife, falls er
die Aufmerkſamkeit ſeiner Untergebenen , beſonders der Zugs
commandanten auf fich und ſeine Winke lenken will ; der Zugs
commandant ertheilt einen Stoß .
Ein langgedehnter ſchrillender Son der Pfeife bedeutet,
daß die Abtheilung fich gegen Cavallerie oder zum Angriffe
mit dem Bajonnette zuſammenziehen ſoll.
Anmerkung . Die Signale ſind ſowohl im Halten
als bei den Bewegungen ſo zu verſtehen , als habe man Front
gegen den Feind .

Zweites Capitel.

Verhalten der einzelnen Schüßen im zerſtreuten


Gefechte.
$. 166 .
Stellung, Bewegung und Tragen des Gewehrs in der Schügenkette.
Im zerſtreuten Gefechte hört aller Zwang in der Stela
1
197

lung und in den Bewegungen der Schüßen auf ; und iſt ih


nen im Tragen des Gewehrs jede Erleichterung geſtattet. Sie
werden : es jedoch der Regel nach , wenn ſie ſtill ſtehen oder
fich im Dublictritte bewegen (nach Jägermanier ) unterm recha
ten Arme und bei Bewegungen im Schnell- und Lauftritte
i an der Seite tragen .
Das Bajonnet wird nur zum Einbruch und gegen Sa-,
valferie , ſo wie auch bei Nacht , bei ſtarkem Nebel und über:
haupt in ſolchen Fällen aufgeſteckt, wo ein prokliches Hand
gemeinwerden mit dem Feinde Statt haben kann .

ſ. 167.
Ladung und Feuerung des einzelnen Schügen .

a. Mit dem Percuſſions - Gewehre.


1 ) Im Stehen . Der einzelne Schüße ladet und Feuert,
wie es ihm am bequemſten iſt und wie er einen ſich dar
bietenden Gegenſtand zu ſeiner Deckung und zum Auf
oder Unlegen ſeines Gewehrs am beſten benußen kann.
An einen Baum , welcher keine paßlichen Äſte zum Aufle
gen hat, ftůkt er beim Anſchlage die linke Hand.
2 ) Im Gehen bleibt der Schüße, wenn er feuern will ,
ſtehen , geht aber während der Ladung weiter, falls ihn
nicht ein Gegenſtand dedt, hinter welchem er dieſelbe ent
weder ganz oder theilweiſe vouführen kann.
3) . Im Liegen . Der Mann legt ſich zum Feuern auf den
Bauch und ftůbt fich , indem er wo möglich das Gewehr
auf einen Gegenſtand auflegt, auf beide Elenbogen. Zum
Laden legt er fich auf ſeine linke Seite, das linke Knie
wird hierbei etwas in die Höhe gezogen und das rechte
Bein über daſſelbe ausgeſtreckt. Sodann ſchiebt er das
Gewehr, mit nach oben gekehrtem Schloſſe und flach lie-,
gender Kolbe, ſo weit neben der Spike des rechten Fußes
zurück , daß er in die Mündung ſehen kann ; die linke
Sand umfaßt das Gewehr in der Nähe derſelben . Die
Patrone wird hierauf ergriffen und in den Lauf gebracht,
ſodann das Gewehr mit der rechten Hand ungefähr in der
Mitte gefaßt, ſenkrecht in die Höhe gehoben und einige
198 -

Male mit der Kolbe gegen den Erbboden geſtoßen , damit


fich die Patrone gehörig ausſchütte und das Pulver im
Laufe hinunter falle. Hierauf bringt der Mann das Ge:
wehr wieder in die vorige Lage, regt die Ladung an , ſtedt
den Ladeftod bei und zieht das Gewehr vor fich ſo weit
herauf, daß er den Hahn in die Mittelrube ſeben und ein
Båndbütchen aufſteden kann . Er nimmt ſodann die Lage
zum Feuern wieder an .
4 ) Im Knieen , wie Abtheilung 1. §. 42. beſchrieben iſt,
falls der Mann nicht vorzieht , das Gewehr zum Gebrauche
des Ladeſtods an die linke Seite zu nehmen .
5 ) Im Siben tåßt der Mann vor dem Anſchlage das Ge
wehr auf ſeinen Beinen ruhen . Nachdem er gefeuert,
bringt er das Gewehr neben der rechten oder linken Seite
ſo weit zurück, daß er bequem laden kann , wobei das
Gewehr zu demſelben Zwede wie bei der Ladung im Lie:
gen mit der Kolbe einige Male auf die Erde geftoßen
wird. 3ft vor dem Siße eine Vertiefung, oder hålt der
Mann es ſont für beffer, ſo kann er das Gewehr auch
zur Ladung vor ſich zwiſchen die Beine nehmen . Nach
vollendeter Ladung wird das Gewehr wieder quer vor den
Körper genommen .

b. Mit dem Steinſchloß - Gewehre.

1 ) im Stehen , wie in a. N 1 .
2 ) Im Gehen , wie in a . Ne 2 .
3) Im liegen . Der Mann legt fich zum Feuern auf den
Bauch und ſtůßt fich zum Anſchlage, indem er wo móg
lich das Gewehr auf einen Gegenſtand auftegt , auf beide
Ellenbogen . Zum Laden dreht er ſich dann auf die linke
Seite herum und zieht das Gewehr ' fo 'weit zurück , daß
das Schloß an der Bruſt ift. In dieſer Lage ſekt er den
Hahn in Ruh, beſchüttet und ſchließt die Pfanne und zieht
darauf das Gewehr mit Hülfe beider Hånde ſo weit zurüť,
daß er in die Mündung ſehen kann ; das Schloß muß
dabei nach oben gekehrt bleiben . Das linke Knie wird
etwas in die Höhe gezogen, das rechte Bein úber daſſelbe
ausgeſtreckt und die Kolbe feft gegen den rechten Fuß ge
)
199

legt. Nachdem der Mann die Patrone in den Lauf ge


fitet bat , hebt er das Gewehr mit der rechten Hand,
welche daſſelbe ungefähr in der Mitte ergreift, ſenkrecht
in die Höhe und ſtoßt die Kolbe einige Male gegen den
Erdboden . Dann wird das Gewehr in die vorige Lage
gebracht, die Ladung angeſekt und der Ladefto & beigeſteckt.
4 ) Im Knieen , wie in a . N 4 .
5 ) Im Sigen , wie in a. Na 5 .

$. 168 .
n
Derhalte des Schü gen gegen den einzelnen Reuter.
Gegen den einzelnen Neuter iſt der entſchloſſene Schůße
nicht im Nachtheile, ſelbſt im ganz offenen Terrain. Durch
einen Sprung rechts weicht er dem Unrennen des Reuters
aus und gewinnt ihm dadurch ſeine linke Seite ab . Das
Pferd deffelben ſucht er ſcheu zu machen und gebraucht das
Bajonnet mehr gegen dieſes als gegen ihn. Den Schuß ver:
wendet er nur im höchſten Nothfalle.

Drittes Capitel.

Verhalten einer Compagnie *) im zerſtreuten


Gefechte.

I, Aufftellung zum gerſtreuten Gefechte.


$ . 169.
Aufſtellung der Schügenkette , der Soutiens und der Reſerven .
Wird eine Compagnie zum zerſtreuten Gefechte aufgeſtellt,
ſo behålt der Capitain das Commando und die obere Leitung
aller aus ihr gebildeten Abtheilungen . Unter ihm werden die
Schüßenkette und das Soutien durch die åtteſten dabei gegen :
wårtigen Zugs - Commandanten befehligt, welche das unmittel
bare Commando ihrer halben Pelotons, wenn nicht uneingetheilte
Unterofficiere ober Corporale vorhanden ſind, ebenfalls behalten .
Der Capitain nimmt in der Regel ſeinen Plat zwiſchen
der Schüßenkette und dem Soutien , etwa in der Mitte ein .

*) Kleinere Ubtheilungen verfahren , ſo weit es ihre Stärke erlaubt, wie


eine Compagnie.
15
200

a. Die S chůkenkette.
Die Schützenkette muß aus ſo wenig Leuten gebildet
werden, als die auf den Feind hervorzubringende Wirkung nur
irgend erlaubt.

Die Form derſelben nähert ſich im offenen Terrain der


geraden Linie; im durchſchnittenen wird fie , wenn es ſich mit
' den übrigen Verhåltniſſen vereinigen låßt , durch dieſes be:
dingt. Um vortheilhafteſten iſt die Linie , welche Schut ge
währt, ohne die eigene Thåtigkeit zu hemmen und den Feind
lange ohne dedende Gegenſtände im Bereiche unſers Feuers
erhält, z. B. der Saum von Gehölzen, Dörfern, Kåmpen, die
Grete von Anhöhen, Hohlwege, Mauern , trodene Gråben u . l. w .
beſonders, wenn fich vor dieſen Gegenſtånden ein offenes freies
Feld befindet.
Im defenſiven Gefechte müſſen , um ſich vor überflů :
gelung zu ſichern , die Flügel der Schüßenkette etwas zurück
genommen werden . Im offenſiven kann es zweckmåßig ſeyn ,
bei nicht ſehr coupirtem Terrain zur Umfaſſung des Feindes
die Flügel vor zu bringen ; dagegen ſind ſie bei Nacht, ſtarkem
Nebel oder in ganz coupirtem Terrain zurück zu nehmen.
In beiden Arten von Gefechten kann man zur Bedrohung
der feindlichen oder Sicherung der eigenen Flanken kleine ge
ſchloffene Abtheilungen hinter den Flügeln aufſtellen, welche die
Deckung der Flanken durch einzelne detachirte Schüßen oder
Patrouillen bewerkſtelligen .
Von den beiden Schüben, welche ein Rott bilden , ſtellt
ſich im ganz offenen Terrain der Mann aus dem zweiten Gliede
ungefähr 2 Schritte rechts und eben ſo weit růdwårts von
ſeinem Vordermanne auf. Der Mann aus einem blinden
Rotte ſchließt ſich an das rechts von ihm ſtehende Rott an
und ſtellt ſich 2 Schritte links ſeit- und růckmårts des Mán :
nes aus dem erſten Gliede . Bietet das Terrain deckende Ges .
genſtånde dar, fo find dieſe von den Rotten möglichſt zu be:
nuken , nur dürfen ſich die beiden Leute eines Rotts weil
ſie fich gegenſeitig unterſtügen ſollen – nicht zu weit von
einander entfernen ; auch die Schußlinie anderer Rotten nicht
maskiren. In Gråben, hinter Hecken, Mauern u . ſ. w. ſtela
201

len ſie ſich neben einander . Der Mann im erſten Gliede hat
die Wahl des Planes für das Rott .
Die Entfernung der Rotten von einander hångt von der
Unzahl derſelben und von der Ausdehnung des zu beſebenden
Terrains ab ; in ganz offenem Terrain vertheilen ſie ſich mög= :
lichſt gleichförmig. Finden ſich in dem Terrain einzelne, zur
Dedung für mehrere Rotten paßliche Gegenſtande, während die
dazwiſchen liegenden Pråke ganz frei ſind, ſo dürfen die decken
den Gegenſtånde durch mehrere Rotten zugleich benußt werden,
vorausgeſellt, daß der Raum zwiſchen ihnen noch wirkſam be
ftrichen werden kann ; im entgegengeſetten Falle wird dieſer
durch einzelne ſich darin niederlegende Rotten beſegt. Bei ſtar
kem Nebel , in Tehr durchſchnittenem Terrain u . 1. w . dürfen
die Rotten ihre Nebenrotten nach der Direction nicht aus den
Augen verlieren .
Die Commandanten der zerſtreuten halben Pelotons tre :
ten ungefähr hinter die Mitte derſelben , der Commandant der
ganzen Schüßenkette gleichfalls hinter die Mitte dieſer, fåmmt
lich ſo weit zurück , daß ſie die genannten Abtheilungen über
Tehen können . (Eine Ausnahme leidet dieſe Regel nur in dem
$ . 181. Unmerkung 1. beſchriebenen Falle .)

b . Die Soutiens .

Eine Compagnie wird in der Regel nur ein Soutien


aufſtellen , indem eine Zerſplitterung der geſchloſſenen Abthei:
lungen vermieden werden muß. Wo möglich iſt ein Soutien
nie ſchwächer als ein Peloton , auch nicht ſchwacher, als die
zu ihm gehörige Schüßenkette zu machen, beſonders wenn ein
Erfaß aus den Reſerven nicht zu erwarten iſt. Betrågt indeß
die Uusdehnung der Schükenkette viel über 300 Schritte ſo.
muß ein zweites Soutien gebildet werden ; als Regel gilt dann ,
daß die Soutiens nicht über 300 Schritte von einander ent:
fernt ſein dürfen. Ihre Entfernung von der Schüßenkette
darf im offenen Terrain, falls nicht Cavallerie fie bedroht, gegen
200 Schrittex im durchſchnittenen , bei Nacht u. ſ.' w . nicht
über 100 Schritte betragen ; im lekteren Falle müſſen ſie die
Verbindung unter einander und mit der Schütenkette durch
abgeſchickte Leute unterhalten.
15 *
202

Die Soutiens find in den angegebenen Entfernungen


möglichſt hinter der Mitte ihrer Schüßenkette an ſolchen Prå
ben aufzuſtellen , wo ſie gegen das feindliche Feuer gebedt ſind,
und eine günſtige Aufſtellung zum Gefechte nehmen können .
Einzelne Håuſer, Gårten , Gråben , der Eingang zu Defileen,
vor denen ſich die Schüßenkette befindet, find in diefer Hinſicht
die zweckmäßigſten Terraintheile.
Die Soutiens verfahren nach den Vorſchriften der erſten
bis dritten Abtheilung und ſtehen nach Umſtänden entweder in
Linie oder Colonne ; der Commandant vor der Mitte. Es
Wird ihnen jede Erleichterung vergönnt , die mit der Ordnung
und mit den Gefechts - Verhåltniſſen irgend vereinbar ift. In
der Regel ſtehen ſie mit Abs -- Gewehr, und Ruht - Euch ;
auch dürfen ſie ſich niederlegen . Nur in den § . 166. für
den einzelnen Schüßen beſtimmten Fållen ſteden fie das Bas
jonnet auf.

c. Die Reſerve.
Eine Reſerye wird von einer Compagnie nur in höchft
feltenen Fällen abgeſondert werden können ; tritt ein ſolcher
Fall ein , ſo dient der §. 163. zur Vorſchrift.
Anmerkung. Sind Schüßen bei der Compagnie , ſo
ift hinſichtlich dieſer nach der Anmerkung des g. 193. zu ver :
fahren .

$ .' 170 .
uénn..
3 er ft c e ue
Signal : Zerſtreuen Ne 6. . '
Das Zerſtreuen geſchieht wo möglich außerhalb des Bea
reichs des 'feindlichen Feuers . Auf das Avertiſſement oder
Signal treten die Pelotons - Commandanten vor die Mitte ihrer
Pelotons. Der Capitain deutet mit kurzen Worten an , welche
Zúge fich - gerſtreuen und welche.Linie dieſelben als Schüßen:
Fette einnehmen ſollen ; er beſtimmt die ungefähre Entfernung
der Rotten von einander, dasjenige Rott, von welchem ab ger :
ſtreut werden ſoll und die Direction. Auf Marſch oder den
Stoß zerſtreut ſich der Zug im Schneltritte.
7
4
203

a. Auf der Stelle .


Das Rott, auf welches zerſtreut werden ſoll, bleibt ſtehen ,
die übrigen machen . Wendung und zerſtreuen ſich abwärts
von jenem , ohne die Schrittzahl oder den Tritt ångftlich zu
beachten,
Die Züge, welche geſchloſſen bleiben, werden nach Unweis ·
ſung des Capitains als Soutiens auf angemeſſene Plätze zurücks
geführt.
b. Im Vorgehen .
Das Rott, gyf, welches zerſtreut werden ſou, gebt in der
angewieſenen Richtung vor , jedoch etme nyr im Dublirtritte,
damit die übrigen Rotten folgen können . Dieſe zerſtreuen ſich
durch eine %8 Bendung abpårts von jenem , bis ſie ungefähr
die angegebene Diſtance gewonnen haben, gehen alsdann gerade
aus und ſuchen ſich zu alligniren . Iſt die einzunehmende
Linie erreicht, ſo åßt der Gapitain halten .
Die geſchloſſen gebliebenen Züge werden , falls fie auf der
innehabenden Stelle nicht ſchon zweckmåßig ſtehen , als Soutiens
nach paßlichen Plåpen geführt.
Anmerkung. Will man die Diſtancen zwiſchen den
aufgetoften Rotten vergrößern oder verkleinern, ſo geſchieht dies :
fes auf ein Zeichen mit der Pfeife und durch Winke .

$ . 171 .
Zuſammenzieb e n .
Signal: Zuſammenziehen N. 12.
Die Schüßenkette zieht ſich im Lauftritte nach dem Sou:
tien zuſammen . Die einzelnen Rotten jedes Pelotons folgen
ihrem Commandanten auf dem nåchſten Wege mit dem zwei
ten Gliede vorn und ſchließen nach und nach an. Die Pelos
tons - Commandanten führen ihre Pelotons um einen oder ge
theilt um beide Flügel des Soutiens, lafſen halten, die Front
herſtellen und rüden an ihre Plåße in der Compagnie ein.
Anmerkung 1: Sol ſich eine Schüßenkette nicht
nach dem Soutien , ſondern in der innehabenden Aufſtellungs
ſinie entweder auf dem linken oder rechten Flügel oder nach
der Mitte zuſammenziehen , ſo wird ſie dazu von dem Capitain,
ehe dieſer den Stoß geben låßt , avertirt.
204

Die Rotten machen die nöthige Wendung und ſchließen


im Lauftritte an. Der Capitain låßt alsdann die zuſammen :
gezogene Abtheilung zum Soutien zurücführen oder teateres
vorrúden .
Anmerkung 2. Eine durch Zufall oder abſichtlich
zum Zerſtreuen ganz aufgelöſte Compagnie rangirt ſich , auf das
Signal , an ihre durch den Capitain hinter der Mitte der
Schůzenkette zur rechts abmarſchirten Deployements - Colonne
aufgeſtellten Pelotonsführer, im Lauftritte.
Anmerkung 3. Bei jedem Zuſammenziehen rangiren
ſich die Leute mit geſchultertem Gewehre.

$. 172 .
Zuſammenziehen gegen Cavallerie.
Signale : 1 ) Zuſammenziehen No 12. und Zuſammenzie
hen gegen Cavallerie N 19 .
2 ) Zuſammenziehen gegen Cavallerie No 19 .
Gs bedeutet :
1) Daß das Compagnie - Duarree formirt werden ſoll . Es
kommt hier nicht darauf an , ob die Pelotons nach der
Reihefolge des Rechts- oder Links - Abmarſches aufgeſtellt
werden ; vielmehr formiren die Pelotons des Soutiens ſo :
fort Deprovements - Colonne und bilden die ſtehende , und
ſobald mehr als zwei Pelotons da ſind , auch ſucceſſive
die rechte , linke , und ſchließende Flanke , nach den Vors
ſchriften des §. 49. Sollte die Compagnie zwei Soutiens
gebildet haben, ſo ſind dieſe ſofort im Lauftritte etwa nach
der Mitte zu vereinigen, wenn noch Zeit dazu vorhanden iſt.
Die Schůzenkette verfährt, wie im § . 171., außer daß
der Pelotons - Commandant , hinter dem Flingel des Sou
tiens angekommen , ſein Peloton durch eine Wendung im
Marſche an das Quarree führt. Die Pelotons - Comman :
danten achten darauf , daß der Lauftritt nicht in wildes
Laufen ausarte, und daß die Mannſchaft ſobald wie mög
lich geſchloſſen ſei, damit das Peloton Widerſtand leiſten
könne , wenn es, unterweges von der Cavallerie eingeholt,
werden ſollte; zugleich müſſen die einzelnen Rotten ſofort
die Schußlinie des Soutiens frei machen . Sollte die
}
-
205

Schübenkette durch Verſtärkung ( §. 181. ) gemiſcht worden


ſein , ſo müſſen die Pelotons deſſen ungeachtet nach ihrem
Commandanten laufen .

2) Daß die Schüßenkette ſich nicht bei dem Soutien, ſondern


um die Pelotons - Commandanten vereinigen ſoll. Dieſes
wird angewandt , wenn man befürchtet, daß die ganze
Rette das Soutien nicht mehr erreichen kann , oder wenn
man den Cavallerie - Angriff für zu unbedeutend hålt , um
ſeine Poſition aufzugeben. Die Pelotons - Commandanten,
welche ſchon im Voraus, fich den paßlichen Ort in ihrer
Nåhe erſehen haben , laufen ſchnell dahin , indem ſie ein
Zeichen mit der Pfeife geben ; die Rotten verſammeln fich
raſch um ſie und umgeben ſie kreisförmig lo dicht wie
möglich,
Iſt die Schüßenkette nach § . 181. gemiſcht, ſo vereinis
gen ſich die Rotten um den ihnen zunächſt ſich befinden :
den Pelotons - Commandanten gleichviel ob ſie zu deffen
Peloton gehören oder nicht.
Diejenigen Rotten , welche keinen der Pelotons - Comman
danten mehr erreichen können , vereinigen ſich in möglichſt
großer Zahl ; ganz einzelne Notten werfen ſich nieder. Der
Pelotons - Commandant benugt die Augenblicke, wo dieſe
vereinzelten Rotten nicht bedroht werden, um ſie durch ein
Zeichen mit der Pfeife an ſich heran zu ziehen . Ein
gleiches geſchieht durch den Capitain in Rückſicht verein :
zelter Pelotons. Beabſichtigt er ferner das Compagnie
Quarree zu bilden , ſo laßt er das Signal zum Zuſam
menziehen N 12. geben . ,

Anmerkung 1. Bei der Aufſtellung der Compagnie,


der Pelotons oder einzelner Trupps zur Verteidigung gegen
Cavallerie muß wo möglich ein günſtiges Terrain, welches ein
oder mehrere Flanken deckt, gewählt werden .
Anmerkung 2. Die Schüßenkette, ſo wie die Sou :
tiens, die lekteren auf Commando ihrer Cominandanten, ſtecken
in N 1. und 2. ſofort das Bajonnet auf. Die erſtere Täuft
dann mit geſenktem Gewehre.
206

II. Bewegungen.

§ . 173 .
Cadenc é.

Signale : 1 ) Dublirtritt N 24 .
2 ) Schnelltritt N 25 .
3 ) Lauftritt No 26 .
Die Bewegungen der Schüßenkette geſchehen , außer wo
das Reglement es anders beſtimmt, im Dublirtritte ; jedoch
ohne daß eine genaue Beobachtung deſſelben oder gar ein
Iritthalten gefordert würde ; auch betrifft die Cadence mehr
die Bewegung der Schüßenkette als Ganzes , als daß die ein :
zelnen Leute ſie genau aufzunehmen håtten ; lo z. B. kann
im Gefechte eine Schügenkette langſam vorgehen oder retiriren
und der einzelne Schüße von Poſition zu Poſition laufen.
Etwas ähnliches findet bei den Soutiens Statt. Der
Regel nach folgen ſie der Schüßenkette in gleichmäßiger Inter
valle , indem ſie ſich im gleichen Verhåltniſſe zu ihrer urſprüng
lichen Aufſtellung hinter der Mitte oder den Flügeln zu erhal:
ten ſuchen ; doch wird dieſes beſonders im Gefechte nicht angſt
lich befolgt, ſondern der Commandant eines Soutiens beur :
theilt, ob er in einer guten Stellung långer oder kürzer ver:
weilen , ob er ungünſtiges Derrain raſch durchſchreiten , oder
ob er fich etwas mehr ſeitwärts aufſtellen muß u . f. 70. Den
Soutiens die in der Regel während der Bewegung das
Gewehr an die Seite ' nehmen wird beim Mariche jede
Erleichterung gegeben , welche mit der Ordnung vereinbar iſt,
indem man auf långere Stređen nach den Vorſchriften der
Marſchcolonne ( 7te Abtheilung) marſchiren låßt, das Spre
chen , Rauchen u . jedoch nicht erlaubt.
Durch die obigen Signale wird die Cadence der Bere:
gungen , worin die Schüßenfette ſich befindet , geſteigert oder
gemindert.
$ . 174 .
Direction.
Signale: 1 ) Direction N 20. 2 ) rechter Flügel N 22 .
3) linker Flügel Ni 23 , 4 ) Mitte N 21 .
Bei ben Bewegungen einer Compagnie iſt, wenn es
nicht anders befohlen wird , die Direction der Schüßenkette in
207

- der Mitte. Unter Umſtänden (z. B. wenn man innerhalb


eines Waldes långs dem Saume marſchiren will) wird einem
Flügel die Direction gegeben. Durch die obigen Signale fann
die Direction verändert werden .
Wåhrend der Bewegungen ſuchen die einzelnen Rotten
mit der Direction in gleicher Höhe zu bleiben und gleichen
Abſtand von ihr zu behalten , ohne jedoch die Vortheile des
Terrains deshalb zu ' vernachlåſſigen .
$. 175 .
2 van cire'n .
Signal: Avanciren Ni 7...
Im Gefechte richtet ſich die Schnelligkeit des Vorgehens
nach den Umſtånden , beſonders nach dem Verhalten des Fein :
des . In der Regel wird die Schüßenkette nach und nach
Terrain gewinnen , indem die einzelnen Leute jedes Rottes ab
wechſelnd eine kurze Strecke vorlaufen , wie ſich gerade Dedende
Gegenſtånde ihnen darbieten .
$ . 176 .
Retir i r e n.
Signal : Retiriren N 8 ,
Die Schüßen , beſonders aber die Zugs - Commandanten
müſſen ſich oft nach dem Feinde umſehen . Die Schnelligkeit
der Bewegung im Gefechte richtet ſich darnach , ob man be :
deutenden Widerſtand leiſten will, oder nicht. Im erſtern '.
Falle müſſen die einzelnen Leute mit Hartnådigkeit jeden de :
denden Gegenſtand vertheidigen und nur kurze Strecken zurück: t
laufen , um neue Deđungsgegenſtånde zu erreichen .
Im Retiriren iſt von den Officieren und Unterofficieren
mit Strenge darauf zu achten, daß der Rückzug ſich nicht
mehr beſchleunige , als man beabſichtigt. Der Lauftritt iſt auf
kurze Stređen nur da anzuwenden , wo man günſtiges Terrain
aufgeben und ungünſtiges überſchreiten muß.
§. 177.
3 ieb e n.
Signal : 1 ) Rechtsziehen Ni 9 .
2 ) Linksziehen Ne 10 .
1) Die Schützenkette macht (aus der Frontſtellung gerechnet )
205

eine Viertelwendung rechts ; alle Rotten folgen mit der


bisherigen Intervalle dem Teterotte , welches während des
Ziehens die Direction hat. Im Gefechte laufen die Rot:
ten von Poſition zu Poſition , ſo wie ihnen von der Jete
ab Raum dazu gegeben wird.
2) Die Schüßenkette macht eine Viertelwendung links , ſonſt ,
wie unter 1 .

Unmerkung. Beabſichtigt man , ſich ſchråg zu ziehen ,


ſo geſchieht dieſes auf :
Signal : 1 ) Rechtsziehen Nr 9. und Direction No 20 .
2 ) Linksziehen N 10. und Direction No 20 .
Die Rotten machen von der Stelle aus und beim Avan
ciren eine Uchtelwendung rechts oder links, und gehen por, in
dem die Direction nach dem Flügel fåut, wohin die Wendung
gemacht wurde.

Im Retiriren fallen die Rotten ebenfcus in den Schråg=


marſch , indem ſie ſich aus der Frontſtellung gerechnet ) ſchråg
rechts oder links rückwärts bewegen .

. 178 .
Sch wenť u nge n .
Signale : 1 ) Rechter Flügel N 22 .
( linker Flügel N 23. )
Avanciren Ne 7 .
2 ) Rechter Flügel. N. 22 .
( linker Flügel N 23. )
Retiriren Ne 8 .
3) Rechter Flügel Ns 22 .
( linker Flügel No 23. )
avanciren N 7. und
linker Flügel N 23 .
( rechter Flügel N. 22.)
retiriren Ne 8 .
Es bedeutet ( unter Berückſichtigung der Frontſtellung)
1) eine links ( rechts) Schwenkung,
2) eine links ( rechts ) rückwärts. Schwenkung,
3) eine Uchsſchwenkung der Schükenkette.
1
209

Während der Schwenkung wird von demjenigen Flügel


ab , welcher ' den Drehpunkt bildet (bei der Achsſchwenkung vom
Centrum ab) die Diſtance gehalten ; die Geſchwindigkeit richtet
fich nach dem ſchwenkenden Flügel , der ſich , wenn die Um
ſtånde es geſtatten , mindeſtens im Schnelltritte bewegt.

§ . 179 .
Salt.

Signal : Halt N 11 .
Die Schüßenkette hålt und macht die etwa nöthige Wen :
dung gegen den Feind. Diejenigen Rotten, welche in der Nähe,
vor oder rückwårts, eine vortheilhafte Aufſtellung finden , (Grå
ben, Baumſtåmme u. ſ.w.) gewinnen dieſe ſofort im Lauftritte.
Da , wo ſich keine Deckungsgegenſtånde finden , legt ſich die
Schůkenkette nieder.

$ . 180 .
2 6 1 ő fén.
Signal: Abråſen N 13 .
a. Im Halten .
Falls es nicht anders beſtimmt iſt, tåſen ſich vom Soutien
eben ſo viele Abtheilungen auf, als bereits in der Schüßenkette
ſtehen , und breiten ſich nach §. 170. b. wie beim Zerſtreuen
vorwärts aus. Die Rotten der neuen Schüßenkette löſen rott
weiſe diejenigen der alten ab , indem jedes ungefähr auf den
Praß eines vorſeienden Rottes zugeht. Die legten 20-30
Schritte werden im Lauftritte zurückgelegt. Der Commandant
der alten Schüßenkette giebt, ſobald die Abrðſung fich poſtirt
hat, ein Signal mit der Pfeife, worauf die Rotten im Lauf
tritte zurückgehen ; nach 20-30 Schritten fallen ſie in den
Schneltritt, ſchließen während des Marſches nach der Mitte an,
und begeben ſich auf dem kürzeſten Wege an ihren Play in
dem Soutien , oder bilden daſſelbe.

b. Im avanciren .
Die bisherige Schüßenkette hårt an einer paſſenden Stelle.
Die Ablöſung verfährt wie in a . , außer daß fie , ohne in der
210

alten Schußenkette ſich aufzuſtellen, im Avanciren bleibt. Die


Legtere hålt auf der Stelle , bis ſie die nöthige Diſtance hat,
oder das etwa vorhandene Soutien herankommt ; bann giebt 1
ihr Commandant ein Signal mit der Pfeife, worauf ſie ſich
im Lauftritt zuſammenzieht und ihren Platz im Soutien eins
nimmt oder daſſelbe bildet.
C. Im Retiriren.

Auf einem paſſenden Plaße zerſtreuen ſich die zum Abróſen


beſtimmten Züge ; die bisherige Schúßenkette bleibt im Retis
riren . Sobald lettere fich auf 20-30 Schritte der Ablöſung
genåbert hat , giebt der Commandant ein Zeichen mit der
Pfeife, worauf ſie im Lauftritte durch jene hindurcheilt und
ſich wie in a. verhårt. Wenn das Soutien formirt iſt und
hinreichenden Abſtand von der Schüßenkette bat , tåßt der Tas
pitain einen zweiten Stoß mit dem Horne geben , worauf let :
tere retirirt.

Anmerkung 1. Ift man im Halten und will ju


gleicher Zeit retiriren und ablóſen , ſo laßt man die Signale
Retiriren Ni 8. und Ablöſen M 13. geben ; auf den Stoß
zerſtreut ſich dann die Ablöſung, ein zweiter Stoß zeigt der
alten und ein dritter der neuen Schüßenkette an , daß fie re
tiriren ſoll.
Anmerkung 2 . Das Abröſen in a. und b . ift nur
in dringenden Fällen , f . B. wenn die Schütenkette anfängt
ſich zu verſchießen, und in einer paffenden Poſition vorzunehmen.
Das Ablöſen im Retiriren iſt dagegen bei vielen Gelegenheiten,
beſonders wenn das Terrain mehrere Aufſtellungen hintereinan:
der begünſtigt , vortheilhaft.
Iſt im Rüden ein Defilee zu paſſiren , ſo muß dieſes
ſofort vom Soutien beſekt werden . Die Schüßenkette iſt dann
auf das Defilee zeitig aufmerkſam zu machen , damit die Flügel
nicht abgeſchnitten werden . Dieſe múffen in angemeſſener Ent:
fernung in das Defilee laufen , und die Schußlinie der Ablås
fung frei machen. Die mittlern Rotten oder die Abtheilung,
welche auf das Defilee ſtoßt, bleiben in einer geeigneten Stel
lung halten , bis die Flügel geſichert ſind , worauf auch ſie
raſch in das Defilee laufen .
'
211

181
V e e ft ä r E e 11.

Signal : Verſtärken N : 14 .
.a . Im Halten .

Die Züge, welche die Schüßenfette verſtärken ſollen , jers


ftreuen fich im Vorgehen (§. 170. b. ) und die einzelnen Rot
ten vertheilen fich möglichſt gleichmäßig in der ganzen Schüßen
tette. Die legten 20-30 Schritte werden im Lauftritte zur
růdgelegt.
b. Im Avanciren.

Es wird wie in a . verfahren ; die Schüßenkette bleibt im


Uvanciren. Nachdem die verſtårkenden Züge die Schüßenkette
erreicht haben , nehmen ſie die Cadence derſelben an .
C. Im Retiriren .

Die verſtårkenden Züge zerſtreuen ſich auf der Stelle


(S. 170. a .) und ziehen ſich dann mit der retirirenden Schußen
Bette juråd .

Anmerkung 1. Durch die Verſtårkung werden ver


ſchiedene Zuge der Compagnie untereinander gemiſcht. Die
Commandanten der in der Schüsenkette befindlichen kleinſten
Züge vertheilen fich alsdann nach der Nummer ihrer Båge hin:
ter der Schüßentette. Wird z. B. das erſte Peloton durch das
2te verſtärkt, ſo ſind die Commandanten des 1ſten und 2ten
halben Pelotons hinter dem 1ften und 3ten , die des 3ten und
4ten hinter dem 2ten und 4ten halben Peloton aufgeſtellt.
Wil man die Vermiſchung der Züge vermeiden , ſo låßt
der Capitain die Diſtance ' der Rotten nach einem Flügel zu
vermindern , während er aus dem Soutien die nöthigen Züge
zerſtreuen und nach dem andern Flügel der Schüßenkette füh
ten läßt.

Unmerkung 2. Zum Verſtårken wird in der Regel


ein Peloton fecuentetteutumatben
Peloton gebildet, 'nur ein halbes - nachgefchickt; wenn irgend
thunlich, find dazu diejenigen Züge zu wählen, welche mit dem
bereits zerſtreuten zu derfelben '#btheilung gehören.
212

$. 182 .
V erminder 11 .

Signal : Vermindern N. 15 .
a. Im Halten .

Die zum Vermindern beſtimmten Züge verlaſſen auf ein


Signal ihrer Commandanten mit der Pfeife die Schüßenkette
und verfahren nach den in $ . 180. a . für die alte Schüßen:
Kette - gegebenen Beſtimmungen .

1 b. Im Uvanciren .
Die vermindernden Züge verfahren wie die alte Schüßen .
kette in $. 180. b.
C. Im Retiriren .
Wie in a .
Anmerkung. Wird das Signal zum Vermindern ge
geben und es ſind mehrere Pelotons aufgelöſt, ſo geht in der
Regel ein Peloton zurück ; iſt nur ein Peloton aufgelöſt, ſo
geht ein halbes Peloton zurück.
Die Lüden , welche durch das Bermindern entſtehen, müf
ſen die Zugs-Commandanten ſofort gleichmåßig ausfüllen laſſen,
falls man nicht beabſichtigt, die Långe der Schüßenkette über
haupt zu verringern.
War die Schüßenkette vor dem Vermindern verſtårkt wor:
den , dann iſt es in der Regel zweckmäßig, den Zug zurück zu
ſchicken , welcher am långſten in derſelben war.

III. Gebrauch der Waffen .

§ . 183 .
Schügenfeuer im Allgemeinen.
Signale : 1 ) Feuern N. 16 .
2 ) Aufhören des Feuers N. 17.

1) Das Signal zum Feuern iſt nur als eine Erlaubniß zum
Feuern anzuſehen , und es iſt von allen Zugs- Comman :
danten darauf zu halten , daß eine Verſchwendung der
Munition und ein Feuern ohne Ziel und auf zu große
Entfernungen nicht Statt finde. Ohne Befehl ( Signal )
darf Niemand in der Schüßenkette ' anfangen zu feuern ,
1
213

außer wenn der Feind ganz in der Nähe próblich erſcheint.


Finden ſich deckende Gegenſtånde, ſo wird wo -möglich nur
hinter ſolchen gefeuert. Der Mann im erſten Gliede feuert
zuerſt; dann aber wechſeln beide Leute in jedem Rotte ſo,
daß der eine nicht früher feuert, als bis der andere wieder
geladen hat.
Kein Unterofficier darf ohne ausdrücklichen Befehl Feuern,
außer wenn es ſeiner perſónlichen Vertheidigung gilt.
Ales. Feuern hört ſofort auf.
Anmerkung. Auf die Signale zum Zuſammen :
ziehen N 12. und zum Zuſammenziehen gegen Cavallerie
N. 19. hört das Feuer ebenfalls auf.

$. 184 .
Schügenfeuer im Salten .
Der Regel nach feuert jeder Schüße von dem Flecke aus,
wo er ſteht ; iſt ihm ſein Nebenmann hinderlich , ſo kann er
zum Feuern ein Paar Schritte vorgehen . Oft iſt ein Wechſel
der Plåge in den Rotten nůglich , z. B. wenn das ganze Rott
hinter einem Baume , einer Schießſcharte u . f. w . fteht.
dieſen und ihnlichen Fällen kann auch angeordnet werden, daß
nur der beſte Schüße feuert, die danebenſtehenden Leute aber
die Gewehre laden .

6. 185 .
Schügenfeuer während der Bewegung .
a. Im Avanciren .
A1 : Regel gilt , daß der Mann , welcher geladen hat,
dem Feinde zunächſt, und der Mann, welcher ladet, vom Feinde
abwårts ſich befindet. Wil der vordere Mann feuern , ſo
bleibt er ſtehen ; geſchah dieſes hinter einem deckenden Gegen :
ſtande , ſo ladet er auf der Stelle , ſonſt im Gehen. Der
Hintermann geht vorbei.
b. m Retiriren .
Der Mann, welcher geladen hat, iſt gleichfalls dem Feinde
zunächſt, er bleibt ſtehen und feuert ; dann geht er raſch zu
růck bei dem Hintermanne vorbei und ladet , entweder hinter
2einem dedenden Gegenſtande oder im Gehen .
214

C. Im Ziehen .
Die Rotten bewegen ſich auch im Feuern nach § . 177.
nur müſſen die Leute des iften Gliedes , wenn ſie durch ihr
Fortſchreiten die Schußlinie ihres Hintermannes maskiren wür :
den , ſtille. ſtehen , bis derſelbe abgefeuert hat.

$ . 186 .
Schüßenfeuer gegen Cavallerie.
Das formirte Compagnie - Quarree verfährt nach §. 49 .
Pelo tons, welche ſich kreisförmig in 2 Gliedern aufgeſtellt haben,
feuer n mit dem hinteren Sliebe nach Anordnung ihres Com
mandanten , aber ohne Commando , während das burdere das
Gewehr fållt und mit dem Feuer in Reſerve bleibt. Einzelne
Rotten , welche zuſammenlaufen und nicht umzingelt ſind, dre
hen fich rechts im Kreiſe und jeder Mann feuert , ſobald er
feinen Schuß zweckmåßig anbringen kann .
In allen dieſen Fållen iſt es nothwendig, nur auf wirt
fame Entfernungen zu feuern und ſtets geladene Gewehre zu
haben.

$ . 187 .
Angriff mit dem Bajonnete .
Signale : 1 ) Soutien No 5. Ungriff mit dem Bajonnete
Ne 18 .
2 ) Angriff mit dem Bajonnete N 18.
1 ) Das Soutien geht ſofort geſchloſſen vor , und ſteďt im
Marſche das Bajonnet auf. Der Capitain leitet es auf
den anzugreifenden Punkt, wo es ſich im Lauftritte
geſchloſſen und womöglich überraſchend auf den Feind
. ſtürzt. Nur wenn es wirkſam feuern kann , giebt es
das Einbruchsfeuer ; beffer iſt es , nicht zu feuern. Sft der
1 Feind geworfen , ſo wird das Soutien ſofort als Schüßen-,
kette aufgelöſt. Es feuert mit aufgeſtecktem Bajonnete ſo
lange , bis die Leute , bei wieder geregeltem Gefechte und
hinter deckenden Gegenſtånden , einzeln das Bajonnet ab:
fteden können .
Die bisherige Schüßenkette fekt das Feuer lebhaft fort,
ſo lange als das durch fie durchbrechende Soutien nicht in
-215

ihre Schußlinie geråth . Uisbann wird ſie wie beim 26 :


tófen im Avançiren §. 180. b . alf Soutien zuſammen
gezogen ; jedoch geſchieht dieſes nicht eher, als bis das bis
herige , Soutien fich aufgelöſt hat , indem beim Mißlingen
des Bajonnet- Angriffs die bisherige Schüßenkette den Růck
zug decken muß.
2) Die Schüßenkette ſtedt das Bajonnet auf, nimmt den
Lauftritt an und ſtürzt ſich in zerſtreuter Ordnung , ohne
zu feuern , auf die feindliche Poſition ; das Soutien folgt
zur Unterſtůşung nach . Gelingt der Ungriff, ſo ſuchen
die Rotten der Schükenkette fich möglichſt vortheilhaft zu
poſtiren und ſteden bas Bajonnet don felbft ab ; mißlingt
er aber, ſo muß das Soutien die Schüßenkette aufnehmen,
welches nach §. 180. c . durch Ablöſen im Retiriren geſchieht.
.
Anmerkung 1 . Der Ungriff mit dem Bajonnete
durch das Soutien wird beſonders dann angewandt, wenn ein
Defilee zu forciren iſt. Die Schükenkette ſucht, bevor das
Soutien heran ift , das Defilee zu umfaſſen .
Sekt der Feind ſich in einem langen Defilee mehrmals , ſo
kann der Bajonnet-Angriff wiederholt werden , 'indem die hinten
als Soutien zuſammengezogene Schůbenkette nun geſchloſſen.
vorgeht.
Der Bajonnet : Angriff mit der Schüßenkette in zerſtreuter
Drdnung wird dagegen bei einer ausgedehnten nur in der Front
zygånglichen Poſition , z. B. beim Saume nicht zu umgehender
Gebdlze , åußern Råndern von Dörfern u . f . w . vortheilhaft
anzuwenden ſein . Zweckmåßig iſt es die Schüßenkette unmittelbar
vor dem Ungriffe möglichſt zu verſtårken, den Ungriff aber dann
ſo raſch folgen zu laſſen , daß man den Feind erreicht, ehe er
hinreichende Berſtårkung hat erhalten können.
Anmerkung 2. Unter Umſtänden , beſonders wenn Re
ſerven ' nachrüden , kann es zwedmäßig ſein , die Schüßenkette
mit dem Soutien vorgehen zu laſſen , ſobald es jene erreicht hat.
Dieſes geſchieht auf die Signale N 5. und N2 7. Die Schüßen
kette hångt ſich an die Flügel des Soutiens in aufget/ ſter Ordə
nung und ftedt das Bajonnet auf. Wenn die Schüßen auf
geſchloſſene Trupps ſtoßen , laſſen die Zugs - Commandanten auf
16
1

- 216

ein Zeichen mit der Pfeife ſo viel Rotten wie möglich im Vors
gehen aneinander ſchließen .

Viertes Capitel.

Verhalten eines Bataillons * ) im zerſtreuten


Gefechte.

§. 188.
allgemeine Beſtimmungen .

Ein zum zerſtreuten Gefechte aufgeloftes Bataillon wird


durch Hornſignale geleitet. In den Compagnien dürfen außer
Wiederholung en §. 165. keine Hornſignale gegeben werden ; viel
meh iſt alle , was die Capitains beſonders zu befehlen haben ,
r s
durch die Stimme, durch ein Signal mit der Pfeife oder durch
Winke anzuordnen .
Die Ausdehnung, welche ein aufgelöſtes Bataillon einnimmt,
iſt zu groß , als daß der Commandeur im coupirten Terrain die
innern Verhältniſſe der Compagnien jederzeit überſehen könnte.
Er hat daher auf dieſe wenig oder gar nicht zu achten ; deſto
aufmerkſamer aber muß er auf die dieſſeitigen und feindlichen
Verhåltniſſe im ganzen Gefechtsgange ſein . Die Capitains haben
außer den innern Unordnungen in ihren Compagnien, nicht nur
die Signale des Commandeurs zu befolgen , ſondern auch auf
ihre Verantwortung ſelbſtſtåndig diejenigen abweichenden Bewe
gungen vornehmen zu laſſen , welche ſie nach dem Verlaufe des
ganzen Gefechts für nůklich , oder ganz unerläßlich halten. Sie
haben aber jede eigenmåchtige Handlung von Bedeutung ſofort
dem Commandeur anzuzeigen .

Anmerkung." Es iſt vortheilhaft, außer der Schüßenkette


und den Soutiens , noch 1 oder 2 Compagnien zur Reſerve ab:
zuſondern , ſelbſt wenn anderweitige geſchloſſene Reſerven zur
Hand ſein ſollten. Jene bleiben dann als nåchſte Reſerven
zur Verfügung des Bataillons - Commandeurs .

* ) zwei oder drei vereinigte Compagnien verfahren wie ein Batailon .


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$. 189.
3 e r t r.eu e n.
Der Commandeur weiſt den Capitains die einzunehmende
Linie der Schüßenkette und den Plak der Reſerven an , und
beſtimmt, welche Compagnien zu der erſteren nebſt den Soutiens
und welche zur Reſerve abgehen , zugleich auch welche Compagnie
die Direction haben foll. Sind die Aufſtellungs- Punkte der ein
zelnen Compagnien nicht durch Derrain - Theile zu bezeichnen , fo
giebt er die ungefåhre Entfernung nach Schrittzahl an.
Fede Compagnie bildet ihr eigenes Soutien. Sobald die
Compagnien ihre Pråße erreicht haben, bilden ſie die Schüvenkette
und die Soutiens und ſorgen für den Zuſammenhang mit den
benachbarten Compagnien. Der Commandeur kann indeß bez
ſtimmen, daß die Compagnien ſich vorlåufig geſchloſſen auf ihren
Soutiens - Plågen aufſtellen , bis das Signal Zerſtreuen N8 6 .
erfolgt. Auf dieſes geht von jeder Compagnie, wenn nicht etwas
anderes befohlen wurde, oder das Terrain andere Maßregeln
erforderlich macht,, I Peloton als Schůkenkette vor. In aus
gedehnten Linien , beſonders im coupirten Terrain , geſchieht die
Sicherung der Flanken nach §. 169.
Der Commandeur hålt ſich vorzüglich bei der Compagnie
auf, welcher er die Direction gegeben hat. Der Major und der
Adjudant find in ſeiner Nähe, um beſondere Auftråge des Com
mandeurs übernehmen zu können.
$. 190.
Zuſammenziehen.
Das Zuſammenziehen, ſowohl nach §. 171. als nach §. 172.
geſchieht auf die betreffenden Signale, Compagnienweiſe. Sou
das ganze Bataillon zuſammengezogen werden , ſo wird das
Signal Zuſammenziehen N 12. wiederholt. Es wird dann
das Bataillon bei ſeiner nåchſten Reſerve, oder wenn dieſe nicht
abgeſondert war , in der Intervalle der mittelſten Soutiens ver
einigt, falls nicht andere Befehle erfolgen .
6. 191 .
Bewegungen .
Die Bewegungen einer von mehreren Compagnien gebildeten
Schůkenkette geſchehen nach den Vorſchriften der $8. 173-179 .
16 *
218

Die Direction der ganzen Schüßentette wird, ſchon vor dem


Zerſtreuen , einer mittleren Compagnie , in ſeltenen Fällen einer
Flügel- Compagnie, gegeben. Durch die ... 174. vorgeſchriebenen,
oder die Signale Direction Ni 20. und 2te (3te u. f. w .) Com
pagnie Ng 4. kann die Direction verändert werden . In der
Compagnie, welche die Direction erhalten hat , beſtimmt der
Capitain nach Umſtånden , welches Rott fie haben ſoll. Bei
allen übrigen Compagnien fått ſie von felbft nach dem Flugel,
welcher der Directions Compagnie am nächſten ift.
Die Compagnien , welche die Direction nicht haben , ſuchen
fich mit der Directions - Compagnie ungefähr in gleicher Höhe
und im Zuſammenhange zu erhalten , ohne dabei die Vortheile
zu vernachläſſigen , welche ihnen das Terrain und Gelegenheit
Darbieten .
$. 192
Veränderungen der Schügenkette und Gebrauch der Waffen .
Das Ablóſen , Berſtårken und Vermindern kann zwar durch
die betreffenden Signale nach den Vorſchriften der $8. 180-182.
im Ganzen befohlen werden ; doch iſt dieſes mehr nach dem Bes
dürfniſſe in den einzelnen Compagnien anzuordnen.
Ein gleiches findet mit den Signalen zum Feuern , zum
Hufhören des Feuers und zum Angriffe mit dem Bajonnete Statt.

Fünftes Capitel.

Verhalten der bei den Bataillonen befindlichen


Schüßen -Abtheilungen.

$ . 193.
Bei dem einzelnen Bataillone.
a. Im Ullgemeinen.
In der 3ten Abtheilung iſt vorgeſchrieben , wie ſich die
Schüßen - Abtheilungen verhalten, ſo lange fie geſchloſſen bei dem
Bataillone ſind.
Der Commandeur befiehlt, (Signal Zerſtreuen N $ 6. )
wenn die Schüben des Bataillons in zerſtreute Orbnung ſich
auflöſen follen , fei es, um das Terrain vor dem Bataillon zu
dem
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14
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219

befeßen oder zu durchſuchen , feindliche Schúßen abzuhalten,


Avant- und Arriergarten zu bilden u . ſ. w. Eben ſo ertheilt
er durch das Signal Zuſammenziehen 18 12. den Befeht,
daß fie fich wieder hinter dem Bataillone geſchloſſen aufſtellen
ſollen.
Wenn der Schüßen - Officier nicht beſondere Inſtruction
erhält, löſen ſich die Schüßen auf der' bedrohten Seite ſo auf,
daß fie in einer Entfernung von etwa 100-150 Schritten
vom Bataillone dieſes ganz dedken, auch durch einige Rotten wo
möglich noch die Flanken fichern. In dieſer Form richtet ſich die
Schüßenkette nach den Bewegungen des Bataillons und nach
dem Verhalten des Feindes. Sie wird vom Schüßen - Officier
durch Horn : und Pfeifen - Signale und durch Winke geleitet.
Der Schüßen - Officier ſucht die Abſichten ſeines Commandeurs
zu errather und zu unterſtüßen und befolgt augenblicklich deſſen
Befehle ober Signale .
Die Schüßen ſind , wenn ſie nicht zu beſondern Zweden
verfandt werden , zu ſchwach , um ſich Soutiens zu bilden . Sie
werden der. Hegel nach råmmtlich aufgelöſt und das Bataillon 3

dient ihnen zum Soutien . Låßt der Commandeur die Schüben


aus beſondern Gründen ſich über 150 Schritte vom Bataillone
entfernen , fo kann es von Nugen Fein , Soutiens aus ihnen
bilden zu laſſen ober Pelotons oder Diviſionen aus dem Ba:
taillone als Soutiens nachzuſenden.
2
b. Im Berondern.

1 ) Bei - den Bewegungen des Bataillons in Linie decken die


Schüßen die ganze Front und die Flügel, und zwar wo
möglich in einer Entfernung, welche das Bataillon vor den
Kugeln ber feindlichen Schüben, einigermaßen fichert. Bez
abſichtigt der Commandeur zu chargiren , fo fåßt er die
Schüßen durch paffende Signale, f . B. beim Avanciren
durch Halten ( Signal N 11. ) fich dem Bataillone nähern
und ehe er bas Chargiren commandirt zuſammenziehen
(Signal No 12 ). Die Schügen machen dann ichnell die
Front frei, indem ſie um die Flügel laufen und erſt hinter )
dem Bataillone fich zuſammenziehen .
2) Bei den Bewegungen der Colonne werden die Schüßen vor
220

der Lete als Avantgarde oder hinter der Queue als Urrier
garde aufgeſtellt, falls nicht der Feind in der Flanke er:
wartet wird .
3) Bei den Formirungen der Linie aus der Colonne decken
fie dieſe Formirung.
4) Bei dem Pafſiren eines Defilees vorwårts ſuchen die
Schüßen ſich deſſelben zu bemeiſtern , oder es lo zu um :
faſſen , daß fie den geſchloſſenen oder zerſtreuten Angriff
des Bataillons unterſtüßen .
5) Bei dem Paſſiren eines Defilees im Rücken decken ſie die
vom Bataillone zu bildende Colonne auf die Mitte in
ihrem Rückzuge, indem ſie entweder auf den Flügeln der
felben , oder unter Umſtånden in, hinter oder auf den Seiten
des Defilees ſich aufſtellen .
6 ) Bei den Bewegungen des Quarrees verlaſſen ſie die Eden
(nicht aber die Lüden in der ſtehenden und ſchließenden
Flanke ) und umſchwärmen in einer Entfernung von 20
bis 30 Schritten das Quarree.
Unmerkung. . Stellt ſich das Bataillon nach §. 189.
zum zerſtreuten Gefechte auf, ſo werden die Schüßen nach dem
Ermeſſen des Commandeurs verwandt. Hat er über fie nicht
beſtimmt, ſo bleiben ſie bei der nächſten Reſerve oder , wenn
dieſe nicht abgeſondert wurde , in der Intervalle der mittelſten
Soutiens zur Dispoſition.

$. 194 .
Bei dem Regimente , der Brigade u. f. w .
Nur ausnahmsweiſe dürfen die Schügen - Abtheilungen
mehrerer Bataillone unter einem Commando als ein beſonderes
Schůben - Corps zuſammengezogen werden ; ſie werden vielmehr
bei jedem Bataillone gelaſſen und treten nur unter das Coms
mando eines dazu beſtimmten Stabs - Officiers oder Capitains,
wenn ſie, z . B. beim Avanciren einer Linie von mehreren Ba:
taillonen , eine“ zuſammenhängende Schüßenkette bilden ſollen .
Es treten dann für die Leitung der ganzen Schüßenkette die
Vorſchriften der $8 . 188-192 ein. Die von dem " comman:
direnden Stabs - Officier oder Capitain zu ertheilenden Horn
ſignale werden von den Schüßen jedes Bataillons nach Analogie
hen

中。

cle
221

des § . 165. wiederholt. Die Schüßen deden ihr eigenes Dus


taillon ; doch müſſen diejenigen der benachbarten Bataillone die
Dedung eines Bataillons, deſſen Schüßen zufällig abweſend
find , mit übernehmen .
Kommt ein Bataillon , welches Schüßen vor der Front
hat, in die Lage, einzeln chargiren zu müfſen , ſo werden dies
felben durch das mit der Trommel zu ertheilende Signal zu
ſammenziehen N 6. ( bei den Teichten Bataillonen durch das
Bataillons-Signal und das Signal Zuſammenziehen N 12. )
zurüdgerufen .
Anmerkung . Beim Wechſel der Treffen und bei Auf
ſtellung von Quarrees, kann es von Nuben ſein , die Schüßen
in den Intervallen aufzulöſen.
222

A n h au go

Vorſchriften über den Gebrauch einzelner Signale .

A. Der Horn - Signale.

No 1. Dieſes Signal wird gebraucht, um aus jedem Zuſtande


von Ruht Euch in den von Vor Euch über:
zugehen , ſo wie zur Bezeichnung einzelner in Voraus
befohlener Gegenſtånde des Dienſtes, z. B. bes Packens
und Ujuſtirens zu einem Marſche (in dieſem Falle ſtatt
des Generalmarſches ) u. P: w.
N 3. Das für jedes einzelne Regiment oder leichte Batailton ;
feſtgeſepte Bezeichnungs - Signal wird in die demſelben
gehörenden Reglements eingetragen. Ein Stoß bedeu :
tet insbeſondere das ifte, zwei Stoße das 2te Bataillon.
Das Signal wird, wo es ein Regiment oder Bataillon
beſonders bezeichnen ſoll, den übrigen Signalen vor:
ausgeſchickt.
N 4. Ein Stoß bedeutet die 1ſte ( 5te ) Compagnie , 2 Stoßę
die até (6te) ; 3 Stoße die 3te ( 7te) und 4 Stoße dię
4te (8te ) Compagnie.
Die Stoße werden , zur Unterſcheibung von denen
bei andern Signalen, in e gegeben .
M 28. Verirrte Detachements können fich dieſes Signals be:
dienen . Es wird ihnen mit Signal N 1 oder 3,
oder einem andern den Umſtånden nach paſſenden Sig:
nale geantwortet.
1
1


!
223

N 30. Es verſammeln fich auf das- 1ſte Signal zum Ausrüden


die Leute zur Formirung der Compagnien, auf das 2te
die Compagnien zur Formirung des Bataillons.
N8 31. Das Signal bezeichnet die Beendigung der Übungen
und Dienſtverrichtungen , ſo wie auch , daß nicht aus :
gerůđt werden ſoll.
N 34 Es bedeutet
i Stoß : Verſammeln der Feldwebel beim Adjudanten.
2 Stöße: . fåmmtlichen Unterofficiere.
3 2. Officiere.
4 Ubjudanten beim Brigade
Ujubanten.

M 36. Das mit I. bezeichnete Signal wird angewandt, wenn


an den Wachen Marſch geſchlagen werden ſoll. Das
Signal II. wird für einen General-Major 2 Mal, für
einen General - Lieutenant 3 Mal , für einen General
4 Mal wiederholt.

N - 38. Es bedeutet das Signal


ohne Stoß : den Empfang von Brob.
mit 1 • Fleiſch.
2 2 Stoßen - Branntewein .
3 · Waſſer.
4 · Holz.
5 Fourage.

B. Der Irommel - Signale.

N 10. Nach dem General -Marſche wird zum Verſammeln der


Leute in den Compagnien der legte Theil des Sig
nals 16. und zum Berſammeln der Compagnien im
Bataillone bas Signal 3. geſchlagen.
N 13. Es bedeutet :
1 Nachſchlag das Berſammeln der Feldwebel beim Ad
judanten.
224

2 Nachſchläge das Verſammeln ſåmmtlicher Unterofficiere.


3 Officiere.
4 der Udjudanten beim
Brigade-Adjudanten .
N 17. Das mit I, bezeichnete Signal wird angewandt, wenn
an den Wachen Marſch geſchlagen werden ſoll. Das
Signal II. gebührt einem General -Major , für einen
General-Lieutenant wird noch ein Lact, für einen Ges
neral werben noch 2 Sacte Wirbel mehr geſchlagen .

Ni 18. Durch die Zahl der Nachſchlage wird, wie beim Horn
Signale N 38. durch die Stoße, der zu empfangende
Gegenſtand angedeutet.

_1.

A.

SIGNALE für das HORN .

NO.1. Achtung (Beendigung der Waffenruhe; Vor Euch ?

CA

NO.2 . Ruht_Euch ( Auslöschen des Lichts in der


Caserne oder im Lage

NO3 . Benennung des Regiments nebst Stössen


zur Bezeichnung des Bataillons
( Benennung des leichten Bataillons .)

Nº:4.Stösse zur Bezeichnung der Compagnien

Nº.5 . Benennung des Sontiens, einer Avant oder


Arrier -Garde, eines sonstigen Detachements etc:

N ... 6. Zerstreuen .
. - 2.

N .. 7. Avanciren .

N .. 8. Retiriren .

NO.9 . Rechts Ziehen .

NO. 10. Links Ziehen .

N..11 . Halt .

NO.12 . Zusammen ziehen .


.
||

7
3.

NO:13. Ablösen der Schützenkette ( der Wache )

NO.14 . Verstärken der Schützenkette.


Versammeln zum Fatigue Dienste
)
3

NO. 15. Vermindern der Schützenkette .

NO. 16. Feuer .

ho

NO.17 . Aufhören mit Feuern .

NO.18 . Angriff mit dem Bajonnet ,


_ 4._

NO.19 . Zusammenziehen gegen Cavallerie .


.
( Allarm )

NO. 20. Direction ;.

NO 21 , Bezeichnung der Mitte .

NO. 22.Bezeichnung des rechten Flügels ..

NO. 23. Bezeichnung des linken Flügels .


3 3 3

go

NO.24 . Dublirtritt .
TAT
INT
5.

NO. 25. Schnelltritt .

NO 26.Lauftritt .

N. 27. Herstellt ( Anziehen der Chenillen )

NO.28 . Anfrage .

. affenruhe während des Manoeuvres


NO.29 W

C
6. _

NO. 30. Erstes Signal zum Ausrücken ..

NO. 30. Zweites Signalzum Ausrücken .

Nº. 31.Abdanken (Beendigung eines Manoeuvers

NO. 32. Reveille .

16

ima 2ma

7.— .

NO.33 . Zapfenstreich .

19

N0.34.Versammeln der Officiere u : Unterofficiere .

NO.35 . Versammeln der Hornisten .

NO36 . Honneurs an der Wache .

II .
3
_8 .

NO. 37. Empfang von Lebensmitteln

NO . 38. Versammeln zum Essen in der Menage .

自 里

9
|
9
B.

SIGNALE für die TROMMEL .

NO.1 . Achtung

N..2.Ruht Euch .

N ... 3. Ayanciren ,
tr

NO.4 .Retiriren .

YCH

NO.5.Halt .

982
P : f pf P
10 .

NO. 6. Zusammenziehn .

NO. 7. Feuer .

NO. 8. Aufhören mit Feuern .

N09 . Angriff mit dem Bajonnet .


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N. 10. Zum Ausrücken (General Marsch )

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NO. 11. Allarm 5min 5risani


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NO, 12.Reveille ,
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40 ) 析 析

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NO. 13. Versammeln der Officiere u : Unterofficiere .


NO.14 . Zapfenstreich .


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1 NO 15. Ablösen der Wachen .


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NO. 16. Vergadderung .

P.

PP

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-
16 :

No. 17. Honneurs an den Wachen .


I.

II.tr

N. 18. Empfang von Lebensmitteln .

NO.19 .Versammeln zum Essen in der Menage .


9
Sechste Abtheilung .

Par a de.
i e
1
!
227

Inhalts - Verzeichniß.

Seite
$. 195. augemeine. Beftimmungen 229
Erftes Capitel. Aufſtellung zur Parade.
§. 196. Aufſtellung einer Compagnie 230
. 197. Aufſtellung eines Bataillons 232
S. 198.: Aufſtellung eines Regiments, einer Brigade u. T. xo . 234
Zweites Capitel. Parademarſch.
§. 199. Parademarſch eines Bataillons 237
$. 200. Parabemarſch eines Regiments, einer Brigade u . 1.1 . 240
Drittes Capitel . Parade - Colonne. Abholen und
Begbringen der Fahnen.
$ . 201. Parade : Colonne . 243
$. 202. abholen und Wegbringen der Fahnen 244
229

$. 195 .
Allgemeine Beſtimmungen .

Die Aufſtellung zur Parade geſchieht zum Empfange Seiner


Majeſtät des Königs, und wird auf das Commando : Zur
Parade ! genommen. · Allerhöchſtdiefelben befehlen , ob die in
Parade aufgeſtellten Truppen im Parademarſche vorbei defiliren
Tollen .
. Erſcheinen Seine Majeſtåt nicht, ſo erfolgt die Aufſtellung
zur Parade und der Parademarſch vor dem anweſenden höchſten
Officier im Namen Seiner Majeſtåt, und wird daher beides
ganz ſo ausgeführt, als wären Allerhöchſtbieſelben anweſend. *)
So lange der Muſterherr die Front paſſirt, oder ſobald
die einzelnen Abtheilungen vorbei defiliren , müſſen Officiere und
Mannſchaft den Blick nach demſelben richten und ihm mit den
Augen folgen,
Während der Aufſtellung zur Parade , und im Parade
marſche übernimmt jeder Bataillons-, Regiments - , Brigade
Commandeur u. . w. das Commando ſeiner Abtheilung , ſo
bald fich von der nächſten Unterabtheilung mehr als eine in
der Parade befindet ; z. B. der Bataillons -Commandeur úber:
nimmt das Commando ,, wenn 2 oder mehrere Compagnien
feines Bataillons in der Parade find. Die höheren Officiere
vom Bataillons-Commandeur aufwårts, welche nur kleinere Ab
theilungen in der Parade haben , deren Commando ſie nach
obigen Beſtimmungen nicht übernehmen , treten in der Auf
ſtellung zur Parade, mit ihren Ubjudanten links hinter fichi
auf den rechten Flügel ihrer Abtheilungen, rechts von der Muſik,
in die linie des 1ſten Oliebes der Parade: Sie ſowohl, als

*) Im weitern Verfolge dieſer Abtheilung des Exercier-Reglements wird,


der Abkürzung wegen , für den das Salut annehmenden Officier der
Ausdruck ,,Muſterherr“ gebraucht werden ,
230

ihre Adjudanten , ſalutiren mit der Hand , wenn der Muſterherr


vom rechten Flügel kommend vorbei paffirt, und verhalten fich
dann, wie für die höheren Officiere in der Brigade vorgeſchrie
ben ift. Paffirt der Muſterherr vom linken Flügel die Front,
ſo begeben ſie ſich zeitig nach dem linken Flügel ihrer Truppen ,
wo ſie ſich wie auf dem rechten verhalten . Im Parademarfche
marſchiren oder reiten dieſe höheren Officiere ohne ihre Adjus
danten , welche austreten , einen Schritt rechts von der Parabe:
linie , und zwar nach ihrer anciennetåt mit einigen Schritten
Intervalle hintereinander her, fo daß der åttefte mit den Sama
bouren oder Horniften der vorberſten Abtheilung , welche unter
ſeinem Commando fteht, allignirt ift. Sie falutiren , indem
ſie die rechte Hand an ben şuth legen . Einige Schritte vor
dem Muſterherrn biegen ſie rechts heraus , reiten hinter dem :
ſelben herum unb ftellen fich rechts von ihm auf, der åttefte
ihm zunächſt
Bon den Abjudanten treten diejenigen in der Parade ein ,
beren Commandeure das Commando führen . Nur die Batail
lons - Adjudanten ziehen den Degen.
Die Linien - Infanterie ſtedt in allen Fällen , welche in
dieſer Abtheilung angegeben ſind , das Bajonnet auf ; die leichte
dagegen nicht.
Sollen die Truppen nach der Parade fich zum Gefechte
orbinen , To geſchieht dieſes auf das Commando: Zum Ges

fecht!

Erftes Capitel.

Aufſtellung zur sparade.

f. 196 .
Aufſtellung einer Compagnie.

Die Compagnie iſt nach S. 46. in Linie aufgeſtellt. Mit


dem zweiten Gliede allignirt ſtehen die Spielleute 2 Schritte
vom rechten Flügel ; einen Schritt von dieſen die Zimmerleute
und 2 Schritte weiter die Schüßen , ihr Commandant auf ihrem
rechten Flügel ; die beiden erſtern find in einem , bie Schüßen
}

} 231

in 2 Gliedern . Der Capitain ſteht fechs Schritte vor der


Mitte der Compagnie, mit der Front , wie dieſe.
Sobald ſich der Inſpecteur (der Bataillons-, Regiments :
Commandeur u . f. w. ) der Compagnie auf 20 Schritte nåbert,
macht der Capitain Kehrt , låßt pråſentiren , macht wieder
Front , falutirt und ſtattet. Rapport ab .' Die Schüben prå
ſentiren mit der Compagnie . Die Officiere falutiren beim
Pråſenitiren .
Wåhrend der Inſpicirende an der Front herunter geht,
begleitet ihn der Capitain auf der åußern Seite. Geſchieht es
vom linken nach dem rechten Flügel, ſo commandirt der Ca
pitain ſofort:
Uugen links !
Sobald die Front und etwa auch die Rückſeite der Com
pagnie von dem Inſpicirenden pafſirt iſt, eilt der Capitain vor
die Mitte der Compagnie und låßt ſchultern.
Anmerkung. Sollen bei einer Special- Inſpection die
Slieder geöffnet werden , fo commandirt der
Capitain : 1) Hinteres Glied Kehrt Euch !
2) Ucht Schritt Dublirtritt - Marfch !
Front!
3) Officiere, Unterofficiere und Spiel :
leute vor die Front !
4 ) Eingetreten! Hinteres Glied
ſchließt Euch Marſch !
1) Die Diviſionsführer und der Officier oder Unterofficier am
linken Flügel machen Kehrt , ' nehmen für das 2te Glied
die Diſtance von 8 Schritten und machen die Wendung
nach dem rechten Flüger. Der Feldwebel richtet ſie ſchnell
ein . Der Schüßen - Unterofficier iſt ebenfalls zurückgetreten
und hat ſich , ,mit der Wendung nach jenen , eingerichtet.
Das Reſerveglied, macht mit dem 2ten Gliede Kehrt.
2) Die zurückgetretenen Unterofficiere machen Front. Das
2te Glied wird in der neuen Linie von den Diviſions:
führern, und das Reſerveglied, welches wieder Front gemacht
hat, durch den Feldwebel eingerichtet.
17
232

3) Die Officiere rangiren fich nach ihrer Anciennetåt 8 Schritte


vor dem rechten Flügel der Compagnie ; 2 Schritte hinter
dieſen die Unterofficiere, Cadetten und Corporale (auch die
etwa ins Glied geſtellten ); 2 Schritte hinter ihnen die
Spielleute, der Pfeifer am rechten Flügel. Der Capitain
begleitet den Inſpecteur bei der Beſichtigung an der åußern
Seite .
4 ) Die vorgetretenen Officiere u . f. w. , machen auf Marſch !
Kehrt und gehen auf dem kürzeſten Wege nach ihrem Plake .
Das 2te Glied ſchließt im Dublirtritte auf.
1
§ . 197 .
Aufſtellung eines Bataillons.

a. In Linie.

Das Bataillon iſt nach S. 53. in Linie aufgeſtellt. Die


Muſik und Spielleute, obne Intervalle zwiſchen einander, regtere
rechts der Muſik, ſtehen in 2 Gliedern 6 Schritte ſeitwärts
des rechten Flügels des Bataillons, mit dem 2ten Gliede der:
ſelben allignirt ; der Bataillons - Tambour auf ihrem rechten
Flügel. Der Commandeur hålt 30 Schritte vor der Mitte des
Bataillons ; der Major am rechten Flügel, ſo weit links der
Muſik und zurück , daß der Commandeur, welcher nach dem
Pråſentiren dort ſeinen Plak einnimmt, mit der Frontlinie des
Bataillons gerichtet iſt , der Major aber 2 Schritte links von
ihm und 1/2 Pferbestånge zurü & hårt. Der Adjudant hålt auf
gleiche Weiſe links rückwärts des Majors , oder wenn dieſer
nicht anweſend iſt, an deſſen Stelle.
Sobald der Muſterherr ſich dem Bataillone nähert, wen
det der Commandeur ſein Pferb herum und commandirt :
Achtung! Pr & fentirt's Gewehr !
(Lugen links ! )
macht dann wieder Front, ſalutirt und reitet ſchnell, um Rap
port zu geben , nach dem Flügel, nach welchem ber Muſterherë
fich begiebt. Hier ſtellt der Commandeur fich , wie oben bes
ſchrieben iſt , auf.
Der Fáhnenträger und ſåmmtliche Officiere ſalutiren wah
rend der Griffe zum Pråſentiren . Auf Udytung! ift der Bataillonsa
A

!
233

Tambour mit Linksum vorgetreten und es beginnt die Muſit


auf ſeinen Wink, mit dem leßten Tempo des Präſentirens, das
» Heil unſerm König Heil « (God save the King ); deſſen
erſter Theil , während die Damboure Marſch ſchlagen , durch
geſpielt wird. Nach dem erſten Theile und ſobald der Muſter
herr fich einem Flügel des Bataillons nåbert, fpielt die Muſik
den. Regimentsmarſch , bis derſelbe die Front und die Rückſeite
des Bataillons paſſirt hat. Die Tamboure ſchlagen gleichzeitig
Marſch. Wenn ſie einen Marſch durchgeſchlagen haben , machen
ſie eine Pauſe von 2 Schritten , bevor ſie einen neuen anfangen.
Der Commandeur begleitet den Mufterherrn vor und hinter
der Front, indem er auf der åußern Seite um halbe Pferdes:
långe zurück bleibt.
Anmerkung. Soll das hintere Glied geöffnet werden,
To commanbirt ber
Commandeur : 1 ) Hinteres Glied Kehrt Euch !
8 Schritte Dublirtritt - Marſd !
Front !
2 ) Hinteres ' Glied ſchließt Euth
Marfch!
Das Verfahren dabei iſt wie §. 196. für eine Compagnie
vorgeſchrieben worden , nur daß hier der Major, oder in deſſen
Ubweſenheit der Adjudant, die Diviſionsführer und den linken
Flügel - Officier einrichtet. Zugleich mit den Diviſionsführern
geht die Muſik zurück und richtet ſich mit ihnen ein.

b. In Colonne (zur Inſpection).

il ber Inſpecteur ( Regiments-, Brigade- Commandeur ?c. )


das Bataillon in Colonne Fehen , ſo wird daſſelbe in rechts ab
marſchirter Colonne von Compagnien , mit ganzer oder halber
Diſtance aufgeſtellt.
Die Rangirung des Bataillons wird aufgelöſt und alles,
was in den Etat ber Compagnien gebórt, geht nach dieſen und
wird hier nach §. 196. rangirt. Der Mittel- und Unterſtab (mit
Ausnahme des Adjudanten ) rangiren fich 20 Schritte vor der
Pete- Compagnie nach der Anciennetåt, und zwar die Officiere
porn 2 Schritte hinter ihnen die Unterofficiere, zu welchen auch
17 *
231

der Fahnenträger mit der Fahne auf den rechten Flügel tritt ;
2 Schritte hinter dieſen die zum Stabe gehörige Muſik.
1 Der Cominandeur fteht 6 Schritte vor dem Capitain der

Tete- Compagnie; der Major und der Adjudant ſchräg links


hinter ihm.
Der Inſpecteur wird mit geſchultertem Gewehre ſempfangen .

$. 198.
Aufſtellung eines Regiments , einer Brigade u . f. w.
a. In linie.

Das Regiment oder die Brigade iſt nach $. 125. in Linie


aufgeſtellt.
Die Muſik eines jeden Regiments ſteht am rechten Flügel
deſſelben , die Spielleute des erſten Bataillons in jedem Regi
mente rechts neben der Muſik ohne Intervalle zwiſchen einander.
Die übrigen Bataillone haben ihre Spielleute rechts in der In
tervalle. Sie ſind fåmmtlich wie im §. 197. rangirt und ein
gerichtet.
Der Brigadier hårt 70 , der Regiments - Commandeur 50,
und jeder Bataillons - Commandeur 30 Schritte vor der Mitte
ihrer Abtheilungen. Die beiden erſtern haben ihre Adjudanten
auf halbe Pferdeslånge links hinter ſich.
Nåbert fich der Muſterherr dem Regimente oder der Bri
gade , ſo ertheilt der Commandirende das . Avertiſſement : Pråa
fentirt !
In der Brigade wird dieſes von den Regiments - Comman
deuren ſofort wiederholt , worauf jeder Bataillons - Commandeur
pråſentiren fåßt. Såmmtliche commandirende Officiere wenden
ihre Pferde und falutiren , ſo wie auch die Adjudanten vor der
Front
Sobald das » Heil unſerm König Heil « beendigt iſt, låßt jeder
Bataillons- Commandeur, mit Ausnahme desjenigen , an welchen
der Muſterherr zuerſt heranreitet, das Gewehr Ichultern und ſen :
ken , und erſt wieder präſentiren, wenn derſelbe in der Sdhe der
Fahne des nebenſtehenden Bataillons fich befindet.
Die commandirenden Officiere eilen , fobald ſie die obigen
Commandos gegeben haben, nach dem Flügel ihrer Abtheilungen,
i
235

welchem der Muſterherr fich nåhert , um dort Rapport abzu


ftatten . Sie ſtellen ſich hier auf , und zwar die Bataillons:
Commandeure, wie es für ſie im §. 197. vorgeſchrieben iſt; die
übrigen aber rechts der Spielleute der Art , daß die Regiments
Commandeure denſelben zunächſt, die höhern Officiere ihrer An
ciennetåt nach , und durch einige Schritte getrennt , mit ihren
Udjudanten hinter ſich , rechts daneben halten.
Die höhern Officiere, vom Regiments - Commandeur aufwärts,
begleiten den Muſterherrn beim Paſſiren der Truppen , ſowohl
vor als hinter der Front , jedoch nur ſo weit ihre Abteilunger :
reichen , indem ſie nach ihrer Anciennetåt auf der außern Seite
des Muſterherrn , um halbe Pferdestånge zurück , reiten .
Die. Commandeure ſelbſtſtändiger Bataillone verhalten ſich
bei allen Gelegenheiten wie die der Regimenter.
Bei der Parade - Aufſtellung eines einzelnen Regiments be
gleiten auch die Bataillons - Commandeure den Muſterherrn , ſo
weit ihre Abtheilung reicht , vor und hinter der Front; bei gró
Beren Truppen - Abtheilungen bleiben ſie am Flügel halten.
Die Adjudanten der Brigadiere und Regiments - Comman :
deure folgen ihnen .
Seder Bataillons - Commandeur reitet, ſobald der Muſterherr
die Front ſeines Bataillons paſſirt hat , vor die Mitte , låßt.
ſchultern und ſenken. Nähert ſich derfelbe auf der Rückfeite per
Linie wieder dem Bataillone , ſo tåßt der Bataillons - Comman :
deur ſchultern und eilt ſofort nach dem Flügel, welchem · der
Muſterherr. fich nåbert, indem er , wenn dies der linke iſt,
Augen - links ! commandirt.
Såmmtliche Muſikchöre blaſen beim erſten Präſentiren den
erſten Theil des »Heil unſerm König Heil« , beim zweiten Pra
ſentiren den Regiments-Marſch, welchen ſie beendigen; wenn der
Muſterherr die Front des Regiments paffirt bat. Reitet derſelbe
hinter der Front her, ſo beginnen ſie wieder mit dem Regiments:
Marſche und verfahren wie oben.
Die Lamboure ſchlagen in beiden Fällen , wie ſolches für
ein einzelnes Bataillon ſ. 197. beſtimmt iſt.
Anmerkung. Bei der Aufſtellung in mehreren Linien
iſt das Verhalten in einer jeden wie oben . Das erſte Prá :
236

ſentiren wird in der Regel gleichzeitig von allen Linien ge


fchehen .

b. In Colonnenlinie.

Großere Truppenmaſſen werden in der Regel in Colonnen :


linie zur Parade aufgeſtellt.
1 ) In Bataillons- Colonnen von Diviſionen oder Com
pagnien.
Die Art der Formation dieſer Colonnenlinie, in welcher die
Bataillone bei der Parade immer rechts abmarſchirt fein müſſen ,
iſt $. 125. beſchrieben , und treten hier nur die Veränderungen
ein , daß die Diviſions - (Compagnie:) Commandanten an den
rechten Flügel und ihre Zugsführer hinter das rechte Flügelrott
)
ihres Zuges ins Reſerveglied treten . In den linken Flügel eines
jeden Zuges kommt ein Unterofficier zu ſtehen. Der Fahnen
tråger tritt einen Schritt rechts ſeitwärts des Commandanten der
5ten Diviſion.
Die Intervalle zwiſchen den Bataittonen iſt der in der Auf:
ſtellung in Linie §. 125. gleich. Die Muſik und Spielleute
ſtehen in dieſen Intervallen , wie unter a. beſtimmt iſt. Die
Brigadiere und höhern Officiere halten mit ihren Adjudanten
vor der Front. ( Bei einem alleinſtehenden Regimente iſt der
Commandeur deſſelben mit dem Adjudanten daſelbſt.) Adle úbri
gen , Commandeure und Adjudanten befinden ſich auf dem rechten
Flügel ihrer Abtheilungen . (8. 195.)

2) In Bataillons - Colonnen auf die Mitte.


In dieſer Golonnenlinie werden die Bataillone, in Colonnen
auf die Mitte, eben ſo neben einander geſtellt, als oben die ein
-fachen Colonnen . Hinſichtlich des Plages der berittenen Officiere,
der Muſik und Spielleute iſt ſie der obigen gleich. Die Fahnen
tråger bleiben in der Mitte zwiſchen der 4ten und 5ten Diviſion
ſtehen. Zugs- Commandanten und Führer verhalten ſich , wie
$. 89. beſtimmt iſt.
Steht ein Regiment oder eine Brigade; nach der Form 1)
ober 2) , allein in Colonnenlinie in Parade, ſo giebt der Regi :
ments - (Brigade:) Commandeur das
237

Commando : Regiment ( Brigade ), Uchtung !


Práfentirt's Gewehr !
für das ganze Regiment, für die ganze Brigade. Stehen mehrere
Brigaden in Colonnenlinie in Parade, fo avertirt der höchft:
commandirenbe Officier das Pråſentiren , und die Brigadiere
ertheilen das Ausführungs- Commando. Feder Regiment8- (Bri
gade-) Commandeur låßt, wie der Bataillons - Commandeur in
der Linie (in a.) , ſchultern und zum zweiten Male präſentiren.
Hinſichtlich der Begleitung des Muſterherrn verhalten ficky die
håbern Dfficiere, welche das Präſentiren commandirt haben , wie
in a . für die Brigadiere und Regiments- Commandeure beſtimmt
iſt. Auch die Muſik verfährt wie in a.

Zweites Capitel.

Pa r a dema rr.ch.

$. 199.
parademarfo eines Bataillons.

Der Muſterherr wird befehlen, wo das Bataillon , welches


in Linie aufgeſtellt war, vorbeidefiliren ſoll. Die Paradelinier
an welcher dieſes geſchieht , wird durch 2 berittene Officiere aus
dem Stabe des Mufterherrn bezeichnet , welche ſich 40-60-80
Schritte auf beiden Seiten deſſelben aufſtellen . Es können auch
in einzelnen Fällen , z. B. bei Inſpectionen kleiner Abtheilungen ,
Unterofficiere als Punkte aufgeſtellt werden . Dieſe Punkte treten
ſo an die Parabelinie, wie dieſes im §. 52., zur Bezeichnụng des
Endpunkteß einer Schwenkung , für den Adjudanten , oder einen
Mann zu Fuß beſtimmt worden iſt.

a. Parademarſch in rechts abmarſcirter offener


Golonne von Diviſionen.
Das Bataillon ſteht in Linie.
Commandeur : 1 ) Parademarích ! Bataillon mit
Diviſionen rechts ich wenkt
Marích ! Salt !
2 ) Dublirtritt Marſch !
238

1 ) Das Bataillon ſchwenkt mit Diviſionen ab. Der Fahnen


tråger tritt i Schritt rechts ſeitwärts des Führers der 5ten
Diviſion . An den linken Flügel jedes Zuges tritt ein
Unterofficier. Die Spielleute rangiren fich 30 Schritte
vor dem erſten Zuge ; die Muſik in 2. Gliedern 2 Schritte
hinter jenen ; der Bataillons- Tambour 2 Schritte vor
den Spielleuten . Die Schüben , mit dem Horniſten an
ihrem linken Flügel , verhalten ſich, als bildeten fie eine 9te
Diviſion. Die Zimmerleute gehen hinter die Mitte der
Schüßen, 2 Schritte von deren Reſervegliede und bleiben auch
während des Parademarſches in dieſer Entfernung. Der
Plan des Commandeurs iſt 5 Schritte hinter der Muſik.
Der Major und der Adjudant reiten in denſelben Entfer:
nungen links neben ihm , wie ſie ſich in der Paradeaufſtel
lung auf dem rechten Flügel, befinden .
2) Der Commandeur låßt antreten und führt ſein Bataillon
auf dem kürzeſten Wege mit dem rechten Flügel der Züge ſo
an die Parabelinie, daß er an einem dort aufgeſtellten Un
fangspunkte, welcher mit den beiden Hauptpunkten allignirt
iſt, geſchloſſene Edlonne auf den Tetezug formiren laſſen
kann. Der Commandeur wird daher der Regel nach ſchon
auf Tiefe der geſchloſſenen Colonne vor dem gedachten Punkte
die Paradelinie erreichen müſſen.
Dås Bataillon marſchirt in offener Colonne ab. Die
Tamboure fangen an zu ſchlagen , ſobald der Tetezug antritt.
Beim nåchſten links des Muſterherrn aufgeſtellten Haupt:
punkte beginnt die Muſik. Auf etwa 20 Schritte vom Muz
ſterherrn macht die Muſik, auf einen Wink des Bataillons:
Jambours, links um , ſchwenkt außerhalb der Colonne rechts
in Rotten und ſtellt ſich dem Muſterherrn gerade gegenüber
uf . Die Spielleute bleiben vor der Lete und defiliren vor:
bei. Nur die Stabsofficiere falutiren , und zwar auf 6 Schritte
von dem Muſterherrn . Nachdem der Commandeur eben fo
viel Schritte paſſirt iſt, reitet er mit geſenktem Degen her:
aus uno ſtellt ſich rechts ſeitwårts , um 1/2 Pferdeslånge zu :
růck , neben den Muſterherrn , den Degen geſenkt behaltend.
Der Major bleibt vor dem Båtaillone ; er ſchultert den Degen ,
+
239

wenn er 10 Schritte paſſirt iſt. Der Adjudant reitet zugleich


mit dem Commandeur, jedoch links, ab und pracirt ſich rechts
neben der Muſik.
Die Zugsführer marſchiren dicht an den aufgeſtellten
Punkten vorbei. Der Fahnenträger tritt, ſobald er an einen
Punkt kommt, hinter den Zugsführer, bis er wieder Plak hat.
Iſt der lekte Zug des Bataillons vorbei defilirt, To růdt
die Muſik einige Schritte vorwärts und ſchwenkt dann links,
worauf ſie dem lekten Zuge folgt. Der Adjudant bleibt an
dem rechten Flügel- der Muſik. Dieſe hört auf zu ſpielen ,
wenn ſie dem Muſterherrn ganz vorbei iſt; fie eilt dann ge
ſchloſſen vor die Jete des Bataillons, der Adjudant zum
Commandeur. Wenn die Lete etwa 100 Schritte vorbei
defilirt iſt, låßt der Commandeur, oder für ihn der Major,
das Bataillon durch die nöthigen Directions- Verånderungen
ungefähr wieder auf die urſprüngliche Linie marſchiren , wo
der Commandeur dann den erhaltenen Befehlen gemäß weiter
verfährt.
Anmerkung. Soll das Bataillon in geſchloſſener Colonne
den Parademarſch ausführen , fo geſchieht dieſes auf die oben
beſchriebene Weiſe; jedoch ſind die Diviſions- Commandanten auf
- ihrem rechten Flügel, die Führer daſelbſt im Reſervegliede.

b. Parademarſch in rechts abmarſchir ter Colonne“


von Compagnien.
Dieſer Parademarſch wird wie der in a., jedoch in der Re:
gel mit halber Diſtance ausgeführt. Die Compagnie- Comman:
danten marſchiren 4 Schritte vor der Mitte ihrer Compagnie.
Un den linken Flügel jeder Compagnie tritt ein Unterofficier.

c. Parademarfch in Coronne auf die Mitte.

Die Colonne auf die Mitte wird ebenfalls mit dem rechten
Flügel an die Paradelinie angelehnt. Während des Parade:
marſches fáut, die Richtung nach dem rechten Flügel. Die
Schüßen folgen , als ein beſonderer Zug , auf 44. Diſtance der
Iſten Diviſion. Die Jimmerleute marſchiren auf gleicher Höhe .
mit ihnen hinter der Sten Diviſion .
240 /

§. 200.
Par ade mar ſch eine s Reg ime nts , einer Brigade u . f. w.

a . In offenen Bataillons - Colonnen von Diviſione n .

Der Commandirenbe giebt das Avertiſſement: Parades


marſch ! worauf die Regimenter , Brigaden u. f. w. , - ſofort,
nachdem fie abgeſchwenkt haben , Bataillonsweiſe geſchloſſene
Colonne formiren , und ſich in ſolcher (bas Tete - Bataillon an
dem zu bezeichnenden Anfangspunkte) an der Paradelinie auf:
ftellen , um demnáchſt in offener Colonne abzumarfchiren.
Bevor der commandirenbe Dfficier von hier aus befiehlt
anzutreten , rangiren fich alle unmittelbaren Vorgefegten des
Commandeurs des Sete- Bataillons vor deſfen Spielleuten , und
zwar nach der Anciennetåt in angemeſſenen Entfernungen hinter
einander ; der commandirende Officier ganz vorn . Die Officiere
ihres Stabes find reſpective einige Schritte ſchråg links hinter
ihnen. Unmittelbar hinter den Spielleuten des Iſten Bataillons,
welche in 2 Gliedern rangirt ſind, marſchirt das Mufikcorps des
Regiments , in der $. 199. angegebenen Entfernung vom Bas
taillone. Der åtteite Bataillons - Tambour tritt 2 Schritte vor
die Spielleute , der andere anthren rechten Flügek.
Die Colonne marſchirt ſucceſſive ab , und zwar mit Inter:
yallen
zwiſchen den Bataillonen von 40 Schritten
Regimentern 60
Brigaden : 80
• Diviſionen 100
· Corps 120

In dieſen Intervallen rangiren fich, während des Abmarſches,


die übrigen höhern Officiere , wie oben angegeben iſt, vor dem
erſten Bataillone ihrer Abtheilungen .

Die höhern Officiere (die Majore mit einbegriffen ) ſalutiren,


aber nur die Commandeure ſelbſtſtåndiger Bataillone, die Regi:
ments - Commandeure und höhern Officierè reiten , wie im §. 199.
für die Bataillons : Commandeure vorgeſchrieben iſt, nach dem
Salutiren, rechts heraus. Ihre Adjudanten , mit Ausnahme der
l

>
|

‫ھ‬Ane
‫ک‬ bath. fans is area ‫و‬tritt

‫به ؟‬ ‫مه د مو هم‬ ‫و ملیر رو‬


‫ی‬hern ‫همه‬ ‫از‬
ihren ersten elegal .
‫مر‬
· 241

Bataiollons-Udjudanten, ſalutiren durch Unlegung der Hand an


die Kopfbedeckung und reiten geradeaus.
Die Muſik und Spielleute vor der Lete ziehen ſich, wie im
§. 199., links heraus und ſtellen ſich dem Mufterherrn gegenüber
auf , die Spielleute links der Muſik, mit 2 Schritten Intervalle
von dieſer. Die Spielleute der Lete bleiben ſtehen , bis die ganze
Infanterie vorbei ift. Sie ſchlagen jedesmal, wenn ein neues
Bataillon fich nåbert, und zwar ſobald der legte Zug des frühern
Bataillons eben defilirt iſt, den ſogenannten Lock zweimal ; die
des nächſten Bataillons fallen beim dritten Sacte ein und ſchla
gen den übrigen Theil des Locks mit durch , nach defſen Beens
digung die aufgeſtellte Muſit ſofort wieder einfått.
Die aufgeſtellte Muſik ſchweigt, ſobald die Spielleute ſchla:
gen , und ſchwenkt , wenn ihr Regiment vorbei iſt, (ohne ihre
Spielleute) links , wie es im §. 199. vorgeſchrieben iſt.
Die Muſik jedes folgenden Regiments oder ſelbſtſtåndigen
Bataillons verfährt wie die der Dete, während die vor ihr mars
ſchirenden Spielleute geradeaus gehen und defiliren.
Der Adjudant dejenigen Bataillons, vor welchem ſich eine
Muſik befindet, derhålt ſich wie es für die Adjudanten im . 199.
vorgeſchrieben iſt.
Anmerkung. Wird in Compagnie - Fronten oder in ge
ſchloſſener Colonne defilirt, ſo verhält ſich alles wie oben bez
ſtimmt iſt, mit Berücfichtigung der Anmerkung zu §. 199.
Es verſammeln ſich in dieſen beiden Fållen die fämmtlichen Spiel:
leute , ſo wie die Muſik des Regiments, mit der im §. 199. an:
gegebenen Entfernung , vor dem Detezuge , beide in 3 Gliedern
rangirt.

b. In Regiments Colonnen .

Sou eine Brigade, Diviſion u. ſ. w . in Regiments - Colonnen


vorbei defiliren , ſo formirt fich jedes Regiment zuvor der Art
auf der Paradelinie in Colonne , daß die Bataillone in rechts
abmarſchirter Deployements - Colonne von Diviſionen , das ifte
Bataillon rechts , das 2te links, dicht an einander ſchließen , und
die auf dieſe Weiſe neben einander gerådten Züge , genau
allignirt ſind. Die Zugs - Commandanten treten auf den rechten
242

Flügel ihrer Züge. Un den linken Flügel alter Züge des 2ten
Bataillons, jedenfalls aber an den vorberſten , werden Officiere
geſtellt, ſo weit es ausreicht. Die Fahnen jedes Regiments ſte
hen 8 Schritte gerade vor der Mitte der Colonne, auf jeder
Seite ein officier. Auf 100 Schritte (wenn Plat da .ift * )
vor den Tete - Zügen verſammeln ſich die Tåmmtlichen Spielleute
der Brigade und rangiren ſich dort in 3 Gliedern , die Pfeifer
rechts neben den Tambouren , ohne Intervalle zwiſchen beiden ;
zwei Bataillons - Tamboure 3 Schritte vor den Spielleuten; am ·
rechten und linken Flügel der Spielleute die beiden anderen
Bataillons - Tamboure.
Die Muſikcorps der ganzen Brigade ſind gleichfalls an der
Jete verſammelt; ſie ſtehen mit » links um « in Rotten von
2 Gliedern der Art , daß ihre Queue in gleicher Höhe mit den
Spielleuten iſt, und fie fich 5 Schritte ſeitwärts des Adigne
ments der linken Flügel der Züge befinden.
Fünf Schritte vor den Bataillons - Tambouren reiten die
Bataillons-Adjudanten des Regiments , mit einander allignirt ;
3 Schritte vor dieſen auf gleiche Weiſe die råmmtlichen Stabs :
Officiere des Regiments , mit Ausnahme des Commandeurs .
Dieſer hat ſeinen Plaß zwiſchen dem Regimente und den Spiel
leuten , 10 Schritte vor den Fahnen . Einks hinter ihm auf
3 Schritte befindet ſich ſein Adjudant.
Mit einer Intervalle von 8 Schritten reitet der Brigade
Adjudant ſchråg links vor den Stabs-Officieren ; 3 Schritte vor :
dieſem der Brigadier. Der Diviſions- Commandeur befindet ſich
mit ſeinem Adjudanten auf gleiche Weiſe und mit denſelben Ent :
fernungen vor dem Brigadier.
Die nachfolgenden Regimenter der Brigade ſind ebenſo auf
geſtellt, nur daß ſie weder Muſik noch Spielleute vor der Tete
haben. Zwiſchen den einzelnen -Regimentern bleibt eine Inter
valle von 100 Schritten .

* ) Fehlt es an Plaß , ſo wird zwar die Intervalle kleiner gemacht,


aber der vordere Regiments :Commandeur läßt die Muſik und Spiel:
leute früher als das Regiment antreten , indem die , Iamboure gleich
zu ſchlagen , anfangen , und erſt dann das Regiment folyt, wenn die
Diſtance von 100 Sdirittén gewonnen iſt.
243

Der Regiments - Commandeur giebt das Commando zum


Antreten. Die Spielleute vor dem verðerſten Regimente ſchla
gen ſofort ; beim erſten Hauptpunkte beginnt die Muſik. Sobald
leßtere dem Muſterherrn gegenüber iſt, macht ſie Front. Die
Jamboure, nachdem ſie die Muſik etwa halb paſſirt ſind, machen
auf einen Wink des vorderen ålteſten Bataillons- Sambours links
um , und ſeben ſich mit einer Intervalle von 2 Schritten links
neben dieſe. Die Pfeifer machen mit den Tambouren gleichzeitig
die Wendung links, gehen , aber um den rechten Flügel der Muſik
hinter dieſer herum , und treten an den linken Flügel der Bama
boure ,, ohne Intervalle. 1 Die Spielleute der erſten Brigade
bleiben bei dieſem Parademarſche ſtehen , wie dieſes in a . für die
Spielleute des vorderen Bataillons beſtimmt iſt, und verhalten
ſich bei der Ankunft jeder neuen Brigade, wie dort für jedes
Regiment vorgeſchrieben iſt. Die Muſikcorps der hintern Bri:
gaden ſind eben ſo rangirt, wie die der Tete und löſen dieſe ſuc:
ceſſive ab. Die abgelöſten Muſikcorps ſchwenken zum Abmarſche
ab , wie es in a . beſtimmt iſt.
Die Brigaden folgen ſich in einem Abſtande von 150 Schritten .
Vom Regiments - Commandeur und dem Commandeur felbft
ſtåndiger Bataillone an aufwärts ſalutiren alle höheren Officiere
und ihre Adjudanten ; die übrigen nicht. Jene reiten auch rechts
heraus.
Anmerkung. Selbſtſtåndige Bataillone defiliren in dem
Parademarſche mit Regiments -Colonnen , indem ſie- in Com:
pagnie -Fronten zur Deployements -Colonne aufgerůdt find..

Drittes Capitel.

Parade - Colonne und Abholen und Wegbringen


der Fahnen .

6. 201 .
Parade -Colonné.

Der Marſch eines Bataillons in Parade - Colonne, welcher


vorzüglichbeim Pafſiren von Städten und bei ähnlichen Gele:
244

genheiten angewandt wird , unterſcheidet ſich von demjenigen in


Mandvrir : Colonne nur durch folgende Abweichungen :
a. der Commandeur und der Adjudant befinden ſich vor der
Jete des Bataillons ; der Major hinter der Queue ;
b . vor dem Commandeur marſchiren die Spielleute und die
Mufit ;
c . vor dieſen die Zimmerleute ;
d . von den Schüben befindet ſich ein Peloton vor der Tete
der ganzen Colonne , und das andere hinter der Queue
derſelben. Der Schuben Officier iſt bei dem vor der Sete
befindlichen Peloton .
Es wird in Parade - Colonne immer mit Muſik oder Trom :
Der Übergang aus der Mandvrir : oder
melſchlag marſchirt.
Marſch -Colonne in die Parade - Colonne geſchieht auf das Aver:
tiſſement: Bataillon , Paradé - Colonne ! ſo wie der über:
gang in jene auf das Avertiſſement: Bataillon , Manóprir :
Golonne ! oder Marſch - Colonne!
Ein Regiment (Brigade 2c.) , welches in Parade- Colonne
marſchirt, hat die Schüßen des vordern Bataillons vor der Dete,
die dès lektern hinter der Queue.' Die Schüßen der mittleren
Bataillone marſchiren geſchloſſen hinter dem Queue - Zuge ihres
Bataillons. Die råmmtlichen Zimmerleute des Regiments blei:
ben , wenn ſie während der Marſch - Colonne vor der vorderſten
Mufit vereinigt waren , auch während des Marſches in Parade
Colonne bort. Die Spielleute bleiben bei ihren Bataillonen .
Eine Diviſion 1. marſchirt in Parade - Colonne auf gleiche
Weiſe. Der Regiments - Commandeur, der Brigadier und der
Diviſionair reiten hinter den Schüßen an der Dete ihrer Ab
theilungen .

$. 202.
Abbolen und Wegbringen der Sebnen.

a. Daß bholen .

Das abholen ber Fahnen geſchieht durch eine Compagnie


und Spielleuten
mit den nöthigen Officieren , Unterofficieren
und durch die Regiments -Muft, unter Begleitung eines Stab8
1 245

Officiers, der jedoch nicht das Commando führt, und den Degen
nicht zieht.
Die Compagnie marſchirt vor dem Hauſe ( Palais) auf , in
welchem die Fahnen ſich befinden. Der Capitain fendet durch
das Commanbo : Fahnen - Unterofficiere Dublirtritt
Marſch ! den jüngſten Officier und für jede Fahne zwei Unter
officiere in das Haus. Die Unterofficiere ſind dabei ſo rangirt, daß
die Fahnentråger im erſten , die übrigen Unterofficiere im zweiten
Sliede ſtehen . Sobald der Officier in eben der Ordnung mit
den Fahnen herauskommt, wird pråſentirt und falutirt; die
Muſit ſpielt den fften Theil des » Heil unſerm König Heil «
und die Tamboure ſchlagen Marſch. Die Fahnenträger treten
3 Schritte vor den rechten Flügel der Compagnie, Front wie
dieſe ; ber Officier , welcher fie gebracht hat, und der vorjüngſte
neben jene. Die übrigen Unterofficiere gehen um den rechten
Flügel der Compagnie herum , und treten auf ihre Pråge.
Beim demnächſtigen Abſchwenken geben die Fahnenträger
mit den beiden ſie begleitenden Officieren 6 Schritte vor den
erſten Zug. Der Capitain tritt vor die Fahnen .
Da , wo die Fahnen mehrerer Regimenter in einem. Sauſe
vereinigt ſind, werden, wenn die Regimenter gleichzeitig und auf
einem Plaße ausrüden , die ſåmmtlichen Fahnen nur von einer
Compagnie abgeholt. Außer den Fahnentrågern ſtehen dann
auch noch die zum Abholen beſtimmten 1 Officier und 2 Unter :
officiere derjenigen Regimenter, von welchen dieſe. Compagnie
nicht iſt, im Palais bereit , um ſich vor der aufmarſchirten
Compagnie zum Abtolen der Fahnen rangiren zu können.
Beim Abmarſche der Compagnie bleiben zwei Dfficiere neben
den Fahnenträgern , die übrigen , ſo wie die Unterofficiere,
treten in das Reſerveglied des erſten Zuges. Die Compagnie, .
welche die Fahne bringt, růckt, wenn ſie auf dem Verſammlungs
plaße ankommt, ohne Aufenthalt ins Bataillon . Die Fahnen
tråger verlaſſen die Compagnie im Marſche und treten an ihre,
Plåge. Die Truppen machen keine Honneurs. Bei 2b's Ges
wehr , wird bros » Por Euch ! « commandirt. Sind die Trup
pen auf demjenigen Plaße zur großen Parade verſammelt, wo
das Haus liegt, in welchem die Fahnen fich befinden , ſo wird
246

keine Compagnie zum Abholen derſelben abgeſchickt, ſondern es


gehen nur die Unterofficiere, welche dazu beſtimmt ſind., -in Bez
gleitung eines Officiers von jedem Bataillone; in das Haus,
um fie dort in Empfang zu nehmen . Beim Erſcheinen der
Fahnen ſchultern die verſammelten Truppen das Gewehr, und
jede Fahne wird auf dem kürzeſten Wege zu ihrem Bataillone
gebracht.

b. Das 3 uſů dbringen .

Das Zurå & bringen der Fahnen geſchieht auf gleiche Weiſe,)
wie das Abholen derſelben, indem die Fahnen bei der Compagnie,
welche ſie wegbringen ſoll, vereinigt werden . Die Compagnie
bricht, ohne daß die übrigen Truppen Honneurs machen , auf
dem kůrgeſten Wege heraus.
Nach dem in Frontſchwenken der Compagnie vor dem Hauſe,
wo die Fahnen aufbewahrt werden , treten die Fahnenträger vor
den rechten Flügel derſelben. Der Capitain låßt ſodann pråſen
tiren . Auf das Commando : Achtung! treten die obengedachten
Unterofficiere hinter, der Officier vor die Fahnen ; dieſer com
mandirt gleich nach dem Präſentiren , wobei die Muſik wie oben
ſpielt, Dublirtritt Marſch ! Un der Thůre des Hauſes
macht er Halt , tåßt die Fahnen hineinbringen , macht mit den
Unterofficieren rechts um , und marſchirt mit ihnen um den
rechten Flügel der Compagnie herum , wo ſie fämmtlich eintreten .
Der Capitain läßt ſchultern und marſchirt, ohne die Fahnen
tråger abzuwarten , mit der Compagnie ab.
1
A

Siebente Abtheilung .

Die M a r ſ ch - Colonne .

18
r
249
1
Inhalts - Verzeichniß.

Seite
$. 203. Im Augemeinen 251
$. 204. Formirung der Marſch - Colonne 251
$. 205. Avertiſſements und Signale 254
§. 206. Cadence 256
$. 207. Diſtance : 256
f. 208. Wege 258
$. 209. Defileen . 259
§. 210. Salt . 260

18 *
251
1

$. 203 .
Im allgemeinen .

Die Marſch- Colonne unterſcheidet ſich von der Manövrir:


und Parade- Colonne dadurch, daß beabſichtigt wird, unter Bei
behaltung gewiſſer nothwendiger Formen, eine Truppenmaſſe mit
einer möglichſt geringen Anſtrengung der Kräfte und in der
kürzeſten Zeit von einem Orte zu einem entlegenen zu bewegen.
Dieſer für den Kriegsgebrauch höchſt wichtige Zweck kann
nur erreicht werden :
a. wenn dem einzelnen Manne die mit der Ordnung vera
trågliche Erleichterung verſchafft wird ;
b. wenn die fåmmtlichen Abtheilungen der Truppenmaſſe fich
in einer möglichſt gleichen Cadence fortbewegen und jedes
Stođen und öftere Miederantreten vermieden wird ;
c. wenn in ziemlich regelmäßigen Intervallen eine kurze
Ruhe Statt findet.
Je größer die Truppenmaſſe iſt, welche ſich in einer Co
lonne fortbewegt, um deſto ſchwieriger iſt es , eine Marſch
Colonne richtig zu führen, und mit deſto größerer Strenge muß
auf die pünktlichſte Befolgung der Vorſchriften gehalten werden.
Dieſes liegt beſonders den Majoren, Bataillons- Commandeuren
und den höhern Officieren ob , welche ſich oft an Punkten auf:
halten müſſen , wo ſie ihre Abtheilungen überſehen können.

ſ. 204.
formirung der Marſch - Colonne.

Das Bataillon , Regiment u. 1. w. iſt in Mandvrir: ober


Parade - Colonne.
252

In einem Bataillon.

Commandeur : 1 ) Marſch - Colonne!


2 ) Rubt – Sud !
3 ) vor Such !
4 ) Manóvrir - Colonne ! ( Parade
Colonne ! )

1 ) Vor Ertheilung des Commando's låßt der Commandeur


das Bajonnet abſteden . Das Bataillon nimmt im Auge
meinen die Form der Parade- Colonne (§. 201.) an ; indeß
hört alle ſcharfe Richtung der Züge auf; die Leute brauchen
nicht Tritt zu halten und " können das Gewehr bequem auf
der linken oder auf der rechten Schulter tragen ; das hintere
Glied öffnet ſich auf 2 Schritte ; die Officiere ſteden ben
Degen ein .
2) Die Leute dürfen ſprechen , ſingen, rauchen , etwas genießen ,
die Kleidung bequemer machen u. f. w., in ſo weit es mit
. Anftand geſchieht und nicht etwa der Umſtånde wegen
(z. B. in der Nähe des Feindes) das eine oder das andere
unterſagt wird. Die Züge können ſich etwas ſeitwårts von
der Directionsſeite ausdehnen , doch muß die Abtheilung
des Bataillons ſtets erkennbar bleiben . Der Compagnie
Commandant, welcher während der Manövrir -Colonne nur
als Zugs - Commandant zu betrachten iſt, übernimmt das
Commando der ganzen Compagnie und iſt verantwortlich
für dieſelbe. Zu ſeiner Erleichterung beſtimmt er einen
Officier und einen Unterofficier, welche auf die innere Ord
nung der Compagnie achten . Es ſind dieſe auf tångeren
Mårſchen von Zeit zu Zeit abzulöſen. Die übrigen Offi
ciere tønnen nach der Lete oder Queue ihrer Compagnie,
oder fats fie Erlaubniß zum Reiten haben , ſich aus dem
vorbern halben Bataillon nach der Lete, aus dem hintern
nach der Queue des Bataillons begeben . Die Unteroffi
ciere bleiben bei ihren Zügen . Da wo Zugs - Comman
banten austreten , verſehen die Zugsführer , oder in deren
Ermangelung die rechten Flügelleute ihre Stelle. Kein
Officier verläßt ſeinen Zug, ohne ihn übergeben zu haben.
Nur in den Zügen , in welchen die Zugs - Commandanten

253

und Führer bleiben, befinden fich die erſteren vor denſelben.


Wird in großern Zügen marſchirt, ſo kann man die Zugs
führer durch Unterofficiere aus dem Reſervegliede abrdſen
laſſen .
3) Die Leute hören auf zu fingen und zu ſprechen und ſchließen
nach der Directionsſeite an ; alles übrige bleibt wie in
No 2 .
4 ) Die Officiere ziehen den Degen ; 2des verhålt ſich nach
den Regeln der Manövrir - oder Parade - Colonne.
der Textern låßt der Commandeur das Bajonnet aufſtecken.
Anmerkung 1. Der Zuſtand, worin ſich das Bataillon
nach einem der 3 erſten Commandos befindet, wird Marſch .
Colonne genannt. Der von N 2. iſt der in der Regel an :
zuwendende.
Anmerkung 2. Der Commandeur kann die beiden
erften Commandos raſch hinter einander folgen laſſen . Eben
ſo kann er, wenn das Bataillon ſich in der Form von N 1 .
ober 2. befindet , fofort das 4te Commando ertheilen.
Un mertung 3 . Kein Soldat darf ohne Erlaubniß
feines Zugs-Commandanten aus dem Gliebe heraustreten . Will
er ſein Bedürfniß verrichten, ſo giebt er den Torniſter und das
Gewehr an ſeine Nebenleute ab , und er beeilt fich, wenn er
nicht ſtraffädig werden will , in das Glieb zurück zu kehren .
Nöthigt ihn Unwohlſein zum Auftreten , ſo meldet er ſich an
der Dueue der Compagnie bei dem Feldwebel, welcher ihm einen
vom Compagnie - Commandanten unterſchriebenen Zettel, mit der
Bezeichnung des Bataillons, der Compagnie und des Mannes
einhändigt. Mit dieſem begiebt er fich zu dem an der Queue
des Bataillons marſchirenden Arzte, welcher weiter über ihn
beſtimmt. Dieſem Urzte wird ein officier oder Unterofficier
beigegeben . Jedes anderweite Uustreten, beſonders um in Woh
nungen oder an Waſſer zu gehen , iſt ſtreng zu ahnden, ſo wie
das Hineinlaufen in andere Züge oder Glieder . Die Majore
und die Commandanten der Urriergarde laſſen alle Nachzügler
aufgreifen .

b. In einem Regimente, einer Brigade u . 1. w.

Mehrere Bataillone, welche in derſelben Colonne vereinigt


254

marſchiren , gehen der Regel nach durch fucceffive .Commandos


in die Marſch - Colonne oder aus dieſer in die Mandvrir:
oder Parade - Colonne über . Soll ausnahmsweiſe die Marſch
Colonne gleichzeitig in den Zuſtand von ,, Ruht Euch " oder
aus dieſem in ,, Vor Euch " übergeben , ſo wird im erſteren
Falle das Horn Signal No 2., im lekteren das Horn-Signal
Ng 1. ertheilt.

S. 205 .
Avertiffements und Signale.
Je größer die Colonne iſt, deſto wichtiger iſt es, ſich allen
Theilen derſelben durch Commandowórter oder Signale vers
ſtåndlich machen zu können , und haben im Bataillone alle
Diviſions - Commandanten , und in der Vereinigung mehrerer
Bataillone die' Commandeure und Majore die Verpflichtung,
genau auf ſie zu achten und auf deren Fortpflanzung zu wachen .

a. Im Bataillone.

1. Gleichzeitige Commandos . Sobald der Com :


mandeur eins der 4 Commandos des vorigen §. giebt , wieder
holen es alle Diviſions- Commandanten , welche es gehört haben,
und beachten, ob die nächſten es bis nach dem Flügel fortfeßen .
Beabſichtigt der Commandeur einige gleichzeitige Bewegun
gen machen zu laſſen , ohne in Manövrir- Colonne überzugehen,
To.commandirt er : Vor - Euch ! welches von allen Diviſionss:
Commandanten wiederholt wird , und låßt dann die nöthigen
Commandos folgen. Die ihm in dieſer Form erlaubten Bes
wegungen ſind : der Flankenmarſch , gleichzeitige Vergrößerung
und Verkleinerung der Diſtancen und der Züge , gleichzeitige
Formirung der Rotten aus Zügen und der Züge aus Rotten ,
das Dubliren und Herſtellen der Glieder und das Flügel
vorziehen.
2. Succeſſive Commandos. Sie gehen von der
Dete aus, und zwar entweder vom Commandeur ober, bei def
fen Entfernung, von dem Commandanten der Tete Diviſion auf
deſſen Verantwortung. Sie betreffen das durch die Umſtånde
nöthige Verkleinern der Züge , das Formiren der Rotten ,
Pafſiren des Defilees , Herſtellen der dublirten Glieder und
4


}
255

die Formirung eines Gliedes , ſo wie die Wiederherſtellung aller


dieſer Fåde. Auf Zugslånge , bevor die Evolution nöthig wird,
avertirt der Commandant der Tete- Diviſion den nächſtfolgenden
von der ' vorzunehmenden Veränderung ; f. B. Es foll zu
Pelotons abgebrochen werden ! Der nåchſte und jeder
folgende Diviſions- Commandant giebt das Avertiſſement weiter,
ſobald er dieſelbe Stelle, wo das erſte Avertiſſement gegeben ward,
erreicht.
3. Underweitige Avertiſſements. Auf gleiche
Art können vom Commandeur nach beiden Flügeln , oder vom
Major nach der Lete, ſo wie von den Commandanten der hin
tern Compagnien , (leptere auf ihre Verantwortung) nach der
Lete einzelne nothwendige 'oder nůkliche Avertiſſements gegeben
werden ; 2. B. Urtillerie will vor !

b. In dem Regimente, der Brigade u . P. io.

1. Gleichzeitige Commandos. Der commandi


rende Officier låßt ſie durch das Horn bezeichnen. Sie werden an
der Sete und an der Queue jedes Bataillons (Wo fich ein
Horniſt aufhalten muß) ſofort wiederholt. Jeder Commandeur
an der Sete und jeder Major an der Queue des Bataillons,
und in ihrer Abweſenheit die Commandanten der Flügel-Divi
fionen beachten, ob das Signal in den nächſten Bataillonen wie
derholt wird, und laſſen , falls dieſes nicht geſchieht, ſofort das
nåchſte Bataillon von dem ertheilten Signale benachrichtigen .
2. Succeſſive Commandos. Sie werden wie in a.
N 2. an der Lete, ohne Signal, gegeben und laufen ſucceſſive wię
hier weiter. Die Majore, und in deren Abwefenheit die Comman
danten der Diviſionen an der Queue, ſorgen dafür, daß die nåchſt
folgenden Bataillone die Commandos zur rechten Zeit erfahren .
In jedem folgenden Bataillone wird das Commando gegeben,
wenn es ungefähr auf die Stelle vorgerügt iſt, wo es beim vor:
deren gegeben wurde.
3. Anderweite Avertiſſements . Sie können auf
åhnliche Art wie in a . von den höhern Officieren gegeben wer:
den, ſo wie von den Bataillons - Commandeuren auf deren Ver
antwortung nach der Lete ihrer Brigade ( ihres Regiments).
Alle dieſe Avertiſſements werden von Bataillon zu Bataillon
256

ohne daß fie durch die Züge laufen , von den berittenen Offi
cieren weiter befördert.
Anmerkung. Signale mit dem Horne werden nur
auf Befehl des commandirenden Officiers ( alſo auch eines allein
marſchirenden Bataillons ) gegeben . Sie werden ſofort in den
Bataillonen wiederholt , und betreffen ſtets die ganze Colonne.

. 206 .
Cadence.

An der Lete einer Marſch - Colonne iſt man freier in den


Bewegungen und hat nur die Hinderniſſe des Terrains zu be
ſeitigen. Jede Abtheilung aber , welche der Tete folgt , wird
nicht nur von denſelben Terrain -Hinderniſſen , ſondern auch durch
die Stodungen und Unregelmåßigkeiten der vorbern Abtheilungen
aufgehalten . Sie wird durch wiederholtes Stuben und Wie
derantreten ermüdet und verliert außerdem Diſtance, welche ſie
durch Beſchleunigung des Marſches wieder gewinnen müßte, wenn
die Tete ſie nicht erwartete. Dieſe Unbequemlichkeiten des Mara
Iches nehmen in den hintern Zügen zu und ſind am größten
an der Queue.
In dieſer Hinſicht iſt der Unterſchied zwiſchen der Tete
und der Queue in ungünſtigem Terrain bereits bei kleinern Ub :
theilungen ( z. B. bei einer allein marſchirenden Compagnie)
bemerkbar; er nimmt aber zu , je größer die Truppenmaſſe ift,
welche fich geſchloſſen in einer Colonne bewegen foll. Es muß
daber der commandirende Officier die Tete der Colonne ſo lei:
ten , daß die Queue aufgeſchloſſen bleiben kann , ohne die Ca :
dence zu beſchleunigen .

. 207.
Diſtance
Da in ungünſtigem Terrain Stođungen in der Colonne
nicht vermieden werden können , fo würde in einer langen Co
Lonne bedeutend viel Zeit und Kraftanſtrengung erfordert, wenn
man in den hintern Zügen, Bataillonen u. ſ. w. die Diſtancen
ſo genau wie in der Manovrir - Colonne erhalten und fort:
während bei den geringſten Stodungen vorrůđen und wieder
halten wollte .
{

1
1
257

Dies führt zu folgenden Regeln :


a. für das Bataillon .

1) Seder Zugsführer , ohne Tritt zu halten , ſucht fich die


Cadence der Tete anzueignen , und iſt für die ungefähre
Beibehaltung ſeiner Diſtance verantwortlich.
2) Wenn aus irgend einer Urſache die Diſtancen zwiſchen den
Zügen zu groß geworden ſind , ſo müſſen ſie immer von
der Queue der Colonne aus wieder gewonnen werden, d . h.
es barf, um verlorene Diſtance wieder zu gewinnen , nie
die Bewegung der Hintern Züge beſchleunigt werden , viel
mehr wird zu dieſem Zwede diejenige der vorderen Züge
langſamer gemacht. Es hat in ſolchem Falle der betref=
fende Compagnie - Commandant die Tete zu benachrich
tigen und ſeine Compagnie ſo zu leiten , daß fie in fich
aufſchließt. Der Bataillons - Commandeur ſucht das Auf
ſchließen der hintern Züge zu befördern und erhålt durch
den Commandanten der Queue - Compagnie eine Benach.
richtigung, ſobald ſie wieder aufgeſchloſſen iſt.
3) Entſteht in den vorderen Zügen eine Stodung , ſo ſchließt
jeder hintere Zug ganz dicht auf und verhålt ſich wie bei
einem kurzen Halte ( . 210) . Spbald vor ihm Raum
wird , marſchirt der Zug weiter , ohne ſo lange zu halten,
bis er Diſtance hat ; dieſe ſucht der Zugsführer erſt nach
‘ und nach wieder zu gewinnen , wenn er ſieht, daß der
Marſch anfängt, ſich zu regeln.
b. Im Regimente, in der Brigade u , T. w .
Im Allgemeinen verhålt fich jedes Bataillon in einer großen
Colonne wie es unter a. vorgeſchrieben iſt. Wird die Diſtance
zwiſchen den Bataillonen zu groß , ſo darf auch hier , um fie
wieder zu gewinnen, die Cadence der hinteren Bataillone nicht
geſteigert werden. Bei einer Stodung ſchließen die Jeten der
Bataillone nicht ganz auf, ſondern behalten etwa 14 Zuge
Diſtance .
Anmerkung 1. Der Regel nach wird in der Marſch
Colonne mit voller Diſtance zwiſchen den Zügen marſchirt. Da;
wo das Terrain günſtig iſt und mit großen Zügen marſchirt
wird , kann oft mit Vortheil halbe oder 1/4 Diſtance ange :
- 258

nommen werden , jedoch darf, beſonders im lekteren Falle die


Luft nicht zu drůdend und der Staub nicht zu ſtark fein . Wo
ſich viele Hinderniſſe finden , iſt immer in offener Colonne zu
marſchiren .
Anmerkung. 2. In den Intervallen zwiſchen den ein
zelnen Bataillonen darf keine Bagage geduldet werden , außer
in ſehr dringenden Fållen ; ſie iſt im Avanciren hinter der
Queue und im Retiriren vor der Jete. In den Intervallen
der Bataillone, nicht aber zwiſchen den Zügen, dürfen die Reit
pferde dev Officiere, jedoch ohne die Intervallen zu vergrößern,
aufgenommen werden . Iruppen, die nicht zur Colonne gehören,
'werden nur auf hdheren Befehl in der Colonne aufgenommen.
Anmerkung 3. Wenn auf unbekannten Wegen , in
der Dunkelheit , im Nebel , die Diſtancen bedeutend verloren
gehen , ſo haben die Compagnie-Commandanten und Bataillons
Commandeure Sorge zu tragen, daß durch einzelne Rotten oder
Unterofficiere die Verbindung mit der Lete erhalten werde.

$. 208 .
wege
Je größer die Colonne iſt, deſto nothwendiger iſt es , in
ſo großen Zügen wie möglich zu marſchiren . In Rotten, ſelbſt
mit dublirten Gliedern , darf eine große Colonne nur im Noth
falle marſchiren .
Geht der Marſch ohne allen Weg quer über das Terrain , dann
reiten die Adjudanten neben dem Zugsführer der Tete ihrer Ba:
taillone und der Commandirende weiſet den erſten Adjudanten
die Direction an. Die übrigen folgen und die Zugsführer in
den einzelnen Bataillonen, ohne ſich genau zu decken , ſuchen
ſich ungefähr in gleicher Direction ' zu erhalten.
Auf einem gebahnten Wege folgen die Züge der Tete,
ohne bei ſucceſſiven Directions - Veränderungen Commandos ab :
zuwarten .
Da , wo ſich neben dem Wege paſſendes Terrain zum
Marſchiren findet, oder wo, wie in den Heiden, mehrere Wege
neben einander laufen , können die Züge getrennt werden ;. fie
måſſen aber ihren Theilen nach in gleicher Höhe bleiben .
Uuf breiten, aber befriedigten Wegen, z. B. auf Chauſſeen ,
便

1
259

iſt auf einer Seite oder in der Mitte Raum zu laſſen, damit
Wagen und Reuter pafſiren können .
Mit der größten Strenge iſt darauf zu halten :
1 ), daß jeder Mann dem Vordermanne, jeder Zug dem vor
dern Zuge und jedes Bataillon dem vordern Bataillone
folge, wenn nicht etwas anders befohlen wird ;
2 ) daß Niemand vor ſchmußigen Stellen , wenn ſie nicht
ohne abzubrechen umgangen werden können , und vor
Waſſer u . ſtuke, ſondern daß jeder gleich der Tete raſch
durchgehe. Kein - Zug darf abbrechen , wenn die Tete
es nicht gethan . B
Den zweckmäßigſten Weg für die ganze Colonne låßt der
commandirende Officier durch die Officiere ſeines Stabes im
Voraus ermitteln ; das Verhalten der einzelnen Leute aber wird
durdy den Commandeur und durch den Zugs - Commandanten
an der Lete geregelt.

$ . 209 .
Defilee n .
Der Aufenthalt, welchen eine Colonne durch Defileen er :
leidet, beſonders durch ſolche, welche in Rotten oder gar in ei
nem Gliede paſſirt werden müffen , iſt zu groß, als daß man
fie nicht ganz zu vermeiden oder unſchädlich zu machen ſuchen
müßte. Dieſes giebt beſonders für größere Colonnen folgende
Regeln :
1 ) Sat man die Wahl zwiſchen mehreren Wegen , ſo wählt
man zwedmåßiger oft den långern guten, als den kürzern,
welcher viel Hinderniſſe enthålt. So kann man oft die
Defileen in bewohnten Orten durch Umgehung derſelben
vermeiden .
2 ) Die Zimmerleute mehrerer Bataillone werden vor der
Sete der Colonne verſammelt, um ſchnell die Defileent
zu erweitern, fie practicabel zu machen oder neue Durch
gånge zu ſchaffen.
3) Sind die Defileen gar nicht zu vermeiden , und ſelbſt
die erweiterten immer noch hindernd , ſo ſind die Trup
pen nach Vorſchrift der 3ten Ubtheilung To raſch wie
möglich durch dieſelben zu führen.
260

4 ) Oft find in einem Defilee mehrere Übergånge neben ein:


ander vorhanden oder zu bilden. Alsdann iſt es vora
theilhaft aus der Colonne einzelne Abtheilungen von
hinten herauß an dieſe Übergånge zu führen . Dieſes
geſchieht in einem allein marſchirenden Bataillone am
beften mit Compagnien , in größern Colonnen mit Ba
taillonen .
5) In einzelnen Fällen iſt es vortheilhaft vor den Hinder
niſſen die Züge zu vergrößern , z. B. beim Durchgange
durch Gråben, Hecken, Gebüſch, ſumpfige Stellen u. fr wo.
6 ) Da , wo neben Stegen durch Bache und kleine Flüſſe
breite Fuhrten fich finden , oder bilden laſſen , iſt eß in
größern Colonnen rathſam die Stege ganz zu verbieten
und mit der Colonne durch die Fuhrten zu gehen.
In jedem Defilee geht die Diſtance leicht verloren
und muß die Dete, wenn ſie paſſirt iſt, halten , um den Meſt
der Colonne abzuwarten. Viele Defileen ſind indeß der Urt,
daß fich mehrere derſelben ziemlich nahe hintereinander folgen.
Die Colonne würde ſehr viel Zeit verlieren , wenn ſie hinter
jedem ganz wieder aufſchließen ſollte. ES låßt der comman
dirende Officier dann die Tete, ſo wie fie aufgeſchloſſen iſt,
weiter růden und das Avertiſſement geben :
Es ſoll compagnie- (Bataillons-, Brigade -)
weiſe weiter marſch irt werden !
§. 210.
5
Dieſelben Gründe, welche auf die Cadence einer Marſch
Colonne im Allgemeinen einwirken , nöthigen auch mehr oder
weniger oft einen alt zum Ausruhen zu machen .
In der Regel wird man etwa 4 Stunde nach dem era
ſten Ubmarſche einen kurzen Salt machen und dann alle 1
14 Stunden (Zeit) einen Salt von 10-15 Minuten folgen
laſſen.
Bei einem in Rüdſicht der Dauer forcirten Marſche wird
man etwa in der Mitte des ganzen Marſchen einen längern
Salt von 1-1 Stunde machen . Dieſer iſt auch bei ſchwůs
ler Luft rathſam , indem am Ende dieſer Ruhe wo möglich
Gelegenheit zum Waſſertrinken gegeben wird.
Fil

1
261

Zum Kuhen wird ein Plaß gewählt , der überwind hat ,


und von Waſſer und Wohnungen etwas entfernt liegt.
Zweckmäßig wird das Rubert vor und nach Paſſiren ei
nes Defilees angeordnet.
a . im Bataillone.
Vor dem Ruben wird : Vor Euch ! commandirt,
und das Avertiſſement: Es foll geruht werden ! gege
ben . Die Züge ſchließen auf Diſtance auf und werden, wenn
das Terrain eß erlaubt, bis zu Diviſionen oder Compagnien
vergrößert. Jeder Zug , ſobald er hålt , nimmt ohne Com
mando die Gewehre ab. Der Commandeur låßt, falls die Leute
nicht unterm Gewehre bleiben ſollen, gleichzeitig oder ſucceſſive
die Gewehre zuſammen leben. Auf das Commando rects
( links, rúdwårts) ausgetreten ! verlaſſen die Leute
die Gewehre und dürfen ſich, wenn ſie nicht wegen ihrer Noth
durft weitergehen müſſen , nicht auf 50 Schritte vom Batail
lone entfernen. Sollen die Torniſter abgehångt werden , ſo
geſchieht dieſes gleich nach dem Zuſammenſeßen der Gewehre,
bei welchen ſie hingelegt werden.
Zum Wiederantreten wird ein Avertiſſement gegeben.
Die Mannſchaft eilt zu den Gewehren und hångt ſofort die
Torniſter auf. Auf den Befehl des Commandeurs låßt der
Commandant der Lete-Compagnie dieſe das Gewehr ergreifen,
ſchultern und abmarſchiren und die übrigen folgen ſucceſſive,
falls nicht das Bataillon geſchloſſen weiter marſchiren ſoll.
b. im Regimente , der Brigade 4. ſ. w.
Dem Terrain nach werden mehrere Bataillone entweder
in geſchloſſener Colonne , oder in Colonnenlinie , zum Halt
aufgeſtellt. Die einzelnen Bataillone halten , wie es in a.
vorgeſchrieben iſt. Dem Lete-Bataillone befiehlt der comman
dirende Officier , , ob es die Gewehre zuſammenſeßen und die
Torniſter ablegen ſoll, welches von jedem Zuge geſchehen kann,
ſobald er aufgeſchloſſen iſt. Die folgenden Bataillone thun
daſſelbe , ſobald ſie halten.
Sot die Colonne wieder abmarſchiren, To tåßt der Com
mandeur des Sete- Bataillons diefes ſucceſſive antreten. Jeder
folgende Commandeur folgt, indem er , ohne Diſtance zu ver :
lieren , den Leuten fo lange wie möglich Ruhe gonnt.
262

Soll die Colonne gleichzeitig unter das Gewehr treten ,


ſo erfolgt das Horn - Signal N 1.
In langen Defileen kann es wünſchenswerth ſein , die
Bataillone da ruhen zu laſſen, wo ſie ſich gerade befinden. Es
erfolgen dann die Horn-Signale NB 11 und N 2., wor
auf jedes Bataillon ohnweit der Stelle, wo es ſich befindet,
wo möglich in geſchloſſene Colonne übergeht und ruht.
Anmerkung. In denjenigen kurzen Halten , welche
durch Stodungen oder aus andern Urſachen entſtehen , nehmen
die Leute ohne Commando das Gewehr ab. Die Zugs - Com
mandanten laſſen ſucceſſive ſchultern , ſobald der vorſeiende Zug
den Marſch fortſegt.

1
. 263

Abänderungen
Abänderungen und Zuſäße zum Reglement.
und

Seite 8. 3. 11. v. 0. hinter „wird " iſt einzuſchalten : ,,mit


einem geringen Beitritte " ; S. 16. 3. 21, V. d. des:
gleichen hinter „Fuß".
S. 17. 3. 20. V. D. hinter „ Riembůger" iſt hinzuzuſehen :
,, Der rechte Fuß wird mit einem geringen Beitritte
wieder angezogen " .
S. 18. 3. 6—7. D. d . „ Sobald" bis geſenkte Gewehr" zu
ſtreichen . 1
S. 27. 3. 1. v. u . hinzuzuſehen : „ Die Ellenbogen find an
gedrückt". Für die leichte Infanterie daſſelbe.
S. 30. 3. 8. v . 0. ftatt der Zeigefinger zieht" zu regen :
„ Nachdem der Daumen den Hahn ganz zurüdgezogen ,
zieht der Zeigefinger". Für die leichte Infanterie
daſſelbe.
S. 35. 3. 7. v. 0. zu ſtreichen : , 3 ) Feft ".
S. 36. hinter Zeile 8. der ganze Nachſak : ,,2) Auf Halt
bis geradeaus “ zu ſtreichen , dafür zu ſeben : „ 2 )
Alles ſteht ſtill".
S. 39.' 3. 7. v . u. hinter „ Front“ zu ſeben : „ (Augen links )."
S , 40. 3. 1. v. 0. ſtatt nach dem Flügel , welcher die Sete
hatte " zu ſehen : „ rechts, falls nicht Augen links com:
mandirt iſt" :
S. 40. 3. 3. 1. D. zu ſtreichen : Machdem angeſchloſſen ift“.
S. 46. 3. 13. V. D. N 3 ) zu åndern in :
3) Dublirtritt - Marſch !
4 ) Schnelltritt
ftatt ,,4 ) und 5 )" zu leben : 1,5) und 6 )" .
3. 22. 6. o. hinzuzufügen : „ und
4 ) geht dann in den Schnelltritt áber.
auch die folgenden Nummern 4 ) und 5) zu åndern
in 5 ) und 6 "
19
264

S. 63. 3. 13. v. 0. ſtatt erſte Seconde" zu ſeben : „Premier".


3. 15. v . 0. ,,Schon bei bis zu nehmen " iſt zu
ſtreichen und dafür zu ſeben : „ Zu dem , Marſche der
Compagnie nach dem Sammelplake des Bataillons kann
der 2te Pelotons - Commandant die Stelle des Capitains
und der Feldwebel die Stelle jenes einnehmen.
S. 65. 3. 16. v. d. vor „ alt “ zu ſeben : ,,In der Regel
findet kein Niederfallen der Glieder Statt“ .
S. 67. 3. 5. v . 0. zu ſtreichen ihm " .
S. 75. 3. 5. 6. u. hinter ' „ nåchſte Divifion ", einzuſchalten :
nach der Fahne hin " .
3. 18, V. u. hinter , Punkte wor ' ein Sternt
und unten auf der Seite zu feben : , *) Bei der
Grercice der Compagnie wird dieſes Commando nicht
gegeben ".
S. 78. 3. 12. 0. 0. für ,, 8 " zu regen : „, 16 ".
S. 82. 3. 12-15 . ſtatt treten die " bis gerade vor" zu
feßen : „ låuft der rechte (linke) Frúget-Officier 8 Schritte
gerade por und tritt der Zugsführer der 1 ften Diviſion
( des 4ten Pelotons der linken Flügel - Compagnie) an
deſſen Stelle " .

3. 17–21 . . 0. die Zugs- Commandanten " bis ge


feitet wird zu ſtreichen .
3. 22–23 . v.o. , die Officiere treten wieder ein " zu
ſtreichen .
3. 5—1 . . u . für „ Verhalten“ bis „ Flügel - Officier
tritt" zu regen : geht der rechte (linke) Flügel-Officier" .
S. 84. 3. 11. 0. o. ftatt „ rechten “ zu ſeben : „ rechten ( linken )" .
3. 15–13 , v . u . für „ beim Rechtsſchließen " bis „Bågens
zu Teken : „ die zwiſchen ihnen ſtehenden Leute rechts
( links ) etn " .
3. 9. 8. u. hinter „Zuge in einem beſonderen Abſaße
Anmerkung 2. Wird im Commando
zu feßen : „ Anmerkung
die Schrittzaht genannt, fo findet kein Portreten der.
Bugs - Commandanten Statt.
S. 85. 3. 4. v. 0. ftatt die " zu ſeben : rdiefe nur auf kurze
Diſtancen anzuwendende" .

1
‫܀‬

‫{‬

‫ܙ‬
265

S. 85. 3. 15-23. d . o. folgendermaßen zu ändern :


1. Commandeur : 1) Bataillon rechts
* (links) geſchwenkt! Mit Diviſio
nen rechts ( links ) ſdhwenkt
Marſch !
2 ) Geradeau 3 Marſd ! ( Augen
links ! )
II. Divifions - Commandanten : 3 ) Rechts (links)
ſchwenkt Marſch !
4 ) Halt !
III . Commandeur : 5 ) Feft!
3. 10. 6. u . 2 ) " zu ſtreichen .
3. 7. 8. Uz ſtatt „ 3 ), 4 ) und 5 ) " zu ſeben : ,, 2 ), 3 )
und 4 )" ; dafelbft ſtatt 3te Commando" . ,,2te
Commando' .

S. 86. 3. 5. v . 0. ſtatt ,,6 " zu regen : , 5 )“.


3. 9. v.o. ſtatt „ ſchwenkt“ zu ſeben : „geſchwenkt".
3. 13. v. 0. ſtatt ,, Marſch !" zu ſeßen : ,,Marſch !
(Augen links !)" ..
3. 16. V. O. „ Augen links !) " zu ſtreichen.
3. 19. v. 0. hinter geführt “ zu ſeben : „Die Divis
ſions-Commandanten bleiben hinter ihren Zügen".
S. 91. 3. 1. v. u. alſo zu ändern : „ (8te) auf etwa 3/4 Zugs
långe geradeaus - und tritt dort auf das Commando
ſeines Commandanten auf der Stelle" .
S. 96. 3. 16. v. 0. ſtatt ,, Rotten " zu ſeben : „ Front".
3. 18. v . 0. ſo , daß ihre Queue " zu ſtreichen .
3. 19. v. 0. „ift“ zu ſtreichen .
S. 98. 3. 10. v. 0. hinter „ Diſtance " zu ſeßen : „ Sollten die
Züge , um auf dem kürzeſten Wege nach ihrem Plaße
zu gelangen , zu verſchiedenartige Bewegungen machen
müſſen , ſo låßt der Commandeur ſtatt der Comman
dos 2 und 3 nur das Commando Marſch ! folgen.
S. 100. zwiſchen 3. 12 und 13. v. 0. zu ſeben : „ Das Ba:
taillon hålt oder marſchirt".
S. 104. 3. 7. v. 0. vor „zu größeren " einzuſchalten : ,, gleiche
zeitig ".
266

3. 8. . 0. vor „Werden " einzuſchalten : „ ober zu klei


neren abgebrochen ".
3. 2-1 . v . u. zu ändern in : Anmerkung 2 .
In der geſchloſſenen und Deployements -Colonne kann
nicht im Marſche ſucceſſive zu größeren Zügen auf
marſchirt oder zu kleineren abgebrochen werden .
S. 105. 3. 7. v . 0. zu ſtreichen „ Hintern Züge" ; daſelbft 3.7 .
V. U. zu ſtreichen „ Vordern Züge" .
S. 106. 3. 17. 0. 0. zu ſtreichen „ Hintern Züge" ; daſelbſt
3. 6. 0. u. „ Vordern Züge" .
S. 107. nach 3. 10. v . 0. zu ſehen : ,, Anmerkung. In
der Deployements - Colonne treten die Zugs - Comman
danten in den Fällen a.-C. vor ihre Züge , wenn die
vorſeienden ihnen Plaß gemacht haben.
Nach 3. 1. v. u. zu Tegen : Anmerkung 1. Bei
der Deployements -Colonne iſt in den Fällen a . und b. 1

die Anmerkung zu S. 77 : zu berückſichtigen.


S. 108. 3. 10. v. 0. ſtatt : „ Diviſion (Peloton 2c.)" zu regen :
,,Compagnie ( Diviſion 2c.)".
3. 19-10. Vi u. ſtatt ,,Auf Marſch " bis ,,marſchiren
den " zu feken : Auf Marſch ! låßt der Commandant
des ganzen Zuges an der Tete dieſen antreten. ES
ſchieben ſich alsdann diejenigen kleineren Abtheilungen
deſſelben , welche nach dem 1ſten Commando die Wen
dung, machten , von ſelbſt hinter die geradeaus gehende
Ubtheilung. Die Commandanten der hinteren ganzen
Züge laſſen antreten , ſobald ihr ganzer Zug von der
geradeaus gegangenen kleineren Abtheilung volle Di
ſtance hat ; z. B. in einer rechts abmarſchirten Colonne
von Diviſionen , welche zu Pelotons abbrechen ſoll,
folgt die 2te Diviſion , wenn ſie Diviſions- Diſtance
voin 1ſten Peloton gewonnen hat.
S. 109. 3. 1. v. 0. ſtatt den linken Flügel" zu ſeben : , das
2te Glied des linken Flügels ".
S. 111. nach 3. 11. v . u. ' zu Teken : „ Unmerkung 3. In
der Colonne von halben Pelotons, welche einſchwenken
ſoll, treten, mit Ausnahme der Diviſionsführer, fåmmts
La

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3. 1

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li Zu - Co au da 1ſ Co an
ihre Pråpe in der Linie" .
S. 113. nach 3. 3. V. u. zu ' ſeken : Anmerkung . Bei
Colonnen von halben Pelotons , welche nach a .-- C .
aufmarſchiren ſollen , ſtellen ſich die Führer der Divi:
ſionen als Hůlfspunkte auf, ſobald ſie iht halbes Per
loton an die Richtungslinie geführt haben “ .
S. 114. 3. 2. v. 0. hinter „ Marſch " zu ſeßen : „ ( Augen
links ! "
3. 9—10 . 0.0. ,,nachdem " bis „ laſſen " zu ſtreichen .
hinter 3. 4. v . u. zu regen : ,, Anmerkung 2. Bei
Colonnen von halben Pelotons wird der Anmerkung
am Ende des §. 82. analog verfahren.
S. 117. nach 3. 11. 0. U. zu ſeben : ,,Anmerkung 2 .
1
Bei Colonnen von halben Pelotons wird der Anmer:
kung am Ende des §. 82. analog verfahren . "
S. 118. 3. 15—7. v. u . ftatt ſo commandirt " bis ,konnen "
zu reken : ſo wird commandirt :

?
ſucceſſive links (rechts) geſchwenkt
Marſch
II.Diviſions - Commandant: 2) Diviſion Du
blirtritt - Marſch !
3) Geradeaus · Marſch !
Sobald der Commandant der Tete - Diviſion dieſe in
Marſch geſellt hat, ſchwenkt deſſen Tete- Rott auf einem
kleinen Bogen links ( rechts ) , bis das : Geradeaus
Marſch ! erfolgt. Die übrigen Rotten der Diviſion
treten auf der Stelle, bis ſie ſucceſſive den vorſeienden
Rotten folgen können. Eben ſo wie die Dete - Diviſion
werden die übrigen Diviſionen durch die Commandos
2 und 3. ſucceſſive in Bewegung gefekt“.

S. 119. 3. 15. v. 0. nach Zugs - Commandanten " zu regen :


„und Führer" .
Z. 16. v. 0. ſtatt „ Sind fie" zu regen : ,,Sind die
Zugs-Commandanten".
S. 120. 3. 11. 0. 0. ſtatt vor dem aten Gliede " zu regen :
263

indem ſie das 2te Glied zum Antreten commandiren ,


vor dieſem .
S. 124. 3. 11-12 . v . 0. ftatt geſchloſſener bis ,, Colonne
zu reken : , geſchloſſener Colonne von Diviſionen ".
3. 10. v. u. ſtatt: „ rechten Flügel der 5ten " zu ſeßen :
„ linken Flügel der 4ten'.
S. 125. 3. 13-11 . v. u. ftatt außer " bis ,, treten " zu regen :
„ Die Fahnenrotten treten an den rechten Flügel der 5ten
Diviſion. Die Zugsführer des 1ſten halben Bataillons
gehen während des Kottenmarſches an die Queue ihres
Zuges und ſtellen fich nach dem 5ten Commando ſchnell
auf. "
Zwiſchen 3. 11 und 10. 6. u. zu Teken : anmer :
kung 1 . Uus der Deployements - Colonne iſt das
Verfahren nicht abweichend , in ſo fern nicht einzelne
Commandanten der hintern Züge bas 5te Commando
veråndern müſſen, um an ihre Zugsführer gelangen zu
können .

S. 127. 3. 8. . . hinter Diſtance " zu repen : ,,fobald ſie


können".
S. 128. 3. 7. D.'0. hinter „ Marſch zu feßen : m ( Uugen
links ! "
3. 8--9. b . o. (Augen links ) " zu ſtreichen .
S. 129. 3. 7. v . 0. hinter gehen“ einzuſchalten : „(die Vor:
marſchirenden treten 8 Schritte auf der Stelle )".
S. 131. 3. 6. V. u . hinter „ Colonne zu Teßen : ,, Marſch !"
S. 133. 3. 12. v . U. aus dem Reſervegliede " zu ftreichen .
3. 5. -v. u. vor Peloton “ zu reken : whalbe".
S. 134. 3. 11. v . 0. ſtatt ,, 4 " zu Feken : ,, 3 " .
S. 135. 3. 15. v. 0. ſtatt ,,Herſtellt“ zu ſeben : formirt" .
S. 137. 3. 10. 8. D. ſtatt ,, 4 " zu Feken : ,,3".
S. 138. 3. 1. und 2. v. 0. ftatt „ in beiden Fålen (a. u. b .) "
zu regen : „ im Falle b .
3. 7. 8. o. ' hinter „Quarree - Colonne " zu legen :
w ($. 102.)"
S. 139. 3. 12. v . 0. ſtatt ,,vier“ zu ſegen : drei“.
3. 11. v. u. vor Flanke " zu ſeßen : „ Rechte ( linke uc.) " ,

B ஓட
(
!
269

3. 6. 0. u. hinter ſtehen “ einzuſchalten : „ Ihr Com


mandant beſtimmt einen Unterofficier zum Vormarſchi
ren , welcher an den Directionsflügel tritt.
S. 144. 3. 14. v .U. „ War" bis. „ ſenken " zu ſtreichen , dafür
zu Feken : „ Vor Formirung der Linie låßt er das Gea
wehr der Regel nach ſchultern.
S. 145. 3. 7. 8. o. vor „ žurück“ einzuſchalten : „hierauf".
S. 147. 3. 7-6 . 0. u. ftatt ,,Lauftritt" bis ,commandirt"
zu reken : „ antreten låßt , den Dublirtritt und fallen
auf das Commando oder einen Mink deſſelben in den
Schnelltritt und demnächſt in den Lauftritt. Bei dem
lepteren bleiben ſie ſtehen .“
Hinter 3. 1. v. u . zu regen : Die hinter dem Ba
taillone geſchloſſen aufgeſtellten Schüben , falls ſie nicht
andere Befehle erhalten, folgen , indem ſie das Bajonnet
aufſtecken , dem Bataillone und deden nöthigenfalls
deſſen Flügel. "

!
V.

Ployiren auf das 2 te Bat zu Rechtsabmarsch in offene Colonne. Quarree aus der geschlossenen Colonne

Fig . 40 ( 1 139 c ) fig .38.( 8.101.a )


(ad su 2 ) (ad 3 ,4u5)

12 3 4
3
4
14 51 16
15
6
Quarree

Rechtsschwenkung mit Bataillons - Colonnen auf die Mitte .


Linie
der
aus

3
Fig . 39. ( 5.132.)

co
Quarree
Colonne
Mitte
aus
.auf
der
die

-DE
665
by

ELE
Le)(
by
3699
98)(

3
eran
4. 'S
2.
Fig .41. ( $ 143 .)

---
4. or
1

Fig . 45. ( S. 155.a .)


STAR
63.
Flankenmarsch u . gleichzeitige Directionsverænderung.

Schræge Quarrees

Fig. 47. ( $ . 155.e. )


!

aus der Linie .


!
‫ܟܪܝܐ‬
Fűy.42 . ( 8.149; c)

End
---- I
-

20

0
Bataillon

Quarrees en ochellon auf das 2 te Bat. aus der Linie . Der rechte Flügel vor !

rechts
der
aus
Bat
3 e
das
auf
echellon
ten
Quarrees
rechts
!Tete
D. ie
Colonne
geschlossenen
abmarschirten
Aafinarsch aus der linksabmarschirten Colonne auf das 2 te

1
$(4.) 55.6
.Fig6.

rechts
,a
der
Bat
3 eus
das
tauf
Colonnenlinie
in
Deployement
abmarschirten
-C
Deployements
olonne

a) 50.
1Fig.43
.($

JS

Quarree
zwei
von
Bataillonen
aus
linksab
der
marschirten
Colonne
. 9.
Fig
1
)($56.b.
rechtsabmarschirte
das
.a3
der
at
us
Deployement
*Bauf
C.- olonnements
Deploye

.).($ 50.1
1Fig44

.
03 2,
Quarrees
Schroege
Colonne
offenen
der
aus
1)$(Kg
.455.f.
8.

3.
: