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FACHAKADEMIE FÜR SOZIALPÄDAGOGIK

Fachschülerin: Romina Prifti


Fach: Bewegungspädagogik
Lehrkraft: Elisabeth Mitterbichler
Abgabe: 20.02.2021

„YOGA FÜR
KINDER“
Mündlicher Leistungsnachweis
Thema: „Yoga für Kinder“

„Erzähle mir und ich vergesse.


Zeige mir und ich erinnere mich.
Lass es mich tun und ich verstehe“.
Konfuzius

Definition
Der Begriff „Yoga“ stammt etymologisch vom altindischen Wort „yug“, was auf Sanskrit
„Verbindung“ bedeutet. „Verbindung“ bezieht sich dabei auf die Vereinigung des Körpers mit
dem Atem und des Atems mit dem Geist. In „Bhagavad Gita“1, eine der zentralen Schriften
des Hinduismus, finden man die drei grundlegenden Yoga-Pfade: „Karma Yoga“, das die
bewusste Aktivität als Mittel zur Befreiung von Unwissenheit und Transzendenz des „Ich“ nutzt,
„Bhakti Yoga“, das emotionale Energie nutzt, um sich dem Gott zu nähern und „Jnana Yoga“,
das das Denken und Beobachten für Forschung, Analyse Kultivierung und Diskriminierung
nutzt, um festzustellen, was wahr ist und was nicht. In den 1980er Jahren wurde Yoga als
alternative Medizin und als eine Bewegung in der westlichen Welt populär2. Im Yoga wird der
Körper mit Sorgfalt und Respekt behandelt, da er in diesem Konzept das wichtigste Werkzeug
für die menschliche geistige aber auch physische Entwicklung ist. Übungen verbessern die
Durchblutung, stimulieren die Bauchorgane und üben Druck auf das Drüsensystem des
Körpers aus. All dies führt zu einer besseren Gesundheit.

Eine Yoga Unterrichtseinheit besteht aus folgenden Teilen:


➢ Körperübungen/ - Haltungen
➢ Atemübungen
➢ Philosophische Inhalte, wie persönliche Lebenserfahrungen, das Verhalten zur Welt
und zu anderen Menschen.

Räumlichkeit
Es ist bekannt, dass in der Pädagogik der Raum, in dem sich die Kinder befinden, als dritte/r
Erzieher*in verstanden wird. Daher ist es auch beim Yoga wichtig einen gut aus- und
eingerichteten Raum zur Verfügung zu haben, damit dieser die Kinder in ihrem
Erfahrungslernen unterstützt. Der Boden sollte rutschfest sein und rutschfeste Matte sollten

1 Wikipedia, unter dem Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Bhagavad_Gita, Letzter Besuch am


13.02.2021.
2 Mikel Burley, „Hatha Yoga: Its Context, Theory and Practice”, Motilal Banarsidass, Delhi 2000, S. 16.

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verfügbar sein. Außerdem ist es sinnvoll vor der Yoga Stunde gewisse Verhaltensregeln
gemeinsam den Kindern zu kommunizieren.

Förderung der Basiskompetenzen mit Yoga


Yoga ist ein Weg die Gesundheit des Körpers und des Geistes zu unterstützen. Er ist ein
Konzept der geistigen Weiterentwicklung, die die Sozialkompetenz, die Wahrnehmung und die
Gedankenwelt umfasst. Hauptziel von Yoga für Kinder ist es, dass Kinder ihre persönliche
Stärke wahrnehmen und weiterentwickeln. Dazu sollten die Yogaübungen altersentsprechend
angepasst sein, um den Bedürfnissen der einzelnen Kinder gerecht zu werden.
Als Erzieher*innen ist die Förderung der Basiskompetenzen der Kinder einer unserer
wichtigsten Aufgaben. Die Basiskompetenzen sind folgende:
➢ Körperwahrnehmung (Selbstwahrnehmung)
➢ Widerstandkraft (Selbstregulation)
➢ Selbstachtung (Personale Kompetenz-Selbstbewusstsein)
➢ Beziehungsfähigkeit (Soziale Kompetenz – Wahrnehmen anderer und Bildung)
➢ Aufmerksamkeit (Emotional-mentale Kompetenz-Kommunikation)
➢ Identitätsentfaltung (Lernmethodische Kompetenz-Selbstreflexion)

Dia Basiskompetenzen unterstützen das Kind seine Mitmenschen und seine Umgebung
besser zu verstehen. Außerdem gelten sie als Grundlage für den Erfolg in der Schule, Beruf,
Familie und Gesellschaft. Mit Yoga können die Erzieher*innen die Basiskompetenzen der
Kinder weiterentwickeln. Die Kindheit ist bereits die beste Zeit, in der das Kind mit Yoga, durch
Übung und eigene Erfahrung, seine Persönlichkeit und seinen Körper besser kennen lernen
kann. Yoga ermöglicht den Kindern sich und ihren Körper wahrzunehmen und zu reflektieren,
welche Gedanken sie haben.
Durch den Körper hat das Kind die Möglichkeit, sich selbst und die Welt zu entdecken. Die
Wahrnehmung und Wertschätzung des Körpers werden durch das Gefühl und Gespür des
Kindes über die Kontrolle seiner Körperfunktionen angeregt. So entwickelt das Kind ein
kognitiv-emotionales Bild seines Körpers, was sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung
des Kindes auswirkt. Zudem fördert die Kooperation von Körper- und Atemaktivität die
Gesundheit der Kinder und den Respekt für die eigenen Grenzen und Möglichkeiten. So
lernen die Kinder, dass Grenzen zu setzen aber auch gleichzeitig die eigene Stärke zu
erkennen, wichtige Aspekte für das Leben sind.
Atem steht im Mittelpunkt im Yoga und eine gute Atemtechnik ist ein wichtiges Ziel des Yoga
Unterrichts. Die Kinder lernen auf ihren Atem aufmerksam zu werden und ihn ruhig und
langsam fließen zu lassen. Ein Kind, das sich seines eigenen Atems bewusst wird, erkennt

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besser, wenn es seinen Atem bei Stress unterdrückt. Durch langsames Atmen kann ein Kind
sich selbst beruhigen, wenn es z.B. mit einem anderen Kind gestritten hat.
Die Ruhe und die Achtsamkeit haben eine besondere Bedeutung im Yoga und die Kinder
erkennen, dass dies wichtige Fähigkeiten sind, die mithilfe von Yoga Übungen gelernt werden
können. Wenn ein Kind ruhig und achtsam ist, fällt es ihm einfacher seine anderen
Kompetenzen zu entwickeln. Durch Yoga entdeckt das Kind seinen Körper, seinen Atem und
seine geistigen Fähigkeiten.
Im Yoga müssen Kinder lernen, ihr inneres Gleichgewicht zu finden. Dies hilft ihnen, die
Bedürfnisse ihres Körpers zu erkennen, was folglich zu ihrer emotionalen Einstellung
gegenüber ihren Mitmenschen beiträgt und ihre Selbstwahrnehmung positiv beeinflusst. Zum
Beispiel, wenn ein Kind Angst vor einer Klausur hat, kann ihm ein Gefühl des körperlichen
Gleichgewichts Mut geben.
Yoga beruhigt den Geist und trainiert den Körper. Für Kinder ist es wichtig, ruhig und
verständnisvoll zu handeln, glücklich zu sein und inneren Frieden zu fühlen. Kinder setzen sich
selbst heutzutage oder werden bereits von anderen früh unter Druck gesetzt und erleben so
in jungen Jahren bereits viel Stress. Yoga ist ein guter Weg, um sich von Stress-Faktoren zu
befreien. Darüber hinaus lehrt Yoga Kinder nicht aufzugeben, geduldig zu sein und zu
arbeiten, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Der/Die Yogalehrer*in oder Erzieher*in führt in einer
Yoga Übung nur, aber das Kind muss selbst arbeiten - was bedeutet, dass es sich noch
zufriedener fühlt, wenn es Erfolg hat.

Υοga mit Kindermärchen

Yoga, der Kinder ansprechen soll, unterscheidet sich naturgemäß von einem Yoga-Kurs für
Erwachsene. Er beinhaltet folglich viel Spiel, Lachen, lustige Übungen aus der Tierwelt, und
schnelle Wendungen, bei denen sich Kinder nie langweilen. Die Intensität sollte altersgerecht
angepasst sein. Durch die Übungen entdecken sie neue Wege des körperlichen Ausdrucks.
Gleichzeitig beruhigen sie sich und entspannen sich durch die Atemzüge, während sie lernen,
sich zu konzentrieren, zu schweigen und zuzuhören. Bei Grundschulkindern sollte in einer
Yoga-Übung der Spaß im Vordergrund stehen.
Kinder haben Spaß daran Märchen zu hören, während sie üben, und erfreuen sich dabei Hund,
Katze und viele andere Tiere zu imitieren. Dieser Umstand kann im Yoga-Unterricht zur
Vermittlung der Übungen genutzt werden. Geschichten oder Märchen, in denen viele Tieren
vorkommen, sind besonders geeignet. Die Fachkräfte steht es frei sich auch Geschichten
auszudenken. Die Kinder können in der Erschaffung der Geschichten mitmachen.
Eine Yogaeinheit beginnt immer mit den Strecken der Körperteile, um sicher zu stellen, dass
die Kinder sich richtig aufgewärmt haben. Nach ein paar einfachen Streckübungen hören die

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Kinder ein improvisiertes Märchen. Einige spezifische Wörter des Märchens entsprechen
Yoga-Posen, z. B. Baum, Löwe, Sonne, Hund usw. Während die Geschichte fortschreitet, zeigt
der/die Erzieher*in den Kindern, was zu tun ist. Auf diese Weise reisen sie nicht nur mit ihrem
Geist, sondern auch mit ihrem Körper ins Märchen und in die Phantasiewelten. Je nach
Geschichte ändern die Techniken den Namen oder die Haltung. Es ist möglich das Märchen
mit Theaterelementen auszuschmücken, wie z.B. mit Geräuschen von Tieren!

Ein Beispiel eines Märchens, das in Präsenzunterricht gezeigt werden kann:

Eines Tages, als die Sonne aufging, wehte auf einer Farm, die neben einem Wald mit vielen
Bäumen stand, ein starker Wind. Der Wind trug die Worte eines verängstigten Flamingos,
der um Hilfe bat. Zu dieser Zeit war die Einzige, die bereits aufgewacht war, die weiße Kuh.
Von dieser Stimme verängstigt und weil sie nicht wusste, wie man Flamingo spricht, rannte sie
los, um die kluge Farmkatze zu wecken.
Die Kuh sah die Katze im Schatten eines großen Baumes sitzen. Die Katze rannte dann los,
um den Hund zu finden, weil er der Einzige war, der Fremdsprachen beherrschte,
einschließlich Flamingo! Auf dem Weg sah sie einen Hasen, der sich hinter einer Blume
versteckte.
Der Hund, der sehr schlau war, sagte den beiden, dass sie drei die Farm verlassen und in den
Wald gehen müssten, um mit dem Flamingo sprechen.
Und so geschah es! Die Kuh ging zuerst, dann die Katze und dann der Hund. Auf ihrem Weg
trafen sie zwei große Giraffen mit langen Hälsen. Alles zusammen halfen dem Flamingo!

Symbole für Yoga mit Kindern:

1 Sonne 3 Baum
1 Flamingo

2 Blume

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Quellenverzeichnis
Becker-Oberdender Kornelia, Sriram R., Yoga für Kinder und Jugendliche: Pädagogik für das
Leben: Ausgeglichenheit, Konzentration und Selbständigkeit, Via Nova, Peterberg 2020.
Burley Mikel, Hatha Yoga: Its Context, Theory and Practice, Motilal Banarsidass, Delhi 2000.
Wikipedia.de, Link: https://de.wikipedia.org/, zuletzt abgerufen am 13.02.2021.

Bilderverzeichnis
Behindertenhilfe- und Rehabilitations GmbH, Link: https://www.behinderten-reha.de/,
zuletzt abgerufen am 13.02.2021.
Pinterest, Link: https://www.pinterest.de/, zuletzt abgerufen am 13.02.2021.
Yoga aktuell, Link: https://www.yoga-aktuell.de/ , zuletzt abgerufen am 13.02.2021.