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Siṁhachalam Küchenrichtlinien

Version 1.0

prahlāda-hṛdayāhlādaṁ 
bhaktāvidyā-vidāraṇam
śarad-indu-ruciṁ vande 
pārīndra-vadanaṁ harim

"Laßt mich meine Ehrerbietungen Śrī Nṛsiṁhadeva erweisen, der immer Prahlāda Mahārāja in
seinem Herzen erleuchtet und der die Unwissenheit tötet, die die Gottgeweihten angreift. Seine
Barmherzigkeit verbreitet sich wie Mondschein und Sein Gesicht gleicht dem eines Löwen. Laßt
mich Ihm immer wieder meine Ehrerbietungen erweisen." (von Sridhara Swami, CC Madhya 8.5,
Erläuterung)

Einleitung
Devotees sollten zu Expertenköchen werden, damit der Bildgestalt nur erstklassige
Zubereitungen angeboten werden. Dieses Handbuch soll den Gottgeweihten das nötige Verständnis
und Anleitung geben damit die von ISKCON Deity Worship Ministry festgelegten Standards für die
Verehrung in ISKCON-Tempeln befolgt werden können. Das Motto dabei ist: "Wenn du im Zweifel
bist, dann opfere nicht." Der einfache Test besteht darin, sich zu fragen: "Würde ich dies meinem
spirituellen Meister anbieten, wenn er persönlich anwesend wäre? Wenn du weißt, dass ein Gericht
nicht angeboten werden kann, z.B. weil es verunreinigt, verbrannt oder zu stark gesalzen ist, solltest
du es nicht der Bildgestalt oder dem spirituellen Meister anbieten.

Als Referenzbuch zu diesem Handbuch hat Pancaratra Pradipa (ISKCON GBC Press 1994, Volume
I and Supplement) gedient. Wir haben auch die Erfahrungen der Siṁhachalam-Köche einfließen
lassen. Die Hauptreferenzquellen der Pancaratra Pradipa sind die Anweisungen von Śrīla
Prabhupāda, zusammen mit unterstützenden Hinweisen aus der Hari-bhakti-vilasa, sowie andere
Texte über Pancaratrika und Agama, die für die Einzelheiten herangezogen wurden.
Dienstbeschreibung ISKCON Siṁhachalam Köche:
 schmackhaftes und gesundes Kochen für Bildgestalten und Gottgeweihte
 die Kochmengen mit Tempelmanagement bzw. Gästehaus prüfen und sorgen, dass es genug
Prasādam für den Tag gibt
 genaue Anleitung von Küchenhelfern und gute Teamarbeit in Krishna-bewusster
Atmosphere
 sorgen, dass Prasādam rechtzeitig transferiert (15 Minuten vor Prasādam-seva) und serviert
wird
 sorgen, dass die Küche sauber und ordnungsgemäß hinterlassen wird (Flächen, Geschirr,
Kochherd, Regale, Boden, Kühlschrank), so dass die andere Köche sofort ihren Dienst
aufnehmen können (ein Brahmana hinterlässt den Platz sauberer als er ihn vorgefunden hat)
 Gewürze, Dal und Ghee nachfüllen
 Bhoga auf Qualität und Frische kontrollieren (außen und in Kühlschrank/Kühltruhe)
 die Küchenleitung über jegliche Knappheit der Vorräte und Mängel an Geräten und
Gegenständen informieren
 bei Sonderbedarf rechtzeitig bei zuständiger Person Bestellung aufgeben

Die wichtigsten Prinzipien des Kochens


1. Sauberkeit des Körpers
2. Sauberkeit der Küche und der Kochutensilien
3. Reinheit der Zutaten
4. Reinheit der Zubereitung
5. Reinheit des Bewusstseins

Die Küche, in der das Essen des Herrn zubereitet wird, ist eine Erweiterung des Altarraumes,
in dem Er isst. Daher sollte an beiden Orten derselbe Sauberkeitsstandard eingehalten
werden.

Wer darf kochen:


- für Bildgestalten nur zweiteingeweihte, geschulte und gesunde Vaiṣṇavas
- In Ausnahmen können auch ersteingeweihte Vaiṣṇavas für Devotees kochen. Das Bhoga sollte in
einem solchen Fall in der Küche von einem zweiteingeweihten Vaiṣṇava geopfert werden
- Kekse können zubereitet werden von Bhaktas, der Backofen aber von Brahmanas bedient werden
Persönliche Reinheit

Köche-Kleidung

 Vaiṣṇava Kleidung, kein Caddar notwendig


 Keine synthetische Kleidung (Brandgefahr + unrein)
 Kopfbedeckung bei langem Haar
 Nur Küchenschuhe & -Schürzen, diese dürfen aber nicht außerhalb der Küche getragen
werden

Vor Beginn des Kochens

Geduscht (vor allem wenn verschwitzt), Ācamana, Tilak, Hände gründlich waschen

AKTION URSACHE

Duschen (wenn notwendig), saubere  Stuhlgang Vollbad


Kleidung, Ācamana, Tilaka  Nachrasten länger als 1 Stunde
 Rasieren, Zähneputzen, berühren von
Tieren, unreinen Gegenständen oder
beim Verlassen des Tempelgeländes
Kleider wechseln und Ācamana machen  Bei Kontakt durch: Speichel, Blut,
Frauen in Menstruation, unreine
Gegenstände (zB. Bett), unreine
Personen (in Kontakt mit o. a. Punkte)
 Urinieren oder das Betreten des WCs
 Nachrasten kürzer als 1 Stunde, wenn
auf sauberer Unterlage gelegen
 Nach Prasādam ehren
Kleider nicht wechseln, aber Hände Kleine Essensmenge aus der Luft kosten
waschen (außerhalb der Küche), wenn Mund dabei nicht
berührt wird

Husten, Niesen

Einwegtaschentücher verwenden und sofort in Hände gründlich waschen und Ācamana


den Müll werfen - wenn kein Speichel auf die Kleidung kommt.
Sonst auch Kleider wechseln.

Frauen Periode

Vollbad und Haare waschen nach Periode Kontaminierungszeit: min. 4 Tage oder bis
Blutung stoppt
Krankheiten

Küche nicht betreten:  bei Anzeichen oder während einer


ansteckenden Krankheit
 wenn man offene Wunden oder
Hautverletzungen hat, welche
kontaminierend sein können
 Atemwegserkrankungenen

Ācamana

 Beim Beginn des Dienstes (kochen, verehren, Gāyatrī)


 Husten
 Nach dem Urinieren
 Nach dem Essen (wenn dabei der Mund berührt wird)
Küchenreinheit
Lebensmittel

 alles vor der Zubereitung waschen (Getreide, Linsen 3-4 Durchgänge)


 Zubereitungen abdecken
 Bhoga in verschlossene Behälter, auch Ghee lagern
 Auf Boden gefallene Zutaten abwaschen wenn möglich, ansonsten entsorgen. Alles was
die Füße/Schuhe berührt entsorgen
 Strikte Trennung von Prasādam und Bhoga! Nach dem Berühren des Prasādams Hände
waschen bevor man wieder Bhoga anfasst
Flächen
 Prasādam-Reste gründlich waschen/entfernen bevor man Bhoga wieder zubereitet

Strikte Trennung von Bhoga und Prasādam

Bewusstsein
 
 Spirituelle Klangschwingung wie  Hektik
Kīrtana oder Vorträge  Prajalpa – weltliches Geschwätz
 Stimmung der Hingabe und Liebe zu  Populäre nicht devotionale Musik
Kṛṣṇa  soweit möglich keine unverheirateten
 Nur Kṛṣṇa-kathā M / F zusammen in der Küche dienen

Küche Putzordnung

Täglich  Boden
 Arbeitstische
 Kochtöpfe und –zubehör (nicht
übernachte stehen lassen)
 Müll
Wöchentlich  Kühlschränke
 Regale
 Backofen
Vor jedem Ekādaśi Mahā-Cleaning

Monatlich  Abluftanlage
 Decke
 Wände

Wenn Geschirr oder Zubehör verunreinigt wurde (durch Berührung mit Speichel, Blut,
Füße, unreine Gegenstände, Tiere, Personen), dann müssen sie mit der Mischung aus
frischem oder trockenen Kuhdung zuerst dekontaminiert bzw. gründlich gespült werden,
bevor man es wieder für Kṛṣṇa verwenden kann
Lebensmittel

White List Black List

Oliven ohne Essig Getreideprodukte von


Nicht-Gottgeweihten
Sahne, Cremé Fraishe, Quark (veg. v Dosen (Getreide & Hülsenfrüchte)
LIDL)
Nicht erhitzte Haferflocken Tomatenmark
Linsen Rote Linsen, Masoor dal
Kidney Beans Pilze, Zwiebel, Knoblauch, Lauchgewächs
Backpulver Mais vorgekocht (Sonnenmais)
Tiefkühl Bohnen, Erbsen, Spinat (obwohl Soja (alle Produkte), Tofu
erhitzt)
Nur Devotees: Lecithin
Käse (Veggie Label), Hefe, Passierte Keine “Spuren von Ei” o.ä.
Tomaten
Nudeln (erhitzt durch Karmis = möglichst E-Nummer: ???
vermeiden)
Haferflocken (nicht für Nārasiṁha, Mono- & Diglyceride von Speisefettsäuren
Cookies, selber pressen wird probiert)
Essig

Lagerung der Lebensmitteln:


 Es ist ein Vergehen gegen die Bildgestalten, gelagerte Lebensmittel verfaulen zu lassen,
bevor sie für Opfergaben verwendet werden
 Köche sollten wissen, welche Artikel verfügbar sind, und sie verwenden, solange sie frisch
sind.
Der Kochvorgang
Vor dem Kochen: Prüfe die Sauberkeit der Flächen und Kochutensilien:
1. Wische über die Zubereitungsflächen, damit keine Prasādam-Reste sich mit Bhoga
vermischen.
2. Wasche oder spüle die Töpfe und Kochzubehör vor der Nutzung.
3. Prüfe die Menge an Prasādam, die vom Tag davor oder von Morgen übrig geblieben
ist.

Wiedererwärmen vom Prasādam


Bestimmte Nahrungsmittel sollten nicht wieder erhitzt werden, da ihre verminderte Verdaulichkeit
Krankheiten verursachen kann oder weil sich dadurch Gifte in der Nahrung bilden. Der Ayurveda
verurteilt das Wiedererwärmen von Reis, Sabji, Ghee, Öl und Medizin.
Wenn schon, dann sollte Prasādam schonend erwärmt werden. Spinat und Salat nicht erwärmen!
Flüßiges Prasādam sollte auf dem Feuer erwärmt werden.
Trockenes Prasādam kann man im Offen erwärmen, ohne es zu stark zu erhitzen, sondern zuerst
heißes Wasser beimischen, damit es nicht anbrennt.
Ekādaśī
Ekādaśī-Fasten wird von jiva-tattva befolgt, nicht von viṣṇu-tattva.
Es ist am besten, wenn es zwei separate Teller gibt, um Ekādaśī- und Nicht-Ekādaśī-Zubereitungen
von einander zu trennen.

Ekādaśī tauglich Ekādaśī nicht tauglich


Buchweizen Getreide und Hülsenfrüchte
Amaranth Senfkörner, Asafötida Pulver
Quinoa Gemahlene Gewürze vermeiden, da Mehl
enthalten sein kann
Ganze Gewürze oder frisch gemahlen Zutaten die mit Getreide in Berührung
gekommen sind
Vanille Vanille Zucker
Carob Sesamsamen
Rosinen (gemischt mit Maisstärke)
Harter Käse, geriebener Käse (wegen Stärke)
Generell möglichst wenig Gewürze an Ekādaśī

Mahāprasāda an Ekādaśī:
Ekādaśī-Mahāprasāda aus Getreide sollte bis zum nächsten Tag aufbewahrt werden; wenn das nicht
möglich ist, kann sie an Personen, die sich nicht strikt an die Vaiṣṇava-Vorschriften halten, oder an
Tiere verteilt werden.
Tatsächlich bewahrt die Mahāprasāda ihre Reinheit an Ekādaśī trotz des Vorhandenseins der Pāpa-
puruṣa, und daher wird sie jeden, der sie isst, reinigen...
Das Standardmenü für Śrī Śrī Prahlāda Nārasiṁha
Der Standard der Bildgestalten-Verehrung (u.a. ein Standardmenü von Bhoga-Opfergaben) wird mit
der Installation festgelegt und sollte beibehalten werden.
Die Anzahl der regelmäßig angebotenen Artikeln zu reduzieren, ist ein Vergehen, wenn es
irgendwie vermeidbar ist.
Ihre Anzahl zu erhöhen ist zulässig, wenn der neue Standard positiv aufrechterhalten werden kann
und es von Tempelautoritäten genehmigt wurde.
Es kann jedoch Gelegenheiten geben, bei denen man zusätzliche Zubereitungen anbietet, ohne die
Absicht zu haben, den regulären Standard zu ändern. zB. Festtage
Prinzip ist, dass Frittiertes immer mit einer Soße oder einem Chutney serviert werden sollte,
während Getreide immer mit einem etwas feuchten Sabji serviert werden sollte.

Frühstück Mittagessen Abend (sandhya-bhoga)


(laghu-bhoga) (raja-bhoga)  Puris
● Kleines Subji  Basmati Reis  Kala-pani (Winter
heiß, Sommer kühl)
● Geröstete  Dal
Kichererbsen  Heiße Milch
 Trockener Subji (auch im Offen
● Iddlis mind. gebacken)  Chutney oder
10 Stück kleines Subji
 Flüßiger Subji, oder dicke Suppe,
optional
● Kokoschutney oder gedämpftes Gemüse
zum Iddli  Chapatis aus Atta-Mehl oder
● Halava Vollkornmehl, mind. 10 Stück
● Laddhus  Snack (Pakora, Samosa, Dokla,
Kofta, Vadas, Paneer gebraten
● optional usw.), mind. 10 Stück
Kitchari
(größere  Früchte-Chutney
Menge für  Salat
Devotees)  4 Churma na Laddhus
 Getränk: z.B. Fruchtsaft,
● Tee
Kräutersaft, Lassi oder ein anderes
Joghurtgetränk.
Im Sommerzeit kühlend, in
Winterzeit eher wärmernd
 Selbstgemachte Pickles

Von Pujaris vorbereitet:


 Salz oder selbstgemachter
Kräutersalz
 Verdauungsgewürze
 Frisches Wasser