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Grundlagen der Automatisierungstechnik

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik

Übung 1

Zahlensysteme und Boolesche Algebra

Aufgabe 1. Zahlendarstellung
In dieser Aufgabe sollen Sie ein Gefühl für den Umgang mit Dualzahlen entwickeln. Die
Dualzahlen sind als 8-Bit Zahlen darzustellen. Tiefgestellte Zahlen geben die Basis des
Zahlensystems an.

1) Welche Zahlenbereiche lassen sich mit 4 Bits mit und ohne Vorzeichen darstellen?
Begründen Sie!
2) Wandeln Sie die Zahl 8710 in eine Dualzahl um!
3) Wandeln Sie die Zahl 101101012 in eine Dezimal-, Oktal- und Hexadezimal um!
4) Ermitteln Sie zu −14110 die 2er-Komplement-Darstellung mit acht Stellen! Was fällt
Ihnen auf?

Aufgabe 2. Rechnen mit Dualzahlen


Im Folgenden sollen Sie mit Dualzahlen rechnen. Die Zahlen und Ergebnisse werden mit acht Bit
abgespeichert. Prüfen Sie die Ergebnisse auf Plausibilität und erklären Sie gegebenenfalls das
Ergebnis.

1) Addieren Sie 101010112 zu 101100102 .


2) Subtrahieren Sie 001001112 von 011101002 .

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Fachgebiet Industrielle Automatisierungstechnik


Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Grundlagen der Automatisierungstechnik
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Aufgabe 3. Boolesche Algebra


Das Axiomensystem der Booleschen Algebra.

𝑎∙𝑏 =𝑏⋅𝑎 (1)


𝑎+𝑏 =𝑏+𝑎 (2)
(𝑎 ∙ 𝑏) ∙ 𝑐 = 𝑎 ⋅ (𝑏 ⋅ 𝑐) (3)
(𝑎 + 𝑏) + 𝑐 = 𝑎 + (𝑏 + 𝑐) (4)
(𝑎 + 𝑏) ∙ 𝑐 = (𝑎 ⋅ 𝑐) + (𝑏 ⋅ 𝑐) (5)
(𝑎 ∙ 𝑏) + 𝑐 = (𝑎 + 𝑐) ⋅ (𝑏 + 𝑐) (6)
𝑎∙1=𝑎 (7)
𝑎+0=𝑎 (8)
𝑎 ∙ 𝑎̅ = 0 (9)
𝑎 + 𝑎̅ = 1 (10)
Regeln zur Vereinfachung Boolescher Ausdrücke:

𝑎∙𝑎 = 𝑎 (11)
𝑎+𝑎 = 𝑎 (12)
𝑎∙0=0 (13)
𝑎+1=1 (14)
𝑎+𝑎∙𝑏 = 𝑎 (15)
𝑎 ∙ (𝑎 + 𝑏) = 𝑎 (16)
𝑎 + 𝑎̅ ∙ 𝑏 = 𝑎 + 𝑏 (17)
𝑎 ∙ (𝑎̅ + 𝑏 = 𝑎 ∙ 𝑏 (18)

De-Morgansche Regeln:

𝑎̿ = 𝑎 (19)
𝑎̅ ∙ 𝑏̅ = ̅̅̅̅̅̅̅
𝑎+𝑏 (20)
𝑎̅ + 𝑏̅ = ̅̅̅̅̅̅
𝑎∙𝑏 (21)

1) Beweisen Sie Regel (15) zunächst mit Hilfe einer Wertetabelle und danach noch einmal
durch Herleitung aus den Axiomen. In der Beweiskette dürfen nur Axiome oder mit
Axiomen bewiesene Regeln verwendet werden. Hinweis: Beweisen Sie die Regeln 11,12
und 14, wenn Sie diese verwenden möchten.
2) Vereinfachen Sie die folgenden Ausdrücke so weit wie möglich!
a. ̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅
̅̅̅̅̅̅̅
𝑎 + 𝑎 + ̅̅̅̅̅̅̅
𝑎 + 𝑎 ⋅ [(𝑎̅̅̅̅̅̅̅
+𝑎+𝑎 ̅̅̅̅̅̅̅ ̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅̅
+ 𝑎) + (𝑎 ⋅ (𝑎 + 𝑏) ⋅ (𝑎 + 𝑏))]
b. 𝑎̿ + 𝑎̅ + 𝑏 + 𝑎̅ ⋅ 𝑐̅

Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

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Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
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Aufgabe 4. Normalformen
1) Wenden Sie auf den Ausdruck (𝑎 + 𝑏̅)(𝑎̅ + 𝑐̅)(𝑏 + 𝑐)(𝑎̅ + 𝑏 + 𝑐̅) die Distributivgesetze
(Regeln (5) und (6)) solange an, bis eine möglichst einfache DNF erreicht ist!
2) Es soll ein Schaltnetz entworfen werden, an dessen Eingang eine vierstellige Dualzahl
(𝑥3 , 𝑥2 , 𝑥1 , 𝑥0 ) anliegt und das dann entscheidet, ob es sich dabei um eine Primzahl
handelt oder ob sie durch drei teilbar ist. Die Ausgabe erfolgt durch die Steuerleitungen
(𝑝𝑟𝑖𝑚, 𝑑𝑟𝑒𝑖).
a. Stellen Sie die zugehörige Wertetabelle (𝑥3 , 𝑥2 , 𝑥1 , 𝑥0 | 𝑝𝑟𝑖𝑚, 𝑑𝑟𝑒𝑖) auf.
b. Bestimmen Sie mittels KV-Diagramm die minimale Funktion für „𝑝𝑟𝑖𝑚“.
c. Bestimmen Sie die minimale Funktion für „𝑑𝑟𝑒𝑖“.
d. Zeichnen Sie das zugehörige Schaltnetz für die Funktion „𝑝𝑟𝑖𝑚“.

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