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PAULYS PAULYS

REAL-ENCYOLOP ÄDIE REAL-ENCYCLOP ÄDIE


DER DER

CLASSISCHEN ALTERTUMSWISSENSCHAFT CLASSISCHEN ALTERTUMSWISSENSCHAFT

NEUE BEARBEITUNG NEUE BEARBEITUNG

-)

UNTER MITWIRKUNG ZAHLREICHER FACHGENOSSEN UNTER MITWIRKUNG ZAHLREICHER FACHGENOSSEN

HERAUSGEGEBEN HERAUSGEGEBEN
VON VON

GEORG WISSOWA GEORG WISSOWA

ACHTER HALBBAND VIERTER BAND


Corniscae - Demodol'os Claudius mons - Demodoros

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STUTTGART STUTTGART
J. B. MET ZLERSCHER VERLAG J. B. MEl'ZL ERSCHER VKRLAG
1901. 1901.
2399 Delokes
mit; am wahrscheinlichsten ist, dass Apollonio8
Delopeia
Philonis, welch letztere, ebenfalls eine Tochter
2400
] 2401 Delophontes
Deiophontes (Llt)IO<pOVTt);), Troianer, von Teu-
Deiotarus
Fürsten der Trokmer, seinem Schwiegersohne
2402

eine Recension der kyzikenischen Chronik benüt~te, des D., auf dem Parnasse von Apollon den Philam- kros mit dem Pfeil getötet, Quint. Smyrn. VIII Brogitaros, dem Schützling des Clodius, in Streit
die der unter D.s Namen gehenden sehr ähnlIch, mon und von Hermes den Autolykos gebar. Phere- 317. . [Hoefer.] um das Heiligtum in Pessinus. Brogitaros nahm
aber nicht identisch mit ihr war. [Schwartz.] kydes in Schol. Od. XIX 432. Von Strab. X 452 Deiopites (.dt]wJrtnJ<;; Suid. ed. Bekk. Llt)IO- den Tempel in Besitz, aber D. vertrieb ihn wieder
Deiokes (Llt]IOX']>), narh Herodot erster von wird auch pterelaos ein Sohn des D. genannt. viTt)<;, ed. Bernh. Llt)IOJrüJTt};). 1) Troianer, von daraus. Cic. de harusp. resp. 28ff.; de domo 129;
Assyrien unabhängiger medischer König, regierte Nach dem Tode ihres Vaters Salmoneus wurde Odysseus verwundet, n. XI 420, Sohn des Pria- pro Sestio 56; vgl. Plut. Cat. min. 15. Als Crassus
53 Jahre von 708-656 (Thronbesteigung des Tyro bei ihrem Oheim D. auferzogen, welcher sie, mos, ApolIod. III 12,5. Hyg. fab. 90; nach Dik- 54 V. Chr. auf dem Wege nach Syrien Galatien
Kyros im' J. 558) bezw. 699-647 (Herrschaft des als sie schon von. Poseidon sehwan~er war, dem tys III 7 von Agamemnon getötet. besuchte, war D. mit dem Bau einer Stadt die
Kyros über ]l,fellien von 549 an) s. E. Me y e r Kretheus zur Gattlll gab. Ihr Sohn l'Ieleus forderte 2) Troianer, von Meges getötet, Quint. Smyrn. vielleicht Neapolis heissen sollte, beschäftigt; 'doch
Geseh. des Altert. I 554. Er ~rde von' den 10 dann vergeblich von Iphiklos, dem Enkel des XIII 2 1 2 : . 10 sc?eint diese nicht zur Vollendung gediehen zu
"federn zum König erwählt, da er schon wäh· D., das Muttergut heraus. Vgl. die Sage von 3) Gneche, Gefahrte des Thoas, von des Eury- sem. Plut. Crass. 17. Cieero wird während seiner
rend der Anarchie mit Klugheit und Gerechtig- Ixion und Eioneus, Schol. Od. XI 290. Eust. Od. pyl?s Diener verwundet, von Eurypylos getötet, kilikischen Statthalterschaft mit D. Freundschaft
keit die Streitigkeiten geschlichtet hatte. Er liess 1685. Ob nach Pherekyd~s ist fraglich, Thräm~r J Qumt. Smyrn. VI 579ff. [Hoefer.] geschlossen haben; D. stellte damals bei dem
sich sodann von den Medern eine Feste bauen, Pcrgamos 139. Auf zwei rf. Amphoren des Bnt. Deiotarns (Llt],oxll{!o<;). 1) Galater aus dem drohenden Partherkriege dem Cicero wie dem Bi-
Ekbatana, umgab sich mit einer Leibwache, ver- Mus. (868. ~69), die auf der eipen Seite.. Eo~ und T.etrarchengeschleeht der Trokmer, Vater des Bro- bulus sein Heer zur Verfügung, Cie. ad fam. XV
schloss sich in seinen Palast und führte ein Cere- Kephalos zeigen, glaubt. man III der mannhchen gltaros und der Adobogiona, Hirschfeld Hermes 1, 6. 2, 2.4, 5ff. VIII 10, li.; ad Att. Y 18, 2.
moniell ein, das seine Unterthanen daran gewöhnen Figur der Rückseite D. zu erke~nen .. XIV 4 7 4 f . . 20, 9. 21, 2. YI 1, 14; pro Deiot. 39; Phil. XI
sollte ihren Könicr als ein Wesen höherer Art zu 2) Sohn des Eurytos aus Olchaha und der 2) ~oh,! des ~onm~nx (CIA III 544, we~n 34. A.Is der Bürgerkrieg zwischen Caesar und
betra~hten, Hero! I 96-101 (vgL Diod. II 32). Antioche (Antiope Schol. Apoll. Rhod. I 87. Hyg. d.ort nchtIg erganzt 1st), Tetrarch der ~Sla- PompClus ausbrach, folgte D., wie natürlich, dem
Die Erzählung Herodots hat lccrendcnhaften Cha- 20 fab. 14), Hesiod. frg. 130 K. = Schol. Soph. Trach. tlSC?en .Galater aus dem Stamme der Tohsto- 20 letzteren und begleitete ihn trotz seinem hohen
rakter. In dim Annalen Sargo~ls wird ein mcdi- 266, vielleicht auch Diod: Sie. I':' 37, 5 (h~. Mo- bogler, lD deren Gebiet seine Schlösser Blukion Alter persönlich mit 600 Reitern ins Feldlager
scher Fürst Dajaukkn erwähnt, der im J. 715 von ;.lwv), Bethe a. O. 75. Seine Gattm war Pengune, und Peion lagen (Strab. XII 567). Er gehörte trennte sich aber nach der Schlacht bei Phar:
Sargon gefangen und mit den AngeHehensten seines die Tochter des Sinis, die vorher von Theseu.s d:n zu den Tetrarchen, die den Nachstellungen des salos von ihm und machte seinen Frieden mit
Reichs nach Hamath verpflanzt wurde. Das Land ~elanippos geboren hatte,. Plu~. Thes. 8. SIe 1st Mithridates VI. entrannen (Plut. de mul. virt. 23. Caesar, den er mit Geld unterstützte Caes. bell.
des Dajaukku wird auch zum J. 713 genannt. dIe Mutter des Megarerkömgs NlSOS, Hyg. fab. 198. Appian. Mithrid. 46), und ist seitdem ein getreuer civ. III 4. 3. Appian. bell. civ. II 71'. Cass. Dio
Seine Nachkommen haben wohl die Meder gegen Die ursprüngliche Identität mit Nr. 1 ist nicht :Freund der Römer, denen er bei allen Kriegen XLI 63. Cic. p. Deiot. 9ff. 14; de divill. I 26f.
die Assyrer geeint. E.:.\1 e y e r a. a. O. I 456. sicher nachzuw~ise~. Inschriftlich, als Lltila Ftwv in Vordera~ien Zuzug leistete, wodurch er mit II 78f.; Phil. XI 34. Die AUssöhnung mit Caesar
555. ~1ellallt Ann. des rois d'Assyrie 164. 167. auf dem altkormthlschen Krater \'\ clcker A. D. den verschIedenen Imperatoren, Sulla, Murena, war für ihn um so drinO'ender als damals Phar-
Nöldeke Aufsätze zur pers. Gesch. 4~6. Tiele V Taf. 15 S. 261ff. Mon. d. Im;t. YI 33. Servilius Isauricus, Lucullus, Pompeius, Caesar, nakes seine pontischen °Besit;ungen, besonders
Assyr.-babyl. Gesch. 24lf. 263. 407f. D ela ttre 30 3) Sohn des Herakles und der Megara, Deinias Cato, Crassus, Bibulus, Antonius, bekannt und 30 Kleinarmenien, in Besitz nahm. D. unterstützte
Le peuple et l'empire des Mildes jusqu' 11 la fin Arg. in Schol. Pind. Isthm. III 79 (105). Der Name befreundet ward (Cic. pro Deiot. 27. 37; Phil. daher den Legaten Caesars, Domitius Calvinus,
du regne clc Cyaxare, Bruxelles 1883 tPreisschr.) ist wahrscheinlich aus dem vorhergehenden Ll'lt- XI 33f.), besonders aber mit Cicero, der seines verpflegte sein Heer in Galatien und gab ihm
105. 129ff. Pntsek }Iedien und das Haus des ,,60w entstanden. [Escher.] Lobes v~ll ist, und ihn als guten Hausvater, fru- seine beiden Legionen mit, die in der Niederlage
Kvaxares Berliner Studien XI (1890) insbes. 39. Deione ('? Llt]tovt]). 1) Aus Delonides er- ga~en WHts.chafter, gottesf~r.chtigen Mann rühmt bei Nikopolis hart mitgenommen wurden, Caes.
49f. Nickel Herodot und die Keilschriftforschung schlossen, Tochter des Delon (?), von Phoibos (ClC. p. DelOt. 26ff.; de dlVln. I 26f.). D. war, bell. Alex. 34. Dio XLII 45. eie. p. Deiot. 14.
60fl. [J. Miller.) ~lutter des. 1tIiIetos, Ovid. met .. IX 443. . wenn. man seine 'l'haten erwä(\'t, &"e~ss nicht besser E~ scheint, dass D. die Gelegenheit des Bürger-
De'ioleon (Llt]IOUWV), Begleiter des Kadmos, 2) Kallnn. frg. 48 = Schol. Pmd. ~em. I 31st zu als selDe Genossen auf den klemaslatJschen Thronen, kneges benutzt hatte, um vielleicht unter Con-
vom Aresdrachel1 getötet, Tzetz. Lycophr. 1206. schrei~~n Llt]wivt] (Toc~ter der Deo). JEsch~r.] wohl aber übertraf er Yiele an Thatkraft und Ge- nivenz des Domitius Calvinus die bei den andern
Schol. Dionys. Perieg. 391. [Bethe.) DeIOneus (Llt]IOVW;). 1) = DelOn ~r. 1, schicklichkeit. Er war, wie natürlich, griechisch galatischen Fürsten, mit denen er schon früher
Deion, auch Deloneus (Llt}u;'v, .dt}IOVEV,;; über 40 Apollod. II 58. Eust. Od. 1685. Hy'g. fab. 155. gebildet. (Cic. p. Deiot. 2~) und Freund der Grie· 40 in Streit lag, zu verdrängen und sich ganz Ga-
den Kamen vgl. JlIanllhardt Antike Wald- und Schol. Apoll. Rhocl. 1121. Schol. Eun]l. Or. 1648. ehen; dIe Athener haben Ihm eine .Statue gesetzt, latien anzueignen. Um diese Zeit geschah es
Feldk.87. Fick-Bechtel Die gricch. Pers.-Kam. 1651; Tro. 9. Schol. Il. I 268. II 520. XIV 317. CIA In 544. Zum erstenmale wnd er erwähnt wohl, dass er den Fürsten der Tektosagen, Ka-
386. Kr e t s c h m erGriech. Vaseninschr. 47). Schol. Od. XI 290. 321. Schol. Pind. Pyth. II 21. zu Anfan.g de.s d.ritt~n mithridatischen Krieges, ~~or Tar~ondarius, mit seiner Gattin, der eigenen
1) Sohn des Aiolos und der Ellarcte, der Tochter Strab. X 452. 456. 459. wo er dIe mlthndatlschen Truppen unter Eu- lochter, III Gorbeus ermordete und sich auch die
des Delmachos, Bruder !les Krctheus, Sisyphos, 2) =. D;io~ Nr. 2, Plut. Thes .. 8. . m.achos 3;us Phrygien vertrieb (Appian. Mithr. 75. Tetrarchie der Trokmer aneignete. Strab. XII
Athamas, Salmoueus, l'IIagllcs, Perieres, König von 3) Em TroJaner? So~n !l.es POlas, von Phl- Llv. perlOch. 94. Oros VI 2, 18). Von beson- 568. Suid. S. Kaorwl! 'P6ilto;. Cie. de divin. II
Phokis. Er freit Diomcdc, des Xuthos Tochter, loktetes getötet, Qumt. ~m. X 167. [Escher.] derer Bedeutung ward für ihn die Freundschaft 79. :Xiese Rh. Mus. XXXVIII 591ff. Die Ver-
von der ihm eine Tochter Asterodia (}Iutter des Deionides (Llt]wj·{ilt];). 1) Sohn des Deion des Pompeius. Dieser gab ihm bei der Regelung triebenen wandten sich an Caesar, der im Sommer
Krisos und Panopeus) und die Söhne Ainetos, = Kephalos, Kalli.m. h. in 1?ian. 209: . der vorderasiatischen Verhältnisse, 63 oder 62 47 V. Chr. von Ägypten nach Vorderasien kam.
V. Chr., nicht nur. eins ?er galatischen Fürsten- 50 D. kam ihm an der Grenze huldigend, ohne die
Aktor, Phylakos, Kephalos geboren werden, Apollod. 50 2) Sohn der DelOne (s. d. Nr. 1) = JllIlet.os, OVld.
I 51. 86. 197. II 58 W. Epigonoi frg. 2 K. (Suid. met. IX 443. [~scher.] tüme~, und zwar die To.listobogier, sondern über· königlichen Insignien, entgegen. Es scheint, dass
und Phot. S. TWIlt]ala). Nostoi frg. 4K. (Pauh. Deiope (Llt]Hb:t],Fick-Bechtel Gnech.Pers.- trug Ihm am. Pontus. die .Lan.dschaft Gadilonitis ihm Caesar die Parteinahme für Pompeius ohne
X 29, (3). Hesiod. frg. 138 (Schol. Od. XI 326). Nam. 386). Gattin des Musaios und Mutter des und ~azu Klemarmemen mit E.mschlu~s von Phar- Schwierigkeit verzieh; er gab ihm und seinem
Hyg. fab. 189. Paus. I 37, 6. Sehol. Apoll. Rhod. Triptolemos (Aristot. mirab. 131) oder des.Eumol- nakem und Trapezus; zugleich erhIelt er den Sohn das Diadem zurück und nahm seine Gast-
1 121. Schol. Eurip. Or. 1648. 1651; Tro. 9; pos, Phot. s. EVlwJ.niila" nach Istros bel Schol. Königstitel. Diese Yerle~.Il1~ngen .~?-rden d~nn freundschaft und Geschenke an. Die Klagen der
Hik. 455. Schol. Il. II 520. 695. 631. Schol. Od. Soph. O. C. 1053 Tochter des Triptolemos und 5~ v. Chr. vom Senate endgültIg bestatlgt (Applan. andern Tetrarchen wurden vorläufig zurückge-
XI 321 (pherekyd. b ißOOfLqJ). Steph. Byz. s. Mutter des EU1llolpos, vgl. Paus. I 14, 2 und Mithr. 114 [und ungenauer Syr. ?O]. Caes. bell. stellt; zunächst eilte er zum Kriege gegen Pharo
1>v26,y.t]. Strab. X 456.459. Tzetz. Lyk. 939. Hitz~g-Blümnerz.d.St. !öpffer Att. Gen. 26. Alex. 34. 67f. Strab. XII 547. CIC. p. Deiot. ]0; nakes, wozu er die Legion und Reiterei des D.
Dia, die Gattin des lxioll, wird ebenfalls Tochter Bestrittene Darstellung auf emer Vase von Canosa, PhiI. II 94; de divin. II 79). D. ward dadurch mitnahm, Bell. Alex. 67f. Cie. p. Deiot. 36. :Xach
des D. genannt, Schol. n. I 268. Schol. Pind. 60 Kuhnert Arch. Jahrb. VII 1893, 107. der mächtigste unter den Tetrarchen und war 60 dem Siege bei Zela berührte er Galatien aufs
Pjih. II 21 (39). Hyg. fab. 155, doch giebt die [Escher.} in der Lage, sich eine ziemlich ansehnliche Heeres- neue, und in Nikaia in Bithynien wurde nun die
bessere tberlieferung Eioneus, Pherekydes in Deiopeia (Ll1},o:ma): . 1) N~phe aus ~er mac?t, zwei römisch bewaffnete un.d org!lnisie~e Entscheidung get;offen. Brutus sprach für D.;
Schol. Apoll. Rhod. III 62. Bethe Quaest. Diod. Umgebung der Kyrene, die m der .Tief~ des PenelOs Le!p-one~, zu. halten,. von. denen e~e, die XXII dieserverlorz,,:ardieau;;sergalatischenBesitzungen,
mythogr. 54. T ö Tl f f er Aus der Anomia 3t!. wohnt, Verg. Georg. IV 333f. Sl~ wud VOll Hera DelOtanana lD das kaISerliche Heer ubergegangen besonders Klemarmemen, das zusammen mit der
Während die Namen Ainetos, Kephalos, Phylakos dem ~\iolos zur Ehe versprochen, Verg. Aen. I ?lf. ist, Caes. bell. Alcx. 34, 4. Cic. p. Deiot. 22. Tetrarchie der Trokmer dem Mithridates von Per-
(und Dia) einen alten Zusammenhang zwischen 2) Nereide, b.ei Hyg. fab; praef. p.,IO Sch.mldt, Marquardt Röm. St.-Y.IJ2 447. Sein Ehr- gamon zufiel. Dagegen behielt D. die Tektosaaen
Phokis und Attika bezeugen (Töpffer Att. Gen. der die sämmthchen 14 ~amen bel Yergü als geiz ging, wie es scheint, dahin, ganz Galatien und beherrschte somit ganz Galatien westlich ';om
256. 265), weisen nach Delphoi hin Asterodia und Nereidennamen erwähnt. [Escher.] zu besitzen. Er geriet bald (58 V. Chr.) mit dem Halys, Bell. Alex. 67f. 78. eic. p. Deiot. 8. 17f.
Pauly-WiBsowa IV 76