Definitionen für Verkehrsrecht
Abbiegen: Jede Richtungsänderung, bei der die bisher benutzte Fahrbahn verlassen und aus
dem gleichgerichteten Verkehr heraus gefahren wird.
Abschleppen: Ist das Verbringen eines betriebsunfähigen oder zumindest in seiner
Betriebssicherheit beeinträchtigten Fzg zu einem möglichst nahe gelegenen Bestimmungsort.
Anhänger: Ist jedes Fahrzeug, welches hinter einem anderen Fahrzeug mitgeführt wird (i. S. d.
§§ 1 Abs. 1 StVG, 18 Abs. 1 StVZO –Abschleppen-) bzw. zum Anhängen an Kfz bestimmte
Fahrzeuge (Legaldefinition des § 2 Nr. 9 FZV –neu-).
Anhalteweg: Summe von Reaktions- und Bremsweg.
Anderer: Alle VT und alle nicht am Verkehr teilnehmenden Personen.
Anschleppen: Ist eine besondere Art des Abschleppens, wobei der nicht anspringende Motor
die Betriebsunfähigkeit verursacht hat; das Ziehen des Kfz dem Zweck, diese wieder
betriebsfähig zu machen; aus diesem Grund ist das angehängte Kfz rechtlich bereits als
solches in Betrieb (es wird geführt); Zulassung und Fahrerlaubnis erforderlich.
Arbeitsmaschine: (Selbstfahrende) Arbeitsmaschinen sind Fahrzeuge, die nach ihrer Bauart
und ihren besonderen, mit dem Fahrzeug fest verbundenen Einrichtungen zur Leistung von
Arbeit, nicht zur Beförderung von Personen oder Gütern bestimmt und geeignet sind
(Legaldefinition des § 18 II Nr. 1 lit. a) StVZO) und zu einer vom BMV bestimmten Art solcher
Fahrzeuge gehören.
Auflagen: ... nach § 6 Abs. 2 Satz 3 FeV; § 23 Abs. 2 FeV oder nach § 46 Abs. 2 FeV werden
vom Kfz-Führer bestimmte Verhaltensweisen verlangt, die er beim Führen eines Kfz beachten
muß (z. B. Brille tragen, nur bei Tageslicht oder höchstens 80 km/h fahren).
Diese zu beachtenden Verhaltensweisen werden im „Kartenführerschein“ durch
Schlüsselzahlen im Feld 12 verdeutlicht. Die Schlüsselzahlen sind in der Anlage 9 zu § 25 Abs. 2
FeV beschrieben. Nichtbeachten ist eine Owi. Auflagen sind Nebenbestimmungen des
Verwaltungsaktes. Sie stellt einen eigenständigen Verwaltungsakt dar (§ 36 II Nr. 4 VwVfG) mit
der Folge, dass die Zuwiderhandlung gegen die Auflage den „Rest-Verwaltungsakt“ nicht
angreift.
bbH ist die Geschwindigkeit, die von einem Kfz nach seiner Bauart auf ebener Bahn bei
bestimmungsgemäßer Benutzung nicht überschritten werden kann (Legaldefinition des § 30a
I StVZO).
Die konstruktionsbedingte Beschaffenheit ist alleiniger Maßstab: diejenige Geschwindigkeit,
die der Hersteller des Fahrzeugs konstruktionsbedingt vorgegeben und durch von ihm
angebrachte technische Vorkehrungen gegen eine Überschreitung abgesichert hat, ist die
bbH.
Behinderung: Behinderung ist jede Beeinträchtigung der normalerweise üblichen
Verkehrsteilnahme, z.B. Zwang zum Ausweichen, Bremsen, Anhalten oder Erschwerung der
Weiterfahrt.
Belästigung: Belästigung ist jede Verursachung körperlichen Unbehagens, z.B. Geräusch,
Erschrecken, sowie Rauch- oder Staubentwicklung.
Beschleunigungsstreifen: Fahrstreifen zum Einfädeln des einmündenden Verkehrs (auf ihnen
darf schneller als auf den anderen Fahrstreifen gefahren werden).
Beschränkung: Sind Forderungen, die sich an den technischen Zustand des Kraftfahrzeugs
richten (gegenständliche Beschränkung). Die Beschränkung ist eine Bedingung, die für das
Zustandekommen oder die Gültigkeit des Verwaltungsaktes Fahrerlaubnis Voraussetzung ist.
Sie ist integrierter Bestandteil des Verwaltungsaktes. Nichtbeachten ist Fahren ohne FE.
Beschränkungen sind Nebenbestimmungen des Verwaltungsaktes (§ 36 II Nr. 2 VwVfG).
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Betriebserlaubnis: Ist die behördliche Bestätigung, dass das betreffende Fahrzeug den
geltenden Bauvorschriften entspricht.
Deutlich: Deutlich ist das Richtungszeichen, wenn jeder VT es klar wahrnehmen kann.
Dringend geboten: Dringend geboten ist ein Abweichen von der StVO, wenn die hoheitliche
Aufgabe bei Beachtung der Verkehrsregeln entweder nicht, oder nicht ordnungsgemäß oder
nicht so schnell, wie zum allgemeinen Wohl erforderlich ausgeführt werden konnte.
EG – Typgenehmigung: Ist die von einem Mitgliedstaat ausgesprochene Bestätigung, dass der
zur Prüfung vorgestellte Typ eines Fahrzeugs die einschlägigen Vorschriften und technischen
Anforderungen erfüllt.
Einmündung: Knotenpunkt aus einer oder mehreren Straßen, die in eine durchgehende
Straße führen, ohne sich fortzusetzen.
Entfernen (vom Unfallort - die eigentliche Tathandlung des § 142 StGB): Unter „sich Entfernen“
versteht man die räumliche Trennung von der Unfallstelle; ist vollendet, wenn der Täter sich
soweit entfernt hat, dass er einem Berechtigten seine Unfallbeteiligung nicht mehr mitteilen
kann oder wenn er den Bereich verlassen hat, in dem ihn eine feststellungsbereite Person
vermuten oder durch Befragen ermitteln würde.
Fahrbahn: Teil der Straße, der durch seine Baulichkeit erkennbar zur Benutzung durch
Fahrzeuge bestimmt und geeignet ist.
Fahrerlaubnispflicht: (§ 2 StVG i.V.m. § 4 FeV) Wer auf öffentlichen Wegen, Straßen oder
Plätzen ein Kfz führen will, benötigt eine FE der zuständigen Behörde.
Fahrgast: Ist die Person, die sich zum Zwecke der Ortsveränderung und nicht aus betrieblichen
Gründen (d. h., lenkt das Fz nicht, nicht zur Ablösung des Fahrers oder zur Beobachtung oder
Beaufsichtigung des Fz und der Ladung mitfährt) im Fahrzeug befindet.
Fahrlässigkeit: Fahrlässigkeit ist die Außerachtlassung der notwendigen Sorgfalt im
Straßenverkehr
Fahrrad mit Hilfsmotor (FmH): Krafträder (= Zweiräder; auch mit Beiwagen) mit einer bbH von
nicht mehr als 45 km/h und einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem
Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 ccm, die zusätzlich hinsichtlich
der Gebrauchsfähigkeit die Merkmale von Fahrrädern aufweisen (Legaldefinitionen § 6 FeV;
§ 18 II Nr. 4a) StVZO).
Fahrstreifen: Fahrstreifen ist der Teil der Fahrbahn, den ein mehrspuriges Fahrzeug zum
ungehinderten Fahren im Verlauf der Fahrbahn benötigt (§ 7 I, S. 2 StVO).
Fahrverbot: Verbot für die Dauer von 1 bis 3 Monaten, Kraftfahrzeug zu fahren, als
Nebenfolge eines Bußgeld- oder Strafverfahrens; der Betroffene bleibt im Besitz seiner
Fahrerlaubnis.
Fahruntüchtigkeit (i.S.d. § 315 c StGB) : Liegt bei einem Fahrzeugführer vor, wenn seine
Gesamtleistungsfähigkeit, besonders infolge Enthemmung oder geistig-seelischer und
körperlicher Leistungsausfälle, soweit herabgesetzt ist, daß er nicht mehr fähig ist, sein
Fahrzeug im Straßenverkehr eine längere Strecke, und zwar beim plötzlichen Auftreten
schwieriger Verkehrslagen sicher zu führen.
- Absolut: 1,1 Promille (d.h. der KFZ-Führer ist nach BGH-Urteil nicht mehr in der
Lage, den Anforderungen der jeweiligen Fahrzeug- und Verkehrsart auch in
schweren Situationen auf Dauer gerecht zu werden.
- Relativ: 0,3 – 1,09 Promille oder berauschende Mittel + Ausfallerscheinungen
- Ausfallerscheinungen: Alkohol- oder Rauschmittelbedingte atypische
Verhaltensweisen in Bezug auf das Fahrverhalten (Schlangenlinien) oder das
persönlicheVerhalten (Schwanken).
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Fahrzeug: Jedes Landfahrgerät, das der Fortbewegung auf dem Boden dient, außer den in §
24 StVO genannten besonderen Fortbewegungsmitteln. Analoge Anwendung bei Tieren.
Fahrzeugführer: Wer wissentlich und willentlich auf die Lenk- und Antriebsaggregate eines
Fahrzeuges einwirkt und dieses in Bewegung setzt oder hält.
Fahrzeughalter: Derjenige, der die tatsächliche Verfügungsgewalt über das Fahrzeug hat, es
für eigene Rechnung gebraucht und für die Unterhaltskosten aufkommt.
Fahrzeugkombination: Kfz mit Anhänger.
Flurförderzeuge: Sind nach einschlägigen Richtlinien und Unfallverhütungsvorschriften der
Industrie Fördermittel, die nach ihrer Bauart dadurch gekennzeichnet sind, dass sie mit Rädern
auf Flur laufen und frei lenkbar, zum Befördern, Ziehen oder Schieben von Lasten eingerichtet
und zur innerbetrieblichen Verwendung bestimmt sind. Bei Flurförderzeugen handelt es sich
um Drei- oder Vierradfahrzeuge mit Hand- oder Motorbetrieb; Antrieb durch Elektro-, Diesel-
oder Ottomotor. Flurfördermittel gibt es für Fahrerbegleitung oder mit Fahrerstand oder –sitz,
mittels Kabel und / oder als Schaltsteuerung von Flur aus. Damit ist klargestellt, dass auch
Geh-Hubwagen mit Motorbetrieb Flurförderzeuge darstellen (= Mitgänger – Flurförderzeuge).
Fortbewegungsmittel (besondere):S. dazu § 24 I StVO; § 16 II StVZO; wie Schiebe- und
Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder und ähnliche nicht
motorisierte Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge i.S.d. StVO; dazu zählen auch
InlineSkates, Skateboards, Kickboards und Rollschuhe.
Fußgängerfurt: Durch Lichtzeichen geschützter Querungsbereich für Fußgänger.
Fußgängerüberweg: Durch Markierung gekennzeichnete Querungsstelle mit
Fußgängervorrang (Zebrastreifenmarkierung, Z. 293 und Z. 350).
Gefährdung: Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn nach allgemeiner Lebenserfahrung die im
Einzelfall zu beurteilende Gefahr so nahe liegt, dass sie unmittelbar auf einen Unfall hindeutet,
wenn keine plötzliche Wendung eintritt.
Gefährdungsabstand: Wenn bei hohen Geschwindigkeiten der Sicherheitsabstand erheblich
unterschritten wird liegt nach BGH immer eine konkrete Gefährdung i. S. d. § 1 Abs. 2 StVO
vor; Kurzformel zur Berechnung: V:4,5.
Gehweg: Sonderweg für Fußgänger, dessen Zweckbestimmung aus der straßenbaulichen
Gestaltung oder Kennzeichnung durch Verkehrszeichen folgt (Z. 240).
Gespann: Bespanntes Fuhrwerk.
Grob verkehrswidrig: s. § 315 c I, Nr. 2 StGB
... ist ein Verhalten, das objektiv einen schweren Verkehrsverstoß darstellt und das die
Verkehrssicherheit besonders beeinträchtigt; der Täter weicht in besonders gefährlicher Weise
vom pflichtgemäßen Handeln ab.
Halten: (§ 12 I StVO) Halten ist jede gewollte Fahrtunterbrechung, die nicht durch die
Verkehrslage oder eine andere Anordnung veranlasst ist.
Höchste Eile: Höchste Eile ist geboten, wenn die konkrete Situation begründeten Anlass zur
Befürchtung gibt, ohne diese Eile werde ein Schaden für das Gut eintreten oder vergrößert
werden.
Hoheitliche Aufgaben: Bezogen auf die Polizei sind das alle Aufgaben, die der Polizei durch
Gesetz oder Verordnung auf dem Gebiet der Gefahrenabwehr, der Strafverfolgung oder der
Verfolgung von Owis übertragen worden sind.
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Individualgefahr: Im Moment der Gefährdung ist damit zu rechnen, dass ein nicht mehr
geringfügiger Schaden für Leib/ Leben oder eine fremde Sache von bedeutendem Wert
(1000 Euro) entsteht. Realisierung des Schadens ist nicht erforderlich.
Kleinkraftrad: Kleinkrafträder KKR), auch Mokick genannt, sind Krafträder (= Zweiräder; auch
mit Beiwagen) mit einer bbH von nicht mehr als 45 km/h und einer elektrischen
Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50
ccm (Legaldefinitionen § 6 FeV; § 18 II Nr. 4a) StVZO); Dreirädrige Kleinkrafträder sind
dreirädrige Kfz mit einer bbH von nicht mehr als 45 km/h und einer elektrischen
Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50
ccm (Legaldefinition § 18 II Nr. 4b) StVZO).
KOM: Unter einem KOM versteht man ein Kfz zur Personenbeförderung mit mehr als 8
Sitzplätzen außer dem Fahrersitz (Legaldefinition des § 30d I StVZO) unabhängig von der zGM.
Körperliche und geistige Mängel: Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes, der dazu führt,
dass der Fahrer das Fz nicht mehr sicher führen kann (z.B. alle Krankheiten, Unwohlsein,
Sehstörungen oder fehlende Gliedmaßen, pathopsychologische Symptome, wie
Übermüdung).
Kraftfahrzeug: (§ 1 (2) StVG) Kfz ist ein Landfahrzeug, das durch Maschinenkraft angetrieben
wird ohne an Schienen gebunden zu sein.
Krankenfahrstuhl: Nach der Legaldefinition des § 4 I Nr. 2 FeV handelt es sich um einsitzige,
nach der Bauart zum Gebrauch durch körperlich behinderte Personen bestimmte Kfz mit
Elektroantrieb, einem Leergewicht von nicht mehr als 300 kg einschließlich Batterien aber
ohne Fahrer, mit einer zGM von nicht mehr als 500 kg, einer bbH von nicht mehr als 15 km/h,
einer Breite über alles von maximal 110 cm und einer Heckmarkierungstafel nach der ECE –
Regelung 69 oben an der Fahrzeugrückseite.
Kreuzung: Knotenpunkt aus zwei oder mehreren Straßen, die aus verschiedenen Richtungen
kommend sich in der Weise schneiden, dass jede Straße über den Schnittpunkt hinaus
fortgesetzt wird.
Kriechstreifen: Fahrstreifen an Steigungsstrecken für langsame Kraftfahrzeuge.
Lastkraftwagen: Kraftwagen, der unabhängig vom zulässigen Gesamtgewicht und der Anzahl
der Räder nach Bauart und Einrichtung zur Güterbeförderung bestimmt ist (Lkw).
Leichtkraftrad: Sind Krafträder (= Zweiräder; auch mit Beiwagen) mit einer elektrischen
Antriebsmaschine mit einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW oder einem
Verbrennungsmotor mit einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW und einem Hubraum von
mehr als 50 ccm, aber nicht mehr als 125 ccm (Legaldefinitionen § 6 I FeV; § 18 II Nr. 4a.
StVZO).
Leichtmofa: Kfz, das einerseits die Merkmale eines Fahrrades, andererseits diejenigen eines
Mofas (= einspurig, einsitzig) trägt; die wesentlichen technischen Merkmale sind: Leermasse
max. 30 kg, Hubraum max. 30 ccm Leistung max. 0,5 kW und bbH max. 20 km/h ( § 1
Leichtmofa-AusnahmeVO).
Land- oder Forstwirtschaft: Ein Kfz, insbesondere Zugmaschine, ist nur dann für lof – Zwecke
bauartbestimmt, wenn es technisch erkennbar für den besonderen lof – Zweck ausgerüstet
ist. Das können Vorrichtungen sein, die zusätzlich zur Zugmaschine besondere lof –
Arbeitsfunktionen ermöglichen, z.B.: Anbaumöglichkeit für Frontlader und Arbeitsgeräte,
Seilwinden, Hydraulikheber, Zapfwellen; die Kriterien für die Beschreibung der lof - Zwecke
sind im wesentlichen den Bestimmungen über die land- und forstwirtschaftlichen
Berufsgenossenschaften entnommen worden; was unter lof - Zweck zu verstehen ist, ist in § 6
V FeV abschließend geregelt (siehe dort).
Mäßige Geschwindigkeit: Mäßig ist die Geschwindigkeit dann, wenn erkannt werden kann,
dass das Vorrecht eingeräumt wird, so dass ohne Gewaltbremsung angehalten werden kann.
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Mittelstreifen: Trennt zwei Fahrbahnen voneinander ab und ist grundsätzlich nicht überfahrbar
(z. B. mit Gebüsch bewachsen); beachte: Zeichen 295 ist kein Mittelstreifen!
Mofa: Sind einspurige, einsitzige FmH – auch mit Tretkurbel -, wenn ihre Bauart Gewähr dafür
bietet, dass die Höchstgeschwindigkeit auf ebener Bahn nicht mehr las 25 km/h beträgt
(Legaldefinition des § 4 I Satz 2 Nr. 1 FeV).
Motorrad: Motorisiertes Zweirad mit oder ohne Beiwagen.
Nässe: Zusatzzeichen gemäß § 39 StVO zu Zeichen 274 § 41 StVO: Nass ist nicht schon bloße
Feuchtigkeit; Nässe liegt dann vor, wenn sich auf der Fahrbahnoberfläche erkennbar eine, sei
es auch nur dünne, Wasserschicht gebildet hat, auf der beim Befahren sichtbar Spuren
erkennbar sind.
Oldtimer: Sind Fahrzeuge, die vor 30 Jahren oder eher erstmals in den Verkehr gekommen
sind und vornehmlich zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes eingesetzt werden
und gemäß § 21c StVZO eine Betriebserlaubnis als Oldtimer erhalten haben (Legaldefinition
des § 23 I c StVZO).
ÖVR: Unter öffentlichem Verkehrsraum versteht man alle Straßen, Wege und Plätze, die
jedermann aufgrund
einer wegerechtlichen Widmung (rechtlich-öffentlicher Verkehrsraum).
oder
ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse mit Zustimmung oder stillschweigender Duldung
des Verfügungsberechtigten tatsächlich zur Verfügung gestellt werden (tatsächlich-
öffentlicher Verkehrsraum).
Parken: (§ 12 II StVO) Zielgerichtetes Anhalten von mehr als 3 Minuten Dauer oder mit
Verlassen des Fahrzeugs.
Personenschaden: Personenschaden liegt vor, wenn der gesundheitliche Zustand eines
Menschen beeinträchtig wird, z.B. Wunden, Brüche, Schockwirkungen.
Pkw: Kraftwagen zur Personenbeförderung mit nicht mehr als 8 Sitzplätzen ohne Fahrersitz.
Quads: Sind kraftradähnliche Vierradfahrzeuge, also offene Kfz mit zweispuriger Vorder- und
Hinterachse.
Rechtzeitig: Rechtzeitig ist das Richtungszeichen, wenn der nachfolgende Verkehr sein
Verhalten der Fahrweise des Vorausfahrenden anpassen kann ohne eine Gefahrbremsung
durchführen zu müssen.
Rücksichtslos: s. § 315c I, Nr. 2 StGB
...wer sich im Straßenverkehr aus eigensüchtigen Motiven, insbesondere um seines
schnelleren Fortkommens willen, über seine Pflichten gegenüber anderen
Verkehrsteilnehmern hinwegsetzt oder aus Gleichgültigkeit von vornherein Bedenken gegen
sein Verhalten nicht aufkommen läßt. Die innere Einstellung (Subjektivität) offenbart eine üble
Verkehrsgesinnung. Trotz erkannter Gefahr fährt der Verkehrsteilnehmer unbekümmert weiter.
Rückwärtsfahren: ... ist gewolltes Fahren im Rückwärtsgang entgegen der Fahrtrichtung des
fließenden Verkehrs nach hinten; nicht Vorwärtsfahren in verbotener Richtung.
Sachschaden: Sachschaden liegt vor, wenn eine Sache zerstört, beschädigt oder in ihrem
Wert vermindert wird.
Sattelkraftfahrzeug: Sind Fahrzeugkombinationen bestehend aus einer Zugmaschine und
einem Anhänger. Beide Komponenten müssen getrennt voneinander zugelassen sein.
Sattelzugmaschinen: Sind Zugmaschinen, die eine besondere Vorrichtung zum Mitführen von
Sattelanhängern haben, wobei ein wesentlicher Teil des Gewichtes des Sattelanhängers von
der Sattelzugmaschine getragen wird.
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Sattelanhänger: Sind Anhänger, die zum Aufsatteln auf eine Sattelzugmaschine bestimmt
sind, wobei ein wesentlicher Teil ihres Gewichtes von der Sattelzugmaschine getragen wird.
Schädigung: Körperschaden oder jeder wirtschaftlich messbare Vermögensnachteil eines
Fremden.
Schleppen: Ist das Betreiben eines Fahrzeugs mit den baulichen Merkmalen eines Kfz hinter
einem Kfz als Anhänger, wobei entweder das mitgeführte Fzg betriebsfähig ist oder über den
Rahmen des Notbehelfs hinaus mitgeführt wird (Vgl. § 33 StVZO).
Seitenstreifen: Seitenstreifen ist der unmittelbar neben der Fahrbahn liegende, befestigte Teil
der Straße. Er ist nicht Bestandteil der Fahrbahn (§ 2 Abs. 1 Satz 2 StVO).
Sicherheitsabstand: Gemäß § 4 Abs. 1 StVO muß der Abstand zu einem vorausfahrenden
Fahrzeug so groß sein, dass auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn plötzlich
gebremst wird; Kurzformel zur Berechnung des Sicherheitsabstands: V:2,4. Die
Rechtsprechung läßt i. g. O. geringere Abstände zu.
Sorgfaltspflicht: (§ 1 II StVO) Jeder hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt,
gefährdet, unvermeidbar belästigt oder behindert wird.
Straße: ...umfaßt alle für den fließenden und ruhenden Verkehr bestimmten Flächen
einschließlich der Plätze.
Überholen: (§ 5 StVO) Es überholt, wer von hinten nach vorne, an einem auf derselben
Fahrbahn befindlichen, sich in derselben Richtung bewegenden oder mit Rücksicht auf die
Verkehrslage wartenden VT vorbeifährt.
Unfall (i. S. d. § 142 StGB): Ist ein plötzliches zumindest von einem Beteiligten ungewolltes
Ereignis, das im ursächlichen Zusammenhang mit den Gefahren des öffentlichen
Straßenverkehrs steht, und den Tod, die Verletzung eines Menschen oder einen nicht völlig
belanglosen (< 50 €) (fremden) Sachschaden zur Folge hat.
Unfallbeteiligter (i. S. d. § 142 StGB): Ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur
verursachung des Unfalls beigetragen haben kann (s. §§ 142 Abs. 5 StGB, 34 StVO); Beteiligter
kann nur sein, wer zum Zeitpunkt des Unfalls auch vor Ort war.
Unfallort (i. S. d. § 142 StGB): Ist die Stelle, an der sich der Schadensfall zugetragen hat sowie
die unmittelbare Umgebung, wo wo die beteiligten Fahrzeuge zum Stehen gekommen sind
oder hätten angehalten werden können; dies ist der Bereich, in dem Unfallbeteiligte
regelmäßig von anderen Unfallbeteiligten und der Polizei vermutet werden.
Unklare Verkehrslage: Unklare Verkehrslage ist gegeben, wenn nach allen Umständen mit
ungefährlichem Überholen nicht gerechnet werden kann.
Unübersichtlich: Unübersichtlich ist eine Straßenstelle, wenn der Fz-Führer wegen
sichtbehindernder Umstände nicht zuverlässig beurteilen kann, ob die Fahrbahn auf der vor
ihm liegenden Strecke frei ist.
Verkehrsteilnehmer: (§ 1 II StVO) Personen, die sich verkehrserheblich verhalten, d.h.
unmittelbar auf einen Verkehrsvorgang einwirken.
Verkehrsunfall: Plötzliches, zumindest von einem Beteiligten ungewolltes Ereignis, das im
ursächlichen Zusammenhang mit den typischen Gefahren des Straßenverkehrs (Verstoß
gegen StVO) steht und zu einem nicht völlig belanglosen fremden Personen- oder
Sachschaden (ca. 50 Euro) führt.
Vermeidbarkeit: Vermeidbarkeit einer Belästigung oder Behinderung ist gegeben, wenn sie
durch Nichtbeachtung eine Ge- oder Verbots verursacht wird. Liegt kein spezielles Ge- oder
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Verbot vor, muss eine Interessenabwägung zwischen dem Verursacher und dem Betroffenen
stattfinden.
Vertrauensgrundsatz: (§ 1 II StVO) Jeder VT darf vom normgerechten Verhalten der anderen
VT ausgehen. Ausnahme: z.B. bei Kindern und Senioren.
Verzögerungsstreifen: Fahrstreifen zum Ausgliedern aus dem durchgehenden Verkehr (auf
ihnen darf rechts nicht schneller als auf dem linken Fahrstreifen gefahren werden).
Vorbeifahren: Vorbeifahren an Fahrbahnverengungen, Hindernissen (jeder Gegenstand, der
das Befahren des betroffenen Straßenteils erschwert oder unmöglich macht) oder haltenden
Fahrzeug
Vorfahrt: Ein Vorfahrtfall liegt immer dann vor, wenn sich an einer Straßenkreuzung oder
Einmündung die Fahrlinien mindestens zweier Fahrzeuge, die aus verschiedenen Straßen
kommen, schneiden, berühren oder gefährlich nahe kommen.
Vorrang: Berechtigung (nicht das Recht), als Erster fahren zu dürfen.
Vorsatz: Vorsatz ist das Handeln mit Wissen und Wollen
Warten: Verkehrsbedingtes Anhalten (rechnet nicht zum ruhenden Verkehr).
Wenden: Wenden ist die Bewegung, durch die das Fz auf baulich einheitlicher Straße in die
entgegengesetzte Fahrtrichtung gebracht wird.
Wohnmobile : Sind Kfz mit Einrichtungen für Wohnzwecke; der Wohnteil muss mit seinen
Einrichtungen dazu geeignet sein, einer oder mehreren Personen einen Wohnaufenthalt zu
ermöglichen; statt des Begriffs Wohnmobil werden von den Fahrzeugherstellern auch andere
Bezeichnungen verwendet, wie: Motorcaravan, Campingwagen, Campingbus, Reisemobil
u.a.; sie werden im Fahrzeugschein als [Link] Wohnmobil ausgewiesen
Zugmaschinen: Sind ausschließlich oder überwiegend zum Ziehen von Anhängern gebaute
Kfz.; dabei ist eine entsprechende Hilfsladefläche zulässig; die auf ihr zu befördernde Nutzlast
darf nicht mehr als das 0,4fache des zGG betragen; Zugmaschinen sind Kfz, deren wirt-
schaftlicher Wert im Wesentlichen in der Zugleistung besteht und bei denen schon die äußere
Gestaltung erkennen lässt, dass der etwa vorhandene Laderaum in seiner wirtschaftlichen
Bedeutung hinter der Zugleistung weit zurücksteht oder nur geringe Bedeutung hat; weitere
Bedingungen bezüglich der Länge der Hilfsladefläche, der Zugkraft und der technischen
Eignung für Anhängelasten hat das BMV im Verkehrsblatt veröffentlicht.
Zugmaschinen (einachsig): Sind Kfz, die die Gebrauchsmerkmale von Zugmaschinen
aufweisen; die in der Land- und Forstwirtschaft gebräuchlichen einachsigen Universalgeräte,
die sowohl dazu bestimmt sind, Anhänger ( Sitzkarren, Arbeitsgeräte, lof – Anhänger zur
Güterbeförderung ) zu ziehen, wie auch den Anbau von Arbeitsgeräten wie z.B. Mähbalken,
Eggen, Pflüge, Kartoffelroder zu ermöglichen, gelten als Zugmaschinen, denn sie sind nicht
ausschließlich zur Leistung von Arbeit bestimmt.
Zulassung: Ist die behördliche Genehmigung für den Betrieb eines Fahrzeugs im Verkehr auf
öffentlichen Straßen.
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