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ISLAMKUNDLICHE UNTERSUCHUNGEN

ISLAMKUNDLICHE UNTERSUCHUNGEN
X Schon früh hat das antike Europa seinen Blick
gen Osten schweifen lassen, in die unsteten Weiten
NEU des Orients. Dessen Bewohner prägten sich dem
abendländischen Kollektivgedächtnis stets durch
besondere, spekulative Merkmale ein. – Aber seit
wann werden Orientalen in Europa dokumentiert, wo
begann sich zuerst ein Bild von ihnen zu entwickeln,
und wo sind die Araber hier einzuordnen?
Beginnend im antiken Griechenland verfolgt die
Autorin über den Zeitraum von 2000 Jahren die Ent-
stehung europäischer Orientbilder und eröffnet dabei
Einsichten in die zu Grunde liegenden Motivations-
lagen ihrer Erschaffer.
Nicht erst in der Neuzeit, sondern bereits im 4. Jahr-
hundert v. Chr. findet die Idee einer okzidentalen
Überlegenheit Anhänger. Freiheit und Demokratie
stehen orientalischer Despotie gegenüber und
markieren die Anfänge einer gleichwohl am Osten
ausgerichteten europäischen Selbstversicherung. Im
abendländischen Mittelalter erwächst der Orient dann
zu einer stereotyp ausgestalteten Gegenwelt. Dort
sind den einzelnen Regionen Denk- und Fantasie-
felder zugeteilt, in die sich westliche Vorstellungs-
reisende gefahrlos begeben können.
Die zwischen ehrfürchtiger Bewunderung und ver-
Uta Bellmann achtender Ablehnung schwankenden Gebilde west-
licher Orientwahrnehmung sind untrennbar mit ihren
»Orientierungen«
Über die Entstehung europäischer Bilder
historischen Kontexten verbunden. In der longue
vom Orient und von Arabien in der Antike. durée betrachtet erhellt sich ihr Funktionscharakter
Einflussfaktoren und stereotype Fortführung als Baustein europäischer Identitätsgerüste, die im
im Mittelalter Bedürfnis nach Abgrenzung ihre Gegenbilder im
Islamkundliche Untersuchungen 295 Orient erfanden.
Berlin 2009. Br. 194 Seiten. zahlr. Abb. H 29,80
ISBN 978-3-87997-370-5

KLAUS SCHWARZ VERLAGhBERLIN www.klaus-schwarz-verlag.com