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Juli / 2009

MISSIONSDIENST PANAMA

Denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses
unter den Völkern sei, nämlich: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
Kolosser 1, 27

Christen sind keine Thermometer, die die Minusgrade dieser Welt anzeigen. Sie sind
Thermostaten, die die Temperatur verändern.
Aus Worte für Leute von heute / Peter Hahne

Liebe Freunde,

In diesen Tagen erhielt ich eine sehr anschauliche und teure Lektion eines Thermostaten,
welcher nicht seine Funktion als solcher erfüllte. Bei unserer gewohnten Fahrt am
Sonntagmorgen nach Santa Fe, bei einer langen und starken Steigung löste sich der
Wasserschlauch, welcher für die Kühlung des Motors verantwortlich ist. Das Thermometer
zeigte Normaltemperatur an, da die Messsonde durch die Steigung nicht mit dem Wasser
in Kontakt war. Es entstand ein grosser Motorenschaden durch den überhitzten Motor. Die
Fahrt musste mit dem Bus fortgesetzt werden. Nach Erkenntnis des Mechanikers war an
allem der Thermostat schuld, welcher seine Funktion nicht mehr erfüllte und einen
Überdruck verursachte und sich als Folge den Wasserschlauch löste. Beim Nachdenken
über das Zitat von Peter Hahne musste ich an manche schweren Folgen denken, welche
durch Christen verursacht werden, welche nicht ihre Berufung als solche ausleben. Aber
auch an die grossen Möglichkeiten und Veränderungen, welche durch gelebtes Christsein
entstehen.

Ermutigendes Feedback
Besonders freut es mich immer wieder, wenn sich junge Menschen von Gottes Wort
verändern und bewegen lassen und sich Entscheiden ihre Berufung als Christen zu leben.
Vor einigen Monaten wurde ich eingeladen in einem Jugendlager über ein sehr aktuelles
Thema “Sexualität in der Jugend” zu unterrichten. Ich wurde gebeten sehr direkt gewisse
Problematiken anzusprechen. Es war das erste Mal, dass dieses brisante Thema in
diesem Kreis angesprochen wurde. Da ich nur junge Männer in meiner Gruppe hatte,
bestand mehr Freiheit offen über Männerprobleme in der Jugend anzusprechen. Es war
ein ermutigender Moment, als nach dem ersten Studium ein junger Mann auf mich zukam,
mich umarmte und sagte: „Das war gerade was ich brauchte”. Der Wunsch nach
Veränderung und auch diesen Bereich im Leben innerhalb Gottes Plan zu leben, kam bei
einigen Aussprachen zum Ausdruck. Vor kurzem Zeit, nach einer Botschaft bei einem
Jugendtreffen, schrieb mir ein junger Mann ein kurzes Email mit den Worten: “Vielen Dank
für das herausfordernde aber ebenso beunruhigende Bibelstudium, vor allem
beunruhigend. . . . Einmal mehr wurde mir klar, dass Gottes Wort Veränderung schafft
und eine Unruhe nötig ist, die uns aus dem Schlaf der Gleichgültigkeit reist, bevor wir den
Frieden Gottes erleben, welcher über alle Vernunft geht“.

Saat geht auf


Dass oft Jahre vergehen, bis wir den Samen des Evangeliums in den Herzen aufgehen
sehen, konnten wir bei Martinas Mutter sehen. Martina half uns vor Jahren als junges
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Mädchen für einige Monate im Haushalt und traf in dieser Zeit eine Entscheidung Jesus
nachzufolgen. Durch diese Entscheidung gab es eine positive Veränderung zu ihrer
Mutter, zu welcher sie vor Jahren die Beziehung abgebrochen hatte. Doch vom
Evangelium wollte die Mutter nichts wissen. Sie war stark verwurzelt in alte Traditionen
und Geisterglauben. Martina ihre gläubige Tochter hat über die vielen Jahre eine
verbindliche Gemeinschaft mit uns aufrechterhalten. Vor kurzem rief sie uns an, um uns
zu informieren, dass ihre Mutter nach einem längeren Spitalaufenthalt nach Hause durfte
und den Wunsch hatte mit Hilda zu sprechen. Hilda hatte sie hin und wieder im Spital
besucht. Da die alte Indianerin nur die Bugleresprache spricht, war die Freude über Hildas
Besuch immer besonders gross. Sie wurde seit einigen Wochen von Angsträumen
geplagt und hatte plötzlich grosse Angst vor dem Sterben. Diesmal war ihr Herz zubereitet
um die freimachende Botschaft im Glauben anzunehmen und auch im fortgesetzten Alter
sich am neuen Leben in Christus zu freuen.

Erfreuliches Gemeindewachstum in Platanal und Rio Barrera


Erneut begleitete ich unseren einheimischen Guaymiemissionar Leonsio Carrera mit
seiner Frau Juliana und Tochter Wilma nach Platanal. Durch das ständige
Gemeindewachstum in dieser Region habe ich mich entschieden in Zukunft die
Mitarbeiterseminare in diesen wachsenden Gemeinden zu halten. In den ersten 2 Tagen
erlebten wir als regionale Mitarbeiter eine gesegnete Zeit des Zeugnisgebens über Gottes
Wirken in den verschiedenen Gebieten. Es waren Mitarbeiter aus 11 verschiedenen
Dörfern vertreten. Die verbindliche Gemeinschaft untereinander, Erbauung durch das
Wort Gottes, Taufe von vier neuen Glaubensgeschwistern und dem gemeinsamen
Abendmahl erfüllte alle mit tiefer Dankbarkeit. Anschliessend blieb eine beachtliche
Gruppe von Mitarbeitern und Gemeindegliedern zu einem dreitägigen Bibelseminar.
Bewusst schliesse ich immer mehr Brüder als Lehrkräfte ein. So begleiteten mich diesmal
im Unterrichten Roberto Barrias und Isidro Prado. Das dringend nötige neue Holzhaus für
unseren Guaymiemissionar Leonsio möchten wir in den nächsten Monaten bauen.
Voraussichtlich wird er in Zukunft im Nachbarort Rio Barrera seinen neuen Wohnort
haben. Dass Dorf Barrera verzeichnet während den vergangenen zwei Jahren ebenfalls
ein grosses Gemeindewachstum.

Ein Angel (Engel) als Begleiter


Eine Einladung an eine ausserordentliche Mitarbeiterversammlung, organisiert von den
einheimischen Brüdern, war im ersten Moment mit Besorgnis verbunden. Immer wieder
erhalte ich in Santiago Besuch aus dem Indianergebiet. Oft benutzen die Brüder die
kurzen Momente, ihr Herz über persönliche Anliegen, mit dem Dienst verbundene
Anliegen und zwischenmenschliche Problemen mit anderen Mitarbeitern auszuschütten.
So ahnte ich es, dass die angestauten Konfliktpunkte in Gegenwart aller regionalen
Mitarbeiter erwähnt werden mussten. Dass sich der Durcheinanderbringer in die
wachsende Arbeit einmischen will, ist offensichtlich und wurde als solches auch von allen
Teilnehmern der Versammlung erkannt. Nach 4-stündigem Austausch konnte ich Gott nur
loben über die gute Art meiner Brüder zu ihren Fehlern zu stehen, aus den Fehlern zu
lernen, Missverständnisse zu klären, einander zu vergeben und gemeinsam an der
Berufung Jesu festzuhalten.
Beim Hinweg brauchte ich 2½ Stunden Autofahrt und 1½ Stunden Fussmarsch. Die
gleiche Zeit rechnete ich für die Rückfahrt. Diese verlängerte sich jedoch unerwartet durch
die extrem starken Regenfälle in der zentralen Gebirgskette, welche Pazifik – und
Atlantikseite trennt. Wir mussten insgesamt 4 Stunden bei 3 Flüssen mit Hochwasser
warten, bis es möglich war sie zu durchqueren. Ich war sehr dankbar um meinen
Begleiter, namens Angel (Engel), Verwalter der Herberge, welcher mir in diesen
Momenten im wahrsten Sinne des Wortes ein Engel war. Als Einheimischer konnte er die
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Situation mit dem Hochwasser gut einschätzen und hielt mich von voreiligen
Entscheidungen ab. Immer wieder ermutigte er mich zur Geduld und zum Warten, bis der
Fluss ein tieferes Niveau erreichte. Bevor er mir das Zeichen zur Durchfahrt gab, stieg er
immer zuerst mutig in das braungefärbte reissende Wasser, um herangeschwemmte
grosse Steine aus dem Weg zu räumen. Beim zweiten Fluss schätzte ich den grossen
Beistand meines Engels erst recht. Ein anderer Autolenker, der nicht so einen
professionellen Helfer bei sich hatte wie ich, blieb in der Mitte des Flusses stecken. Er und
seine Mitfahrer konnten sich gerade noch aus dem Auto retten, bevor die Hauptflut das
ganze Auto überdeckte. Uns blieb nur noch die Möglichkeit, es später aus dem Fluss zu
ziehen.

In Kürze:

- In diesen Tagen versammelten sich die Buglere Mitarbeiter in Santa Fe während 3


Tagen zu einer geistlichen Rüstzeit, welche von den Wycliff Missionaren Gunn geleitet
wurde. Sie erhielten eine zweite Auflage des Neuen Testaments und das Gesangbuch
in der Bugleresprache. Es ist uns ein grosses Anliegen, dass diese wertvolle Literatur
vorbereitete Herzen erreicht.

- Vom 3. – 7. August wird in Rio Luis eine regionale Frauenkonferenz stattfinden. Es


werden ca. 300 Frauen aus der Region und eingeladene Missionarinnen erwartet. Das
Organisieren eines solch grossen Anlasses ist eine grosse, administrative
Herausforderung für die Indianer, genug Essen und Schlafmöglichkeiten bereithalten
zu können.

- Leonardo Abrego aus Alto Marañon und Emilio Abrego aus Platanal haben mit dem 3.
und letzten Kurs in Costa Rica in der Werkmissionsschule LIL ihr Diplom in ihrem
spezifischen Ausbildungsbereich erhalten. Sie kehrten vor einem Monat sehr ermutigt
in ihre Dörfer zurück und werden das Gelernte ihren Familien und interessierten
Dorfbewohnern weitergeben.

- Vom 9. – 22. September begleiten mich Missionare von LIL ins Urwaldgebiet. Mit dem
Ziel die ehemaligen Schüler an ihrem Wohnort zu besuchen, sie als Mitarbeiter in der
lokalen Gemeinde zu bestätigen und beratend in den praktischen Bereichen von Land-
und Forstwirtschaft beizustehen. Gleichzeitig werden wir erneut eine regionale
Mitarbeiterversammlung und ein Seminar durchführen. Auf Wunsch der einheimischen
Mitarbeiter diesmal in Santiguito, einem Goldgräberdorf, eines der weitentlegendsten
Dörfer, das wir besuchen.

- Im Oktober sind wir von LIL in Costa Rica zu einem Mitarbeitertreffen eingeladen.
Heinz und Erika Notter, Hilda und ich werden gemeinsam diese Reise tun und noch
einige Tage nützen um Freunde, eine costarikanische Missionarsfamilie zu besuchen.

Familie:
- Hilda hat endlich nach einem Jahr einen Termin auf Ende August für einen weiteren
Untersuch, für eine Tomografie, bekommen.
- Es vergeht kaum ein Tag an dem wir nicht Kranke in unserem Haus beherbergen. Vor
einigen Tagen ist Elia aus Rio Luis operiert worden und wird auf Empfehlung des
Arztes bei uns noch 2 Monate zur Erholung sein, bis sie wieder die lange Reise auf
sich nehmen kann. Auch sonst ist Hilda viel mit Kranken bei Arztbesuchen und im
Spital unterwegs.
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- Noemi hat seit einigen Monaten ihre Ausbildung als Krankenschwester begonnen. Sie
hat es sehr streng und muss oft viele Nachtstunden mit dem Studium verbringen. Die
Ausbildung macht ihr jedoch viel Freude.

- Manuela muss weiterhin starke Medikamente nehmen und ist bei einem Neurologen
in Behandlung. Gott sei gedankt, dass Anzeichen der Besserung in jeder Hinsicht zu
verzeichnen sind.

- Erika hat ihr Abitur im Bank- und Rechnungswesen begonnen. Nach den ersten
Schwierigkeiten der Umstellung an ein höheres Lernniveau bestätigt sie, dass es die
Studienrichtung ist, welche ihr zusagt.

- Dank einer grossen Gabe, konnten wir in diesen Tagen Baumaterial für die beiden
Kapellen von Peña Blanca und Alto Marañon über den Meeresweg schicken. Die
gläubigen Dorfbewohner drücken sich immer wieder sehr dankbar für diese Hilfe von
aussen aus. Mit ihrem Einsatz, das Material von der Küste an die entsprechenden
Orte zu tragen, Sand und Kies vom weit entlegenen Fluss durch den Urwald zu
schleppen, zeigen sie ihre Bereitschaft, ebenfalls ihren Beitrag zu leisten.

Im Namen vieler Menschen, welchen das rettende Wort Gottes durch Seminare, Literatur
und Bibeln weitergegeben werden kann, oder mit medizinischer und sozialer Hilfe einen
Liebesdienst erwiesen werden kann, möchten wir Ihnen erneut von Herzen für alle
Mitarbeit in Gebet und Gaben danken.

Herzlichst
Familie
Zimmermann

Die geltenden Adressen:

Familie
Werner und Hilda Adresse und
Zimmermann Kontoverbindung
Apdo. 183 der Schweizerischen
Santiago/Veraguas Missions- Rundbriefversand:
Rep. de Panama Gemeinschaft (SMG) Ueli Mörgeli
E-Mail: zimi60@gmail.com Industriestr. 1 Hof Oberkirch 7
Postfach CH-8722 Kaltbrunn
CH-8901 Winterthur E-Mail: umbm@sunrise.ch
Tel. +41 44 910 73 91
Fax +41 44 910 92 28
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