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Selbstregulation – Wikipedia http://de.wikipedia.

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Der Begriff Selbstregulation auch Homoiostase, Homeostase, Homöostasis, Homöodynamik und Homöostase (griechisch ὁμοιοστάση – Gleich-Stand) hat
in verschiedenen theoretischen und praktischen Zusammenhängen unterschiedliche Bedeutungen:

In der Systemtheorie und Kybernetik bezeichnet Selbstregulation die Fähigkeit eines Systems, sich durch Negative Rückkopplung selbst innerhalb gewisser
Grenzen in einem stabilen Zustand zu halten. Das Konzept der Homöostase wurde um 1860 von dem Physiologen Claude Bernard beschrieben, der Begriff
1929 und 1932 von Walter Cannon geprägt[1]. In diesem Sinne wird der Begriff in zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen verwendet, deren Gegenstand
Systeme sind, so z. B. in der Physik, Biologie, in den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie, der Psychologie oder in der Rechtswissenschaft.

Die Existenz selbstregulierender Funktionen kann den Fortbestand eines Systems sichern, welches sich sonst zum Beispiel durch ungehemmtes Wachstum,
Überstrukturierung und nicht mehr beherrschbare (selbsterzeugte) Komplexität überfordern würde.

Francisco Varela und Humberto R. Maturana haben dafür plädiert, den Begriff Homöostase durch den Begriff Homöodynamik zu ersetzen, da die Stasis einen
Stillstand und damit den Tod eines (selbstregulierenden) Systems bezeichnen würde. Ihre Bemühungen waren nur teilweise von Erfolg gekrönt, sodass nun beide
Begriffe in der Literatur nebeneinander existieren.

Selbstregulation ist ein grundlegendes Funktionsprinzip (Homöostaseprinzip) lebender Organismen. Sie findet z. B. in der Physiologie des menschlichen und des
tierischen Körpers fortlaufend statt, meist bei Veränderung statischer Zustände und von uns unbemerkt. Beispiele sind:

Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz beim Wechsel von liegender in stehende Position
Vermehrte Atmung bei körperlicher Anstrengung, um dem Körper mehr Sauerstoff zuzuführen
Bei Hypoglykämie (Unterzuckerung) setzt der Körper drastische Selbstregulationsmechanismen in Kraft (z. B. Ausschüttung von Adrenalin, mit der Folge
von Zittern und starkem Schwitzen), um die Glukosekonzentration aufrecht zu erhalten und einen drohenden hypoglykämischen Schock zu verhindern.

In der Psychologie bezeichnet der Begriff Selbstregulation Verhalten, mit dem ein Mensch sein seelisches Gleichgewicht wiederherstellt. So kann sich zum
Beispiel ein gestresster Säugling durch Nuckeln am Daumen oder andere Rituale selbst beruhigen.

Jörg Martin, Jörg Hardy, Stephan Cartier (Hrsg.): Welt im Fluss. Fallstudien zum Modell der Homöostase. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008, ISBN
978-3-515-08980-7.

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Gegenkopplung
Mitkopplung
Regelkreis
Superkompensation
Synergetik
Umsetzungskompetenz
Volition

1. Karl Ludwig von Bertalanffy: ... aber vom Menschen wissen wir nichts, (Englischer Titel: Robots, Men and Minds), übersetzt von Dr. Hans-Joachim Flechtner. Seite
115. Econ Verlag GmbH (1970), 1. Auflage, Duesseldorf, Wien.

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Kategorien: Kybernetik | Biomedizinische Kybernetik | Ökologie | Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. März 2010 um 09:49 Uhr geändert.
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