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YESNABY, VISIT SCOTLAND

Liebe Leser,
Wir haben dieses Mal einen kleinen Schwerpunkt über Archäologie im Blatt. Wir berichten über den so genannten Cat Stane, ein wichtiges archäologisches Beweisstück, das nicht etwa im Museum, sondern an der Landebahn am Airport Edinburgh steht. Auf keinem der Fotos war die lateinische Inschrift auf dem verwitterten Untergrund gut genug zu erkennen. Also griff unsere Grafik-Designerin Daria zum Stift und malte die Schrift, einen kurzen letzten Gruß an eine Frau names Vetta, kurzerhand nach. Das Ergebnis finden Sie auf Seite Fünf. Auf Seite Sieben beschreibt die Archäologin Caroline WickhamJones von der Universität Aberdeen ihre Arbeit auf der Insel Orkney. „Mal ist es kalt, windig oder es regnet. Manchmal kommt alles drei zusammen“, sagt Wickham-Jones. „Da ist es wichtig, die Regensachen beisammen und in Ordnung zu halten.“ Ein Rat, den wir hiermit gerne an alle Schottland- Urlauber weitergeben. Viel Spaß beim Lesen !

Pilot Edition

Das Reisejournal

LERWICK, D. HOUGHTON

RING OF BRODGAR, VISIT SCOTLAND

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Shetland 1000 Fackeln machen die Nacht zum Tag Stobo Castle WellnessTempel zwischen grünen Hügeln Steinaxt am Strand Spektakuläre Funde aus der Steinzeit festigen Orkneys Ruf als Weltkulturerbe der Unesco

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STOBO CASTLE

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IONA CRAWFORD

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Budgethotels Wie Motel One den UK-Markt erobert Großes Geld Diageo investiert 1 Mrd. Euro in die schottische Whisky-Industrie Mehr als Tartan und Tweed Der Erfolg der ModeDesignerin Iona Crawford Mein Lieblingsplatz Der Pollok Country Park in Glasgow

Nicola de Paoli

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Das Foto entstand auf der Isle of Lewis, auf den äußeren Hebriden. Dort stehen die berühmten Callanish Stones. Surfer aufgepasst: Das Wasser ist auch im Sommer kalt. Photo: P. Tomkins

Design by Daria Lavrenko

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SCHOTTLAND

UP HELLY AA ,LERWICK, T.NORRIS

Feuerfest auf Shetland

Up-Helly-Aa
Hhhmm - Schokolade!

Die Winternächte in Shetland sind dunkel und kalt. Umso heller leuchten die Fackeln, wenn die Shetländer Ende Januar das Up-Helly-A feiern, ein gewaltiges Feuerfest. Das erinnert an die Zeit, als die Insel noch eine Hochburg der Wikinger war. Der Höhepunkt der Feier ist der Fackelzug durch die dunklen Straßen von Shetlands Hauptstadt Lerwick. Rund 1000 Statisten in aufwändigen Wickingerkostümen marschieren dann zu einem gewaltigen, nachgebauten Wikingerschiff, das am Ende des Abends in Flammen aufgeht. Und während die Funken zum Himmel stieben, wird an vielen Orten auf Shetland bis zum Morgengrauen gefeiert. Um Tickets für diese Parties sollte man sich rechtzeitig kümmern, sie sind schnell vergriffen.

Pantomime-Theater

Zum Reinbeißen
Iain Bur nett weiß, wie man g ute Schokolade macht - und er kann noch vieles mehr. Trüffel zum Beispiel. Für die ist der Highland-Chocolatier aus Grandt ully/ Per thshire ber üh mt. Iain mischt Kakao aus Sao Tomé mit frischer Sahne aus den schottischen Highlands. Dann gibt er hier ein wenig Minze hinzu, dort ein wenig Madagascar-Vanille. Iains Sortiment ist inzwischen auch in Tophotels und Restaurants mit Michelin-Stern auf der ganzen Welt zu finden. Soviel Kunst hat ihren Preis: Das Prachtstück links im Bild, die Hochzeitsstor te Galaxy, ist aus verschiedenen Sorten polierter Schokolade und kostet 1000 Pfund. www.highlandchocolatier.com
I.BURNETT, HIGHLAND CHOCOLATIER

Auf die Pauke hau´n
H i e r k r a c h t ´s u n d PINNOCHIO, G.F.MCHARG k n a l l t ´s . D a s i s t d i e schottische Art der Pantomime, kurz Panto. Es wird gejohlt u nd gesungen, wenn Männer in Frauen kleider n über die Bühne stolpern. Sie verstehen die Handlung nicht bei so viel Lär m? Macht nichts. Sie erklärt sich meist schon aus dem Namen der Show. Pantos heißen Cinderella oder Peter Pan und sind trotzdem kein reines Kindertheater. Dafür sorgen die Kalauer über Tagesaktuelles und Politik. Pantos gibt es in der Weihnachtszeit in ganz Großbritannien. Aber nirgends sind sie wohl so beliebt wie in Schottland.

Edinburgh

Archäologie am Airport
Gucken Sie doch mal aus dem Fenster, wenn Sie das nächste Mal nach Edinburgh fliegen: Gleich neben der Startbahn steht ein rund 1,3 Meter hoher Findling, der auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt. Tatsächlich ist er Teil einer wichtigen Beweiskette zur Geschichte Schottland, aus der Zeit zwischen dem 5. Und 8. Jhd. Da waren die Römer längst abgezogen. Eine Theorie lautet, dass ihr kultureller und religiöser Einf luss dennoch stark blieb und nicht von nachr ückenden Volksstämmen überrannt wurde. Doch d ie Beweise d af ü r si nd dü rftig. Der Stein am Flughafen ist eine seltene Ausnahme. Er trägt eine lateinische Inschrift aus einer Zeit lange nach den Römern und beweist damit ihren bleibenden Einfluss.

BALBLAIR MOUNTAIN, P.TOMKINS

P.TOMKINS

RIVER ALMOND,I.MCLEAN

Raus an die frische Luft

Natur pur
Das Jahr 2013 steht unter dem Motto “Year of Natural Scotland”. Die Schotten wollen damit ihre schöne Landschaft und Natur in Szene setzen und davon haben sie ja bekanntlich reichlich. Es wird des Gründers des Yosemite-Nationalparks in den USA, John Muir, gedacht. Günstige Wochenend-Angebote sollen Familien ins Grüne locken. Und wer von der Natur nicht genug bekommen kann, der kann sich in einer neuen Survival Academy anmelden und alles über das Überleben in der Wildnis lernen.

5 -Sterne-Hotel Stobo Castle

Entspannen und Genießen
Ein Wellness-Tempel der Extraklasse: Stobo Castle. Mit über 80 verschiedenen Anwendungen hat sich das hoteleigene Spa einen einmaligen Ruf erworben. Bleibt nur noch, nach einer anstrengende Schlammpackung, einem Dampf bad oder einer indischen Kopfmassage mit einem Glas Champagner in den Kissen der Cashmere Suite zu versinken. Übrigens: Tagesgäste sind willkommen. Stobo Castle liegt südlich von Edinburgh, zwischen den grünen Hügeln der Borders.

STOBO CASTLE

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SCHOTTLAND

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SCHOTTLAND

So weit ab vom Schuss, so viel Aufmerksamkeit: Die schottischen Orkney-Inseln ziehen jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Es gibt dort gutes Essen, Papageientaucher und Scarpa Flow. Aber echte Weltklasse sind die zahllosen Ausgrabungen aus der Steinzeit.

YESNABY CLIFFS, M.FERGUSON

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SCHOTTLAND

Gold, sagt Caroline Wickham-Jones, Gold sei genau genommen ein bisschen langweilig. Schön anzusehen und glänzend, logisch. Aber sonst ? Sie hat mal einen Goldschatz ausgegraben. Ende der 70 er Jahre war das, auf dem Feld eines Bauern, hoch oben in den Highlands. Wickham-Jones ist Archäologin. Sie will der verflossenen Zeit ihre Geheimnisse entreißen und mit der polierten Oberfläche von Gold kann sie dabei nichts anfangen. Gold hat zu wenig Ecken, Brüche und Risse. Nichts Greif bares über die Menschen, die es einmal in der Hand hatten. Der Schatz aus den Highlands, Armreifen und Armbänder, liegt jetzt im National Museum of Scotland in Edinburgh. Und Wickham-Jones ist weitergezogen. Dorthin, wo es kein Gold gibt. Nur Steine.
IM EAGLES’ TOMB, VISIT SCOTLAND

SKARA BRAE, VISIT SCOTLAND

Kirkwall oder Stromness schlendern. Aber das ist noch nicht alles. Orkney bietet Archäologie der Weltklasse. Der Ring of Brodgar sowie andere Stätten auf der Insel gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Es kommt immer wieder vor, dass wichtige Funde auf Orkney zufällig passieren. Man kann sich vorstellen, wie sich dieser Moment anfühlt, wenn mitten in einem Spaziergang am Strand vor den eigenen Füßen etwas aus dem Sand ragt, der Atem kurz stockt,

Auf Orkney stehen die Steine senkrecht gegen den Himmel gerichtet. Hineingestellt in eine baumlose Landschaft zwischen Himmel und Meer. Der Ring of Brodgar ist 5000 Jahre alt. Eine geheimnisvolle, kreisförmige Symmetrie aus meterhohen Stelen, die auch Experten wie Wickham-Jones nicht gänzlich verstehen. Doch vielleicht erschließt sich das letzte Geheimnis der Kreise nicht durch die Wissenschaft. Vielleicht versteht man am besten, wenn man davor steht, die raue, verwitterte Oberfläche der Steine mit den Händen berührt und den Augenblick wirken lässt. Den Wind in den Ohren. Die Orkney-Inseln liegen selbst für schottische Verhältnisse ziemlich weit weg, am äußersten, nördlichen Rand der Landkarte. Trotzdem kommen jedes Jahr rund 190 000 Besucher hierher. Bei den Schotten ist Orkney beliebt wegen des guten Essens. Man kann paddeln und Rad fahren, Seehunde und Papageientaucher beobachten oder einfach durch die Gassen der beiden größten Städte

CAROLINE WICKHAM-JONES, C.WICKHAM-JONES

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SCHOTTLAND

27 STONES OF THE RING OF BRODGAR, P.TOMKINS

FRASER ANDERSON, KIRKWALL, P.TOMKINS

das Herz einen Moment lang schneller schlägt, weil man instinktiv weiß: Das ist mehr als ein irgendein beliebiger Kiesel. Der Farmer Ronnie Simison fand gleich eine komplett erhaltene Begräbnisstätte. Seine Entdeckung ist mittlerweile eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel und bekannt unter dem Namen „Tomb of the Eagles“. Neben Werkzeug und menschlichen Schädeln entdeckte Simison auch Adlerknochen, die der Fundstelle ihren Namen gaben. Zum Eagles´ Tomb kommt man am besten mit dem Skateboard. Das ist genau genommen nicht mehr als ein Brett mit ein paar Rollen darunter. „Dad hat sich das ausgedacht“, sagt Simisons Tochter Kathleen. Denn der Eingang zu der Begräbnisstätte ist niedrig und eng. Jetzt können sich Besucher mit dem Bauch auf das Brett legen und einfach durch den Eingang hindurch rutschen. Es ist noch von Skara Brae zu berichten, eine Art Reihenhaussiedlung aus der Steinzeit. Es sieht aus, als hätten die Bewohner ihre Häuser gerade erst verlassen, so gut lassen sich die aus Stein gehauene Bettkästen und Schränke erkennen. Und es drängt sich der Eindruck auf, dass sich an den wesentlichen Elementen europäischer Innenarchitektur auch in 5000 Jahren nicht viel verändert hat. Die Möbel auf Orkney seien eben immer schon einfach und praktisch gewesen, sagt Fraser Anderson, wenn man ihn

nach Skara Brae fragt. Anderson ist Möbelbauer und hat mit Archäologie nicht viel im Sinn, um so mehr mit Traditionen. Seine Arbeit ist wie die Bestätigung eines großen Ganzen, gemacht aus Zeit, Ebbe und Flut und dem Anlanden und Abdriften der Generationen. „Ich bin auf Orkney aufgewachsen“, sagt er, als würde das alles erklären. Wahrscheinlich tut es das. Der 27 jährige baut Orkney-Stühle, die traditionell aus Treibholz hergestellt werden. Sich das Holz mit der Fähre anliefern zu lassen, das käme ihm nie in den Sinn. Von Zeit zu Zeit knattert Anderson daher mit seinem Wassermotorrad raus aufs Meer, um das Holz an den von Land aus schwer zugänglichen Stellen einzusammeln. Was gibt es auf Orkney in Zukunft noch zu entdecken ? Erwiesen ist, dass vor 9000 Jahren der Meeresspiegel deutlich niedriger war als heute. Es gab trockenes Land, wo heute nur Ozean ist. Gerüchten zufolge haben private Tauchtrupps in dem von Plankton trüben Wasser steinzeitliche Stätten gesehen. Doch erwiesen ist das nicht. „Wir werden wohl im Februar ein paar Tauchgänge unternehmen“, sagt Wickham-Jones. Die Ergebnisse interessieren auch Wissenschafter in den Niederlanden und Deutschland, die sich an der Nordseeküste mit ähnlichen Fragen beschäftigen. Was passiert mit einer Gemeinschaft, deren Heimat überspült wird? Rücken alle enger zusammen? Gibt es Streit? Oder beides? Wer die Steine untersucht, versteht auch unsere moderne Welt besser, sagt Wickham-Jones. Sie denkt dabei an Themen wie den Klimawandel und den damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels. „Unsere Vorfahren hatten ähnliche Problemen wie wir heute und wir würden gerne verstehen, wie sie damals damit klar gekommen sind.“

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SCHOTTLAND

ORKN EY:

Was es sonst noch zu sehen gibt...

HIGHLAND PARK

THE EARL SIGURD AND OPEN HYDRO TEST RIG, OPEN HYDRO

hma ck des Der beso nder e, rauc hige Gesc vor allem High land Park -Wh isky s ents teht stel lung Her durc h den Torf , der bei der auf Orkn ey verw ende t wird. Der Torf wird und dann in et gestochen, nur leicht getrocknverbrannt. Der einem spez ielle n Räucherofen die Gerste und Rau ch des Feue rs wandert in Die Dest iller ie dam it auch in den Whi sky. und ist dam it stammt aus dem Jah r 1798 eine der ältesten Schottla nds. www.highlandpark.co.u k

Wunder n Sie sich nicht über das seltsame te chnisch e Gerät vor der Küste: Das „Europ ean Marine Energy Centre“, kurz EMEC, ist ein weltwe it f ührende s Testzentrum für die Erprobu ng von Energie aus Wellen- und Gezeite nkraft. Zahlreiche Energiekonzerne probieren hier ihre Neuentwicklunge n unter echten Bedingungen auf dem Meer aus. Das EMEC wurde 2003 eingeric htet und zählt Eon und Vattenf all zu seinen Kunden.

KIRKWALL, D.HOUGHTON

Orkn ey best eht aus rund Inse ln und liegt unge fähr 10 70 einz elne n Küst e entf ernt. Auf der Hau km von der rund 20 000 Men sche n. Dieptin sel lebe n Kirk wall ist mit sein en klein en Hau ptst adt Rest aura nts und dem mal eris Geschäften, ein gute r Ausg angs pun kt für chen Haf en wird viel Kunstha ndwerk gebo jede Tour . Es Text ilien und Töp ferw aren .ten: Schmuck, lich Mus ik. Im Som mer find Daz u reic hen zahl reic he Festivals statt.

A NORTH RONALDSAY SHEEP, P.TOMKINS

Viele Schotte n kommen wegen des guten Essens nach Orkney und das besteht beileibe nicht nur aus Fisch und Meeres früchte n. Die Farmer sind stolz auf ihre Rinder und Schafhe rden. Berühmt sind die Schafe von der Orkney-Insel North Ronalds ay. Die Schafe stehen nicht auf der Weide, sondern auf den Klippen . Statt Gras fressen sie Seetang . Sie haben sich an das Wetter, das Salz und die gelegentlichen Besuche der Seehunde gewöhnt.

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SCHOTTLAND

CLIFFS OF HOY, P.TOMKINS

Hotelkette MOTEL ONE wagt den Sprung nach UK
Drei Minuten sind es bis zum Bahnhof, fünf Minuten b is zur A l t s t a d t . V ie l ze n traler kann man in Edinburgh nicht übernachten. Das war wohl auch den Managern der Hotelket te Motel One klar. Sie haben die Chance erg riffen, in einem Gebäude aus dem 16. Jhd. ein neues Hotel zu eröffnen. Das Motel One Edinburgh mit 208 Zimmern ist bislang das erste in Großbritannien und die Neueröffnung im Dezember quasi der Startschuss für eine Expansion des Münchner Unternehmens auf den britischen Markt. Motel One hat eine führende Marktposition für Budgethote ls un d w ill b is z u m J a h r 2 014 e u r o p a weit von der zeit 3 9 auf 6 0 Hotels wachsen. Es gibt Pläne für ein weiteres Hotel in Edinb urgh, d ann solle n London, Manchester und Newcastle folgen. Eine Übernachtung kostet ab 6 9 Pfund. www.motel-one.de

IMPRESSUM
Editor-in-Chief

Nicola de Paoli

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Daria Lavrenko

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Published by: Schottland Media 9 South East Circus Place Edinburgh EH3 6TJ Tel: 00 44 131 225 73 30 www.schottland.co
„ S ch ot t l a n d – Da s Rei s e j o u r n a l “ (6 4 pages) will be published twice a year from 2013 on in Germany and Scotland. Every effort has been made to ensure the accuracy of the information contained herein. However, w here appropr iate, you are strong ly advised to check prices, opening times, dates etc before making f inal ar rangement s. „ Schot tland – Das Reisejournal “ will not be held responsible for mistakes. All liability for loss, disappointment and damage is hereby excluded. Reproduction of contents in any form is prohibited by law unless written permission from the publisher is given.

MOTEL ONE

Motel One nennt sich selbst “Low Budget Design Hotelkette”. Wer hier übernachtet, kann auf den Stühlen des dänischen Designers Arne Jacobsen Platz nehmen oder im Schein einer Lampe von Achille Castiglioni im Reiseführer schmökern. Das Gebäude in Edinburgh ist denkmalgeschützt, so dass Motel One strenge Auflagen erfüllen musste. Die Fassade blieb unverändert, der Eingang aus Holz wurde restaurier t, der Stuck an den Zimmerdecken naturgetreu nachgearbeitet.

Der große Durst der Chinesen
Der Getränkekonzern Diageo will in Schottland 1 Mrd. Pfund in den Ausbau seiner Destillerien stecken. Der Plan ist auf fünf Jahre angelegt. Inzwischen sind erste Details bekannt.
Talisker, Lagavulin, Johnnie Walker und Bells. So lauten nur einige der klangvollen Namen, die dem Getränkekonzern Diageo gehören. Der Konzern spielt in der schottischen W hisk y - Industr ie eine gewaltige Rolle und w ill die se nun noch weiter ausbauen. Dazu zählt eine Er weiterung der Destillerie Glen Ord westlich von Inverness. Glen Ord ist für viele Whisky-Fans wegen des gut gemachten Besucherzentrums eine beliebte Anlaufstelle. Dort gibt es hier auch den „Singleton“-Whisky zu kaufen, der sonst in erster Linie für den südostasiatischen Markt gemacht wird, vor allem Taiwan und Singapur. Auf der To-Do-Liste steht nach Informationen der BBC auch die Destillerie Teaninich, die zwar nicht sehr schön in
DIAGEO

ARBEIT & INVESTMENT

einem Industriegebiet gelegen ist, aber wegen ihrer besonderen Whisky- Herstellung bekannt ist. Das Gerstenmalz wird hier nämlich vor der Weiterverarbeitung zu feinem Mehl gemahlen. Der Whisky aus Teaninich ist ein Bestandteil von „Johnnie Walker“. Der Grund für das gewaltige Investment ist der anhaltende Whisky-Durst in Südostasien und China. Der Diageo-Umsatz mit schottischem Whisky ist in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen und liegt nun bei 3 Mrd. Pfund im Jahr.

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SCHOTTLAND

Elegant, farbenfroh,
„Ich hat te eine romantische Kindheit“, sagt Iona Crawford und das sieht man ihrer Kunst und ihrer Mode an. Sie malt am liebsten Tiere: Hirsche oder die Schafe und Kühe auf der Farm ihrer Eltern. Vögel haben es ihr besonders angetan. Bunte Pfauen und elegante Schwäne. Eisvögel haben für Crawford etwas Freches. Und genauso ist auch ihre Mode: Bunt, elegant und frech.

ECH FR

Frühjahr/Sommer 2013: Das Seidenkleid trägt den Namen „Ossian“, inspirier t von der gälischen Kultur Schottlands.

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„Ich bin auf einer Farm groß geworden. Noch heute bin ich gerne draußen. Ich beobachte den Wechsel der Jahreszeiten. Ich liebe diesen drastischen Wechsel von Gerüchen, Farben und Stimmungen.“

IONA CRAWFORD
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POLLOK WOODS, I.MCLEAN

MEIN LIEBLINGSPLATZ
ANNE B ü n e m a n n

den wilden Wald am liebsten, einen großen, n at u r b ela s se ne n M ischwa ld m it a lt e n Bäumen und verwunschenen Wegen. Der wilde Wald mitten in Glasgow, der macht den Pollok Park für mich so besonders. Auf einer kleinen Anhöhe, geschützt von einer Steinmauer, habe ich bald nach u nserer A n k u nf t i n Glasgow vor zeh n Jahren ein paar Bänke entdeckt. Von den
POLLOK HOUSE, P.TOMKINS

Mein Lieblingsplatz b e fi nde t s ic h i m P o l l o k Country Park in Glasgow. Dahin zieht es mich, wenn die Sonne scheint. Im Pollok Park sind verschiedene Gärten angelegt.
Pferde und Highland Cows grasen auf der Wiese.Viele Besucher kom men hierher, um sich die Bur rell Collection anz usehen, eine Kunstsammlung mit über 8000 Ausstellungstücken. Ich persönlich aber mag

Ruhepol. Ich suche mit die sonnigste Bank aus und genieße die Stille. Von meinem Lieblingsplatz aus kann ich die Pferde und die Highland Cows sehen. Und den wilden Wald. Ich teile den Platz gerne mit anderen. Ich erinnere mich, wie meine Mutter zu Besuch aus Deutschland kam. Meine älteste Tochter war da gerade eine Woche alt. Es war schon spät im Herbst, aber wir hatten trotzdem außergewöhnlich gutes Wetter. Ich habe sogar noch ein Foto davon, wie wir gemeinsam auf der Bank in der Sonne sitzen.

A n n e B ü n e m a n n,
Jahrgang 1973, ist Geigerin am Royal National Scot tish Orchestra und lebt in Glasgow. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter. Anne Bünemann ist in Herdecke, in der Nähe von Dortmund aufgewachsen.

zwei Millionen Besuchern, die jedes Jahr in den Park kommen, merkt man nichts. Es ist ziemlich einsam. Und hier ist mein

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Frohe Weihnachten und ein glückl iches neues Jahr ! Merry Christmas and a Happy New Year !

EDINBURGH CASTLE, HISTORIC SCOTLAND