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> Kunden-Motive 2008 Freiheit und Sicherheit: eine Beziehung unter Spannung

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Freiheit und Sicherheit: eine Beziehung unter Spannung

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Freiheit und Sicherheit: eine Beziehung unter Spannung

Kunden-Motive 2008

> Finanzen geben Freiheit und Sicherheit

2008 > Finanzen geben Freiheit und Sicherheit Was bewegt Menschen? Was hat Einfluss auf ihr Verhalten?

Was bewegt Menschen? Was hat Einfluss auf ihr Verhalten? Wie verändern sich Menschen? Und wie verändert sich dadurch die Gesellschaft? Wir haben Interesse an den Antworten auf diese Fragen – als Menschen und als Bank. Denn: Wir möchten unsere Kunden verstehen. Daher führt die comdi- rect bank in Zusammenarbeit mit renommierten Forschungsinstituten regelmäßig Studien durch. Dabei untersuchen wir all das, was Einfluss auf die Kunde-Bank-Beziehung hat. Wir meinen, dass wir so am Puls der Zeit bleiben, gesellschaftliche Entwicklungen erkennen und eher die Bedürfnisse unserer Kunden verstehen.

Besitz kann belasten – so ein Ergebnis der Grup- pendiskussionen, auf denen unsere diesjährige Studie basiert. Und Besitz kann Sicherheit reduzie- ren, wenn sein Wert verfällt. Aber – und dies ist die andere Seite der Medaille: Grundsätzlich gibt Besitz materielle Sicherheit und erlaubt zum Beispiel die Freiheit, mit dem eigenen Boot über die Ostsee zu segeln, die Eigentumswohnung nach eigenen Wünschen zu gestalten oder einfach etwas vollkommen Neues zu unternehmen.

Auch das Thema Finanzen hat zwei Seiten: Finanzen können aufgrund ihrer Komplexität Unsicherheit bereiten. Und sie können Zeit verschlingen und so die persönliche Freiheit einschränken, weil man sich kümmern muss. Finanzen können aber auch die Handlungsfähigkeit steigern, von Sorgen befreien und so die eigene Freiheit vergrößern.

Die Antworten auf die Frage nach der persönlichen Sicht auf Freiheit oder Sicherheit fallen unterschied- lich aus – individuell. Und für eine Bank ist es von großer Relevanz, diese Ängste und Sehnsüchte, diese Einstellungen und Bedürfnisse der Menschen zu kennen, die zu oft zu kühl „Konsumenten“ genannt werden.

Michael Mandel, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank

Kunden-Motive 2008

> Wagnis oder Gewinn? Das neue Verständnis von Freiheit und Sicherheit

Wer heute heiratet, beweist Mut, denn die Ehe ist nicht mehr der sichere Hafen, sie wird vielmehr zum Etappensieg: Ein Drittel aller lebenslangen Versprechen werden vorzeitig gelöst.

Der Staat reduziert Sozialleistungen; Eigenverant- wortung in Sachen Rente, Gesundheit und Bildung wird immer wichtiger. Sicherheit wird Mangelwa- re und gewinnt damit enorm an Wert. Sie muss heute schon von jedem Einzelnen geplant wer- den. Eigenverantwortung und Eigeninitiative sind gefordert.

Die Gesellschaft bietet immer mehr Freiräume zur Selbstentfaltung. Rollen- und Familienbilder lösen sich zugunsten ausgeprägter individueller Freiheit auf. Karrieren gewinnen durch Abstecher ins Aus- land oder in andere Berufe an Profil. Das Individu- um lotet seine Grenzen aus, experimentiert mit den Möglichkeiten. Der Markt reagiert und bietet den Konsumenten individuelle Angebote. Wahlfreiheit ist im Überfluss vorhanden. Mehr Angebote bedeuten aber auch weniger Orientierung. Persönliche Freiheit ist auch Arbeit.

weniger Orientierung. Persönliche Freiheit ist auch Arbeit. Freiheit und Sicherheit werden neu bewertet – so eine

Freiheit und Sicherheit werden neu bewertet – so eine zentrale Erkenntnis der vorliegenden Studie. In Gesprächen mit Menschen aus unterschiedlichen Generationen, Berufen und Lebensverhältnissen wurde deutlich, dass sich das Spannungsfeld der Werte Freiheit und Sicherheit in unserer Gesellschaft vergrößert.

Prof. Peter Wippermann, Trendbüro Hamburg

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Einleitung 8 Aktualität und Relevanz > Werte im Wandel 10
Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Einleitung 8 Aktualität und Relevanz > Werte im Wandel 10
Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Einleitung 8 Aktualität und Relevanz > Werte im Wandel 10

> Einleitung

8 Aktualität und Relevanz

> Werte im Wandel

10 Ergebnisse im Überblick

> Familie und feste Bindungen

18 Geben Sicherheit – nehmen Freiheit

> Spannungsverhältnis lösen

34 Freiheit und Sicherheit ergänzen sich

> Ziel und Design

9 Forschungsansatz und zentrale Fragen

> Freiheit und Sicherheit

11 Die Bewertung von Freiheit und Sicherheit im Wandel der Generationen

> Individuelles Verständnis

14 Freiheit ungleich Sicherheit

> Freiheit und Sicherheit im Alltag

17 Auswirkungen auf Familie, Beruf, Besitz und Finanzen

>

Beruf

22 Gibt Sicherheit

> Besitz

26 Gibt und nimmt – Sicherheit und Freiheit

> Finanzen

30 Geben und nehmen Freiheit

>

Ausblick

36 Angebote reflektieren Freiheit und Sicherheit

Einleitung

Kunden-Motive 2008

> Einleitung Aktualität und Relevanz

Der Staat senkt seine Sozialausgaben. Die Ver- weildauer von Arbeitnehmern in Unternehmen nimmt ab – große Unternehmen schrecken mit Massenentlassungen bei gleichzeitigen Rekord- gewinnen. Ein kollabierender US-Immobilien- markt hat Auswirkungen auf Kurse in Frankfurt und Arbeitsplätze in ganz Deutschland. Die Deutsche Rentenversicherung Bund frustriert mit Renteninformationen und geringen Beträgen. Die Familie als Quelle emotionaler Sicherheit ist nicht länger dominierendes Lebensmodell. Si- cherheit ist zu einem mangelnden Gut gewor- den. Das Thema ist aktuell wie niemals zuvor.

Reisen nach Spanien, ohne dass ein Zollbeam- ter das Auto stoppt. Eine unübersichtliche Zahl von Flatrates, Fonds, Zertifikaten, Pauschalreisen, Internet-Anbietern und die Freiheit, daraus wäh- len zu können. Abnehmender gesellschaftlicher Druck, mit festem Partner dauerhaft das Leben zu gestalten. Einfach nur zum Shoppen für wenige Euro nach Rom oder Kopenhagen fliegen können. Kaum noch Drängen von Personalabteilungen, ei- nen geradlinigen Berufsweg vorzuweisen. Keine Frage: Die Zahl der Optionen hat zugenommen. Die Freiheit, wählen zu können, ist damit aktuell wie nie.

> Relevant für jeden

Abbau und Verlagerung von Jobs, Kürzungen im Gesundheitswesen, geringe oder keine Renten- anpassungen, Globalisierung: Diese Beben sind für jeden spürbar. Sie bewegen jeden. Über sie wird diskutiert und gestritten, in Talkrunden wie im Freundeskreis. Abnehmende Sicherheit ist ein Thema. Für den Einzelnen und die Gesellschaft. Denn: Man muss sich heute mehr selbst um Si-

wählen aus 400 Joghurtsorten in 68 Geschmacks- varianten. Früher nur ARD und ZDF, heute 60 Fern- sehprogramme, 300 Radiosender und 600 Pub- likumszeitschriften. Sich durch die Optionen bei der Bestellung eines Neuwagens – Sitzheizung ja / nein, elektrisches Schiebedach ja / nein – zu arbeiten, benötigt Stunden. Vom Griff zur Türklin- ke bis zum Überholmanöver mit dem Auto: Jeder Einzelne muss heute täglich bis zu 100.000 Ent- scheidungen fällen, so schätzen Experten. Die Zahl der Optionen ist explodiert. Dies lässt viele Men- schen ratlos zurück. Wahlfreiheit bewegt und ver- unsichert. Das Thema ist relevanter als je zuvor.

> Wer die Wahl hat, hat die Qual

Im deutschen Mobilfunkmarkt sind heute mehr als 300.000 Tarifoptionen verfügbar, aber kaum jemand kennt seinen eigenen Tarif. Und bei der Wahl eines neuen stellt sich die Unsicherheit ein, ob dies der richtige, der beste, der günstigste ist. Und selbst wenn: Morgen kann er es schon nicht mehr sein. Berufe wie Webdesigner, Systemgast- ronom oder Personaldienstleistungskaufmann gibt es erst wenige Jahre. Die Zahl der Berufsoptionen steigt. Für viele Schulabgänger wird die Entschei- dung erst recht schwer: Welches ist der eigene Traumjob? Und kaum hat man seinen Job gefun- den, herrscht der Druck, lebenslang zu lernen, mobil und flexibel zu sein. Optionenvielfalt, Unsi- cherheit und das Tempo der Veränderung nehmen dramatisch zu.

Kunden-Motive 2008

Ziel und Design

> Ziel und Design

Das Selbstverständnis und Werteverschiebungen unserer Gesellschaft zu erkennen – das ist das Ziel der vorliegenden Studie. Es gilt, Antworten auf Fragen zu finden, die jeden Einzelnen beschäfti- gen. Fragen, die wir uns stellen für heute und die Zukunft. Denn Sicherheit ist Grundbedürfnis eines jeden Bankkunden. Wer wünscht sich nicht, dass sein Geld, sein Erspartes sicher ist? Wer sucht nicht Sicherheit in der Beratung und möchte sich selbst sicher fühlen? Was aber meint Sicherheit darüber hinaus?

Und auch Freiheit ist Bedürfnis und Ziel. Wer möch- te nicht die Freiheit haben, sich dieses oder jenes anzuschaffen, ohne zunächst den Kontoauszug zu prüfen? Wer wünscht sich nicht, die Zeit nach dem Berufsleben frei, also ohne Einschränkungen ge- stalten zu können? Was aber meint Freiheit darü- ber hinaus – als Bedürfnis und Errungenschaft mit all ihren Implikationen, heute und morgen?

> Fragen, die sich die comdirect bank stellt:

Was wird heute unter Freiheit und Sicher- heit verstanden, in welchem Verhältnis stehen sie zueinander?

Was beeinflusst und verändert die Ein- stellung zu Freiheit und Sicherheit?

Welche Handlungsstrategien gibt es im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit?

Welche Konsequenzen hat dies für eine moderne Bank?

Das Trendbüro hat intensive Gruppendiskussio- nen mit 32 Teilnehmern im Alter von 23 bis 66 geführt, je zur Hälfte Frauen und Männer. Zudem kamen die Teilnehmer je zur Hälfte aus einer Großstadt und aus ländlichen Gegenden, darunter Arbeitssuchende, Selbständige, kaufmännische Angestellte, Verkäuferinnen, Rentner, Studenten, Führungskräfte, Auszubildende, eine Reinigungs- kraft. Darunter Verheiratete, Verwitwete, Singles, Großeltern, Eltern und Kinderlose. Darunter Men- schen mit Hobbys wie Lesen, Radfahren, Basteln, Motorradfahren, Fußball, Kung-Fu, Kino, Freunde- treffen, Reiten, Karnevalstanzsport, Schreinern und Fotografieren – ein Querschnitt durch die Ge- sellschaft.

Werte im Wandel

Kunden-Motive 2008

> Werte im Wandel Ergebnisse im Überblick

> Bisherige Einschätzung

> Neue Erkenntnis

Freiheit und Sicherheit schließen einander aus. Freiheit zu leben birgt Risiken und Ge- fahren.

Freiheit und Sicherheit bedingen sich zu- nehmend gegenseitig. Beides wird zu einer sehr persönlichen Angelegenheit:

Jeder wird seine Freiheit und seine Sicher- heit definieren und individuell leben.

Freiheit und Sicherheit werden vor allem durch das Umfeld bestimmt.

Anders als in der Vergangenheit werden Freiheit und Sicherheit weniger „von au- ßen“ geschenkt, sondern müssen eigen- ständig erarbeitet und aktiv gemanagt werden – permanent. Wer weder in Frei- heit noch in Sicherheit investiert, wird sie nicht genießen können.

Ein finanzielles Polster und Besitz sind die wichtigsten Sicherheiten.

Sicherheit lässt sich nicht nur auf Finan- zielles reduzieren. Denn immaterielle Wer- te gewinnen zunehmend an Bedeutung – und: Materielle Sicherheit kann Freiheit einschränken, da man sich um Besitz küm- mern muss. Auch Finanzen fordern Zeit und Entscheidungen, um die optimale Anlage- möglichkeit für sich selbst herauszufinden und je nach Bedarf zu verändern.

Freiheit ist, sich alle Wünsche finanzieren zu können.

Das Verständnis von Freiheit entwickelt sich weg vom Materiellen hin zu mentaler Freiheit: Was zählt, sind die Möglichkeiten, sich selbst entfalten und verwirklichen zu können.

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Freiheit und Sicherheit

> Freiheit und Sicherheit im Wandel der Generationen

> Freiheit und Sicherheit im Wandel der Generationen Wer zehn Menschen befragt, was sie unter Frei-

Wer zehn Menschen befragt, was sie unter Frei- heit bzw. Sicherheit verstehen, erhält heute zehn unterschiedliche Antworten. Denn die Bewertung von Freiheit und Sicherheit erfolgt individuell. So hängt das Bedürfnis nach Freiheit und Sicherheit stark von der jeweiligen Lebensphase ab. Drän- gen Menschen als Teenager meist auf Freiheit, können sie als junge Eltern ein stärkeres Sicher- heitsbedürfnis entwickeln, um wiederum zwei Jahrzehnte später einen stärkeren Freiheitsdrang zu verspüren, wenn die Kinder aus dem Haus

sind. Neben den Lebensphasen sind ebenso die Generationenprägung sowie der gesellschaftliche Rahmen maßgeblich für die Bewertung von Frei- heit und Sicherheit. Jede Generation entwickelt sich unter dem Eindruck politischer und kultureller Ereignisse und bildet eine kollektive Erinnerung.

Freiheit und Sicherheit

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Kollektive Erlebnisse der Generationen und ihre Auswirkungen auf die Jugendkultur

 

BABYBOOMER

GENERATION X

NETZWERKKINDER

Jugendphase

60er-/70er-Jahre

80er-Jahre

90er-/00er-Jahre

 

Erhard-Ära, Brandt-Ära

Kohl-Ära

Schröder-Ära

Wirtschaftsaufschwung

Rezession

New Economy

Berliner Mauerbau

Mauerfall

EU-Erweiterung

Politik

68er-Bewegung

Anti-Atombewegung

Globalisierungsgegner

Vietnamkrieg

Afghanistankrieg

Globaler Terrorismus

 

RAF

IRA

El Kaida

Ölkrise

Tschernobyl

Klimawandel

 

Sexuelle Revolution

Singlepartys

Flirt im Chatroom

Freizeit

und Kultur

Freie Liebe

Mensa

Aids

McDonald’s

Treue auf Zeit

Starbucks

Griechenland

Berlin

London

Psychedelic

Grunge

Electro

 

VW Bus C&A Converse All Star Afri-Cola LP Transistorradio

VW Golf

Mini

Benetton

H&M

Adidas

Nike

Konsum

Cola light

Red Bull

CD

MP3

Walkman

iPod

Jugendkultur

Protestkultur

Verdrängungskultur

Medienkultur

Quelle: Steinle, Andreas / Wippermann, Peter: Die neue Moral der Netzwerkkinder, Piper Verlag, 2003

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Freiheit und Sicherheit

> Bewertung von Freiheit und Sicherheit im Wandel

Das Verständnis der jeweiligen Generation spie- gelt den Werte- und Einstellungswandel in Bezug auf Freiheit und Sicherheit wider.

Die Generation der Babyboomer erlebt den Auf- bau der staatlichen Sicherheitssysteme, der durch den allgemeinen Wohlstand möglich geworden ist. Sicherheit ist gegeben. Freiheit ist die Sehn- sucht und wird erreicht durch Protest, Bruch mit den Konventionen und Selbstverwirklichung an- hand alternativer Lebensformen – Errungenschaf- ten der 68er.

Für die Generation X hingegen nehmen die Wahl- möglichkeiten zu, Freiheit ist selbstverständlich geworden. Die Jugendlichen in den 80er-Jahren entwickeln das Bewusstsein, dass Sicherheit stär- ker erarbeitet werden muss, und grenzen sich mit Slogans wie „Was lacostet die Welt“, „Geld spielt keine Rolex“ oder „Wir sind keine Marketing- zielgruppe“ vom Konsumstreben ihrer Eltern ab.

Pragmatismus und Kooperation prägen indes die Netzwerkkinder, also die Jugendlichen, die mit Computer bzw. Internet groß geworden sind. Sie erleben den massiven Rückgang der staatlichen Sicherheiten und entwickeln den Drang, sich stets selbst zu verbessern. Sie formen die Sichtweise, dass im Kontext einer globalisierten Gesellschaft Eigeninitiative und Flexibilität eine große Bedeu- tung haben.

> Bewertung gestern:

Sicherheit war gegeben – Freiheit war die Sehnsucht

> Bewertung heute:

Freiheit ist gegeben – Sicherheit ist die Sehnsucht

> Bewertung morgen:

Sicherheit und Freiheit bedingen sich gegenseitig

Sehnsucht > Bewertung morgen: Sicherheit und Freiheit bedingen sich gegenseitig 60er 70er 80er 90er 00er 12

60er

70er

80er

90er

00er

Individuelles Verständnis

Kunden-Motive 2008

> Individuelles Verständnis von Freiheit und Sicherheit

> Zentrale Ergebnisse

Das Verständnis von Freiheit entwickelt sich hin zu mentaler Freiheit: Was zählt, sind die Möglichkeiten, sich selbst entfal- ten und verwirklichen zu können.

Freiheit muss man sich mehr denn je nehmen. Sie wird einem nicht geschenkt.

Sicherheit wird wichtiger, weil garantier- te Sicherheiten wie etwa die Rentenzah- lung abnehmen: Erst kommt Sicherheit, dann Freiheit.

Sicherheit muss man sich erarbeiten:

Sie ist ein erstrebenswerter, zeitlich unbe- grenzter Zustand, während Freiheit eher als vorübergehend betrachtet wird.

Selbstsicherheit gewinnt an Bedeutung. Sie wird mehr und mehr zur Quelle ge- nerell empfundener Sicherheit und zur Voraussetzung für ein erfülltes Leben.

> Freiheit ungleich Sicherheit

Die Teilnehmer sind zu ihrem Verständnis von Frei- heit und Sicherheit befragt worden. Die Aussagen fasste das Trendbüro zu je fünf grundsätzlichen Erscheinungsformen von Freiheit und Sicherheit zusammen. Darin werden Freiheit und Sicherheit spürbar und erlebt: Freiheit als Grundwert, Un- gebundenheit, Multioptionismus, Selbstverwirkli- chung und Eskapismus. Sicherheit als Grundwert, emotionale Sicherheit, physische Sicherheit, ma-

14 terielle Sicherheit und Selbstsicherheit.

> Freiheit heißt für mich

Freiheit wird als Grundwert wahrgenommen, im Sinne von Bildungs-, Glaubens- und Meinungs- freiheit. Freiheit wird zudem mit Ungebundenheit gleichgesetzt: keinerlei Verantwortung zu haben bzw. Rücksicht nehmen zu müssen. Das erklärt, warum Freiheitsorientierte in der Regel wenige enge Bindungen eingehen. Ein weiteres Konzept von Freiheit ist, aus einer immensen Vielfalt von Möglichkeiten frei wählen zu können. Freiheit in Form von Selbstverwirklichung und Eskapismus wird eine große Bedeutung beigemessen.

Grundrecht „Freiheit ist ein Grundwert.“ (Selbständiger, 62 J.)

Ungebundenheit „Freiheit bedeutet keine emotionalen Bin-

dungen, keine Zugehörigkeit, keine Familie

oder sozialen Kontakte.“

(Sekretärin, 58 J.)

Multioptionismus „Freiheit ist ein Schrank mit unendlich vie-

len Schubladen und ich habe die Möglichkeit,

in jede hineinzuschauen.“

(Student, 23 J.)

> Selbstverwirklichung

Freiheit bedeutet Selbstbestimmung und unbe- schränkte Entfaltungsmöglichkeiten: Die eigenen Fähigkeiten ausbilden und kreativ sein können. Unzählige Möglichkeiten eröffnen die Chance auf ein erfülltes Leben. Jeder ist gefordert, seine Träume zu realisieren. Viele Freiheitsorientierte

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tendieren dazu, sich in der Selbstständigkeit zu verwirklichen und so Freiheit, selbstbestimmtes Arbeiten und Einkommen zu verbinden. Die Zahl der Freiberufler hat sich in den vergangenen 15 Jahren auf knapp eine Million verdoppelt (Quelle:

Institut für Freie Berufe, Nürnberg 2007).

„Wenn man in seinem Job aufgeht, ist das

auch Freiheit.“

(Selbständiger, 62 J.)

„Freiheit ist, dass man machen kann, was man will, um sich selbst zu verwirklichen.“ (Industriekauffrau, 46 J.)

> Eskapismus

Informationsflut, Arbeitsverdichtung, Geschwin- digkeit: Viele Menschen fühlen sich von ihrem All- tag überrollt. Der Wunsch entsteht, sich Freiräume zu schaffen und für eine absehbare Zeit aus dem Alltag auszubrechen. Freiheit zeigt sich dann über Reisen oder aber durch kurze Augenblicke, in de- nen man sich durch Träumereien oder Ausgelas- senheit der Realität entzieht. Eskapismus hat drei Facetten: das Bedürfnis, sich von Raum und Zeit zu lösen, Ausgelassenheit und Abenteuer.

Losgelöstheit von Raum und Zeit – dahinter verbirgt sich der Wunsch nach grenzenloser Weite und dem Erleben von etwas „Größerem“, als es der Alltag bereithält.

„Tauchen in der Tiefsee, tun, was man will, schwimmen, wohin man will – das ist auch

Freiheit.“

(Speditionskaufmann, 26 J.)

Individuelles Verständnis

Ausgelassenheit bedeutet Freiheit als Emanzipa- tion vom Alltag und Befreiung von sozialen Zwän- gen und Verpflichtungen. In diesen Momenten werden Konventionen missachtet und man tut et- was außerhalb der Norm oder Unerwartetes. Man bringt den Mut auf, sich von den gesellschaftlichen Regeln zu befreien. Indem man z. B. ein (Fuß-)Bad im Stadtbrunnen nimmt oder einer Unbekannten eine Blume schenkt.

„Freiheit bedeutet etwas Fantasievolles, etwas Außergewöhnliches und außerhalb

der Norm.“

(Ingenieurin, 39 J.)

Abenteuer – zu neuen Ufern aufbrechen: Reisen, wohin man will, und nur das tun, wozu man Lust hat. Dabei auch einmal ein Risiko eingehen und die eigenen (körperlichen) Grenzen austesten. Dies zeigt sich bei Extremsportarten oder Aben- teuerreisen.

„Ein Surfer in Action fühlt sich frei, er fühlt die Kraft des Wassers und ein gewisses Risiko, das Ausnutzen der Naturgewalten.“ (Speditionskaufmann, 26 J.)

> Sicherheit heißt für mich

Ebenso wie Freiheit wird auch Sicherheit in einer Demokratie grundsätzlich als Selbstverständlich- keit angesehen. Sicherheit bedeutet unter ande- rem die Einhaltung von Menschenrechten, Frieden und ein stabiles politisches System. Materielle Si- cherheit bieten unter anderem ein fester Arbeits- vertrag und – bislang zumindest – die gesetzliche

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Individuelles Verständnis

Kranken- und Rentenversicherung. Das soziale Netz – früher die Familie, heute auch die Freun- de – steht für emotionale Sicherheit. Und physi- sche Sicherheit bedeutet neben Gesundheit bzw. einem funktionierenden Gesundheitssystem auch das „Dach über dem Kopf“ als Schutz.

Grundwert

„Menschenrechte, Rechtsstaat und Demokra-

tie geben Sicherheit.“

(Selbständiger, 62 J.)

Emotionale Sicherheit „Ein soziales Netz gibt Sicherheit.“ (Ingenieurin, 39 J.)

Physische Sicherheit „Sicherheit ist auch, wenn man sich körper- lich fit hält als Schutz vor Krankheiten.“ (Bürokaufmann, 33 J.)

Materielle Sicherheit „Eigentum gibt Sicherheit. Dann weiß ich, das gehört mir, das kann mir keiner wegnehmen.“ (Studentin, 25 J.)

> Selbstsicherheit

Mancher mag sich durch die vielfältigen Optionen und Wahlmöglichkeiten einen Navigator wün- schen, der den Kurs festlegt und stets die richtige Entscheidung trifft. Tatsache ist, dass heute jeder Einzelne auf sich selbst gestellt ist, eigenverant- wortlich Entscheidungen treffen und sein Leben gestalten muss. Das erfordert Selbstsicherheit. Sie entsteht durch Selbstbewusstsein und nimmt durch Erfolg und Anerkennung zu. Deshalb wird

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Selbstsicherheit von außen. Wer an seinem Selbst- wertgefühl arbeitet, sich mit sicherem Auftritt Er- folg, Respekt und Anerkennung erarbeitet, ge- winnt Selbstsicherheit. Gleichzeitig führt dies wie- derum zu mehr Selbstwertgefühl.

Innere Selbstsicherheit: Selbstrespekt und inne- re Stärke wurden häufig als Grundlage genannt. Wer von innen heraus selbstsicher ist, ist weniger angreifbar und nicht so leicht verletzbar. Erfolge und Anerkennung werden wahrscheinlicher.

„Wenn man sich traut, zu leben, was man ist, dann bekommt man dadurch Selbst-

sicherheit.“

(Ingenieurin, 39 J.)

Selbstsicherheit von außen: Wer Anerkennung und Respekt erfährt, entwickelt Selbstsicherheit. Dies wünscht man sich am meisten von Vorge- setzten und Kollegen sowie vom Partner, von Familie und Freunden. Selbstsicherheit und Er- folg bedingen sich gegenseitig. Je selbstsicherer man ist, desto mehr traut man sich zu. Und desto wahrscheinlicher ist es, dass man seine Sache gut macht und Erfolg damit hat.

„Anerkennung ist wichtig. Man wächst da- durch zu Höchstleistungen.“ (Sekretärin, 58 J.)

„Erfolg im Beruf bedeutet für mich Sicherheit.“ (Rechtsreferendar, 31 J.)

„Erfolg gibt ein unheimliches Selbstbewusst- sein – das strahlt man aus.“ (Selbstständiger, 62 J.)

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Freiheit und Sicherheit im Alltag

> Freiheit und Sicherheit im Alltag Familie, Beruf, Besitz, Finanzen

Wie wirkt sich die veränderte Wahrnehmung von Freiheit und Sicherheit in den verschiedenen Le- benswelten aus? Exemplarisch wird der Umgang mit Freiheit und Sicherheit aufgezeigt in Bezug auf Familie, Beruf, Besitz und Finanzen. Denn es verändert sich die Art und Weise, wie wir heu- te Beziehungen eingehen und aufbauen, unsere berufliche Laufbahn gestalten sowie mit unserem Besitz und unseren Finanzen umgehen. Bezie- hungen bedingen die empfundene Freiheit und Sicherheit zentral. Die Art unserer Bindungen ver-

ändert demnach auch unsere Wahrnehmung von und den Umgang mit Freiheit und Sicherheit.

Um die Ergebnisse der Studie plastischer werden zu lassen, wurden Charaktere unterschiedlichen Alters und Familienstands, aus verschiedenen Berufen und in heterogenen Lebenssituationen stilisiert. Hier werden sie vorgestellt, um später die jeweiligen Erkenntnisse anhand ihres Profils greifbarer und lebensnah werden zu lassen.

> Die Realität anhand von fiktiven Charakteren

Mona Karst und Nils Sauter Weg vom Rollendenken: Mona Karst (34), Lektorin in einem großen Verlag, und Nils Sauter (36), freier Fotograf, sind die Eltern der Zwillinge Tino und Lara (5 Monate). Sie tei- len sich die Erwerbs- und Erziehungsarbeit.

Max Mittelstedt Cabriolet fahren ist sein Urlaub: Max Mittel- stedt (22) ist Student und Single. Sein rotes Cabriolet ist sein „Sparschwein“ und sein ganzer Stolz. Max arbeitet als Barkeeper in einer Szenekneipe und modelt neben- bei, um sich Studium und Auto finanzieren zu können.

Carolin Weitl Sie will vor allem Karriere – ohne Kompro- misse: Carolin Weitl (37) ist freie Beraterin und alleinerziehende Mutter von Töchterchen Si- na (3). Sie hat direkt nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet.

Roland und Karin Lang Geld macht sie glücklich: Roland Lang (65), Ingenieur im Ruhestand, verheiratet mit Ka- rin (63), (Groß-)Eltern von zwei Kindern und drei Enkelkindern. Sie haben vor einigen Jah- ren die Mietshäuser von Karins Eltern geerbt, gewinnbringend verkauft und dadurch ein fi- nanzielles Polster erwirtschaftet.

Familie

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

> Familie und feste Bindungen

2008 Kunden-Motive 2008 > Familie und feste Bindungen   Familie • > Zentrale Ergebnisse •
 

Familie

> Zentrale Ergebnisse

Erwachsen fühlt man sich immer später. Verpflichtungen werden in die Zukunft verschoben.

Netzwerke treten an die Stelle von Familie und geben Sicherheit.

Verzicht von Freiheit als Voraussetzung für Harmonie wird nicht mehr gelebt:

Bevor eine Bindung eingegangen wird, erfolgt eine „Kosten-Nutzen-Analyse“.

Familie gibt Sicherheit, kann aber Freiheit nehmen.

Der Vater macht Karriere, während sich seine „bessere Hälfte“ um den Haushalt und die Kinder kümmert. Das „ideale“ Familienbild der 50er- Jahre findet sich heute kaum noch in deutschen Haushalten. Das traditionelle Rollenverständnis von Mann und Frau ist von individuellen Lebens- entwürfen abgelöst worden. Heute sind mehr Frauen im Beruf und immer mehr Väter bringen sich aktiv in die Kindererziehung ein. So gingen 2007 – nach der Einführung des Elterngeldes am 1. Januar 2007 – bereits zehn Prozent der jungen Väter in Elternzeit. Gegenüber 2006 ist dies eine Steigerung von 50 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008). Dabei ist das Eheversprechen kaum mehr Voraussetzung für die Gründung ei- ner Familie: 2006 wurden 30 Prozent der Kinder unehelich geboren – im Vergleich zu 1995 ein Zuwachs von 50 Prozent. Die Ehe ist zur festen Partnerschaft auf Zeit geworden: Jedes dritte Ehe- paar lässt sich scheiden, in Großstädten endet so- gar jedes zweite Paar vor dem Scheidungsrichter (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2007).

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• Familie Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 Familie • > Familie kann zur finanziellen Herausforderung
• Familie
Kunden-Motive 2008
Kunden-Motive 2008
Familie •
> Familie kann zur finanziellen
Herausforderung werden
„Freiheit alleine zu erleben, macht nicht so
viel Spaß. Da muss man vielleicht ein paar
Kompromisse machen, aber zum Beispiel Rei-
sen macht gemeinsam doch mehr Spaß.“
(Student, 23 J.)
> Familie als Quelle von
Selbstsicherheit
> Feste Bindungen: geben
Sicherheit – nehmen Freiheit
Seit 1. Januar 2008 gilt das neue Unterhaltsrecht
für alleinerziehende Frauen. Dieses stellt die Un-
terhaltsansprüche geschiedener Ehefrauen bzw.
Mütter zugunsten der Unterhaltsansprüche von
Kindern zurück. Das gilt unabhängig davon, ob die
Eltern verheiratet sind. Um die eventuell entste-
hende Versorgungslücke zu schließen, sind neue
finanzielle Vorsorgekonzepte erforderlich. Auch für
die erwachsenen Kinder – sollten die Eltern zum
Pflegefall werden: Denn die gesetzliche Pflegever-
sicherung kommt nur für einen Teil der anfallen-
den Kosten auf – die Lücke müssen die Kinder aus
eigener Tasche schließen, wenn die Pflegebedürf-
tigen dazu nicht in der Lage sind. Die heute 30-
bis 50-jährigen Eltern gelten als doppelt belastete
Sandwichgeneration, die für sich, ihre Kinder und
Eltern zur Kasse gebeten werden.
> Eskapismus: Fluchtmoment Familie
Insbesondere für Kinder bieten Familie und feste
Bindungen die Grundvoraussetzung, um Selbst-
sicherheit aufzubauen. Die Geborgenheit, die
man durch die Sozialisation innerhalb der Familie
erfährt, legt den Grundstein, um auch „draußen“
sicher und selbstbewusst auftreten und feste Bin-
dungen eingehen zu können.
„Meine familiäre Umgebung ist Sicherheit.
Aber es ist die Freiheit, sich sein soziales
Netzwerk, also Freunde und Partner, mit de-
nen man sich umgibt, selbst auszusuchen.“
(Studentin, 25 J.)
Feste Bindungen bzw. Familie können eine Kons-
tante im modernen Leben sein. Sie bieten neben
Geborgenheit und emotionaler Wärme auch Ver-
lässlichkeit, Zusammenhalt und Rückhalt. Diese
Prinzipien funktionieren nur, wenn man sie auch
selbst garantiert. Somit können feste Bindungen
gleichzeitig die persönliche Freiheit einschränken.
Denn sie sind an Verantwortung geknüpft: emo-
tionale und finanzielle Verantwortung, etwa für
den Unterhalt einer Familie oder in Notsituationen
für den Partner oder Freunde aufzukommen. Auch
Kompromisse sind erforderlich: Man trifft gemein-
same Entscheidungen und setzt gemeinsame Zie-
le. Die persönlichen Ziele und Wünsche können
dadurch in den Hintergrund geraten.
> Mona Karst (34) und Nils Sauter (36)
> Erwachsen wird man später
Im Kontext emotionaler Bindungen bedeutet Es-
kapismus das fortlaufende Abwägen von Für und
Wider bei Beziehungen. Einerseits bieten Familie
und Freunde den Rahmen und die Möglichkeit,
unverstellt man selbst zu sein. Andererseits be-
deutet das Zusammenleben in der Familie auch,
Einschränkungen hinzunehmen und Kompromisse
einzugehen. Persönliche Freiheit wird reduziert.
So verwundert es kaum, dass 38 Prozent der
Deutschen in Single-Haushalten leben (Statis-
tisches Bundesamt, 2007). Freiheit kann daher
auch bedeuten, sich bewusst für ein Leben als
Single zu entscheiden.
Die Phase der unbekümmerten Jugendzeit, in der
man nur für sich selbst verantwortlich ist, verlän-
gert sich: Viele fühlen sich erst nach ihrer Hochzeit
oder der Geburt des ersten Kindes erwachsen.
Beide Ereignisse verschieben sich. Erwachsen wird
man somit immer später. Im Durchschnitt heiraten
die Deutschen mit 31 Jahren. Ihr erstes Kind brin-
„Keine Vorgaben und Vorschriften von der
Familie, das ist Freiheit.“
(Industriekauffrau, 46 J.)
„Wenn man keine Familie mehr hat, dann ist
haben beide viel gearbeitet, bevor die Zwil-
linge Tino und Lara (5 Monate) geboren
wurden: Mona als Lektorin in einem großen
Verlag, Nils als freier Reportagefotograf. In
ihrer Freizeit sind sie sehr viel gereist. Doch
das war ihnen irgendwann nicht mehr ge-
nug. Sie wollten auf Dauer nicht ausschließ-
lich für den Job leben und wünschten sich
eine erfüllende Aufgabe. Die Kinder sind
Wunschkinder. Mona und Nils teilen sich die
Erwerbs- und die Erziehungsarbeit. Die ersten
sieben Monate versorgt Mona die Kinder,
die zweite Hälfte der Elternzeit wird Nils
Haushalt und Kinder übernehmen, so dass
Mona wieder arbeiten kann. Anschließend
werden beide halbtags in ihren Jobs ar-
beiten und sich gemeinsam um die Kinder
kümmern. Finanziell stehen sie damit sogar
besser da als viele Paare, von denen nur einer
Vollzeit arbeitet und der andere sich um die
Kinder kümmert. Ihre Kinder sind für Nils und
Mona eine Bereicherung. Eingeengt fühlen sie
sich nicht. Ganz im Gegenteil, beide haben ihre
Freiräume im Alltag.
die Freiheit wichtiger.“
(Hausmeister, 58 J.)
gen Frauen im Schnitt mit 30 Jahren auf die Welt
(Quelle: Statistisches Bundesamt, 2007).
Für viele Menschen bedeutet Familie Selbstver-
wirklichung. Das Stichwort lautet Familienplanung:
Selbstverwirklichung in diesem Kontext bedeutet
vor allem, den Zeitpunkt, die Familiengröße und
Die Verwandtschaft würde gerne sehen, dass
die beiden heiraten. Für Mona und Nils ist dies
kein Thema. Für sie ist es Freiheit, ihre Regeln
selbst zu gestalten und nach ihren Wünschen
und Vorstellungen leben zu können. Die Verein-
barkeit von Familie und Beruf gehört für beide
dazu – auch ohne Trauschein.
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das eigene Engagement selbst zu bestimmen.
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Beruf

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

> Beruf

Beruf Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Beruf   Beruf • > Zentrale Ergebnisse •
 

Beruf

> Zentrale Ergebnisse

Die Lebensplanung wird immer weniger vorhersehbar – dies nimmt Sicherheit. Gleichzeitig vergrößert sich mit den neuen beruflichen Möglichkeiten die Freiheit.

Größere Freiheit bei der Wahl und Ge- staltung des Berufswegs: Selbstentfaltung gibt Selbstsicherheit.

Beruflicher Erfolg führt zu Selbstsicher- heit und wird deshalb immer wichtiger.

Insbesondere im Berufsleben sind die bislang ga- rantierten Sicherheiten zumeist passé: Kaum ein Lebensabschnitt erfordert so viel Flexibilität wie das Arbeitsleben – und ist dabei so schwer plan- bar. Die Verbindung, die Arbeitgeber und Arbeit- nehmer eingehen, hält nur noch begrenzt – sofern sie nicht von vornherein befristet ist. Stellten Pro- jektarbeit und Zeitarbeit früher eher eine Über- gangslösung dar, sind sie heute fast zum Regelfall geworden – ebenso wie freiberufliche Tätigkeiten (Quelle: Arbeitsrechtsexperte Christian Götz, SZ/ dpa, 04.11.07).

Die schwindende Sicherheit durch weniger Plan- barkeit erhöht den Leistungsdruck enorm. Was frü- her nur in wenigen Branchen üblich war, ist heute für viele Angestellte Realität: Mittlerweile erhal- ten 30 Prozent von ihnen ein variables, leistungs- bezogenes Gehalt. Der Verlust der Planungssicher- heit eröffnet aber auch neue Möglichkeiten.

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Beruf

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

 

Beruf

 

> Ende der Planbarkeit:

„Ich lebe meine Freiheit, indem ich nur

 

> Der Beruf gibt Sicherheit

„Durch mehrere Wahlmöglichkeiten im Arbeitsmarkt habe ich viel mehr Chancen und die Freiheit, diese zu nutzen.“ (Studentin, 26 J.)

„Man hat immer eine Freiheit, sich weiterzu-

Aus Not wird Tugend

halbtags arbeite.“

(Floristin, 49 J.)

 
 

Die berufliche Tätigkeit ist für viele Menschen Ge- staltungsplattform, um sich persönlich weiterzu- entwickeln. Der Erfolg und die Anerkennung im Beruf geben Selbstbestätigung für das, was man tut. Zudem erlangt man so Respekt – gesellschaft- lich wie privat. Das Einkommen ermöglicht den Lebensstandard und bietet – sofern es regelmäßig ist – nahezu Planungssicherheit. Diese finanzielle Sicherheit ermöglicht darüber hinaus vieles, bei- spielsweise Urlaub als „gekaufte Freiheit“.

In finanzieller Hinsicht machen sehr viele Beschäf- tigte aus der Not eine Tugend und akzeptieren oder wählen bewusst eine freie Tätigkeit, befris- tete Verträge oder Projektarbeit. Zwar bleiben die garantierten Sicherheiten eines festen Arbeitsver- hältnisses dadurch verwehrt, doch das Gefühl, das eigene Leben und die Karriere selbst gestalten zu können, scheint dies wettzumachen.

„Wenn man in seinem Beruf aufgeht, dann ist das für mich Freiheit, weil man es dann nicht als Zwang erlebt.“ (Kaufmännische Angestellte, 38 J.)

entwickeln.“

(Studentin, 25 J.)

 

Die Bedeutung von beruflichem Erfolg steigt, denn er kann zu mehr Selbstsicherheit führen. Diese Sicherheit stellt eine entscheidende Lebens- grundlage dar und erfordert, dass jeder Einzelne in seine Leistungsfähigkeit durch (Weiter-)Bildung und Erfahrungen investiert, um so die eigene At- traktivität für den Arbeitsmarkt zu sichern.

> Freiheit und Sicherheit durch Selbstsicherheit

 
 
 

> Ist der Job heute zum Davonlaufen?

Der Beruf kann Selbstverwirklichung sein. Ein Lebenslauf ist kaum mehr vorhersehbar – jeder vermag seinen Werdegang nahezu selbst zu be- stimmen. Wer sich beruflich frei entfalten kann und positives Feedback im Kleinen oder im Gro- ßen bekommt, baut Selbstsicherheit auf. Positive Ergebnisse und Erfahrungen nähren das Selbst- bewusstsein – umso mehr, wenn sie selbst hart erarbeitet wurden.

 

Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die globalisierte Wirtschaft eröffnen Berufstätigen neue Möglichkeiten: Aus dem Arbeitsalltag aus- brechen, vielleicht im Ausland neue Erfahrungen sammeln und Abenteuer erleben. Dies kann nütz- lich für die Karriere sein, da es die eigene Fle- xibilität aufzeigt und einen vergrößerten Horizont dokumentiert. Wer es sich leisten kann, reduziert den Arbeitsumfang und gestaltet seine Freiheit bewusst. Aber auch dies gilt: Wer seine Arbeit als etwas Positives bewertet und sich darüber iden- tifiziert, wird kaum einen Fluchtdrang aus dem eigenen Arbeitsalltag verspüren.

 
 

> Carolin Weitl (37)

hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Speditionskauffrau gemacht und anschlie- ßend Wirtschaftswissenschaften in Deutsch- land und den USA studiert. Sie wollte eine solide Grundlage, um sich damit das Studi- um zu finanzieren. Gearbeitet hat sie ne- ben ihrem Teilzeitjob bei einer Spedition in den Semesterferien zudem als Messehostess und Fremdenführerin. Nach dem Studium stieg sie als Trainee in eine Unternehmens- beratung ein und machte schnell Karriere. Kurz nachdem sie erfahren hat, dass sie mit Sina (heute 3) schwanger ist, trennte sie sich von ihrem langjährigen Partner. Sie entschied sich bewusst für das Kind und gegen die Partnerschaft. Auf eine Babypause hat sie

verzichtet. Die Kinderbetreuung organisiert sie über eine Kindertagesstätte. Ist sie länger ge- schäftlich unterwegs, springen ihre Eltern ein.

 

„Keine Unsicherheit, also Selbstsicherheit, ist Sicherheit. Und berufliche Kompetenz

Ihren Schwerpunkt setzt Carolin eindeutig auf den Job. Sie muss sich stark engagieren, um weiterzukommen, denn ihre Beratungserfolge wirken sich unmittelbar auf ihre variablen Ge- haltsbestandteile aus. Sie weiß, dass sie in ih- rem Job gut ist, und genießt die Verantwortung, die sie trägt.

auch.“

(Fotograf, 39 J.)

„Erst mal muss ich die Sicherheit haben, in einem Beruf gut zu sein, und dann bin ich

 

auch frei.“

(Sekretärin, 58 J.)

 

Für Carolin ist der Job ihre Sicherheit und Selbst- erfüllung. Sie genießt die Zeit mit Sina und ihre Freiheit als Single. Die Zeit und Kraft für eine Beziehung möchte sie zurzeit nicht aufwenden.

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Besitz

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

> Besitz

Besitz Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Besitz   Besitz • > Zentrale Ergebnisse •
 

Besitz

> Zentrale Ergebnisse

Sehnsucht Status: Große Autos und schicke Handtaschen geben Selbstsicher- heit, Statussymbole werden als Spiegel des eigenen Erfolgs wieder wichtiger.

Flexibler Umgang mit Besitz durch neue Auktionskultur nimmt zu: Was man nicht mehr braucht, verkauft man.

Besitz gibt und nimmt – und zwar Sicher- heit und Freiheit.

Allein in den Jahren zwischen 2000 und 2006 schrumpfte die sogenannte Mittelschicht bereits um mehr als neun Prozent (Quelle: DIW Berlin, 2008). Die Kluft zwischen Reich und Arm vergrö- ßert sich in Deutschland dramatisch. Getrieben von Statusangst definieren sich viele Menschen durch Besitz. Die Sehnsucht nach persönlicher Verbesserung führt dazu, dass materielle Status- symbole wichtiger werden. Allerdings kann sich eine Vielzahl der Konsumenten diese begehrten Objekte wie beispielsweise Sport Utility Vehicles (SUVs) oder Designerhandtaschen – wenn über- haupt – nur gebraucht leisten.

Der Umgang mit Besitz ist heute flexibler und aktiver: Eigentum wird regelmäßig neu bewer- tet, Unnützes wird verkauft. Mit der neuen Auk- tionskultur, wie sie beispielsweise Online-Portale bieten, dynamisieren sich die Besitzverhältnisse und verkürzen sich die Besitzzeiten. Vor diesem Hintergrund gewinnen Finanzierungsangebote an Bedeutung – so wie Leasing oder Miete. Materiel- ler Besitz wird reinvestiert. Generell wird der In- vestitionsrahmen erweitert: So gilt beispielsweise auch Bildung als neue Anlageform.

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Besitz

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

 

Besitz

 

> Ausdrucksmöglichkeit Besitz

> Besitz macht selbstsicher

 

> Besitz gibt und nimmt – Sicherheit und Freiheit

möglichen Wertverlust gefährdet – und kann des- halb Anlass zur Sorge bereiten. Je mehr man hat, desto mehr muss man sich kümmern und desto größer wird die Angst, das Eigentum zu verlieren. Durch kontinuierliche Bewertungsarbeit wird der monetäre und ideelle Wert von Besitz stets neu bemessen und ist die Entscheidungsgrundlage, wie mit dem Besitz weiter verfahren wird.

Wer über Besitz verfügt, hat die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und seine Persönlichkeit darüber zum Ausdruck zu bringen. Beispielsweise indem man sein Haus oder seine Wohnung indivi- duell gestaltet und einrichtet.

Besitz kann sich jedoch auch nachteilig auswirken, indem er Menschen verstärkt an ihre Umgebung bindet. Besitz fordert und bedeutet Arbeit – das „Sich-kümmern-Müssen“ kann die Spontaneität einschränken und die Sehnsucht nach Alltags- fluchten wecken. Ein Segelboot zu besitzen, kann absolute Freiheit bedeuten: das Segeln genießen zu können, wann und wie oft man möchte. Den- noch ist auch Arbeit damit verbunden, um mög- lichst lange Freude daran zu haben: Das Boot be- nötigt beispielsweise einen Winterplatz, Wartung, Reparaturen und Pflege.

Besitz kann Basis für individuelles Selbstwertge- fühl sein. Besitz fördert Selbstsicherheit von au- ßen, quasi in Form materialisierter Bestätigung. Begehrte Markenprodukte können dazu beitra- gen, dass wir von anderen bewundert werden und dadurch Selbstbestätigung erfahren. Sie be- legen unseren Erfolg.

Besitz – etwa in Form eines Grundstücks oder Ei- genheims – vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Damit kann man machen, was man will – somit bietet Besitz Freiheit durch Selbstbestimmung. Gleichzeitig ist diese materielle Absicherung durch

„Wenn man ein dickes Auto fährt, tritt man halt schon ganz anders auf.“ (Kaufmännischer Angestellter, 33 J.)

„Sich wohl fühlen im eigenen Haus ist eine

> Max Mittelstedt (22)

ist eigentlich Student. Doch um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, modelt er und arbeitet als Barkeeper in einer Szenekneipe. Als „Powerseller“ in einem großen Online- Auktionshaus versilbert er nahezu alles, was nicht niet- und nagelfest ist – sogar das Por- zellanservice, das er von seiner Oma geerbt hat. Denn er braucht immer Geld, um seinen Lebensstil zu finanzieren. Obwohl er sehr viel arbeitet und dabei versucht, zügig zu stu- dieren, fühlt er sich frei. Denn er kann selbst bestimmen, wann er Vorlesungen oder Se- minare besucht, lernt und arbeitet.

tiert viel Zeit in den Wagen. Seine Eltern sa- gen, er solle das Auto lieber verkaufen und sich mehr auf sein Studium konzentrieren. Doch so- lange er das nächste Semester besteht, ist für Max alles in Ordnung.

Art von Sicherheit. Darauf hab ich hingear-

beitet.“

(Rentner, 66 J.)

„Ein kleines Häuschen gibt mir das Gefühl

Eine Freundin hat Max zurzeit nicht. Vor einem

 

von Sicherheit. Da kann mich keiner raus-

halben Jahr wurde die Beziehung beendet, weil er zu wenig Zeit und nur Interesse an seinem Auto hatte. Für Max ist das okay, er genießt sein Single-Leben und dass er auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Er ist überzeugt: Die Notwendigkeit, Verantwortung zu übernehmen, kommt noch früh genug.

 

„Das kommt ja immer darauf an, wo das

schmeißen.“

(Bankkauffrau, 45 J.)

Häuschen steht. Ist das jetzt irgendwo in der Vorstadt, ist das eher schrecklich, aber wenn das jetzt am Meer steht, ist das schon

 

Freiheit.“

(Ingenieurin, 39 J.)

 

„Besitz ist auch Ballast und Unfreiheit.“ (Fotograf, 39 J.)

 

Sein rotes Cabriolet hat er von seinem müh- sam Ersparten gebraucht gekauft. Er inves-

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Finanzen

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

> Finanzen

Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 > Finanzen Finanzen • > Zentrale Ergebnisse • Die aktive

Finanzen

> Zentrale Ergebnisse

Die aktive Beschäftigung mit der eigenen Kapitalanlage kann zum Hobby werden.

Ein gesichertes finanzielles Polster bietet die Basis für Freiheit.

Finanzielle Sicherheit ist die Vorausset- zung, um Auszeiten nehmen zu können.

Finanzen geben und nehmen Freiheit.

Unternehmen werden heftig kritisiert, wenn sie trotz hoher Gewinne eine große Zahl von Mitar- beitern entlassen. Die Verwerfungen auf dem US-Kreditmarkt haben auch den deutschen Kapi- talmarkt erschüttert. Monatelange, zähe Tarifver- handlungen zwischen öffentlichen Arbeitgebern und Gewerkschaften, die nicht enden wollende Diskussion um die geplante Rentenerhöhung, Ab- geltungsteuer, Erbschaftsteuer, Wegfall von Steu- ervergünstigungen. Vor diesem Hintergrund muss finanzielle Sicherheit heute mehr denn je selbst erarbeitet werden.

Der Kapitalmarkt ist in Teilen komplex – unerfahre- ne Anleger kann dies einschüchtern. Das Anlage- angebot vermag die Bedürfnisse der Privatkunden dennoch zu befriedigen: Das Spektrum reicht von sicheren und risikominimierten Produkten hin zu anspruchsvolleren Anlagemöglichkeiten. Wer sich auskennt, setzt eher auf Einzelwerte, Fonds oder Zertifikate. Wer sich weniger auskennt, ist auf umfassende Information angewiesen oder setzt auf entsprechende Beratung; Geldmarkt- oder Rentenfonds wird eher vertraut als Direktinvest- ments.

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• Finanzen Kunden-Motive 2008 Kunden-Motive 2008 Finanzen • > Hobby Geldanlage > Geld auf der
• Finanzen
Kunden-Motive 2008
Kunden-Motive 2008
Finanzen •
> Hobby Geldanlage
> Geld auf der hohen Kante
macht selbstsicher
> Roland Lang (65) und Karin Lang (63)
Soweit man über finanzielle Möglichkeiten und
Fachwissen verfügt, kann die Art, wie man sei-
ne Finanzen regelt, eine erfüllende Beschäftigung
werden.
Ein finanzielles Polster erlaubt, sich selbst durch
Statussymbole oder individuellen Lebensstil zu
inszenieren – und durch Bewunderung bzw. Aner-
kennung Selbstsicherheit von außen zu erlangen.
Innere Selbstsicherheit ist allerdings – wenn über-
haupt – nur bedingt käuflich, etwa durch persönli-
che Weiterqualifizierung.
sind seit 40 Jahren glücklich verheiratet – in
ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sind
sie damit eine echte Rarität. Roland und
Karin sind Eltern von zwei Kindern und Groß-
eltern von drei Enkeln. Seit Kurzem ist Roland
in Rente. Er hat sich als Ingenieur verwirkli-
chen können. Karin hat sich um die Kinder
gekümmert und als die aus dem Haus wa-
ren, ehrenamtlich bei einer Telefonseelsorge
gearbeitet.
elles Polster beruhigt sie. Ihre älteste Tochter ist
Finanzberaterin und hat die beiden unterstützt,
wie sie ihr Geld optimal anlegen. Dank ihrer
Hilfe verwalten Karin und Roland ihre Finanzen
weitestgehend online.
„Ich habe einen Arbeitskollegen, der hat
Aktienfonds und guckt jede Stunde im Inter-
net nach, wo sie gerade stehen. Das gibt
ihm ’nen Kick.“
(Kaufmännischer Angestellter, 33 J.)
„Geld ist schon wichtig, aber es hat mir so
keine Sicherheit gegeben.“
(Floristin, 49 J.)
Finanzielle Sicherheit ist für beide die Basis
ihrer Freiheit: Vor einigen Jahren hat Karin
die Mehrfamilienhäuser ihrer Eltern geerbt
und gewinnbringend verkauft. Ihr finanzi-
Nun genießen die beiden die Zeit, die sie zu-
sammen und mit ihrer Familie verbringen kön-
nen. Und sie reisen viel. Karin absolviert ein
Senioren-Kontaktstudium an der Universität in
Literaturwissenschaft und Philosophie – in jun-
gen Jahren war ihr dies aufgrund ihrer finanzi-
ellen Situation verwehrt. Roland genießt seine
Freiheit, indem er seine Hobbys perfektioniert:
Garten und Heimwerken.
> Geld sei Dank:
raus aus dem Alltagstrott
> Finanzen geben
und nehmen Freiheit
Finanzielle Mittel sind zumeist Voraussetzung, um
sich die Freiheit kleinerer oder größerer Fluchten
aus dem Alltag zu erlauben. Beispielsweise kön-
nen so teure Hobbys wie Tauchen oder Golfen
oder eine Abenteuerreise finanziert werden.
„Wenn man genug Geld hat, dann kann man
machen, was man will.“
(Finanzberater, 51 J.)
Finanzielle Absicherung gibt und nimmt Freiheit.
Sie macht einerseits unabhängig und ermöglicht
ein sorgenfreies Leben, erfordert jedoch ande-
rerseits Zeit und Entscheidungen – beispielswei-
se, sich für einen bestimmten Anlagezeitraum
festzulegen. Und: Kapitalanlagen verursachen
Optimierungsarbeit. Je mehr man seine Finanzen
optimiert, umso mehr können sie zur finanziellen
Unabhängigkeit beitragen.
„Heute hat man ja die Freiheit, sich einen
Kredit zu nehmen.“
(Niederlassungsleiter Personallogistik, 35 J.)
„Geld macht handlungsfähig.“
(Sekräterin, 58 J.)
„Finanzielle Sicherheit macht unabhängig
von Dritten.“
(Industriekauffrau, 46 J.)
„Das ist doch kein Leben, sich jeden Mor-
gen erst einmal mit den aktuellen Börsen-
kursen auseinandersetzen zu müssen.“
(Kaufmännischer Angestellter, 33 J.)
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Spannungsverhältnis lösen

Kunden-Motive 2008

> Spannungsverhältnis lösen Freiheit und Sicherheit ergänzen sich

lösen Freiheit und Sicherheit ergänzen sich 34 > Die Herausforderung: den eigenen Weg finden Wie

34

> Die Herausforderung:

den eigenen Weg finden

Wie kann das Spannungsverhältnis zwischen Frei- heit und Sicherheit gelöst werden? Es gibt meh- rere Möglichkeiten – Voraussetzung für alle ist die individuelle Definition von Freiheit bzw. Sicherheit. Jeder Einzelne muss für sich selbst aushandeln, wie viel Freiheit bzw. Sicherheit er benötigt, und entsprechend handeln.

> Heute: vermeintliche Gegensätze ergänzen sich

Freiheit und Sicherheit werden heute als einander ergänzend wahrgenommen, sie schließen einan- der nicht aus. Das bedeutet, dass Sicherheit die Basis für Freiheit ist. Denn: Freiheit muss man sich leisten können. Dabei ist Sicherheit nicht aus- schließlich materiell bzw. finanziell zu verstehen:

Sicherheit kann auch durch Zugehörigkeit erreicht werden – entweder durch die Familie oder das selbst geschaffene soziale Netzwerk.

Kunden-Motive 2008

Um Sicherheit und Freiheit zu erlangen, werden diese Werte individuell definiert und angepasst. So kann man das Beste aus beidem bekommen.

„Sicherheit ist die Basis, auf der Freiheit

wächst.“

(Hausmeister, 58 J.)

„Um Freiheit zu gewährleisten, ist Sicherheit

erforderlich.“

(Verkäuferin, 29 J.)

„Man braucht beides, Freiheit und Sicherheit, um glücklich zu sein.“ (Einzelhandelskauffrau, 25 J.)

„Ich will weder von dem einen noch von dem anderen etwas abgeben.“ (EDV-Berater, 53 J.)

„Ich möchte ein gesundes Mittelmaß aus beiden: Sicherheit und Freiheit. Man muss für beide Seiten offen sein, jede Seite hat Vor- und Nachteile und man muss für sich selbst entscheiden, was das Beste ist.“ (Kaufmännischer Angestellter, 33 J.)

„Man muss sich Freiheit verdienen, indem man erst einmal in Sicherheit investiert.“ (Selbständiger, 62 J.)

„Es kommt darauf an, welchen Anspruch

man an Freiheit hat und wie man sie persön-

lich definiert.“

(Studentin, 25 J.)

„Freiheit und Sicherheit sind unmittelbar mit- einander verbunden. Familie und Beruf geben sehr viel Sicherheit, daher fühle ich

mich frei.“

(Finanzierungsberaterin, 25 J.)

Spannungsverhältnis lösen

> Morgen: zwei, die nicht ohne einander können

Was heute schon teilweise spürbar ist, wird sich in den kommenden zehn, fünfzehn Jahren weiter ausprägen: Freiheit und Sicherheit bedingen ein- ander. Freiheit gibt Sicherheit und Sicherheit gibt Freiheit. Beide Pole verlagern sich verstärkt hin zu immateriellen Werten, die man aus sich selbst schöpft. Konkret: Wer sich Freiheit traut und – etwa in einem kreativen Beruf – erfolgreich „sein Ding macht“ und sich damit selbst verwirklichen kann, bekommt mit dem Erfolg auch die Bewunderung und Anerkennung der anderen. Dies „belohnt“ den individuellen Weg mit Selbstsicherheit und dem Erleben von Freiheit durch Selbstverwirkli- chung. Sowohl Sicherheit als auch Freiheit können so aus sich selbst geschöpft werden.

„Das Vertrauen in mich und andere gibt mir

Sicherheit.“

(Fotograf, 39 J.)

„Das Absurde ist: Wenn man sich traut, die Freiheit zu leben, dann ist man sicher.“ (Ingenieurin, 39 J.)

„Freiheit und Sicherheit bedingen sich. Je sicherer jemand ist oder erfolgreicher, desto mehr Freiheit kann er genießen.“ (Selbständiger, 62 J.)

„Wenn man so in die festen, sicheren Struk- turen eingezwängt ist, kommt man da nicht mehr raus und man kann dann sein Leben nicht mehr so selbstbestimmt und frei ge-

(Sekretärin, 58 J.)

stalten.“

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Ausblick

Kunden-Motive 2008

Kunden-Motive 2008

> Ausblick Angebote reflektieren Freiheit und Sicherheit

Ausblick Angebote reflektieren Freiheit und Sicherheit Ausblick • Die Studie zeigt: Das Verständnis von

Ausblick

Die Studie zeigt: Das Verständnis von Freiheit und Sicherheit in unserer Gesellschaft wandelt sich. Noch bis in die 70er-Jahre wurden Freiheit und Sicherheit als unvereinbare Gegensätze emp- funden. Heute werden diese Werte individuell de- finiert und bedingen sich gegenseitig: Für viele ist Sicherheit heute die Basis, die für sie das Erleben von Freiheit erst möglich macht.

Unser Anspruch ist es, diesem Verständnis gerecht zu werden. Für uns als Bank heißt das, die neu- en Wertemuster in entsprechende Angebote und Leistungen zu übersetzen und diese kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit verschaffen, ihr individuelles Verständnis von Freiheit und Sicherheit mit uns umzusetzen, indem wir ihnen sowohl Freiheit als auch Sicherheit in Finanzangelegenheiten bieten.

Freiheit kann für Kunden heißen, im Ausland schnell und günstig an Zahlungsmittel zu kom- men, genauso wie Flexibilität und Unabhängigkeit von Geschäftszeiten durch Mobile Banking. Wir sehen, dass Kunden sich zunehmend in Netz- werken und Foren zum Meinungs- und Wissens- austausch zu Finanzthemen bewegen, um sich durch kollektives Wissen abzusichern. Ebenso bietet ein gut verständliches, umfangreiches In- formationsangebot – beispielsweise auf der Web- site – Sicherheit und Entlastung. Denn die Nutzer müssen sich nicht selbst durch die Informations- flut zu Finanzthemen kämpfen und erhalten alle relevanten Informationen per Mausklick. Auch ein Finanzberater gibt Sicherheit, der unabhängig bei komplexer Produktauswahl zu Altersvorsorge oder Finanzierung hilft.

Eine moderne Bank berücksichtigt den Wan- del des Verständnisses und bietet beides: die Sicherheit, die Kunden erwarten, für die Frei- heit, die Kunden wünschen.

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comdirect bank AG

Johannes Friedemann Pascalkehre 15 25451 Quickborn Tel. 04106/704-1340 Fax 04106/704-3402 johannes.friedemann@comdirect.de www.comdirect.de

Trendbüro Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel GmbH

Prof. Peter Wippermann Hohe Brücke 1 20459 Hamburg Tel. 040/369 778-0 Fax 040/369 778-10 info@trendbuero.com www.trendbuero.com

comdirect bank AG

25449 Quickborn

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