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War Jesus Caesar?

Francesco Carotta

Bis zur Aufklärung hat niemand die Existenz Jesu in Frage gestellt. Seitdem
allerdings heftig: die antiken Historiographen ignorieren ihn, und die
spärlichen angeführten Zitate überzeugen nur die Gläubigen. Nun wie kann
aber eine Weltreligion wie das Christentum von einem Nobody, oder gar von
Niemandem gegründet worden sein? Ein nicht zu überwindender
Widerspruch. Die Leben-Jesu-Forschung hat kapituliert, und seitdem spricht
man vom "Geheimnis Jesus". Tertium datur: Es gibt aber eine dritte
Möglichkeit. Die Literaturwissenschaft lehrt uns, dass Geschichte zu einer
Geschichte mutieren kann - der rumänische Fürst Vlad Tepes Draculea kann
zum Dracula werden - oder auch wandern: plötzlich taucht Ulysses in Dublin
auf, oder Faust und Gretchen in Russland, als der Meister und Margarita.
Könnte es dem Jesus so gegangen sein, wie später dem Heiligen Franciscus
von Assisi, der für die Brasilianer aus Assis, Rio Grande do Sul, ist? Wäre es
möglich, dass die ursprüngliche Evangeliums-Geschichte woanders
stattgefunden hat, etwa in Gallia, und später diegetisch nach Galilea
transponiert wurde? Und welche historische Gestalt bietet sich dafür an?
Gaius Julius Caesar, Sohn der Venus und Begründer des Imperium romanum,
wurde nach seinem tragischen Tod zum Reichsgott erhoben: Divus Julius. Sein
Kult verschwindet, als das Christentum auftaucht. Jesus Christus, Gottessohn
und Stifter des Christentums, taucht mit seinem Kult im zweiten Jahrhundert
auf, während vorher kein Historiker seine Existenz erwähnt, die bis heute
zweifelhaft bleibt. Eine historische Gestalt ohne Kult, ein Kult ohne historische
Gestalt: Eine auffällige komplementäre Asymmetrie. Ist Jesus die historisch
erhaltene Form des Divus Julius? Steht das Evangelium Jesu zur Vita Caesars
wie die ersten christlichen Kirchen zu den antiken Tempeln, aus deren
Überresten sie gebaut sind? Verschreibungen beim Kopierprozess,
Missverständnisse in der Übersetzung, Verwandlung der Bilder, Übergänge im
Ritual werden aufgespürt und nachvollziehbar gemacht; das Evangelium
entlarvt sich als die Geschichte des römischen Bürgerkriegs, als “Verzählung”
des Leben Caesars - vom Rubicon bis zu seiner Ermordung - mutiert in die
Erzählung Jesu - vom Jordan bis zu seiner Kreuzigung.
Gaius Julius Caesar, Sohn der Venus und Begründer des Imperium romanum,
wurde nach seinem tragischen Tod zum Reichsgott erhoben: Divus Julius. Sein
Kult verschwindet, als das Christentum auftaucht.
Jesus Christus, Gottessohn und Stifter des Christentums, taucht mit seinem
Kult im zweiten Jahrhundert auf, während vorher kein Historiker seine
Existenz erwähnt.
Ist Jesus die historisch erhaltene Form des Divus Julius? Steht das Evangelium
Jesu zur Vita Caesars wie die ersten christlichen Kirchen zu den antiken
Tempeln, aus deren Überresten sie gebaut sind?
Verschreibungen beim Kopierprozess, Missverständnisse in der Übersetzung,
Verwandlung der Bilder, Übergänge im Ritual werden aufgespürt und
nachvollziehbar gemacht; das Evangelium erweist sich als die Geschichte des
römischen Bürgerkriegs - vom Rubicon bis zu Caesars Beisetzung - vom
Jordan bis zur Kreuzigung. Eine spannende und fundierte Ermittlung, die zu
weitreichenden und beeindruckenden Ergebnissen kommt.
http://www.carotta.de