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Ich Spreche Euch an

... durch Bertha Dudde - 20.1.1941

1781 Göttliche Gnade .... Anforderung dieser ....

Der bedeutsamste Moment im Erdenleben ist das Bewußtwerden der eigenen Schwäche
und der Zuwendung der göttlichen Gnade. Es wird der Mensch letztere niemals
erkennen, solange er sich selbst stark wähnt. Erst das Gefühl der Schwäche macht
ihn fähig zur Inanspruchnahme der göttlichen Gnade, d.h., er begehrt etwas, was
ihm das Schwächegefühl nimmt, und er erkennt dann diese ihm fühlbare Hilfeleistung
als Gnade, als ein Geschenk, von Gott in Liebe ihm dargeboten. Und dieses Erkennen
ist darum so bedeutsam für ihn, weil nun der Mensch, indem er um die Gnade bittet,
auch die Verbindung mit Gott bewußt herstellt und dieses sowohl seinen Glauben als
auch sein Verlangen zu Gott beweist, was nun mit Sicherheit die Höherentwicklung
der Seele nach sich zieht.

Göttliche Gnade ist ein Hilfsmittel zur Höhe, göttliche Gnade ist weiter auch
schon die Erfüllung des Gebetes, sie ist ein Beweis der Liebe Gottes; und wo diese
sich äußert, dort braucht der Mensch nicht zu fürchten, daß er jemals verlassen
ist von Gott. Er braucht keinen geistigen Niedergang zu befürchten, er braucht
aber auch irdisch nicht bangen, denn die Bitte um die göttliche Gnade wird niemals
unerhört bleiben, und in der göttlichen Gnade stehend, wird der Mensch alles
überwinden. Denn göttliche Gnade ist Kraft, die Gott den Menschen zuwendet ohne
deren Verdienst. Die göttliche Gnade wird nicht ausgeteilt nach Würdigkeit,
sondern alle Menschen können sie empfangen unbeschränkt, nur müssen sie diese
begehren und also darum bitten. Ungebeten aber kann die Gnade nicht ausgeteilt
werden.

Es wird Gott nur immer den Menschen aufmerksam machen oder ihn anzuregen suchen,
Seine Gnade zu begehren, niemals aber wird Er den Menschen Seine Gnade schenken,
die solche nie zu benötigen glauben. Es sind diese Menschen selbstüberheblich; sie
wissen nicht, daß sie nichts sind, so Gott es will, sie glauben aber, alles in der
Welt meistern zu können aus eigener Kraft. Diesen Menschen muß Gott Seine Stärke
zeigen, Er muß sie hilflos machen, auf daß sie Ihn nun anrufen um Seine Gnade,
denn dann vermittelt Er diese den Menschen, und dann erst beginnt der Mensch zu
reifen an seiner Seele. Zuvor aber war der Gang auf Erden ohne großen geistigen
Erfolg, wenngleich irdisch der Mensch wohl Freude und körperliche Befriedigung
fand. Nur was der Seele nützet, hat bleibenden Wert, nicht aber, was der Körper
begehrt und er erhält.

Und so der Mensch stets und ständig bittet um Gnade, wird der Zustrom nie
versiegen, und in der göttlichen Gnade zu leben trägt der Seele unnennbaren Segen
ein und ist darum das Erste und Wichtigste, was erkannt werden muß. Denn nun erst
arbeitet der Mensch bewußt an seiner Seele, so er fortgesetzt die göttliche Gnade
anfordert, auf daß sie ihm ungemessen zuströmen kann ....

Amen

— Herausgegeben von Freunden der Neuoffenbarung —


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