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Ich schlage vor, dass wir eine "zweite

Aufklärung" starten - den Ausgang des


Menschen aus der selbstverschuldeten
Rücksichtslosigkeit
Die Mehrheit weiß heute, dass eine den Menschen schonende und die Natur
bewahrende Wirtschaft zu gestalten ist. Aber wie? Die Politik findet hier heute
(noch) kein schlüssiges Konzept, die heutige Philosophie denkt darüber kaum
oder nicht nach. Wir spüren, was zu tun ist, aber wie umsetzen? - das ist die
Frage.

Aus der Geschichte können wir lernen, das staatliche Machtausübung ohne
Toleranz (Autokratien, Diktaturen) ins Elend führen. Der Widerstand dagegen
wurde zunächst mit Gewalt gegen Menschen oder Gemeinschaften
(Hexenverbrennungen, Glaubenskriege) beantwortet.

Die philosophische Lösung war die Aufklärung, sprich der Ausgang des
Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Die politische Lösung war Trennung von Staat und Kirche, später dann die
Gewaltenteilung.

Aus der Geschichte können wir lernen, das wirtschaftliche Machtausübung


ohne Toleranz (Kommunismus, Kapitalismus) ins Elend führen.

Der Widerstand dagegen wurde zunächst mit Gewalt gegen Menschen oder
Staaten (Verfolgung, Weltkriege) beantwortet.

Die politische Lösung einer Machtausübung mit Toleranz nennen wir heute
Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte und soziale Marktwirtschaft.

Die philosophische Lösung ist immer noch Gleiche: Aufklärung, heute Bildung
genannt - der Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit.

Und heute erkennen wir, dass uns die Extreme persönlichen, wirtschaftlichen
oder staatlichen Wohlstandsaufbau ohne genügend Rücksichtnahme auf das
Gemeinwohl und die Gemeingüter uns Geizhälse, Gierhälse und Blender
gebracht haben und uns diese immer mehr ins Elend stürzen:

• Geizhälse wie "Geiz-ist-geil"-Haltung oder dem Anderen keine Zeit für


Orientierung geben oder seine Meinung nicht gelten lassen können
(Intoleranz, Egozentrik, Glückssuche ohne Sinngebung)
• Gierhälse wie internationale Finanzoptimierer oder wie viele in der
Finanzwirtschaft, die das Ich-Wohl über das Gemeinwohl stellen, mit der
Folge einer Finanz- und jetzt Wirtschaftskrise, morgen Vertrauenskrise,
übermorgen vielleicht wieder bürgerliche und staatliche
Auseinandersetzungen.
• Blender, die uns mit dem Glauben an Arbeit und Wohlstand in allen
Lebenslagen den Blick auf die Zunahme von Unbehagen, psychischen
Krankheiten und von ungeschützt Arbeitenden und Arbeitslosen (Prekariat)
und damit auf mögliche Auswege aus den Problemen verstellen.

Der Homo economicus hat in über 300 Jahren Industrialisierung und


Globalisierung den Wohlstand der Nationen erarbeitet. Aber dabei auch die
menschlichen und natürlichen Ressourcen zu Lasten heutiger und zukünftiger
Generationen in nicht mehr vertretbarer Weise (aus)genutzt, denn
überwiegend gewann dabei der Geschäftssinn des Stärkeren, nicht der
Gemeinsinn des Klügeren, des Faireren.

Der Widerstand dagegen heißt momentan Rückzug ins Private, Sinnsuche,


Politikverdrossenheit, Protest, Terror.

Die politische Antwort ist unklar. Man ist uneins, wie man „die Geister, die
man rief“ im Zaum halten kann. Es fehlt an der einenden Vision. Man wählt
das kleinere Übel. Die noch beste Antwort bezeichnet man oft als sozial-
ökologische Marktwirtschaft.

Und was macht die Philosophie? Nichts!

Ich schlage vor, dass wir eine "zweite Aufklärung" starten - den Ausgang des
Menschen aus der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit. Gestalten wir den
Homo empathicus. Meine gesellschaftliche Initiative dazu nenne ich
"Innovative Mitte".

Mein Wunsch ist, dass die Menschen diesmal eine Lösung zur Schonung der
Menschen und zur Bewahrung der Natur finden, bevor Gemeinschaften die
Antwort wieder in Intoleranz und Gewalt finden.

Wie sind eine freie Gesellschaft und Wirtschaft beschaffen, die Menschen in
allen Lebenslagen und Natur in seiner Vielfalt wertschätzt? Was denkt ihr?

Die Aufklärung hat uns von Machtausübung ohne Toleranz befreit. Nun ist es
an der Zeit, das eine "zweite Aufklärung" uns vom Wohlstand ohne Rücksicht
auf Mensch und Natur befreit.

Wenn alles gut geht, wird eine "zweite Aufklärung" uns mit der bisherigen
Geschichte und dessen Gewinnern und Verlierern sowie der Natur versöhnen
und uns Wege zeigen, mit beiden zukünftig schonend umzugehen, bevor
wieder Gewalt gegen Menschen und Gesellschaften eine "Vorklärung" der
Verhältnisse mit sich bringen.

Es wäre wunderbar, wenn wir diesmal aus Einsicht und nicht aus
Katastrophen lernen.

Herbert Haberl
0170-7620660