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GERMAN-YUGOSLAV COOPERATION IN SCIENTIFIC RESEARCH AND TECHNOLOGICAL DEVELOPMENT

SEMINAR

FERTIGUNGSPLANUNG UND -STEUERUNG

SPLIT

7. und 8. Juni 1989

Burghild Wieneke-Toutaoui Ralf Albrecht

INSTITUT FÜR PRODUKTIONSANLAGEN UND KONSTRUKTIONSTECHNIK DER FRAUNHOFER GESELLSCHAFT

Dieses Seminar fand statt im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Jugoslawien mit Teilnehmern aus dem

- Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik der Fraunhofer Gesell- schaft, Berlin (Prof. Dr.-Ing. Drs.h.c. G. Spur) und

- der Fakultät für Elektrotechnik, Maschinenwesen und Schiffbau der Universität Split (Prof. Dr. R. Zdenkovi6)

Wir danken dem Internationalen Büro der Kernforschungsanlage Jülich GmbH für die Unterstützung dieses Vorhabens.

Die im Inhaltsverzeichnis genannten jugoslawischen Beiträge zum Seminar sind in ser- bokroatischer Sprache erschienen in:

I. Veza, M. Rovan,

PROIZVODNI SISTEMI Internationali Seminar PS'89, Split Vojna Stamparija, Split 1989

Herausgegeben von der Kernforschungsanlage Jülich GmbH ZENTRALBIBLIOTHEK Postfach 1913 . D-5170 Jülich Telefon 02461/61-0 . Telex 833556-70 kfa d

Titelsatz: Graphische Betriebe der KFA

Druck: WEKA-Druck GmbH, Linnich

© KFA Jülich 1989

Jül-Conf-75

ISSN 0344-5798

ISBN 3-89336-025-5

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Seminarprogramm

Beitr~ge deutscher Wissenschaftler

zum

Seminar :

 

K,

Mertins

 

Werkstattsteuerung

als

rntegrationsbaustein

 

G.

Spur, K,Mertins, W. süssenguth

 

Entwicklungsstand flexibler Fertigungssysteme und deren Integration in CIM~.Konzepte

 

G.

Seliger, B. Wieneke~Toutaoui,

Anlage

M.

Simulationsunterstützung bei

Planung

flexiblen

Fertigungssystemen

Rabe

und

im

Betrieb

von

der

Bausteine

für

CIM

/

Sigraph

Software

 

und WS

30

Sei t

iii

v

1

37

47

55

e

-

ii

-

VORWORT

Das Seminar

das vorliegende Buch entstanden ist,

von deutschen und jugoslawischen Wissenschaftlern,

großen Gebiet der Produktionstechnik arbeiten.

zudem etwa hundert

Interessant waren die unterschiedlichen Schwerpunkte der Diskus-

sion auf deutscher und jugoslawischer seite.

Forscher betonten vielfach Fragen der Qualitätssicherung.

deutschen Beiträge beschäftigten sieh mit der Planung flexibler

Fertigungssysteme sowie der Konzipierung und Realisierung von

Systemen zur Werkstattsteuerung.

hinaus die Möglichkeiten zur Kooperation mit der Industrie

beiden Ländern dargestellt.

Produktionstechnik von grundlegender Bedeutung;

jugo-

slawischen Wissenschaftler die Schere zwischen dem theoretischen

intensiv war der Erfahrungsaustausch.

"Fertigungsplanung und -steuerung",

war ein

Ingenieure aus der Industrie.

Die

auf dessen Basis

Erfahrungsaustausch

die auf dem

Anwesend waren

jugoslawischen

Die

In der Diskussion wurden darüber

in den

auf dem Gebiet der entsprechned

Zusammenarbeit

ist

Dabei bedauerten die

Fachwissen an den Universitäten und dem Wissensstand Industrie.

Wir hoffen,

etwas zu verringern.

Verständnis

sehen FOrscher zu gewinnen.

Es wäre gut, können.

in der

daß das

Seminar dazu beitragen konnte,

Uns hat

es

zudem geholfen,

diese Schere

ein besseres

für den Stand und die Problemstellungen der jugoslawi-

diese wissenschaftliche Kooperation fortsetzen

zu

Dr.-Ing.

Dipl.-Ing.

B.

Wieneke-Toutaoui

R.

Albrecht

Berlin,

im Juni

'89

-

iv

-

v

-

SEMINARPROGRAMM AM 7.UND

S

PLI

T

8.JUNI

1989

FERTIGUNGSPLANUNG UND -STEUERUNG

Mittwoch,

den

7.6.1989

 

8.30 U

Allgemeine Einführung

 

Prof.Dr.

R.

Zdenkovic,

Fakultät Maschinenwesen

 

und

Schiffbau,

Zagreb

(FMS/Zagreb)

 

9.00

Computer-Integrated Manufacturing

Prof.Dr.

Bozo

Vranjes,

FMS/Zagreb

10.30

werkstattsteuerung

als

Integrationsbaustein,

Dr.Ing.

Kai

Mertins,

Fraunhofer

Gesellschaft,

 

Institut für Produktions an lagen und

 

Konstruktionstechnik,

Berlin

(FhG/IPK)

12.00

Production Management with

Integrated Program

Products

 

Copics

and Mapics

Dipl.Ing.

Petar

Curciev,

IBM-Intertrade,

Skopje

Pause

17.30

Fertigungssysteme

in der

Computer-Integrated

Manufacturing,

 

Mag.

Mario

Rovan,

FMS/Zagreb

 

18.30

Entwicklung Flexibler

Fertigungssysteme und deren

Integration

in

CIM-Konzepte

Dipl.-Ing.

Wolfram

Sü~enguth FhG/IPK

 

20.00

Cocktail

 
 

-

vi

-

Donnerstag)

den

8.6.1989

 

9.00

U

Simulationsunterstützung bei der

Planung

 
 

und

im Betrieb

von

Flexiblen

Fertigungssystemen

Dr.-Ing.

Burghilde Wieneke-Toutaoui,

FhG/IPK

10.30

Logistische

Systeme

in

der

"Fabrik der

Zukunft"

Dr.-Ing.

Ivica Veza,

Fakultät Elektrotechnik,

 

Maschinenwesen

und

Schiffbau,

Split

Pause

17.30

Modell

der

Expertensysteme

für

Diagnostik und

Wartung

von

Arbeitsstationen

in den

flexiblen

Arbeitssystemen

 

Dr.-Ing,

Vidosav Majstorovic,

Fakultät Maschinenwesen,

Belgrad

18.30

Round-Table

Discussion

 

Thema

:

Einführung CIM in

Jugoslawien,

 

Wirklichkeit oder Traum ?

19,30

Schlußwort

Prof,

Dr,R.

\

-1-

Werkstattsteuerung als Integrationsbaustein

Inhalt:

Dr.-Ing. K. Mertins

Bereichsleiter Planungstechnik

IPK-Berlin

1.

Einführung

2.

CIM-Konzept

3.

Produktionssteuerung

4.

Gestaltung der Auftragssteuerung

5.

Integrierte Werkstattsteuerung

5.1

Dispositive Steuerung

5.2

Operative Steuerung

5.3

Anwendung

6.

Ausblick

7.

Literaturliste

-2-

1 EinfÜhrung

-3-

Integrierte Produktionsanlagen, wie flexible Fertigungszellen, flexible Fertigungslinien und flexible Fertigungsnetze haben einen hohen Entwicklungsstand erreicht. Die Kapitalintensität dieser Anlagen erfordert eine hohe Auslastung und stellt neue Anforderungen an Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Produk- tionsplanung und produktionssteuerung. Hinzu kommen die Erfor- dernisse der Märkte, die vor allem erhöhte Lieferbereitschaft und kÜrzere Durchlaufzeiten notwendig machen. Den komplexer werdenden Produkten entsprechen umfangreiche Informationsbe- ziehungen innerhalb der Fertigungsstrukturen.

Die Realisierung der rechnerintegrierten Fertigung (CIM) muß als ein evolutionärer Prozeß verstanden werden, der über die Vernetzung bestehender Systeme bis zur Integration funktiona- ler Abläufe fÜhrt.

Die Entwicklung von

CIM

zielt

auf

- die Vernetzung von Konstruktion, Planung, Fertigung und kaufmännischem Bereich, die automatische Fertigung eines variablen Produktionspro- grammes bei direkter Rechnersteuerung,

- eine kontinuierliche optimierung der Fertigungs- und Ablauf- steuerung,

- eine direkte Regelung des Materialflusses und der Bearbei- tungsoperationen sowie

- eine dynamische Bereitstellung, Koordination und Zuweisung aller zu disponierenden Fertigungsmittel, wie beispielsweise Materialien, Werkzeuge und Werkzeugmaschinen sowie Trans- port-, Spann- und Prüfmittel.

Dem Rechner wird dabei eine wichtige Rolle als Hilfsmittel bei der AufgabendurchfÜhrung zugewiesen, der Mensch bleibt jedoch

die

dungsprozesses.

wichtigste

-4-

Führungsgröße

auf

allen

Ebenen

des

Entschei-

Der zunächst richtige Ansatz von effizienten Arbeitssystemen als Automatisierungsinseln und Zentralisierung von Rechnerlei- stung führte zu Lösungen, die der Vielfalt der individuellen Arbeit im Produktionsbetrieb nicht entsprachen. Es kam zu einer teilweise unwirtschaftlichen Zerstückelung von Arbeits- abläufen und zu mehr oder weniger willkürlichen Schnitten und Aufgabentrennungen quer durch die Ablauforganisation . Diese, nach den Grundsätzen von Taylor geführte, betriebliche Arbeitsteilung stellt nun den Aufwand zum überwinden der Schnittstellen gegenüber dem Nutzen in Frage. Die Flexibilität solcher Strukturen ist unzureichend. Für den einzelnen Mitarbeiter geht oft genug die Möglichkeit ganzheitlicher Betrachtung von Information und Kommunikation verloren.

2

CIM-Konzept

-5-

Die Komplexität eines unternehmensspezifischen cIM-Konzeptes läßt bei der Realisierung derartiger Systeme keinen generali- sierenden "Top-Down"-Ansatz zu. Die realitätsnähere 11 Bottom- up"-Vorgehensweise stellt in der Realisierungsphase eine bes- sere Berücksichtigung der zeitlichen, finanziellen und organi- satorischen Aspekte sicher. Bestehende und geplante Insellö- sungen müssen schrittweise zu einem durchgängigen Gesamtsystem mit einer einheitlichen Datenbasis integriert werden. Die da- bei auftretenden Probleme sind unterschiedliche Datenformate, fehlende Kommunikationsmöglichkeiten zwischen einzelnen Rech- nersystemen, unklare Schnittstellen zwischen einzelnen Aufga- benbereichen sowie mangelnde Motivation und Qualifikation der betroffenen Mitarbeiter.

Ausgehend von einer solchen Basis ist es wichtig, frühzeitig und in kooperativer Form eine langfristig gültige Gesamtkon- zeption zu entwickeln und sinnvolle Einführungsstufen zu defi- nieren.

Es sind besondere Anforderungen an die Modularität und die De- finition der Schnittstellen einer cIM-Konzeption zu stellen,

da

-

in der Regel

Funktionsblöcke

mit unterschiedlichem

Automati-

sierungsgrad

integriert werden sollen,

 

-

manuelle

Zwischenzustände

eines

geplanten

automatisierten

Ablaufes

auch

während

der

Einführungsphase

handhabbar

sein

müssen

bestehende

Funktionalität

und

Einzellösungen

für Teilbereiche

müssen.

integrierbar sein

in

ihrer vollen

Eine

arbeitung

zu

ganzheitliche,

im

~trukturierte Analyse der

hat

verschiedene

Informationsver-

Betrachtungsebenen

Fabrikbetrieb

berücksichtigen:

-6-

- Die

funktionale

Ebene

des

Fabrikbetriebs mit den Grundfunk-

tionen

Konstruktion,

Arbeitsplanung,

Betriebsmittelplanung,

Auftragssteuerung und

Fertigung,

sowie

deren Ablauf-

und

AUfbauorganisation und dem Personal,

 

- die

Datenebene,

d.h.

die

Daten,

die

in den einzelnen

Funk-

tionen

gelesen,

generiert oder verändert werden,

- und

die

Ebene der

Informationstechnologie,

durch die

Daten

verarbeitet,

gestellt werden.

übertragen

sowie gespeichert und wieder bereit-

Ein darauf aufbauendes Referenzmodell rechnerintegrierter Pro- duktion umfaßt mehrere Schichten, die den gezielt zu gestal- tenden Feldern einer betrieblichen cIM-Planung entsprechen (Bild 1). Die Schichten "Funktionen" und "Daten" leiten sich aus dem Fabrikbetrieb ab. Die Schichten "organisation" und "Personal/Qualifikation" sind die nichttechnischen Gestal- tungsfelder, die im Rahmen einer CIM-Planung simultan zu be- arbeiten sind. Die verbleibenden Schichten "Anwendungssy- steme", "Datenhaltung", "Netzwerke" und "Hardware" stellen die technischen Bestimmungsgrößen von CIM dar. Der Planungsablauf geht in der Regel von den Funktionen und der organisation aus. Aber auch der bestehende Zustand in den anderen Ebenen geht in die Planung ein.

Das CIM-Referenzmodell steckt den Rahmen für eine offene CIM- Architektur ab. Die Schichten sind jeweils durch geeignete Methoden zu modellieren. Entscheidend ist, daß sich die rele- vanten Eigenschaften einer Ebene vollständig und konsistent mit der Methode abbilden lassen, sowie die gegenseitigen Ein- flüsse der Ebenen untereinander darstellbar sind. Die inte- grierte Informationsmodellierung zielt dabei vor allem auf die Abbildung von Funktionen, Daten, Personal und Qualifikation ab, um daraus Anforderungen an die Gestaltung der anderen Schichten zu gewinnen sowie Restriktionen aufgrund des Standes

-7-

der Technik

de

und

berücksichtigen.

historischer

zu

gewachsener

betrieblicher

Z~stän­

nichttechnische Gestaltungsfelder L- ~~ ~~~ ~~_-'- , "-"/- , iterative Modellierung partielle
nichttechnische
Gestaltungsfelder L-
~~
~~~
~~_-'-
,
"-"/-
,
iterative Modellierung
partielle Realisierung

Funktionales 0

d

Referenzmo e

11

vollständige Modellierung

technische Gestaltungsfelder ~

Fabrik-

betrieb /' -----,,'1'"---1----.;;;

/'

Funktionen

Dei

eI~/.

Bild

1:

Betrachtungsebenen von CIM

-8-

3

Produktionssteuerung

-9-

Ziel der Auftragssteuerung im Unternehmen ist eine an den Marktbedürfnissen orientierte Planung und steuerung der Pro- duktion hinsichtlich Kapazitäten, Kosten, Mengen und Terminen. Die Auftragssteuerung ist als Funktion zunächst losgelöst von Funktionsträgern, stellen oder EDV-Systemen anzusehen. Auf- tragssteuerung ist auf allen Ebenen der Unternehmenshierarchie notwendig. Entscheidungen über Aufgabenumfänge, Mengen und Termine sollten immer dort getroffen werden, wo die größte Entscheidungskompetenz vorhanden ist und so die mit der Ent- scheidung verfolgten ziele am besten erreicht werden können.

Die

wesentliche

AUftragssteuerung

nimmt

wahr

Integration

im

gesamtbetrieblichen

(Bild

2).

Ablauf

eine

Das betriebswirtschaftliche Ablaufdilemma der Planung, zu- gleich kurze Durchlaufzeiten und hohe Kapazitätsauslastung zu erreichen, wird durch die kapitalintensive Automatisierung der Produktionsanlagen und den Marktzwang zu höherer Flexibilität noch verstärkt. Den komplexer werdenden Produkten entsprechen umfangreiche Informationsbeziehungen innerhalb der Fertigungs- strukturen. In der Vergangenheit blieb die Rechneranwendung in der Produktion häufig auf Insellösungen für spezifische Funk- tionen beschränkt (Bild 3). Mit den heutigen Möglichkeiten der dezentralen systemarchitekturen können Fertigungsprozesse zu- nehmend mit Rechnern gesteuert und menschliche Intelligenz und Kreativität durch integrierte Inforrnationsverarbeitung ver- stärkt werden.

Die Kommunikationsstrukturen in der industriellen Fertigung sind durch einen hierarchischen AUfbau gekennzeichnet. Dabei werden die jeweils übergeordneten Hierarchiestufen mit ver- dichteten Informationen versorgt und die untergeordneten Ebe- nen gesteuert und koordiniert (Bild 4). Die einzelnen Ebenen übernehmen hierbei solange eine eigenverantwortliche steue-

Bild

2:

-10-

Unternehmens·

extern

Unternehmens-

Inlem

   

r-

Konstruktion

a

U

n

 

A

L

   

I

ArIlllilaplonung

T

   

Ä

n

T

Beiriebsmittel· Planung"

Beiriebsmittel·

Planung"

S

S

I

C

n

H

E

Fertigung

 

R

U

• Belrlebomitlel

N

• Lager

G

• Transport

• Instandhaltung

~
~
Unternehmens- planung Marketing Vertrieb
Unternehmens-
planung
Marketing
Vertrieb
 
   
   

C

-

C

U

I

M

   

A

ProduktIonapre

U

grammplanung

F

IF

T

1-

Fertigung_pro·

I<

R

grammplanung

A

 

GI=>

 

EInkaul

S

 
~
~

S

T

E

U

U

 

L

   

E

 

R

L -

U

N

I

Workstall·

I< GI;:.

N

steuerung

 

Roferenzarchlloklur

Referenzarchitektur der Auftragssteuerung

rungsfunktion, wie die von der höheren Ebene übermittel ten

Rahmendaten ausgeführt bzw. eingehalten werden.

Die

scheidungsebenen gliedern:

Aufgaben

der

Produktionssteuerung

lassen

sich

in

drei

Ent-

- Eine

langfristige

Ebene

zur unternehmenspolitischen

Zielbe-

stimmung des

Produktionsprogrammes,

- eine mittelfristige

Ebene

zur

Bestimmung

von

strategien

zur

Durchsetzung des

Fertigungsprogrammes

und

-11-

- die kurzfristige Ebene zur Durchsetzung der Fertigungs~iele in der Werkstatt. Manq"lnda Tran.parenz
-
die
kurzfristige Ebene zur Durchsetzung der Fertigungs~iele
in
der
Werkstatt.
Manq"lnda Tran.parenz
Unter.ehladllehe Inlormatlon.stönde
in den Auf1ragsabWlcklungsoereichen
der Verwallung von Inlormaltonen
hlnslchUIch der AuHräge
hlnsichllich Ort und Aklualilälssland
Reehnerge.tülzte beralchsObergreUende
Steuerung von existierenden reehnergostllizten
bereichsinternen FunkUonsketten Im SInne
von CIM fehl!.
Fehlende Koordlnatlon/Anstoss
berelchsübergreilender Aktiviti:llen
Fehlende bereichsübergreifende
Überwachung der BearbeItungsstaU
hinsichllich Fertigungslortschon.
Oualität und Kosten. keine aullrags-
begleilende Korrek1urmöglichkeil
wie Konvertierungen, Verltigbarkells- und
Plausibilitälspnllungen. Stor· und Ruck·
meldungen: fehlende Gesamtverantwonung
lür einen Auftrag über alle Bereiche hinweg
Bild
3:
Defizite der Auftragsabwicklung
in
CIM

Der Schwerpunkt der bereichsübergreifenden Fertigungssteuerung des zentralen Systems muß auf der Durchlaufterminierung der Aufträge mit dem Ziel einer hohen Lieferbereitschaft und Ter-

Das zentrale System ist produktorientiert 5). Es plant und überwacht den Fertigungs-

durchlauf von Aufträgen durch alle Betriebsbereiche. Lang- und

mittelfristig müssen dafür die notwendigen Kapazitäten bereit- gestellt werden. Die dezentralen Werkstattsteuerungen können auf der kurzfristigen Entscheidungsebene die optimierung der Kapazitätsausnutzung des Fertigungsbereiches verfolgen, sie sind kapazitätsorientiert zu gestalten. Die Prozeßkenntnis der Werkstattangehörigen kann dabei in besonderer weise für die Auftragssteuerung innerhalb des Fertigungsbereiches genutzt werden.

mintreue liegen. auszulegen (Bild

-12-

Zentrale Ferti gungssteu erung ".:.':' Werk sta ttsteuerung Fertigungsbereich 2
Zentrale
Ferti gungssteu erung
".:.':'
Werk sta ttsteuerung
Fertigungsbereich 2
Werk sta ttsteuerung Fertigungsbereich 2 Werk stattsteuerung Fertigungsbereich 1 Werkstattsteuerung
Werk sta ttsteuerung Fertigungsbereich 2 Werk stattsteuerung Fertigungsbereich 1 Werkstattsteuerung
Werk sta ttsteuerung Fertigungsbereich 2 Werk stattsteuerung Fertigungsbereich 1 Werkstattsteuerung
Werk sta ttsteuerung Fertigungsbereich 2 Werk stattsteuerung Fertigungsbereich 1 Werkstattsteuerung

Werk stattsteuerung

Fertigungsbereich 1

Werkstattsteuerung

Fertigungsbereich N

~#h;;;;;;;;;~ Eck te rmi ne

q

Bild

4:

Hierarchiestufen

Materialfluß

bereich 1 bereich 3 bereich N Produkt 1 Produkt 2 Produkt 3 Produkt 4 Produkt
bereich
1
bereich 3
bereich N
Produkt
1
Produkt 2
Produkt 3
Produkt
4
Produkt M

Bild 5:

Aufgabenorientierung der

zentralen

Fertigungssteuerung

-1:3-

Entsprechend den können lang- und

rungsebenen gebildet werden. Den steuerungsebenen können die steuerungsmodule produktionsprogrammplanung, Fertigungspro- grammplanung und Werkstattsteuerung mit jeweils unterschiedli- chen Zielhierarchien zugeordnet werden (Bild 6). Von der lang- fristigen bis zur kurzfristigen stufe werden die Planungsge- nauigkeit größer, der Planungshorizont kürzer und der Pla- nungszyklus wechselt von der quartalsweisen Planung bis ZUr on-line-steuerung (Bild 7).

Entscheidungsebenen der Fertigungssteuerung mittel- und kurzfristig orientierte steue-

Kundenbactarf

~ Q 1outtrag rlanung (:) Morktb.dart eelaBtunglube'BII:hl .g Morktonlorderunqen Produktions- liLV
~
Q
1outtrag
rlanung
(:)
Morktb.dart
eelaBtunglube'BII:hl
.g
Morktonlorderunqen
Produktions-
liLV
progrommplanung
Produktoansprogromn
I
<:)1 eetrooblbor.,chO
Auttrogskonndaton
Q
Aufträge
Produktkonndaton
Termin.
BelaltungsuberllCht
Betrttblb.,a'chl"
Kaparitbtlbedart
Belastung.abgleich
daton
PoNlonalbedarl
Entwlcldunq"rond.
Langfristig
-GI- Pnmarbedorf

Mittelfristig

 
 

Fertigungs-

 

progrommplonung

   

q Fertlgunglauttrago

Auttrogldurdllaut

e••tellautttögo

(:)1 KapaZltatsgruppon I

Stückllst.ndaton

Arb",tsplandahtn

KapaZltatsgruppan-

 

Matarlalbedarf

 

Belaotunglubtralcht

 

daten

Kapalltatsbedart

Bela.tunqlabglolch

Lagarb"landsdaton

 

Personalbtdarf

Entwlcklung.trondl

Mitt.lfristig

 

Bild 6:

KuntnBtig

Ablauldolon

Kapazltcitsltelten

daten

~

Ber9lhtellung

1

~

Lang-,

mittel-

Warkllattltouarung

Workltottaultrogo

Kapalltöts-

Ilolionnullung

<:>1 KapozlltllasloUon

~

I

Beloolung""borllchl

Botastungsabgleich

~ntwlcklung.t,.ndl

Mat."a"lun

I

ung <:::>1

&'

~ Po"Onallenlotz

Ferllgungsablaul

~

ranla

I~ Auttrag

0

Auttroglvorlolgung
Auttroglvorlolgung

und

kurzfristige

Fertigungssteuerung

-14-

-14- Langf"stlg Mltt611,,011g Kurzfristig Produktlons~ Fertigungs. Werkstatt- programmplanung steuerung
Langf"stlg Mltt611,,011g Kurzfristig Produktlons~ Fertigungs. Werkstatt- programmplanung steuerung
Langf"stlg
Mltt611,,011g
Kurzfristig
Produktlons~
Fertigungs.
Werkstatt-
programmplanung
steuerung
Lleferbereltschaft
Lletertermlntreue
KapaZitah-
Investitionen
BestondemlOimum
nutzung
Personal
Grob
Mitt.,
Fein
1-5 Jahre
3-12 Monate
4-12 Wochen
Quartal
Monat
ngszyklus
permanent
U. Fortschreibung
u Fortschreibung
Monat
Woche
Stunde - Tag
Auflösun
Aufi"
8etrlebsberelch
KapazItatsgruppen
Kapazltatsstelle
Emzeltell
Arbeitsvorgang
Auflösung
Produkt

Bild

7:

Fertigungssteuerungsebenen

4 Gestaltung

der Auftragssteuerung

Den ersten Fertigungssteuerungssystemen in den 60er Jahren, di4f! sich im wesentlichen aUf die Materialbereitstellung für die Fertigung und mit Einschränkung auch auf die Montage bezogen, folgten umfassendere Systeme Gesamtauftragsplanungs- und -steuerungssysteme, die einen Auftrag vom Auftragseingang bis zum Versand planen und steuern sollten.

Zur Unterstützung der Funktionen der Auftragssteuerung wird heute eine große Anzahl von Softwarepaketen am Markt ange- boten. Abgedeckt werden in der Regel die Funktionen der Ferti-

gungsprogrammplanung , wobei häufig für das Bestell- und Lager- wesen sowie den Wareneingang eigene systeme zur Verfügung stehen.

Die Funktionen der Werkstattsteuerung, das heißt eine Feindis- position, integriert mit der mittelfristigen PPS-Planung, werden bislang kaum durch PPS-Systeme abgedeckt. Bestehende systeme wurden durch eine dezentrale Belegerstellung, die Er- weiterung um BDE-Funktionen und durch Terminals in den Mei- sterbüros dem Werkstattbetrieb näher gebracht.

Die

informationsflußmäß'ige

Integration

der

planenden

Abteilun-

gen

Produktentwicklung

und

AUftragssteuerung

mit

der

Fertigung

muß

über

die Werkstattsteuerung erfolgen

(Bild

8).

Erfahrungsberichte über den Eindatz von PPs-systemen weisen auf erhebliche Probleme bei der organisatorischen und qualifi-

katorischen Einbettung innerhalb der Anwenderorganisation hin. Für ihre Lösung wird häufig eine Anpassungsflexibilität von der organisation und den Mitarbeitern des Betriebes an das Sy-

stem und nicht umgekehrt gefordert. Dieses Technikverständnis

hält

Lösungen

für

vorgegeben,

organisation und Arbeit dagegen

für

gestaltbar.

Bundesrepublik

 

Produkt-

Auftrags-

Fertigung

 

Büro

Deutschland

entwicklung

steuerung

I

Stand der

20

und 3D CAO

grane

Vielfalt

on

Ne,

CNC,

ONC, BDE

 

zunenmende

grane

Systemvielfalt

PPS-Systemen

 

Büroautomation

Technik

NC-Programmierung

FFS,

FFZ

zentral und

dezentral

 

Berücksich tigung

der Kapozitöts-

belastung

Hohe

Flexibilität

hohe

Varianten-

Hohes Ouolifika-

vielfalt

 

tion sn Iveau

Integrations-

CIM

in

der Klein-

und Mittelserienfertigung

von

komplexen

Prooukten

mit hoher Variantenvielfalt

 

ansätze

Werkstattsteuerung

als

wesentliche In tegratianskomponen te

 

Planungs-

Bollom Up im

Top

Down

Rahmen

vorgehen

 

Bild 8:

CIM-Einführungsstand

in der BRD

Für die Gestaltung von EDV-Systemen zur Auftragsabwicklung steht eine Hard- und SOftware-Technologie zur Verfügung, die gekennzeichnet ist durch (Bild 9):

- Erfüllung der ergonomischen Anforderungen,

- Unterstützung der Benutzerführung

zum Beispiel

durch

Fen-

ster,

zur schnellen

Masken,

Maus-

Befehlseingabe,

und Menuetechnik

sowie

Funktionstasten

- gegebene wirtschaftlichkeit von Hardwarekomponenten

auch

bei

dezentralem

Einsatz

durch ein günstiges

Preis/Leistungsver-

hältnis,

für

- Datenbanktechnologie

- lokale

Netzwerke

die geforderten

für

Datenübertragungen,

Datenhal-

eine objektorientierte

tung,

- für Werkstattumgebungen geeignete Terminals

rechner.

und Micro-

~17-

t INTEGRIERTE AUFTRAGSSTEUERUNG

 

TECHNISCHE GESTALTUNGSPOTENTIALE

Geräte- und

-

 

Menues, Mäuse, Fenster, Hochautlösender Bildschirm Funktionstasten Wertlstattgerechte Hardware

 

Systemsoftware

 

Datenverwaltung

Programmfunktionen

 

Datenaufbereitung

z, B, StOckUstenauflösung Materfalbedarlsrechnung Auftragsbildung Durchlaufterminierung Reihenfolgeoptimierung

zur

Auftragssfeuerung

Berechnungen

Simulation

Expertensysteme

 

Ereignissteuerung

Systemintegration

   

Objektbezogene Datenhaltung Methodenbanken Schnittstellen Modellierungsmethoden Sottwaretoots

Technische Gestaltungspotentiale erlauben

• zunehmende Gestaltungstreiheit

. Beliebige Systemfunktionen an beliebigen Stellen zu installieren

Eingehen auf human I soziale Anforderungen bei der Systemauslegung

Bild

9:

Technische

Gestaltungspotentiale

Aufgrund der technischen EntwiCklungen sind, unabhängig von den einzelnen steuerungsstrategien, folgende Tendenzen zu er- kennen:

- Genauere Planungsdaten

im Werkstatt-

wie

im

Bürobereich

- Nutzung

der

Prozeßdaten

im Werkstattbereich,

- Nutzung

der

Auswertungen

im

Bürobereich.

Ein wesentlicher Parameter der organisationsgestaltung ist die zentralisierung oder Dezentralisierung von Aufgaben und Ent- scheidungen (Bild 10).

So sind in der Regel AUfgabenintegration entlang von Prozeß- ketten, Bildung teilautonomer Arbeitsgruppen, kompetenzorien-

-18-

von Abläufen, Terminen, Mengen oder Bereitstellung jeweils von den Arbeitspersonen erfolgen sollte, die die Entscheidungssi- tuation am besten beurteilen können und denen die relevanten Informationen für die Entscheidungsfindung zur Verfügung ste- hen. Durch dieses Prinzip wird vor allem die Detaillierung der Auftragsausführungsplanung in den der Fertigung vorgelagerten Bereichen begrenzt.

Den Fertigungsbereichen werden Eckdaten vorgegeben, innerhalb derer die Werkstattsteuerung Entscheidungsfreiheit besitzt und die einer Feinplanung bedürfen. In die Feinplanul1g kann der Prozeßzustand einbezogen werden. Aufgrund der gegebenen Pro- zeßnähe besteht die Möglichkeit, unvorhersehbare störungen nicht nur zu erkennen, sondern auch angemessen, schnell, fle- xibel und mit der erforderlichen Kreativität darauf zu rea- gieren.

Durch die Bildung von Arbeitsgruppen nach verschiedenen Kri- terien und für verschiedene Aufgabenbereiche kann eine Viel- zahl von human-sozialen Zielen erreicht werden:

Mitarbeiter universalqualifizierter Gruppen sind

in

der

Lage,

sich

gegenseitig

zu

ersetzen.

Dies

ist vor allem

bei

zeitkritischen

Prozessen

zu

deren

Aufrechterhaltung

erfor-

derlich.

Beispiele hierfür

finden

sich vor allem

bei

der

-

Handhabung

schaftlichkeit entscheidend vom Nutzungsgrad abhängt.

komplexer,

kapitalintensiver Anlagen,

deren

Wirt-

Insbesondere durch Gruppen, die teilweise universell und teilweise speziell qualifiziert sind, lassen sich Verant- wortungsbereiche ausdehnen sowie planende und ausführende Aufgaben integrieren. Dies setzt voraus, daß der gesamten

Gruppe eine gemeinsame Verantwortung übertragen wird und die Gruppe innerhalb ihrer Mitglieder in der Lage ist, Aufgaben zu verteilen und dabei entstehende Konflikte ohne Schaden für das Gesamtsy~tem auszutragen.

-19-

tierte Entscheidungsbereiche und die Schaffung individtJeller Spielräume gleichbedeutend mit mehr Dezentralisierung.

Gestaltung

der

Auftrags-

steuerung

Gestaltung

des

Werkstattc

steuerungs-

systems

Vereinfachung von Fertigungsprozess und Matenalliuss EInheit von Material- und Informatlonslluss

Steuerungs-

verfahren

Aigorithmlenung

individuelle Kreatlvittlt

Kompatanzorientlenung

 

zentrale

Entscheidungen

dezentrale Enlscheidungen

Einzelarbeit

Gruppenarbeilln

Organisatior

Är1enteilung

Fertigungsinseln

Mengenteilung

Spezialqualilikation QuaJilikation Im BOre

Universalqualifikation Qualifikation Qualilikation In der Werkstatt"-

Tendenz

zentrala PPS

zentrala PPS

EJ

EJ

Q/~~ Q~-:--_-

LI

t

s an

dezentrala Auskunft

und Datenerfassung

zentrale PPS

s an dezentrala Auskunft und Datenerfassung zentrale PPS Bild 10: Gestaltung der Werkstattsteuerung Die Bildung

Bild

10:

Gestaltung der Werkstattsteuerung

Die Bildung ganzheitlicher AUfgabezuschnitte orientiert sich an den Funktionsabläufen und den Objekten des Betriebs. Eine derartige AUfgabenteilung , die ganzheitliche Tätigkeiten zu- läßt, orientiert sich hinsichtlich der Arbeitsinhalte nicht' an formalen PPS-Teilfunktionen oder Modulen, sondern an konkreten Aufgaben, die ganzheitlich ausgeführt werden können, wie bei- spielsweise die komplette Abwicklung von Fertigungsaufträgen für eine bestimmte Produktgruppe.

Ziel ist die Bildung kompetenz- und zielorientierter Entschei- dungsbereiche, mittels derer die wünschenswerte Einheit von Planung und Ausführung der Arbeit hergestellt werden kann. Kompetenzorientiert bedeutet, daß beispielsweise die Planung

-20-

Positive Effekte derartiger Gruppenkonzepte können sein:

- Selbstregulation hinsichtlich Qualifikation und Störungsaus- gleich,

- Abwechslung

- Überschaubarkeit eines größeren Betriebsbereiches,

- flexibler Ausgleich von Leerlaufzeiten

in der Tätigkeit für den Einzelnen,

sowie soziale

Vorteile wie gegeb~nenfalls

- Persönlichkeitsförderung durch das Austragen beziehungsweise

Lösen von

Konflikten

und

- Arbeitszufriedenheit wie auch erhöhte Motivation durch per- sönliche Identifizierung mit der Gruppe und der Tätigkeit.

Demgegenüber bestehen insbesondere aus der Unternehmens führung

heraus

Bedenken hinsichtlich

Bereichen des AUfbaus innerhalb der Gruppe,

innerer Machtstrukturen und Konflikte die kontroproduktiv wirken,

- einer allmählich erstarrenden Aufteilung der Tätigkeiten aufgrund von Neigungen und Abneigungen der Mitarbeiter,

wo-

durch mittelfristig abgebaut wird,

auch die UniversalqUalifikation wieder

- der möglicherweise auf die Gruppe verteilten

Verantwortung,

die

im Konfliktfall

nicht gefordert werden kann.

Eine organisatorische Gliederung in produktionsprogrammplanung und Fertigungsprogrammplanung im Bürobereich und in Werkstatt- steuerung im Werkstattbereich mit definierten AUfgabenberei- chen und entsprechenden Entscheidungskompetenzen ermöglicht andererseits konkrete Schritte in Richtung einer humanen Fabrikgestal tung. Insbesondere bei der Werkstattsteuerung besteht noch eine weitere Gestaltungsfreiheit innerhalb der Werkstatt. Dort ist einerseits eine zentrale Steuerung von

-21-

einem Leitstand zu einzelnen Maschinen und Mitarbeitern denk- bar. Andererseits können Gruppen von Arbeitspersonen entspre- chend den vorhandenen Maschinen oder den zu produzierenden Produkten gebildet werden, die dann Aufträge aus der Werk- stattsteuerung erhalten und intern weiter verteilen und so am Planungsprozeß beteiligt sind. Dabei ist zu beachten, daß der Werkstattbetrieb nicht nur als ein eindimensionaler Prozeß aufgefaßt wird, sondern als system vermaschter Regelkreise an- zusehen ist (Bild 11).

Regelkreis

Regelkreis

Regelkreis

Regelkreis

Regelkreis

Werkzeuge

Vorrichtungen

Personal

Transport .L

Regelkreis Materialfluss Meister
Regelkreis
Materialfluss
Meister

Reg

Regelkreis

Regelkreis

Instandhaltung

Qualitätssicherung

Fertigungsplanung

Bild

11:

Fertigung

als

System vermaschter Regelkreise

Die I~t,gration dieser Aufgabenkreise erfolgt heute in der Regel informell durch die Person des Werkstattmeisters. In Bild 12 sind die vielfältigen Anforderungen an diese, sich zu- nehmend wieder als Schlüsselposition darstellende Funktion

-22-

Werkzeuge Pufferlager Vorricht. ~ Q Prülgeräle
Werkzeuge
Pufferlager
Vorricht.
~
Q
Prülgeräle

Bild

12:

Integrationsanforderungen

5

Integrierte

-23-

Werkstattsteuerung

In der auftragsbezogenen, automatisierten Klein- und Mittelse- rienfertigung stellt die zunehmende Produktionskomplexität An- forderungen an die Werkstattsteuerung, denen traditionelle An- sätze nicht gerecht werden. Die Fertigung ist durch einen häu- figen Wechsel der Bearbeitungsfolgen gekennzeichnet. Abwei- chungen und Veränderungen gegenüber der Planung sowie die end- gültige Festlegung der Planungsdaten dürfen nicht als störende Ausnahme, sondern müssen als die Regel angesehen werden.

Die Mängel des konventionellen Informationsflusses im Ferti- gungsbereich führen zu zeitverzug zwischen Datenentstehung, -weitergabe und -auswertung. Es herrscht eine geringe Trans- parenz des Prozeßgeschehens vor, so daß technische und orga- nisatorische Ablaufstörungen erst spät erkannt werden. Die Planungsvorgaben sind sehr änderungsempfindlich. Ereignisse wie Ausfälle von Betriebsmitteln, Annahme von Eilaufträgen sowie kurzfristige Änderungen von Arbeitsplänen und Konstruk- tionszeichnungen bewirken, daß die erstellten Vorgaben bereits kurz nach ihrem Entstehen veraltet sind. Nur eine prozeßnahe Disposition kann den aktuellen Arbeitsfortschritt und die Be- triebsmittelbelastung angemessen berücksichtigen.

Durch die schaffung kleiner Regelkreise, die für eine gewisse Zeit unabhängig von den übrigen Bereichen, mit denen sie ver- kettet sind, arbeiten können, besteht die Möglichkeit, auf die sich stetig ändernden Bedingungen im Werkstattbereich sowie auf Ablaufstörungen in der Fertigung kurZfristig und flexibel zu reagieren. Die sich stetig ändernden Bedingungen werden sofort er faßt und in die Planung und steuerung des Prozeßab- laufs einbezogen. Dazu werden steuerungskonzepte bereitge- stellt, die die prozeßnahen Funktionen der dispositiven und operativen Aufgaben der Werkstattsteuerung unterstützen.

5.1

Dispositive steuerung

-24-

Die Aufgaben der dispositiven Werkstattsteuerung lassen sich in die fünf Module Datenverwaltung, Auftragsbildung, Auftrags- freigabe, Arbeitsverteilung und Fertigungsüberwachung gliedern (Bild 13).

Auftrags- Durchlauf- Verfügbar- Reihenfolge- Fertigungs- daten terminierung keitsprüfung auswahl fortschritt
Auftrags-
Durchlauf-
Verfügbar-
Reihenfolge-
Fertigungs-
daten
terminierung
keitsprüfung
auswahl
fortschritt
Kapazitäts-
Kapazitäts-
Reser-
Beleger-
Fertigungs-
daten
belastung
vierungs-
steIlung
unter-
planung
brechungen
Personal-
Scheinserien-
Prioritäts-
Bereit-
Qualitäts-
daten
bildung
bestimmung
steIlungs-
sicherung
durchführung
Daten-
Auftrags-
Warte-
Trendaus -
austausch
zusammen-
schlangen-
wertung
fassung
bildung

Bild 13:

Dispositive Werkstattsteuerung

Die Datenverwaltung schafft die Voraussetzung zur Manipulation von Auftrags-, Kapazitäts- und Personaldaten sowie zum Daten- austausch mit der übergeordneten zentralen Fertigungssteuerung und der operativen Werkstattsteuerung. Die Auftragsbildung setzt die von der zentralen Fertigungssteuerung übernommenen Fertigungsaufträge in Werkstattaufträge um. Im steuerungsmodul Auftragsfreigabe ist zunächst die Verfügbarkeit von Material, Vorrichtungen, ,Werkzeugen und notwendigen Ne-Programmen zu prüfen. Nur wenn alle Bereitstellungsbedingungen erfüllt sind,

-25-

wird ein Auftrag freigegeben. Das steuerungsmodul Arbeitsver-

teilung enthält die Aufgaben

stellung und Bereitstellungsdurchführung. Die Fertigungsüber- wachung betrifft die Bereiche Fertigungsfortschritt, Betriebs- mittel und Qualitätssicherung. Der Fertigungsfortschritt kann aus Arbeitsvorgangsmeldungen, Lagerbewegungen oder Lohnschei- nen ermittelt werden.

Reihenfolgebestimmung , Beleger-

5.2

operative

steuerung

Die operative steuerung hat den Prozeßablauf nach den disposi- tiven Vorgaben der Werkstattsteuerung zu gewährleisten. Der Ablauf ist vollständig in Algorithmen formulierbar. Die opera- tive Werkstattsteuerung umfaßt die direkte steuerung und über- wachung von Fertigungs-, Transport-, Lager- und Meßeinrichtun- gen (Bild 14).

Bei automatisierten Betriebsmitteln können aus der disposi- tiven, Entscheidung zur Durchführung einer bestimmten Arbeits- operation an einer Maschine unmittelbar und programmgesteuert die erforderlichen Lager- und Transportaufgaben generiert, als Steuerbefehle an die operative Ebene übermittelt und abgear-

beitet werden. Entsprechend dem Datenfluß wird zwischen Steu- erdaten und Rückmeldedaten unterschieden.

Die Versorgung der Bearbeitungsstationen mit Steuerdaten' er-

folgt durch ein DNC-System. Die Grundfunktionen sind Verwalten, Bereitstellen und Übertragen von NC-Programmen, erweiterte Funktionen sind die Maschinendatenerfassung sowie die Verwaltung und Überwachung von Werkzeugen und Vorrichtungen.

Die

meist

und

steuerung

mit

und

Überwachung

Systemen

autonomen

Handhabung

durchgeführt.

der

Materialflußkomponenten

für

Lagerung,

wird

Transport

getrennt

-26-

Technische Daten Organi satorische Daten Aufträge o Bearbeitungsstat ionen DNC-Funktionen Fertigungs- Material
Technische
Daten
Organi satorische
Daten
Aufträge
o
Bearbeitungsstat ionen
DNC-Funktionen
Fertigungs-
Material fl un komponen ten
fortschritt
Transporteinrichtungen
11
Lagereinrichtungen
11
Belegung
Handhabungseinrichtungen
11
Personal
Werkzeuge. Vorrichtungen

Bild

14:

operative

Werkstattsteuerung

Die überwachung des organisatorischen Fertigungsab1aufes er- fordert die Kenntnis des aktuellen Prozeßzustandes. Er wird durch Auftrags-, Fertigungsfortschritts-, Betriebsmittelbe- legungs- und Personaldaten beschrieben. Das Betriebsdatener- fassungssystem (EDE) erfaßt und aktualisiert diese Daten kon- tinuierlich. Mit den im Prozeßablauf gewonnenen Daten kannen Abweichungen im Fertigungsablauf frühzeitig erkannt und aus- geregelt sowie Funktionen der Materialfluß- und Bearbeitungs- steuerung direkt beeinflußt werden.

5.3

Anwendung

Produktionsanlagen

und

Kon-

Die am Fraunhofer-Institut für struktionstechnik (IPK-Eerl in)

entwickelte

Software

zur

inte-

-27-

grierten Werkstattsteuerung (IWSt) erhält die mit Material- und Kapazitätsdaten versehenen Werkstattaufträge aus dem pps- System und hat zugriff auf die im NC-Programmiersystem gene- rierten NC-Programme. Daraus folgt die Einplanung der Werk- stattaufträge auf die einzelnen Bearbeitungseinheiten und die Verwaltung des jeweiligen Arbeitsvorrates im Werkstattbereich. Die Werkstattaufträge werden den einzelnen Kapazitätsstellen arbeitsfolgeweise zugewiesen. Während des Einplanungsvorganges wird die Verfügbarkeit von

- Material,

- Vorrichtungen,

- NC-Programmen

- Werkzeugen

sowie

kontrolliert

beziehungsweise

deren

zeitgerechte

Bereitstellung

veranlaßt.

Bei der belastungsorientierten, deterministischen Kapazitäts- belegung werden aus den Werkstattaufträgen Transport- und Kom- missionieraufträge generiert und den Lager- und Werkzeug'ver- waltungssystemen übergeben. Abhängig vom aktuellen Prozeßab- lauf sind die Vorgaben der Werkstattsteuerung abzuarbeiten. weiterhin übernimmt das Werkstattsteuerungssystem die Erfas- sung aller im Fertigungsprozeß anfallenden Betriebsdaten . Ab- hängig von den Rückmeldedaten werden Transport, Ein- und Aus- lagerungen sowie die NC-Programmübertragung initiiert, die Kapazitäten entlastet und das Materialflußabbild ak~ualisiert. weiterhin werden in aufbereiteter Form rückgemeldete Daten an das PPS-System sowie die übergeordneten Administrationssysteme zur Nachkalkulation, Versandbereitstellung, Fakturierung und Fortschreibung der Ergebnisse im Finanzwesen übergeben.

Der modulare Aufbau ermöglicht im Einsatzfall die Realisierung

individueller Lösungen. Die einzelnen Module sind qptional und

organisations-

abhängig vom bestehenden

Automatisierungs-· und

-28-

grad einsetzbar (Bild 15). Sie können für sich allein oder miteinander gekoppelt installiert werden. Die Schnittstellen zur übergeordneten Planungs- und nachgelagerten Prozeßebene werden über das vorhandene Kernsystem realisiert. Die Auf- wärtskompatibilität von IWSt sichert die wirtschaftliche An- wendung auch bei steigendem Automatisierungsgrad im Bereich der Fertigung. IWSt bietet weiterhin die Möglichkeit, unab- hängig vom PPS-System Werkstattaufträge interaktiv zu erfas- sen, zu terminieren und einzulasten. Dabei muß sichergestellt werden, daß die manuell eingegebenen Informationen zum nächst- möglichen Zeitpunkt an das PPS-System weitergeleitet werden.

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Handhabungso., lIte

MontagolOllen

Konventlonello Ma.chlna"

H8ndl,bolttp'llze

Wo,kuuomonta08

Werk UUOYOf81n1'aUung

Bild

15:

Integrierte Werkstattsteuerung(IWst)

Die im Rahmen der Betriebsdatenerfassung und -verarbeitung dokumentierten und verdichteten Informationen bilden die Basis zur Erstellung von Statistiken. Im Vordergrund steht das Auf-

-29-

zeigen von Entwicklungstrends, von Nutzungsgraden, des, Auf- tragsbestandes und der Auftragsdurchlaufzeiten, das Auswerten von störungen und Störzeiten sowie die Erstellung von Arbeits- platz- und Sclüchtprotokollen. Diese Informationen sind Vor- aussetzung für die Erstellung von Entscheidungsregeln und bilden die Grundlage für eine effektive steuerung und Überwa- chung des Fertigungsprozesses.

IWST verfügt über eine hierarchische Benutzerführung durch Menüs und läßt einen transaktionsorientierten Funktionsaufruf zu. Durch Eingabe entsprechender Funktionscodes kann aus jeder Anwendungsmaske eine neue Funktion aufgerufen werden. Zur Unterstützung des Benutzers sind HELP-Masken in das System integriert.

-30-

6 Ausblick

-31-

Mit der Kette von der rechnerunterstützten Auftragsbearbeitung und dem integrierten PPs-system über die NC-Programmierung, die Erstellung beziehungsweise Korrektur von NC-Informationen sowie den DNC-Betrieb und bis hin zur flexibel automatisierten Fertigung in der Werkstatt wird neben einem hohen Integra- tionsgrad auch eine Informationsinfrastruktur realisiert. Die beim stand der Technik vornehmlich aUf spanende Fertigungs- verfahren abzielende Produktionsautomatisierung wird zukünftig auch die Montage stärker einschließen;

Die weitere Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung anwenderneutraler Werkstattsteuerungssysteme mit sprachen der. vierten Generation (4GL), um individuelle Lösungen noch stär- ker mit Standardkomponenten zu modellieren (Bild 16).

Unter Verwendung neuer Softwaretechniken und Entwicklungswerk- zeugen werden sämtliche funktionalen Abhängigkeiten beschrie- ben, spezifiziert und in ablauffähigen Pseudoprogrammcode transformiert, der über eine Graphikstation visualisiert werden kann (Bild 17). Parallel zu der Entwicklung des funk- tionalen AUfbaus des Werkstattsteuerungssystems ist das kon- zeptionelle Datenmodell einer einzubindenden Datenbank zu er- stellen. Hierbei ist sowohl auf Flexibilitäts- als auch auf Leistungsgesichtspunkte zu achten. Diese höhe Anforderung an die Datenmodellierung ist für zukünftige Entwicklungen ent- scheidend, um von operationellen Systemen zu Informationssy- stemen zu gelangen und die Evolution des Systems zu unter- stützen.

Der Einsatz von wissensbasierten Regelsystemen in Teilberei- chen der Fertigungssteuerung wird die Entwicklung von algo- rithmischen optimierungsverfahren zu entscheidungsorientierten Verfahren unterstützen.

Bild

·. -~.2-

Deslgnl ~ level IAdd~~ssed Result Marketing Phase Structured design ~ SFC Concept 1 VAR/TPSS ~
Deslgnl
~
level IAdd~~ssed
Result
Marketing Phase
Structured design
~
SFC Concept
1
VAR/TPSS
~
~
4Gl deseriptlon
[I.
.[1
SFC Modul
.
~
2
VAR/TPSS
Interfaces
~
Tool box
MAIVARI
~
~
SFC Portfolio
:3
TPSS
uM
Blueprint
I
I
]:
Applicatlon
t
~I
~~
;-----------------:
4
MA/TPSS
'-,--;;ll ~"F"rtl~~
: SFC Turnkey
:
5
MA
_-----
------
-
16:
Marketing Tool

Von der heute noch vorherrschenden EDV-System orientierten

Integration wird man zunehmend zur funktionsorientierten In- tegration (Bild 18) übergehen.

-33~

;---------1 Design ToollI-------

+ Texts -Information IDesign flow -- - Relinement --''''- '- 0",_ ~
+
Texts
-Information
IDesign
flow
--
- Relinement
--''''-
'-
0",_
~ ,9-i-IIII-I::--i:_'1_---'1<-v_is_~r_~_fze_a~_fo_n
!Jr-~---,

Bild

Design Taal

17~

!Jr-~---, Bild Design Taal 17~ Kostenrechnung Finanzwesen J[ InfonnatlOna manager
!Jr-~---, Bild Design Taal 17~ Kostenrechnung Finanzwesen J[ InfonnatlOna manager

Kostenrechnung

Finanzwesen

J[

InfonnatlOna manager
InfonnatlOna
manager

oinh<HIllche

Olnheltllcher

BenUlzembeftUlcho

Oalonzugrtlf

KOMMUNIKATIONS·SYSTEM

EntllCholdUngen
EntllCholdUngen

mlttolfristlg I kurztrtstlg

EntllCholdUngen mlttolfristlg I kurztrtstlg --------         I   WerlUeuge
EntllCholdUngen mlttolfristlg I kurztrtstlg --------         I   WerlUeuge

--------

EntllCholdUngen mlttolfristlg I kurztrtstlg --------         I   WerlUeuge I
       

I

 

WerlUeuge

I

produkllons-

Auhrtlgo

Lager

Tran9pon

I

OHC

Vorr1chtungonr

dalen

Bild

18:

Funktionsorientierte

Integration.

 

-34

-

7

Literaturliste

 

1.

Mertins,

K.:

Steuerung

rechnergeführter

Ferti-

 
 

gungssysteme.

Carl

Hanser

Verlag,

München,

Wien

1985.

2.

Spur,

G.:

CIM

-

Die

informationstechnische

Her-

 

ausforderung

an

die

Produktionstechnik.

Produktionstechnisches

Kolloquium

 

Berlin,

PTK

1986.

 

3.

Seliger,

G.:

Wirtschaftliche

Planung

 

Fertigungssysteme.

Carl

automatisierter Hanser Verlag,

München,

Wien

1985.

4.

Mertins,

K.:

Entwicklungsstand

flexibler

Ferti-

 

gungssysteme,

Linien-,

Netz-

und

Zel-

lenstrukturen.

ZwF

80

(1985)

6,

S.

249-265.

 

5.

Gutschke,

W.;

CIM: competitive Edge in Manufactur-

Mertins,

K.:

ing. Robotics and Computer Integrated Manufacturing. Vol. No. 1, S. 77-87.

6.

Kang,

M.:

Entwicklung

eines

Werkstattsteuerungs-

 

systems mit

simultaner Termin-

und

Ka-

pazitätsplanung.

Carl

Hanser

Verlag,

München,

Wien

1987.

7.

Manske,

F.:

Mit

PPS

zur

systematischen

organisation

 

des

Kleinbetriebs.

Aus:

VDI-Z

130

(1988),

Nr.

1.

8. Spur,

G.;

Wege

-35-

zu einem unternehmensspezifischen

Mertins,

K.;

Referenzmodell der

reehnerintegrierten

Süssenguth,

W.:

Fertigung.

ZwF

83

(1988)

10,

 

S.

481-485.

9. Spur,

G.:

Reehnerintegrierter Fabrikbetrieb als

 

Produktionsteehnisehe Entwieklungsper- spektive. vortrag zur Faehtagung "Die neue Fabrik", 2./3. Nov. 1988, Duisburg. Im Rahmen des Programms sozialverträg- liehe Technikgestaltung, SoTeeh, des

Ministeriums

für Arbeit,

Gesundheit und

Soziales in NRW.

 

10. Mertins,

K.;

Szenario "Integrierte Auftragssteue-

Süssenguth,

W.;

rung lt • Vortrag zur Faehtagung "Die

Heil,

M.:

neue

Fabrik",

2./3.

Nov.

1988,

 

Duisburg.

11. Harrington,

J.:

Understanding the ManufaeturingPro-

eess.

New York:

Mareel

Dekker

Ine.,

1984.

-36-

Entwicklungsstand

in

CIM-Konzepte

flexibler

'37-

Fertigungssysteme

und

deren

Integration

Prof. Dr.-Ing. Drs. h.c. G. Spur, Dr.-Ing. Kai Mertins, Dipl.-Ing. Wolfram Süssenguth

1

Einführung

Die

Produktionstechnik

ist

von

zentraler

Bedeutung

für

die

moderne

Industriegesellschaft.

Ihre

Leistungsfähigkeit

beeinflußt

entschei-

dend

Die

die

Entwicklung

von

Informationstechnik

Wohlstand,

hat

durch

Lebensqualität

und

ihre

integrierende

Sicherheit.

Funktion

die

Organisation

unserer

Produktionsunternehmen

in

eine

neue

Entwick-

lungsphase

geführt.

Sie

durchdringt

alle

technischen

und

organisa-

torischen

Funktionsabläufe

sowie

die

Produktionsmittel

und

Metho-

den,

die

zur

industriellen

Gütererzeugung

erforderlich

sind.

Der

produktionstechnischen

Forschung

und

Entwicklung

stellt

sich

die

Aufgabe, das

Potential

der

innovationstechnischen

Basisinnovation

für

die

vielfältigen

Anwendungen

des

Fabrikbetriebes

zu

erschlie-

ßen.

Sie

erarbeitet

Möglichkeiten,

die

im

Unternehmen

verstreuten

informationsverarbeitenden

Inseln

zusammenzubinden.

Daten sollen

nur

einmal

erzeugt

werden

und

dann

mittels

eines

Informationsnetz-

werkes

den

Nutzern

zur

weiteren

Bearbeitung

zur

Verfügung

stehen.

Oie

Fabrik

von

Morgen

wird

andere

Techniken,

andere

Organisations-

formen,

andere

Managementinstrumente

erfordern.

Integrierte

Produktionsanlagen,

wie

flexible

Fertigungszellen,

fle-

xible

Fertigungslinien

und

flexible

Fertigungsnetze

haben

einen

hohen

Entwicklungsstand

erreicht.

Die

Kapitalintensität

dieser

An-

lagen

erfordert

eine

hohe

Auslastung

und

stellt

neue

Anforderungen

Entwicklung,

tionssteuerung.

genden

an

Arbeitsvorbereitung,

Daneben

Produktionsplanung

und

führt

die

Marktentwicklung

direkt

und

Anforderungen,

wie

erhöhter

Lieferbereitschaft

Produk-

stei-

kürzeren

zu

-38-

Durchlaufzeiten.

fangreiche Informationsbeziehungen turen.

Den

komplexer

werdenden

Produkten

der

innerhalb

um-

FertiguDgsstruk-

entsprechen

Oie

Entwicklung

von

CIM

als

Computer

Integrated

Manufacturing

zielt

auf

-

die

Vernetzung

von

Konstruktion,

Planung,

Fertigung

und

kauf-

männischem

Bereich,

die

automatische

Fertigung

eines

variablen

Produktionsprogrammes

bei

direkter

Rechnersteuerung,

 

- kontinuierliche

eine

Optimierung

der

Fertigungssteuerung

und

Ablaufsteuerung,

- eine

direkte

Regelung

des

Materialflusses

und

der

Bearbeitungs-

operationen

sowie

dynamische

disporrierenden

- eine

Bereitstellung,

Koordination

wie

und

Zuweisung

von

aller

Mate-

zu

rialien,

Spann-

Fertigungsmittel,

und

beispielsweise

sowie

von

Werkzeugen

Werkzeugmaschinen

Transport-,

und

Prüfmitteln.

2

Arbeitsteilung

Der

Schwerpunkt

künftiger

technischer

und

organisatorischer

Planung

ist

auf

die

- Senkung

- Verkürzung

- Verbesserung

der

Herstellkosten,

der

Durchlaufzeiten

und

der

Produktqualität

gerichtet. Diese

Rationalisierungspotentiale

können

nur

längerfri-

stig

realisiert

werden.

Sie

erfordern

nicht

nur

ein

erhebliches

Umdenken

hinsichtlich

der

betrieblichen

Abläufe,

sondern

auch

eine

entsprechende

Motivation,

Information

und

Qualifikation

darin

ein-

gebundener

Mitarbeiter.

-39-

Der

Automatisierungsinseln und Zentralisierung von Computer leistung

als

zunächst

richtige

Ansatz

von

effizienten

Arbeitssystemen

führte

zu

Lösungen,

die

der

Vielfalt

der

individuellen

Atbeit

im

Produktionsbetrieb

nicht

entsprachen.

Es

kam

zu

einer

teilweise

unwirtschaftlichen

Zerstückelung

von

Arbeitsabläufen

und

zu

mehr

oder

weniger

willkürlichen

Schnitten

und

Aufgabentrennungen

quer

durch

die

Ablauforganisation.

Diese,

nach

den

Grundsätzen

von

Taylor

geführte

betriebliche

Arbeitsteilung,

stellt

nun

den

Aufwand

zum

Überwinden

der

Schnittstellen

gegenüber

dem

Nutzen

in

Frage.

Oie

Flexibilität

solcher Strukturen

ist

unzureichend.

Für

den

ein-

zelnen

Mitarbeiter

geht

oft

genug

die

Möglichkeit

ganzheitlicher

Betrachtung

von

Information

und

Kommunikation

verloren.

3

Konzept

 

CIM

ist

kein

System,

keine

fest

begrenzte

Software,

sondern

zeigt

einen

Weg

auf,

mit

dem

Ziel

der

integrierten

Planung,

Steuerung

und

Überwachung

lung

von

von

Material-

Die

und

Informationsflüssen

kann

Gütern.

Informationstechnik

bei

diese

der

Herstel-

Integration

von

Funktionsabläufen

durch

Hard-

und

Software

unterstützen.

Dabei

treffen

wir

im

heutigen

Fabrikbetrieb

auf

eine

Vielzahl

von

rech-

nerunterstützten

Insellösungen

wie

Systeme

zur

rechnerunterstützten

Konstruktion

(CAD),

Arbeitsplanung

(CAP),

Produktions-Planung

und

-

Steuerung

zu

(PPS),

Qualitätssicherung

(FFS)

flexiblen

Fertigungssystemen

(CAQ)

und

und

Fertigung

Fertigungszellen

(CAM)

bis

(FFZ).

Ausgehend

kooperativer

bereiche

von

eine

einer

Form

solchen

unter

Basis

ist

es

wichtig,

frühzeitig

und

in

Unternehmens-

sinn-

~nd

Einbidnung

aller

betroffenen

zu

langfristige

Gesamtkonzeption

entwickeln

volle

Einführungsstufen

zu

definieren.

 

Daraus

leiten

sich

besonders

Anforderungen

an

die

Modularität

und

die

Definition

der

Schnittstellen

einer

CIM-Konzeption

ab,

da

-40-

- in der Regel Funktionsblöcke mit unterschiedlichem Automatisie-

-

rungsgrad

manuelle

Ablaufes auch während der Einführungsphase handhabbar sein müssen sowie

integriert

werden

sollen,

Zwischen zustände

eines

geplanten

vollautomatisierten

- bestehende

tionalität

Einzellösungen

integrierbar

für

sein

Teilbereiche

müssen.

in

ihrer

vollen

Funk-

Eine

bei

heterogene

CIM-Konzeption

Einführung

hat

die

unternehmensspezifischen

Konzepte

zu

durch

Einflußgrößen

die

Archi-

der

derartiger

berücksichtigen

zukunftssichere

und

Hardware-/Software-Umgebung

tekturen

zu

integrieren.

Sie

bilden

die

Grundlage

für

die

Entwick-

lung

der

einzelnen

CIM-Komponenten.

 

4

Entwicklungsstand

 

Die

rechnerintegrierte

Fabrik

ist

heute

weltweit

noch

nicht

er-

reicht.

Entsprechend

den

verschiedenen

wirtschaftlichen

wie

auch

kulturellen

führung

und

Rahmenbedingungen

der

unterscheiden

Entwicklungsstand.

sich

die

Wege

zur

Ein-

In

wird

Factory

Teilen

Japan

dort

mit

konzentrierte

von

man

sich

"Factory

stark

Automation"

auf

den

Fertigungsbereich.

von

CIM

Es

häufiger

Automation

als

gesprochen.

bedeutet

dabei

die

automatisierte

und

Fertigung

von

sowie

flexiblen

Fertigungssystemen

Fertigungszellen

die

flexible

automatisierte

Montage.

 

Ein

Beispiel,

stellvertretend

für

viele

andere

ist

die

Roboterfer-

tigung

numerisch

von

FANUC.

Die

gesamte

Werkzeugmaschinen.

Teilefertigung

Der

ist

automatisiert

Die

mit

erfolgt

Zwi-

rechnerge-

gesteuerten

Materialfluß

in

und

einem

diesem

mit

schenlagerung

steuerten

wird

und

gallager

systemen, versorgt.

induktiv

geführten,

der

fahrerlosen

Transportfahrzeugen.

geschieht

Halbfertigprodukte

Montage,

Durch

straffe

-verwalteten

auch

die

Hochregallagersystem.

wiederum

mit

Organisation

Aus

fahrerlosen

Hochre-

Transport-

Automatisierung

-41-

des

Integration.

aufnimmt,

erforderlich.

Materialflusses

Solange

ist

die

erübrigt

der

sich

weitgehend

die

Produkte

die

informationsmäßige

Markt

in großen Stü~kzahlen

auch

noch

nicht

flexible