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SQ00942772
SQ00S42772

^
SQ00942772
IMer mä GMen.

Sprachen die Römer Sanskrit oder Griechisch?

In Briefen au einen Freund


<

von

Ludwig Rosz.

vsim!8, »i <1ic!im', lobsi» —

Halte,
G, Tchwetschke'scher Veil^,i,
1858.

^^. <^-. Z<5.


.5»»^. . ^5 >
Den Griechen
,-,!.,

8tnmm- und 8j,rachuätern

der Mmer.
n o r m o r t.

An Herrn Professor Keil in Pforte.

An wen kann ich diese Briefe besser richten, als an Tie,


lieber Freund, an den sie während ihrer Entstehung gro-
ßentheils gerichtet waren?
Tie kennen meine Gewohnheit, in schlaflosen Nach-
ten oder an schmelzerfüllten Tagen, wenn ich zu jeder an
deren Arbeit unfähig biu, mich im Geiste mit Verglei-
chung von Griechisch und Lateinisch zu beschäftigen. Und
diese Beschäftigung ist schon alt bei mir; ich begann sie
bereits vor einem Vierteljahrhnndert, wenn ich einsam
und schweigend zu Pferde über die Berge und durch die
Thäler Griechenlands und Kleinasiens zog, wenn ich auf
der Barke von Insel zu Insel schiffte , wenn ich am Heerde
des Banern oder Fischers saß, und die Klänge der leben-
digen griechischen Sprache in ihren noch heute mannichfal-
tigen Mundarten mein lauschendes Ohr trafen. Da hörte
ich 71, ^U« statt ,u»'^«i ^Nltl^ st. 7lXolO»', y)t^,cu st. Ot^lU,
?l^lUf,« st. ??^u?^»«, ?/lA« und ^sn st. /)^u^, '/?/«l^lU
st. kx/3nt»'cu, /Xf?icu st. Mk?icu, /^cu^l^cu st. ^)^l^cu, <?l
?«^tl^ st. Ms«i"^, f,u/3cu»^ st. «,u/3u)^^ ^«9' i/oi/ st. x«H'-
3^o</, ugcu st. t^cu, u^,l^<3e^Nl,' st. «^,»^^^n3 , ^s/t^l« st.
/5^u), x«p«^>),()i,' st. ^>u^,«)epo3, /tiüun st. ^iö^«, ««e/llu
und l^u, st. i/cu, tLcliulia st. xm^t«, tcliurä st. ^^«,
?l^<7«j<« und )5t)I<7^^><)3 st. ?t<79«p« und xüt7<7l'</?l)c,' , <7/3d,1^cu
st. o^e)^^u), ^tl^tllcu st. u^ll^t^cu) «l?^«<7<!/)/ st. «x^l)«>
tt,^, «u«^«^,7/ st. li«<7^«^,7/, n^f/1f»^u^?/ st. <7^ll'l^u»^,
Galiler u, Vläkc,!, /»
VI

/iU1(»N st. /lüy«, s7Xl/?I?U) st. 2l5?I?U1, ^^«Ftll^U) st. ^i.«-


<^ellcu, ol)).lvu) st. <5u^/ll)lu, ^<«),ul,' st. nlv<«).<^', ^«cl'l
st. «l^/^iu^, /l«?l st. ä/,//«?io^, /c^l st. t^/k).^3, x«-
?il^ul,- st. x«?i^üi,', //«rt^t»3 st. /?«suu3, '^^l« st. ^V«^o3,
^V«ul,' st. '^ul,', /?o/.^x«)^t)03 st. B»a),/^«?'^ai,' , ^/l</'7^« st.
^),l^c7l^«^ ^i?/!/'o? st. ^/l<5?^u3, ^se^rt^)^ st. //e^rt^,?/,
'^«^«o^l,' st. ^H«l «<?<c)l,^ Ot«^)/ st. '/<3«x?/, //nttl^ st.
/?o<7l/<5,<),' und Hundertc ähnlicher Umstellungen, Auslassun
gen , Ginschiebungen , Abwertungen , Vorsehungen und Ver
tauschungen von Konsonanten und Vocalen täglich in leben
diger Rede, von den Abweichungen in der Bildung und
Beugung der Nomina und Verba gauz abzusehen. Aehn-
lich behandeln der Römer und Neapolitaner, der Vene-
tianer und Toscaner ihre Mundarten ; in Florenz hörte ich :
urm liaro^xa lion Imtro liavalli st. oaraxxa con huatru
oavalli; in Venedig inan^ia'o st. iNÄN^iato, N. dgl. m.
(Vgl. unten S. 23). Ich möchte fast sagen, daß nur der
jenige, der dies Alles im Munde beider Völker gehört hat,
die Möglichkeit gar vieler Veränderungen, welche die grie
chischen Wörter in Italien erlitten haben, vollkommen begrei
fen kann. Der Vortheil solchen Verkehrs mit den Nachkom
men der beiden classischen Völker, den Erben ihrer Sprachen,
ist mir zufällig zu Theil geworden ; das ist mein bester Rechts-
titel, um mich auf ein mir sonst fremdes Feld zu wageu. ')
Daß ich dabei von der lebendigen Aussprache des
Griechischen ausgehe, die ich von Inachos her, und wenn
es etwas noch Aelteres giebt, für die einzig richtige halte,
versteht sich von selbst ; mit der Grasmischen läßt sich nichts
anfangen, und Sprachvergleichung, ohne daß man den

l) Indeß habe ich immer gelegentlich Einiges von diesen Sprachvergleichungen


publicirt: in meinen Neisewerken, besonders in den Inselreisen Vd. 3. und
4; in den Ingci. tlr, In<.<i<I. und in andern evigraphischcn Aufsätzen, wie
in Iahrbb. f. Philo!. B, L0; in der Zeitschrift f Nlterth. 1850. N, 25,
und 7851. N. 40. 50; im Rheinischen Mus. 1853. T. 292 ffg.
VII

organischen Klang der verglichenen Sprachen kennt, bloß


mit dem Lexikon nnd der Grammatik, bringt meistens nur
todtgeborene Kinder zu Wege. Grasmus selbst, der sich
wohl einmal übereilte, aber im Grnnde ein gescheidter
Mann war , sah freilich bald ein , daß er sich nur durch die
muthwillige Fopperei eines Freundes zu seiner Theorie hatte
verleiten lasten, (Vo88. ^.ri8tarek. I, p. 79 kokrtseli.),
und empfahl in einem späteren Dialog (N«lio) die griechi
sche Aussprache als die einzig richtige: Oonäucenäu» ali-
Hui» natione <3raeeu8, lieet alio^uin paruin eruclitu»,

6rae«a 8onari cli8Wntur. Allein wie es zu geschehen


pflegt, sein Widerruf kam zu spät; das iinitatoruin «er-
vuin pe«u8, das jeden Gedankenabfall eines bedeutenden
Mannes breit tritt, hatte sich bereits daraufgeworfen, und
namentlich zuerst in England, dann auch in Holland und
Deutschland wurde die neue Doctrin weiter ausgebildet.
Nur einige deutsche Schulen haben fast bis auf unsere
Tage den Ruhm gehabt, wenigstens Ueberreste der ächten
Aussprache zu bewahren. Der drolligste Gruud , der im
mer auf's Neue gegeu die griechische Aussprache vorge
bracht wird, ist der, daß sie zu viele I- Laute gebe. Wie
oft hat man mich mit dem Verse zu erschlagen geglaubt:
^!!>i>» lulle, l!,ea, ?!!!al!«u ^,c!>i!Iu8 !

Das sind freilich in einem Hexameter acht « neben sie»


ben andern Vocalen. Allein ich antworte mit dem ho-
razischen Verse:

Hier sind eilf i neben nur vier anderen Vocalen. Aber


es ist Latein ; folglich nimmt niemand Anstoß daran , eben
sowenig wie an In8 iniini<Mi8 Kniti8 und ähnlichen Din
gen in der Prosa. Indeß ist hier nicht der Ort, dies
Thema weiter zu verfolgen. Ich sage nochmals mit Ho-
raz , größteutheils in I - Lauten :
VIII

<'!i»<1iclu^ Imperl! ; »! nun. In» >>i,', ^ mecnm.

Gewiß darf doch die Berechtigung einer Aussprache nicht


danach beurtheilt werden, wie sie dem Ohre anderer Na
tionen gefällt oder mißfällt. Ueberdies aber kommt es bei
der Vergleichung von Griechisch und Lateinisch ans die Vo-
cale gar wenig an; sie sind völlige Nebensache, wie ich
unten S. 17 fg. gezeigt habe. Das Wesentliche beider
Sprachen liegt in den Konsonanten, und die überraschen
den, fast wunderbar zu nennenden Uebergänge und Sprünge
derselben (wie z. B. in äl^oz, ^s«!,- und 1^18, S. 49;
in l/<9^' und pi8ei8, S. 55; in T^l/cuin? und liir8utu8,
S. 24; in «oxcu und 8eio, S. 24; in /ptul,«, und
frunr, T. 60; in o/t.?«^ und hadere, S. 77; in ^«/-
)5«,'ui und nan«i8cor, T. 75; in aln^u3 und ke8tu8,
S. 64; in nc)./l)>u3 nnd liviäu», S. 76 u. s. w.) kann
man nicht auffinden und fassen ohne die lebendige nnd rich
tige Aussprache namentlich von /^, n, </?, /, ^, ^, <)', ?.
.3, ^ und ,u, wie sie die Vorväter der Römer hörten
und selbst nachsprachen, und ohne Vertrautheit mit den
beständigen Umstellungen und Verwerfungen einzelner Buch
staben uud ganzer Sylbeu.
„Aber", werden Sie vielleicht sagen, „der Versuch,
„Latein und Griechisch zusammenzustellen, der schon so oft
„dagewesen ist, kommt überhaupt pn8t te8tuin. Denn
„ Loina loeuta «8t , re8 ^uäicata e8t. " Allerdings sagt
Mommsen (R. G. I. 44): „Nachdem die ältere Meinung,
„ daß das Lateinische als eine Mischsprache aus griechischen
„und nichtgriechischen Elementen zu betrachten sei, jetzt
„von allen Seiten aufgegeben ist, wollen selbst besonnene
„Forscher doch noch in dem Lateinischen eine Mischung
„zweier nahverwandter italischer Dialekte finden. Aber
„vergebens sragt man nach der sprachlichen oder geschichtli-
„ chen Nöthigung zu einer solchen Annahme. " Und an
IX

einer früheren Stelle (S. 10) heißt es: „Die Sprachfor


schung lehrt uns drei italische Urstämme unterscheiden,
„den iapygischen, den etruskischen und den italischen, wie
„wir ihn nennen wollen, von welchen der letztere in zwei
„ Hauptzweige sich spaltet : das lateinische Idiom und das-
„ jenige , dem die Dialekte der Umbrer , Marser , Volsker
„ und Samniten angehören. "
Nun , diese abschreckenden Sätze sind es eben , welche,
verbunden mit einigen durch den ersten Band zerstreuten
noch abschreckenderen Etymologien und Deutungen lateini
scher Wörter, mich zu dem vorliegenden Widerspruche auf
gestachelt haben. Sie wissen aus meinen Briefen, wie
lebhaft mich Mommsens Rom. Geschichte in der zweiten
Auflage — deun in der ersten hatte ich sie nicht gelesen —
beschäftigt hat. Aber so vielen Genuß mir die , wenn auch
subjectiv gefärbte , jedenfalls geniale , schwungvolle und mit
sich fortreißende Darstellung von den ersten Zeiten der Re
publik an gab, ebenso sehr beklagte ich die unwürdige
Leichtfertigkeit, mit welcher ein so tiefer Kenner der späte
ren römischen politischen und rechtlichen Verhältnisse und
Zustände, der späteren Sprache und Litteratur, über die
römische Vor- und Urgeschichte und die Quellen ihrer
Kenntniß, über die ethnographischen Verhältnisse der La
tiner und der übrigen Mittel- und Süditaliker, über die
frühe Bedeutung der Gtrusker und was sonst dahin gehört,
keck, zuversichtlich und wegwerfend sich ausspricht; in einer
Weise, welche deutlich zeigt, daß er es gar nicht für der
Mühe werth gehalten, ernstlich darüber zu forschen; daß
wenigstens seine früheren Untersuchungen über die unter
italischen Dialekte ihn nicht zu der Erkenntniß geführt
haben, daß in ganz Süd- und Mittelitalien, bis nach
Gtrurien und Umbrien hinauf, so weit unsere Kunde zurück
reicht, nur Ein großer Eprachstamm, der griechische, in
verschiedenen Mundarten herrscht, daß Latiner und Volsker,
Sabiner und Osler, Messapier und Iapygen nur entstelltes
Griechisch sprachen, und daß selbst im Etruskischcn jeden
falls griechische Beimischungen sind. Und während er über
die lateinische Sprache — denn vorzugsweise diese geht uns
hier an — die oben mitgetheilte Meinung ex tripoäe ab-
giebt, als hätte sie ihm seiu Apollon-^,perw> „der Eröff-
ner", selbst verkündigt, stellt er Erklärungen lateinischer
Worte auf, welche fast noch über manche Deutungen der
Alten selbst , eines Varro , Festns , Priscian , Gellius u. s. w.
hinausgehen; was viel sagen will. Denn wie wenig diese
lateinischen Grammatiker eine Ahnung von dem Wesen und
der Herkunft ihrer Sprache hatten, hoffe ich auf,den fol
genden Blättern dargethan zu haben.
Vielleicht werden Sie mir einwenden, daß ich doch
selbst den Festus, Varro und andere Grammatiker nicht sel
ten anführe. Mitunter , ja , als eine Art Ehrenrettung für
sie , wenn sie einmal das Richtige gefunden , oder ein Wort
allein aufbewahrt und beglaubigt haben. Aber in den
zehnmal zahlreicheren Fällen , wo sie ans einer grundfalschen
Fährte sind oder baaren Unsinn vorbringen, habe ich mich
mit ihnen gar nicht eingelassen. Denn was soll man sa
gen, wenn es z. B. bei Varro heißt: Viii« a Vmo, icl »««',-
oder wenn er eane8 von oanere ableitet, weil sie durch ihr
Bellen Zeichen geben, 8i^na eanunt, (L. L. 5, 37; 6, 32)?
Was soll man von dem Verstande des Festns denken, wenn
er sagt (p. 98 Müller) : ^enu8 äictuin putatur a- terrae
Oraeoo vooadulo, yuain /H> äiount! Wenn er einmal
UZnU8 von «/«^i dann wieder von «/^n? kommen läßt?
Kann man etwas mehr Albernes ersinnen, als was Priscian
ganz ernsthaft vorschlägt (1, p. 11 und 17, z>. 4 Xr.): U-
tera, ^u^8i le^tera, ^uoä legendi iter r^raelieat; oder
(8, p. 357): verdurn a verderatu aeri8! Hatten diese
Männer wohl einen Begriff von dem, worauf es bei Ety
mologien ankam, und muß man sich nicht vielmehr wun
XI

dern, daß sie bei solcher Gedankenlosigkeit doch einmal das


Wahre getroffen haben? Indeß schon Platon läßt den
Sokrates auf diesem Felde manches Ungereimte sagen, und
die lateinischen Grammatiker haben uns unter vieler Spren
auch manches Goldkorn aufbewahrt, wofür wir ihnen dan
ken wollen; mögen sie in Frieden ruhen.
Wenn aber ein Mann von dem Wissen, der geistigen
Bedeutung und dem Ruft Mommsens, der für das jüngere
Geschlecht fast ein Orakel ist und dessen gekrönte Meinungen
vielen Tausenden anch ungeprüft und unerwiesen als maß
gebend gelten, ähnlich wie jene Alten das Richtige verkennt
und ähnliche haarstränbende Worterklärungen mit einer sel
tenen Zuversicht vorträgt, so kaun einem Andersdenkenden
wohl der Faden der Geduld reißen. Eine vollständige Blu
menlese werden Sie nicht erwarten. Die Deutungen von
Stammnamen sind noch das geringste, wie siouli, 8i<nin,
„Schnitter" (S.2I); 0o8oi, „Feldarbeiter" (S.21,31);
liumani^ Kainn e8, „Wald- oder Buschleute" (T. 42).
Das erinnert freilich an die Alten , die I^atiuin von lateo
und 1u8eu8 von tliu8 ableiteten, oder an jenen Papst, der
die ^n^li als an^eli erklärte. Vergeblich hat bereits Ari-
stophanes in prophetischem Geiste vor solchen Deutungen von
Volks- und Eigennamen gewarnt in den witzigen Versen
ans Kleon (Ihu. 78) -.

(Vgl. die Wortspiele mit ^t7l(w3 und v/l?ipto^, ^«l,'iu


und l/,«m«^ul,-, ^/^ und 7'l^,«, ^.okarn. 724, 726, 920;
mit //«^n^ui^ und 7I«^^«'^U), Nc^u. 2 n. 919; mit <^o5.'
und ^/^, ^5^, ^«ve> ^uo. 828; ferner ^,v. 1040;
1'1ie8inoon. 804, und viele ähnliche.) Die Warnung des
Komikers ist in den Wind gesprochen worden; wir Deut
schen fahren fort, Volks- und Eigennamen zu deuteln, die
/7i^<?^- o/ als die ?i«^o3 ^t^n^u^«?, und den ^>^o/^
xn

/.lcul' als einen Künstler, <M op«ra i»<?it rotunän. Der


Gipfel dieser Spielereien ist die Anekdote, die Böckh irgendwo
erzählt, daß ein Student den ^cuiip«^, den Sohn des
^cul/^o^l<no? und der s»«l?«^cn?, als bloße Personisica-
tion eines sittlichen Begriffes fassen wollte. Und doch
Müssen ^/«/F«^ und ^ut//3, Z^t,p NNd ^Ti«H,«,uo3,
tt^<?li/.,- und ^l//i^3 und tausend andere alte Griechen
sich solche Unbill noch täglich gefallen lassen, blos weil
sie das Ungeschick hatten, einige Iabrbunderte früher zu
leben.
Wenn man dies aber gar bei Götternamen versucht,
die von einem Volke zum andern, aus einer Sprache um-
gestaltet und entstellt in die andere übergegangen sind, so
kommen gar ungeheuerliche Dinge herans. Wie der ganze
griechisch-römische Polytheismus im Wesentlichen aus Aegyp-
ten stammt, so sind auch die meisten Götternamen von
dort nach Griechenland, aus Griechenland nach Italien
übertragen worden, wie jeder, den es angeht, schon bei
Herodot lernen kann; nur nicht immer die Hauptnamen,
sondern in den meisten Fällen die Beinamen, die man
daher aufsuchen muß, oder die Namen ihrer Symbole, die
sich in Appellativen versteckt halten. Wie stark Eigen
namen und Wörter, die mit einer Religion von Land zu
Land gehen, in verschiedenen Sprachen entstellt werden
können, zeigt z. B. '/«xcu/)'^-, <Äacnino, «I^o, «lac^e»,
,Iaine8, elaelc; '/u,cil l^i.-, dnovanni, <3i«in (l)atti8ta),
«?uan, ^oao, «lean, «lolin, Hans; oder ^/sno/ioc,', ve8«ovo,
odi8po, eVeHu6, di8k0p, dänisch Bisp u. s. w. Was
würde Mommsen sagen, wenn ich Kirche und Schule,
Priester und Küster, Abt nnd Mönch, Kloster und
Münster u. s. w. aus dem Deutschen deuteln wollte,
statt Lehnworte darin zu erkennen, x^<ux//, o^o^, npen-
/^l'Vf^l,..', c.n«t08, «/H/?«c, l<l>,/«)<l>3, «larMruin , ,ul>^«<7s^'-
pl»,'? So macht es aber Mommsen. Der ägyptische Pan,
XIII

dem die Griechen seinen Namen ließen, //«^, 6»«^-, nnd


der zum sichern Zeichen seiner Abkunft wenigstens die
Hörner nnd Ohren seines Thiersymbols behalten hatte,
wurde bei den Italikern launu8 (wie 5',Mu), ^«F«u ^
zauäeo); Mommsen macht aus ihm einen „günstigen
Gott", von tkveo (I. 156: 204), der also auf italischem
Boden erwachsen sein soll. Er zählt (S. 153) „Blüthe,
„k^loia, Gränze, ^erininu8, Krieg, liellonu zu den älte-
„sten römischen Gottheiten" ; währeird über ?lora —
HXu^ti. schon Ovid (unten T. 43), über 7l(,lltt)^-^erininrl8
der verachtete DionysinS (^. 1l. 2, 74) oder Festus p. 190
ihu belehren konnten, falls er sie nicht selbst als Lehn
namen erkannte; und während die Personification des
//oäcuox nur das Geschlecht gewechselt hat, da man die
lateinische Form belluni als Neutrum nicht zu einer Per-
son erheben konnte: also Lellona, wie ^/n/lu)^« I^onu.
Den wundersamen, aus einem Schreibfehler bei Festus
erwachsenen Avollon-^erw habe ich unten beseitigt (S. 27).
Was aber alles Obige überbietet, das ist (R. G. I. 154)
„llerculu8 oder lleroule8, der Gott des eingefriedigten
„Bauerhofes, von Iieroere;" wenn Mommsen auch wei
terhin so gütig ist einzuräumen, daß (S. 166) „der
„italische Schutzgeist des Gehöftes, der Ileroulu8, mit
„mit dem gänzlich verschiedenen hellenischen '>/p«x/,)<,- zu-
„sammenfloß." Hercules der Schußgott des italischen Bauer
hofes und seines Düngerhaufeus ! Herde mit beigeschrie
benem Namen erscheint viele hunderte von Malen auf
ctruskischen Kunstwerken in der Gestalt, mit den Attribu
ten, in den Handlungen des griechischen Herakles, und
wenn der Schatten eines Zweifels an seiner Identität
mit diesem, an seiner Entlehnung von den Griechen denk
bar wäre , so wird er dadurch gehoben, daß er statt Herde
häufig Kulanioe , ^«/.^txn3 genannt wird. Die (tinschie-
bung eines u in seinen lateinischen Namen kann doch wohl
XIV

kein Bedenken begründen ; dasselbe ist ja bei ^Icuineua —

<fn/,u«, inonunlentuin ^^ ^<»^ll« u. s. w. der Fall. Wie


sonach Herakles zu der Ehre kommt, der Zaunhüter des
italischen Bauern gewesen zu sein, ist mir schlechthin un
begreiflich.
Und doch gehen Mommsens Mißgriffe in den Wort
deutungen, da wo es sich um staatliche Begriffe, Einrich
tungen und Verhältnisse handelt, womöglich noch weiter;
bei seinem großen Scharfsinne gewiß aus keinem andern
Grunde , als weil er von vornherein verkannte oder nicht
erkennen wollte, daß er es mit einer urgriechischeu Stadt,
mit eiuer n<Ul3 °^^lc.- (Herakleides Pontikos bei Plut.
Camill. 22) zu thun hatte. Nur das kann ihm zur Ent
schuldigung gereichen, daß die späteren Römer selbst, daß
Varro, Festus u. A. dies in einer unbegreiflichen Weise
ebenfalls verkannten. Sie sahen z. B. nicht, daß die
(Biere8 keine andern waren als xc^?kc,', die peälte» —
?itA?«, , die velite8 — /3k^l?«l, die inilitL8 — n/l^?kc,',
tt?i^l?«l. Bei Mommsen (I. 65) ist der inil«8 ein „Tau
sendgänger", was er von Varro äe I.. I.. 5, 89 entnom
men hat, und die velite» (S. 83) sind „Ungerüstete",
wie v«lati. Den vovu1u8 deutet er (S. 70) als „Krie
gerschaft", verwandt mit populuri, verheeren, und rwpa,
der „Schlächter." Die vleli8 erklärt er (S. 77) wohl
richtig als „Menge", allein er erkennt nicht, daß es geradezu
das griechische Wort n^/Zl^, n^s^-ist, wie ja das Volk
in dorischen Staaten, z. B. in Lindos auf Rhodos, amt
lich ?ä T7^03 hieß. ^ridu8 (S. 82) soll ein „Theil"
sein, während es ^?^3 ist. Bei curia (I. 65) weist er
auf curare, eoerare hin, ganz in der Manier der alten
Grammatiker; obgleich ihm ^o^«^az dabei einfiel. Auf
fallender Weise haben sich freilich die Römer selbst nirgends
weniger umsichtig erwiesen, als bei diesem und den ver
XV

wandten Wörtern, obgleich sie dieselben meistens nur in


griechische Buchstaben umzusetzen brauchten. Deun was ist
euria anders als xv^l«, ein stimmberechtigter Theil des
Volkes, der ein Träger des -öpo3 des Staates ist? und
ein Gebäude zur Vereinigung der Stimmberechtigten, wie
später auch /«(»nvo/«, Aeru8ia, das Gebäude der Herren
häuser, 8enaouluin, bezeichnete (Vitruv und Festus), und
«^x^m« , ecele8ia , das Versammlungshaus der christlichen
Gemeinde? <üuris,e in der Mehrheit kann nicht befremden;
auch der attische c^/eu3 zerfiel in viele kleinere l^/lai^.
Huirite8 aber (die „Lanzenmänner", Momms. I. 70) sind
die an der Souveränität, am xö^u<, des Staates Theil
habenden Bürger, 2vp?r«l (wie ?ia^«l, l))?/la?«l), und
<)uirinu8 der Souverän, ^o^«1^«3'), ^^^o?. Die Rö
mer selbst haben diese Verhältnisse und ihre Bezeichnungen
'verdunkelt , indem sie dieselben später nicht mehr verstanden
und nun von einem obscuren sabinischen Städtchen 0ure8,
von einem sabinischen Spieße curi« faselten, woher Hui-
ritL8 und Huir-inu8 benannt sein sollten. Wie die En
dungen auf — lV^c,-, — o7i?«.- u. s. w. sich im Lateinischen
meistens verkürzen, habe ich S. 63 gezeigt.
Hätte Mommsen hier das Richtige gesehen, Rom als
eine nach griechischen Mustern organisirtc Stadt und die
lateinische Sprache als eine griechische Pflanze erkannt, so
hätte er nicht andere ganz verfehlte Wortdeutungen vor
bringen können, die selbst an seinem philologischen Takte
Bedenken aufkommen lassen , wie der obige Gröffner, apcrta.
So heißt es S. 229. Anm. : „oon8ule8, die Zusammen-
„ seienden; ox8ule8, die Ausseienden; in8ula, das In-
„ seiende!" Warum nahm er nur prae8ul in die schöne

I) Das Neugriechische hat diesee Wort bewahrt, indem in den Volksliedern


die Hauöherrin, die Hausfrau (vulgär nixock/n?in»>'«) oft xo^«,,«, «"?«v«
heißt.
XVI

Reihe nicht mit auf? ?rae8ul, „der Vorseiende", würde


sich nicht übel ausgenommen haben. Also drei bedeutungs
volle Wörter, bei denen der Begriff ganz in der Präposition
liegt, mit einer gleichlautenden, daher scheinbar gleich
artigen Endung , die dann beliebig als „seiend" gedeutet
wird! Aber daß Gleichlautendes nicht nothwendiss
gleichartig ist, fühlte Mommsen doch selbst, als er prae-
8ul nicht mit aufnahm; denn dessen Ableitung vou prae,
?i«p«t, und 8aÜ0, «X1,o,u«l, wird er nicht in Abrede stel
len. Bei ex8ul (ex8iUuin) bleiben wir, denke ich, bei
ex und 8o1uin: der Verbannte, ^ui »oluin vertit. In-
»rüa habe ich unten (S. 26) als eine Umstellung von
i^<io3, ^?^/,? nachgewiesen, wie l»i»8 — ^«<7<7« ist, und
unäll, Wasserstrudel, Welle, überhaupt Strömung -^ lft>^,
ck^nc.', Wasserstrudel, Welle, auch Luftwirbel. Es blei
ben also die eon8ule8, die Vorsitzer des hohen Rathes,'
die seine Berathungen zu leiten uud ihu zu Rathe zu zie
hen hatten , eon8uleie ; was in vielen griechischen Staaten
das Geschäft der ?ipo/3ovXol war. Die Römer sagten
dafür <7l5,u/3o,^ol und o^,ll/3nt^li'«^ , oder vielmehr nah
men diese Worte, die gewiß bereits viele Jahrhunderte vor
der römischen Republik in andern italischen Städten im
Gebrauch waren, in einer corrumpirten Form auf; die
Präposition oi)^ g^, con — war geblieben, aber das
Grundwort — /^c,^oc.- nnd - /^o^t^cu in — 8u) und
— 8ulo, — 8ulere umgestaltet wordeu. Dies ist offenbar
die Meinung des Dionysius (^. N. 4, 76; vergl. 5, 1),
und ich halte sie für die einzig richtige; sie erklärt die
Bedeutung nnd Aufgabe des Amtes besser, als die „Zusam-
„menseienden. " Mithin ist auch «onulluni ^ o^u/jul^il^.
Ucbcrhaupt aber sehen viele von Mommsens Etymo
logien aus, als ob sie nur flüchtige Einfälle wären, wie
sie ein unbedachter Augenblick erzeugt, uicht aber das Er-
gcbniß besonnener Prüfung. So S. 37: oppiäum,
XVII

„Werk"; urv8, „Ring, mit urvu», eurvu», ordi» ver-


„wandt"; S. 199: 8erioere, „verwandt mit 8«rc,de8 " ;
S. 110: u8il, „verwandt mit au8uin, aururn, aurora,
„8ol" und I^a8a „mit la8eivu8" ; während S. 15: 8uru,
äo, oater bloße „Naturlaute" sind. Was oppiäuin,
8«rido, 8ol (u8il) und I^a8a sind, haben wir an seinem
Orte gesehen; urd8 aber und ordi8 haben in der Welt
nichts mit einander zu schassen, als in dem Wortspiel des
heiligen Vaters, wenn er den Segen spricht: urdi et
ordi. Denn url)8 ist von ö^u^o^ u^o^/z (S. 81), ordi8
aber ist Umstellung von ^o,u/?oz^ ;l^u/j»3, ^t,»/^»?, der
Kreisel, das schnelle Umdrehen im Kreise, wie ordieulu8
dem ^u/?lol/ entspricht, und oroitu8 gleich ist dem Fl^-
/3^rn3, im Kreise gedreht. Eine andere Form desselben
Wortes, Bv^/3wv, — o^o3 giebt im Durchgange durch
einen andern italischen Dialekt und mit Vorsetzung eines
t den Wirbel turdo, turden, — ini8. An der Vorsetzung
des t aber werden Sie nicht zweifeln; wir haben sie ja
auch in terra — i^«, luran — t>«)p«^t«, l'urinZ — 'Lf,
,u^., turrn8 — ^v?l0e^, ^^?i«ßU3 ^S. 64), tuker tuinor —
ollfos «M.u« u. s. w. (S. 76), wie die Vorsetzung von p
in planus, von e in «aiinen, cZrventuin <?arru8, c-unae,
csuuin u. s. w.
Atrium ist dem Verf. der R. G. I. 22 „das schwarze
„Gemach mit dem Hausaltar, dem Ehebett, dem Speise-
„tisch und dem Heerd", oder,(S. 215) „die schwarze Decke",
zugleich Küche, Speise- und Schlafzimmer, zugleich Gast
zimmer des Mannes und Spinnstube der Frau und ihrer
Mägde; und dabei hat diese „schwarze Decke" doch noch
ein Regenloch im Boden, welches den Rauch entläßt und
das Licht einführt. Dies beruht nun wohl zum Theil auf
Angaben alter Schriftsteller, die aber meistens sehr ver
einzelt dastehen; das „schwarze Gemach" auf Servius,
das symbolische Bette, der 1eew8 ßeuiali» auf einigen
Iialiler u, Grälen, Y
XVNI

Dichterstellen, die Webstühle, die bei schönem Wetter auck,


in einem geräumigen Atrium gebraucht worden sein mögen,
auf Cicero und Asconius. Aber wozu hätte das Haus
denn noch andere Räume gehabt, wenn dieser eine Hof,
groß oder klein, für alles Mögliche genügte? Etwa nur
damit die Frau und ihre Mägde ihre Töpfe und Spinn
sachen schnell anderswohin flüchten konnten, wenn Gäste
zum Hausherrn kamen?
Die alten Römer und Griechen wenigstens — und
hier, wo es sich um eine Sacherklärung, nicht blos um
eine Wortdeutung handelt, müssen sie gehört werden —
dachten über das Atrium anders. Festus: atriuin e8t
AenU8 aeäitioii ante aeäein (l. ante »«äe8, vor den eigent
lichen Hausräumen) continen8 inecliain »reain, in anain
collecta ex oinni teoto vluvia äe8eenäit. Also der erste
oder bei kleineren Anlagen einzige innere Hof des vier
eckigen Wohnhauses, dem das weit vortretende von Säulen
oder Pfeilern gestützte Dach auf allen vier Seiten geschützte
trockne Umgänge verlieh , an welche die eigentlichen Wohn-
gemacher und andere Räume stießen , . während in der Mitte
durch den offnen Dachraum (das eavuin aeäiuin, coin-
nluviuin) der Regen in die Grube oder Kisterne (än-x«,<,
in Athen, iinnluvirun) hinabfloß. Varro L. I.. 5, 161 :
t?av«m aeeii«m äictuin, c^Ui I06N8 teetN8 intra nariet68
relinHN,et)».tur vatulu8 , c^ui e88et aä oonununein oinniuin
N8NIN. In noo Ic»ou8 81 nu11u8 r«li<:tU8 erat, 8uv clivo
(also oben offen, ö?i«t9ß«3) yui e88et, äioedatur ^«t«lio
(ein undurchbrochenes Dach) ad te8tuäini8 8iinilituäine.
(Dann mußte also das Regenwasser nach Außen abgelei
tet werden.) — 81 relictuin erat in ineclic), ut lueein
6aperet, <lec>r8uin ^uo iinnlueliÄt äiotuin «m/)i«tV««m
(die Regengrube im Hofe) , 8U8uin yua 6oinnlueuat oom-
/,i«tvi«m (die Regenöffnung im Dache). Es scheint daß
man den hier so klar und bestimmt ausgesprochenen Un-
XIX

terschied von ooinpluvirun , der obern Dachluke (luinen,


c-oinpluvii) zum Durchlassen, und iinpluvwin, dem untern
Hofe mit der Grube zum Aussangen des Regens, nicht
immer gefaßt hat; dieser Mangel an Unterscheidung hat
in der Frage über das atriuin große Verwirrung angerich
tet, indem man beide Wörter für synonym hielt und mit
cavuin aeäiuin, das auf Beides ging, auf die Dachluke
und auf den inneren Hofe zusammenwarf. Leider ist
freilich der ungenaue Sprachgebrauch der Alten selbst hier
schon vorangegangen, die bald ouinpluviuin für iuiplu-
viuin , bald iinplrlviuin für ooinpluvirun setzen. Zu völ
liger Verdeutlichung der Sache fährt Varro fort: T'u«ea-
nl'enm äictuin a ^U8oi8, r)08tea yuain illoruin oavuiu
aecliuin 8iinulare e0er)ei'urit. >4t«'«m Ä^r)ellatuiu a1)
^rilltit)U8 1u8oi8; illino eniin exeinr)luiil 8uintuin.
Auf die unglückliche Wortdeutung kommt es hier nicht an,
sondern nur darauf, daß ihm oavuin aeäiuin und »triuin
dasselbe sind. Er sagt weiter (5 , 162) : Oircrun cavum
aeäiuin erant uniri8 eu^rl8l^rle rei uti1itati8 eÄU8Ä r^a»
rietidrl8 äi88e^»ta: rlt>i c^uiä oonäituiu e88e vorbaut, »
oelaiiä(i eei/am Är^ellkrunt, ; j»e»a»iam, ulii penrl8;
ulii 6ul)al)ant , tmbl'tml«m; ulii oc>ena1)Änt, eoemacli/lt?«
vooiwdsut. Varro weiß also nichts von Küche und
Speisezimmer, Tchlafbetten und Spinnstube im Atrium.
Wenn sich nun bei andern Schriftstellern vereinzelte An-
gaben finden, die diesen zu widersprechen scheinen, so
muß nach einer gesunden Kritik die zusammenhängende
und klare Darstellung den Vorzug haben. Nur in der
Herleitung des Namens Atriuin hat Varro gänzlich fehl
gegriffen; man hat längst erkannt, daß es nichts ande
res als «l^lo^ ist, der unbedachte Raum, 8ub äivo.
Vgl. Luc. Anach. 2: «^ ?cu «isp/n) iH? 0MH3. Ders.
Oonv. 20 : ?ö i,Ti«ls^o^ L^3 «6XH3. Plut. Hu. lioin. 4 :
XX

?llp«l/u^lai,-) und ebendas. 28 den Gegensatz von o?t^


und r/?,nl^o^. <Äo88. ?liilox. : «^/^' atliuin, are».
Ebendas. wird ön«l9^>0»' durch Area, iinpluviuin er-
klärt, eompluviuin durch o^^ol« und ?e«7N^v<7ipai/,
llti^uin durch /^««^^ov, nt^l<?^nK»' , ^t^p«<7?,u<i^. Daß
ich mit einem unbedachten Regenhofe des Wohnhauses
uoch keine unbedachte Tempelcellen mit chryselevhantinen
Götterbildern einräume, darf ich Sie nicht erst versi
chern; ich wollte nnr das „schwarze Gemach" mit sei
ner schwarzen Decke ablehnen.
Aber auch die 8ieani und 8i«u11 als „Schnitter"
kann ich nicht so hingehen lassen. 81«a ist ein Schneide
werkzeug; 8ici1i8, 8i«ilieula, die Sichel; ^cililnenr»,
was mit der Sichel gemäht ist. Natürlich sind diese Wör
ter wieder griechisch: 8iea — 5ot3, wie 8eco — ^w, 8e^-
inen — 3tl7//«, »iZnuin — gu«l'o^ ^nicht <ft7^«, S. 54);
uud 8i«li8 — 56«^, ^^ ist ein Schneidemesser, ein
sichelförmiges Schwert. Ebenso ist ja 8eeuri8 - ^^o>,
Fd'poi,- und andere ähnliche Umstellungen. Was haben
nun die 8ieani und 8ieuli mit der 8i«». und 8l«ili8 zu
schaffen, als daß sie, wie die Sikiniten, Sikyonier und
andere Leute mit und ohne Sik- ihr Getraide mit der
Sichel schnitten?
Wenn Mommsen neben den obigen und ähnlichen
Etymologien auch eine gute Anzahl griechischer „Lehn-
worte" im Lateinischen anerkennt, so wird dadurch seine
Ansicht über die italischen Idiome doch nicht wesentlich ge
bessert. Ich will diese „Lehnworte", ich hoffe ziemlich
vollständig, Ihnen hierher setzen. Freilich sollen (S. 15)
008, ovi8, e^uu8, aN»8, an8er , N9CN8 , 8N8 , noreu8,
tanru8, «aN18 noch sanskritisch sein; ebenso (T. 16) »KeI-,
^ranurn, aratruin, vinuin, 6oinu8, vieu8, fore8, naviß,
leINN8, aX18) ^NZuIN, Ve8ti8, ^S. 17) 8NN, neo, a68,
ar^entuin, eN8I8, centuin , äeU8. — Der Ackerbau wurde
XXI

nicht erst durch die Hellenen nach Italien gebracht (?) , aber
die ältesten Ausdrücke zeigen ihm engen Zusammenhang,
S. 19: a^er, «/^Nl,', aro «pucu, aratruin «poT^o»^ li^o
^«^«l^cu (z'), uortu8 ^o^sc>^, lioräeuui xyl^/, inilium
ut^t>i/, rava (»«</?«^,3, inalva ,««).«/?/, vinuni o«^c»i,',
pul» ?il>H,?o3, r,in8o ?i?lc7m<>, nwla uu^,^. — Griechisch
sind ihm ferner teinvluin ^klltvac,-, terininu8 ^c^uu»,
1»,n«6a ^,o^^, «riinen 3l^«en^, poena 7lolv^, t».1io ^«-
z,«cu, ?XHv«l (?). Für „uralte Lehnworte" gelten ihm
S. 183: ),l^l>^ linuin, 770^^^!^« purvura, ox^^y0^,
l7xi^??lcu^ 8«ivio, ^kc/?«3 e^ur, ^o3 tliu», tÄoll0^ oleum,
«/t^)li^l^3 ainoliora , ?lp«^^> eratera , ^cu^c^cu eoini88»ri,
/^«^« INa88a, ^^^0^3 luLUN8 , ?i^oen0ö3 vlacLNtÄ, T^poöö
turunäa, ?l«?«, ^ vatina, c7^ö?u3 8eutuin. Endlich sind
griechisch S. 184: ^uoernare ^^k^«^, auLora «^^n,
aplU8trL «^«o^oi^ anc^uina «^xol^«.
Daß Mommsen außer diesen, mit Einschluß der san
skritischen, etwa sechzig griechischen Lehnworten deren noch
eine Menge im Lateinischen anerkennt, die vor der littera
rischen Fixirung des letzteren als einer besondern Sprache
nach Italien übertragen worden, ist mir keinen Augenblick
zweifelhaft; aber von der Erkenntniß, daß das Lateinische,
Sabinische, Ostische, überhaupt alle unteritalischen Idiome,
sein Iapygisch und Messapisch nicht ausgeschlossen, nur
entstelltes und schließlich mit anders gestalteten
Alphabeten geschriebenes Griechisch sind, und daß
alle diese Mundarten , alle in ihnen ausgeprägten Wörter
formen schließlich in der lateinischen Schriftsprache als ihrer
einzigen Gesammtcrbinn zusammengeflossen sind; von sol
cher Erkenntniß ist er trotz seiner besonderen Untersuchung
jener Dialekte weit entfernt geblieben. Die Winke die ihm
Dionysius und Andere darüber geben konnten und denen
sorgfältig auf den Grund zu gehen war , verwirft er mit
der ganzen älteren Geschichte als „ taubes Gestein der Heber
XXII

„lieferung" und seht sein eignes gehaltvolles Erz an die


Stelle. Aber an der indischen Hypothese halt er so fest,
daß er selbst die Götter der Italiker, so weit es ihm nicht
gelingt, sie aus dem Italischen zu deuten, wie wir oben
S. XIII. gesehen haben, und die der Gräken lieber von
den indischen Götterfratzen, deren Alter nicht einmal be
stimmt ist , abzuleiten sucht , als sie aus dem nahen Aegyp-
ten und aus Vorderasien entnimmt, und sie durch die Grie
chen nach Italien bringen läßt. t)vp«^- (S. 18) ist in
disch Varun»«; ^c^3, <Invi8 pater, Vie8rnter indisch Oj^u»
pit,a; ^^"«3 indisch 8»rair!e^a8. Nur Ve8ta ^o^t«,
die Curtius auch aus Indien holt, scheint bei Mommsen
(S. 21) Gnade zu finden. Uaurg Nar» (S. 44) gilt
wieder für sabinisch; wenn nur nicht die Sabiner größten
teils Lakonier gewesen wären, die den '^k^3 mit sich
brachten! Aber der etruskische 'lina, linia ist doch wieder
(S. 111) sanskritisch äina, statt griechisch ^/^ , ^,^, und
der griechische ^«>, statt die dorische Form von ^>/v zu
sein, ist ebenfalls sanskritisch äi^van!

Sie sehen, davon, daß die Namen ägyptischer und


anderer morgenländischer Götter (denn Indien rechne ich
hier nicht zum Morgenlande), die Namen ihrer heiligen
Thiere und andere Symbole bis in den griechischen und
folglich auch in den lateinischen Wortschatz hineinragen,
davon hatten Mommsen, Kurtius und Overbeck, der sich
so sehr gegen die ägyptischen Götter sträubt, freilich keine
Ahnung, ^inn, der widdcrköpfige , und «^03, »Zrlu8;
^lierm, der fuchsköpfige, und «äk?ioö, «^cun^F^ vulpe8;
Xnepli, Nud) der Gott der obern Luft, und ^^«3, vt-
^>«3^ nul)e8, 0ne^I108I18 ; ^tinu, der Gott der Dünste, und
«^o3/ ^«x/^ Vaeea, die weibliche Seite des stierköpfigen
S«x/o3; liar, lier als ^i«p und I^ar, ^u13 und lieru8;
Nui als ^»ol^o3 und weiblich als A/oö<?«, latne als
XXIII

^/«9>^, <5«Pi/?/, 8epli als 60<po3, 8apieN8 u. s. w. wer


den sich schwerlich durch Sanskritismen ersetzen lassen.
Nun werden Sie freilich fragen , wie ich selbst mich
denn zum Sanskrit verhalte, da ich auf den Titel dieser
Briefe die Frage gesetzt habe, ob das Lateinische griechisch
oder Sanskrit war, und in den nachfolgenden Blättern
kaum einmal von Sanskrit die Rede ist? Die Antwort ist
ganz einfach: ich verstehe kein Sanskrit; aber ich tröste
mich damit, daß Mommsen und Eurtius, deren Aeuße-
rungen dies Schriftchen hervorgerufen haben, schwerlich
viel mehr davon verstehen und selbst nur durch Andere in
die Irre geführt worden sind. Die gründliche Erlernung
einer Sprache erfordert viel zu viel Zeit, als daß ein clas-
sischer Philolog in seinen Nebenstunden damit fertig wer
den könnte ; und mit dem bloßen Nippen an einer Sprache
ist nicht viel gewonnen. Wie Sanskrit eigentlich in leben
diger Rede gelautet, davon dürften die Sanskritisten nicht
viel wissen , und ohne den lebendigen Klang ist eine Sprache
ein starrer Leichnam, den man wohl erkennen, zergliedern
nnd verstehen, aber nicht in Bewegung und Handlung
setzen kann. Von den sanskritischen Mudien im Allge
meinen denke ich aber ziemlich genug, denn ich sehe nicht,
daß dieselben, seitdem sie in Deutschland blühen und fast
au allen Universitäten vertreten sind , irgend ein erhebli
ches , am wenigsten ein positiv geschichtliches Ergebnis) ge
liefert haben , als das in seiner Berechtigung immer noch
bedenkliche Wort „indogermanisch", mit dem so viel We
sen und Unwesen getrieben wird und das am Ende doch
nichts anderes aussagt, als daß die europäischen Völker
und deren Sprachen ihre fernsten Wurzeln in Asien haben;
was man seit dem berühmten Thurmbau zu Babel bereits
wußte, nur anders auszudrücken Pflegte. Da alle verglei
chende Sprachforschung in den vielen Bänden, die sie in
die Welt gesandt hat, meines Wissens noch nicht in der
XXIV

Ausdehnung nachgewiesen hat , daß das Lateinische nur ein


in andern Buchstaben geschriebenes und später zur Schrift
sprache erhobenes Gemisch verschiedener griechischer Mund
arten ist, wie es auf diesen Blättern geschieht, so bin ich
berechtigt, so respectwidrig von ihr zu denken. Daß mit
unter eine griechische oder lateinische Form oder Beugung
passend mit einer sanskritischen zusammengestellt nnd ver
glichen werden kann, soll deshalb nicht geläugnet werdeu;
aber dasselbe kann auch mit andern Sprachen geschehen.
Beim Sanskrit steht schon das große Bedenken entgegen,
daß man gar nicht weiß, wie alt die Sprache und ihre
Litteratur ist '), ob älter oder jünger als Homer; und ob
die vielgestaltigen und fratzenhaften Götter der Inder nicht
am Ende nur entstellte Abtlatsche der ägyptischen Götter
sind, statt älter zu sein als diese; vor Allem aber, daß
auch nicht ein einziger geschichtlicher Faden auf irgend eine
Einwirkung des alten Indien auf Griechenland deutet.
Nur umgekehrt; die Sesostriszüge , in .«der Dionysossage
wiederholt, gehen vielmehr vom Nil nach Indien. Auch
alle späteren Strömungen (Assyrier, Phönicier) gehen von
West nach Ost. *
Schließlich muß ich mich noch darüber aussprechen,
wie ich mich zu I. G. Vossius verhalte. Ich begann meine
Begleichung von Griechisch und Lateinisch zu einer Zeit,
wo mir kaum sein Name bekannt war, in einem Lande,
wo es fast keine Bücher gab, am wenigsten sein Etymolo-
gikum. Später, hier in Halle, habe ich ihn wohl einmal

I) Roth, Gesch. ler Phil. I. 454 setzt die Entstehung der Sanskrit - Littera
tur in das Ste und bte Iahrh, «. Ehr,; Duncker, Gesch. d. Alterth. II,
28 u. 50 fgg. seht die EntWickelung der gesellschaftlichen Zustande in In
dien frühestens um 1500 — 1800. Wenn also selbst die ersten Anfänge
einer Litteratur so weit zurückreisten, so gingen sie doch nicht weiter zu
rück, als die der hellenischen, da die Griechen wenigstens seit dem lüten
Iahrh. im Besitze der pclasgiscb - phonieisÄien Vchrift waren und sie fotglich
auch gebrauchten.
XXV

in die Hand genommen. Manches , besonders in der Ein


leitung de Perinutationk littkrarrnn , hat er richtig getrof
fen, aber in den meisten Erklärungen greift er gänzlich
fehl , weil auch er nicht erkannte , daß das Lateinische , viel
leicht bis auf einige ganz schwache Beimischungen, nur
griechisch ist, sondern ebenfalls nur an einzelne griechische
„Lehnworte" dachte. Die einfachsten Uebergänge, wie
ar8, teinpu8, via, hat er nicht verstanden; die Umgestal
tung von Endungen, wie -ina in -inen, -inentuin, z. B.
in «ss.u« oalinen , n^« arinentuin nicht begriffen. Schla
gen Sie ihn nach, wo Sie wollen. Dabei habe ich ihn
seit Jahren, wenigstens seit lange vor dem Tode unseres
Freundes Meier, bis auf heute nicht mehr angesebeu. Weit
mehr Anregung hat mir des alten Lanzi 8aßßio äi lin-
Zun, Htru8cu gegeben. Es versteht sich übrigens von selbst,
daß ich überall, wo Vossius oder irgend ein alter oder
neuerer Grammatiker, Lexikograph oder Sprachforscher frü
her als ich dasselbe gesagt hat, ohne Widerrede mich des
Anspruchs auf eigne Findung der Wahrheit begebe. Ein
Zwanzigstel, höchstens ein Zehntel meiner Zusammenstel
lungen gebe ich Ihnen als noch unsicher Preis. Immer
hin wird , wenn Sie die Weiterbildungen aus den Stamm
wörtern, die Derivata nnd Composita einrechnen, über d.ie
größere Hälfte des lateinischen Sprachschatzes hier als grie
chisch nachgewiesen, zu der Entzifferung des Restes der
Schlüssel geboten worden sein. <^uoä erat äeinniWtran-
äuin. Der Rest wird sich finden. Damit aber ist, wie ich
hoffe, die Notwendigkeit gegeben, die seit Wolf und Nie-
buhr so heillos verdrehteu Ansichten über Wahrheit und
Werth der alten Geschichte, über Herkunft , Verwandtschaft,
Alter und Entwickelungsgang der Griechen und Römer,
über urfrühe Ginwirkung der Aegyptier auf Sprache , Bil
dung , Gedankenkreis der abendländischen Völker , auf ihre
Litteratur und Kunst u. f. w. endlich einmal gründlich zu
XXVI

revidiren. Es wird sich zeigen, daß die alte Überliefe


rung doch nicht, wie Mommsen wähnt, bloß „taubes Ge
stein" und daß nicht Alles, was man ihr untergeschoben
hat, lauteres Gold ist, sondern daß man besser thun wird,
umzulenken und auf die in skeptischem Dünkel verlassenen
Wege der Wahrheit zurückzukehren.

Halle, 24. März 1858.


l.

vion^. H,. K. I, 90.

bitten Hauptbeweis, ja den alleinigen für die gemeinsame M'


dogermanische Abstammung der Griechen und Römer und ihr ur<
anfängliches Hirtenlebcn in den vorausgesetzten ursprünglichen
Sanskrit -Zuständen sieht Mommseu (R. G. I, 15.) „in den un
abänderlich sizirten Namen der zahmen Thiere"; später abel
^S. 18. 19.) „waren die Gräcoitaliker ein korn-, vielleicht sogar
„schon ein weinbauendes Volk." Dies spricht Lurtius ihm nach;
er erkennt die Urverwandtschaft der Griechen und Italiker, bereits
lange , bevor er die letzteren auf dem unwegsamen und beschwerli
chen Landwege in die italische Halbinsel einwandern läßt (G. G.
I, 16.) „in den gemeinsamen Benennungen der Ackerfrüchte und
„ Ackergeräthe , des Weins wie des Oels, in der übereinstim»
„menden Bezeichnung der Göttin des Heerdfeuers. " Und auch
Overbeck (Griech. Plastik I. 29.) sieht sich gemüssigt, während er
eifrig bemüht ist, jeden ägyptischen Einfluß auf die Griechen,
trotz Homer nnd Herodot, nach Kräften fern zu halten, der indi
schen Abstammung der Italogräkcn und den indischen Einwirkun
gen auf ihre Sprache und ihren Glauben seine Genehmigung zu
ertheilen.
Für den mühseligen Landweg der armen Wanderer sind wir
nun einmal nicht eingenommen , aus Mitleid für sie ; denn selbst
angenommen, daß beide Rayen aus Hinterindien stammen, so
war doch zu der Zeit, wo sie auf ihreu großen Entdeckungsrei
sen gen Westen ans Mittelmeer gelangt sein können, die Schiff.
I!»lil«i u, «i»ke», 1
fahrt bereits längst erfunden, und mithin gonnen wir ihnen den
weit kürzeren, bequemeren Weg, in anmuthiger Jahreszeit über
das blaue Meer von Insel zu Insel zu schissen, in wenigen Ta
gen die Küste von Griechenland zu erreichen nnd von dort, wenn
sie weiter wollen, aus der Mündung des Alpheios, aus dem
nachmaligen korinthischen Meerbusen oder von der Küste von
Epeiros, über Zakvnthos, Kephallcnia und Kerkvra wieder in
einem bis zwei Tagen nach der Küste von Italien überzusetzen,
wie es die Alten selbst behaupteten.
Damit ist denn auch die unvermeidliche Verwandtschaft der
griechischen und italischen Mundarten , ihr brüderliches und schwe
sterliches, beziehungsweise tö'chterliches Verhältnis;, viel einfacher
und naturgemäßer erklärt, als wenn man sich die Mühe geben
will, den Schlüssel dazu erst an den Ufern des Ganges und am
Fuße des Himalaya aufzusuchen. Denn wenn die Griechen in
einer frühen Zeit, etwa um 2000 v. Chr., vielleicht schon weit
früher, ansingen, nach Italien hinüberzugehen, sich dort als
feste Ansiedler niederzulassen , und noch viele Jahrhunderte lang
damit fortfuhren, so war es eine Selbstfolge, daß sie, je nach
den Gegenden, ans denen sie stammten, von Thessalien und dem
Epeiros bis Kreta, auch ihre damaligen Mundarten mit hinüber
brachten und daß ans diesen, theils durch die Verpflanzung auf
einen anderen Boden in selbständiger Fortentwickelung, theils
durch die Mischung verschiedenartiger Mundarten der Siedler,
wiederum örtliche und mehr oder minder cigenthümliche abwei
chende Dialekte sich gestalteten. Einmal nahm das Wort auf
dieser oder jener Seite des Meeres eine andere Form an, aber
der Begriff blieb derselbe ; ein anderes Mal erhielt sich das Wort
ganz oder fast ganz unverändert, aber der Begriff erlitt eine
Veränderung; aus einer Nebenbeziehung, durch eine Uebertra-
gung, durch eine veränderte Anwendung bildete sich eine neue
Bedeutung in einer italischen Mundart heraus. Nichts ist häufi
ger, als solche Verschiebungen der Begriffe, als z. B. die Ueber-
tragung eines Wortes von einem physischen auf einen morali
schen Gegenstand («?k/to?, animu8, anima; dann wieder »mmnl),
von einer Sache auf die andere (^«xxoc, laen»; oixoc, vicu» ;
?r6xo?, pec,ü8), von einem Thier auf das andere (x^öc, lui-eu8)
u. dergl. mehr; so daß es oft schwer ist, in dem unveränderten
Gerippe des Wortes den ursprünglich gemeinsamen Grundbegriff
wieder aufzufinden. Ganz ähnliche Erscheinungen bietet ja auch
die deutsche Sprache in ihrer weiten Verbreitung von den Grän-
zen Wälschlands, Ungarns und Polens durch Schweden, Däne
mark, Frresland, Holland und England, oder die romanischen
Sprachen in Italien, Spanien, Frankreich, den Donaufürsten-
thümern und wiederum England. Die deutsche Schmiere be-
deutet im Dänischen Butter, Smör, und Fleisch wird zu Speck,
Flesk; der deutsche Knecht ist im Engl, ein Ritter, Kni^Iit.
die Zeit wird zur Fluth, ücl«, der römische Kornmangel, »n-
nun», wird im Französ. zur Langenweile ennui , u. s. w. Wie
weit ist der Weg von 6Hu,«, sn/toc durch «lominu8 und das mit»
telalterliche clomicellli» , bis zu clemuiselle, ckmisel und Mam
sell, bis zu Don, Duenna und Prima Donna? von
xßv<75«^o^ und ßlaciks zu nuserm Krvstallglasc? So wie es
aber nicht bloß einfacher, sondern auch geschichtlicher und wahr»
heitsgcmäßer ist, den römischen nsim,» oder »seüu8 im beut-
schen Esel, im dänischen Äsen, im französischen äne (asne)
und im englischen »»8, in dem griechischen ««rt^,^,«, ein Trag»
holz, oder den deutschen Brief im lateinischen dreve, also im
griechischen /^«/,'c, den deutschen Wolf im lateinischen vulpes,
also im griechischen «H,«^^ wieder zu finden, statt den Schlüs-
sel dieser Wortverwandtschaften , dieser Bcgriffsverschiebungen in
Indien aufzusuchen: so kanu man auch getrost den griechischen
^l)I, /soös als bc>8 und den 5s//7t)I, »?r^«,c mit Umwandlung
des ??l in qu als «quus über das schmale Wasser aus Griechen
land nach Italien gelangen lassen, ohne mit Mommsen auf einen
sanskritischen Ochsen 3»u8 oder ein dito Pferd uyv»» zurückzuge
hen. Der wievielte Sprachforscher von allen denen, die immer
Sanskrit im Munde führen, kann sich rühmen, Sanskrit gründ
lich zu verstehen?
Will man aber einmal griechische und lateinische Wortreihen
mit einander vergleichen, um die ursprüngliche Einerleiheit bei
der Sprachen, bevor sie durch örtliche Trennung und ungleichzei
tige Entwickelung zu Schriftsprachen aus einander gingen, daran
darzuthun, so liegen noch andere Felder der Begleichung näher,
als Hausthiere oder Ackerbau oder gar die „Göttin des Heerd-
feuers. " Ohne Frage sind die Familienverhältnisse, die Be
zeichnungen der Verwandtschaftsgrade, der körperlichen Bildung
und Gliederung, der natürlichen Leibesfunktionen, der Wohnung
noch primitiver, als selbst das Hirtenleben und der Ackerbau; und
so mag man mit diesen und was damit zusammenhängt , beginnen.
Nur muß nochmals daran erinnert werden, daß diese Uebertra-
gung von Wörtern aus Hellas nach Italien größtentheils Statt
fand, bevor selbst das Griechische geschrieben wurde, und vol
lends ehe die Italiker ansingen, ihre Mundarten in Schrift zu
bringen und zu siziren. Daher das Schwanken der Formen, die
Veränderungen der Bedeutung. Die Wörter, welche das Itali
sche später aus der griechischen Schriftsprache entlehnte , sind dann
auch in der schriftlich sizirten Form und Bedeutung aufgenommen
oder vielmehr entlehnt worden. So bestehen z. B. spatium und
swämin, unFui8 nnd onvx, lainulu» und tlmlmnu8, loriea und
tnoi-ÄX, ?llunu8 und ?»n, l^Iolll und Clllori8, syuilla und 8evlw,
Keni8 und Nero», vieu8 und oecu8, tuniea und elnton ganz
woh und ganz erklärlich neben einander.
Die Kinder der Italiker singen nun wie die der Griechen
ihr Leben damit an, daß sie geboren wurden (ssn»8eor, n»8cor,
^k^««). Die Erinnerung an die Ahnen ging in den alten noch
schriftlosen Zeiten nicht leicht über den Großvater (avu8, «?r^>vc)
hinaus; desto besser kannte man Vater und Mutter (pater, ?r«-
ir^ und mÄwi-, /u,^ß), die als Gatten (coiMße8, ssv^^k^)
ehelich zusammenhielten und auch die Erzeuger (ß«mitore8, ^k^-
ro^k?, ^k»'kr^kc) ihrer Kinder genannt wurden. Sie pflegten
in einem Hause («lonw8, öo/uo?) zu leben und in einem Bette
. (Iecw8, ^choc, ^.^re<"') zu schlafen. Da die wohlhabenden
Freien viele Sklaven hatten, die sich auch durch Zeugung ver
mehrten, so hießen die Kinder des Herrn (neru8, H'g«c) zum
Unterschiede von den Sklavenkindern die freien (liberi, k^tv^k-
5>«,l). Mitunter waren es nur ein Paar, ein Knabe (i'uer,
?r<»?, ?r«i?) und ein Mädchen (puella, zu puer). Der Knabe
hieß in Bezug auf das Mädchen ihr Brnder (li-ltter, ^«5«^),
das Mädchen wiederum seine Schwester (8c>ror, ö«e, »«^o? oder
«09 , «ßoc, Genossin). Den Aeltern gegenüber hieß er der Sohn
(<iliu8, nicht etwa y>^0?, sondern das leibhafte vioc, d. i.
Pv^lo?), sie die Tochter (Nim, zu Wu8).
Wenn der Sohn heranwuchs, wurde er durch Verleihung
eines weiten deckenden Kleides (der to^n. wie te^o von <7^«>
für einen beginnenden Mann erklärt, (vir, Zh^, klh«?"); bis
dahin hatte er nur ein einfacheres Unterkleid (wnieu, ^"«^,
X5s-«ü?) und etwa ein Mäntelchen (paenuln,, ^,«l^^c) getragen.
In der Blüthe der Jugend und Kraft hieß er auch ein Jüng
ling (juvenil,, sto^k^'c). Denn die urfreien und edlen Ge
schlechter (Fentes, ^t^k^') sahen sich gerne als von den Göttern
abstammend an, wie die 6«,^k^«? /3«6^kl? des Epos, und so
wurde 6«»^k^c in den italischen Mundarten gleichbedeutend mit
adeliger Jugend. Er dachte nun darauf zu heirathen, und da
im Nachbarhanse ebenfalls Kinder blühten, so wählte er dort
seine Frau. Brnder und Schwester der jungen Frau wurden so
sein Schwager (levir, s«^) und seine Schwägerin (3I08, /«-
/!,«c). Der Nachbar (vieinu8, von viru8, oixo?) wurde so sein
Schwiegervater (soeer, ixvßoc), die Mntter der Braut seiuc
Schwiegermutter (»oeru8, ixv^«), er selbst ihr Eidam (Fener,
/«/»/3e»c?). Auch die Aelteru des jungen Mannes nahmen die
Iliugfran (vir^o, /»kl^«^, ^kl^«xoc) seiner Wahl gerne als
Schwiegertochter (nuru8, ^v«lc) an, denn sie hofften von dem
neuen Paare bald Enkel (nepoles, ^?r«,6k?) zu sehen. Beide
Väter näherten sich bereits dem Greisenalter, dem die Pietät der
Römer wie der Griechen vorzügliche Ehren zugestand, so daß der
Greis im Hause wie in der Gemeinde als ein Herr («»'«tz, «»'«-
xroc, «enex) angesehen und das hohe Alter überhaupt Herrlich-
ikeit (seneetus) genannt wurde; wie umgekehrt das Herrenhaus
jn den alten Staaten, anch wenn die einzelnen Mitglieder noch
unge Männer waren, der Rath der Alten (z^n«'5««, senaws)
hieß. So haben ja auch die Griechen den Begriff des Alten,
?r^<?/3l>c, auf Fürsten und Gesandte, die Christen auf Prie
ster übertragen, selbst wenn sie noch bartlos waren. Und die
romanischen Sprachen haben wieder den Alten, senior, zum
Herrn gemacht, in 8ißnore, sendor, 8ei^„eui-, sieur, 8iro, 8ir.
Nicht minder stimmte der „Italiker" mit dem „Gräken" in
rer Bildung seines Körpers (corr>li8, xo^oc) und der Benen
nung seiner Thcile übercin. Beginnen wir mit dem Kopfe (<:»-
put, xkP«/iH). Auf dem Kopfe wuchs das Haupthaar (e»pillu8f
auch com«, xö^, auch ^iI, ^t"/"?, tncll. erhalten in ex-
tneare, wie in Kirtu8, dirsutu8, 5^^/«?, ^l/<urö?). Das
gelockte Haupthaar hieß «ncinnus, x/xt^oc. Auf das Haupt
haar folgte die Stirn (tron8, lmnti8, der Sitz des Denkens,
PßH»') 7>ß0^/?, weshalb der Rücken bei den Griechen auch
/ukr«^k»'«/»' hieß) und unter der Stirn das Auge (oeulu8, o^-
H«^ö?, ö?rrt^,<>c), geschützt durch die Augeulicder (eilium, xv-
/o^, xv^l?) mit Einschluß der Wimpern (palpedrao , /j^^«?«,
^H,k^>«ß/skc). Unter der Stirn saß die Nase mit den Nasen
löchern (H/c, Hlpoc, nares?) und dem Nasenschleim (mucor,
i»«5§«), und zur Seite jeder Wange (gen», ?F»'v?) saß das Ohr
(«Uli8, 0^?, «öc). Die Lippen (labra, lubi», von ^«^oc,
weil sie gierig Speise und Trank zu sick nehmen, vgl. ^«/3?<i-
r^c, ^«^«,<7v^, /i,«^o^«^«) schlossen den Mund (u», «i^?)^
nnd deckten die Zähne sei,te», os»^k?) und die tönende Zunge
(linFu», clin^ua, s/Ho?^'). Der Kopf ruhte vermittelst des
Halses (collum: vgl. x»^^«,,/», die dicke Haut am Halse des Och
sen) auf den Schultern (lmmm-us. «/i»?), unter denen die Ach
selhöhle (l»l», /u«^, auch l»^illll, /tussx«^?) war. An die
Schulter schloß sich der Arm (ln^ccliium, /^«/i'c.i»') mit dem El
lenbogen (enbitn8, x,'/3tru,) und den Vorderarm (ulna, <<,^tp?),
an diesen die flache Hand (palml, , ?r«^,«/l^) mit deu Fingern
(clißiti, 6«x»v^,«,t), die ihre Glieder (ln't„8, Älticulas, «^H^o»^
und jeder einen Nagel (unFui!,, «^3, il^l'/oc) hatten. Es gab
einen rechten (cloxt«, , 6t^k^«,?) Arm und einen linken (lae-
vu8, ^««o?, auch »inititer, «^«rrt^nc). Das gebräuchlichste Wort
für Hand, mlmu«, hangt zusammen mit /^«^, ,,,/ /li^ x«r«
^/ca^tlt?," nach deu Scholiasten zu Homer und Euripides.
Auch im Innern nnd Aeußern der Brust und des Unterlei
bes, und bis zu den Füßeu hin, stimmten die meisten Benen
nungen übereiii. So die Saugwarze der Brust (über, »vs-«^,
oöP«^, Euter), das Herz, (cor, cm-6,8, xu^ckl«), die Lunge
lpulmo, ?r^iv^«^, .^iv/u,<<>^), die Leber (jecur, H?r«s>, mit
der Galle (lei, x"^), die Milz (si>Ien, <7?r^,^>), die Nieren ')
(nelrenäes, ^k^^>ol), der Bauch <ve»Iur, ^p^t^, k^rc^»^)
mit dem Nabel lumbil!cm8, n/u^«^,ü?) und deu Eingeweiden
(iw, ilia, von ti/kö?, Darnikrankheit) ; um des Unterleibes
(uteru8 , ^rß0,'), des Hinterbacken (cluni«, x^ö^t?) nnd anderer
Theile, wie eulu«. xcl»^o^, l>eni8, ?rio?, vulv», st^^>v?,
M^y>v? u. s. w. nicht zu gedenken. Die Last des Körpers ruhte
auf den Schenkeln (lemur, lenmr'i«, von /u.«?sos, ^s^, l'oll, 5,
63.) und den Beinen, die durch das Knie (^enu, ^v) geglie-
dert waren und in den Fuß sp«8, noö?) ausliefen. Den inneren
Bau des Körpers vollendeteu die Knochen (o8. <,88i8, o<7rko»')
mit dem Marke (mecluüu, stvt^oc), das Fleisch (k»ro, carniz,
xßF«?) mit den Muskeln l^»'?, /t,'co^, niu8cu!u8) und dem in

I) r«8l. p. II : 8u»! , !j«i «e/>en^e» >Uci pulenl ««»lieu!«8, <,Uo8 »INI-

Ol. p. 85 ne/>»nckine8.
Gefäße vertheilten Blute («unFui8, von «^0?, «^«o^, Blut
gefäß), das in Adern (venae, »»'k?) umlief, nnd mit den N,'r-
ven (nervu8 , ^ev^o»'). Das Ganze umfaßt die Haut (cuti8 , «v-
,oc, X,!«?) Festus) und die Seele («mimuz, ^nimll, «»'k^o5)
bcgeistigtc den Körper dura, ihren Hauch zum Leben (vilu, /3toc,

Ebenso waren die körperlichen Funktionen des Italikers und


des Gräken im Wesentlichen dieselben. Man ging (ire, i^«t,
v2clo. ^«6«^«) und stand (zIure, t«7r««7H«t), saß («elten, i^o-
^«t) und schlief (ctormio. s«^^«»'«), aß, (e<lo, es«) und trank
(l>ibo , ?«>«), oder schlurfte (zm-deu, ^o^>l/«), lachte (riöeo,
Kß<^«, x^<ss«; auch c»clunncir, xu^x«^«) und freute sich (3KU-
«lou, /^H««) oder vergoß Thränen (Ilroriinll , «tucmml, , s«x^vt»^)
auf beiden Seiten des Meeres. Man gebrauchte die Augen zum
Sehen (viäeo, kts«, auch »1M0 ') , c?xo^«), die Nase zum
Riechen (ucloror, ollüc'io ') , Transitiua zui»^«, «sws«), das Ohr
zum Höreu («ucliu, von «i,c, «v»o<:), die Zunge zum Schmecken
(8uzto, /tllc«, /«'<7r<lc), die Finger zum Betasten (tun^o, te>
tiFi, i>t/^«^l., , «Ht^o^). Nach dein Schlafe szomnu», v?r^o?)
wusch man sich (lavo, /,o,,,c.,), oder schwamm (naw, ^F«) im
Flusse, oder ging in's Bad (l>a!»!?u»> , /i«/«^t«o^); nach dem
Bade übte sich die Jugend im Springen <l,n!in, «/>W/«««), im
Laufen (ourro, cu^n^, xl'^« , ixr^a-«, Jemanden einholen, im
Laufe erreichen), im Stolpern und Steigen (zc^uäu, ss-e«^«) und
anderen Leibesübungen, wozu in Hellas das Stadium (<?5«ö«,»',
dor. n-?r«s«,^, Platin,,,) diente, in Italien die an den Enden
kreisförmige Rennbahn (clicuz, xß/xoc). Nach dem Ringen
schabte (»cubu, a-x«???«») man sich den Schweiß (»uclor, ls^«^,
bs«ß), den Staub (xci^x, cini») nud Schmutz mit dem Striegel
(8tri8ilil,: <7r>l,k/^«?j wieder ab. Den Körper abzuhärten, auf
daß er Kälte (a!»e<i, «^F«) und Frost (tri^eu, ^^«) und an-«
deres Ungemach erdulden (putioi , 7r«Hel^) zeitig lerne (cli«cu,
st6u<7x<») , war der Zweck solcher liebungen ; Tüchtigkeit im Han
deln (»Fn, «/«,) und Tragen (tew, t/>Le«) war das Ziel, nach
dem man strebte (ztuöeo, a-n^vö«, t77r«,vs«3c<,, «tuclium, <7?«,v-

2) k'e8!, p. 27: U<ie/c»eit «licübmU l>uliqui »b oöore , nru ulesacit, vetere


'!u»Ällm oun8uelu6ine immulünäi littci»». <^l. i6. p, 148.
8

6<f.) Aber lassen wir das übrige Thun und Treiben; wir woll
ten hier ja nur an die Einerleiheil der natürlichen Körperverrich-
tungen bei Italikern und Grälen erinnern, wie das Niesen (8wr-
rmo, nntt^v/«), Spucken (spuo, ?r^co), Lecken (Iwßo, ^c/xl«)
Nicken (nuo, ^cv«), Sprechen (tor, l»ri, ^>^i, ^«erxm), Ru
fen (voeo, /3o««, auch caio, x«^«), Fressen (vorn, /3t/3^o<ü,),
Rülpsen (ructor, i^k^«), Erbrechen (vomo, i^«), Schaudern
(norreo , o^«sF«) , Zittern (tremo , rgcht«) und andere noch we
niger edle (minFo, ö^lx^«, peöu, ?rF^ö« u. s. w.). Zu seinen
Arbeiten in Feld und Flur werden wir ihn weiterhin begleiten.
War endlich nach des Tages Last und Mühe die Tonne
(sol, Gtrusk. U8il , Samnit. »U8il , H'^o?) untergegangen und der
Abend (venera, k<r?r^«) gekommen, der bald die Nacht (nox,
^3) mit ihrer Dämmerung (tenobrao, s^o^k^o?) heraufbrachte,
während am hohlen Himmelsgewölbe (eoelum , xnl^«,?) der Mond
(luna, Io8n« , <7t^^) und die zu Gestirnen (8iclu8, kiso?) ver»
einigten Sterne (astrum, «ss^o^- »tella, Dimin. von «<7r^)
glänzten, so legte sich der Italiker rücklings (8upinu8, b'?rri«,c)
anf seine Decken fttramen, a^<ü/u«), wenn er es nicht vorzog,
beim Trinkgelage (potu8, ?rör»?), die Nacht durchzuschwimmen
(eomi88or, x«^«^«). Die Lampe (lucerna, ^v/^o?) ersetzte da
bei das Licht des Tages (lux, ^/I'X/l).
Der nunmehr fertige Italiker wohnte, gleich dem Griechen,
wie wir bereits gesehen haben, in einem Hause (<lonm8, s»^«,?),
welches ein Dach (teewm, rch^?, «rr^), Thür (lon8, Hvß«,
Hi>9«c) und Fenster (lone8tla, ^>«t^<7rß«), auch meistens einen
Hof (aulll, «v^) hatte. Das Haus mit der Thür hieß in der
älteren Sprache auch portu8 (?ro^o??), nach ?e8t. p. 41: l'«»--
<«»» in XII pro liomn pu8ituin omn«8 lere con8entiunt : „t)ul
„te8timonium cietuerit, i8 t«rtii8 <likbu8 ob portum obvaFulatuiii
^„ito." Der spätere Sprachgebrauch stellte das Masculinum por-
tu8 für den Seehafen fest, weil das Schiff hier gleichsam ein
Haus, eine Thür und Schwelle findet, dagegen das Femininum
porta für die Thür des Hanfes und das Thor der Stadt. Von
demselben Vergleiche ') ausgeheud benannte aber die italische
Mundart die Schwelle des Hauses mit dem Worte, welches den

I) Aehnlich Vergleicht das Ital. u«t Franz, den Hafen und Landungsplatz
mit einer seiter oder Treppe, 8<-»!», celielie, da» Engl, mit einer Her
berge, liardonr.
Griechen überhaupt einen Zufluchtsort, insbesondere den Hafen
bezeichnete (limen, ^^). Die Thür hatte ein Schloß (cllni-
8trum, x^ilss^»^, ^«l<7rt«>^) mit einem Schlüssel (clavi8 , x^?).
Trat man in das Haus, so fand man im Inneren einen offenen
Raum unter freiem Himmel (»trium, «i^«o^), an den ein Ge
mach zum Wechseln der Kleider stieß (v«8i,ibuwm , gleichsam k<7^-
/3ö^,o»', von i<7^? und /3«^«, wie wribulum gleich Hvö/^oH,o^
ist). Durch das Atrium ging man in die Gemächer, von denen
die innersten die eigentlichen Wohn- und Schlafgemächer der Fran
und Kinder und der zuverlässigsten Diener Nervu8, ^^«??«?,
Kk?«^) und Dienerinnen waren. Daher wurde der griechische
Name dieser innersten Gemächer, H«^«/t«,?, bei den Italikern
auf ihre Bewohner (tliinulu8, tamilia) übertragen. Das nöthigc
Wasser (u<zuli, «^?) schöpfte man im inneren oder äußeren Hofe
aus einem Trinkbrunnen (puleu8, von no^oc, ?ro^»c, ??o«-
^0?, Vurru, I.. I.. 5, 25; 6, 84). Zum Bau des Hauses ver
wandte man Holz (I'Fnum, H,ex^o»'), besonders größere Balken
(trnbs, ^«?r^3, 5ß«^3), und Lehmziegel (later, t^,«^^, denn
mau nannte das Ziegclstreichen ^i^ov? L^«v>k^, nnd k^«-
r^ ist ein langgestrecktes, ziegelförmiges Brod: ^ri8wM. äel,.
246. Lqu 1182); die gebrannten Dachziegel aber heißen te^u-
lae (von ^»c), und weil sie dem Regen (linder, ö>/3e«,-') wi
derstehen konnten, imbriee8.
Die Rücksicht auf die Sicherheit veranlaßte auch die Italiker,
früh in Städten beisammen zu wohucn. Ein von Natur fester
Hügel (clivu8, x^rv'c) wurde zur Burg (»rx, »rci8, «x^«) er,
sehen; an diese lehnte sich die flache Unterstadt (npMum, t?r«-
?rks«,»') an. Die Stadt war mit Thürmen (iurri8, ^v^c, rv(>.
<stc) und Mauern (moei,ia, von ^v^, Tchutzwchr) zu ihrer
Vcrtheidigung befestigt (muniu, <i^^«, ^v»'0^«l), und durch
schnitten von Pfaden (trame8, tr^miti8, u^«?r^ö?) und Stra.
ßen fvi», «^t«), die sich hin und wieder zu Tanzplätzen (k^^>
xoeo? «?vt« xoeoc, Tanzplatz in Sparta. Paus. 3, II, 7;
daher lorum) erweiterten. Eine Häuserreihe wurde auch vicu8
(«,lx»?) genannt. An die offenen Plätze legte man die den Göt
tern (äeu8, F-kö?) geweihten Stellen und Gebände, die Tempel
(templum, 5F^oc. Deun ^k^oc, von rt>^«^ ein Ab-
schnitt, ein abgegränzter Platz, lautete in der äolischen Form ')
1) Vgl. 6-9«?l»«l, Olß«^,«l. l>n'n«, 8UMNII8; X«/</i^ln^, Wmbcri s«-
l0

5Hu,?roc- 5« 5chu?rt« hießen die Heiligthümer in der Schlucht


des Pencios in Thessalien , und der dort verehrte Apollon hieß
rk/i?rk«r«?, d. i. » kx ro5 «/^^olic, wie z. B. ^/tö»'li<?<)? T'e—
^kp^c anderswo- Die äollsche Form ^?roe aber ging nach
Italien über und bezeichnete hier als tempu» erst einen Zeitab
schnitt, dann die abgegranztcn Schlafen zu beiden Seiten der
Stirn, nnd als Diminutiv templum, 5^^«,?, ein der Gott
heit geweihtes Stück Boden , während in der Redensart ex tem-
M die Zeitbedeutung blieb». Wurde auf dem geweihten Platze
ein Bau für das Bild des Gottes errichtet, so hieß er uecte»,
tleöis, von i6oc, während ein Wohnhaus, weil es mehrere Sitz
räume umfaßte, in der Mehrheit uecte». aeMlim hieß. Der
Wächter des Gotteshauses hieß aeMuu» (vou tueor, wie ^«o-
y>v^«§). Vor den Aedes errichtete mau Altäre (nru, «e«), an
denen geopfert, Weihrauch ftlius, ^öo?) verbrannt und gebetet
wurde (orure, «^«<7^«t). Im Kriege (bellum, ??<i/k/toc, ?rF-
^k/»n?) vertheidigtcu die Stadt schwergerüstete Krieger (mile5, mi-
IM», ö'^^c, o?r/l»^c) mit Harnisch (Inrica , ,'>«'^^, H«i^xoc),
Schild (»cutuln, <7x5^o?) und Lauzc (/ö^x>/, Illnee»), und Leicht-
gcwaffuete (veles, veliti», von ^^,oc, vgl. x«^«^oc Lk^«^c) mii
der Schleuder l»incln , o-^t^s»^) und andern ferntragendeu Ge
schossen stell», vou r^i, 5^o5). ^u den Fußgängern (pecie»,
I>e<M!,, ??t^c, ?rt^^c) gesellten sich, wenn es einen Kampf
(lii-o«!ium ' ?i^ü^«c, auch puFn», von ?r^§, ?«'^^) vor deu
Thorcn galt, auch Reuter (eque», equiti^. i?s?rll!c, i?r?r»^c).
Das Schwert trugen sie in der Scheide (culeu8, x»/.k»c), die
in eine Spitze auslief (^l'n«?c, daher muc,<>).

Daß unn der Italiker vou seinem Hause aus auch Viehzucht
und Ackerban getrieben, daß er die zahmen und wilden Thiere,
die Pflanzen nnd Bäume, die Ackergeräthe und was sonst damit
znsammenhäugt, mit Namen zu nennen wußte, soll nickt in Ab
rede gestellt werdeu; aber er bedurfte zu dem Einen wie zn dem
Anderen keiner Lehrmeister aus Hinterindieu ; er brachte sich die
Sachen, soweit er sie nicht bereits vorsaxd, und jedenfalls die
Benennungen derselben in seiner Mundart, zu Schiffe (navis.
p«i>?) aus der griechischen Halbinsel oder von den Inseln (in-
xul», ^l7oc, ^<7rsgto^) mit übers Meer, und wenn er auch
hin und wieder eine Benennung verschob oder für eine Sache ei
nen Namen, einen Ausdruck anwendete, der sich in den geschrie
11

denen Mundarten des Griechischen nicht mehr findet, so ist die


Masse der Bezeichnungen doch griechisch.
Die Gegenstände der Viehzucht waren das leichte Vieh (pe-
cm», peeori!,, n^oc, weil man sein Vließ schor, auch pecu8.
pecuck-j, ?rox«c) und das schwere Vieh, das zugleich zum An
spannen (Mmentum , von Ai^«), zum Ziehen des Wagens
sunnelMm, «^«), des Pfluges (»rutrum, «ßorß«,^) und der
Egge (m'pex, ö'e^s, 8lrpex, iipex, Varro) auf dem Acker
(axer, «/^»'?) und den Feldern (ru8, rnri», «^ov^«) benutzt
wurde. Zum leichten Vieh gehörte die Ziege (eapru . x«^«
«»?, T^H^l», r!e8Mi.; ugl. x«?r^«l^«) mit dem Bocke (dir-
cu8, x^töc), und vorzüglich das Schaf (ovi», öl?) mit seinem
Widder (ärw«, <W^) und dem Lamme (»FNU8, «^ö?. Dem
griechischeu Namen «^^»? liegt der Name des widderkopfigen
ägyptischen Gottes ^M^V, ^muu. zu Grunde, eben wie der
ä^«?r^ der fuchSköpftge .^nepa). ^jum schweren Vieh zählte
mau das brüllende (mugiu. ^l,x«o^«i) Rind, den Stier (tauru«,
r«l'eoc), die Kuh (vuecn, /is«xx^, Femininum zu dem männ
lichen Ttiergottc Küx^o?) mit dem Kalbe (vitulu8, ir«^»c) und
dem verschnittenen Zugochsen (bo«, /3«,5?); ferner das Pferd
<e<Mi5, V^?roc) mit dem Füllen (pullu», ?rü^o?); auch deu Esel.
Nur daß dies in allen Sprachen vielnamige Thier, welches der
Neugrieche als einen werthvollen Besitz x^.u« nennt, bei deu
Italikern einen anderen Namen erhielt (u8mu8, a8ell»8, der wohl
mit «<n^«, ein Holz zum Tragen, zusammenhängt), während
von den Lasten, die er trug, sein griechischer Name in Italien
auf die Last überging (unu8 , »»,«,?). Alles Vieh weidete (pa8ec>,
Loerx«! in Heerden (^rex. FwFi8, von /ch^ke«, d. i.-/«^«^,
Festus; auch Vnnn, I.. I.. 5.75). aus Kräutern liierte, ^>o^),
bewacht von Hirten und Hunden (clmi8, xr«^, n^«l?), zur Ab
wehr der reißenden Thiere (leru, H^), des Wolfes <>lip,<8. /l«!xoc>
nnd des Fuchses (vu!p«8. vul^cuk,, «^«^3, «/i,«?l6x«,c, vulgär-
griechisch «^k?ro,', d. i. mit Uebergang des ,» in / der ägyptische,
schalallöpfige Gott ^Kl>U Anubis). Im Grase hatten die Hirten
sich vor Schlangen (sei^en-j , i^?r«) und Nattern lunFlUl. , ^c) zu
hüten, welche Gift ,viiu8, ioc) führteu. Je nach Beschaffenheit
der Weide wurde das Vieh fett (pinxms, n«^?), oder mager
smacer, ^«xl?o?). Das Pferd war schnell iceler, xt5/l^c), das
Rind langsam (wrüu8, ^«s^c, /ie«es,>c), das Lamm zart < teuer,
^l«?»'), das Vließ des Schafes weich lmullis, ^«^l,«x»c, ^«/!,.
12

H«xöc). Die Kuh wie das Schaf und die Ziege wurden gemol-
tcn (muIZeo, «/»F^«1 und gaben Milch (we, lactis, 7«^«,
/«^«x^oc), das Vließ </»«^oc, vellns) des Schafes gab überdies
Wolle (IllNÄ, ^,^oc, ^,«^o?). Auch das Fell der Thiere (pol-
!i8, n^^,«, corium, xoe«»^) wurde zu Leder verarbeitet, die
Därme zu Saiten (Näi8, 5yx6^); die Homer (eornu, x^«?) zn
Geräthen. Die Ochsen und Pferde wurden zum Ziehen meistens
paarweise eingespannt (jun^o, Av^v«). Die Ochsen verband
ein Joch (ju^um, ^"^; davon MF»r«, ^^ö«,), und ein Stück
Landes von der Größe, wie es ein Paar Ochsen zu beackern im
Stande war, wnrde ebenfalls ein Joch genannt ^u^erum, Ali-
70c). Der Pflug zog Furchen (8u!cu8, Uxoc), und in die
Furchen streute (8nm-ßo, <s??k«^« , k<7?r«e^^) der Säemann den
Samen. Die Körner erwuchsen zu Achrcn (8picll, <75«xiic) nud
wurden zur Zeit der Aernte (me88i8, «/u^r»^) geärntet (meto
ine88ui, «/»««<,, «i/»^«). Man baute verschiedeucs Getraidc,
wie Weizeu und Spelt (l»r, larri8, ^ ^>«poc, wovon auch l»-
rina), aus dem vorzüglich Brod (plmi8, ^«»'oc) und Brei (pul»,
pulti8 , no^o?) , auch Kuchen (placent» , ^«x«,,'>?) bereitet wurde,
ferner Sommerweizen (8ilisso, «r«^^^?), Hirse (milium, /uk^t>^))
Garste (lioräeum, x^^') und den trocknen Hafer (»vena. von
«voc, «v««>«). Beim Mähen gebrauchte man die aus Erz ge
machte Sichel (lalx, von x«^,xi?) und die Korngabel (füre»,
v'cx«)- Das Getraide wurde unter freiem Himmel auf der Tenne
(«rell, «^««) ausgetreten und von der Spreu (ucus, uc:en8,
«X^^«,p) gesondert, die man in Haufen (acorvu», «xv?«>, «/r-
ßo?) zusammenkehrte, dann in Gctraidescheuern (Iwneum, «F-
pk«»/) aufbewahrte, bis es in die Mühle (nwln, ^^^) wan
derte, nm gemahlen zu werden (molo, /i«'^<o). Als Futter für
das Vieh baute man auch Wicken (viei.i, Am«) und Erbsen (er-
vum, ȧojsoc, Festus).
Ein anderer wichtiger Gegenstand des Feldbaues war das
Ocl (oleum, t^,«««,»'), das man aus der blaugrüncn (ßlnucu8,
^«vxoc), mit dem Oclbaume gleichnamigen Frucht desselben
(olea, oliv», e^,«/«, in vulgärer Aussprache t^«?«) auf der Oel-
pressc strap<?8, ti'»pLtum, von ^«?rk«, ^ß«?r^r^c) gewann. Von
gleicher Bedeutung war der wie Weiden biegsame Wcinstock (vl-
li8. «56«?) mit seinem Laube und Reben (p»mplnu8. «/»?rc^«,?),
der Erzeuger der Traube (uva; vergl. den bacchischen Ausruf
t^«, k^o«! ferner tl^e,?, t^l«c), die den köstlichen Wein (vi
13

num, oi^oc) lieferte. Der Name des Weinbergs (vinea) findet


sich in Hellas nur als Ortsname (Oi^u^). Der Weinbau stand
unter besonderem Schutze des Bacchus (Libsr Mer, ^/lä^vc/o?
'MkvHk?k"?); daher heißt der Weinstock dem Dichter auch heilig
(830«1-, «?t«,?). An den Ocl- und Weinbau schloß sich auch die
Pflege anderer Obstbäume an, der Feige (Neu», <75xo^, ^öxo?,
Viden. 14, 621.), des Apfels (malum, ^o^), der Birne (pi-
ru», «?rtoc), der Eornelkirschc (cornu8, x^«>o?), der Maul
beere (moru8, /u,öß<»^, ^«»ßo^), des Mastix (m»8üx, /u,«<7^x^)
u. s. w. In Wäldern (8ilvu, i>^, auch 8»Iw8, «^<7«,?, «^,«c)
und Hainen (nemn8 , ^o?) hegte und pflegte man auch die Fichte
(pilms , ?rirv?) , welche Pech (pix , ?rlss«r«) lieferte und aus deren
harzigem Holze (re8ina, ^5t>^) man Fackeln (taecla, 6^c, sy-sö?)
bereitete, die Linde (tili», nnt^F«), die Eiche (cluereu8, x^x»c,
xkßx/c), die Steineiche (llex, ^i3, nämlich eine ausgewachsene
Eiche, s^vc ^l3, bei Dichtern), eine andere Eiche mit eßba
rer Frucht (lÄFU8, P^/<ic), die Cvpresse (eupre88U8, xv?r«^«7-
<7o?) , die Ulme, aus deren Holze man früher Mörser machte,
(ulmu8, 3^»c), die Platane (platanu8, ?r^«r«^«,?), die Kasta
nie (cutanea , x«<7r«^F«) , die Esche (nriw8 , c^oc) , den Bnchs-
baum (buxu8, ?rv3oc), die Weide (8»Iix, k^lI) und andere.
Au Ackerbau und Baumkultur reihte sich die Pflege des Gar
tens (dnrw8, xoß5»?- ?rk^l/so^o? i^? «v^^c, Uesz'eK.), der be
sonderer Sorgfalt bedurfte , wenn er nicht durch Nesseln (urticä,
oßrv3) auch eine Pflanze, Theophr.), Disteln (caräuu8, »«^öoc)
und anderes Unkraut (tribulu8 , r^l/s»^oc) verwildern sollte. Im
Garten hegte man allerlei Blumen (Üo8 , aori8, von x^o«?, ^o"c,
X^«?»c), wie Veilchen (viula, !o»') und Rosen (ro8»' ^öso^,
^os-/«), Lilien (lilium, H,cl^t0^) und Malven (inalva, /»«^,«^);
aber auch Nutzpflanzen, wie Flachs (linum, ^^o^) und Hanf
(eannllbi8, x«^«/3t?), welche Werg (8tupa, <7rv?r^) gaben; fer
ner Gemüse, wie Rüben (raM , H«?rvc, ^«y>«^oc), Erbsen
(pi8um, ?rl<7o^, auch eieer, xt/oßo^?), Kohlarten (eauli8, eoli8,
x«v^,ö?), Zwiebeln (cllep», caepe, r« x«?rt«, auch bulbu8, /3o^,-
L"c), Zuckerwurzeln (8i8er, 8i8eri8, <7l<7«9»^), Münze (mentda,
^H^). Da das Gemüse im feuchten Boden am besten wuchs,
erhielt das griechische t^oc, Sumpfland, in Italien die Bedeu
tung Gemüse, ulu8 (vgl. Festus p. 74: nelu8, l>elu8li alt für
1iolu8, Kolera, und bei den Griechen Nktoc von Pflanzen, die
im iAo? wachsen).
14

Halb der Feldwirthschaft , hall' der Hans- und Gartenwirlh-


schaft gehörte die Schweinezucht und die Pflege des Federvieh'5
an. Das Schwein (porcus, ?rö^xo«, Varro), die Sau (5u»,
ö?) und der Vbcr («per, x«i?rßoc), gaben Fett (»6«p5, u^<«^>^)
und Schinken (perna, ??rs^«). Sie wurdeu im Herbste in den
Eichwäldern mit Eicheln (ßlan», L«^«»'«,c, ^«^«^o?) gemästet,,
und ihr Fleisch füllte manche Schüssel (I»nx, lancis, ^.kx«^,
^,«x«^, ^,t»«plc); aber sie schadeten auch den Pflanzen, da sie
mit dem Rüssel (i'nsU'um , H«F«,') nach Wurzeln <ruclix, H«'st5,
^«) wühlten. Das Federvieh befaßte den Hahn (eicirru8, x«-
xt^0;) imd die Henne, die Ente (un»5, nimti8, ^erlr«, ^rr»),
die Gans («mser, x?»'), die Taube (columbus . xö^v/u/iioc) , den
Pfau (t'llvu, ?««?). Man benutzte vorzüglich die Eier (ovüm,
«öp, vnlgärgriechisch «,^»^), die Federn und das Fleisch.

So umgab also den Italiker, wie den Grälen in Haus und


Hof und Feld und Wald eine Menge zahmer und wilder, nützli
cher und schädlicher Thiere, die er meistens mit griechischen Na
men benannte. Im Hause wurden die Maus (mu», /uü?), die
Fliege (mu8ea, /uvt«) und die Spinne (aranea, «?«x»^) oft lä
stig; am Körper plagte ihn der Floh (pulex, ^,>//«), in den
Eingeweiden die Würmer (vermi8, i^t»'c). An seinem Hause
bauten die Schwalbe (lüi'unäu, xk^ö«^), nntcr dem Gesimse sei
nes Daches der Sperling (lrinFülll, von H-^xö?) ihr Nest (ni-
6u8, »'kor««). Der Garten wimmelte von 'Ameisen (lormicl,,
^i!^^^, /i,'^^tz); iudeß auf den Blumen nährke sich die Biene
(upi8, llx/c? von ihrem Stachel?), die den süßen (<1ulci8, ?/,'-
xü?) Honig (mel, /u,t^t) gab und das nützliche Wachs (cera, x?-
ßöc), aber auch die lästige Vcspe (vospa, 5^5, o'^>^xo?).
In Wald und Hain lebten der Rabe (curvu8, xei^«z) und die
Krähe (cnrmx, xop«»'^) , der Kukuk (cueulu», xöxxv^) und der
Wiedehopf (upup« , t'/ro^) , die Drossel (tuiäu8 , ss^ovHo^) und
andere Vögel; ebendaselbst auch der gehornte Hirsch (eeivu», von
xte«oc, Varro und Festus) und der schüchterne Hase ^lepu8, ^«-
/«c, ^,F?ro^c); im Felde das Rebhuhn (perclix, ?rFpst3) und die
Spitzmaus (sorex, ö^«k). Raubvögel stellten wilden und zah»
men Thiereu nach; der Adler («ciuilä, «troc, «k^tätv?) und der
erzfarbene Falke (ialeo, ^«^x/c in der Form x«^x«^), wie die
nächtliche Eule (noctuu, von ^v'3, ^vxro?) und der Uhu (t>ubu.
15

Ging der Italikcr hinab in die Ebene, die sanftgcschweiften


Thalmulden (cnmpu«, von x«^?r^), wo die Wasser bald kleine
Seen (Iacu8. H.«xxoc) bildeten, bald in Bächen flossen <nvu5,
ß^<», ^o^, auf Kerlyra ^o/"?), so fand er grnne Wiesen (pra-
tum, von ?re«^«^, ^«<7««), wenn gleich zwischen dem Grase
auch Rohr (c^nün, x«^«), Sckilf (onlümuz, x«/«^o^) und Bin,
sen ^un<:u8, ssv^t^z ^o^ox«^«^u?) wucherten, in denen der Eis
vogel («^,xv«»'»', li»lcecln, Barro) sich gerne aufhielt. Auf deu
Seen wiegte sich der Schwau (cx^nu8, x,!x^«,c) und anderes Ge
vögel; auf den Wiesen waudelteu der Reiher ttn-clen, «^msto^)
und der Kranich <3lU8. ^«^o?). Die Bäche gaben Aale (»>,.
Fuilla, f>Xk>i,vc) und Krebse (c-lnoer. xci^xt»'«,;). Weiter hinab
am Strande des Meeres, wo die langgestreckten Sanddiinen (Ht-
^ec) gleichsam eine Gränzliuie (!'mi8) bildeten, fand sich Salz
(82! , «^), es fanden sich Austern (o8tren, ö<7^ko»') und Muscheln
(conc!,a, xö^)? die trompetenförmige Schnecke (bu^^in», Lv-
x«^), auch Seetang (kucn8, s/^o?), die Purpurschnecke (pur-
pur» . ??«,^t^«) und Perlt (inlu^urit» , ^«^«^i^c). Im Meere
lebten zahlreiche Thicre, von dein riesigen Wallfische («elu8, «^.
^«,?» bnlaenll, P«^,««»'«) bis zum kleinen Seekrebs («quillu,
«7xv^^«el»c- vgl. ^x,!^^«, das mit Seekrebsen bewachsene Unge
heuer). Aus deu Welleu schaukelte sich die Möve (I»niz , ^«^o?),
und stellte den Fischen nach (dem mullu», M^o?, der iriFlu,
^?t>^?, der mllenll, ^«,>^, dem lfobiu8 , ^«/3,'oc, der apnu.
«Pv^, u. s. w.).
Indeß lassen wir jetzt die weitere Verfolgung der primitiven
Lebensznstände des Italikers, und sehen uns nach den sprachli
chen Ergebnissen um, die aus der Begleichung des Lateinischen
und Griechischen hervorgehen.
16

ll.
Hee tidi 8it mirum, .üra^u lem nomin« 6iei,
Illllll »am lellu8 üllieeia m»jur erat,
(1v, r»8t. 4, 63,

Vie meinen, es wäre vor der Hand genug an dieser bunten


Zusammenstellung von Wörtern ; was denn damit bewiesen werde ?
— Nach meiner Ueberzeugung nicht mehr und nicht weniger, als
daß das Italische , das Lateinische zum bei Weiten größeren Theile
Griechisch ist; in weit größerem Maße, als selbst ein Dionysios,
Varro oder Festus sich klar gemacht hatte. — Aber Sie verlan
gen Methode, feste Regeln. Nun, Methode ist wohl darin, aber
mit festen Regeln kann ich nicht dienen. Regeln giebt es auf
dem Gebiete der Sprachvergleichung nicht, es können nur durch
Zusammenstellung langer Wortreihen mehr oder minder weit grei
fende Analogien gewonnen werden, wo denn aber Abweichungen
und Ausnahmen nie ausbleiben. Wer zu früh Regeln aufstellt und
Alles auf Gesetze bringen will , der setzt sich selbst eine Brille auf,
durch die er entweder nichts mehr sieht, oder Alles in einem fal
schen Lichte. Wenn irgendwo, so ist hier ein Feld für rein em-
pirische Beobachtung und Wahrnehmung. Den Launeu des mensch
lichen Gehörs und der Tprachwerkzeuge läßt sich nicht mit Regeln
und Gesetzen beikommen; wie sie von der Mutterbrust an ge
schult worden sind, so hören und reden sie. Jener Verspottete
bei Catull sprach eKumiuucla und !,in«iäias, wie Alkibiades o^c,
weil ihr Organ sie dazu zwang. Der Neugrieche glaubt überall,
wo er ein <i oder ein b hört, vielmehr eiu ^ oder ein />»?r zu
vernehmen, und spricht es so nach. Als ein Vetter von mir eine
Zeitlang in Frankreich auf einem Gymnasium war, mußte er in
17

der Classe bisweilen deutsche Namen vorsprechen, z. B. Hohenzol-


lern -Hechingen. Lehrer und Schüler riefen aus Einem Munde:
O'«8r «tonnant! «'es!. Ä<lmirable! aber keiner vermochte es ihm
nachzusprechen. — Auch den Italikern mußte es freistehen, die
aus Hellas herübergebrachten Wörter nach der Beschaffenheit und
Gewöhnung ihrer Sprachwerkzeuge sich mundgerecht zu machen,
nicht anders als den Dorieru:

Und Sie verlangen gar „ Lautgesetze ", wollen Beachtung der


Quantität für die Vocale? Aber die Quantität, wie wir sie ver
stehen, ist ja auf ihrer natürlichen Grundlage erst später, nach
dem man das Griechische schrieb, durch Dichter und Grammatiker
festgestellt und geregelt, von den Römern erst ganz spät nach dem
Vorgange und Muster der Griechen gemodelt worden. Und was
wollen die Vocale , die in den meisten Fällen nur ein Mittel sind,
die Consonanten, die das eigentliche feste Gerippe des Wortes
bilden, hörbar zu machen? Werden sie etwa lenksamer dadurch,
daß man von Anlaut, Inlaut, Umlaut, Nachlaut und andern
Lauten spricht? Selbst für ihre Wandlungen und ihren Wechsel
innerhalb der Beugungen und Ableitungen eines Wortes (wie
c7^^«», k<7rkt^,«, ko'r«^^, <75o^ wie volo, vi8, vult, velle;
wie sprach, spreche, spricht, gesprochen, Spruch) kön
nen innerhalb der gegebenen Sprache nur Analogieen gewonnen
werden; aber es giebt keine Gesetze dafür, die mehrere Sprachen
umfassen. Das einzige Gesetz ist der Usus. Wo ist eine Re
gel, wenu die verschiedenen Mundarten des Griechischen dasselbe
Wort verschieden vocalisircn , wie M^«, «^u^«, «/u«e« (Lokr.
Inschr.), c/uFß« (Plat. Kratyl.), oder wie ^«oc, ^6? , »'t«c,
wie I«xß«7^? und ^«vxz>«r6tc, wie Oknsco^o?, GcvF«^o?,
Oo,''sco^oc und O^6«^o?; oder wenn ?r^«roc, ^«^0? und
?i^l'r«»^?, z^«hpk» und ^ö^«, ?rß^^c, ?r?«»^5 und ?r^«p,
«9<7^ und t^><7«/,' n. s. w. neben einander bestehen? Geben Sie
einmal ein Gesetz, warum x«<7x« im Lateinischen zu lii8co, ??«-
P« zu 8cnbo, x«ßs/'« zu eor, x«/u«l zu numi wird; warum
kXt? zu l^nFu!8 , k^ zu in, »'Fo? zu novu8, kl?, k»'o? zu unu8,
aber t>o? zu »nnus, ^^«^t?, ^Fro^t?, ?r/o^k? zu «zuatuor
und wiederum ?i^5k, ?r^^k zu Minque; warum t«?, ^ zu
ver, aber H^«,? zu 80I und <?k^^«? zu luna; warum l???r»c zu
«<Mi5 , aber xk^ts«^ zu l»irunäu ; warum Lo'<7xl<> zu M8co , ^ow
zu Fenu, xo^t? zu cini8, x^o^? zu elunw; warum xv«^ xv,ö§
3iall!«i », Glitten- 2
18
zu canw , w'3 zu nox , vn^ zu super und ?r^v^^c zu proelium ;
warum /3«<7x«ip« zu lasoino und i^,«/« zn olea und oliva; «^t^,-
^,«/u«l zu »emului- und «i^to^ zu atrium; i^kvHk^oc zu lider,
aber ^k«^o? zu M^erum; 05»'o? zu vinum, aber /tolrop zu mu-
tuum; ?rov? zu p«8 und <7/rovs^ zu »tuäium, u. s. w.

Diese kleine Liste mag mich bei Ihnen rechtfertigen, wenn


ich mich nur selten veranlaßt finde, auf die Uebergänge oder die
Beibehaltung der griechischen Vocale in den italischen Wörtern
Gewicht zu legen. Und was soll ich vollends mich mit der Quan
tität der Vocale plagen, wenn sie im Griechischen und Lateini
schen selbst nicht feststeht, wie in xä^ei? und x«Äo?, z^oc und
3k«p«>?, ?»sso? und P»i5<7o?, in äüco und <!ux, äUei8, n<lo und
Ncles, peHürus und peMro, cttäo und cü8U8 u. s. w.? Bei gar
vielen vor der Schriftepoche über das Meer gegangenen Wörtern
hat der Accent Längen und Kürzen überwogen , wie in n!8um von
k^,«lo^, cano, ceeini von x«^«, x^»/?« u. f. w. In andern
Fällen hat sich der Italiker ganz einfach nicht an die griechische
Quantität gekehrt, wie oben in 8ci-ibo von ^«7,«, unu» von
i»'<ic, stuäium von onovs^) Lakonisch <7?rockli- wie ferner in
nnd«8 von ^^>o?, Kttmeru8 von «/uos u. s. w.

Versuchen wir denn, aus dem vorliegenden Wortschatze und


aus anderen Beispielen solche Analogieen zusämmenzuftelleu , und
beginnen wir mit der Abwerfung von Socalen, Consonanten und
ganzen Tylben zu Anfange der Wörter. Dies war bekanntlich
innerhalb des Griechischen selbst und seiner Mundarten etwas ganz
Gewöhnliches, z. B.
«<75«Pi?, '^/r«xoi (Kloeri8)
«<7?r«lß«, «<75«xvg, «/t««'^öc <7?r«lßc<>, ^«xV?, /t«v^o?
«l«

6,c<i^c u. s. w.

^,^«0»'/« (8tr»b. 8. 2«1)


19
?rk^i in

<7^^>«,c, rFßy'oc, Haut,


Fe«

Mi

^»«^/to?, '^rrt«o» (^loeri8)


Die Lateiner sind dann nicht zurückgeblieben. Tie machten
<le8t. 122. 123) l»tll aus zt!lNa, Incu8 aus 8l!no,i8, Üz auS
zl!i8, tlitaviiz aus 8tr!U»vu8.
Die Griechen warfen in der Poesie auch am (lüde der Wör-
ter ganze Sylben ab: 6« statt s«^«, «^l statt xi"HH, «)>^t
statt u^^tro,'. Ebenso die Italiker in ihrer früheren Poesie,
?e»t. p. 182: M, pro ^«-ie, et ^o — pro ^ot/««,'»»«»n s»I.
/>o/»u/o^ pozitum e^t in snlinri rarmine.
Hiernach dürfte folgende Reihe von Abwerfungen keine An.
fechtung erleiden, bei denen ich die vollere griechische Form vor
anstelle :

vulpe»
meto, me»8,n
mul^eo
contra
piru»
raruz
IN8, lU!!8
PLNU8, penc»^
lao, Iltcti8
^N»8cnr, Nll8C.s!s, NNtU3
N0tU8
108, r0ii8
centum
I»ter
loeber, über (Ioel,e8rim, lit)s-
rum, Festus)

1) Vgl. Ahrens ll. ^cuI. p. 73. 174, 211. — Abwerfunss von «- ?»u». 7,
18, 6, wo der Name der Artemis ^/«^l« uon ^.«^^,<!« «bgeleitet wild.
»- In Italien z. B. t'e'.lu» p. 125: ««».« tlumen in »^rn I.2ure,ni
«8!, <znu<i liu!<!»m .^»Im'nm voc»ut,
2*
20

(In einer oskischen Inschrift Mve'i8 luvlrei» — ^lu? '^/tv^c^/ov,


lovis I^iberi: Mommsen, Unterital. Dialekte S. 170; vgl. 143.)
t^^« novem
i^liHßo? ruber
k^k^oc rem«»
kßcv/u» rucwr
^?«»? piU8
i<s^ttl«) sw, swre
x«?rßo? aper
x^^cu, x^l6^c<>, »^t«öslo ricleo (Ahrens I, 175)
^t^vc (Rauch) IFNIs
Z«,«^, /u«<7x«^^ «l», uxilla
o6oli? äen«
o/ui/«, u/utx^, «.««3« min^a, miuxi
o^0/l»« nomen
ö?rl<7Ht(^) P08t
o^^«, «il^kI« . reFu, lex.
öz>v/^, oyv/// ru^ll
?r^«ro? l»tU5, liiteri8
?rrt^»/« tilill
l7s/>«^^<» Kilo
<7k^,^»/ lU8N», lUN»
<7ißovHo?, srßovHo? tUläU8
<7^>k»'6o»'1/ lunäil
c7^ptö«/ tiäi8
<7^xi^o? llINFU8
<?Pc3t, <7^«, <7s/'«t'rk^0c VN8, V08ter
v^«xrls« Illtro
X^«ll^«, IlleNÄ
Zwei andere große Reihen ergeben sich aus Wörtern , welche,
im Griechischen mit einem Vocal beginnend , sei es mit dem Spi
ritus Asper oder dem Lenis, sei es mit einem in dieser oder je
ner griechischen Mundart nachweisbaren oder einem noch nicht
nachgewiesenen Digamma, im Italischen entweder ein «, oder ein
v vorgesetzt erhalten. Mit vortretendem « ergiebt sich zuerst fol
gende, indeß keineswegs vollständige Reihe, in der ich die latei
nischen Formen voranstelle:
8»cer «^o?
8lll «^?
21

«»Nus «^«r»?, «^t« (nengr. /s«^roc)


83N0U5, sllücio

»äUs, «»tur
5»1ix Mt3 (biegsame Gerten, Reben,
Ilieopli. u. A.)
secu8 ')
l'eäeo
8esseste ')?/k<7r«, ^i>k«^r« (Festus)
Ml' «?r«3, «^üxl?(Ahr. II. 85)
senex «^«^, ^«^«^
seyuor

series, sennn
Welpen» k??r« (Festus)

sex, septem
8LXU8 i?,c? (Festus p. 144)

8i«3o
8iclU8
8imul «/»«
8imili8, 8iMll!a
8ine
8iIi0 (Vgl. <te8iv»re, 6«8i'
nere Festus) i««, k« (kjli««)
«ocer, 8oeru8
801 (H8Ü, ^U8Ü) ^toc («/s^toc)
8uleu v^i« (Ne^'cK. Sohle)
80lU8 o5oc
8oUu8 (Oskisch: tow8, «oli-
clu8; Festlls p. INI, 108)
80INNU8 b'^o? (6oII. 13, 9)
»orex
8oror »«e (.luno: 8oror et coiiMx)
8UllVI8
8ud, 8UPM-

I) ke8l. p. 105: Keeu8 V»!ziu8 z>»lal ex 6><>eco, <i»oä e»t ix««äicwm;


was Festus mit Unrecht absurd findet.
22
5W, 8idi , 8«
8UM ti^l, i/^l (m. .1. a. ^. i,. 247.)
8uäor
8uleu8 ö^x»c (Festns)
8UMLN
8U8 öc (<75?)
8vlvll, 8vIvH»U5
Eine andere große Reihe bilden die Wörter, die ein « an
nehmen, wo ich ebenfalls die lateinischen voranstelle:
veno, vexi, vecwrn ?/«, l?«, ixrö? ')
venu,
venter
venw8 «ki?, u^roc, von «Mt
Venu8 k»'»'v»? (^liö?), L»'v« ')
ver
vermi8
verre8 I^«oc, wilder Eber
ve8per, ve8per«i
VS8tl8
V«8w
vew8
Velia L^« (Stadt)
Venetu8
VLNU8, venuin
Vibo ^N?r«^ (Stadt)
vicus
vi^eo klck«, ick«, lak. /3tsti,'
viäuu8 l'sloc (auch aspirirt)
vißinU
vinum; vinea ol^oe 0i^o^ (Ortsname)
viola
vir

1) Die genaue Uebereinstimmung jedes Buchstaben in ^<» und velx,, s» wie


der Conjugation zeigt , daß es dasselbe Wort ist ; also tz« , „ halten , em-
Vorhalten («^")' mit sich führen"; so erklärt sich die Bedeutung »on
veKo. Ueber das Säbinische velo — velin vgl. unten.
2) Wie x«?l«, ßr»ti» zugleich Dank, Anmuth und eine Göttin, wie »<!,«^
zugleich Braut und eine Nymphe. Jedenfalls ist '/?»l,»< und Veuu8 nach
den Buchstaben und der Declination dasselbe Wort, wenn es auch vielleicht
nicht mit Kwo« zusammenhängt.
23

viridi8 i^c, lhlöoc, das Grün des


Negenbogens, '/ßtc
viru«, vi» i«j?- Z^, ^-/^
vi8cum (Vogelleim) i5ö?
VI80U8 , vizcern «3^5, die Weiche ; wxl«,»', Hüfte ?
viti8 ir^«, oissll«, /-lrF«
Vitniu« ir«H,6c (Diunv8. ^. K. 1, 35)
volo, volare «^«o/t«l?
volvo, volnmen e^v<», ei^v«, kl'^v/u,«
V0MI8, vomer ö^t?, l^t??
vomn, vomitU8 t/t^o), i^erö?
voven kFXo^«t?

vulpL8, vulpeculn «^l<i?r^§, «^«?rexo?


Vulc»r>N8 /:F^X«^oc (/^x^o?, llL8vcli.)
Viel weitgreifender, als diese Abwersungen oder Versetzun
gen einzelner Consonanten zu Aufange der Wörter, sind die Um-
stellungen von Consonanten, besonders der Liquida, aber auch
der Mutä, und von ganzen Sylben im Innern der Wörter.
Ich wollte einst Nachmittags in den sogenannten Hercules-
tempel in Tivoli treten, der jetzt eine Kirche ist; da wies mich
an der Thür ein Kirchendiener zurück mit den Worten: »i in In
d^uttinn cl»-e!>to. Er wollte sagen: „es wird eben Kinderlehre
„darin gehalten", zi i» In dotU'in» sent,'o. Ein anderes Mal
fragte ich in Theben einen schlichten Mann, ob er meinen Maul-
lhiertreiber Theodoros kenne. „Den Kahlkopf meinst Du: ich
„kenne ihn": ro? x«^«^>^,o^ (st.. P«^,«^o^) ^ic (st. ^-
^klc); rs»^ /ß«»'/^« (st. /^»^/^o,).
Aehnliche Umstellungen hört man in den Tochtersprachen des
Griechischen und Lateinischen täglich und stündlich. Der Grieche
spricht ^«s^ei? st. 6«t^«i> (Abenddämmerung), «^en^o? st.
5k?7r»'öc, 5^«^«,? st. ^«^^o? und anderes '). Der Spanier sagt
milnFw von mirnculum, und pelli^ro von penculum; der Tos-
caner Fi»lime st. I»Frimo, pndule st. onluclc, insivin st. inviclin;
der Römer crnpn st. cnl>rn, li»bbicnie st. l»biicnre u. s. w.
Diese Neigung zu Umstellungen ist nur ein Grbtheil aus
dem Alterthume. Es genügt an einige Zeugnisse der Grammati
ker und anderer Schriftsteller zu erinnern. Ltinm 8^Inbne (tr»n8-

I) Vgl. »eine Inselleisen II!. wö .sag.


24

lnuwntur), sagt?ri8c. 17, 1p. 9KryIiI, ut <ii«/»iieina pro <ii«ci/)/«Nt?.


Nnd ?e5t. p. 14: ne«i pro «ine positum est in leße cleäic»tii>-
nis »rae vianae ^ventinen8i8. Die Beispiele Outumitus für /«—
»'v/»«fs»/c, ^lumento für ^/«o^^s«,p sind bekannt. Auch die Grie
chen stellten gerne um. Paus. 3, 13, 3: '^?r»^«»'« »»'o.«.«-

s^ 5l «ex«»«"'' Andere altgriechische Umstellungen sind: r«9«-


Xo?, e«H«^oc- ^^« und k(>6«' ko^^ und k^0rtc.
Beispiele aus dem Griechischen und Lateinischen, die an Kühn»
heit und Willkühr der Versetzung der Buchstaben (da die zwischen-
inne liegenden mundartlichen Formen, welche wahrscheinlich durch
stufenweise Umstellung der Buchstaben und Sylben den scheinbar
so jähen Uebergang vermittelten , uns jetzt fehlen) dem Vulgär
griechischen x«ß«PÄöc oder dem Altlateinischcn Aspliewa und ne^i
an die Seite gestellt werden können, sind folgende:
M«/^>«e»^ ' i/x»/^!«^op palpedi»; eorebrum?
s^o^kgoc ^etwa s,o^ke«s, tenebrae

lorma
«unU»
Xt^«^ (/lreö^«) wnie», inäuca (Varro»
X«^tc (x«^tr«) ' X«?^ok ßiÄtiu; ^ratu8
<7x»?Ik<<» »pieio
l»mulu8
ve8pa
.r«Xrc citu8
it<7x«, i'<7x« Ähnlich finden, 8cio ')
dafür halten)
(So wie t?<?»« zu 8eio geworden, so ist auch 6oxF« von einem
unsichern Dafürhalten bis zur Dogmatil und Orthodozie, und
durch cloeeo bis zur Doctrin gekommen!)
lnrtu8, lül8utu8

plumdun»
x^/»«, Geld und Waare merx , Waare ; merce8 , IÜL7-
ee<li8, Lohn
?ro8erpINÄ

I) timgekehrt seht das Neugriechische dem Worte <«/« ein » vor, und macht
daraus l<?x-oc, Schatten. «.,
25

Durch eine solche Umstellung, mit dem Vorschlage eines Vo-


cals, erweist sich das Pronomen ipse als aus <77,0c entstanden,
durch alle Casus:
<776? (<7</>klic> !pse (ip8U5)
<7</>^oc (<7^>F«c) ip8iU8
<7Pkl, <7^ö»' (<7^>f/j . IP8I, IP8UN!
und in der Mehrheit:
<7</0l, <7^cu^, <7</o»c, <7^>«,l!c ip8i, ip8Uium, ip8i8, ipsos.
Die Umstellung der Consonanten findet sich hier bereits in
dem Tyralusischen i^»>, ^l/F bei Ideoci-. 4.3, nnd der vorschla-
gende Vocal in dem Aeolischen «<7^>t und «<7^k (vgl. Malchin,
Gl. Or. I. 176).
Durch Umstellung ist auch die gewöhnliche Copula entstanden
-(wie das Vulgärgriechische iu der Umgangssprache die Präposition
rc, kic geruc umstellt, 5k statt ic, so wie ix, iz iu Zusam
mensetzungen, z.B. ^k^e'x« st. k^H«, 3k^,'^« st. kx?r/il!^c<),
zkx«>e"7röc st. kxx«z>t<7^<ic u. s. w.). To bildet der Lateiner
et aus rt.
Weit zahlreicher sind die Fälle, in welchen die Umstellung
bloß eine Liqnida trifft, wie im Altgriechischen H«p<7«,c und H^«^
o-rc, x«esl« und x?«se^, '^^os/^ und ^/^ops«r« (kretische
Inschrift), ?r?öc, ?r^ori, und ?ro^rl (?i05/, ?ro», in dem Mo
natsnamen /?olr«,ö?r«,c) , <7^k^? und <7rk^5c u. s. w. So
haben wir:
?rptl>/t«i^, ?r^i^l<)^ pulmo
'
^vxl'c (vgl. ^/köxoc, 6k?xoc) clulei8
/^«^p«, t^««/>u sealpo , 80llll>8i
^li«/>«i, t^v^/« 8culpo , 80Ull18i
k/iöc MeU8
^lö^' NUIN
f»«^, /j^ NiUN, ,Lnim
X^>«^k« cc>rnu8
x^lxoc eireu8
X«<1Xt^«)? cancer
x^«>« (vulgärgriech. x^«), cerno
unterscheiden , sehen
^«t/3o? (krummbeinig) VlllU8
L«el'e Fl'ÄVi8
,3kß/uöc (Ht^e»c), Ht^y? lebii8
UF?l«^<<) «g?I«I 1 llpio ; lllpllX
26

rt^^ teuer
7r«l)ß«>? parvu8
vl/»^o? 8Ubl!M!8
<7r^F^«, rß^?r<» vertu
x^tH^ Koräeum
xßto'? Kircu8
Die beiden letzten Beispiele gehören eigentlich schon einer
anderen Reihe an, wo nämlich durch die Umstellung der Liquida
in dem griechischen Worte der Vocol vorantritt, oder dem grie
chischen Consonanten erst ein schwaches e vortritt und dann im
Lateinischen noch ein ^ « oder v vorgesetzt wird wie in x^löc,
t>ircu8, in xßlHH, lwräeum, in «^«i?r^k, vulzie«, u. s. w.
Andere solche Fälle sind:
H«,PFl>), ißö^y<7« 8ort>eu, s»b8orn8i)
HH/»« verbum ')
^txü«, i^lx^<7« vinco, vicl
»^o/u«t, ^kv^«l venio, veni
^«), ^k<7^o? «eco, «ecui, «ectum
^«o,, §«/^« vexo, vexare.
Ie weniger dieser Beispiele sind, oder vielmehr je leichter
sie der Wahrnehmung entgehen, desto ausmerksamer muß man sie
verfolgen. — Der Vocal kann aber auch offeu bleiben, und so
haben wir im Vulgärgriechischen l'^« statt ri»'u, im Griechischen
und Lateinischen:

^«/7rol»'kl impune.
Damit erhalten wir denn den Schlüssel zn dem Lateinischen
in privtlUvum, welches nichts anderes ist, als das griechische
»'H, das zugleich auch die Negation «e hergiebt. Beide Formen
bestehen neben, einander in:
nel»näu8 und intanÄu«
ne8ciu8 und l«8<:m8
»epu8 (non puru8, Festus), impuru«.
Da wir eben bei den Liquidis sind, und in diesen Dingen
eine Wahrnehmung immer auf die andere führt, ohne daß ein

1) In vüibum ist bum bloße Endung , wie in »rvuiu -^ «^<«/«« (Taot-


land). Die Lateiner hätten auch die griechische Endung beibehalten und v°r-
men oder vermenluin bilden können, wie ^^«, fl»Fmen, fillFmenlum,
2?

fester Gang inne gehalten werden kann , so bespreche ich gleich die
Vertauschung der Liquida unter sich. Die zahlreichen Fälle die»
ser Art sind der Beobachtung der Alten nicht entgangen. Man
kann damit auf das Aegyptische zurückgehen, wo die Keto im
Griechischen zur ^rco', und ^nepou, wie ich bereits gezeigt
habe, zu ü^uin^ («Uknoö) wird. So sagt I^ue. Mäie. vo-
call. 4 : o«'x «p k?ro^Hu« /^X?l ^^ ^F ^«/t/36« r«^ H«,
«li«/t^>t<7/3^roli^ Trk^i r^? x«ssss^ok«? x«i xk^>«^«^,^«?, um
nicht au den stotternden Alkibiadcs bei Aristophanes zu erinnern:
ö^Hc; Gt^cs^os r^ xk^«^,^ xcl^«x»c k/kt, oder an das Wort
spiel des Komikers , ^co?rls«l st. 6e«?rls«l '). Auch der Wech
sel von H, und ? ist bezeugt, kri8u. I. p. 45. Krenl: 8oled»nt
vetu8ti88illii Oraeeorum i pro n senbere.
Hiernach haben wir im Griechischen z. B. ^<r?o»' und ?/-
reo»' (^Ioeri8), in neapolitanischen Inschriften ^«vxk^«^«^ statt
^«vxk^«exkl»' (?illnx. aä l). I. 6. n. 5790), in einer thcssali-
schen L^l?rkli? st. '^t?rkr? (U85inF, In8cr. (lr. Ineä.), bei Stc-
phanos T'F^to« und T't^ke«, im dorischen Dialekt k»'>?«>,
/3F^r«7ro?, ^«>r«ro? st. i^H«ü»', M^«7ro?, ^/^«ro? u. s. w.
Die HA»',i«» in Hellas und die M^v«l in Lycien waren also
dasselbe Volk, ein semitischer Stamm, wie ?^«c und ?h«c
sprachlich zusammenfallen ; wie '^?rke^«l, bei Ptolemäos ^^-
^«l , in Lycien nnr eine mundartliche Form statt ^?n^«l', die
Apollonsstadt, ist '). Der wilde Birnbaum, «xe«c, in Grie
chenland sehr gemein, heißt neugriechisch ü^ü6«, aber auch diese
Form muß schon alt sein, denn bei Paus. 4, 19, 1 kommt ein

1) Auch Ovid kennt den Uebergang von »- in l , wenn gleich das Beispiel,
an welche« er anknüpft (Nemu8, I^emure8) nicht zutreffen mag, r»5>. 5,481:
^8per» mul»t» e»l in levem tempore lon^o
Miller» qu»e tolu nomine prim» luit.
2) „Die älteste römische Form des Namens Apollon war äpen», der Er-
„offner", meint Mommsen, R. G. I. 165. Allerdings heißt es bei Fe-
stus im Auszuge des Paulus Diac. p. 22 MM.: äpellinem »nli<i»i iliee-
dxnl pro ^,pullinem. ^/»«»'ta iäem Apollo vnllllb»tur, qnia patente eur-
lina reüpo»»» »b eu äenlur. Aber die letzteren Worte klingen nicht, als
ob sie von Festus selbst herrührten. Sie sind vcrmuthlich nur ein verun
glückter Versuch des Paulus, zu erklären, was er selbst nicht «erstand
(^ulluclan, »b8Uu8» penitu8 »lilu proprio enuele»U» , wie er in der Dedi»
cationsepistel sagt). Mit einem Worte, Festus hatte geschrieben: ^pcrl»
(d. <. ^ln/ß^««) iäem Apollo vue»balur; Paulus fand in seiner Handschrift
äpeil» oder las fälschlich so, und setzte nun seine Auslegung hinzu. Daß
28

Korinthier '^/^«6«io? vor. lleberhanpt macht das Vulgärgne-


chische von der Vertauschung von ^, und ? einen weiten Gebrauch :
?r^,«>g« st. ?r^«^«, «^/rßl st. «?o5^o»', «/tF^)'« (vgl. '^/^uo^-
z'o?) st. «^F^«^ «e/<v^öc st. u^vßo?, xoy^o? (Meerbusen) st.
»<i^,?ro?, u. s. w. Nicht weniger das Italiänische von i und n.
Palermo st. ?anoimu8 (/?«»'k^o?), VoloßNll st. Lonom».
To haben wir denn im Lateinischen

Xk^ls«i»' lnrunäo
i^/u,«^c vermis
,^,k«glo^ lilium
X^öo?, xß«? culo8 (— r)
/»l^o?, /ul^/op minium
I^MpllÄ n^mpn»
«0^,^,»/?' «c//«, «k^,^,^ omnis? amni8?
/«^«^« ^lllnäo
«t>t<7^k^oc sinister
«^«« areil
8tMieiäium 8tiriciöium (Festus)
Fi-oma ^^«'^«i»' (Festus)
Hieran knüpfe ich gleich die Betrachtung der Fälle, wo die
Liquida in einen Vocal, in t, ii übergeht. Ein Beispiel aus
dem Lateiuischen haben wir bereits oben gehabt, an labrum nnd
Indium von ^«^oc. Sehr häusig wendet das Italiänische die
sen Wechsel an; aus dem Griech. icke« macht es »eöi» (welches
Wort wahrscheinlich bereits in der alten lin^ua ru8tiea da war;
vgl. kpFsß«, Lat- insimae); p!ü aus p^u8, Nore aus iio8, elüavo
aus elavi8, u. s. w. Eben so das Französische, welches das l in
» verwandelt: 8auwr st. 8lllt»re, »nne von ulna, antel st. al-
wie u. s. w. Es war dies schon kretisch: Hkv/c«rH«« st. HF^,-
^k<7H«l, «vx«»' st. «^x«»', «vffoc st. «^<?o? u. s. w. ; vgl. Ah»

co unmöglich ist, von »peri« ein römisches Substantiv »perl», „Eröff


net", zu bilden, fühlte schon Scaliger; er suchte daher nach einer andern
weniger unglücklichen Erklärung. Ebenso Müller, der, da er sich leine Re
chenschaft zu geben wußte, den seltsamen Namen zu den im Munde des
Volke« corrumpirten Wörtern rechnete, wie L»t»miln8 für /«vi^s,/«,
»pw8lre für «7^«»lo».. Die zweite Stelle, wo man .^pen»e in einem
tragischen Fragmente zu finden glaubte, ist glücklich in »perle emendirt,
was allein dort paßt (lUbdeoK, 1>aßß. I.at. p, 205). So muß denn der
Eröffner sich gefallen lassen, wieder zu einem schlichten .^pei-I» zu werden.
29

lens II. 111. Das Nengriech. hat <?«??«>? st. «r«^o-, u. s. w.


So haben wir dem:
«^^o/u,«l- «^^05 8il!io; uliU8
^l'^o»' lolium
«ollum (Oskisch) »nimm? Festus p. 108 ')
und umgekehrt im Lateinischen die vollere Form, während das
Griechische das zweite ^. in t verwandelt hat:

Weit häufiger wird «' in i verwandelt, worin 5as Griechi


sche wieder voranging. So muß, nach der Analogie des Neugr.
<7«?«o? st. 5«W?oc, dem «^«»c ein älteres «^oc (Ital. 8»Fro)
zu Grunde liegen, dessen ß wieder in sacer, 8lleri hervortritt.
Von /u«xpo? bildet das Griechische die Eigennamen Mtx/«»,,
H5«^c<,^. Neben ^?o^«c besteht /?o^«? (Nengr. öoz>t«c). Das
Lateinische verkehrt nun das »' gerne in i.-
^«/3^o? läbrum, Indium
«^»/»' »rie8 ')
^«leßlic, inaeer mllcies
«»i'us, aeer (lleer vuIIU8) aeie«
seaber 8c»die8
8»tur («ö^^, «^,tc) 8Ätie8, 8u!iel»8
«^ö? (von weichem Holze) »bie8
txv^o?, 8ocer (giebt auch) »ociu8
i^FFß« in8ic!iae
^k^^« (nengr. Mrß««) motior (meto, metni)
Weit lehrreicher aber für die Vergleichung beider Sprachen
sind die ungleich zahlreicheren Fälle, wo das Lateinische zwischen
zwei Vocalen eine Liquida, /i n oder »v einschiebt '), die also
ursprünglich anch in der griechischen Form dagewesen ist, aber
durch t ersetzt wird; wenn letzteres nicht durch den. voran gehen
den Vocal ganz absorbirt ist. So in den Genitiven Mr. der
ersten und zweiten, und in den Beugungsfällen einiger Para
digmen der dritten Declination:

1) Nach der Folge der Buchstaben ist bei Festus a. o, O. 8«»» beizubehal
ten, nicht 8«lin zu schreiben.
2) Vgl. Varro , Ii. 1^. 5, 98: nrie8 quuä eum äi«ed»nl «^,/»' (?are8?) ve-
ter«8, n«8tri »rvißll. — l!s. Ne8^o!>. : «ß»/«, «^lv ^ßö,Ä«^o».
3) ?e8t, p. 12: ^Ve^uinnnt pro nequeunt, ul «olinunt et se^innnt pro
»nlent et leriuiN, clieedanl »nliq»i. Vgl. .p, !N ; 95; 175.
30
I/ov«r«p (Hsovss««»')
^Vo/t^>«^ ( — ««p) N^MpKal'UM

ju^e^um (heteroklitisch gewor


den)
tempu8, tempo^is
cini8, eine»'i»
'^li«, ^voii? Venu», Vene»'i»
Hiernach bildet das Lateinische, durch Wiederherstellung der
ausgeschliffenen Liquida, eine Menge Wörter, ienen man ihre
reingriechische Herkunft nicht immer gleich ansieht, wie:
OlO? 80IU8
(Als Ortsname in den Formen 0l'«,»', 0i«, "««, "H«, von ur
sprünglich einsam und öde gelegenen Orten).

tuli8
8llNU8
plenu8
peni8
8^!vllNU8

doNU8, d«N«
8imiÜ8
minor, NÜNU8
8IN0, 8inere
I^atonll
^l/H„c, ^V^Hvo? ') ?1eptunu8
7arU8
PIlU8
lo? viru 8
ö«?, «^ (weibliche Genosstun) 8oror
»UN 8
'
«^«<l? (' ^^«v^oc) c!lllU8
NMU8
MU8 , MUIi8
PU8, PUN8 ,'

I) Ueber ^K^« -- Neptuns (titrust. >'ei!»i»8) vgl, Mtb , Oesch. d<r


Philos. I. Anm, T, 202.
31

ev«, «v<7« (sengen, dörren) uro, U88i suztrin», k^'ss^«.


Ort zum Verbrennen)
Ueber olo? -- 8olu8, o/tolo? - 8imiliz, i^c — bonu8,
«« -- «inn, l6? — viru8, ö«^> — 8or0r, ev« - uro, buro
(nu8wm, comburo) sind Sie vielleicht auf den ersten Blick et
was befremdet. Aber erinnern Sie Sich des Ausstoßens des
Zischlautes bei den Doriern: ?r«« st. ?r«<f«, ^ovl5 st. ?"5<tt^,
Hs«« st. H?«<7« (Böotisch ^luna, ^/ov«, ?N8c. 1. p. 40), auch
des H (C. .1. 0. n. 1588: «»^Ht«^ st. «»"^e<7«^i wenn es
nicht x ist st. «^s-elx«»") wie Ahrens I. 174 u. 211 erklärt),
jedenfalls des x (5. 1. 6. n. 1569. a. III. «?r«,ckks«5«»"H/ ft. «?ro-
sksalxctt7t) , so wie des )' in o^/oc st. o//^o? '), und erinnern
Tic Sich ferner, daß dies Abwerfen und Ausstoßen von Conso-
nanten noch heute in verschiedenen Gegenden Griechenlands im
Munde des Volkes fortlebt, wie auf Rhodos: ^o«ro^ st. ?rß«j-
/3«ro?, ^«r^ovil st. ^,elrovß/kl, klx^« st. öe/x^o' (6k/x^v^t),
ov^e«'« st. sov^kv«, ?r«ll> st. ?r«uö/>, ^^«^>/« st. ^^«^^o»,
x«oc st. x«^,öc, r«« st. r«9« (^ «e^) '), auf Cypern ioi st.
i^«, e^ st. s6»', '//«l^ st. <//«Hl> (^/«H«, u. f. w. '), in viel
leicht noch größerem Maße auf Lemuos und Samothrake *); und
Sie werden dem Organ einiger alten Stämme dieselbe Befugniß
einräumen müssen, so wie den Italikern die Befugniß, die ab
geworfenen oder ausgeschliffenen Consonanten wieder herzustellen.
Hieran knüpfe ich gleich die wenig zahlreichen Fälle, wo die
italischen Mundarten dem griechischen Vocale einen andern Con
sonanten , als « oder v vorsetzen , oder wo sie umgekehrt den An-
fllngscousonanten vor dem griechischen Vocale abwerfen. Zu den
Fällen der ersteren Art gehören:
buro (in oom-K-uro), bu- tv« - eb'^«, der Ort zum
8wm Verbrennen

carmen, alt o»8inen ^c7/l»«


(Davon 6»rmon8, Oarmonw, 0»8men»e; fllmen»e')).

1) Ahrens II. 74 — 79; 87. Vgl. Paus. 8, 3 , ! ; 5, -..


2) Rost, Insell. II1. 173 fg.
») Rost, Inselr. IV. 209 fg.
4) Nach den Mittheilungen von Blau und Bchlottmann in den Monatsbench-
tm »er Verl. Akad. 1855 , S. «II fgg.
5) V»>ro I., 1^. ö, 26 fO8m<?nll«. -^ Ollsmen»«»): In mull!8 verbl8, in
32

«s/t« earpentmn; carru»


kvp«j, k^«<', Lager, Bett, cimae. Wiege. Nest; Neugr.
Nest; auch r« kv«« r« xov««
Lamers, ^lavors, Mrs '^ß?s, '^?t,'c
terr», (lera, Varro) t^«' ^«^t
Iuran, Etruskische Venus '0<h«^«
Inrm», Etrustischer Mercur ^e^c I'erminu»)
Zu den Fällen der entgegengesetzten Art zähle ich:
»per x«?rLoc (Varro)

Wie aber pecten, peetiui8 von xrc/c, xrt,^öc zu der ganze»1


Vorschlagsylbe gekommen, weiß ich nicht zu erklären.
Sie sind erstaunt über meinen frischen Muth , auch etruskische
Namen mit in die Betrachtung zu ziehen. Leider nur Eigenna-
men, da wir der Sprache noch gar nicht beizukommen vermögen.
Aber das Etruskische kann nicht ganz umgangen werden, da den
Latincrn Manches, sei es unmittelbar aus dem Orient oder auf
dem Wege über Hellas, nur durch Vermittelung des rätselhaf
ten Mischvolkes der Etruster zugegangen zu sein scheint. Zuerst
der Name I.»r, I>»l5 (^«?0?, ^«?«c). Dies scheint aber bei
den Etruskern kein Eigenname, sondern ein allgemeines Ehren-
prädicat: „Herr", gewesen zu sein, z. B. bei, Königen ^»r ?ur-
sen», I.ar luluiimiu8. Dann heißen alle göttlichen Wesen, von
den höchsten Göttern bis zu den Dämonen, Genien und He
roen '), I.»r, I>are», und in der weiblichen Form I^as», I^aru.
Das Wort ist aber in dieser Form unmittelbar pelasgisch, d. h.
nach meiner Ueberzeugung semitisch oder phönicisch- ägyptisch. Es
findet sich daher in Griechenland noch in vielen Ortsnamen, wo
Pelasger gesessen; in Argos, in Thessalien, Attila, Kleinasien
und anderswo in ^«?-l5<?«, die „Herrenburg"; in Elis in
dem Flußnamen ^«ßta'oc, der „Herreufluß"; ') in Nöotien in
^/«?-v/u»'«; in dem Bergnamen ^l«^'<?«,,' in Lakonika (Paus.

quo »ntigui uioebaNt 8, po8teil äielum n. — 27: II ?xti'il<» t!»menae

1) Der Lar des Hauses « x«^' oix/«^ ,jh<««, viu»^8. ^. N. 4, 2.


2) "/»<»« als Berg und Burg (;. N. ^/l^»««?« , Umberg , ^lk«»»« , Gegen»
burg ; ,Lll»a<»« , ^««»<in, u. s. w.) nachgewiesen in der Ztschr. f. Alterth.
l8bl» , B. 197 ; - »<?»« oder - «»«« als Fluß (/s,,^«,o« . Gartenstuß ; '/«-
^«<7»«, Regendach; .^v),«»«, Mühlbäche, u. s. w,) ebendas.
33

3, 2, 22); in dem Namen des Zeus ^«^v»^oc, offenbar von


einem „ Herrenberge", ^«^v^H»? (wie denn die Ortsnamen auf
-wH-oc, -l'^o?, - t»^«,? immer Berge , Höhen, Kuppen, Inseln
bezeichnen: ') ^v^Hoc, ^/g«xv^Hoc, ^«xv^H»?, ^t^^x^^Ho?,
'l'lßVl'?, ^v^Hoc, ^l^^Hdc, ^txö^Hn?, Dreihügel, vgl.
Xllßvc, x«jßvH«>?, ein kuppenförniiger Helm, und x«,^^' K^-
ß/^Hoc, ^^«»H«,?, ^«/tt^«,?, //z'k?r^cl'l^Hog) u- s. w.); in
^«^«»'s«, ^l«^»»,, in dem Mannsnamen ^i«^,/o?, „Herr
chen " , u. s. w. Die pelasgische Form ^«e ist in Griechenland
verloren gegangen und im Mittelalter der griechischen Sprache
durch H'e«?, später durch xvzxo? ersetzt worden, ohne Zweifel
beide von demselben Stamme; bei den Etrufiern blieb I.ar als
Herr (??«?) und kam von ihnen zu den Latinern. Gs wird
denn wohl auf das Aegyptische li»r, dor zurückgegangen wer
den müssen ').
Dasselbe i statt des Spiritus Aspcr und statt eines ursprüng
lichen, aber ausgeschliffenen Consonanten finde ich nun noch in
einem andern etruskischen Ehrenprädikat oder Rangtitel, in In-
cumo — H^k/u«p. Denn auch Lucumo ist nicht Eigenname,
sondern Bezeichnung der Ersten, der Archonten, der leitenden
Häupter des Adels in republikanisch gewordener Zeit, der prin-
eipes, wie sie bei Livius heißen. Die Römer machten daraus
die Benennung eines Theils ihrer ersten Ritter, der Luceres,
und ihren Eigennamen l^ueius. Indeß damit wäre wenig ge
wonnen; die Bemerkung greift weiter. Wir haben bereits ge
sehen und werden sehen, wie H, und 6, r, H, wie i und ti, t
im Griechischen und in den italischen Mundarten wechseln. So
gewinnen wir durch lueumo — ^k^«^ den Schlüssel zum latei
nischen äucu und äux, öueis, welche nichts anderes sind als
H^«, ^ni!/u«l- im thessalischen Dialekt, wo sich der Eonsonant
erhalten hat, 5«^öc, 5«^«, r«^»wa, (vgl. /3«/oc, lak.). Den
Uebergang von ^ in « zeigt auch riteru» — H^o»', «rk^^«/ — luna,
1) tieber die Ortsnamen auf -«^<>n«, -nvK»«, -«'>>««' -»^»« ebendas.
S. 185 fg., und meine Deinen von Attika S. 92.
2) Auf vhönicischen Münzen (Gesenius p. 279; I^u^ne», Nnmi8maliyue
äe8 8ntr»pie», unter Pharnabazos, N. 2 u. 3) wild Kilikien I>iliK ge-
schrieben; in dem Nachbarlande Armenien vertauscht man noch heute K
<M) und l, wie in eii»2»r statt I,»2ni-u8. So konnte man in X/^5,
lülili , auch ^ mit >i vertauschen , und so erkennen wir in den ^-^«7««
nur eine mundartliche Form für Xttlx«« , also auch einen Stamm semitisch -
syrischer Einwanderer. Vgl. H. A. L. Z. 1847, N. 108. 3. 860 fgg.
IWNlei u, Gräle» 3
34

,'slo? 5W0? — ciullin tum, und Von « in «.- umbo — «/t-


L«^ (auf Rhodos z>/3«»').
In einigen Fällen ist die Liquida auch vor einem Konsonan
ten in einen Vocal, in t oder e, verwandelt worden. Der
Uebergang von ? vor <7 in l oder v oder seine Absorption im
Griechischen ist bekannt (tic st. i^s, rlHk^s st. nHF^?, 060V? st.
ösö^c, ^«c st. 7l>«»'c, u. s. w.; vgl. Ahrens I. 69 8^cl.).
Dieser Analogie folgt
«invz st. «^?rvc, Lat. Ältu8.
«i?rkl»'0? »IpinuL.
Das ursprüngliche ^ von «^?,v§ ist erhalten in Eigennamen:
^lpe», "^H,?«?, r« "^?ikt« oß^. Ferner in '^n^oi, Stadt
bei den Thermopylen; ^n/o»', Hügel in Sparta (Paus. 3,
18, 2); '^?r«?«,?, Berg in Macedonien. Vielleicht gehören
hierher auch ^o^, See in Macedonien, und S«»/3^, Stadt
und See in Thessalien; jedenfalls aber
«^^o?, schmerzhaft ueßer, llLßrotu8
«lV« llr<^ec>, aber »estu8
Ich glaube weit genug gekommen zu sein, um Ihnen den
tilius als vili?, d. i. P«5^«>c plausibel zu machen. Daß die
Aspiraten ?> und / in den Spiritus Asper, in ü übergehen, ist
bereits durch einige der obigen Wörter erwiesen, wie Poe/sH,
Pt^H — Kerba, /oßro? — KortU8, ^k^tö«^ — dirun^o, und
wir kommen darauf zurück. Umgekehrt wurde der Spiritus Asper
im Lateinischen zu ^ in iurea - vex«, lormme — °0^/ut«<
(8trab. 5, 233), und das H wird wieder in der samnitischen
Mundart zu ^, wie in x^n? ^ Kircu» — Ni-eu8. Dieser Wech
sel von /- und H hat sich wieder im Spanischen erhalten: dablar st.
tÄduIai-i , merro st. lerrum , tcho st. Klius. So machte das Griechi
sche aus Pl!^/o? erst v^oc, dann wurde das ^ ausgeschliffen und
das an seine Stelle tretende t von dem vorangehenden v absor-
birt, und so entstand viöc, mit verändertem Accent, um das
Wort von v««,? zu unterscheiden. Das Italische behielt die alte
volle Form Miu8 — y>^«,?, aber wie um leinen Zweifel an
der Identität des Wortes zu lassen, kehrt im Spanischen die ab
geschliffene griechische Form, Buchstabe für Buchstabe wieder:
niju — vio?.
Ob dies Alles auch aus dem Sanskrit nachgewiesen und er
klärt werden kann?
35

IN.
Kx lii'lwci8 uNll »mit pluriiu», prlleoipue-

on den Liquidis, ihren Vertauschungeu und Uebergängen, Aus


lassungen und Einschiebungen , gehen wir zu einer andern Buch-
stabengruppe über, zu /» in seinen Beziehungen zu den Lippen-
buchstaben L, n, ^>, oder m zu i^ /,, /, welche Gruppe durch
ihre Wechsel und Uebergänge bei der Wiedererkennung und Nach
weisung griechischer Wörter im Lateinischen sehr viele und oft
unerwartete Aufschlüsse giebt. Ich beginne mit einigen Beispie
len des Wechsels dieser Buchstaben unter sich im Griechischen
selbst; zuerst /3 und /".
/l«ß/3troc /?«^tro? (äolisch)
/3k/lt/3ß«c /l»«^/3ß«? (Etilen. ?, 28?)
«/3ver<7«,? «/Kv<?tro? (lcck. , Hesych.)
^F^öt?' ^^o5 M^st? Hl^l»5 (8tepK. 8. v.

^«v^so? M>l«5»'6«,c (auf Münzen)


H«,^/3«<7rn5 (in Karlen) M,l!^««7r«,? (8tepK. 8. v,)
'^/^«»'r«« ^/»«»'rl'« s8tepli. 8. v.)
^,«ß^«/t«t /3«^^«/t«t (kerkyr. Inschr.)
He^oc (He^^ö?) ^/3ßöc (lebn8)
/»o^ro? (/l»^l»roc) /3^oro? (Ne8^ot>.)
Der Wechsel von n und ^ war den alten Griechen so ge«
läusig, daß er z. B. dem Witzling Stratonikos zu einem Wort-
spiele Veranlassung gab. .,XtKen. 8, 352 erzählt, daß Strato
nikos von einer kleinen Stadt spottend sagte: «vr^ °v nö^c
36
k55^, «^« jun^lc. Die Beispiele im Griechischen sind daher
sehr zahlreich:
Mittönk?
Hlö^l? Hll^6«z«»? (lalon.)
^/kßssk^»^« (lal. ; c.I. n.1464)

/uk^^«l (^tli. 6. 264)

/^krce^ki^«»? (No58 , In8er.


6r. n. 311)
Auch im heutigen Vulgärgriechisch finden sich hiervon Bei
spiele :
7?k»'r^ (Mika) Mk?5F^
/?/?«?« (Lycien) Mi^«ß«
^olo^ /^<»<^ (Ross , Inselr. 4,211)
/u.^« ?r^/u« (ebendas.)
Ebenso wird das griechische L, ?r und ?> im Lateinischen zu m,
und umgekehrt ^ zu L und ?:
melior
^o^öc. Sack (Schlauch) aus
Rindshaut
wrd», turm»
praemium
pulluu; corpu8 ')
^0^ (neugr. ^kß^txö^) pörtio
Ml», paNior

menüieu8
menäax; inenäaeium
pwmkum
M0N8
multU8
8UMNU» («eil. «. /^. 13. 9)
üamnum
Wmulu8
t,lÄme8, trllmiU8
«/«?!««> («^?r«, «/i?I«) amo
o??^c, o?r^,^? c?r^l^c) iniles, militi8

1) Vgl. im Lattinischen zlnmu8 und ßlnwi8, ?>>8«, I, p, 42 lii«!,!.


37
?r^r»'«, ?ll^^F«, ?rtr^«<o, mittu, misi?
/rl^^l' ?rk^«»'»'v/ut, k?r^«a'«, ausbreiten, auseinander legen,
niederlegen, sinken machen; das Causativum zu ?n?rrlo, t?rc-
<7«,?; im Neugr. in der Form ?r65««, i?rFr«3«) und in der
Bedeutung „werfen, von sich werfen, niederwerfen"; ein altes
Medium von dem Stamme /?^?'H ist n^ro/u«,, ?rk^«^«t (Neugr.
im Aorist i?rk5«xF^), stiegen.
Der Uebergang von ?r in L bedarf kaum einer Erinnerung :
v?ro, li?ro, k?ri 8ub, ab, ob
?r<5^k/to?, ?r^k/t0? bellum
?«>« bibo
?r,'3o?' ?rv^oc buxus; burlU8
Ebenso versteht es sich eigentlich von selbst, daß ^ gewöhn
lich ^ wird :
Pz>^, ^pß«,l/rl? llNN8, llonti8
^>«i^<» isne8tiÄ (l«8trÄ, Festus)
P^ö? yiv^o^ lllFU8; tolium
t/f/^«' ^>^l- ^>k,^l<, lero; lor, lari; lu^in
^>«^o? lar, larn8; lllrina
ss^>k^ön^- er^>ö^o? lunäa; WN3U8
Pvx«,?- ^x»(>- ssl^«»' tucu8; kur: 8ilu8 (Fcstus)
ss^,«^«, tssP^« lallo, leleUl
P^v/co (Festus) trißo, lrixi, tnetum
^>^k«, ^ol«, P/v«, qucl- iluu
len, sprudeln
^ot^»c, blutig ; ^ä^oc, Mord iunu»

P«o?, ^p«^^, P«^6c, P«5<7t? lax , laeis?


P«^,«»en'c ralacer, unbestimmter Gott in
Rom.
Nicht minder wechseln n, j» und ^, ^.
//«^, G«^? ?llUNU8

P0ßrö«, belasten port»re, die Last tragen


?rklHo/u«l' ?ri^o? Näu; Näu8
Daß /3 in /<, und /u, in /3 übergeht, ist im Vorstehenden ge
zeigt worden. Da nun die griechischen Labialen im Lateinischen
öfter zu ^ werden, so kann auch ^ durch Vermitelung des /3 zu
?> und / werden , wie gleich gezeigt werden soll.
38

xo^v/u/3^ xo^^^ (Ahrcns II, 84)

FoP^«' «^e/o?' t>p^>o?' o^- 8orbeo; »Ibus; orbus

pFP05, ^k^>F^,^ nudes, nebulll

s»,'ß/u»/D (/3^^^^) lormiea


/uv^^sc,»»' (Ameisenhaufe) lormiäo ? (Vogelscheuche, Schreck-
niß).
(Vgl. /»v^o?, /»»^o?, M»ß/»<ü, ^o^v»'«, /toß/t/a'a'o/t«t,
/uoß/to^,^rro^«l, und bei Nes^ed. : /tö^«/' /«^k?rH, kx?r^»/x«x^.)
Wenn Sie bei /»v^^s«p — lormiäa auch noch Bedenken
haben mögen, so steht doch ^v?/»^ - tormie» ganz fest, und
dies Beispiel allein genügt zu einer, wie ich hoffe, nicht un
dankbaren Abschweifung in die Mythologie, in der ich bei der
Frage nach der Herkunft der Götter immer lieber mit Herodot
den Namen nachgehe, als den so schwankenden und im Poly»
theismns so leicht von einer Person auf die andere übertragbaren
Begriffen und Wirkungskreisen. Auch die Legenden und Sagen
werden frei nmgestaltet, von den Dichtern umgedichtet, von einer
Personification der Gottheit auf eine andere übertragen; die Na»
men bleiben, und wo man sie wieder aufzufinden vermag, geben
sie den sichersten Leitfaden in dem Labyrinth der Verbreitung der
Mythologie von Volk zu Volk. Die Aegypter hatten einen Mu
sengott, dessen Name M«^, HWN3(/), H^N gelesen wird und
Licht, Glanz, »plenöor bedeutet, und dessen weibliche Genos-
sinn die latne ist. Tafne ist die Daphne, ^/«s/>^, und folglich
der sie liebende Gott HWN6 kein anderer, als mit Verwandlung
des HF in <V und Anhängung einer griechischen Endung der Hel
lenische <V0/St)Z, <V«,l/30?, den die Griechen dem Helios und
Apollon assimilirten und identificirten '), der als solcher die

1) Dies Assimiüren und Identificiren in der Mythologie nennt Plutarch .^n.


ton, 80. Hg»«»««»i?? , ^ri8liä. 6 UV«»x«»i)? und <n«'«fn^u«>i!>, sonst el
und Pausanias einfacher «ßoa«z'oßlu«» und i-invo/««^^. — Neb« Moni»
Phobos und Daphne s. Roth ». ». O. V. 299 u. Am. 172, 3. 141.
39

Daphne liebte und verfolgte, und der griechische Musengott war.


Und da wir einmal bei den Götternamen sind, so wollen wir
gleich noch Einiges mitnehmen, was zum Theil bereits in den
vorigen Brief gehört hätte. Auch der hellenische 'A^toc, 8oI,
ist nicht auf griechischem Boden erwachsen. Der ägyptische Son
nengott Ke (K2) oder I.e (denn ^ und i ist im Aegyptischen iden
tisch), der dem Zeus- Amnion assimilirt wurde, ergiebt durch
Umstellung 'M, V?, '^, LI. Lr, ^r. und in dieser Form er
scheint er als Feuer- und Sonnengott bei den semitischen Stäm
men der Südküste Kleinasiens, in Pamphylien und Cilicien '),
während ÄÄ in Babylon in digammirter Namensform als ^^,
HH^o? wieder dem Zeus assimilirt wird. Bei den Hellenen er
hält er denn eine griechische Gndnng und wird zum ^^«,? '). —
Das weitere Beispiel geHort ebenfalls zu den Umstellungen der
Liquida und betrifft die ägyptische lleitli, die durch Umstellung
und den Vorschlag eines Vocals aus ^V«?/H zur hellenischen ^HH»^
wird. Nicht anders ist es der Nattwl, '^H«e, "^Hvßl ergan
gen, die wir durch den Wechsel von H und P (wie in ^,^ ^
H^e) in der kretischen ^^l»^5« und dann durch Umstellung der
Liquida in ^^l»6«^ wieder finden; wenn hier nicht vielmehr
ein phönicischer Name der Göttinn, ?KereclLtli, ^pliereclLtt, '),
von ihrem Symbol der Taube, zu Grunde liegt, der dann von
der ägyptischen ".^H«,? oder wie Röth will, von «^oc seine
griechische Vocalisirung erhalten.
Weil ich aber einmal bei den ägyptischen Göttern bin, die
sich unter der einen oder der andern Verkleidung bei den Grie
chen wieder finden , will ich gleich noch einen Gott ans den Wol
ken herunterholen. H>k<x«5, ^»"o^x»?, s^o^>o? ist die dunkle
Luft; »^«,?, nube«. die Wolke. (Aehnlich im Dänischen
Sky e, die Wolke und die obere Luft; im Englischen »K^, 8KWz,
der Himmel.) Hier liegt den gräcoitalischen Wörtern wieder ein
ägyptischer Gott zum Grunde, H^^i^, ^^, Aeb, llub, der
Gott der obern Luft, den die Griechen dnrch u«H^ und n^ev/»«

1) N. Kol-IieNe, Usrcu!e ä^r. i>. 33. 38. — Movers, Phön. 1. 255 fgg.;
349. — 8»ueKon. p. 26: '«o-' ^n^ ««t ^n^ov. Und Damascius : 'l>o^

2) Euphorien: ck<u^o«o« ^; «gl. Meineke p. 159. Buttmann, Gl. Gr. I.


219. Lobeck, ?»l»!ip. p. 70. 11«.
3) Nöth a. a. D. 2. 297, und Anm. T. 252.
40

erklären; weil sie selbst übersähen, daß sie ihn als x^y>«5 in
ihrer Sprache hatten. (Vgl. cnepdo8U8, Fnepdo8U8, also 7^0-
y>«s^, für tenebrieo8U5 bei Festus.) — In der Bedeutung
verwandt ist «5^0?, ««^, Dunst, Dampf. Anch dies ist ein
ägyptischer Gott, die untergegangene Sonne, die Nachtseite der
Sonne, die Sonne der Unterwelt, ^lmu, Ltmu ').
Da nun, wie wir gesehen haben, /», durch seinen Uebergang
in das äolische /3 zu lateinisch ^ werden konnte, so konnte es
durch dieselbe Vermittelung auch in v eon8onan8 übergehen, wo
von es einige überraschende Beispiele giebt:
^«^oc („o x^li^«^^»? vellu8. velleris
x^lö? ")
virÄsso, virsso
/»«»'«?, /»«^»/?, ^«prlX0? vlltes, vatieinu5
VllIIäl18
^^eß«,c (unheilvoll, ver verber, verdera? ')
derblich); /tF^k^>« t^«
(vom Kriege)
vitta? (Später wurde mitra
wieder entlehnt.)
/utr«, ?r^s« — in Zusam ve8llnu8? veßllinäis? vLenr8?
mensetzungen eine Verän- Ve^ovis? ')
dernng zum Schlechteren,
wie in /l»kr«/s«i?rrc<i , /»k-

u. s. w., hängt zusammen


mit /u,«5^, /»«r^, jl»«-

1) lieber lie Bedeutung des Atmu s. Roth ll. a. O. S. 146 und Anw.
S. 104 fgg.
2) Hängt ^^igo« und «e^t^n« vielleicht auch zusammen, wie merx, mer-
c!8 und Xi'ß^« (Geld und Waare), xlßön«' meren und xlßs«^«? Woher
Nereuriu8 ^^»^l,- x«ßsnin«) „» meroibu8 äiotu8^^, I^e8t. p. 93.
3) ?c8t. z>. 194: p'eg»'»n<ls si^niNoar« »lii »junt »»»le F»'a«<is, ut «e-
c«»'8, «e8anu8 , »nali c<»tli8 male^ue «»nu8; nlii z>»rvum, minu-
tum. — Uv. r»8t, 3, 447 erklärt Veäjovi8 durch nun maFui ^uvi8. —
Sonst malus öupiier, die Nachtseite des Zeus, der verderbliche Zeus;
6e!I, N. ä. 5, 12. Vgl. Alaerud. 8»t. 3, 9.
4) Dies wird besonders klar durch das Vulgärgriechische , welches in Zusam-
41

Die Zahl der Wörter, wo /« im Anfange unverändert gc-


blieben, ist begreiflicher Weise die größte. Viele sind bereits
vorgekommen, wie /t^? mater, /»«x^xj? maoer, /»«^«x«j? moi-
Ü8, /^kl«^ minor, /tv? mu8, /«vl« mu8ca, ^«l>^ muena, /tv>!,-
^o? mullu8, /t^t mel, /«««7r^ M28tix, /tä>^o^ moru8, /t«>H^
mentna, «/t^la mul^eo, ^vx«o/t«l muFio, ^v«>!,oc meäuül»,
/l»vx^c mucro, /»vI«, /l»vxr^ mucor, />tk^l>i/ Milium, ^«^«x?
malvll, /t^F« m»ln8, /tv^i/ mola, /to^^ö? mortuu8, /ter^F«,
metior, /l»v^i/ moenia, ^»»o^«t u/ltv»'« munio, o/tiX« min^o,
«/t«« meto, «^ro? mez8i8, u. s. w.
Einen Theil der übrigen will ich hier aufzählen:

^F^o?' /tösto?, ^^t/t»^e»? moäu8; moäiti8


meöitor
meäeor; meäicu8
^^<7«,c» /«^u (in der Mitte meäiu8; me8», men83 (Varro)
stehend)
mutuum (Vano); moe8tU8?
minurio
/t«»'»'o?, /»o»^oc (Halsband) monile
/l»«xk^,elo^» /lt«^o»' (Grab macellum; marr»
scheit)
men8i8; marmor
men8?
mutilu8; mina
memini
moriumentum
mox
/tl3^,e»?' /tl»)^,l)l<), /««^l!^« mole8; molior
ftvc7«ßo?, ^v^l»?, Abscheu mi8er; mi8erill
erregend, scheußlich
m»äeo; m2äiclu8
mutu«
moveo (?); mucli8
Der Moui — <V«>l/3oc und die Nlrtlwr — '^oßölr« sollen
uns zu den Aspiraten zurückführen, von denen ^ mit seiner Me-

mensetzungen solcher Bedeutung die Präposition ^«^« lauten läßt: ^«-«-


x«/«v,«, ich arbeite etwas verkehrt um; ^««r«iß^w, ich laufe vergebens
nach etwas, u. s. w.
42

dia und Tennis zum Thcil schon behandelt worden ist- zu dem
Wechsel der Aspiraten unter sich, mit ihren Mediä und Tenues,
mit H und mit andern Consonanten.
Unter sich wechseln die Aspiratä schon im Griechischen nach
seinen verschiedenen Dialekten sehr häufig. So H und ^ in
P^,«»' (^Iner. lles^cn. ?Kot.)
^>v^o»' (Nes^cd.)
H^«/3« (Ahrens I. 42) ^^l/3« (neugr. x^^«)
^«P^kvc (8tepli. I. v.)
ö?>e"s (Braue, Hügel) "t)Hi>vc (thessal. Bergkette)
^x»/^ (coen»)

Ebenso wechseln x und y>.-


«vy?^ (Ahr. l. 42)
xü<7<7li<x«); (Neugr. xora't^o?)
X^t«?« (lles^cli.)
GH,««Koc (Fluß bei Haliartos,
Plut. Lys. 29; 56)
«^>X^^«?"'??'«'?^«?
n. 1766. Ahrens l- 219.11.
532.)
Nicht minder wechseln H und x

Alle diese Wechsel sind in der griechischen Volkssprache ge


blieben, und kommen häufig in Anwendung, wie GH/3«t, <VH-
/l«' H^<o, ^«,- G^« (die Insel), V^«' (die heutige Haupt
stadt), ^Hop (^^«), HßX«, ^s^"' T'^t»'»^«^o^, x^"^^s"^
u. f. w.
Machen wir nun die Anwendung auf die Auffindung ur-
gricchischer Wörter im Lateinischen. Ich beginne mit x Das
italische Organ konnte die Aspiraten, mit Ausnahme des ^>, ^,
nicht sprechen. So wurde x zu e.-
X<iß«»v ^ö^x«?' iv'x^oc corium; lanee»; lueern»
xeo»c, xe«c' x«^t3- ^o'x^c eolo8 (r); c»1x; loeus
tuniea, inäue»
<7r«XV? r«xli? 8pic»; eitu8
«Xv^o^' «xv^o?) «xv^«>»' Heu8, »eeri8; aeervus
aeeratum lutum cum pulei8
^oc, attische Inschr.) mixtum (Festus)
43

Mund aufsperren, wie beim


Singen geschieht)

Verwandt ist der Uebergang von x in F:


X«?l? (x«^«, x«ö^k?) zrlltia, Fiate»

oX^l»c (äol. ö^xoc, lo^/uc) vu!FUz


X (auch /) wird ferner im Lateinischen zu /.

No8, N0Nz; klorn ')

Xoeoc (Tanzplatz , Platz) lorum (vgl. oben S. 9)


xHe<" (ftst, hart) terrum (Span. t>ierro)
kuni«
(X«^xi?, Sichel aus Erz) l»!x, lnlci»
x«>!,»ic, ein erzfarbiger Ranb llllco
vogcl; x«^x«»»?)
lunäo, tuäi , luzmn
<?«, Neugr. xv»"«
In vielen Fällen wird x (auch ,") zu K abgeschwächt
xuo), xu'ssx<» Kio, Ki8co
xö^l»?xt^öc,Hcn; ein Halm Kortu8; Kilum ')
Xkt^«ö^, Xkt/U«' Xkt/»k?«^6? Klein»; Kibernu«
X«/t«i (neugr. x«j"«v) l»umi; also auch tmmu»
numili8
X^^' x^^t^oc Keri; nezteinuz
ix«, i?«, ixroc veno, vexi, veotum
Xk>!,tsl>»'»'' 7i>?«>c, Eselsfüllen nirunäo; ninnu»
X^vc, x^vs^oc (in Schlamm liiruäo ?
und Wasser lebende Thierc)
M^«»' (xkl^«»" ein Fisch l,e!Irw (geftäßiger Schlemmer)
mit großen Lippen)

1) 0v. r»8t. 5, 195:,


Lliloii» er»m, qu»e k!ul» vncor. Oorrupw 1,»tmo
Kominiz e8t unzlll liller» (jrllec» 8uuo,
To auch im Deutschen: tauchen und taufen (döpen, huppen);
achtel (hinten. Engl. »Ner) und After, u. s, w.
2) V»i,u 1^. I.. 9, 54: niliiü — — <?8t ?x u>. el l>>!>.
44

X66ßo«//, r« /^s^nn« (Hül- liefera?


senftüchte; also der Stamm
Xk6?- von Gewächsen)
Ich will hier gleich die wenigen Fälle beifügen, wo y> zu
H wird:

Ueber den Wechsel von / (y>, x) und ^ bei den Sabineru


vgl. einige Stellen der Grammatiker bei Mommsen, Unterital.
Dial. S. 358, wie Lrcu» statt lnreu8. Aber auch die von Apu-
lejus beigebrachten Beispiele velere statt venere und traleie statt
traliere durfte Mommsen nicht verwerfen. Denn veno ist t5«,
wie wir geseheu haben, und Sabinisch / steht hier also für x,
wie in lorum — xoe"?, und das ganze Berbum tr»lio, traxi
hat sich im Vulgärgr. erhalten: ^«/?««, i^«/3^3« (r?« /-«<»),
in unveränderter Bedeutung. Dies Digamma gab das Sabi-
nische /-.
Zwischen zwei Vocalen wird x gerne zu ng oder «F«, wie in:
H,kix«, t^kt^« o/»lx«,,«>^t3« linFn, Imxi ; mwßo, minxi

o»'vtz, ö>l>xoc un^uis; unFula


^</>c<» (aber niH?) ninFuo
Ebenso ^ und x? zu ng und «F«.-
«^0?, «^kl0»' (Blutgefäß) 8llNFUI8

<7^« (der Charakter eiu Gau- stinzuo, sUnxi


menlaut; daher k«r«3«)
Nach Abwerfung eines folgenden ^ ist x zu 7« geworden in:
«X?«, «x»'? (Schaum, Thau) »<iua
Endlich wird x, wie das verwandte ^, zu v in:
/3z>«X^?' /»«^«x? bre^8; malv»
sto^k^?' /to^F« Mveni»; moveo?
Ebenso wird yp zu v cnn8l>n»n8 , nicht bloß in der Mitte der
Wörter, sondern auch zu Anfai'g:
ök^^'? (/3k^»5c) vulva
Hs/^, ^t7>kr»? nix, NIVI8
7>v^««sa'« (Neugr. ^>v^«^«) vi^ilo, vl^ilare
7>v^,«xo?' PV^,«T viyil; vißilllx
<7^p«3l, <7^«irkßoc vo8, vo8ter
45

9>«^oc v»llu8, Holzpflock, Pfahl


ypva^I, ^>l'«7«/^i/. Blase ve8ic2

^>«v^,l»? ^^«iißn?) vil!8

hell, glänzend; „schwarz


mit weißer Blesse" , Vuttm.
Lexil. 2, 248; auch ?>t«-

Pt/»o^ ' ^« ^>l/t«, Weide zum vimen ?


Binden und Flechten ; Korb
Wir müssen diese Wortreihen einmal wieder unterbrechen
durch eine Abschweifung auf die Götternamen , welche sie erklä
ren. Wir haben gesehen, daß >, und x im Italischen e geben;
so giebt also «^«5? den 8llncu8 der Sabiner. Wichtiger ist, daß
wir den lateinischen Namen der Demeter, der Nnva l^ereü, hier
gewinnen, von «xv^><", llcuz, uceri8. Denn «xv?«"" bedeutet
nicht bloß Spreu (acu», pnleae se lrumento, Festns), sondern
die ganzen auf der Tenne zertretenen Getreidehalme <>« «xvs«,
neugr. Stroh; vgl. das deutsche Aehre), und daher hatte die
Göttinn auch in Hellas den Beinamen ^xee« M^cK. ». v.
'^X«l>>»), woraus die Lateiner, mit Abwerfung des «, leere«,
l^reri8 machten, wie acu8, llceri« ').
Aus dem oben nachgewiesenen häufigen Wechsel von x und
?> ergiebt sich nun weiter, daß
T^x^c (^^) und ^/e^^ic (-^)
^t^xt^a? s^^i«) und ^/k^«>tl»? (-^/«)
nur verschiedene Formen desselben Wortes sind. Daß der Name
T'e^x^ phönicisch ist und eigentlich den Erzarbeiter, Bergmann,
überhaupt Künstler bedeutet, ist bekannt (Roth, Gesch. d. Phi-
los. I. Anm. 28). Der Anfangsconsonant schwankt in der grie
chischen Auffassung und Wiedergebung des Wortes zwischen ^/, ^
und G, denn Suidas hat auch die Form Gk^l>. Aus dieser
Unbestimmtheit des Anfangsconsoncmten erklärt es sich, daß er
auch durch das vieldeutige Digamma wiedergegeben wurde, und
dieses wieder durch Z'; erfteres auf einer kretischen Münze in dem

l) Daher so oft Olü8 für das Getreide selbst. 0v. r»8l. 6, 375:
46

Namen ^kv? /-^/«^o? (8ereKi, ttiove Velelianos, Rom 1840. 4),


letzteres bei Hesychios: ^k^? /"^x«»'oc. Die Kreter verehrten
also den kunstreichen Erzschmied, den 7^^ - H^l,XAI>l()5,
als eine Manifestation des Zeus, und so haben wir in diesem
Gotte der Feuerarbeiter, der Bergleute und Schmiede, den er
wünschten Schlüssel zum römischen Vnlcanu8, vielleicht auch zum
etrustischen setlilan».
Jetzt wird auch die Sage der Gründung uon Delphi klar.
Die kretischen Telchinen brachten ihren Schutz- und Stammgott
T'k^x^ dahin, aber wie die Mythe mit den Namen zu spielen
liebt, diesmal wenigstens nach der späteren Auffassung und dich
terischen Darstellung als ^/6^l>, und er wurde hier dem Apol
lon assimilirt: was der Mythos so ausdrückt, daß Apollon in Ge
stalt eines Delphins dem kretischen Schiffe voranschwamm. (Viel
leicht stand sein Bild als Patäke, ?r«r««oc, am Schnabel des
Schiffes.) Der Delphin ist aber auch Symbol des Poseidon,
wie der Aphrodite und überhaupt der Meergötter, und nach ei
nem andern Mythos herrschte Poseidon in Delphi, bis er es ge
gen Kalauria au Apollon vertauschte: d. h. der kretische ?^x^
in Delphi war auch als Poseidon aufgefaßt worden. Wieder nach
einer andern Ueberlieferung war ^/k^ö? ein Sohn des Poseidon
und Gründer von Delphi; nach Andern endlich ein Sohn des
Apollon selbst.
Sie sehen , daß ich auf die vermeintlichen Arkana der Mytho
logie, auf ihre „unergründlichen Tiefen", nicht weiter einzugehen
suche. Das Gesagte und Angedeutete genügt bereits, um eineui
unbefangenen Sinne die Ueberzeugung zu geben, daß auch hier
ein über das Meer gekommener Götterbegriff, der Schutzgott der
kunstreichen und fast als Zauberer angestaunten Telchinen, nach
verschiedenen Seiten hin aus- und umgebildet und verschiedenen
andern Götterbegriffen assimilirt worden ist. So erscheint er als
Zeus Velchanos — Vulcanus; ferner als Poseidon und dann
durch Substitution eines andern Orakelgottes als Apollon; und
in der Form ^/k^ö? tritt er wieder als Sohn jedes der beiden
letzteren auf. Als geschichtlicher Gewinn ergiebt sich aber, daß
Delphi eine uralte Gründung der über Kreta gekommenen phö-
nicischen Telchinen, und daß der Name des Ortes nichts anderes
als eine mundartliche Umgestaltung, mit veränderter Endung und
Declination, eben dieses Namens war:
47

Ob die Formen ^/t/!,^>«>t«,? und ^/k/i,^^^l« in Attika entsinn»


den oder ob sie von Delphi dorthin gebracht worden, während
in Theben, auf Rhodos und anderer Orten Athene, Hera und
andere Götter die Beinamen 7>^/i>««,? und ?^x^l« fuhren,
läßt sich nicht ermitteln ; gewiß ist nnd ein Gewinn für die Er
kenntnis;, daß wo tclchinische oder delphinische Gottheiten auftre
ten , sie zu den Telchinen in Beziehung stehen , und daß diese also
die betreffenden Gottheiten und ihren Dienst bereits mit sich brach
ten. Der Name des Delphins erklärt sich daraus, daß dieses
Schwimmthier als Symbol und heiliges Thier den Göttern der
Trichinen beigegeben wurde, nnd so ihre Benennung auf das
selbe überging; oder daß die Griechen dasselbe als mit den Tel
chinen von Osten her über das Meer gekommen ansahen, und
ihm deshalb ihren Namen beilegten : wie sie den gleich den Pe-
lasgern aus dem Südosten kommenden Wandervogel, den Storch,
mit dem Namen jener benannten, nur in rhotacistischer Form,
als ?rk^,«e/ö? '). In ähnlicher Weise stellte denn auch für den
wundersamen Wandersisch der Sprachgebrauch die weichere Na
mensform sk^Pl?, 6k^l>, äelprmms fest.
Nachdem wir so wieder einige Götter und nebenher einige
Thiere glücklich eingefangen haben , gehe ich weiter zu der Gruppe
der Lingualen 6, r, H. Am ausgiebigsten ist unter ihnen wie
der die Aspirate. Sie giebt, durch ihren Uebergang in y> bei
den Aeolern, zuerst lateinisch b.
t^kvHkßo?' k^vH^o? lueber, über; ruber
u^H«ß ' ?r^Hi'?, ?iHHHo? ' oHt über; plebs, plebes; ubi
Sie giebt ferner <i und i.-
Hkö?, H«o? - ^Hsn?, z^HF« äeu8 , äivu» ; Fauclium , ßiwäeo
?rki^«' ??«H«' k>Ht,' tiäo; nöe»; unäe
o^«,3^« . oz>H«j? oräior; oräo
/u,f/Hv, /tf/H^, /u'/Hva'oc temewm , temulentu»
Ht^«^«, k^l^o»" ?r«Hkt^ t»Nßc>, tetiffi; potior

1) Die Aeoler sehten hin wieder F statt ^/ : Zl^oi st. ^/l).^ui, und /?</l-
?>:»'«« st. s«).7>r»«« (Ahrens I. 41), und so bestätigt sich da« Digamma in
Ht^/«^u« auch von dieser Seite.
2) Rost, die Pnyz, S. 18. A. 9. — Im Neugr. heißt der Storch heute
z-,/./x»(u»). Man ist versucht dabei an ^Mtt — ^M»t zu denken-, vgl.
oben S. 33 Anm. 2. '
48

issHHc (/3e<7^6^, Hesych.) vezli«


u^Hßo»" H^/«/t/3o^ »rinz; tnumpnu»
Die Aspirate H mit der Tenuis 6 giebt auch /,» wie auch im
Griechischen und im Italischen s und ^, <i und /, selbst ^ und
l, ^, und i gerne unter sich wechseln.
«x^««« (Plutarch)
s«^^» ^/«rxo? (Hesych,)
^Keäunnmcl; cliumplli» (Osk.)
c!»pe8la; 6^?r«c?
zati8; 82tur
impeäimenta; cleäicaie impeliment»; clelic»ie (Festus)
So haben wir denn:
loricll; äinFUl>, lin^u»
'06v«7<7kvc, Etrusk. Utliuxe
liUei'a; >no6u8; meäitor
äaclumli, lacrimu; uäep8
mecllior, mesicu8, meclelu

Da i und »- unter sich wechseln , so erklärt der Wechsel von


«i und / auch den Wechsel von 6 und ß, ll und »-.
'/x«ö«»c ^li8tot. puet.25 lle! m)
^««»/- ^^«? (Hesych.)
x«/ßvxtto)^ caclliceu8
meäiäie8 MLiläie» (V»rro 1^. I.. K, 4)
Wahrscheinlich ist auch das lateinische ,e- ans der postposi-
tiven Partikel -se entstanden, die eine Richtung und Bewegung
wohin bezeichnet: oi'««se, oexö^öe, ö'^se 6o/l»«»'sk. Das La
teinische gab ihr die Bedeutung „rückwärts."
Sehr ergiebig ist der Uebergang von H durch ?>, mit dem
es im Griechischen wechselt, wie wir oben gesehen haben, in /'.-
lor>8, lulllmen
Hv/toc (von Hv«, der auf l!1MU8
steigende Dampfund Rauch,
die auffahrende Hitze ; vgl.
«?k/»o?, nnimu«)
Hv^,^,i?, Hl^«xo? lolli«
Hkß^o?,Hc^ö?'H^c>,,H^l»? lebri»; lerveo, lervoi' u. s. W.

H«^«/tl»?, H«^«/«i« l»mulu8, lamilill


49

tru8tum
H^xoc, Dachgesims lrinßillä, der Vogel, ber im Ge»
simse nistet
der Sitz toeu»
am Heerde
Hi?, H«^?, ein Sandstreifen
lu8tw
^«^H^x«? (Nesseli.; vgl.
?Kot.)
Hoii^0?, Hovßt0?, Hov^«? furl», turor u. s. w.

l7V.)
Gö^^z, 'Verg mit Höhlen lornllx, tornix, lurnu»; ?or-
bei Sparta und bei Her- nax öe» (Ovid. Fasten) -
mione; auch Name einer
Heroine, Paus. 8, 27,1 l.
llllvU8 ?
Durch den Uebergaug in ?> kann sich aus H sogar /» el»
geben :
lllpi8, lllpi(ll8
steinige Inseln zwischen den
Thermopylen und Guböa,
jetzt ^H«ö«)
Die übrigen Uebergänge von Conson'anten in einander erge
ben kleinere Gruppen. Ich gehe daher nicht lauf alle ein, da
sie gelegentlich vorkommen. — Den Wechsel von L und 6, 5 im
Griechischen haben wir bereits mehrfach gesehen : ^k^o» st. ^t^-
</>o/ auch »ök^ö? — s/3kH,ö? (Ahrens I. 42). So haben wir
im Lateinischen
r>i5; libla statt sl?' ^/^«
Bisweilen löst der Lateiner sein b in llu auf (öuellum st.
bellum, vuellonÄ st. öellun»; Vario l^,. I>. 7 49; lluunum st.
bonum, Festus); aber es ist eine falsche Meinung, 3 b hier
aus <!u entstanden sei.
^ (7) wechselt mit- n und /»-, und 5, wiederum mit x (0) und
qu (Koppa); x aber auch wieder mit r, t, und umgekehrt, so
daß auch x, c und yu; ?r und p; ^ und t in einander überge»
hen. So wechseln im Griechischen x und ?r.
xv«/u,«,c 5rv«^«,c (Polluz)
2!»l»ei u. «iHIen. 4
50

Z?^« (8tepK. L. s. v.) Xvs^«


/?t^pll»' ?r«ß^o^/ ^^«»^- xö^o«// (Ahrens l.
219).
und wiederum r und ?r.-

Bei dem Wechsel von x und ^ wirkte das Organ wesentlich


mit. Dies scheint Lucian andeuten zu wollen, ^u6. voe»II. 11 :
o /l»^»' rt x«^öp l6«^ x«^o^ kl?rkt^ /3ol!^kr«t' ^o 6^ (näm«
lich ^) ?r«^kl«s?rk<7ö»' ^«^,o^ kin«? «vrov? «»'«^xel^kl, i»^

?rk?r0^xt ro x^,^« x. i. So schwanken auch die Namen


6«äu»c und T'«^«? (Paus. 1, 21, 6 und 28, 5). Vgl. 8cKo!.
8opli. Oeä. 0. 132l>: ?'«^,«ö»' tV'«ot 6t« ro? x ^«^«op ??^o«?«-
^opki!ov<7t. So haben wir im Griechischen:
xkl^o?, ork r^oc, 3x« u. s. w. (Ahrens
II. 267. 37ö)
xoißwl'oc' /^o^o^>«^ 5l!t>«»^»c - T'o^o^>«^ (lokr.
-, Stadt)
Dieser Wechsel hinüber und herüber ergiebt nun im Itali
schen
Iupu8; Iepu8, Iepoii«
^?, r» (Ostisch pi»; so auch quis, lzwä
pitplt, Nsee quicl<zmä, Fe
stus)
o? (xö?)- ?rö<70c (xö<7o?) czui; ciuantus , quotu» u. s. W.
u. s. w.
x^«, Geschosse telll (vielleicht richtiger als von

«krö? (vitll. «Frv^o?)


<7^«XV?' ls?r<>vs^(Lak. <7??o6«) 8pica; 8tuäium
tlll, tlllN8
huiuyue
quawor (Ostisch peiora, Festus
p. 183) ')
i?rki, episch t?rk^

1) Die vierrädrigen Wagen, pelurrü», der Gallier hatten also einen »frisch»
griechischen Namen, von n^o^e« und wahrscheinlich ?l^ö« fton i'T'^l,
if,!«) , woher ruw ; wie Festus andeutet , trotz Varro und Oellius 1b, 30.
51

quanäo

l?!7«»5 (alt l?rn?)' ^?r«^ equu8; ^ecur


«equor: inqmo, in<iu»m
(Neugr. kl?r«)
ünyuo
^,v?rFW, transitiv wFeo, intransitiv (Festus)
»iiclare (naurire, » ülueco
äezcensit, Festus)
oumuluz ?
Der Uebergang uon t in und b erklärt auch den Ueber»
gang von t in v.-
r^trv?' x^r^? Xl^>ro? tribus^ clivu8 ; ourvu»
. , velto (trepit. vertit, Festus)
Indeß es wird Zeit, auch diesen Brief zu schließen. Wir
wollen zuvor nur noch einen Buchstaben näher betrachten, der
dem lateinischen Alphabete eigenthümlich ist, das >. Er ist in
weitaus den meisten Fällen entstanden aus 3 oder s, st (,), wie
auch das griechische 5 selbst aus s, st, ss entstanden ist oder mit
diesen Lauten wechselt:

^»/?, ^«»', ^/«t!c ^>, ^«>, ^,!^


^o^c7u? ^o^^ko? (äolisch : Ahrens 1. 45)
6t« ^'^6;' x«l»s/« ^« ^i'xroc- -e«^u u. s. w.
st«!««,^»?' s««/?«,^l»? Xaconu8 (Orelli n. 4432); in.

Bevor ich weiter gehe, muß ich an ^, ^»' eine Erörte«


rung anknüpfen.
Dionys. ^. N. 1, 68 sagt von den Bildern der troischen
Penaten in Rom: xtt^«t r«? ^«lx«»' He«^ eixo'^e^, «?r«-

»'«r«c . soxtt ^«^ ^l»t , ^o5 /7 ^^7r« ^e«>^«r«,? e^^^^av (!),

Was hat man nicht Alles versucht, um diese Stelle zu er«


klären und die pennte» hineinzubringen! Man hielt ^/SiV^
für corrumpirt; Ambrosch emendirte .^/Hs^/^/^, nach Virgils
l'enatibu8 l>c ma^ni» cliz; Becker (N3m. Alt. I. 247) nahm an
daß Dionyfius ^L^T'/Si^ st. ^^V^T'/^^3 gelesen, und
4'
52

daher Griechisch ^^V^^/ geschrieben habe. Die Sache ist


ganz einfach. Dionysius hat richtig gelesen und geschrieben, nur
falsch verstanden. Bei aller seiner Gelehrsamkeit kannte er doch
die alten Alphabete der verschiedenen Gegenden Griechenlands und
die alte Rechtschreibung der verschiedenen Mundarten nicht genü
gend; sonst konnte er nicht den seltsamen Einfall vorbringen, daß
es einst noch kein /? gegeben, und daß ^ hier für /? stehe.
Die von ihm beschriebenen Penatenbilder waren eben die Dios-
kuren , wie sie nachgehends auf den römischen Münzen erscheinen ;
freilich nicht Kastor und Pollux, die ihnen erst später assimilirt
und untergeschoben wurden, sondern die alten Dioskuren, zwei
jugendliche Manifestationen oder Emanationen des Zeus, daher
in alter Schreibung ^^>I!»5, ^H»,tc, ^^k? genannt. Denn
als ^, ^, Etruskisch l'in», linia; als ^«?, 5«^ (ich er
innere an die vielen ^«^kc in Olympia), 5auu8 ist Zeus zuerst
nach Latium gekommen. Ianus Pater ist der alte Jupiter; da-
von hatte sich eine Erinnerung erhalten. 0v. Iast. 1 , 247 :
1-uno eFU re^nllb»ui, patien» guum terra «lenrum
L88et, et liumgui8 nuiriiu» m!xta Inei»,

Als die Römer im Fortgange der Zeit die Herkunft ihrer Götter
wie ihrer Sprache vergaßen, machten sie aus einer Doppelbüste
des Zan den zweiköpfigen Ianus, wußten ihn nun nicht mehr zu
deuten, und dichteten ihm alles Mögliche an.
Ferner wechselt ^ im Griechischen mit 6, 66, <7s.-
^^>i^«' x^/^<u l//«^>l66« - xß/66« siiäeu)

Das griechische 3 hiebt daher auch im Lateinischen häufig


bloß cl, oder ncl. indem ein n aus dem Lingualen hervortritt
(wie in kx«röp, eentnm; xk^ts«>, llirunclo u. s. w.); also:
/o^l!»' ?rkloc, ?rc^tr»/c creclu; pelles, peäiti8
<7xu^«»' x«^«^«' a'X^ »eanäo; ^ranäo; 8cinäo
Die heutige griechische Volkssprache macht aus st« nicht ^
wie die äolische Mundart, sondern ^«, aber ebenfalls einsylbig,
also M. Aehnlich wird im Italiänischen das lateinische äi zu Fi,
welches sich in der Aussprache dem 2 nähert:
<uurnu8 . ßioi-no (xornu); Franz. ^nur
So steht in einer italischen Mundart (Mommsen, Unterit.
Dial. S. 255)
53

6«,v/-ti, äiuvei für ^ovei , und aus


^t«i^ wurde luno (Strab. 7, 329)
wie nach Varro neben Diana die Form lana bestand. Dahin
gehört auch
s«,?k^? Mveni5
st«xt^«l (active ^//^/^^H) Meo?
Die gewöhnliche Entstehung des lateinischen ^ ist aber gera-
dezu aus dem griechischen ^.-
^«»'' ^kl!? ?r«r^' ^/«i? HÄnu8; Jupiter, ^ovi8 ')

^kv/o?- ^k5//»'« (Zusammen- Mtzerum; Mmenlnm


jochung; angejochtes Zug
vieh)
xv/o»' (?I»t. Ci3t. p. 418: M?um

^V7«ö^, ^^s»»,- ^v/«,? juxw, MUm; ^Ußi8


^k»'/^^ (das Joch am Halse) zuFuIum ^ußul»re)

küT«»,«,? (wer noch nüchtern jejunus


ist oder fastet, der kann sich
am knappsten gürten)
5«eöc, ^«/u,»c Ms, Mri8 (Brühe)
Von 5kl!? und z?«^«»'«,? ist auch ^lans, die wälscheNuß, we
gen ihrer Schönheit und Größe »d ^ove benannt, nach Varro,
I., I.. 5, 102.
Mit dem ersten ^ in ^Mnu» — k^w»'«,?, wo die Sylbe ^o
aus «i entstanden ist, läßt sich vergleichen:

Ginmal ist j auch das griechische t.

Es bleiben aber immer einige Wörter, die mit ^ beginnen,


denen ich nicht beizukommen weiß, luvend glaube ich richtig
erklärt zu haben. Wenn die Voraussetzung einer Grundform
F^H zu xkl/u,«t, verstärkt durch st« als ckoexF« — jaceo richtig
ist, so könnte ans demselben öt«x^«, 6t«xk«« in transitiv ge
wordener Bedeutung auch Mein zu erklären sein , wenn dies nicht

I) Hier ist eine Glosse des Festus bei Paul. Diac. zu emendiren: Hovi8l»e,
n 3ove el ^u8l»e. Offenbar ist zu lesen: ^uv!8l»e, a 5ove, ut ^««n«/.
54

wegen des e im Perfectum )eci bedenklich wäre. — Die Mähne,


Ma (also auch Mar) hat man durch ^xi/s^ crliaren wollen.
Aber woher denn Meo, M88i? etwa von ^x,^«, „schrecken,
„scheuchen, Furcht einjagen"? Und woher ^uvo, Mv»re? ^ocu8?
jenw, ^enweulum? Mcunäu8? Hängt ^ocu8 mit iv^«?, i»^« zu
sammen? ^enw mit ?kv/u« (in vulgärer Aussprache ^«3/«,«, ic>-
ma)? — Was mich aber am meisten beschäftigt hat: woher ist
M», iuris, das Recht, und was damit zusammenhängt: iuclex,
Mäiei»; Kurare; M8tu8; ^ulßium? In Mäex ist das -clex sicher
lich — 6txoc, wie das oslische mec!äix wohl gleich /utr«ck«o?
ist. Allein ^u»? Am Ende- bleibt nichts übrig als wieder auf
5kl,'c zurückzugehen, denn Zens ist die Quelle alles Rechts, und
die Hchttls«? sind des Zeus. Auch Mvare könnte dann auf
6kv'c, ^t»c zurückgeführt werden, denn auch Hülfe und Freude
geht von Zeus aus. Helfen Sie mir hier.
Was sonst au Vertauschungen einzelner Konsonanten vor-
kommt, gewährt, so weit ich es übersehe, keine, längere Analo,
gien. Selbst den Ucbergang von H, s und 5 in <7 (Ahrens ll.
59; 66 fgg.) finde ich im Lateinischen nicht oft wieder: Hos6«
rn8a; H^«»/^, Hk^«?r«? 8ervu8; vielleicht ök«^/t« 8l^num; ski-
»k^op 813!»? Das Vortreten eines n vor die Lingualen ist be
reits erwähnt worden; dasselbe findet sich auch vor 8: /ui<7«
men8» (Varro); 6«<7v? äl,n8U8. Umgekehrt wird n durch ein
nachgesetztes cl verstärkt: nk^x?o? menäicu8; ^^«I mencl»x.
Der Wechsel von r und 8 ist genügend bezeugt, wie asena und
aienel (Festus p. 5l; 186); dahin gehört Z«r/»« carmen. U und
6 wechseln auch im Griechischen, wie in ?H, sü. Im Lateini
schen haben wir <WIei8 — /^,vx^c. — G»^, ^oi»^, H«-
»'«w giebt eoena, coen»ro; falls hier nicht x«»^o« zum Grunde
liegt. Daß /3 und ? wechseln, haben wir gesehen; dies erklärt
?v^c -- buri8, das Krummholz am Pfluge. Vereinzelt scheinen
n/?« bido, ?r/^v? pinu8, «ßt<7«^ö? 8ini8ter, /t«^>»/ mann8 da
zustehen; auch /3«ß6v?, ^«sv? wräu8, ^vx^, 5vxop Ncu8,
/l^,«« mille und einzelne ähnliche Uebergänge. Haben wir bei
X«^t^ö? an Imbenae oder an lrenum zu denken? Beides scheint
, möglich.
Schließlich wollen wir nur noch einen, indeß wie ich meine,
ganz hübschen Fang machen. Ich gehe auf den Fischfang aus.
Das Neugriechische verkehrt ^H in ^>, in ^,k«e« — ^Hch,
ebenso x^, indem man vom Volke statt ix^c, x^c meistens
55

t^c, ^F? hört. Das Organ der Alten hatte dieselbe Eigen-
thümlichkeit; leider erfahren wir die Gegend nicht. Hesychioe
hat: ^Hli^ct' i^k«?«, Ders.: s«//«^«' sF^o?' oi si st-
^HFe«. Ders.: ^/<7t?- «?«<)^,kt«, d. h. also ypHisst?. Vgl.
^,t^^' ^^ «?rl<i^,kl«^. Ders.: <//tpl!H«»p ^«ii^n^, also wohl
auf PHt^vH« zurückzuführen. Ders.: ^^«ckkc' «i ^vclss? «/t-
?rk^ot, d. h. also ^Ht»'«sk?. Nach diesen Belegen werden Sic
den alten Griechen auch gestatten, den ix^c zum i^,rc zu ma
chen, dann ihn im Volksmunde anders zn vocalisiren als oM?,
was von aller Zuspeise zum Brode vorzugsweise den Fisch be
zeichnet. Athen. 7, 276: n«?r«»' 5«»' ?rßo<soi//«?/u«r«»' oi/»«^

/uo^o? ovr«? x«^,kissH«i, Vgl. dens. 9, 385, wo nachgewiesen


wird, daß o^,«ftt»»' schon in der attischen Umgangssprache den
Fisch bezeichnete, wie heute allgemein im Neugr. '^«f«(»'), so
wie 'i/<«e«c den Fischer, '^«gtv« fischen. Hätten die Alten be
reits selbst gemerkt und ausgesprochen, daß ui//«,^ nur die volks
mäßige anders vocalisirte Form des schriftmäßigcn ix^"c sei, so
wüßte es heute freilich jeder Schüler. Aus i^vc — ö^o», aber
bildeten die Italiker durch Umstellung ihren pi8«s. (Vergleichen
Sie noch die Uebergänge in ?rinn«, ih/«, ?rtTr^ö? und i^Hoc.)
IV.
Ht 5Üv»e lolii8 prono» mut»nlur in »NNn»,
?lim» e»äunt: il» veibnrum vew8 interii »«w»,
Lt ^nveunm litu Nolent mnsn n»<» virentgue.
Horaz.

Mit einzelnen Buchstaben will ich Sie nun nicht weiter behelli
gen; das Gesagte genügt zum Erweise, daß keiner vor einer Um-
bildung, einem Wechsel, einer Umstellung sicher ist; ohne daß
sich dies durch Gesetze und Regeln, sondern nur durch Analo
gien begründen läßt. Aber Sie meinen, ich nehme bei den No-
minibuS, die doch der Kern jeder Sprache find, zu wenig Rück
ficht auf Geschlecht und Declination. Ja, in den meisten Fällen
gar keine. Denn wozu soll ich Sie und mich mit der Rückficht
auf Geschlecht und Declination ermüden, wenn im Griechischen
selbst 6«/? und s«lr^, ill'?rkFo? und i<7??Fß«, Pv^,«I und P«)-
^,«xo?, ?r«^«3 und n«^«xH, lU»H und «^5 («^,x«, Homer),
6^s^o^ und s^sgoc, v?röj3?vx«,? und v?rö/3ßv3 u. s. W. , oder
im Lateinischen eassi8 und e»88icla (Priscian), Iw8pe8, 8c>8pe8,
anti8tes und K05Mll, 808pit», anti8tiw (Priscian), m»n8ue8 und
mili,5uew5, ?enll8 und ?eiwti8 (Festus) und Aehnliches verträg
lich neben einander bestehen? Aber beim Uebergange aus dem
Griechischen ins Lateinische sind viele Nominativformen doch fast
unkenntlich geworden , und lassen sich häufig nur in den Beugungs-
fylben erkennen, wie manche der folgenden Beispiele zeigen:
?k»'krH' «^kr^' P?oprl? Fen8, ßenti8; ar8, »rl,i8; lrons
«ßov^«' ^«sln?, ^co^o? ru8, ruri8; M8, Mli8
/lkx«»'»/, ^,«x«»'»/, ^,kx«pl? lllnx, Illiiei8
?rt<7<7«' «»^« pix, picis; »rx, »reis
57

nex, neci« ')


taecla; crepi^a, oreniäo
lucnnäa; placenta
UPUPll
»F^«» ö^«, Regen, Nässe merx, merci8; tmmor
abacu«; M28tix, -iF>8

unu8; terminu»
8pelunca
ö^v3 (auch ein Kraut) Urtica
loric»; lormic»
Pv<7l^3, y'v<?///^ - l'v/ABiusc) ve8ic»; juncu8
Kumiäa (Festus)
I'ußcec, -«»'ro? (und zahl larentum
reiche ähnliche Ortsnamen,
vgl. Mommsen , Unt. Dial.
S. 73)
arFentum
»ß^oc, Kälte; grauenvolle cruor . Blut , Blutschaum ; cruen-
Empfindung-, xßvö«?,kalt, tu», blutig; grausam
starr, grauenvoll
«i«l5, «^^o?, webend ventu»
lemure»
ve«per; cancer
rn»rmor; euroer
7ve?)
tunic», wcluca; pronv8
plumbum; Fllltm
plebz , plebe8
MU8a; 2X18
7l«l?, 7ro»^' ^,«/7Io? (-sl) puer; über
vinum; bellum; nervu8
»tuäium; proellum
8pica; cer»
cor, coräi8; corpu»
palpebr»; ssena; »uri»
08. 08818; UNFM8

1) Festus : He«em »u8p!e»tur Vernu8 » 6r»e<.o cluci ; n»m i»> nerisn


monuum «licunl.
58

<7«tP0?' <7«^/t«/, <7«^/»« 5tip», -ipi»; 8tiMUlU8?


<l>«/t«^ (<7«ßäc )./H«»', Ne- ßrumus (terr»e collectio, Festus)
8^cn.)
sieclie»; compe», -peäi8
baculum; »tipes
Namma
oäium
ssx«g, s7x«röc 8L0ltUM
6o8, ä0U8 (Varro 5, 175)
duba
x«?r^«,?' x«?r^/tln^ caupo; caupon»
pelsonll (?io8erpinll)
Indeß genug von diesen Nominibus veränderten Geschlechts
und veränderter Beugung ; wenden wir uns zu einer andern Classe
von Substantiven, die das griechische Geschlecht beibehalten, die
Endung aber umgestalten und bisweilen noch durch ein Anhäng-
sel verlängern. Ich meine die Neutra der dritten Declination
auf -/»«, -/t«roc, die im Lateinischen auf wen, minis ausgehen.
x^//»«' 8^0/»«' pk«"/u« crimen; nomen; numen
a'^M«' «)/M« swmen; »^men
klÄv/t« vnlumen
Hv'^«/u« (Ocssnnng; Loch) lol»men
carmen; nmen
«Xll^M« («x»iü«, »cuc») acumen
8pecil^en
l»men; 8»ßmen
,,onwmen ?
8imulllmen
Weit häufiger erleiden die Nomina dieser Classe eine Ver»
längerung, indem -men zu -mentum wird. Fcstus ?. 88: He-
Fl'men pro ^eFimenio u8urpant poetae. Ders. p. 11: «men/a
(die Rinnen am Wurfspieße) ex 6raeeo, yuoä e8t u^«r«, sle
appellata. So haben wir denn:
ssi^«/»« (die Streu) 8tl»men , stramentum
<)^//u« llammen, llll^mentum
ö^t//»« le^iinen, lezfimentum
/tk^r^/u« meäiwmen, »mentum
t^M« 8eclimen, -menwm
3>/ls/u« 8eFmen, -mentum
i<7^^/u,«' i/»^o6tss/u« vestimentum; impemmentum
5?

außmen, »Ussmentum
lamenw, !»m8nwe?
<s?rl«^«^«, Windung, enger «piramLN , menwm, Luftloch
Gang
KLMUlSMLNtUlN

mnimmentum
äocumen, -mentum
^t^/l« (Bespannung) jumentun, (Zugvieh)
«?«« (Wagen) annentum (das, Vieh vor dem
Wagen)
ebendaher (oben T. 32) earpkntum ; earlil8
«^« (s. oben) amentuiii
lumentnm? lermentum
^//u« Gesammeltes; Rede, le^umen, -insntum? (gelese
Hesych.), ^/?ft« nes Gemüse)
X^«/l»v? (x^«,uvs»«; mithin p»Iu<l»mentum (plllucl»)
konnte auch /^«/u !iö«/4«
gebildet werden, wie x^«^
^vck«ro? paluclatu^ ergiebt)
lormamenwm
<l«^«, <7«^öc, Kehricht »armen, -inentum, Reisig
Nun wird es auch klar, wie und warum «ff/u« — earmen die
Göttinn l^Älmenw giebt, so wie Aü^/t« und «^« das schwere
Zugvieh, die Mmenla und annent». Die Römer liebten dies
Neutrum auf -men und -menwm sehr, und haben daher auch
griechische Nomina männlichen Geschlechts auf -^»/p in diese De»
clination gezogen, wie wir bei limen'— ^i/»^, »umen — v^p
gesehen haben, oder haben anderen Nominibus diese Endung ge
geben, wie eolumen, culmen - xe,^«,^«»' (wovon auch cn-
lumnll), vimen - ^>t^öc, heteroklitisch r« ^t/t«^ und w^men,
te^imen , teFumentum — ^oc , falls dem letzteren nicht ein ver
lorenes 5k>/u« zu Grunde liegt; während sie dagegen HH/i»« --
verbucn, <7«^/u« -- 8»Fum ' «^«/u« »rvum , i^« — lmmol,
^«/»«, ^co'^^^rubnr, vielleicht «^« — 8aIinil(„Springftsch") und
sF^«, 6«,^,«, 6F^oc (? oder 1/^0??) ^ clor8um auf eine an
dere Endung brachten. Jedenfalls aber scheint eine große Reihe
lateinischer Nomina auf -m«n. -menrum zu bleiben, denen ge»
radezn verlorene griechische Bildungen auf -/»« zu Grunde lie
gen müssen, wie' lißamen , ü^amentum (x,'^«/»«?); Fubernamei,
60

^Xl>/?^^/»«?); »nlljlluiLi! , -mentum; Iev»men, -mentum; leni'


men, -mentum; »einen; bitumen; Flamen; cacumen; molimen,
-mentum (/»»>!,v^«?) ; lomentum (^,o5/l»«?); momentum (movimen,
^ö^M«?); munimen, muuimentum («/tv^«Hl<) «/tv^/t«?); ex-
»men; lumen; Numen; lulmen; albumen («^^>c<>^«?); abänmen
u.s.w. Was in aller Welt ist z.B. elementum? Ich sehe keine andere
Erklärung als ^/««, Buchstabe, Anfangsgrund, Grundbestand-
theil; mit dem Bortreten eines e, das schon in dem italischen
Namen des ^,, in ei, gegeben war, und dem Auswerfen des
7, wie in Foi^öc, -/u,H, rima. So gelangen wir auch zu Auf-
schluß über lrumentum, inictu8, lrux, lruF>8. In alter Zeit
röstete mau die Garste zum Verbrauche in einem Gefäße, ?oü,
l, 246: ^v^er^o»', «^ r«? ««x^vc i^^v^l»^. Auch die Boh
ne, der »,'«/»o?, wurde zum Gennsse gerüstet, und der Name
9>?»<xro? trat an, die Stelle des eigentlichen Namens, so daß
selbst die Bohnen, mit denen man abstimmte, ^vxroi ge
nannt wurden; Po!!. 8, 18: y^lxroi «««^oi?»'r«, «i ^^>n^
«i stx«<7«x«/. Das Rösten der Früchte hieß ^v//toc und
konnte auch «/^iAc heißen; die gedörrte und geröstete Frucht
wird «/^i^« genannt worden sein. So finden krumen (Opfer-
brei), lrumentum, lrux, lructu8, Frucht ihre überraschende
und doch mathematisch sichere Erklärung. Alle diese Wörter ha-
ben mit lrunr, lrui nichts zu schaffen, denn dies ist den Buch
staben nach (l für x)- der Form und Bedeutung nach viel
mehr x^«,/»«e, x?««j"°«, und hat das u kurz, welches in je
nen lang ist. — Ist velamen, veinmentum von einem lakoni
schen /3^M«? Dies würde dann, nach der Analogie von ver-
bum — HH/t«, arvum - H»«/»«, auch velum geben. — Sie
sehen , daß diese Classe allein zu einer langen Untersuchung Stoff
bietet. Zum Abschiede von ihr nur noch einen Einfall. Ist men-
wm vielleicht die allein übrig gebliebene Endung von <75l»/»«
(»tomentum)? Sonst ist <7ro/t« im Lateinischen spurlos verschwun
den, bis auf ss5ö/t«xa? »tomacnu».
Eine andere griechische Endung, die im Lateinischen bis auf
die Vocalifirung gewöhnlich dieselbe bleibt, ist die der Nomina
weiblichen Geschlechts auf -«»'»?, -<^, -v?,?, -«^,. -o^,
wozu einige männlichen oder gemeinsamen Geschlechts auf -«?,
-«?, -^ kommen (wie «^/««»' terminu», ss^>^ Spina. Aber
«3«»' giebt 2x!8, und «3l>? 28ei3). Die Zahl derselben ist be
trächtlich, aber sie sind meistens leicht zu erkennen, wie /?vx«?»/
61

buceina, /«^x«»^ muclünu, rßvr«»'»/ trutinu, ^Vx«»'»/ runcin»,


?r«r«»'>/ patina, <7«^«p»/ 8»lcinll, a't/3v»'^ siom!>, «/xn^»/ an-
quin» u. s. w. Auch <7«/^ snFelw, ^«^»'o? IaFeu» , «H,^«/
uina, ?rr^^« pernl» gehören in diese Reihe. Versteckter sind

^>^k^/l»o»'^ - «i^0^' llemina; »vena

Der Hauptfund aber, zu dem uns dieser Uebergang von -«^,


-ö^ in -w» führt, ist:
H^«/t«>^, - <ipo? , die Sau- temin»
gerinn, das weibliche We
sen von Mensch und Thier
Auch H^v? und alle seine Derivata sind ja auf H«/^, die Mut-
terbrust , zurückzuführen ; so daß ich mit dieser Erklärung vor Ih
nen zu bestehen hoffe. Aber nun schaffen Sie auch mulier und
uxor herbei!
Da oben schon einmal von verlorenen griechischen Substanti
ven die Rede gewesen ist, die sich im Lateinischen erhalten ha
ben, so bleibe ich gleich dabei. Die Zahl derselben ist nicht
klein. '^H^ö^o^ — Vk5tidulum, Hvo/sö^o^ — wribulum,
Hö^«3 (Höhle, Ofen) -- kornax, lornix, oi^ — vine», </>«t-
»'«/<7rß« — lenestra, /3c^<^? ^^ vele», veli!,i8, i^«r^ — lu-
ter, lateri8, tö« — uva, x«^><«^ — ialco hoffe ich Ihnen
Plausibel gemacht zu haben. X«^«,? (Erdboden) — dumu» er-
giebt sich aus x«/"«l, I^umi, Neugr. x«i""", «us ^«/^v^, x«-
/u^oc u. f. w.; /s«x^ ^ Kuh, vaccu, aus ^«x^oc, Stier-
gott, so wie Anderes, was schon vorgekommen ist. ^vrH —
low steckt in pewi-ritum , ^i?r^ — ripa in den Ortsnamen ^ln^,
^?r««« 0g»/, Berge am Erdsaume, ^i>ßl?ro?, ^k^röi>t?r«, ^k^-
rovßt?r«t, ^entusm^ipae , wo beiläusig der Accent wieder ein-
mal die Länge überwunden hat. Aber ich mache mich anheischig
Ihnen auch den domo, Kemo (Keinonem, Kominem, Festus), der
mit ne den nemo, aber auch inliumanu8 ergiebt, im Griechischen
einzusaugen. Er hat sich dort freilich in eine bloße Endung zu
rückgezogen, und zeigt sich am reinsten in H^-t^»^, Führ-
mann, Herzog (I^ueumo. oben S. 33), in x^s-c^«p, Sorg-
mann, s«tr-v^l<i»', Gast-mann, weniger rein in P^k -k/»«>,
Pt^/u«»', ««6c-k/t«p, «»6^«^, in p«>M«»^, 6kt6M«^, i^k«z-
/l»«^, /u,«XM«», und andern Bildungen. — Nie» ist in tös«,?
und t>öt«>? erhalten, Eustath. : r» k>6«,c s^o« ^^ ^kcs^/u
62

/?ei«»'. Da der Tag so besetzt war, so konnte Mf/ß« bei den


Italikem eine andere Bedeutung erhalten, und da man an der
Dämmerung das Kommen und Gehen des Tages merkte (2ä um-
Kr»m luci8 ab oitu) und an dem Schatten die Tageszeit maß,
so wurde das Wort zu Schatten, umbra (wegen des Uebergangs
von 7 in u vgl. oben S. 33 ; ferner ^e»^ssl«,» — Lrunäuzium).
Wir kehren zn den Veränderungen der Nomina in ihren En
dungen zurück. Viele griechische Stammwörter bilden durch Ver
längerung auf -e?ö?, -«/ßöc, -tßoc, -^6? neue Nomina, mei
stens Adjective. So er^c (/^F^«c), tr«k^oc, ir«?^«,?' e^«^>l»?,
i^«Pk^ö?, k^«^>^«!c, leichtfüßig wie ein Hirsch, «^«^«j?, leicht;
<7Xt«, <7«t«e«>?' Xß!)oc, x^ve^oc» «^«7Xoc, «l<7x^öc- ö^/s^l»^,
ö/U/s^ßo?' ^«/ltoc, /«^k^öc, ^«/u/3l>o?' XXu^, X^ls^oc u. s. W.
Eine solche Verlängerung des griechischen Grundwortes findet sich
im Lateinischen öfter bei Substantiven:
«/toc twmerus
»'o/»o?, »'ol"/»/»l»c numeruz

Vgl. im Spanischen Kombre — Komo, lininore — k2mez, nom-


bre — nomen.
Eine andere Reihe griechischer Nomina wird in ihren latei
nischen Formen fast unkenntlich durch Einschiebung eines u. Auch
dies ist nicht auf italischem Boden erwachsen , sondern auch hierin
gingen die Griechen selbst voran, zunächst in Westgriechenland,
von wo die meisten Siedler nach Italien gekommen. Die merk
würdige kerkyräische Grabschrift des Menekrates ') giebt n^o5e»^
^oc für ?r^o^e^oc. So bildeten die Söhne der Griechen in Ita-
lien weiter '):
i>'^ «Iva
«^/«^'?' ss^i/^'c !NFenuu8; Streuunz
/tol^oc' ,uo^r6c (/s^ar«?) mutuu»; mortuu8
^r«c (glatter' Stab) lituu» (Stab; Vlashorn)
x«'esoc car^uu8
«^»s^»' (viell. «^s»)?' vgl. arcluu^
^ßs^^oc , „ Steilberg ")

1) In N. Iahrbb. f. PHUol. Nd, «9, S. 533. «gl. Rh. Muf. 1853,


S. 294.
2) Vgl. Festus p. 33 : perpelein pro pprpelun ä>x<.lunl poel»e.
63

<sr«r« <<7r«^ rix«!» Stand- 8taluu


bild)
nuctull , der Nachtvogel
cervu8 ; corvu8
ll»8ll, I«l» lälVÄ
»X^/.«,»' (oben T. 43) Kelsuc,
wlvus ; l>2ti'MI5
e^oc (annu») llNNUU8
tUU8 , 8UU8
«p^? (in «^trk^s, <7X»«- WNUI8?
»,«,5k»^'? U. s. w.)
Denn die bloße Cinschicbung eines li co>i3oniM8, um zwei
Vocale zu trennen, erlasse ich Ihnen, wie in ö«c — uvi8. «ö»'
— uvuw, Ht«o? -- clivu8, ^^«0? — ^rßivu8, ^/«to? ^
^cdivu8, i^«i« — olivll, ^Fo? -- novu8, ^/»c — vivu8, «i«»>
- uovum , <7x«to? -- 8caevu8 , x^klc ^^ elllvi8 , ^/to? ^^ ^uvi8,
^l,«j? -^ bovi8 u. s. w., da hier die Griechen mit dem Digamma
und /3 schon zur Genüge vorangegangen sind.
Noch eine andere interessante Reihe geben die griechischen
Nomina auf -r«?c oder -ro?, neben denen im Griechischen mei
stens auch noch eine kürzere Nominativform besteht, und ans de
nen der Lateiner Nomina der dritten Declination auf -e8 (-i8),
-iti8 gebildet hat. Vgl. perpe8, perpeti» — perpetuu8 (Festus)«
So haben wir gesehen:
e<zu«8, ec;uiti8
peäe8; vele8' »iti8
mile8, -itis
tlilmes, -iti8
arie8, eti8 «s)^»' (ci^^c? V»llo ö, 98)
8tipL8, -iti8
plliie8, -eti8 ?r«?kt«, Wange;, Wand des
Schiffes (Poll. 1,89); ?r«.
ßki«? »Pt?, Wand- oder
Hausschlange
Huiris, »itis xv^/^? (s. Vorw.)
llNti8te8, -iti8
Ko8pe8, -iti8. derHauswirth, 6e<7?röri/? ?
der Herr im lwsMum
(ö<7?r^««»^, '<7?r^'«»' neugr.
das Haus)
64

Hier bleibt fteilich noch eine große Zahl zu erklären, wie limes,
eumes, »»teile», «les, äives, und viele andere.

Eine ansehnliche Zahl von Adjectiven ist bisher bereits nach


gewiesen worden; ich stelle diese und einige andere hier übersicht
lich zusammen: ^«? /ut7^«»' in»Fnu8 mchor, ^«xpoc mao^i.
/3ß«Xvc brevi8 , /3g«6!.'? wrclu8 , /^.vxl5? c^ulcis , 6«<7l!? äen8us,
?r^«rvc lllI,u8, ?r«xl!? pinßui8. «x^n? »eer, i^vH^o? ruber,
k^c«?Hk^«>? liber, /^«^>v^ö? ßlllber, «^^0? »Ibu8, o^^o'c ö^-
y>«^ö? orbus, Hklo? aivu8, 3^,oc 8ollu8?, «^ö? 8ancu8, ^««-
ro? («x^«ro? Hesych.) laetU8 , ^«vxoc ^Wueu8, »'Foc nnvu»,
«^«rrtßo? 8ini8ter, skItrk^ö? clexter, xkt/»kßt^n? liibernu8, x^k^
<7«^o? Ke8ternu8, «l/lv? altu8, «l?rkt^üc lllpinu8, wxrkgt^ö?
nueturnu8, x«/t^o? dumiÜ8, ^«^«xo? mo!1i8, ^/rv^o? muti-
Iu8, /»v«/«ßö? mi8er, x^^? celer, ?rß«»' ?rß«^? pronu8, ev;
bonu8 , /st^i«»' melior, ^ki«^ minor, ?r^kv»'k? nlure8, <7x«to;
8caevu8 , ^,«l«c IllLVU8, ^k«o? Ievi8, oio? 8olu8, «^««>? raru8,
?r^io? ?r^^«/? p1euu8, «^0? 8lieer, <7«o? 8»nu8, ^^«^ inen-
üax , «^«ö? «^«v^o? c1»ru8, P«iHo? vili8, ^>«^toc ^>^«^ö;
VllNU8, V?I«0? 8UPMU8 , v«//^öc 8ublimi8 , H«^l7li? lui'ti8 , xv^-
r6? eurvu8 curtu8, ?rF^? ??k^x^o? menäleu8, ^k^t/^oc pul'
euer, ?ro^v? ?ro^öc multu8, i^«gö? nil»ri8, ?rv^o? burru8,
.^?rt<l? piu8, o/toto? 8imiÜ8, «6v'( 8Ullvi8, i'stoc vicluu8, «^»^-
^6? ae^er, /u,oiro? nmtuu8, t^/k^c in^enuu8, <7r^^^c 8tre-
nuu8, ss^t^o? <7^k«^o? 8terili8, /»wsöc mutu8, <7^«/3o'? 8trll-
bu8, M«t<7o? bllle8U8, x^voktc eruentu8, ^i«toc vic.lentu8,
X«^o? vanu8, ^o'lr«»' ^x«7ro? 8e<zuior, «/«?r^nx<i? ll11Ü0U8 (vgl.
el^«?r« — umo, S. 36), 8uperu8 8uperior 8UMMU8 von (v^rk-
ß«>?) v^rk^o? v?r^r«r«,c (l!?r«5oc) u. s. w. Bei einigen von
den bereits aufgeführten und bei andern Adjectiven finden mehr
oder minder- starke Umstellungen statt, wie rH^ teuer, ?r«ö?o?
vurvu8, /3«^l5? ßravi8, ^«t/36c v»ru8, «^?r«3 rllpllx, /uFHv<7o;
temulentu8, r«X"? «itu8, 5ßtx«>ros dü-8utu8. Durch Umstellung
entsteht auch turpi8 aus ^v'?r«,c, ^v?rottc, Fv?r«?äc (vgl. ^v?rö«,
^v?r«^«, turpare, und die Umstellung Hv'n^«, pur^o).
Viele lateinische Adjective gehen eigentlich auf griechische Adj.
Verbalia zurück, wie x«?^"? 3l»tu8, x«^oc Vll8tu8, x^x«-»?
llllcatu8, sßkxro? reetu8, ?«<7roc (?rk«r^F0»') Näus. Das letz»
tere Beispiel giebt Veranlassung zu dem Nachweise eines versteck
teren Wortes. Ik?rroc (ssk^^öc) von <?ch3«, a'^/ilo/ltl« , ,,ver
65
ehrt, geheiligt, feierlich" liefert durch Umstellung <>k55öc) da«
gesuchte te8tu8 iu denselben Bedeutungen; ferner lestivus, das in
<7k?rrkl5« — aMo^«t sein Analogen hat. Andere Adjectiue fin
den sich im Griechischen nur als Appellative. So kommt puru8
von ?rlZpoc, Tufstein von hellgelber Farbe, !»eer von ^ux«? ^«-
xo?) ^«x0c, S. 48), viridi8 von i^l? (S- 23), vetU8, vetu8IU8
von iroc, liiltu8 von ^(>«3) ^^oc, vl^il, vizilax von Pl^«I
^>v^«xoc u- s. w.
Die Endungen der Adjective kommen wenig in Betracht.
Meistens bleibt die griechische Endung (wie in duri-u8), oder wird
durch Abweifung von -0? verkürzt ^vo-«^ miser, ^v/«xo?
viFil), oder folgt einer andern Declination (x«i"?^o? Immilis,
/3ß«sl!? tlllän8), oder wird eine ganz andere (^^«c ml»^nu8,
x^^? eeler, xßv<i«c cruenw8). Das griechische -«6^? giebt
-c>8U8, mehr in der Bedeutung der Fülle als der Aehnlichkeit:
«,i^«6^? vino8U8, xgkc<)6«/? «arno8U8, ^o^><uck«/? cnepnc>8U8, i^-
H»ic<>F»/? (S. 55) pi8cu8U8 , 6«xßV«6^? Iacrimc>8U8, «ß^l'ßc<is»/?
»r^enw8U8, t^x<<>6^? uIcero8U8, v^,«6«/c 8ilvo8U8, ^"^"is»/? lel-
Io8U5, /»«,z>^>oktö^? lormo8ll8 , ?rkr^«s«/? petro8U8, ^«//»0kt6^?
^«^/uo?, ^«//u,^ rim«) lilNo8U8, 0<7r«s^? 088U08U8 u. s. w.
Aber ?r^k?r«6^? (?r^^?rl<)^, -?r^8?r^?) giebt praplM8. Indeß
ist es hier nicht die Aufgabe die übrigen lateinischen Endungen,
wie -Ienw8, -ll!i8, -dili8, -dunclu8 u. s. f. und ihre Beziehun»
gen zu -H«c, -okt?, -r^o? u. s. f. weiter zu verfolgen, da wir
es nur mit dem Stamme und Kern der Wörter zu thun haben.
Aber lassen wir die Nomina und ihre Veränderungen; es ist
für meinen Zweck genug. Auch bei den Zahlwörtern halte ich
mich nicht auf; einige sind gelegentlich in Betrachtung gezogen
worden. Bei den persönlichen Fürwörtern darf ich Ihnen nicht
zumuthen zu verweilen; no8, ^« und vo», <7^>» haben wir ge
sehen. Ebenso ip8e -- <?Po? (S. 25), Ämbo, alm8; omni8 -
«o^^? (S. 18); ferner die Relative ym - ö'?, /w^, xoc,
qui8, pi8 -- r^?, HHÄÜ8 -- oio?, ?rol0?, t»Ü8 - rol0?'
l)a'o?, ?ro<7os geben yuantu8 und tanw8, ?ro<7ro? giebt yuotu8.
llter, uterclue, neuter, alter u. f. w. entsprechen, wenn auch
nicht genau ein Wort dem andern, den griechischen Fürwörtern
i'rk^o?, ix«5kß<i?, ?rörk^oc u. s. f., die dem 36k. Mit i8'
i8te, Me, ullu8, nullu8 weiß ich nichts anzufangen.
Viele der lateinischen Partikeln: Conjunctionen , Adverbia,
Präpositionen, auch einige Interjektionen sind ebenfalls bereits
2t»liter u, Grölen. 5
66
als griechisch nachgewiesen worden, wie neu s/kv, Kerl ix^c,
numi /«ju«,', »imul «/u«, 8euie1 «?r«3, «^«xtc, bis 6/c, se-
eu8 lx«c, 8uU8 «^c, ne aus ^ privaUvum, wie in ne8ciu5
und in8eiu8, impune ^?ro^k/ (S. 26). Wir haben ferner
gesehen et rk, c^ue x«i, 8i ti, ni8l ki ^ (^), 8ivo k»«,
<;ula i?rk^, yuanclu r?r«6«^, quiäem k?rk^k^, num ^c3^,
nam /i»«^, enim /u,^»', nunc »'iip, ubi o^t, incl«, unäe k>H«,
k^k^, quoä 3^ (lokr. Inschr. /-o«) und andere. 0uum tum
ist Mo? ^o?, at ist «r«?, autem «vr«^, ita ovr«, ut uti
«a'rt, aut Hre. Durch Zusammensetzungen entstehen dann an
dere: »^ und ?rk^ giebt nuper, x«i /»«^ namizue, x«i ov^«
itao.ue, rk und /u^ etenim. 8ic ist Umstellung aus xkl5k
(Neugr. tr<7^, d. i. mit gequetschter Aussprache des x st. txz/,
kxkt, von der Grundform ixöc st. ixk«»'«,?). Ich stelle hier noch
zusammen :
uuäum s^, so«>, ö^«, ö^o^
elam; 8tatim; loeatim x^e^«so»" ssr«^' /ox«6^»'
juxta, Mxtim ^«s^/^, A,/«^
iterum i^o»', k^?
u,uam<iuam ?r«/u?r«»' ?
inw8; porro; priu8 e>5«,'?' ?ro^«' ^«
8emper; mox 6t«^??k^c? ^o^c
Die Präpositionen der Lateiner sind sämmtlich aus dem Grie»
chischen entnommen, wenn auch mit einigen meistens geringen
Modificationen der Bedeutung und der Anwendung. ^ ab ab»
«?ro, ob kni. 8ub V?rö, e ex tx i3 (i, lokr. Inschr.), in «>
k!p, »cl «»'«, pro n^o, cum con ^p 5v?, per ?rkßi, prae
?ruo« ?r«9«i, tra traii8 ?r^« ?rF^«^, po8t il?rtssHk, sine «»'kli,
contra «^«x^v, 8Uper v?!^, ante «^t «»'r« «pr^^. (!ircum
circa ist entstanden aus x^lxo? xl^xo? (wie Neugr. 7^« aus
/v^o?). ^inb- und oi8- in Zusammensetzungen ist «^« und
öt«, veä- oder ve- ist aus ?re'ö« ^r^r«, re- aus dem augehäng-
ten -6k. Ob prope von ?reo?, n?»^ ist, nnd pene8 von pe-
nu8, «y>t»,«,c? Aber woher kommt c!e?
Die lateinischen Präpositionen inter, praeter, propter, 8ub-
ter sind adverbiale Comparative, wie «?r»^e«' x«r«re?«o, i»'-
öor^«, und wie sie besonders das Vulgärgriechische in mannig
faltigen Formen und Zusammensetzungen liebt, z. B. «?r«»'«,
?r«g«?!«»'«, «?r«^«,,^«, «?r«^/r<7«, weiter oben, ein wenig
höher hinauf; «?rox«rc<>, ?r«^«x«'r«, ?r«^«?rox«r« , ^r«?«x«
67

rov^«, ?r«?«x«rira'« u. s. w. Hiernach könnte »puä von «?rö


und «»^« sein. Jedenfalls sind die genannten Präpositionen
solche Comparative: inter - kp^«, praeter — ?r«ß«tr^c<>,
subter -- v?ror^», propter von prope. Intro, intra und ex-
tla sind adverbiale Ablative, gleich i^r^P, i^r^^c und t3«^
rF^, 5uz>elll suplil gleich v?r^p (v?r^k^o;), inlra, ultra, ul-
tro, eitr», citro ähnliche Bildungen. Und somit genug von den
Partikeln; wir müssen uns noch nach den Verbis umsehen.
68

V.

<H>i»e nune 8unt iu liuunre vooabul»,


Horaz,

3)on den Verbis ist bisher noch wenig die Rede gewesen; aber
natürlich ist auch das lateinische Verbum, so weit es nicht ein
Derivatum von einem andern griechischen Ttammworte ist (wie
pruelmri von proelium ^i!^t?, cantare von csno x«^«> eri-
mmari von crimen x^i/t«, äurare von äurus sö^v, iluäire von
»uii8 «v? «öro?) ebenfalls das griechische Verbum. Nur ent»
zieht es sich bei der Mannigfaltigkeit der Präsensformen , die in
den griechischen Mundarten und Sprachepochen Platz greift, noch
öfter der Erkenntniß als das Nomen. Dazu kommt, daß häufig
ein griechisches Transitivum im Lateinischen zum Intransitivum ge-
worden ist, und umgekehrt; die active Form zum Deponens, odel
das Medium zum Activ; daß ein griechisches Verbum im Lateini»
schen sich nur in Compositis mit Präpositionen findet, und der
gleichen mehr, was die Auffindung der Gleichheit zwischen beiden
Sprachen erschwert. So sind denn bisweilen aus Einem Thema
verschiedene Verba entstanden, wie x««> x«<7x« x«"'« t>w Ki8co
clmo, ?r^xw plecto ileetu, I«« ^t« vexo seeo, ^t^« (^o«a'«r«)
rißeo lriFeo u. s. w. oder aus der activen und passiven Form,
wie /3ol7xu> pa8co, jsä<7xo/t«t veseor; ^k^kr«« giebt me^itor,
^k»^«u» näscol, aber ^^o^«t Fissno, 6^t/o/i«l äeleo u. s. w.
Aus dem was über die Mannigfaltigkeit der griechischen Prä-
sensformen gesagt worden ist, folgt schon, daß auch die Conju»
gationen nicht immer dieselben sind und sich für ihre Wechsel
leine durchgreifende Analogien aufstellen lassen. Die Identität
69

zweier Verba wird am sichersten an dem lateinischen Perfectum


erkannt, wo es dem griechischen Perfectum (wie in c»no cecini
/««>« xf//^»'«, cli8c<i cliäici 6t6«<7xa» sk6/ö«x«) oder häufiger
dem ersten oder zweiten Aorist (8cribo scripsl ^«^>« c^«^/«,
lin^o linxi ^,ki/« k^,t/3«, a^o K^i «^<u ^«^o^) oder dem Fu
turum (meto ine88ui «/<«« «/t^«, uro U88i kb« kt>'a'«) ent
spricht; oder am Supinum und Partie. Perf. Pass. , wo es dem
griechischen Adjectivum Verbale gleichlautet (8puo 8puwm nrn'«
«?rö-?rrli<7ro?, larcio lar8i larctum ^«ff<7« ^>^«^v/tt ^^«x-
^oc ^>«^xröc). Bisweilen findet sich von einem griechischen Ver-
bum im Lateinischen nur dasAdj. Verbale, wie /«^xö« x«^x«-
ro? lÄlcHtus, ?rkt^«c<» ?rkt^«rö? ?^k«ß«/rö? peritU8 (das Verbum
nur als Compositum experior). Sehr häusig aber, besonders bei
dem Uebergange des Verbums auf eine abweichende Form und
andere Conjugation, fehlen diese die Identität bestätigenden
Kennzeichen.
Indeß da ich hier leine grammatischen Untersuchungen zu
machen habe, gehe ich auf diese Dinge nicht weiter ein, und
stelle Ihnen lieber einen Theil der einfachen Verba, mitunter
auch ein Compositum, gruppenweise zusammen. Ich beginne
wieder mit dem schlagenden Beispiele:
X«<>«, kx«^o^, xF/^»'« eano, ceeini

/r^ö«, -ö/»«l, ?rf/?ro^6« peclo, pepeäi


««>«, r«/r«x« tenclo , tetencli
X«^o/u«t, xkx«6o»'r0 e»äo, eeeiäi?

6ö«, 6«<fc<>s»t, 6«/6«>x« äo, clecli


6ts«o'x«, 6k6/6«x« cli8eo, ^iclici
?r^«i, ?rF?r<ux« bido, dibi, bibitum
r«i?rr«, rk^li?r^^x« tunäo, tutuc^i?
?ro^F«, ?rk??oH^x« p08co, poposei?
(Wie n«^« zu ?r«Hkt^, so mag zu noF«? auch eine Präsens-
form ?rü<7x«, vorhanden gewesen sein.) Bevor ich nun die bei-
den folgenden Verba aufführe, muß ich nochmals an den häuft-
gen Wechsel von /» x und ?r, von /, und e, L, </« erinnern,
wie in H,v?r^« luFeo, ^,r'xo? lupu», ^k/?rl<» linciuo, l?r?r«)? eciuu8
ecu!eu8 (oben S. 5l).
xF^^« (öxF^a,), ixk^ss« pello, pepuli, pul8um
?r«l«i, ?rf/?r«lx«, t?r«to'« caeäo, eeeiäi, caesuw
70

XF^« gehört, da ihm sein Perfectum fehlt, eigentlich nicht in


diese Reihe; ich wollte es aber mit ?r«l« zusammenstellen, da
jedes eben den Anfangsconsonanten des andern eintauscht. Es
müssen übrigens noch manche andere Verba. wohl auch Perfecta
mit Reduplication gehabt haben, wie
xv^w, kxv^cs« curro, eueurri, eursum
<7P«^«, t<7^^^u laüo, telelli
<7?r^6co, k<7?rktss« »poncleo, spovoucli u. a. m.
Weit häufiger aber ist das lateinische Perfectum aus einem
der griechischen Aoriste oder aus dem Futurum nachzuweisen:
/^«^>c<>, t/^«!/,«' ^^P<u' seribn, seripsi ; »culpo; scalz'n

clico , äixi
MNF0, ^nnxl
tin^o, tinxi; le^o, Intel -Iexi;
ssr^«, k<7rkI«' o^^/«, te^o, texi; re^n, rexi

linßo, linxi; min^o, minxi


stinßuo, ex-8tinxi
8ordeo, 8orp8i (ab-8uip8i)
cluatic>, yua85uin (pereu88i)
elepo, elep8i ,
«rüior, ol8U8 (c>räitu8) 8uni
^li^' «ga'«, «^» und onus, aiw8 8um
ll^c>, eßi; (8um), lui
Meto, Me88Ui, ML88UM
ß»ucleo, ß«lvi»u8 5um
8erpc>, 8erp8i; repo, rep8i

lateo, latui
planFo, planxi
kX«, i^co' ö/^«' (rg«/^««, veKo (velo) , vexi ; trädu stralo)
kr^«^^«, vgl. S. 22) tl»xi
Indcß es ist genug der Beispiele von der Bildung des la
teinischen PcrfcctumS, zumal da es sich bei dem Verluste so vie
ler mundartlichen Verbalformen im Griechischen doch nicht immer
nachweisen läßt. In den meisten Fällen müssen wir froh sein,
wenn das Präsens erkannt werden kann. Ich setze also nur noch
einen Theil der übrigen Verba hierher, sie mögen einzeln vorge
kommen sein oder' nicht.
71

ricieu; creäo

8canclo, 8c»näi
»cinäo; stnäeo
»iäc>; 8ßcleo
x^^«^«, x^kt6ö« ellluclo
^«i^«, /3«s^«, S^5H v»clo
elan^n; strinßo
^tx«« (S. 26) vineo
äueo? (S. 33)
too<<), k^^«' ^o^«, Xoli« err»re; I»v»re, lavere
^«ssss«, , streuen, spreizen panäo, ausbreiten, -spreizen
PI5U, piN8U
tero, tnvi; an^o
X«<7x«' /3o<sx«' /3ä<7x»^«l ni8co; p»8eo; Ve8ear
^/^«ssx«' /i^o/»«l FU08co, no8co; FlFno
tremo; lremo; volo
linquo; 8equor
ro^?!«' k6«' X^«>l<) verto; e<io; eernu
P^OI, ^>^0/«, ^>^,<Ü»' ^klil<> üuo; lln-nuo, in -nun
in-äuo; im-duo
ti^ll«' kst^«' xo/i/«, volvo; vomo; eomo
?r^^x«i, ?r^kxröc plecto; Neeto?
^Ü?rrco' x^?rrc<)' ssx«?rrl<) lamko; in-cumtw; 8clll>o
x«?rr« (schnappen, schlingen) eapio
llÄN^o; 8ternuo
8terno, 8trlivi, 5tratum

minuo; ^runäio, ß^runnio


oäi, c>cli886
re-mini8eor; memini

«xo^««- /3«<7X«f>« aeun; f«8cino


xF«, xk"« (neugr. x"^") lunclo (S. 43)
vivo; earoo
rapio; purßo
mitto (S. 37)
manäo, man8i
morior, sein Loos erhalten?
72

Viele Verba auf -««, -«5«, -«/»'« halten das « fest


und folgen der ersten lateinischen Conjugation:
«^«?r«« («^?r«, «,«?r«) «mare
i<7r««) l<7rMt, ^e7r«««t stare
6«/»««, 6«/»«^«, 6«/^Mt «lomare
^xu^««' ftk^k^««' ^>Ml, lurari; meäitari; lari
lmari;
^>«<7x<<i
turbare; Kiemare; lelläre
x,'?rru3«,sich bücken und ducken cubare, liegen
^tH«^w ^tH«?, Iapi8, S. 49) I»M»re
äudituie (äubat, clukitat, Festus)
comi88»ri; dillle
aemulor; maeliinor
ver8»ri?
?r«, - verto), verkehren
voeare; loeare
ßuberniire; coen»re
lum»re; vasture
volare; orare
eaeliinnoi
ruet»ri
c»elare; runcinare
It«- 3««, §««>« (S. 26) 8ee»re; vexare
kv«^«' stx«^« - kix«^« ovare; äicare; aequare?
nominale
8tip»re; libare

X0/U««' x«xx«« eomare; e«eeue


/to^^>«^« (-»«)- /3t«^« lormare; violsre
6«?r«^«c<,, zu Grunde richten äamnare?
?kli<7r«^«) ^o<7r«^«,^l>xrü^<u nuto, nutor; meto?
/^/^H, xß«^«, xß«t«l>c<i, erellle
vollbringen, bewirken, schal
ten
kß<»/t«t, k^sso/l«l, k(>«r«« ro^are?
Andere griechische Verba auf -«« M in die zweite oder
vierte lateinische Conjugation über:
^«s««' ^,t?r««' <7,/«« maäeo; liqueo; sileo
o?7««, heftig nach etwas der- ur^eo ?
langen
73

7r«»^««' 7rkiß««'^vx«o/»l« punio; ex-perior; mu^io


Sonst kommen die Verba der zweiten Konjugation auch von
griechischen Verbis auf -6«, oder sind erst im Lateinischen auf
diese Endung gebracht worden:
Htz^«' «^^^«' /i/H^c» riFeu, lriFeo; klFeo; Fllu^eo
Norreo: terreo; moveo?
^v?ril« (S. 51) lu^en
ssrv^c», verabschenen; sich «tupeo, stutzen, staunen, er.
scheuen (<7«')'oc) starrt sein (Stupor)
toryueo, tnrzi
kssr(»t^«.- verdrehen, fol
tern)
äeleo, äelevi; neo, nevi
rubeo; Sorben
6c'xF« ul^>^c>>' u^xF« ?r«rFn> cloceo? Naereo? nrceo; p»teo?
vicleo; m»neo
mi«ceo : oleo
»b - oleo
X«^« (x«r«^«), verlangen, o»reo
begehren ; entbehren , be-
dürfen
r«»»v<» (^tl>o), «?«), sich teneo, tenui?
anspannen
im-pleo, ex-plen
aräen ; cluo , clueo
X«"« (»x«), x,c>j^, gehen (Xt^tu) cio, cieo, gehen machen
teilen, ter«i, ter«um
clenzeo; timeo; lerveo

Andere Verba auf -F« gehen nach der ersten Conjugation:


xu^^m . ^l<) cnlare; no, nuvi
andere nach der vierten :
fte^^« » «<7^F«' «^F«,<»>Vko- metior; ve«tio; veneo, venire

^o/t«t, ?liift«t venio (S. 26)


Die Verba auf -«5o», -v«' -v»"« folgen meistens der vier
ten lateiuischen Conjugation:
<!^«^«' ^t^v^/^« z2ncio; minurio
74

/U,«^v»'« ' 0ssoHvpl<» «/l»l!^c» molior; Oläiol", munio;


«^v«- i^l!« Kaurio; »p-erio; op-erio
?ro^,«^« - /t«^,«x^c<) pnlin? mollio

Die Verba auf -»« werden im Lateinischen großentheils


nach der ersten Conjugation gebildet:
/sl^ß»« (-«ssx«)- o^^>o« ' volare; orbare
Ußo«' pk0«' ^V^lll,, ar»re; novare; per-lorale
eerare; lueare; portare
animare; simulare ; lißare
tornare; (lalcatu8); murale
strauFuIare; wrp»re
miniare; neeare; M^are
liberale; crepiäare
eurvare; 8ucl»re

Ich lasse noch eine Anzahl Verba ohne Rücksicht auf ihre
Flexion folgen:
äonnio; salin
eo, ire; amicio
ululare; lacerare
ßu8tare; 8pun
r«, Hesych.)
ominari; murmurare
8i8to; li^o
8p«lß0
«<7«,^>^«) unweise sein 8»l>in (ohne die Negation)
^o/«cu, redselig sein luylldl'
n»8cor; 8inn
stuäeo
<7?r^6<a' ern^so^««, einen 8poncleo
Vertrag schließen; «r?r«,^ö^
<7Pi>/«, zusammendrückender lin^o, Nnxi
Töpfer den Thon)
^,'^«<7a'« (neugr. ^v^,«^«) - vißilare; clin»re, in-clinnle
X^«>l<»
?rvH«, faulen, vermodern puteo, putre8eo
n^x«, ?rctx«' L^« peeto; vello?
?r^llV« (ii//«), ?r^«, ?rF?rr<u coMo?

voveo; loveo? truäu?


75

8U2äeU ?

H«/u,M« , staunen , erschrecken p»veo (H«/tLoc, pavor)


xi>Fx«, klopfen; ein Instru crepo, -»re, klappern, rau
ment spielen schen
lutuu, lututum
l»rcio, l»l!>i, larctum
roc, ^,«l"«^o?, Hesych.),
versperren, drängen; dicht
machen, stopfen
Xi>6o/t«t, Xi>««/"«l (3. 60) kruor, lruituz »um
meseor
/u,«t (T. 48)
ruo, intrans., rennen, stürzen
luv, traus., fortraffen, ziehen
«l'« (S. 3l) uro, coin-b-uro
8umo, »um»!? nehmen, ergrei
<7v/««l, treiben, verfolgen; fen, an sich ziehen (»s«umn,
im Med.: nach etwas stre »bz^mo)
ben (vgl. U^«<7t!«, «?IN-
«7kll«)
t<<7X«, l<7X« (S. 24) «ci0; ne-8ci0
«^t'?rc<,, ei?ro»' (S. 51) inyuio, inqunm
uutrio

ulc>8cor, zur Strafe ziehen, stra


i^x^«) ziehen, gefangen fen, rächen (ultor)
fortschleppen, vor Gericht
ziehen; zerzausen, mißhan
deln (i^x^r^)
^«fX«»'«, ^,^3o/tc« (also N2nci8cor
Uebergang ins Medium)
mor^en, momoräi, mor8um?
ergreifen , verschlingen
H«^«, ^v'^o), ^v^c<), knur rllbo, rabyre; ruclo, ru^ivi,
ren, bellen, von zornigen -itum, rubere
Hunden ; F«^» auch ge-
genanbelfern, widerspre
chen
76

zähneknirschen, beißen, brül


len
luviu (lllvis)

0l6F« , - ü« , - «/^«, - lssx« tumeo, -esco studer; tumor)


(0?60?' Ol'ö/t«, olÄM«)
^«^<o, - cv» , - li^« , zau> !»NFueo> -esco, matt sein, er-
dern, zögern, furchtsam schlaffen, nachlassen (I»nFui-
sein (^«^«s«?? ' ^,«^«-

(?rk^o?, ?rkloc, ?rc^t6^<ic, (livor, liviäu»); liveo , -ß»eo;

^l«^«, ?rk^,ls^o« (blei


farbig, blaß)
H^ost«l ^-/«), wehklagen; tleo

In dem Vorstehenden sind zwei- bis dreihundert lateinische


Verba aufgeführt, von dienen Sie wenigstens den meisten ihre di
recte Herkunft aus dem Griechischen nicht streitig machen werden.
Rechnen Sie nun die Komposita und Derivata aller Art hinzu,
so giebt dies wieder mehrere tausend Wörter im Lateinischen, de
ren griechischen Stamm ihnen selbst das Sanskrit nicht abdisputiren
kann; z. B. i?ro/u,«t sequor; a<lse<iuor, consei^uor, inse^uor
u. s. w.; 5eyu»x, seyuela, seeunäu8, peäi58eyuu8 u. s. w.;
seetor, seeta, »ectlltor, »eetatio u. s. w. Oder ^«P« seribo,
8eriptor, scriptio, seripturä, a^8eribo, cle8enbo und so fort. Es
ist nicht nöthig dabei zu verweilen. Es bleiben freilich noch hun
derte von lateinischen Verbis im Griechischen nachzuweisen; aber
mit Geduld und Nachdenken, und indem man immer die in den
Sprachwerkzeugen und Mundgewöhnungen der Italiker und Grä
ken begründete Möglichkeit der Wechsel von Consonanten gegen
wärtig hat, wird man auf dem eingeschlagenen Wege zum Ziele
gelangen. Ich fordere zur Gegenprobe auf: von wie vielen und
welchen Verbis wird sich im Lateinischen nachweisen lassen, daß
sie Lehnworte aus einer andern als der griechischen Sprache sind? —
Nun nur noch einige Bemerkungen über die Verba.
Anziehend ist es zu sehen, wie sich einige Verba durch Ent
lehnungen von andern aufhelfen und ergänzen, nach ähnlichen
Vorgängen in der Stammsprache; wie z. B. P^« die Tempora
77

«,«<?«, k^»/«, ^t^x« von 0/H und ^^V^?/^Q entnimmt.


So borgt kl/"/ i/u,i suw sein Perftctum lui und das Particip tu-
Wi-U5 von 7>v«, k^>v»'. Am buntesten treibt es wieder das la
teinische lero. Es entlehnt sein Perftctum tetuN, wli von dem
transitiv gewordenen re^«, aufgehen («^««^^«), also tollo,
aufgehen machen, empor heben. (Eigentlich ist ssre^« dasselbe
Wort, also die transitive Form von 56^» im Griechischen).
^F^^,« bildet im Passiv 5«r«4/l««, wird also auch eine active
Form 5«r«^,x«, vielleicht ^Fro^« gehabt haben. Sein Supinum
läwm nimmt lero wieder von einem andern Verbum, nämlich
^«<», dulden, tragen, «H«ro?. Dem beraubten wllo bleibt
nun nichts übrig, als dieselben Tempora, durch die Präposition
i/ro sud verstärkt, sich wieder zu ergänzen: 8U5tuli, sudlawm.
Etwas Aehnliches geschieht bei «^«, ^ßi/3«. lern nimmt sein
Präsens von «h«, sein Perf. und Supinum von ^^«- In»
deß bleibt es damit doch in der Familie, wie ^^" rk^<7«l>«
ter^u ternen tersi.
Sie werden Sich nach den vorhergehenden Beispielen nun
auch ziemlich überzeugt haben, daß ohne Uebereinstimmung der
Buchstaben und der Conjugation, oder doch eines dieser beiden
Merkmale, die Identität eines lateinischen Verbums mit einem
griechischen nicht wohl zuzulassen ist. Ich wende dies auf !,aden
an. Gewöhnlich setzt man dadeo in Beziehung zu ix«, allein
die ganze Ähnlichkeit besteht in dem Hauche und in der Bedeu
tung, welche für sich allein nichts beweist. Wir haben gesehen,
daß cx« (»x^«) vielmehr ve-do, veto giebt. Dagegen steckt da-
den in ss/iHe«»', «-/kH'ki»,. Hier stimmt nach Abwerfnng des
<7 Buchstabe mit Buchstaben überein, x mit b und H mit b:
XtH-/« — dadeo. Auch das Supinum daditum hat sein Analo
gen in dem Aorist ss/f/Hkro. — Dieses Gesetz der Uebereinstim
mung, denn so möchte ich es fast nennen, ist so zutreffend, daß
mir kein Zweifel bleibt, daß auch pinFu, pinxi, pietum nichts
anderes ist als ?i^«>co, t?r^3«, ?r»^xr«,'c, obgleich ich eingestehe
nicht überzeugend nachweisen zu können , wie die Bedeutung „däm
pfen, schmoren" in die Bedeutung „beschmieren, bestreichen, ma
len" übergegangen ist. Aber das können wir auch nur mangel
haft bei soxF» und «loceo, «i^co und Kaereo, nnre« und
pateo nnd andern in allen Buchstaben übereinstimmenden Verbis,
deren Identität fast mathematisch feststeht. Wie sicher diese Norm
der Uebereinstimmung zutrifft, will ich schließlich noch an st^/««
78

«itio und «l«7H«>o/««t (^//IVH, ^/^OL.<2) zeigen. In 6l-


^«« fällt das n aus, <7 und 6 werden umgestellt, und so erhal
ten wir ssts«« 8ilio,(6t^« 6«^o? 8ili8). In ^//^G^/2, ^/-
^OO (welche dem Fut. «iss^^o/t«/ und dem Aor. ^Hö/«^»' zu
Grunde liegen) ist das l aus einer Liquida und zwar aus »' ent
standen, wie in ei?, i'^?, /tt/? men«i», oöo^c clenz, «lV«
nräeo, ul?roc «i?r«»'o? .^Ip>8 aItu8 »lpinu8, neFer «^,/i/^uc
(oben S. 34): also «^<7Hf/«, das durch Umstellung «enUo er-
giebt. Hier ist noch viel zu thun, was ich gern Anderen über-
lasse.

Einer Ausstellung bin ich schließlich noch von Ihnen gewär


tig: daß ich bei der Zusammenstellung griechischer und lateinischer
Wörter auf die Veränderung der Bedeutung zu wenig Rücksicht
genommen, die Möglichkeit und die Art und Weise des lieber-
gangs nur selten angedeutet, noch seltener begründet habe. Wenn
ich dies sollte, hätte ich freilich statt einiger Blätter einen dicken
Wälzer schreiben müssen, wozu ich weder aufgelegt noch angethau
bin. Daher habe ich mich von vorne herein wiederholt gegen
diese Anforderung verwahrt; ich rechne auf Ihr Verständniß, daß
Sie das Fehlende leicht selbst ergänzen , und auf die Ueberzeu-
gungskraft der langen Reihen. Indeß will ich einige Beispiele
herausgreifen. Mir fällt eben als ein solches /»iÄoc — moöu»
ein. Ä/F^o? ist Glied und Lied, also das gegliederte
Maß der Singweise. Wir gebrauchen ebenso Glied und Lied;
denn Lied ist dasselbe Wort wie Glied mit abgeworfenem G, z. V.
Augen lied, das Glied, welches das Auge deckt; im Plattdeut
schen Leed, das Glied (Gelenk, Ring) einer Kette; Ebenlced,
die gleichen Glieder, d. h. Tag und Nacht zusammen. Im Dä
nischen lautet Glied ebenfalls Led; aber von der Singewcise
wird Viise gebraucht. Nun, jenes maßvolle griechische /^o?
giebt durch den Uebergang von ^ in ä im Lat. modu8, das Maß
des Gesanges, dann überhaupt Maß.
Ein anderes Beispiel, das ich noch nicht besprochen habe,
ist folgendes, ^/ü^o? ist der Arbeitslohn; ^ur^c, ^,«^evc
der Arbeiter; ^,«5^/« der Stand eines ^«r^c, Dienstbarkeit,
^«r^el!« um Lohn dienen. Dies giebt Iabor(8), Arbeit, Ar-
beitslohn, Anstrengung, Mühe, mit seinem Verbum InKoro.
79

Daß ^«^t? in einer andern Mundart auch latro giebt, Söldling,


gemietheter Arbeiter, ändert nichts an der Sache.
Ein besonders interessanter Fall ist tnoc — opu8. Denn
wo Buchstaben und Beugung so übereinstimmen, kann man sich
der Anerkennung der Identität beider Wörter nicht entziehen, wie
bei ^^o? ^enu8 , i^o? dolu8 , olu8 (S. 1 3) , i'^»o? Kuleu8 ulcu8,
?r^xoc pecu8 , pchuo? nemu8, rF/»?ro? tempu8 , ?iH«ro? latu8 , ki6o?
siäu8, u. s. w., selbst wenn Geschlecht, Endung und Bedeutung
sich ein wenig verändert hat, wie bei xo^o? corpu8 , o^0? onu8,
(S. 11), A^o^ußerum , «xv^o^ »cus, ss/a'«z><i»' siser, t^o?
vetu8 n. s. w. Nach diesen Analogien ist also opu8 nichts an
deres als ??r«,?, und wir gewinnen die für die griechische Litte,
raturgeschichte und die Frage nach dem Alter dieser Litteratur ge
wiß nicht unwichtige Wahrnehmung, daß t?r«,? bereits in urfrü.
her Zeit aus der Bedeutung „Wort" in die Bedeutung „ Dich
terwelk" nnd überhaupt „Werk" übergegangen ist, denn nur so
konnte es zum italischen opu8 werden. Wie also opera in den
letzten Jahrhunderten zur „Oper" geworden ist, so ist die um-
gelehrte Erscheinung schon vor wenigstens drei bis vier Jahrtau
senden dagewesen.
Aehnlich verhält es sich mit «?krH — urs. Denn «ekrH
ist zuerst nicht bloß die angeborne, sondern auch die durch Bestre
ben und Uebung erlangte Tüchtigkeit und Geschicklichkeit:

Zur vorzugsweise sittlichen Tugend wird es erst später, ^rs aber


ist nicht bloß die durch Lernen erworbene Kunst und Wissenschaft,
sondern die »rtes «mini sind älter und gehen voran. — Lex,
le^is weiß ich nur mit IHA? zusammenzubringen: „Klageschrift,
„schriftlich redigirte Klage"; daher denn jede schriftlich abgefaßte
rechtliche Formel, also Gesetz. Diese Erklärung findet eine Stütze
an Hesych. : ^^«^/klo»'' ^t>«^«5klop xZ^ Z rovs ^«j^ov? ip-
ch'ß«^o»'. Die Bildung I«x, leFi8 von ^,HAc hat ihr Analogen
an lrux, lruFi8 von ^ßvIl? (S. 6t>). — Aus ^«/»v^oc, weit-
schlundig, gefräßig, fürchterlich, bildete der Italikcr die I^emu-
res, die schrecklichen Gespenster der Verstorbenen, die Vampyre;
vgl. ^/«/tt«.
So und ähnlich verhält es sich mit den abstracten Begriffen ;
bei den concreten werden Sie noch weniger Bedenken haben.
Wenn «/p«, «x»^ den Schaum, «^ö? «x»,?, den niederge
fallenen Thau, «x»,? 0^«^«, das Naß der Thränen, «^^?
80

sllXFl,'«? bezeichnet, so kann es auch Wasser, ÄYUll, bedeuten,


eben so füglich wie griechische Dichter das Wasser 6e050? ?ror«-
/u«? nennen. Der Qualm und Rauch des Feuers, ^/^Vs nv-
ß<ic, kann mit abgeworfenem 4 zum Feuer selbst, zu iFnis wer»
den. Die starke Strömung der Luft, den Sturm, bezeichnete
der Grieche mit «c^«, «k^c, von «Mt. Der Italiker nahm
dafür das Participium äk/?, «^«-»c ventus , und benannte mit
dem disponibel gewordenen Worte «k^^'c die Strömung des
Wassers amnis (der Uebergang von ^ in mn nach der Analogie
von «o^«?'c c>mni8, wie umgekehrt die Lakonier aus «?r^,«^?
nach Hesychios «^«»^? machten). Wenn bejahrte Männer gerne
/ukio«x«? heirathen (Aristoph. Thesmoph. 410; vgl. Ettles. 611 —
26; 696), so sind dies mit Uebergang des ^ in v und geringer
Veränderung der Endung virgines; die ältere, poetisch geblie
bene Form ist viraFo. Ist 3«?, «? die Genossinn des Man
nes, so kann sie auch, mit Wiederherstellung der abgeworfenen
Konsonanten, in einer andern Mundart seine Schwester, 8oror,
sein. Der Jüngling beim Eintritt ins Mannesalter wurde in
Lacedämon zum i^»'. Lacedämonier gehörten zu den ältesten
Einwanderern in Mittelitalien, wo der Jüngling in demselben
Alter zum vir erklärt wurde. Aber ich bin Ihnen zu dem säu'
genden und nährenden Weibe, der H^«^«»' lemina, noch den
zeugenden Mann, mas, mari8 wa«euIuL schuldig geblieben. Er
steckt in /"«x^oc /i«x^? /t«/^ö<7l^oc, „der von Zeugungskraft
strotzt"; im Griechischen ist dem Worte nur die obstöne Bedeu
tung zeugungslustig, daher unkeusch, geil, üppig geblieben. Die
Auswerfung des x, die Verwandlung von ^, in r wird Ihnen
nicht mehr Bedenken machen. Sonst schaffen Sie mir einen an
dern was ; aber wohlgemelkt, griechisch muß er sein!
Da wir eben bei den Benennungen der Geschlechter sind,
will ich auch die mulier nachtragen, die mir inzwischen klar ge
worden ist. Von den verschiedenen Ausdrücken für Weib im La
teinischen ist mulier, muliercula der niedrigste; er bezeichnet das
Weih in seiner wenigst edeln Geltung als Geschöpf zum Sinnen-
genusse, als unkeusches Wesen. KWIieriws, muliedntn» steht der
virAnitas gegenüber; muliero8U8 ist der Weibersüchtige , der dem
Sinnengenusse nachgeht; mnliebrm Mi das Schmählichste was man
dem Manne nachsagen kann. I^ulier ist /u,v^«'?, im Griechischen
geradezu ?r<io»^. Die Form ist lakonisch, wie bei so vielen ita
lischen Wörtern; der Rhotacismus giebt ^v^«?, die Ausschlei
81

fung des zweiten ^ ergiebt mulier, wie in s/!v^o»' lolium. Ver-


gleichen Sie ^,^^,<» molo und /«v^o'c in ihren obscönen Be
deutungen.
Ich habe sogar den Muth, Ihnen noch einige Vorschläge
dieser Art zu machen. Der urb» kann ich gar nicht beikommen,
wenn ihr nicht o^o^oc, oßo^' zum Grunde liegt. "0^0^l»5 ist
in der correcten Sprache das äußere Dach, a^o^' die flache
Decke (m. Hellenika I. 30). Eine Mehrzahl von Dächern giebt
den Begriff einer Stadt, wie tect» im Lateinischen; wie r« rs-
^«« den Ortsnamen 7H^« giebt, 5« ^^«9« den Ortsnamen
M^«^>«, und eine Mehrzahl von Häusern im Friesischen Hu-
sum. Die griechische Form, auf welche zurückzugehen wäre,
würde s^o^i? sein. — Ein ähnlicher Vorschlag ist muru« —
nv'>l^. An dem Uebergange von n in m, von ^, in 7 und vom
Femininum ins Maskulinum werden Sie nach dem Vorhergehen-
den keinen Anstoß nehmen; nur an der Bedeutung, da ?rv^
vielmehr eine Oeffnung in der Mauer ist. Allein n^ö«, nv-
H,«^« bedeutet nicht sowohl ein Anlegen und Oeffnen von Tho-
ren, wie ein Verschließen und Verrammeln derselben, tenovh.
Hell. 5,4, 34 : oi ^H^«lot k?rv^,<ü»<7«^ ro»' /?«^«t« will nicht
etwa sagen: sie offneten neue Thore, sondern sie verschlossen die
alten gegen Kriegsgefahr; wie Aristovh. Vögel 1158 von der
Befestigung der Wolkenstadt:

wo auch nicht an die Oeffnung, sondern an die Dichtmachung


und Verschließuug der Thore gedacht wird. Nicht anders sind
bei ^e«cn. 8ez>t. c. IKeb. 393. 784 die ?rv^,c<l^«r« die Verram-
melungen, nicht die Oeffnungen der Thore. Da die Italiker
das Thor einen Durchgang, ?roßo? (?ro^krö?? ?r«,ßH^o?) norta,
nannten, konnten sie die Wörter ?r^ac, ?rv^ und ?rv^<l<«> von
der festen Mauer und deren Anlage (muru8, mur»re) gebrauchen.
Wie ich Ihnen den Komo, Kemu oben im Griechischen nach
gewiesen zu haben hoffe, so will ich Ihnen jetzt auch den popu-
Wz nachzuweisen versuchen. Er steckt in einem Vocativ , der für
eine Interjection gilt; wie uva in der Interjection ev« steckte.
Denn «2 ?rä?r«,l ist von Hause aus ein pluralischer Vocativ, wie
auch die Grammatiker anerkennen. Die Grammatiker, im Hin
blick auf das Homerische « ?r6?r««, mit dem Zeus die Götter
Itolilei u, «i2len, 8
82

anredet, erklären es wetteifernd als Hkoi, «f«htoi^c, und aller.


dings hat es Lykophron geradezu so gebraucht, V. 943:

aber er selbst, glaubeich, ist nur durch die Erklärer Homers dazu
verleitet worden. Denn daß diese mehr rachen als sicher ver
stehen und auslegen, ist nicht zu verkennen, und zeigt sich na
mentlich bei dem freilich späten Eustathios, der einmal ?rö?rvt
als knonol, Aufseher, gedeutet haben will, ein anderes Mal
gar nö?r«po»' von nöno? und «»'«3, als H«c« >i6z««(I) als
ein dem HkH «»'«x5t Geweihtes deutelt. Die Erklärung durch
stt/^o^k? bei Hesych. v. nö?r« beruht auf keinem bessern Grunde
(f. eine Anzahl Stellen zu Lykophron und Hesychios a. a. O.).
Daß Plut. äe auö. poet. 6 sagt, die s«^o»'cc wären bei den
Dryopern, und ein Grammatiker in LeKK. ^need. 1433, die
«^«^«^« wären bei den Skythen ?rU?r<« genannt worden, läßt
vielleicht eine andere Deutung zu. Ich meine nämlich in Hin
blick auf pupulu8, als Diminutiv von nonoc, daß ?r<i?rot in
der ältesten Sprache nichts anderes als „Leute" bedeutet haben
kann; „oh Leutchen" redet Zeus die Götter vertraulich und
schmeichelnd an. Das Wort findet sich aus einem andern grie-
chisch- italischen Dialekte und mit veränderter Quantität (wie ?ö-
<7o? und ?<w<?o?) noch in einer andern Form nnd Bedeutung im
Lateinischen, als pupu», pupa. pupulus. Bürschchen, Keilchen,
„Männeken". Wie nun, wenn die Dryoper ihre ältesten Göt
terbilder, die gewiß noch nicht sehr kunstvoll waren, und die er
sten Griechen, die mit den Skythen verkehrten, die Götzenbilder
der letzteren herabsetzend „Männeken, Puppen" genannt hät
ten? — Daß ein und dasselbe Lehnwort in zwei und mehreren
Formen und Bedeutungen in einer Sprache vorhanden sein soll,
daran werden Sie nach Allem, was vorangeht, wohl keinen An
stoß mehr nehmen ; zumal wenn das Wort auf verschiedenen We
gen, dnrch verschiedene Mundarten und zu verschiedenen Zeiten
in die Sprache gekommen ist. So haben wir gesehen, wie das
ägyptische der, Kar, Kiwi- erst ^«^, 1.lli-, dann ^«c, derus,
zuletzt noch xvy«>c giebt; rv^/30c tumuws nnd cumulu»; «?/u,«
urmentuin, calpentum und cari-u8; ^t/ß«^ virußo und vir^u;
wie äpella, Hpello und Apollo neben dem etruskischen äpulu
und äplu (^nk?^?, '^/nF^«p, '^?rö/^«^, thessalisch"^?^o,'?)
besteht, und so manches Aehnliche. So giebt auf einem andern
Felde z. B. o>o?rF«» im Lat. «pieiu, <7xö?i^<7,? speeies, <7xö-
83

Trkv/u« specimen, <7xo?r^ »peeul», 8peeulum, speculor; spieio


weiter 8peeto, speetrum , »pecweulum u. s. w. ; aber <?xö?rk/!,«,c
von demselben griechischen Stamme bleibt scopulu» und csx«,?ro?
»eopu8. Der Franzose hat aus mHnr sein rnaire und ma^ur
gebildet, und entlehnt noch I« mHor; er hat «»välier und elie-
valier, »«^ime und r^imenl, neben einander. Der Deutsche hat
von Mewm Pacht und Pächter, und in einem andern Sinne
gebraucht er Pact. Ja. in der eigenen Sprache haben wir
Statt und Stadt, Reiter und Ritter, Teich und Deich
in abweichenden Bedeutungen neben einander ausgeprägt. War
um sollten nicht voi>ulu8 und pupu8, pupulu» neben einander
bestehen? Das eine als die Gesammthcit, das „Heer" der Leute,
wovon populllri, das andere als ein einzelnes Kerlchen? Wie
aber Mommsen (R. G. l. 70) dazu kommt den dickbäuchigen Un-
terpriester und Opferkoch, den popa als „Schlächter" mit po-
pulu8 verwandt sein zu lassen, verstehe ich nicht. Ich denke, derpup»
geht mit der popina auf n^av«, ?rFrr«, ?r^r« zurück, wie nn-
?r«^o^, trotz Eustathios. — Die Diminutivform populn» darfIH-
nen kein Bedenken machen ; gar viele Stammwörter treten im Latei
nischen nur als Diminutive auf, wie l'o? violn, ?H<7oc w8ula, rv/u,-
jso? tumulus , rF/tk»'Ok templum , <7r«H/»ö? 8tabulum , <//«/u/to? ^«-
/u,«Ho? 8llbu!um 8llbulo u. s. w., während es viel seltener ist, daß das
Grundwort sich im Lateinischen erhalten hat, im Griechischen nur ein
Diminutiv geblieben ist, wie clißiw8 ö«xrv^o?. Auf die Endungen
habe ich, wie ich wiederholt erklärt, mit Absicht mich wenig eingelassen;
indeß ist nicht zu verkennen, daß sie bei einer ausführlichen und
systematischen Behandlung des angeregten Gegenstandes mehr in
Betracht zu ziehen wären. Ich will nur noch einige Beispiele
anführen. Die lateinische Endung -uru der von Verbis abge
leiteten Substantive ist nichts anderes als -«e«, das Femini
num der Nomina auf ^^'e, wie natura (^k»^««, na8cor) von
^k»'»^^(s) , ^c»^5«?«, lotura von ^,ol>r^) 8eripinra von
^ß«?rr«^, 8wlura von <7r«r»/ß, 8tratulll von <7^«^^, 8eul-
ptura von ^v?rr^, 8e»Ipturll von ^«?r^^ u. f. w. Ebenso
kommen die Nomina auf -ic>, -tio von der Endung -A -^, wie
/u,»ß^' portio, T'k^^^r^ nlltio, /^«?r5«/ 8eliptic>, F/x«/ äieiu,
^«/? Un Zusammensetzungen) leßic>, ^,^H«? ^i?«^,^Ho/u«t obliviscor)
nblivio odlivium n. s. w. Allein ich breche ab , sonst finden wir kein
Ende, nnd es ist Zeit,

6*
84

Nur möchte ich noch einen Wunsch aussprechen der nicht so


wohl an Sie als an etwanige andere Leser gerichtet ist. Er be-
trifft die Nachweisung der ägyptischen, phönicischen und vorder
asiatischen Wörter im Griechischen und Lateinischen, als Gegen
gift gegen das Sanskrit. Gar Vieles der Art zählen die Alten
selbst auf, von Herodot bis zu den letzten Grammatikern herun
ter. Herodot 2, 96 nennt L«?l? und 4, 189 ui^ic ägyptisch
(zu «l^c Vgl. Diod. 3. 54 und 70). Derselbe 4, 180 scheint
auch «<7n«c und xc«>«,? für ägyptisch zu halten. Platon im Kra-
tylos führt n-,"?, vä«?, x"'«,»' als phrygisch, Diodor 1, 28 und
1, 92 «ssrv und H«^«,? als ägyptisch auf, ferner 1 , 17 den
Xtrroc als Pflanze des Osiris — Dionysos, die s«P^ als die
des Apollon (vgl. oben S. 38) und die /ivß5i»^ als Pflanze der
Aphrodite: offenbar ebenfalls ägyptische Wörter. Wenn die Iden
tität von Osiris und Dionysos nicht sonst feststände , so würde der
xtrrö? allein sie darthun.
Einige ägyptische Götternamen glaube ich im Griechischen
und Lateinischen nachgewiesen zu haben, wie ämn in «l/u»'öc
»Anu8; ^nepn in «>.ai?r^5 vulpe5; ^tmu in «r/u,o?, Knepn,
Aud in x^P«c, ^^>o? nudes; 8epn, lHasepN, De» scrib»,
die Göttinn der Schreiblunst und Gelehrsamkeit (Röth, S. 151
und Anm. S. 137) in <7«,f/l«, U-5oP6« »«Ni0; Nil, Ke in
H'^»? 50I. Dazu kommen der Mondgott ^on weiblich als die
gehörnte '/«; Nu. der junge Tag — ^«'c (Röth S. 109);
HnK, ^nnke — 't)^x« (ders. S. 80); ^scnKIei> — '^«rx^?r«»?
(ders. S. 113); Keitl,, lnnei -- '^H^^ (ders. S. 43); lleltte
^xcir«^ (ders. S. 50); Imei — O^tc; ?an — /?«»'; New ^n
^r«; Nai'vecnroti — ^?rox^«'^c (Roth Anm. S. 186); 1"i-
ton — ?V5«?k? (ebend. 177); ^»noetotN — '/«?rk5ö? (Roth);
?ntali — ^^>««<7rn? , Keplitn^» — Keptunu»; ^loui ') — <Vol-
/3o? (oben S. 38), nra»,,^, Gebirge - /?r«3«,^ in Böotien,
die Stadtnamen O^/3«?, G^«t, und Anderes. Hieran schlie
ßen sich lmr, ner, nor — ^/«? I^»r '), ^«? Kern» und xv-
^to?, iri (das Auge) — '/el? viri<lis, dai — /!i«l«,^, »tl — «?r-
Pli? llVU8, Ked — i/3t?, Ken — »</>«?, l<i» — «l?> «i/«,
merK — /u,v^« (M^e7l^, Diod. 1, 17), neb, neki — »'«v?
»'^5? nnvis, ret, rot — ^«^« ra«lix (Schwarze bei Bunsen,

1) Uui giebt auch da? Femininum /i^n<?«, .1^««, ^lu»»; vgl. üben 2. 31.
2) Roth I, 165: Nori, „die in der Welt manifeststen Gitter."
85

Aeg. I, 580). sel — 5«>oc (ders. I, 582), ter, tertor - rk-


pF«, LFßt^ßop leredrum (ebend. 590), llne, Kned — ^ow Fenu
(eb. 598), rabu, rebu — H,F«»' !eo (eb. 578), sedenti — <7tp-
sl<^ (eb- 606, 615), 8cKt«n, 8cKtden -- x^«üp, xtH<ü^ tunie»
(eb. 614), ulK -- «^«/3«p ari-d» (eb. 563), pup» -- ??«?rÜg
(eb. 571), i^et — ?roi'c pe8 (eb. 572), <^8c!,or - ssxaip (eb.
617), Kelebin — ?r^/kxV?, mulacl8cK — ^«5^, u. s. w.
Andere Namen und Wörter scheinen phönicischen (semitischen)
Ursprungs, wie /l«/sk^oc -. Kebir, groß; "^6csnc — ^clon ;
^/^ß«,6l^ -- .^liKerelletli (oben S. 39); ^F^/«?o? Vu!cÄNU8
— I't/X«p; Hlk^tx^r»/? — ^elkart; Äß«x^^? Hereule8 — Nsr-
Kel, '^/«^kv?, ägypt. llllrlielln (N. NucdeUe, Nerc, ^88^r. 14.
38; Movers, Phon. I. 432; Roth 1. 305); ^^c --- ^Kar;
"^r«jul? (Diod. 5, 77); auch ^«Ätl'oc, ^/0o?,"/«xxoc, ^«x-
Xoc werden auf phönicischen Ursprung zurückgeführt (Roth S. 269).
Auch an semitischen Appellativen fehlt es nicht, wie ere« -
?^«, terra; Kioun, ereclus — x^«»' (N, Kocli. a. a. O. 49. 59);
>k«a'0»' aus Karten (Steph. in Hlo»'o^<7«) ; /»^« mina (Schwache
bei Bunseu I. 574). Auch aNtH«^, s^«/^, 6/3o^,oc sind phü-
nicisch- ägyptisch (Böckh, Metrol. S. 34). Böttiger, Kunstmy-
lhol. I, 206. 241. 39 l fg. führt eine lange Reihe von Wörtern,
die meisten wohl mit Recht, als phönicisch auf; ders. Amal-
thea II. 325 hält «o?, 6öß (öo'ßv) und xn'ß (xo^v?) für telchi-
nische Wörter. Die Romina auf -«/uoc, -«/»?, -«/»t? sind
durch ihre Endung großentheils eines morgenländischen Ursprungs
verdächtig, wie l'kvr«/toc, /7v^«^oc,"^«^0c, ^<7«^«,?, /?/^-
^«/u,o?, //^i«/»oc, "^/ßr«/ittc, ^k/t/^«/«?, ^«^«/t«?' also H«^«-
/u,o?, x«^«^o?, x«ß6«/»o^, /s«^o'«^o^, <7^lsll/t0^ , 6l^«/top,
ö^x«/to?, o^«^0?, ?rv^«/u,/c, ?r^«/i»vc, «/3ß«/ti? (ein Nilfisch)
u. s. w.; ebenso die auf -«/Hoc, wie «<7«/ut»,Hoc, k^F/3t^Ho?,
^«/slßt^Hoc, v«xt^Hoc u. f. w. , die wieder an die vielen frem
den Ortsnamen auf -t?Ho? (oben S. 33) erinnern. Wird denn
nicht einmal ein Aegyptolog und ein Orientalist dies interessante
Feld bearbeiten, die ägyptischen und phönicischen Elemente im
Griechischen nachweisen, und Bochart und Iablonski auf der
Grundlage besserer Erkenntnis; wieder zu Ehren bringen?
Verzeichniß der Götternamen.

^.mn , der widdertöpfige Ammon , in V^> M. s. Helios.


«^?n«, Z^NU8, S, II. '/>>«<«, s. Venus.
^n»bi8 , der fuchsköpfige ^ncpu in '//<««, ägypt. Li>u, 84.
ü^lini), «^<,!ü^I' vulr^es II. 27. ^<?<"v' in uv», 12.
äperl», ^i»^^?z«, dorische Form von
^ni^H!,', .^puüu, 27. l.alaeer, von ^«^«xßo«, 37,
.^plicreärU, , s. Aphrodite. l'»unu8, </^«^«' s. Pan.
^n4ol«., ^pulu, s. ^puliu, ?lnr», X^luhi«. 43; Volw. XIII.
^Po^öl'i«, ^?>ßos^, 25. 30. l'urnux, Oöttinn, 49.

'^, ^r; N», He, s. Helios. 7>^«>.a«, s. Vulcanus.


<<j>>i«' ^('eü«' >l»vnr8, 32.
.^lmn, in «^^l»«, «7/t^ , 40. Helios, li«, N», V/z, 39.
'^K,>^, »illi, 39. Herakles, Herele, Ueieulr8, n8s.
^Kl!^l, ^<s<«l>, s. ^«/>«^s/l«. I,e!Io, 85; Vorw. XIII.
^.//k^«, ^vh«» s. Ceres. Nur, ägyptisch, I^l»'. '^><"«' 32 fg.

/jü«/n«, der männliche Stiergott, in .I»N»-!, X5<V, 52.


v»cca , ^l«/1 ' II. ,1a»a, vi»na, 53.
/»!, der ägyptische Mondgott ,1u!>, 81,
<,'»iN>.i,ll, ^'llimeull», von cl»rm>», ,1»no, ^/«U!'»z , 53.
31. 5». .lupiler, i^tü« ?i«i7/^, 53,
6ere8, ^l«^<'i , von ü^l,^«?, 8cn8
nol'l!8, 45. Xuepli , ägypt. Gott der Himmelslutt,
0!,»ron, ägyptisch, 84. auch Nub, in »».t'^««, ^<<>7'o«'
<^ia8epl>, s. 8epl>. »»be8, 40,

^)«»', i5«>', ,1i>u»8, 52, ^/«/!l«, s. I/eniuir8.


^/«7'^,/' die ägyptische l^ln«, 38. v/üß, l.-ue8, 32. 33. 81.
^/«),7,l,'ln« gleich ?«1,/i«u5, 47. I^lNUIÜ», s. Helu.
^/,j^, ^v ^^e;, die Dioskuren, I.emure» (^/«/<-«) , von /«/<v^o«, 57.
51 fg. l>ider, Dionysos, 13. l>ider, Zeus
^/lo>o<,o«,s.Nli/Kl^i<!«.— Osiris,84. Eleuthcrios, 20.
^/l<'!i^' ^uno , 53.
N»r8, >lavur8, ^ß«1«, 32.
^XlvKlßlv«, ^n'^von«, I^ibei , 13. Uereuriu8, von x«ß/««, merx, 40.
87
«u», ägyptisch« Musengott, gleich 8»ncu8, «j"'ö«, 45.
Hol^N« ^?IN'^<!»', 38. 8cpl» , 0Ii»8ep!> , ägypt. Oöttinn des
>»lo!7<n«, von Nui , 84. Wissens, in <7<«fN«, »»pien8, 8l.
8el!>IlM8, s. Vulcanus.
«ell!>, ^t^. s. Athene. 8e^»2, ^»vX^«, in i»!^«nn«,
»quill», 15.
Xub, in nube», v^<fn«, s. Xnepl,,
"llllne, ägyptisch, s. ^«7,!^.
Qsiris - Dionysos , Tymbol der »>?i6«, ?>^^»,»n« , 47.
84. 'lermwu», ?>'a^«<u>., Volw. XIII,
l'in», 1'inl», itrusk. ^,>. 52.
p»n, ^?«>, chü»'»l?, l'lxmu8 , 37. I'ulm», etrusf. Hermes, 32.
Vorw. XIII. Iul»n, etrusk. Urania, 32.
peimte», 51 fg.
Ve^jnvi» ( V<.6!u») , 40, »»
N», Ne, s. Hell,». Venu», '^v<»<, 22.
Nelo, ^/^c« , 27. Volelmn», ^^«vo«, 48,

Hlalil« », G, .>«««,
Verzeichniß
der lateinischen Wörter.

(Angelegt von den Herren N. Gross«! und E. Liebhold.)


», »b, »b, , 37. 66. »mi«io, 74. »re», 12. 28.
»b»eu8, 57. »miou8, 64. »rß«nto8u8 , 65.
»doleo, 73. »IHN!», 8V. »r^entum, 57.
»«er, 84. «no, 36. 64. 72. »rle8, 11. 29. 63.
»oervu8, 12. »n»8, 14. 26. XVI. »rmeutum, II. 59. 82.
»eie8, 29. im«!»i'«, 51. »rrti», 85.
»«Umen, 58. »nffin», 6l. »r», 56. 79.
»euu , 71. »n^o, 43. 71. »rtiouln» , 6.
»eu8, eri8, 42. 45. 78. »nßnill», 15. 44. »rln8, 6. 47,
»äep», 14. 48. »nzui», 11. 17. 44. »rvum, 26 Anm. 59, 60.
»eäe», IN. »uimar«, 74. »i», 9. 56.
»e^er, 34. S4. 78. »uimu8, »»im», 7, »»ei» , 60.
»eßrulu8, 34. »nnuu, 71. »sellu8, II.
»«m<il»m«ntum , 5s. »uuu8, 17. »»inu8, II.
»eiuulur, 18. 72. »nnuu8, 63. »strum, 8.
»equ»re , 72. »Nlzuin», 61. »t, «6.
»«»tu8 , 34. »u8er, 14. »trium, 9. XVIII.
»evum, 63. »nt«, 66. »uäio, 7. 68
»sser, 11. »nli»le», 63. »Uße«, 73.
»ßiuen, 58. »per, 14. 20. 32. »ußmen , 59.
»ssnu8, II. X. »perio, 74. »ußmentum, 59.
»8o, 7. 70 »pi», 14. »ul», 8.
»I», 6. 20. 32. »pu», 15. »uri8, 6. 30. 57.
»lbumen, 60. »puä, 67. »ut, 66.
»Ibn8, 38. 64. »<iu», 9. 44. 80. »utem, 66.
»l5«o, 7. 73. »quü», 14. 5<1. »veu», 12. 61.
»liu8, 65. »r», 10. »vu8, 4.
»Ipimi8, 34. 64. 78. »r»ne», 14. »xill», 6. 20. 32.
^Ipi°, 78. »r»r«, 74. »xi», 57. 60.
»!t«r, 65. »r»trum, II.
»!»u8, 34. 64. 78. »reen, 73. l»»eulum , 58.
»wb, 66. »räe», 15. b»I»eu», 15. 37.
»mbo, 38. 65. »räeo, 34. 73. 78. v»Ineum. 7.
»menlum, 59 »riluu8, 62, beue, 30.
89
bellum, lO. 37,49. »7. XM, e»uü», 13. eun, 66.
bibo , 7. 37. 54. 69. e»uon, 58. enn^ui, 4. 53.
bi», es. c»unon2 , 58. eonüiiwm, XVI.
b!»e8U8, 64. celel, II. 64. 65. eon8ul, XVI.
bouu», 30. 64. ceIeie,, XIV. euu»u!o , XVI.
bo», II, 63. eenlum, 19. 52. eont»men, 58.
bl»celiium, 6. eer», 14. 57. ennll», 19. 24. 66.
brevi», 44. 64. cel»le, 74. coquo, 74.
bubo, 14. 58. eeleblum, 24. eor, 6. 17. 57.
oueeiu», 15. 61. «erno, 25. 71. enlium , 12. 42.
bu!bu», 13. cervu8, 14. 63. eulnix, 14.
l,ul8», 36. cieillu». 14. enlnn, 12.
bun8 , 54. cleo, 73. cornu», 13. 25.
bnro, 31. eilium, 5. culpu», 57. 79.
cmemnu», 5. enlvu8, 14.
buxu», 13. 37. emi8, 7. 17. 39. ele»le, 72.
eiu, 73. creäo, 43. 52. 71.
«»e»«, 72. eire», 66. clep»re, 75.
clleuinnnr, 7. 72. eirenm, 66. ereoiä», 57.
c»6o , eeeicli, 69. eilen» , 7. 25. clepiä»le, 74.
c»<Iueeu8 , 48. citu», 24. 64, erepiäo, 57.
c»e6<> , ceel6i , 69. eI»NFu, 44. 71. crimen, 58.
e»e!»le, 72. e!»m , 66. eliminllli , 68.
e»ep», 13. ellun», 39, 64. cluenlu», 57. 64. 65.
e»I»u>u» , 15. ewuäo, 71. emnl, 57.
e»!»le, 8. 73. e!»u8tlüm, 9. XII. eub»le, 72,
c»!x, 42. e!»vi», 9. 28. 63. eubitn8, 6.
e»mpu» , 15. elepn, 79. eneuiu8, 14.
e»neer, 15. 25. 57. olin»le, 74. eu!eu», 19.
c»ni8 , I1. 18. elivu» , 9. 51. eu!n8, 6.
c»nn», 15. einen , 73. eum , 66.
e»lln»bi», 13. elunis, 6. I,. eumu!n8 , 51. 82.
eonn, 18. 43. 68. eine, 73. eun»e, 32. XVII.
e»nl»le, 68. eneono»n8, 49. 65. XXII enple88U8, 13.
r»z>i»u8, 5. eoelum , 8. eUli», XV.
e»vio, 71. euen», 42. 54. oullo, 7. 79.
e»u>», 11. coeu»le, 72. cullu», 64.
c»pul, 5. cnliin», 61. curv»le , 74.
e»leer, 57. eoIIum, 6. curvu», 51. 64.
e»l<!nu», 13. 62. eulo8, 28. 42. euti8, 7.
e»reo, 73. culumku» , 14.
c»rmen, 31. 54. 58.XVII. com», 5. <»»erum», 48.
e»lne»U8, 65. comore, 72. <!»mu»le, 72.
c»lN, 6. cnM-b-uro, 75. ilzmnum', 36.
e»lpenlum, 32. 59 82. enmizzur, 8. 72. cleclie»le , 48.
XVII. compe», eüi», 58. äeleo, 68. 73.
c»lpo, 71. enmo, 71. äe!plimu», 47.
roriu8, 32. 59. 82. XVII. eoncll», 15. äeu8 , 6. 29. 78.
?*
90
«lenzen, 73. l»su», 13. 37. luUi». 48.
6en8U8, 54, 64. l»!e«ln8, 64. 69. 74, fnmenlnm, 59.
Äeu8, 9. 30. 47. l»!eo, 14. 44. »I. lol. 37.
6exter, 6. 64, l»IIo, 20. 37. 70. lul»meu, 48, 58.
6ie»re, 72. l»!x, 12. 44. fori8 , 8. 48.
6>oio, 83. l»men , 58. form», 24.
6ieo, 70. f»m!Ii», 9. lormllmelllnm , 59.
äie8, 61. lllmu!u», 9. form»le, 72.
lliFilu», 6, 83. ^r. l2. 37. lormle», 14. 38. 57.
<!i8, 86. l,leiu, 69. 75. lormiäo, 38.
6i»oo, 69, l»n, 72. lormo8U», 65,
«lin^u», 48, f»rin», 12. 37. loru«x, 49. 61.
6i«mp»il., 48, l»8eino, 18. 38. 71. lornix, 49. 61.
sivu8, 47. 63. 64. l»x, 37. lnlli», 64.
uo, <Ie6i, 69. lebli» , 25. 48. forum , 9. 44,
äocco, 24. 73. 77. le! . 6. 43. loveu, 74.
äoenmen, 59. lell»re, 72. ll»ß!Ueutum , 26, 58.
äoeumenlum , 59. XIV. lel!o8u», 65. l>»nßo, 71.
<!om»le 72. femin» , 61. 86. lr»lei, 4.
<Iomu» , 4. lemur, 6. lremo, 38. 71.
«lormio, 7. 74. lene8ll», 8. 37, 61. lrenum , 58.
<!n8 , 58. ler», II, lrißeo. 7. 68. 73.
<!nbil»>e, 72, lermenlum, 59. lnßo. 37.
äuen, 33. 71. lern, 7. 37. 77. lrmßill», 14. 49.
»Inäum , 66, ferrum , 44. lron», li», 5. 37. 56.
6>,!<:i8, 14. 25. 54. 64. ferveo, 73. ' frnolu» , 66.
6ur»re , 68. lervol, 48. fnimen, 60.
äux, 33. le8livu», 65. liiimenlum, 66.
le8w», 65. Vlft. lruor, 60. 75.
«?, ex, 6V. «cu», 13. 54. lru8wm, .19.
eculeu8, 69. üäe», 12. 2«. 47. lrux , Kux!» , 60. 79.
«6o, 7. 71. Han. 38. 47. l,ie»re, 74.
eleineu tum , 60. «äu8, 38. 64. lueu8, 15. 37.
enim, 25. 66. Ü8u, ?4. lulflo, 37. 69.
eo, 74. Uli», 4. 34. lu!vu5, 49.
eque» , 19. 63. Mm», 4. 34. lum»re , 72.
enuu», 11. 17. 51. UU iinFo, 74. lumu8, 48.
err»re, 71. üni8, 15. 49. lunä», 10. 20. 37.
ervum, 12. N»mm», 37. 58. 60. lonäo , 44. 71.
el, 66. N»re, 48, lunßu8, 20. 37.
etenim, 66. lleolu, 68. 71. luni8, 44.
experiur, 69. 73. tlemini», 61. tunu8 , 37.
expleo, 73. Neu,76. tur. 37.
exLlinßuo, 79. M8u,48. lu,»n, 72.
ex8ul, XVI. Nu8. 13. 28. 43. furo», 12.
exll», 66. Mio, 37. 71., ^ luri», 49,
eiti'ics.re , 5. loeu», 49. lurnu8, 49.
lolwm 37. 29. 8l, lurur , 49.
91

l»8»!8, 49. !>eu, 44. SS. in^ullm, 51. 75,


lntun, 75. !>ibernu», 43, S4, inquio, 51. 75.
nie»»re, 72. m8oiu8 , 26 , 66,
,»„neo, 7. 47, 70 73. Inem8, 43. Müi6i!»e, 29.
ßllüäilim, 47, Killlli», 64. in»u!», 10. 26. 83. XV l.
ßeuo, 6. 57, Iiilum , 43. inleüissu, 76.
ßener, 5, !>in, 43. 72. inter , 67,
^enilose» , 4. niieu». I1. 2«. 34. 44. mir», 67,
ßen8 , 56. Kir8utu8, 5. 24. 64. VIII iülrn, 67.
genu, 8. 17. 85, !>iNu», 5. 24. 65. iuw», 66.
geun8, 30. 79. !>irn^o, 43. ip»e, 25. 65,
Kirunäu, 14. 17. 28. 43 ire, 7.
ß!»l>er, 38. «4. !>i»°o, 17. 44. 68. 71. irpex, II.
g!»N8, 14. no!u», 13. 79. illl. 66.
^wueu8, 12. 61. !>nmo , SI. il»q,ue, 66,
8!o», 5. lioräeum , 12. 26. ilerum, SS.
gn»8enr, 4. 19. Iiorren, 8. 73.
ßuep1>n8uü , 40. norreum , 12. I»ceo, 53.
^nnzcn, 71. nurtu8, 13. 34. 4!. jecur, S. 51, 53.
ßnbiu», 15. Iiozpe», 63. ^unu» , 53.
ßmn6o, 28. 43. 52. !io»pil>um , 63. ,)«!>», 54,
ßs»le«, 43. lmlon», 79. ^ub»r, 54,
ß>»<>», 24. 4^. 57. numeru», 6. 1«. 62. iussllre, 12. 53, 74,
8, «tu», 24. «4. !>umi, 17. 43. 66. ^nßer.im, 12. 18. 30. 53.
ßrl>v>8, 25, 64, !>umiü», 43. 64. 65. 62. 79.
ßlex, II. !!uMU8, 43. S1. ^>Fi», 53.
ßloin», 28. jnßuwm, 53.
ßlumu8, 58. ißni», 26. 80. jußum , 12. 53.
^ruu6i«', 71. i!e , lli» , 6. jumenlum, II. 53. 59.
grunnlo, 71. üex, 13. ^uneu8, 15 53. 57.
ßru8 , 15. imber, 9. znnßo, 12. 53. 76.
ßubelnllmeu , 59, imbrioe8 , 9. ^U8 , M'',8 53. 56.
ßukernsre, 72. imdun, 71. juveni» , 4. 44. 53.
ßuslo, 7. 74. imoeäiinenlum, 48. 58. juxlll, 53, 66.
iiupe<Iio, 73. zuxlim, 53. 66.
lillbenlle, 54, 58. iinpleo, 73.
lillben, 77. i»z>ui!e, 66. l»bium, «. 29.
n»ereo, 73. 77. impuru», 26. I»bor, 78.
!>llleeän, 15. in, 17. 66. I»borllle, 78.
Kllurio, 74, inclm»le, 74. Illbrum, S. 29. <
Keäer», 4t. iuoumno, 71. I»c, 12. 19.
neüun, 43. U3. incle, 66. !»eer, 65.
nelu», 13. iüäuc», 24. 42. 57, I»eer»re, 74,
neino, 61. inäuo, 71. Illcrim», 7. 48.
Kerb», 11. 34. 44. ml»näu8, 26. I»eriiun8U8 , 65.
Ken , 43. SU, inlrll, 67. I»<:U», 15.
dem», 4. 82. inßenuu», 62. 64. l»eu», 26.
!>ez!e<'uuü, 43. 64, inuuo, 71. !»etu», 64.
92
!»«vn», 6, 64. lneale, 72. mel, 14 41.
!»ßel>», 61. lneiNim , 66. melior, 36. 64.
l»mdu, 71. Iu«n8, 42. memini, 41. 71.
wmenl», 59. lueber, 19. 47. menilax, 54. 64.
!»n», 12. lomenlum, 60. menäieu8, 54. 64.
wnee», 10. 42. Iou.uor, 74. m«n», 41.^
lüußuen, 76. luric», 4, 10. 48. 57, meu8», 41. 54.
Illnßui<iu8 , 76. lotur», 83. m«nü!8, 41. 78.
Ilmx, 14. 56. iucern», 8. 42. mentn», 13. 41.
l»ui<!»re, 72. 1>l«!umo, 33. 61. meutum, 60.
I»pi8, 40. VIII. IuoUnäa, 57. mere«8, 24.
l»rv», 63. lu^eo, 51. 69. 73. meriäi«8, 48.
I»teo, 76. luna, 8. 17. 20. 33. merx, 24. 57.
wler, 9. 19. 61. IUpn», II. 69. me8», 41.
I»trina, 61. tux, 8. me8»i8, 12. 41.
!«ro, 20, 79. Ivmpn», 28. 48. melior, 29. 41. 73.
l»w8, 20. 64. 79. meto, meiere, 12. 19. 41.
I»v»r«, 71. 69, 70.
!»»«re, 71. »l»»eel!um, 41. melare, 29.
Ieelu8, 4. m»eer, 11. 29. 41. 64. meu8, 25.
leein, 83. m»«uin» , 61. mile8, 10. 36. 63. XIV.
leß«, 7N. m»eninnr, 72. Milium, 12. 41.
leZumen, 59. macie», 29. milie, 54.
lemure», 57. 79. m»äeo, 72. min», 41. 85.
!epu8, nri», 14, 50. maäiäu8, 41, minßu, 8. 20. 41. 44.
levir, 5. Maen», 15. 41. mim»re , 74.
levi8, 64. milßim», 41. 64. 65. minium, 28.
lex, 79. mu^nr, 41. 64. minor, 30. 41. 64.
lidare, 72. m»!nm , 13. miuun, 71.
liber,», um, 18, 19,20,47. m»!u8, 41. miuuno , 41.
liber, bri, 57, m»!v», 13, 41. minu8, 30.
liber»r«, 74. m»nä«, 71. mi8eeo, 73.
liben, 4. m»neo, 73. mi8er, 41. 64. 65
lißamen, 59. manu8, 6. 54. nntlo, 71.
lißare, 74. Mai-Fai-il» , 15. muäiu8 , 41.
lißnum, 9. m»rmnr, 41. 57. moäu8, 41. 48. 78.
lilium, 13. 28. m»rr», 41. moeui», 9. 41,
limen, 9. MN8, 80. mul», 12. 41.
!iuL«, 8. 44. «9. m»8culu8, 80. mule», 41.
lillßu» s 6. 44, 48. m»8lix, 13. 41. 57. M<l!lNn, 61.
linuuu , 51. m»ter, 4. 41. mulimen, 60.
liuum, 13. meäela, 48. mnliur, 41. 74.
liuueo» 72. meäeur, 41. 48. 75. mollw, 74.
liiler», 48. meäieu8, 41. 48. molli», 11. 41. 64.
lituu8, 62. meäiwmen, 58. mulo, 12.
livu«, 76. meclilnr, 41. 48. 68. 72, momentum, 60,
Iiviä»re , 76, mecliu8 , 41. monil«, 41.
liviäu8, 76. VIII. meänü», 6. 41. mm,8, 36.

. ,..,
N,
93

inonumenlu« , 41. 59. ne»eiu8 , 66. i omin»ri, 74.


XIV, neuter, 65. omni8, 28. 65. 8«.
luoiäeo, 75. nex, neei8, 57. onu8, 11. 79.
moiioi, 71. meto, 72. oper», 79.
mortuu», 41. 82. niäu8 , 14. ooerio, 74.
morn», 13. 41. ninßuo, 44. oppiclum, 9.
moveo , 41. 44. 73, n!üi, 21. 66. opu8, 79.
mox, 41. «6. nix, nivi», 44. or»re, 10. 72, 74.
mueor, 5. 41. nuetu», 14. 63. oro»re, 74.
inncre , IN. 41. noctnrnu8 , 64. orbi8, XVII.
inncn8, 41. nomeu , 12. 58, 62. erbltu8, XVII.
innßio, 11. 41. 73. nomin»le, 72. orbu8 , 38. 64.
mulssen, 12. 19. 41. nu8, 65. oräior, 47. 70. 74,
mulier, 8V. nn8<:n, 71. oräo , 47.
mullu», 15. 41. nolu8, 19. orior, 70.
multu8, 38. 64. nov»re, 74. ornu8, 13.
munimen, 60. novem, 26. u8, ori8, 6.
munie, 9. 41. 74. novu8, 17. 63. 64. o8 , o88i8, 6. 57.
mur»re, 74. 81. nux, 8. 18. o88uo8u8, 65.
mnrmurllre, 74, nube», 18. 38, 40. 84. o8tre», 15.
murU8, 81. XXII, ov»re, 72.
m»8, 14. 30. 41, nubo, 38. ovi», 11. 63.
MU8<:K, 14. 41. num, 25. 66. ovum , 14. 63.
mu»cu!u8, 6. uumeu , 58.
mulilu8, 41. 64. numeru8, 62. z»»enul», 4.
mutu8, 61. 64. liuiniä», 57. P»lm», 6.
mutuu», 18. 41. 62. 64, nune, 66. nlllpebr»e, 5. 24. 57,
nun', 8. pllluällinenlum , 59,
»,m, 25. 66. nuner, 66. pllluälltu8, 59.
uzmque, 66. nuru», 5. 30. p»inniuu8 , 12, 31,
n»nei8eor, 75. VIII. nuto, 72. p»n<Io, 71,
n«e , 73. nuloi, 72. n»ni», 12.
nlue», 5. nutriu, 75. p»ne8, 63.
u»»°ur, 4. 19. 68. 74. 83 p»r8, 36.
n«,iiu, 83. »b, 37, 66. pllllior, 36.
n»to, 7. oblivio, 83. p»lvu8, 26. 64.
nlltur», 83. obIivi8cor, 83. n»»eo, 17. 68. 71.
u»tu», 19. oblivium , 83. n»teo , 73. 77.
n»vi», 10. oeulu», 5. p»ter, 4.
ne, 66. o«U, 71. p»lin», 61.
nebul»,, 38. oäoror, 7. plliier, 7.
nee»re, 74. nie», 12. 18. p»tluu», 63.
nelrencle», 6. uleo, 73. p»u8», 57.
nemu8, 13. 79. oleum, 12. 18. pllven, 75.
nee, 73. oll»oio, 7. p»vo, 14.
uenete8, 5. oliv», 12. 18. 63, pllvor, 75.
nervu8 , 7. 57, olu8, 13. 79. peeten, 32.
ue8cio, 75. einen, 58, pecte, 74.
94
peeu8, c>ri», 11. 78. poN»re, 38. 74. quwque, 17. 50.
peeu8, uui8 , II. purliu, 36. 83. 0ui,i8, il!8, 63. XV.
peäe», 10. 52. S3. XIV porlu8, 8. qui8, quiä, 59. 65,
peüie», 58. po8oc>, 69. quuä, 66.
peän , pepeili, 8. 68. pu8l, 20. 66. u,uol»8, 50. 65.
pelli», 12. pntu8, 8. qnum, 66. XVII.
pello, «9. pr»e, 66.
pene» , 66. proemium, 36. ir»!><,, 75.
peni» , 6. 36. pr»«8ul , XVI. rallix , 14.
penu8, nr!» , 19. praeter, 66. r»p», 13.
per . 66. pratum , 15. r»p»x, 25. 64.
perü'ix, 14. priu8, 66. r»pio, 25. 71,
perkor»re, 74. pro, 66. lllru8, 19. 30.
peritu8, 69. proeliari, 68. r»vio, 76,
pern», 14. 61. prnelium, 10. 18. 57. r»vi8, 76.
persona, 58. pro»u8, 57. recl»8, 64,
pe8, 6. 85, prope, 66. re^imen, 58.
p«88u!u8, 38. propriu8, 65, r«Fn, 20. 70.
petru8u8, 65. prnpler, 66. remini8<:nr , 71.
pißnerare, 76. puell», 4. remu8, 20.
plxnu8, 76. XVII. puer, 4. 57. repn, 70.
pinßn , 77. pussu», 10. re8i»ll, 13.
pinAui8, II. 64. pulolier, 36. 64. riäeo, 7. 20. 71.
PM8n, 71. pulex, 14. rizeo, 68. 73.
pinu8, 13. 54. pullu8, 11. 29. rim». , 60.
pir«8, 13. 19. 39. pulmo, 6. 25, , iim«8U8 , 65,
pi8ei», 55. VIII. PUl8, 12. rip» , 61.
pi8en8U8, 65. punio, 73. rivu8, 15.
PIüU, 71. pupu8, pupulu8, 82. rnbur, 59.
pi8uu>, 13. purß»re, 64. 71. r«ß»re, 72.
piu8, 20. 64. pnrpnr», 15. r»8, 19.
pix, 13. 56. puru8, 65. ru8» , 13. 54.
plaeent», 12. 57. PU8, pnri8, 30. rn8lrum, 14.
pl^nßn, 79. puteo, 74. rol», 61.
plawnu8, 13. puleu8, 9. rodeo, 73.
pleb8, 47. 57. XIV. putre8oo, 74. ruber, 20.
pleeto, 68. 71. ruetur, 8. 20. 72.
pleuu8, 39. 64. Hu»Ii8, 30. 65. ruäo , 75.
pluiubum, 24. 36. qu»m^u»m , 66. rußs», 20.
pw8, 28. 64. n,u»uäu, 51. 66. ruzio, 76.
poliu, 74. qu»nlu8, 50, 65, run«in», 61.
poliuo, 36. qu»Uo , 70. runeumre, 72.
pop», 83. qu»tuc>r, 17, 59. ruu, tl»ns. 75.
pupin», 83. «zue , 66. ruo, intrans. 75.
populuü, 82. «zuereu8, 13. r»8, ruri», 11. 19. 5
poreu8, 14. qui, 50. 65.
porro, 66. qui», 50. 66. «»bulu, 83,
purl», 8, 81, «juiäem, 51, 66. »»Kulum , 83.
95
»»«er, 13. 20. 20. 64. »e»»tu8, 5. ,nl!n», 21. 64.
»»«l»m«nlum, 5V. 8eneelu8, 5. «o!n», 21. 30. 64.
»»ßen», 61. »enei, 5. 21. »nlbeu, 7. 26. 38. 70. 73.
»»gmen , 58. »entin , 78. »Ol«,, 14. 21.
»»zum, 59. »eptem, 21. »nrol, 4. 30. 80.
»»I, Ib. 20. »equior, 64. »»»IHN, 12. 74.
»»!io, 7. 20. 2». 74. »equnl, 21. 51. 71. 76. »o»tium, 4. 7.
»»lix, 13. 21. »erenu», 21. »peeimen , 58.
»»!to, 28. »erie», 21. »pelune», 57.
8»Ilu8, 13, 21. »eloen» , 11. 21. »pie», 42. 5V. 57.
8»nein, 21. 73. »«rpn, 70. »pieio, 7. 24. 82.
»»neu8, 21. 84. »erp^llum, 21. »piu», 57. 60.
»»nßni8, 7. 21. 44. »ervu», 9. 54. »oinlmen, 59.
»»nu8, 30. 64, »«», 21. »nlen, 6.
8»oien», XXIII. »exu8, 21. »nnnseo, 70. 74.
»»pin , 74, 84. »i, 21. 66. »puo, 8. 69. 74.
»»rein», 61. »ibi, »e, 22. »quill», 15.
»»rmentum, 59. »ie», XX. »t»Kn!un>, 83.
»»»ie8, 29. »ieili», XX. »»»tim, 66.
»»tiet»», 29. »iäo, 21. 71. »t»tu», 63.
8»ti8, 21. 48. 66. »iöu8, 8. 21. 79. »l»tur», 83.
»»tu?, 21. 48. »ilu8, 37. »terili8, 64.
»«»die», 29. »iß!», 54. »ternn, »tr»vi, 71.
»e»bn, 7. 71. »ißnum, XX. »teruno, 8. 71.
»e»evu8, 63. »ileo, 72. »Ullieiäium, 28.
»o»!un, 25. 8ilißo, 12. »Umulu8, 58.
»u»näo, 7. 21. 52. 71. »ilv», 13. 62. »»inßno, 44. 70.
»ein6o, 52. ?l. »i!v«»u8, 65. 8lip»r«, 72.
8eio, 24. 75. VIII. »imili», 21. 30. 64. »lipe», 58. 63.
8eioio, XXI. »imul, 21. 66. »lip», 58.
»enrw», 58. »imul»men, 58. «to, 7. 20. 72.
»eribn, 17.18.69. 70. 76. »iiuuln, 21. 74. »tr»bu8, 64.
»eriptlo, 83. »ine, 21. 66. »lr»men, 8. 58.
»eriplui«, 83. »ini»ter, 6. 28. 54. 64. »lr»nßu!»re, 74.
»«»lue, 25. 70. »in«, 21. 30. 74. 8lr»tnr», 83.
»eulplnr», 83. »irpex, 11. 8trenuu8, 62. 64.
»enwm, 10. »!»«r, eli», 13. 79. »triäeo, 71.
»eco, 26. 68. 72. XX. »!»lo, 74. »lnM», 7. 28.
»ecl»ri, 76. »itio, 78, »ii-iußo, 71.
»eouri» , XX. »ili8, 78. »luäen, 7. 74.
»eou8 , 21. 66. »ive , 66. »luäiu» , 7. 18. 50. 87.
»eäen, 7. 21. 71. »ooel, 5. 21. »lnp», 13.
»eäimen, 58. »oeiu8, 29. »lupeo, 73.
8eßmen, 58. XX. »oeru8, 5. 21. »lupor, 73.
8eme! , 66. »ol, 8. 17. 21. 39. »u»ä«o, 75.
»emi, 21. »nie», 21. »u»vi», 64.
8emper, 66. »olium, 29. »ub, 21. 37. 66.
»en»eu!um, XV. 8o»um, 29. 8nKUmi», 26. 64.
96

8ubter, 66. timeu , 73. ulu!»re, 74,


8u6»re, 74, linßn, 70. umbilieu», 6. 38.
8näol, 7. 22. tnss», 4. !>mbN, 34.
»ni, 22. lo»o, 77. umbr», 34. 62.
»uleu», 12. 22. wiu»le, 74. unä», XVI.
»um, 22. 77. wiqueo , 73. im«!e, 66.
»umen, 22. 5». lnrvu», 63. unßni8, 4. 6. 44. 57.
»uminu», 64. t>», 50. 66. unßuw, 44.
»umo, 74. llllb8, 9. unu», 17. 57.
8uper, 18. 21. 66. tr»!>o, 44. 70^ upupÄ, 14. 57.
8uperu» , 64. l^»me8 , 9. 36. ,63. urb8 , 81. XVII.
»upwu», 8^ 64. lr»n8, 50. 66. urßen, 72.
»upr», 67. <r»pe8 , !r»petum, 12. uro, 31. 6V. 75.
»uu» , 83. t>emn, 8. 71. urpex, 11.
»;>v», 22. tribuln», 13. nNic», 13. 57.
87>v»nu», 22. 30. lribu8, 51. XIV. ul, Uti, 66.
lrie», 5. nler, 65.
«lleä», 13. 57. lrißl», 15. uteiuue, 65.
l»I>», 30. 65. tnumpnu», 48. uteiu», 33.
l»nßo , 7. 47. 8». lruäo, 74. uv», 61. 81.
wntu», 65. lruliu», 61.
wrÄu», 11.26.54.64.65, luber, 76. XVII. V»ce», 11. 61.
'l-renlum , 57. lum, 66. v»no , 71.
l»uru», 11. lumeo, 76. v»Iiäu» , 40.
teowm, 8. «I. wmor, 76. XVII. V8ÜU», 45.
te^men, 59. wmulu», 36. 82, 83. V»UU8, 64.
teßimen, 59. luuäo, 69. v»riu», 45. 64.
lego, 4, 70. tunie», 4. 24. 42. 57, Vl«-U8, 25. 64.
tegul»e , 9. turb», 36. v»8tl»'e, 72,
ie!», 10. 5N. lurbllre, 72. v»»tu8, 64.
lemelum, 47. luiben , turno , XVII, v»te8, 40.
templum, 9. 16, »nräu8, 14. 26. v»lioinu», 40,
lemuuü, 16. 36, luiib»Ium , 9. 61, ve, veä, 66.
lemulenlu», 47. 64. lunn», 36. veoor», 40.
tenäo, 69. lurpllre, 64, 74. Vechnvi», 40.
lenebr»e, 8. 24. turpi», 64. XVII, veßr»nck>8, 40.
teneu, 73. tum», 9. velo, 44.
tener, I1. 26. 64, tun», 63. veko, 22. 44. 70. 77,
tenui», 63. velllmen, 60.
leiebrum, 85. »bei, 6. 47. ve!e8, velillL, IN. 61.
terßeo, 73. ubi, 47. Veli», 22.
terßo, 77. ulcernzu», 65. vello, 74.
terminu», 57. 66, XIII. uloi8ooi , 75. veIIu», 40.
ten», lri,i, 71. 77. ulou», 79. veu»e, 7. 22.
te«», 32. 85. XVII. vlixe» , 48. veneo, 73.
terreo, 73. ulmu», 13. Venewz,, 22.
tun», 10. 30. ulu», 6. 28. 61. ve«o, 26. 73,
tili», 13. 20. ullol, 75. veulei, 6. 22.
97
ventu8, 22, 80. viel», 12. viücu8, vi8cer», 23.
ver, 17. 22. vioinuz, 5. vil», 7.
verben», 45, v!ou», 4. 5. 9. 22. vili8, 12. 23.
verker, er!» , 40, viäeo, 7. 22. 73. vilw, 44.
verbum, 26, 60. viäuu8 , 22. 64. viluluz, 23.
verm!8 , 14. 22. 28. vißi! , 44. 65. vivo, 71.
verreü, 22. vißilllx, 44. 65. v'ivuL, 63.
verz»ri , 72. vissiln, 44. 74. voon , 8. 72.
verto, 26. 71. viFinli, 22. verto, 51.
vo8»nu» , 40. vili8, 45. 64. vnlu, 23. 71. 72.
ve8<!Nr, 68. 71. vimen, 45. voluinen, 23. 58.
ve8i<!ll, 45. 57. vinen, 26. volvo, 23. 71.
ve8p», 14. 24, 57. vlne», 13. 22. vomi», vomer, 23.
ve8per, 57. vinn8uz, 65. vomiluü, 23,
vezpei», 8. 22. vinum, 12. 18. 22. 57. vomn, 8. 23. 71.
ve8libulum, 9. 61. viol», 13. 22. 83. vorn, 8. 74.
ve8limen, 58. vio!»re, 72. vo8 , vN»ler, 20. 44.
veztlo, 73. violenlu8, 64. vnven, 23, 74,
ve8li8, 22. 48, vir, 4. 22. 80. vulgu8, 23. 43.
vew8, 22. 65. 79, vir»FN, virßn, 5. 40. vulpeeul», II. 23.
velu8tu», 65. 80. 82. vulpe», 11. 19. 23,
vexn, 26. 68. 72. viriäi8, 23.
vi» , 9. 19. viru», 11. 23. 30. 31. «»bo!u», 51.
Vibu , 22. vizcum, 23. 2»ennu8, 51.

Druckversehen.
S. 15. Z. 7 v, o. fehlt lvyt nach Mcn8.
S. 32. Z. 7 v, o. ist 1'erminu» zu streichen.
Gebauer .Tch»eischle'sche Buchdrucker« in Halle,
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