Sie sind auf Seite 1von 36

Arbeit über „Mephisto“ by Klaus Mann

von Roger M. Mellert, BME 17B

Erstausgabe- Cover des Romans

Klaus Mann Gustaf Gründgens (alias Hendrik Höfgen)


als Mephisto

Fach: Deutsch by Dr. Stephan Schmidlin


6. Semester an der Berner Maturitätsschule für Erwachsene (BME)
Gymnasium Neufeld, Bern

Seite 1 von 36
Inhaltsverzeichnis

Kapitel Was Seite


1 Entstehung und Quellen
2 Zusammenfassung und Inhaltsangabe
3 Stil und Sprache
4 Charaktere
5 Textarbeit I
6 Klaus Mann
7 Geschichte
8 Textarbeit II
9 Interpretationsansätze
10 Quiz (5 Fragen) + empfohlene Lösungen

Vorwort

Mephisto stellt ein Werk dar, das seines Gleichen sucht.


Man kann gar nicht vollumfänglich einschätzen, wie wertvoll für die deutsche Literatur
dieses Werk ist.
Persönlich habe ich diese Arbeit gerne verfasst, da es um eine Zeitepoche geht, welche
mich ungeheuer interessiert und die noch heute in allen Köpfen ist.
Es ist nicht leicht, den Roman zu lesen, ist es doch währschaftes Deutsch und gespickt mit
Wörtern, die man ohne schlechtes Gewissen nachschlagen muss.
Es lohnt sich jedoch, die Zeit aufzuwenden und den Roman nicht nur zu lesen, sondern
auch zu verstehen!
Kapitel 1
Entstehung und Quellen

1.1 Entstehung

Begonnen hatte Klaus Mann mit den Entwürfen zu Mephisto im Jahre 1936 in Sils
Baseliga (Schweiz). Frühere Romane und eine Anstellung als Lektor, erlaubten ihm die
Arbeit an einem Buche und er hatte somit ein gesichertes Einkommen.
Anregung zum neuen Roman gab Hermann Kesten.
„Mann solle einen Roman eines homosexuellen Karrieristen im Dritten Reich schreiben.“
Vorgeschwebt war Kesten, dass er den Staatstheaterintendanten Gründgens als Vorbild
nehmen solle. Mann hatte seine Zweifel, wurde aber auch von Fritz Helmut Landshoff
ermutigt.

ZITAT Z1, Königserläuterungen:


Landshoff zu Mann:
„Ich finde – trotz allem den Kesten'schen Vorschlag gut. Lass den Mann nicht schwul sein,
es muss je kein Gründgens werden – sondern irgendein 'Karrierist' -; das gäbe einen
guten Zeitroman – der Widerstand gegen den biographischen Roman, der missbraucht
wird, ist zu zeigen. Und ich glaube, du kannst einen solchen Roman ausgezeichnet
machen. Überlege es noch einmal.“

Neben den mit Bleistift verfassten Vor-Ideen findet man in Manns Manuskripten
Charaktere die auf real existierende Personen deuten.

ZITAT Z2, Königserläuterungen:


Des Weiteren fertigte Mann drei Skizzenblätter
„mit Szenentiteln und Zitaten aus 'Faust' an. Teilweise sind diese durch Anmerkung mit der
Handlung oder Person des 'Mephisto' in Bezug gebracht. Ein ähnliches Blatt existiert über
den 'Hamlet'. Offensichtlich hat Klaus Mann beide Dramen vor oder während der
Niederschrift des 'Mephisto' gelesen, um einerseits Höfgens Lebensrolle und andererseits
sein Scheitern als Schauspieler des 'Hamlet' genauer belegen zu können.“

Seite 3 von 36
ZITAT Z3, Königserläuterungen:
Neben diesen Dramen las Klaus Mann auch Maupassants 'Bel Ami', Heinrich Manns
'Der Untertan' und Prousts 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit', als er am 'Mephisto'
arbeitete, so Nicole Schaenzler in ihrer 'Klaus Mann Biographie'.
Während der Arbeit am Text kamen Klaus Mann immer wieder ungute Gefühle, was die
Rezeption seines Romans anbelangte. Am 12. April 1936 schrieb er an seine Mutter, dass
ihm der Roman beträchtlichen Schaden zufügen werde. Was die Qualität seines Werkes
anbelangt, liess er jedoch keinen Zweifel aufkommen. „Ich persönlich finde, dass es ein
zwar hässliches, aber keineswegs uninteressantes Buch ist.“ Am 24. Februar 1936 las
Klaus Mann das 'Vorspiel' des Romans in Paris vor den Autoren des Schutzverbandes
deutscher Schriftsteller, deren Reaktion „ungeheuer zäh, müde und böse“ ausfiel, wie
Klaus Mann in seinem Tagebuch feststellte.
Die Arbeit war bis zum Mai 1936 beendet. In diesem Monat stellte Klaus Mann die
Grundfassung, die ca. 600 Seiten betrug, fertig. Alles in allem dauerte die Niederschrift
des Romans nur fünf Monate.
Kapitel 2
Zusammenfassung und Inhaltsangabe

2.1 Zusammenfassung

2.1.1 Vorspiel

Hendrik Höfgen ist Gast auf einem grossen Ball anlässlich des 43. Geburtstages des
Ministerpräsidenten von Preussen. Jeder, der im Dritten Reich eine höhere Position hat, ist
anwesend. Hendrik ist der Intendant des Berliner Staatstheaters und auf dem Höhepunkt
seiner Karriere. Er gehört zur "High Society" des Hitlerregimes.

Diese Szene spielt sich im Jahre 1936 ab und gehört eigentlich an das Ende des Buches.

Nun wird erzählt wie der Schauspieler Hendrik Höfgen seinen Rum erlangte. Das nächste
Kapitel spielt circa 10 Jahre früher.

2.1.2 H. K.

Früher war Hendrik Schauspieler an der Kammerspielbühne in Frankfurt am Main, jetzt ist
er in Hamburg engagiert. Hendrik ist der “Star” des nicht sehr gut besuchten Hamburger
Theaters.

Am Hamburger Theater gastiert zu dieser Zeit Dora Martin, eine begnadete


Schauspielerin, die in Berlin Karriere gemacht hat.

Nach den Theatervorstellungen treffen sich die Darsteller meistens im “H.K.”, der Kantine
des Theaters. So auch dieses Mal. Hendrik begeistert (wie so oft) alle Anwesenden,
worunter auch sein Vorbild und seine Konkurrentin Dora Martin ist, mit seinen Anekdoten.

Man spricht auch von einem Projekt von Otto Ulrichs und Hendrik Höfgen, dem geplanten
kommunistischen revolutionären Theater, das jedoch nie eröffnet werden wird.

Seite 5 von 36
2.1.3 Die Tanzstunde

Bei den ersten Proben für das revolutionäre Theater ist Höfgen sehr streng zu seinen
Darstellern. Besonders die kleine Angelika, die in ihn verliebt ist, behandelt er sehr
schlecht. Während der Probe fällt ihm ein, dass er noch eine Verabredung mit Juliette hat.
Juliette ist seine dunkelhäutige Geliebte bei der er obendrein noch das Tanzen lernt.
Von seiner abartigen Liebe zu ihr, darf niemand erfahren.

Als er Zuhause ankommt, informiert ihn die Hausbesitzerin darüber, dass seine “Lehrerin”
bereits eingetroffen ist. Juliette - gekleidet in grüne Stiefel und eine kurze Felljacke -
empfängt ihn mit Peitschenschlägen (was Hendrik durchaus gefällt). Nachdem Juliette
Hendrik gestraft und gedemütigt hat, zeigt sie ihm einige neue Tanzschritte, die er bis zur
Erschöpfung üben muss. Danach erzählt er Juliette von seinen Problemen, wie er es öfter
tut um neue Kraft und Psyche für seinen anstrengenden Job zu fassen.

2.1.4 Knorke

Am Theater wird ein neues Stück geprobt. “Knorke” ist ein Stück des eingebildeten, sich
für das Gewissen der Welt haltenden Gesellschaftskritikers und Schriftstellers Theophil
Marder. Hendrik spielt zusammen mit Nicoletta von Niebuhr, einer Schauspielerin die ihm
sehr gefällt.

Nach der Premiere von “Knorke” hält Theophil Marder Hendrik für einen sehr begabten
Schauspieler, er will Hendrik empfehlen. Die Begeisterung von Theophil Marder ist für
Hendrik der erste Schritt zu einer grossen Karriere.

Zur Premiere von “Knorke” treffen auch Nicolettas beste Freundin Barbara und ihr Vater,
der Geheimrat von Bruckner ein.

Im Laufe von gemeinsamen Abendessen und Gesprächen, verliebt sich Hendrik immer
mehr in die schöne Barbara.

Hendrik macht Barbara einen Antrag, worauf diese antwortet, dass man es einmal
zusammen versuchen könnte.
2.1.5 Barbara

Die Hochzeit soll im Hause des Geheimrats Bruckner gefeiert werden, mit Letzterem
versteht sich Hendrik sehr gut. Hendrik bekommt nun langsam Zugang zu den höheren
Kreisen. Er möchte sich von der gehobenen Gesellschaft nach oben tragen lassen.

Nach der Hochzeitsfeier, der auch Hendriks Mutter Bella und Hendriks Schwester Josy
beiwohnten, geht es auf Hochzeitsreise nach Bayern.

Nicoletta, die das junge Paar begleitet hat, stellt fest, dass auch Theophil Marder in der
Nähe sein Ferienhaus hat. Nicoletta, die schon immer viel für Theophil übrig hatte,
besucht ihn von nun an jeden Tag, und verliebt sich ein wenig in ihn.

2.1.6 Ehemann

Von der Hochzeitsreise zurück, ziehen Barbara und Hendrik in eine grössere Wohnung,
wo sich Barbara sofort mit der adligen Hausbesitzerin anfreundet, die Hendrik noch nie
ausstehen konnte. Man merkt die Unterschiede die es aufgrund der Herkunft aus
verschiedenen Klassen zwischen Hendrik und Barbara gibt. Er findet ihre gehobenen
Eigenschaften anstössig.

Wenn Hendrik mit Barbara unzufrieden ist, geht er immer noch zu Juliette.

Barbara kommt manchmal zu Hendrik ins Theater, und lernt dort auch den
nationalsozialistisch gesinnten Hans Miklas kennen. Hendrik lässt Hans aus Eifersucht
und wegen seiner antisemitischen Äusserungen rausschmeissen.

Nicoletta, die auch zurück in Hamburg ist, tritt wieder im Theater auf. Nach einer
erfolgreichen Premiere erhält sie ein Telegramm von Theophil, indem er sie auffordert mit
dem Theaterspielen aufzuhören und nur ihm zu gehören. Nicoletta reist sofort ab und
heiratet Theophil Marder.

Seite 7 von 36
2.1.7 << Es ist doch nicht zu schildern... >>

Theophil Marder und Herr Bruckner machen ihren Einfluss beim Professor geltend, und
daraufhin bekommt Hendrik zusammen mit Dora Martin eine Stelle am Theater in Wien.
Trotz seines schlechten Schauspiels in Wien, bekommt Hendrik, durch die Hilfe seiner
einflussreichen Freunde, ein Engagement in Berlin, der Traumstadt aller Schauspieler.

Durch zahlreiche Erfolge geht seine Karriere nun steil nach oben. Er dreht seinen ersten
Film und feiert seinen größten Erfolg als Teufel Mephistopheles. (Die Rollen der
Bösewichte konnte Hendrik schon immer am Besten spielen.)

Durch die Arbeit an seiner Karriere bemerkt er nicht die Veränderungen im Land. Hendrik
ist fest davon überzeugt, dass die Nationalsozialisten und ihr “Führer” nie an die Macht
kommen werden.

2.1.8 Der Pakt mit dem Teufel

Hendrik ist wegen den Dreharbeiten an einem neuen Film in Spanien als Hitler in
Deutschland Reichskanzler wird. Hendrik erkennt sofort, dass man sich nicht schlecht zu
den Nazis äussern darf, wenn man nicht um seine Zukunft bangen will.

Hendrik geht nach Paris, wo er bereits über eine neue Stepptänzerkarriere nachdenkt, als
er einen Brief von Lotte Lindenthal, der Gattin des Fliegergenerals und
Ministerpräsidenten erhält. Sie hat bei ihrem Mann ein gutes Wort für Hendrik eingelegt.
Hendrik geht “den Pakt mit dem Teufel” ein und kehrt ins nationalsozialistische
Deutschland zurück. Er spielt mit Lotte Lindenthal wieder am Berliner Theater. Lotte spielt
schlecht, was Hendrik ihr jedoch nicht sagt, um ihre Gunst und somit die Gunst des
Ministerpräsidenten zu bewahren.

Durch Lottes Hilfe darf er wieder den Mephisto spielen. Bei der Premiere ist der
Ministerpräsident persönlich anwesend. Die Premiere ist ein großer Erfolg, der
Fliegergeneral beglückwünscht Hendrik. Nun, da sich der Ministerpräsident in sein
Schauspiel vernarrt hat, stehen Hendrik alle Türen nach oben offen.
2.1.9 Über Leichen

Jetzt, da Hendrik den dicken Ministerpräsidenten als Protektor hat kann er sich vieles
leisten, solange er nicht als Bolschewist auffällt.

Jedoch muss Hendrik dem Fliegergeneral seine bolschewistische Vergangenheit beichten,


dieser sieht jedoch darüber hinweg.

Hendrik sagt Juliette, dass er sie nicht mehr sehen möchte. Weil diese ihn jedoch
belästigt, lässt er sie vom Ministerpräsidenten verhaften. Nach einer langen Zeit in einer
Einzelzelle ist Juliette so eingeschüchtert, dass sie Hendrik gehorcht und nach Paris
emigriert.

Um nicht aufzufallen, lässt sich Hendrik von Barbara, die eine antinationalsozialistische
Zeitschrift in Paris herausgibt, scheiden.

Für Otto Ulrichs legt Hendrik beim Fliegergeneral ein gutes Wort ein. Otto wird
freigelassen und erhält ein Engagement am Berliner Staatstheater. Otto führt seine
kommunistischen Geschäfte jedoch weiter.

2.1.10 In vielen Städten

Man spricht von Hendriks früheren Freunden, die sich nicht dem Nationalsozialismus
ergeben haben, und nun in vielen Städten in vielen Ländern leben.

Barbara und eine Hamburger Kollegin von Höfgen, leben in Paris und geben eine kleine
Zeitschrift, heraus in der sie über die Missstände in Deutschland informieren.

Sein erster Förderer, Theophil Marder und seine Frau Nicoletta, leben an der
französischen Mittelmeerküste. Theophil, der sich für das Weltgewissen hält, leidet unter
den Zuständen in Deutschland, weil er glaubt alle Schuld des Volkes auf sich nehmen zu
müssen. Darunter leidet Nicoletta sehr.

Hendriks Vorbild und Konkurrentin, die jüdische Schauspielerin Dora Martin, feiert mit
ihren Theaterstücken und Filmen grosse Erfolge in London und New York.

Juliette ist als exotische Tänzerin in Paris beschäftigt, usw...

Seite 9 von 36
Nicoletta, die es mit Theophil nicht mehr aushält, lässt sich von ihm scheiden um wieder
Schauspielerin zu werden. Nicoletta spielt zusammen mit Hendrik .
Sie gastieren unter anderem in Hamburg am alten Theater von Hendrik. Hier hat sich
vieles geändert, alle bolschewistischen Schauspieler wurden entfernt.

Hendrik wird trotz der Einwände des Propagandaministers zum Intendant des Berliner
Staatstheaters ernannt. Er steigt auf der Karriereleiter immer schneller nach oben.

2.1.11 Die Drohung

Der Ex-Intendant des Theaters, Cäsar von Muck, der mit dem neuen Intendanten nicht
einverstanden ist, verbreitet die Geschichte von Hendriks Beziehung zu Juliette in der
Öffentlichkeit. Der Führer, der nun auch auf den Neuen aufmerksam geworden ist, möchte
persönlich mit Höfgen sprechen.

Hendrik ist bei der Audienz bei der “Macht” sehr schüchtern, aber genau dies gefällt dem
“Messias aller Germanen”, er hat auch einen guten Eindruck von Hendrik.

Hendrik gewinnt immer mehr (falsche) Freunde (Da man glaubt, der Mächtige Hendrik
würde seine schützende Hand über seine Freunde legen.)

Hendrik steht immer noch in Kontakt mit seinem kommunistischen Freund Otto Ulrichs, er
“darf” aber von Ottos Geschäften nichts wissen, um nicht aufzufallen.

Hendrik beschliesst Nicoletta zu heiraten, um alle Zweifel die durch Juliette aufgetreten
sind nichtig zu machen. Die Hochzeit wird mit einem riesigen Ball in Hendriks eigener Villa
gefeiert.

Nach einer “Säuberungsaktion”, bei der der Führer alle inneren Widerstandskämpfer
entfernen lässt wird Hendrik zum Senator für alle kulturellen Angelegenheiten im Reich
befördert.

Bei der “Säuberungsaktion” wird auch Otto Ulrichs verhaftet. Hendrik bittet den
Ministerpräsidenten um Gnade für Otto. Dieser rät Hendrik jedoch dazu, sich nicht in die
Angelegenheit einzumischen, da es seiner Karriere schaden könnte.
(Otto Ulrichs wurde von der SS zu Tode gequält um Informationen über die Kommunisten
in Deutschland zu erhalten.)

Hendrik, der wieder eine monumentale Rolle spielen möchte, versucht sich am Hamlet.

Ihm misslingt die Rolle, da es sich bei Hamlet nicht um einen der klassischen Bösewichte
handelt. Er wird trotzdem von der Presse bejubelt, da man weiss, dass er eine gute
Beziehung zum Ministerpräsidenten hat.

Als Hendrik nach Ende der “Hamlet” Premiere wieder in sein prunkvolles Haus
zurückgekehrt, erwartet ihn in seinem Zimmer ein kommunistischer Widerstandskämpfer.
Er überbringt die letzteren Grüße von seinem Freund Otto Ulrichs. Die harten, aber waren
Worte dieses “Genossen”, treffen Hendrik sehr. Nachdem der unbekannte Fremde wieder
verschwunden ist, ist Höfgen noch geschockt, und von seinen Worten traurig gestimmt. Er
verfällt in Selbstmitleid.

2.2 Zusammenhang mit J.W.v.Goethes „Faust“

In der Saison 1932/33 wird Faust gegeben. Hendrik spiel Mephisto. Die Premiere dieses
Stücks wird, wie nicht anders zu erwarten, ein voller Erfolg. Nach der Aufführung erscheint
Dora Martin in Hendriks Garderobe. Diese teilt ihm mit, dass sie Englisch gelernt habe und
ihre Zukunft in den USA sehe. Für Hendrik unverständlich. Er bleibt ohne Konkurrenz
durch die jüdische Schauspielerin in Deutschland zurück.

2.2 Chronologischer Verlauf (Erfolgssteigerung)


Die Drohung
In vielen Städten
Über Leichen
Der Pakt mit dem Teufel
„Es ist doch nicht zu
Schildern...“
Der Ehemann
Barbara
Knorke
Die Tanzstunde
H.K.
Seite 11 von 36
Vorspiel 1936
Kapitel 3
Stil und Sprache

3.1 Stil und Sprache

Klaus Mann bezeichnete seinen Roman als „satirisch-politisch“. Dies zeigt sich bspw. an
den äusserst plakativ gezeichneten Figuren…
So sind „der Hinkende“ und „der Dicke“ Synonyme für den Propagandaminister respektive
den preussischen Ministerpräsidenten.
Die gesamte Person wird so auf eine einzige negative Eigenschaft oder menschliche
Schwäche reduziert.

Dazu begegnen dem Leser franz. Einsprengsel. Auch der regionale Dialekt Kölns oder
Sachsens wird benutzt. Dies gibt Hendrik, aus Köln stammend, ein Heimatgefühl.
Die franz. Einsprengsel stammen zumeist aus einem Gedichteband von Charles
Baudelaire. Die Sammlung trägt den Namen „les fleurs de mal“. Auch dieser Ausdruck
kommt im Buch vor. Dazu kommen Zitate aus Goethes Faust.
So z.B.:
„... Denn alles, was entsteht,
ist wert, dass es zugrunde geht;
drum besser wär's, dass nichts entstünde.“ (S.222)

„Erkennst du mich? Gerippe! Scheusal du!


Erkennst du deinen Herrn und Meister?
Was hält mich ab, so schlag' ich zu,
zerschmettere dich und deine Katzengeister!
Hast du vom roten Wams nicht mehr Respekt?
Kannst du die Hahnenfeder nicht erkennen?
Hab' ich dies Angesicht versteckt?
Soll ich mich etwa selber nennen?“ (S.259)
„So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
mein eigentliches Element.“ (S. 259)

„Ich bin allhier erst kurze Zeit


Und komme voll Ergebenheit,
einen Mann zu sprechen und zu kennen,
den alle mir mit Ehrfurcht nennen.“ (S. 257)

3.2 Sprachliche Mittel/Stil

Sprachliches Mittel Erklärung Textbeleg


Enumeratio Reihung, Aufzählung S.45
Wiederholung Steigert die Wirkung einer S. 203 bis 203
Textstelle
Vergleich Form bildhaften Sprechens S. 265
Diminutiv Verkleinerungsform S. 269
Anapher Wiederholung eines Wortes S. 373
oder einer Wortgruppe
Personifikation Belebung von Dingen S. 211

Seite 13 von 36
Kapitel 4
Charaktere

4.1 Hendrik Höfgen

Hendrik ist die Hauptfigur des Mephisto. Bereits im Vorspiel wird der Theatermann
exponiert. Zu diesem Zeitpunkt (1936) befindet er sich am Ziel seiner Karriere. Er hat
repräsentative Aufgaben im Reich übernommen. Er zählt zur Elite des Landes.
Jedoch sind alle Attribute, die auf Hendrik oder die Machthaber verwendet werden,
durchweg negativ. Er ist immerzu von ungewöhnlichen Frauen umgeben. Hendrik
entscheidet sich im Exil, nach Deutschland zurückzukehren und geht so den Pakt mit dem
Teufel ein.

4.2 Barbara Bruckner

Barbara ist die Freundin von Nicoletta und die spätere Frau von Hendrik. Sie stammt aus
dem Grossbürgertum, denn ihr Vater, Geheimrat Bruckner, ist durch seine Arbeit sehr
angesehen. Sie ist gebildet, tugendhaft und sittlich. Auch ist sie sehr diszipliniert, denn sie
geht vor dem Frühstück reiten und ernährt sich gesund.
Nach der Machtergreifung emigriert sie ohne Unterlass nach Paris und gibt dort mit den
Freunden Sebastian und Hedda eine widerstands- Zeitschrift heraus. Sie wertet diese
klein aber notwendig.

4.3 Der preussische Ministerpräsident (Der Dicke)

Der Dicke zählt zur Elite von NS- Deutschland. Er ist der Gönner Hendriks, da er die Kultur
und damit das Theater sehr schätzt. Er ist gross, fett, gewaltig und kolossal. Als
Fliegergeneral gehört der zu den drei wichtigsten Männern im Lande. Dies neben dem
Führer selbst und neben dem Propagandaminister. Nach Hendriks Darstellung des
Mephistopheles in Goethes Faust, hält der Dicke schützend seine Hand über den
Schauspieler.
4.5 Nicoletta von Niebuhr

Sie achtet genauestens auf Sprache, Haltung und Aussehen.


Diese Dinge sind für sie massgeblich. Sie ist eine abgeklärte Persönlichkeit, der, nahezu
so oft wie Hendrik, das Attribut diabolisch zugewiesen wird.
Zudem ist sie vater- und mutterlos, womit sie ihre Vatervorstellungen auf Theophil Marder
projiziert. Nachdem die Ehe mit diesem im Exil scheiterte, heiratet sie Hendrik.

4.6 Otto Ulrichs (Der Kommunist)

Der Schauspieler Ulrichs ist Kommunist. Er nimmt seine oppositionelle Haltung gegenüber
dem Regime sehr ernst, so dass er am Ende für seine moralischen Vorstellungen in den
Tod geht. Er stirbt den Tod eines Märtyrers, da er bis zuletzt standhaft bleibt und an des
Sieg des Widerstandes glaubt.
Nach seiner Verhaftung durch die SS, lernt er die Grausamkeiten der Konzentrationslager
kennen. Dieser Erfahrung ändert sein Wesen, nicht aber seine Überzeugungen.

4.7 Hans Miklas (Der Nazi)

Er ist Schauspieler in Hamburg und bildet den ideologischen Gegenpol zu Otto Ulrichs.
Miklas ist ein Nazi wie er im Buche steht. Nachdem er seine Überzeugungen äussert, wird
er vom Theater entlassen, zeigt sich enttäuscht vom Regime und geht in den Tod.

4.8 Familie Höfgen

Hendriks Familie entstammt kleinbürgerlichen Verhältnissen, weshalb sich der


Theatermann zuweilen wegen seiner Familie schämt.
Vater Köbes hat immerzu Geldsorgen, zudem gibt er sich gerne einer häuslichen
Gemütlichkeit hin.
Hendriks Schwester Josy ist eher Sprunghaft. Sie verlobt sich dauernd neu und ist im
Gegensatz zum Bruder eine Frohnatur mit heiterem Gemüt.

Seite 15 von 36
Mutter Bella, eine Dame Anfang fünfzig, ist das stärkste Bindeglied zwischen der Familie
und Hendrik.

4.9 Juliette Martens (Prinzessin Tebab)

Nach Nazi- Ideologie ist Juliette unrein. Sie ist schwarz.


Der Vater, der an Malaria starb, war Deutscher. Die Mutter hatte jedoch ihre Hautfarbe so
stark vererbt, dass Juliette schwarz zur Welt kam.
Unter ihrem Künstlernamen, Prinzessin Tebab, gibt sie Vorstellungen als Stepptänzerin.
Sie erteilt auch Hendrik Unterricht, wobei sie sich herrisch und dominant gibt.
Hendrik lebt in diesen sogenannten Tanzstunden seine sadomasochistischen Neigungen
aus. Juliette ist einfach gestrickt, jedoch immer auf dem neuesten Stand an Informationen
und durchschaut daher vieles.
Kapitel 5
Textarbeit I

5.1 Was lässt den Roman als politisch-satirisch erscheinen?

Es sind Textstellen, wie sie schon im ersten Kapitel zu finden sind.


So z.B. auf Seite 26:
Hier standen ... vier mächtige in diesem Lande, vier Gewalthaber, vier Komödianten – der
Reklamchef, der Spezialist für Todesurteile und Bombenflugzeuge, die geheiratete
Sentimentale und der fahle Intrigant.

5.2 Wie benutzt Klaus Mann die bildhafte Sprache?

Zum Beispiel auf Seite 13:


Die Waffenfabrikantin war sehr beeindruckt...

Dann auch auf Seite 28:


Der skalpierte Cäsar, der Reklamchef und die Kuhäugige.

5.3 Welche Wortwahl benutz Klaus Mann um unbeliebte Personen zu nennen?

Der Führer, der Reklamchef, der Spezialist für Bombenflugzeuge, der Diktator...
Um nur einige Beispiele zu nennen. Man liest nie von Hitler, Göring oder Goebbels.

Seite 17 von 36
Kapitel 6
Klaus Mann

6.1 Person

Geboren: 1906 Gestorben: 1949


Klaus Heinrich Thomas Mann war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er war der Sohn
des Thomas Mann, welcher ebenfalls Schriftsteller war.

6.2 Leben

Er war ältester Sohn von Thomas Mann und hatte eine ältere Schwester (Erika). Für ihn
war die Abstammung von seinem berühmten Vater problematisch, da er dauernd an
diesem gemessen wurde. Hatte doch der Vater Werke verfasst die hoch angesehen
waren. Vgl. „Die Buddenbrooks“
Klaus führte den auch wörtlich aus, dass die Abstammung von seinem Vater „die bitterste
Problematik seines Lebens war“.
Mit 18 Jahren hatte Klaus seine erste Veröffentlichung zu verbuchen. Diese, in der
„Weltbühne“ erschienene Publikation, kam jedoch noch unter einem Pseudonym heraus.

6.3 Kindheit und Jugend

Die Familie Mann, zum Grossbürgertum gehörend, zählte 6 Köpfe. Dazu kam das
Hauspersonal. Den Sommer verbrachte die Familie meist in einem Landhaus bei Bad
Tölz.
Im Kriegsjahr 1917 wurde das Landhaus verkauft.
Im Hause Mann gingen Schriftsteller, Verleger und Intellektuelle ein und aus. Damit hatte
Klaus schon früh einen Draht zur Literatur und es verwundert denn auch kaum, dass er
sich dem Schreiben widmete. Auch die Liste seiner Lieblingsautoren ist beeindruckend.
So waren Sokrates, Nietzsche, Novalis und Walt Whitemann aber auch der Dichter Stefan
George nur einige Vertreter.

1912 bis 1914 besuchte Klaus mit seiner Schwester Erika eine Privatschule,
anschliessend für zwei Jahre eine Volksschule wonach er ans Wilhelmgymnasium in
München wechselte.

Erstaunt sein darf man über seine dortigen Leistungen. Er war ein eher schlechter Schüler
und verbuchte nur in literarischen Fächern/Arbeiten gute Leistungen.
In seiner Freizeit war er der Kopf der „Herzogpark- Bande“ und fiel mit teils bösartigen
Streichen auf. Dieser Umstand führte dazu, dass er auf ein Internat kam, womit sich die
Eltern die Lösung des Problems erhofften.
Er und Erika besuchten von nun an, für wenige Monate, die Bergschule
„Hochwaldhausen“.
Erika kehrte, nach der Auflösung der oberen Klassen, aufgrund von anarchistischem
Ungehorsam der Schüler, nach München zurück.
Klaus wurde nach dieser kurzen Zeit am Internat, an einer anderen Schule vorstellig.
Die Odenwaldschule besuchte er von September 1922 bis Juni 1923 und verliess sie auf
eigenen Wunsch. Von nun an erhielt er im Elternhaus Privatunterricht, zur Vorbereitung
auf das Abitur. Doch auch diesen Unterricht brach er ab.
Im Inflations- und Krisenjahr 1923 hatte die Generation Mann's das Gefühl, den Boden
unter den Füssen zu verlieren und die alten Werte der Väter wurden bedeutungslos.

Sein Leben verlief während dieser Zeit eher ungeordnet, was sich sein ganzes Leben lang
nicht ändern sollte. Er hielt sich zudem viel in Kabaretts in Berlin und München auf.

ZITAT Z1, aus dem Tagebuch von Klaus Mann:


Da die Schwabinger Kneipen und Ateliers uns nicht attraktiv erschienen, bildeten wir
unsere eigene kleine Bohème, einen flotten, wenngleich etwas kindlichen Zirkel. Ein
junger Mann namens Theo (Theo Lücke, ein junger Börsenspekulant) finanzierte unsere
Eskapaden; er war es, der uns in die teuren Restaurants und Dancings einführte, die wir
bis dahin nur sehnsüchtig betrachtet hatten. (...) Theo arrangierte Maskenbälle, nächtliche
Schlittenfahrten, luxuriöse Weekends in Garmisch oder am Tegernsee.

Seite 19 von 36
Ab Ostern 1924 verbrachte Mann mehrere Wochen bei einem Freund seines Vaters und
widmete sich dem Verfassen von Kabarett- Liedern, Gedichten und dem Novellenband
„Vor dem Leben“.
Mit 18 Jahren dann, folgte er seiner Schwester nach Berlin, wo er eine feste Anstellung als
Theaterkritiker erhielt.
Aber auch hier blieb er nur kurz, um von nun an als freier Schriftsteller und ohne festen
Wohnort zu leben.
Dass sein Leben eher ungezwungen gewesen war, zeigt auch die kurze Verlobung mit
Pamela Wedekind von 1924 bis 1928.

6.4 Erste Erfolge

1925 wurde sein erstes Theaterstück uraufgeführt. In den Hauptrollen zu finden waren
Klaus und Erika Mann sowie Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens.
Die Öffentlichkeit wertete das Stück als Skandal, da es die lesbische Liebe zweier Frauen
thematisierte.
Es war auch das Jahr seiner ersten Buchpublikation. „Vor dem Leben“ war erschienen.
Ein weiterer Skandal folgte aus seinem Privatleben:
Er bekannte sich öffentlich zu seiner Homosexualität. Ein absolutes „NO-GO“ zu jener
Zeit. Doch vielleicht zeigte gerade dieser Schritt, dass er modern, ungezwungen und nicht
prüde war. Er zeigte sich unverklemmt. Ein Vorreiter der Moderne.
Zurück zu seinem „coming-out“:
Dieses ging einher mit der Veröffentlichung seines Romans „Der fromme Tanz“. Er gilt als
einer der ersten Homosexuellen- Romane der deutschen Literatur.
Entstanden war das Werk nach einer grossen Auslandreise die von England über Paris
nach Marseille und weiter nach Tunesien führte. Seinen Rückweg beging er via Palermo
über Neapel und Rom.
Dem Outing von Klaus folgte ein weiterer Kracher:
Sein Vater, Thomas Mann, veröffentlichte seinen Essay, in dem er sich auf seine eigenen
homosexuellen Neigungen bezog. Er gestattete sich jedoch nie, diese auszuleben. Jedoch
tolerierte er die homosexuellen Beziehungen seiner Kinder und so konnte Klaus seine
Partner jederzeit in sein Elternhaus mitbringen.
Was uns das bisher gelesene aufzeigt, ist das rastlose Leben eines Mannes, der keinen
Lebensmittelpunkt besass und sich oft selber ins Abseits manövrierte.
1925 verbrachte er einige Zeit in Paris und betrieb, modern ausgedrückt, Networking. Er
lernte franz. Schriftsteller kennen und bekannte sich zu seinem grossen Vorbild André
Gide. Dieser jedoch, erwiderte diese Beziehung in keinster Weise.

ZITAT Z2, WIKIPEDIA:


Erika Mann heiratete Gründgens am 24. Juli 1926. Im Jahr 1927 brachte Klaus Mann am
Leipziger Schauspielhaus unter der Regie von Gustaf Gründgens und in gleicher
Besetzung wie Anja und Esther sein Stück Revue zu Vieren zur Uraufführung und ging
anschließend mit Erika und Pamela Wedekind auf Tournee. Aufgrund der schlechten
Kritiken fürchtete Gustaf Gründgens um seinen Ruf, spielte außer in der Uraufführung
noch in Hamburg und Berlin mit, schloss sich der Tournee von Cottbus bis Kopenhagen
jedoch nicht mehr an. Daraufhin begann die Entfremdung zwischen Klaus Mann und
Gründgens.

1927 wechselte Mann die Thematik seiner Schriften. Von erotisch zu politisch.
Diese waren sehr sozial und sozialistisch geprägt. Kein Wunder, wurde alles was er bis
1933 schrieb, in selbigem Jahr bei der grossen Bücherverbrennung in Wärme
umgewandelt.

ZITAT Z3, WIKIPEDIA:


Manns Roman Der fromme Tanz gehörte wie andere
seiner Werke zu den Büchern, die zwischen dem
10.Mai und 21.Juni 1933 von den Nationalsozialisten
öffentlich verbrannt wurden. Er nahm in seinem
Tagebuch am 11.Mai fast zynisch Stellung: „Gestern
also sind auch meine Bücher in allen deutschen
Städten öffentlich verbrannt worden; in München auf
dem Königsplatz. Die Barbarei bis ins Infantile. Ehrt
mich aber.“

Seite 21 von 36
1927 bis 1928 unternahmen Klaus und Erika Mann eine weitere Reise. Diese nun, sollte
sie um den ganzen Globus bringen.

Sie sollte durch stetige Vorträge in den jeweiligen Ländern finanziert werden, was aber
durchaus nicht reichte und sie beide somit mit hohen Schulden nach Hause
zurückkehrten. Bezahlt wurden diese vom Vater, nachdem dieser den Nobelpreis erhielt.
1929 erschien der Bericht der Reise in Form des Buches „Rundherum“.
Im selben Jahr wurde die Ehe zwischen Erika Mann und Gustaf Gründgens aufgelöst und
Klaus nahm Gründgens später zur Vorlage seines Hendrik Höfgen in seinem Roman
„Mephisto“. Der Roman erschien 1936 in Amsterdam. 1966 wurde er verboten, was
angesichts der vielen Nach- und Schwarzdrucke jedoch wirkungslos blieb. Der Siegeszug
des Buches war nicht aufzuhalten.
1930 unternahmen Klaus und Erika eine Reise nach Nordafrika, wo beide mit Haschisch in
Kontakt kamen. Klaus' Drogenkonsum hatte jedoch schon 1929 mit Morphin begonnen
und sollte ihn bis zum Tode begleiten.

6.5 Europäisches Exil

Mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler, wurde Klaus zum aktiven Gegner
der Nationalsozialisten (NS). Er engagierte sich ab 1933 in dem von Erika gegründeten
Kabarett „Die Pfeffermühle“, welches mit seinem politisch-satirischen Programm gegen
den Faschismus agierte.
Am 13. März selbigen Jahres, flüchtete Klaus ins franz. Exil, um seiner Verhaftung durch
die SS zu entgehen. Auch Aufenthaltsort waren ein Haus in Küsnacht ZH (Schweiz) oder
aber Amsterdam.

ZITAT Z4, WIKIPEDIA:


Am 9.Mai 1933 schrieb er an den einst verehrten Schriftsteller Gottfried Benn einen Brief,
in dem er dessen positive Haltung zum Nationalsozialismus anprangerte. Er warf Benn
vor, seinen Namen, einst Inbegriff höchsten Niveaus, denen zur Verfügung zu stellen,
„deren Niveaulosigkeit absolut beispiellos in der europäischen Geschichte ist und vor
deren moralischer Unreinheit sich die Welt in Abscheu abwendet."
Benn konterte mit einer offenen „Antwort an die literarischen Emigranten“, die vom
Berliner Rundfunk gesendet und anschließend am 25.Mai von der „Deutschen
Allgemeinen Zeitung“ gedruckt wurde, in der er den Emigranten das Recht absprach, die
Lage in Deutschland zutreffend zu beurteilen.
Später gestand Benn seinen Irrweg ein und schrieb in seinem 1950 erschienenen Buch
„Doppelleben“ über den damals Siebenundzwanzigjährigen, er habe „die Situation
richtiger beurteilt, die Entwicklung der Dinge genau vorausgesehen, er war klarerdenkend
als ich.“

Als Klaus 1934 einen Aufruf gegen die Rückgliederung des autonomen Saarlandes
ins Deutsche Reich unterzeichnete, nahm dies die NS-Regierung zum Anlass für
seine Ausbürgerung, was Klaus Mann de facto zum Staatenlosen machte und ihn
zwang mit einem Holländischen Fremdenpass zu reisen.

6.6 US- Amerikanisches Exil

1938, ein Jahr vor dem zweiten Weltkrieg, emigrierte Klaus Mann in die USA.
Ab 1940 wurden Klaus und Erika vom FBI überwacht.
Verdacht: Anhängertum des Kommunismus. Jedoch erst acht Jahre später wurde
die Führung dieser Akten bekannt. Beide unternahmen bis 1941 Vortragsreisen in
den USA, um auf die Geschehnisse in NS- Deutschland aufmerksam zu machen.
Aber auch dem Schreiben widmete er sich weiterhin und publizierte teils in
Englisch.

1941 bis 1942 war er zudem Herausgeber der antifaschistischen Zeitschrift


„Decision. A Review of Free Culture“. Dass die Zeitschrift wegen mangelder
Abonnentenzahlen eingestellt werden musste, empfand Klaus als schwere
persönliche Niederlage.
1942 erschien Klaus' zweite Autobiographie „The Turning Point“.

Seite 23 von 36
6.7 In the US- Army

1941 trat Mann in die Army ein. Ziele waren der Abbau von Schulden, die
Überwindung persönlicher Krisen und aktiver Kampf gegen den Faschismus.
1943 wurde er zum „Staff Sergeant“ (niederer Offiziersgrad) befördert.
Zudem erhielt er am 25. September 1943 die US- Staatsbürgerschaft
zugesprochen und reiste daraufhin im Dezember ins Ausland ab. Zunächst war er
in Nordafrika stationiert, später dann in Italien.
Er verfasste zu dieser Zeit Propaganda- Texte für die alliierten Streitkräfte.

Zu seinen Pflichten gehörte auch das Verhören deutscher Kriegsgefangener, zu


welchen hartgesottene SS-Offiziere, aber auch eingeschüchterte junge Männer in
Wehrmachtsuniform gehörten.
Nach Kriegsende wurde er Sonderberichterstatter des US- Army- Magazin
„The Stars and Stripes“. Dabei reiste er durch Deutschland und interviewte wichtige
Persönlichkeiten. So zum Beispiel den NS- Politiker Hermann Göring (welcher auf
seinen Prozess wartete).

Sergeant Klaus Mann bei der Arbeit


Quelle: Wikipedia.ch, 14.11.11
6.8 Nachkriegszeit in Deutschland (by Wikipedia)

In Deutschland konnte Klaus Mann nicht mehr heimisch werden; er erkannte früh die dort
herrschende Atmosphäre der Verdrängung. In einem englischsprachigen Vortrag im Jahr
1947 formulierte er resigniert:

„Yes, I felt a stranger in my former fatherland. There was an abyss which separated
me of those who used to be my countrymen. Wherever I went in Germany, the […]
nostalgic Leitmotiv followed me: ‚You can’t go home again!‘“– „Ja, ich fühlte mich wie ein
Fremder in meinem Vaterland. Ein Abgrund trennte mich von meinen früheren
Landsleuten. Wo auch immer ich in Deutschland war, begleitete mich das […]
nostalgische Leitmotiv: ‚Es gibt keine Rückkehr!‘“

6.9 Nachkriegszeit in den USA (by Wikipedia)

Ab 1948 lebte Klaus Mann erneut längere Zeit in Pacific Palisades, Kalifornien, im Haus
des Vaters, von dem er finanziell abhängig war. Am 11.Juli unternahm er einen
Suizidversuch, von dem die Öffentlichkeit erfuhr. Er verliess das Elternhaus und wohnte
bei verschiedenen Freunden.

Im August verschaffte ihm sein Freund Fritz Landshoff eine Anstellung als Lektor in dem
1948 fusionierten Bermann-Fischer/Querido Verlag in Amsterdam, wo er jedoch nur
wenige Monate blieb. Zunehmend hatte er Schreibschwierigkeiten. Wie er seinem Freund
Herbert Schlüter mitteilte, fiele ihm das Schreiben „schwerer als in den flotten
Kindertagen. Damals hatte ich ‚eine‘ Sprache, in der ich mich recht flink auszudrücken
vermochte; jetzt stocke ich in zwei Zungen. Im Englischen werde ich wohl nie ‚ganz‘ so
zuhause sein, wie ich es im Deutschen ‚war‘ – aber wohl nicht mehr ‚bin‘ …“ Er
befürchtete, als Autor nicht mehr gefragt zu sein. So entmutigte ihn die Absage von Georg
Jacobi, Geschäftsführer des Langenscheidt Verlags, eine bereits vertraglich vereinbarte
Neuausgabe des Mephisto zu veröffentlichen, mit der Begründung: „denn Herr Gründgens
spielt hier eine bereits sehr bedeutende Rolle.“

Seite 25 von 36
Sein Tagebuch des Jahres 1949 hatte er mit den Worten begonnen: „I am not going to

continue these notes. I do not wish to survive this year“ – „Ich werde diese Notizen nicht

weiterführen. Ich wünsche nicht, dieses Jahr zu überleben.“ Eine weitere schwere

Enttäuschung hatte er im Frühjahr erlitten, denn zur Veröffentlichung der gerade fertig

gestellten, überarbeiteten und erweiterten Fassung des Wendepunkts in deutscher

Sprache erhielt er vom Querido Verlag, der nach der Fusion unter Gottfried Bermann

Fischers Leitung stand, nur ausweichende Briefe.

Tatsächlich erschien Der Wendepunkt postum erst auf Drängen von Thomas Mann im Jahr
1952 in Deutschland.

Anfang April zog er in die Pension Pavillon Madrid in Cannes, um an seinem letzten,

unvollendeten Roman The Last Day zu arbeiten, der das Thema Suizid als Reaktion auf

eine unvollkommene Welt behandelt. Vom 5. bis zum 15. Mai verbrachte er einige Tage zu

einer Entgiftungskur in einer Klinik in Nizza. Am 21. Mai 1949 starb er nach einer

Überdosis Schlaftabletten in Cannes. Tags zuvor hatte er noch Briefe an Hermann Kesten

und an seine Mutter und Schwester geschrieben, in denen er von Schreibschwierigkeiten,

Geldproblemen und deprimierendem Regenwetter berichtete. Gleichzeitig erwähnte er

geplante Aktivitäten für den Sommer. Ein Zusammenspiel verschiedener Umstände und

Ursachen wie der latent vorhandene Todeswunsch, politische und persönliche

Enttäuschungen und aktuelle äussere Umstände trieb Klaus Mann in den Freitod.

Klaus Mann wurde in Cannes auf dem Cimetière du Grand Jas beigesetzt. Als einziger

aus der Familie nahm sein Bruder Michael an der Beerdigung teil.
Er spielte am Grab auf seiner Bratsche ein Largo von Benedetto Marcello. Seine Eltern

und Erika befanden sich auf einer europäischen Vortragsreise in Stockholm, als die

Todesnachricht sie erreichte. Sie beschlossen gemeinsam, die Reise nicht abzubrechen,

aber gesellschaftlichen Anlässen fernzubleiben.


In seinen Grabstein liess Erika Mann – in englischer Sprache – ein Zitat aus dem Lukas-
Evangelium meisseln: „For Whosoever Will Save His Life Shall Lose It. But Whosoever
Will Lose His Life […] The Same Shall Find It.“ – „Denn wer sein Leben erhalten will, der
wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert […], der wird’s erhalten.“
Diese Worte hatte Klaus Mann als Motto seines

letzten und nur als Fragment vorhandenen Romans The Last Day gewählt. Ein Jahr

später erschien, von Erika Mann herausgegeben, das Buch Klaus Mann zum Gedächtnis

mit einem Vorwort des Vaters und Beiträgen von Freunden, unter ihnen Max Brod, Lion

Feuchtwanger und Hermann Kesten.

6.10 Zum Werk (by Wikipedia)

Klaus Manns Biograf und Chronist Uwe Naumann bemerkt im Vorwort seines Bild- und

Dokumentarbandes „Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluss“ zu Klaus Manns

gegensätzlichen Facetten: „In mancher Hinsicht war er seiner Zeit voraus, indem er

Konventionen brach und Regeln verletzte. […] So modern und aktuell er auf der einen

Seite wirkt – so stark war er doch auch vielen Traditionen verhaftet. In mancher Hinsicht

war und blieb Klaus Mann ein Abkömmling des 19. Jahrhunderts. […] Die stilistischen

Mittel zum Beispiel, deren sich Klaus Mann in seinen literarischen Werken bediente,

waren oft erstaunlich konventionell; und das wortreiche Pathos, das sich in vielen seiner

Schriften findet, ist uns Nachgeborenen mittlerweile eher fremd. Es war nicht seine

Sache, lakonisch zu formulieren; und es wäre ihm wohl nicht einmal in den Sinn

gekommen, darin etwas Unzeitgemässes zu sehen“. Naumann weist darauf hin, dass die

gedruckten Schriften Klaus Manns über 9000 Druckseiten umfassen.

Seite 27 von 36
6.11 Tod (by Wikipedia)

Seit frühester Jugend wurde Klaus Mann von dem Gefühl der Einsamkeit und von

Todessehnsucht beherrscht. Der Tod wurde von ihm in privaten Aufzeichnungen und in

seiner Arbeit ästhetisiert und zugleich glorifiziert. Reich-Ranicki (dt. Literaturkritiker) führt

dies auf persönliche Umstände zurück, denn „er war homosexuell. Er war süchtig. Er war

der Sohn Thomas Manns. Also war er dreifach geschlagen.“

Andere Erklärungsversuche sehen Klaus Manns Todessehnsucht und damit seinen

Freitod besonders in äusseren Umständen begründet, so schrieb Kurt Sontheimer am

11. August 1990 in der Welt: „Klaus Mann hat sich durch seinen Freitod von den geistigen

Kämpfen seiner Zeit verabschiedet – zu früh. Aber er hat gerade mit seiner Person ein

grosses Beispiel für den Glauben an den europäischen Geist gegeben, das uns heute ein

Vorbild sein kann.“

Heinrich Mann resümierte gleichermassen, sein Neffe Klaus sei „von dieser Epoche

getötet“ worden, und Thomas Manns Fazit lautete: „Er starb gewiss auf eigene Hand und

nicht um als Opfer der Zeit zu posieren. Aber er war es in hohem Grade.“

Golo Mann betonte den latent vorhandenen Todeswunsch des Bruders in seinen

Erinnerungen an meinen Bruder Klaus: „Eine Reihe heterogener Ursachen, Kummer über

Politik und Gesellschaft, Geldnot, Mangel an Echo, Drogenmissbrauch addieren sich,

aber summieren sich nicht zu dem Ganzen, welches hier der Tod war. Die Neigung zum

Tod war in ihm gewesen von Anfang an, er hatte nie alt werden können oder wollen, er

war am Ende; günstigere Bedingungen im Moment hätten sein Leben verlängert, jedoch

nur um ein geringes Stück. Damit wird nichts erklärt, nur etwas festgestellt.“
Kapitel 7
Zeitgeschichte zu Klaus Mann's Mephisto

7.1 Weimarer Republik

Die Phase von 1918 bis 1933 war für Deutschland eine demokratische.
Sie ging aus der Novemberrevolution, der Ausrufung der Republik (09.11.1918) sowie der
Verabschiedung der Weimarer Verfassung hervor. Es war die Zeit eines demokratischen
Bundesstaates nach dem 1. Weltkrieg.
1919 bis 1923 war die Republik noch vom Kriege erschüttert und es herrschte eine
Hyperinflation. Dazu kamen einige Umsturzversuche und politische Morde.
Dann endlich, 1924 bis 1929 erlebte die Republik eine Phase der relativen Stabilität,
wirtschaftlicher Erholung sowie aussenpolitischer Anerkennung und Wertschätzung.
Das Ende läutete die Weltwirtschaftskriese 1929 ein. Mit dem steten Aufstieg der NSDAP
kam eine weitere Last hinzu und ab 1933 war die Republik Geschichte. Es war das Jahr,
in dem Adolf Hitler an die Macht kam.

7.2 Kunst, Literatur und Kultur in der Weimarer Republik

Kulturell war die Zeit der Weimarer Republik eine der schöpferischsten und
experimentierfreudigsten Epochen der deutschen Geschichte. Waren die Anfangsjahre
jedoch noch geprägt vom Geist des späten Expressionismus in Malerei und Literatur,
dominierte im besten Jahrfünft die Neue Sachlichkeit, die wiederum von einem
sozialkritischen Realismus zur Zeit der Weltwirtschaftskrise abgelöst wurde. Autoren wie
Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Erich Kästner, Thomas und Heinrich
Mann, Carl von Ossietzky, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Franz Werfel, Arnold
Zweig und Stefan Zweig schrieben Weltliteratur.
Der Film entwickelte sich zum Massenmedium und setzte mit dem Cabinet des Dr. Caligari
und Metropolis künstlerische Akzente.

Seite 29 von 36
Mit scharfer Beobachtungsgabe thematisierte der Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob –
zwischen 1927 bis 1933 Wiener Leiter des „Mitteleuropäischen Büros“ des Berliner
Tageblatts– in seinem Roman Blut und Zelluloid (1929) den italienischen Faschismus und
die Auswirkungen von Hetzfilmen auf die Gesellschaft, was sich kurze Zeit später so
verhängnisvoll für Deutschland auswirken sollte.

Der durch Walter Gropius in Weimar begründete Bauhausstil wurde zu einem der
bedeutendsten Architekturstile des 20. Jahrhunderts. Stellvertretend für viele Künstler sei
George Grosz genannt, der mit seinen ätzend satirischen Darstellungen von Bourgeoisie,
Justiz und Militär (zum Beispiel Stützen der Gesellschaft, 1926) die sozialen Missstände
der Weimarer Republik anprangerte.

7.3 Nazi- Herrschaft

Als der Roman Mephisto 1936 zum ersten Mal erschien, hatte das NS- Regime um Adolf
Hitler bereits seit drei Jahren die Herrschaft inne. Innerhalb dieser kurzen Zeit wurde
Deutschland in seinen Grundfesten erschüttert. Nachdem Hitler am 30.01.1933 durch den
Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, war das
düstere Schicksal Deutschlands, das die nächsten zwölf Jahre andauern sollte, besiegelt.
Mit der Reichstagsbrandverordung vom 28.02.1933, die dem Reichstagsbrand folgte,
wurden erste einschneidende Veränderungen des Grundgesetzes erlassen.
So z.B. die Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit.
Aus den letzten Reichstagswahlen vom 05.03.1933 ging die NSDAP mit 43.9% der
Stimmen als stärkste Partei hervor.
In Verbindung mit der DNVP (8%), einer weiteren rechtsorientierten Partei, erzielten sie
die absolute Mehrheit. Mit Hilfe der bürgerlichen Zentrumspartei (11.2%), die Hitler und
Göring auf ihre Seite zogen, war die erforderliche zweidrittels- Mehrheit für die
Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz, das die Nazis am 23.03.1933 in den Reichstag
einbrachte, nicht mehr gefährdet.
Die Erlassung dieses Gesetzes übertrug der NSDAP sämtliche Gewalten im Lande,
Deutschland wurde gleichgeschaltet. Es folgten Verbote von Parteien und Gewerkschaften
und schliesslich die Diskriminierung der Juden, die zur Verfolgung und Vernichtung der
Juden führte.
7.4 Exil

Die bitteren Erfahrungen zahlreicher Künstler und Intellektueller sowie Wissenschaftler mit
dem faschistischen Regime und dunkle Vorahnungen einer noch schrecklicher werdenden
Zeit nötigten viele, schon bald nach Antritt der neuen Regierung zunächst ins umliegende
Ausland zu gehen. Die erste Emigrationswelle erfolgte um die Zeit der Bücherverbrennung
vom 10. Mai 1933, welche den Beginn der Verfolgung unerwünschter Schriftsteller
markierte. Unter der Exilanten befanden sich grosse Autoren wie Bertold Brecht, Walter
Benjamin, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Robert Musil und Anna Seghers, die sich
wie viele andere nicht mit den neuen Gegebenheiten im eigenen Land abfinden wollten
und konnten oder aus politischen Gründen gezwungen waren, Deutschland
schnellstmöglich zu verlassen. Viele von ihnen versuchten schon bald, verstreut in Europa
und später in den USA, den Kampf gegen den Faschismus mit derjenigen Waffe
aufzunehmen, die sie am besten beherrschten: der Sprache. Alle bemühten sie sich,
Netzwerke aufzubauen, die es ermöglichen sollten, weiterhin in der deutschen Sprache zu
leben. Trotzdem musste man sich im Ausland den Sprachgewohnheiten anpassen, was
vielen, neben anderen Alltagsproblemen, Schwierigkeiten bereitete.
Klaus Mann schrieb in „Der Wendepunkt“:
Einerseits ging es darum, die Welt vor dem Dritten Reich zu warnen und über den wahren
Charakter des Regimes aufzuklären, gleichzeitig aber mit dem >anderen<, >besseren<
Deutschland, dem illegalen, heimlich opponierenden also, in Kontakt zu bleiben und die
Widerstandsbewegung in der Heimat mit literarischem Material zu versehen; andererseits
galt es, die grosse Tradition des deutschen Geistes und der deutschen Sprache, eine
Tradition, für die es im Lande ihrer Herkunft keinen Platz mehr gab, in der Fremde
lebendig zu erhalten und durch den eigenen schöpferischen Beitrag weiterzuentwickeln.“

Seite 31 von 36
Kapitel 8

Textarbeit II

8.1 Was verkörpert Hendrik Höfgen?

Lesen Sie auf Seite 376 und geben Sie ein Zitat an, welches den Typus des Hendrik
Höfgen verdeutlicht.
„ein Affe der Macht und ein Clown zur Zerstreuung der Mörder“

Lesen Sie nun noch die Seiten 294 bis 295 und beschreiben Sie genauer:
„Nach all seinen blutigen und glanzvollen Geschäften weiss der Mächtige sich keine
nettere Erholung als mit dem Schalksnarren zu tändeln.“

Zur Abrundung fragen wir uns noch, ob Hendrik um seine Rolle weiss... Dazu lesen wir die
Seite 387.
„'Ich bin überhaupt unentbehrlich!' schrie der Intendant in den dunklen Garten. 'Das
Theater braucht mich, und jedes Regime braucht das Theater! Kein Regime kann ohne
mich auskommen!'“

Fazit: Die Institution Theater soll nicht nur dafür sorgen, dass die Mächtigen angemessene
Unterhaltung erfahren, auch die Zerstreuung des Volkes spielt im NS- Regime eine
wichtige und zentrale Rolle.
Theaterinszenierungen dienen dazu, von den wirklichen Problemen im Lande abzulenken
und man nutzt sie auch als eine Art „soft- Gehirnwäsche“ um das Volk ganz auf die
Machthaber abzustimmen.
Mithilfe der Traumwelt Theater, soll eine positive Stimmung im Land verbreitet werden.
Kapitel 9
Interpretationsansätze

9.1 Schlüsselroman

Mephisto wird bis heute als Schlüsselroman gehandelt. Dies bedeutet, dass der Leser
hinter den Figuren, Orten und Ereignissen reale Vorkommnisse sieht.
Dies zeigt sich deutlich an den Figuren und deren möglichen Vorbildern.

Figuren Mögliche Vorbilder


Hendrik Höfgen Gustaf Gründgens (gesichert)
Barbara Bruckner Erika Mann
Sebastian Klaus Mann
Preussischer Ministerpräsident Hermann Göring
Benjamin Pelz Gottfried Benn
Geheimrat Bruckner Heinrich und Thomas Mann
Propagandaminister Paul Joseph Goebbels

9.2 Konkreter Realitätsbezug

Ein konkreter Realitätsbezug zu zeitgenössischen Personen und sozialen Verhältnissen ist


weitestgehend vorhanden. Klaus Mann machte im „Wendepunkt“ keinen Hehl daraus,
dass sein Hendrik Höfgen von Gustaf Gründgens inspiriert wurde.

ZITAT Z6, Königserläuterungen, Der Wendepunkt:


„Meine Wahl fiel auf Gründgens – nicht weil ich ihn für besonders schlimm gehalten hätte
(er war vielleicht sogar eher besser als manch anderer Würdenträger des Dritten
Reiches), sondern einfach, weil ich ihn zufällig besonders gut kannte. Gerade in
Anbetracht unserer früheren Vertrautheit erschien mir seine Wandlung, sein Abfall so
phantastisch, kurios, unglaubhaft, fabelhaft genug, um einen Roman darüber zu
schreiben.“

Seite 33 von 36
9.3 Fiktionalisierung

Tatsache ist aber auch, dass die Figuren des Romans eine starke literarische Bearbeitung
erfahren haben. Die Fiktionalität muss daher als Kriterium zur Interpretation vorausgesetzt
werden. Gerade diese Fiktionalisierung ist es aber, die literarische Texte von Sachtexten
und Texten anderer Gattungen abgrenzt und erstere ins künstlerische erhebt.
Betrachtet man den „Mephisto“ als Schlüsselroman, so liegt es nahe, ihm zugleich den
Stellenwert als Kunstwerk streitig zu machen.
Für die Auseinandersetzung mit dem Mephisto gibt es verschiedene Gründe, die deutlich
machen, dass man auf eine Interpretation, die den Roman in den Stellenwert eines
Schlüsselromans erhebt, gut und gerne verzichten kann. Ein wesentlicher Grund ist die
starke Auslandsrezeption des Romans. Das ausländische Publikum hatte zum Teil nur
spärliche Kenntnisse der Vorbilder für die Romanfiguren. Für sie war es denn auch nahezu
unmöglich, den Roman zu interpretieren.
Klaus Mann war zunächst daran gelegen die Verhältnisse im Deutschland der 1939er
Jahre anzuprangern, statt eine persönliche Feindseligkeit bei der Abfassung des Textes zu
verfolgen und öffentlich zu machen.
Eingebettet in diesen Hintergrund wollte er, wie er selber sagte, den Typus des Mitläufers
im Dritten Reich beleuchten, der durch den Karrieristen Hendrik Höfgen verkörpert wird.
Man erkennt auch, dass Klaus Mann daran gelegen war, das Theaterkonzept der Nazis
mithilfe eines Komödianten satirisch darzustellen und dessen Oberflächlichkeit zur Schau
zu stellen.
Hendrik steht als Staatstheaterintendant an der Spitze der Unterhaltungsindustrie und ist
gleichzeitig der Kopf zur Täuschung der Menschen. Der Zwiespalt zwischen dem „sich
arrangieren mit dem NS- Regime“ und der Wahl zum Exil, stellt Hendrik genau vor die
Frage, mit welcher sich viele Intellektuelle zu der Zeit befassen mussten.

Dazu ein Zitat (von Hendrik) aus dem Buche:


„Gewiss hatten diese Leute schon alle Brücken abgebrochen zu einer Heimat, deren
Tyrannen sie so unversöhnlich hassten. Sie waren schon Emigranten. Bin ich auch einer?“
Bin ich auch einer, musste Hendrik Höfgen sich angstvoll fragen. Aber alles in ihm wehrte
sich dagegen, dies zuzugeben... „Habe ich es nötig, das Mordgesindel um Verzeihung
anzubetteln?“ dachte er dann. „Bin ich auf sie angewiesen?
Hat mein Name nicht schon internationalen Klang? Ich könnte mich überall durchbringen –
es würde wohl nicht ganz leicht sein, aber es müsste gehen.“

9.4 Mitläufer
Die Konsequenz die Höfgens Entscheidung nach sich zieht, bildet denn auch das
eigentliche Thema des Romans: die Mitläuferschaft im Dritten Reich.
So verkörpert Hendrik den Typus Mensch, den es zuhauf gab und der das System mittrug.
Dem offenen Ende des Romans gleich, ist auch der weitere Verlauf des Weges von
Hendrik offen. Dies mag daran liegen, dass Mann noch nicht wissen konnte, wie es mit
dem Dritten Reich weitergehen würde. Zudem lässt es dem Leser offen, den Mephisto
selber weiterzudenken.

Seite 35 von 36
Kapitel 10
Quiz

10.1 Welches Ziel verfolgte Mann mit seinem Mephisto?

Er wollte die Situation in NS- Deutschland um die 1930er Jahre anprangern.

10.2 Wer war die wichtigste Bezugsperson im Leben von Klaus Mann?

Seine Schwester Erika.

10.3 Was führte zum Tode von Klaus Mann?

Seine Unangepasstheit an seine Zeit--> Suizid

10.4 Welche Rolle hatte das Theater in NS- Deutschland?

Es sollte positive Gefühle ins Volk vermitteln und diente als „soft- Gehirnwäsche“ welche
das Volk mit den Machthabern in Einklang bringen sollte.

10.5 Ist Mephisto ein Schlüsselroman? Was spricht dafür, was dagegen?

Dafür spricht, dass Klaus Mann den Mut hatte ein Regime anzuprangern und er
unverhohlen das Leben eines Karrieristen aufzeigt der seine Werte verrät. Dazu kommt,
dass der Roman reale Orte, Personen und Ereignisse zum Vorbild nahm.
Dagegen spricht eigentlich nur, dass der Roman international gedruckt und gelesen
wurde. Das Volk fremder Länder aber, hatte meist gar nicht die Chance, hinter den Roman
zu blicken, da es deren Vorbilder ungenügend kannte.