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Die Eigenbezeichnung der Ungarn weicht stark von den ausländischen Namen für Ungarn ab.

Der
Begriff magyar (Aussprache /madjar/ von ung. magyar [ˈmɒɟɒr]; früher magyeri) taucht schon im
9. und 10. Jahrhundert in islamischen Quellen auf und ist wahrscheinlich ein Kompositum aus
magy (< ugrisch *mańćε = „Mensch, Mann, Geschlecht“) und er(i) (ebenfalls „Mensch, Mann,
Geschlecht“). Der Name bezeichnete anfangs nur einen von sieben halbnomadischen Stämmen,
die im 9. sowie im beginnenden 10. Jahrhundert räuberische Überfälle in Europa (bis über die
Pyrenäen) unternahmen. Diese Stämme hießen Megyer (Magyar), Tarján, Jenő, Kér, Keszi, Kürt-
Gyarmat und Nyék; sie sind auch unter dem Stammesbundnamen hétmagyar bekannt. Gegen
Ende des 10. Jahrhunderts ist es dem Stamm der Magyaren – das heißt den Nachkommen Árpáds
– gelungen, die übrigen Stämme unter seiner Oberherrschaft zu vereinigen. Von da an kann von
Magyaren gesprochen werden.

Der Name „Ungarn“ gelangte vermutlich aus dem Slawischen in die anderen europäischen
Sprachen. Das slawische Wort lässt sich auf die bolgarotürkische Stammesbezeichnung onogur (on
= „zehn“ + ogur = „Stamm“) zurückführen, die dadurch entstand, dass die Vorfahren der Ungarn
im 5. und 6. Jahrhundert in enger Verbindung mit den Onoguren lebten. Das „H-“ im lateinischen
hungarus (und dadurch auch in manchen anderen Sprachen) entstand dadurch, dass der Name
irrtümlicherweise mit den Hunnen (Hunni) gleichgesetzt wurde.

Das Königreich Ungarn, das in wechselnden Grenzen von 1001 bis 1946 bestand, heißt auf
Ungarisch Magyar Királyság, da magyar im Ungarischen als Staatsbezeichnung und auch als
Volksbezeichnung fungiert. Das heutige Ungarn heißt in der Landessprache Magyarország (dt.:
Ungarland). Von magyar wird im Deutschen auch das Adjektiv „magyarisch“ abgeleitet. In den
meisten Sprachen der Welt – so auch im Deutschen – werden für das Land und seine Bewohner
ebenfalls gleichlautende Bezeichnungen verwendet; sie stammen von dem lateinischen Begriff
hungarus her. Dieser wiederum geht auf den Namen eines spätantiken Reitervolks am Schwarzen
Meer zurück, den der Onoguren, die im Mittelalter – möglicherweise irrtümlich – mit den
Magyaren gleichgesetzt wurden. In Form der Landesbezeichnungen „Hungary“ und
„Hongrie“ gelangte dieser Name beispielsweise auch ins Englische und Französische. Auf
Rumänisch heißen das Königreich und die heutige Republik Regatul Ungariei beziehungsweise
Republica Ungaria oder kurz Ungaria (Ungarn) und auf Ukrainisch Королівство Угорщина
(Koroliwstwo Uhorschtschyna) oder kurz Угорщина (Uhorschtschyna).

Slowaken, Slowenen, Kroaten und Serben, die bis 1918 ganz oder teilweise im multiethnischen
Ungarn lebten, unterscheiden dagegen bei der Staats- und Volksbezeichnung zwischen
„ungarisch“ und „magyarisch“. Für den ungarischen Teil des einstigen Vielvölkerstaats Österreich-
Ungarn werden Bezeichnungen verwendet, die auf hungarus beruhen: Uhorsko (slowakisch),
Ogrska (slowenisch) und Ugarska/Угарска (kroatisch/serbisch). Für den nach dem Vertrag von
Trianon 1920 entstandenen Staat lauten die Bezeichnungen hingegen, abgeleitet von dem
ethnischen Begriff Magyaren Maďarsko (slowakisch), Madžarska (slowenisch) und
Mađarska/Мађарска (kroatisch/serbisch).
Die Donau teilt Ungarn in das westliche Transdanubien mit der Kleinen Ungarischen Tiefebene
(ungarisch Kisalföld) und in die von der Theiß durchflossene Große Ungarische Tiefebene
(ungarisch Alföld) im zentralen und östlichen Teil des Landes. Die fruchtbare Kleine Ungarische
Tiefebene im Nordwesten Ungarns besteht hauptsächlich aus dem Becken von Győr (Raab). Die
abwechslungsreiche Landschaft wird bestimmt durch leicht welliges Terrain, kleine Hügel und
zerschnittene Platten. Auf den fruchtbaren Lössböden kann dank des milden Klimas intensiv
Landwirtschaft betrieben werden.