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Gärung

Der Gärungsprozess einfach erklärt:


Das Brauen von Bier blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits vor über
8.000 Jahren in der Jungsteinzeit, wussten die Menschen, wie man aus
Wasser und Gerste alkoholhaltiges Bier herstellt. Was sie noch nicht
wussten: Mikroorganismen, genauer gesagt Hefen, zersetzen
die Kohlenhydrate der Gerste unter anaeroben Bedingungen, um Energie für
den eigenen Stoffwechsel zu gewinnen. Diese Prozesse bezeichnen wir im
Allgemeinen als Gärung (engl. Fermentation).

Es dauerte bis Mitte des 19. Jahrhunderts, ehe Louis Pasteuer den
Gärungsprozess mit Kleinstlebewesen in Verbindung bringen konnte. Er
bewies experimentell, dass Mikroorganismen dafür
keinen Sauerstoffbenötigen. Bis dato nahm man noch an, dass Lebewesen
ohne Sauerstoff nicht überleben könnten.
Pasteur machte sich auch auf anderen Gebieten der Biochemie verdient.
Das heutige Verfahren der Pasteurisierung, um etwa Milch lange haltbar zu
machen, geht auf seine Forschungen zurück.

Aus ökonomischer Sicht ist der Gärungsprozess für die meisten


Mikroorganismen, in Bezug auf die Gewinnung von Energie, nicht sehr
effektiv. Daher läuft Gärung auch nur unter Abwesenheit von Sauerstoff ab.
Ist dagegen genug Sauerstoff vorhanden, greifen die Mikroorganismen auf
effektivere Prozesse, wie die Atmungskette, zurück. Pro Glucosemolekül
entstehen dabei ca. 30 ATP. Bei der Gärung lediglich 2 ATP.
Auch der Mensch kann in Mangelsituation in den Muskeln ATP aus
Gärungsprozessen gewinnen. Diese Milchsäuregärung läuft allerdings ohne
Beteiligung von Bakterien ab.

Beispiele für Gärprozesse


Die alkoholische Gärung, sowie die Milchsäuregärung sind die zwei
bekanntesten Gärungsprozesse. Zu erwähnen sind auch noch die
Ameisensäuregärung, Buttersäuregärung und Propionsäuregärung.

Alkoholische Gärung: Die Kohlenhydrate (Glucose) werden von


Mikroorganismen, vorzugsweise Hefen, verstoffwechselt. Im Ergebnis
entsteht Ethanol, Kohlenstoffdioxid, Wasser und ATP. Alkoholische Gärung
spielt insbesondere bei der Herstellung von Bier und Wein eine Rolle. Auch
der Stoffwechsel der Backhefe, bekannt als Triebmittel für Brot und
Brötchen, funktioniert mittels alkoholischer Gärung.

Milchsäuregärung: Die Kohlenhydrate werden von Milchsäurebakterien


zu Lactat (Milchsäure), Wasserstoff, Wasser und ATP metabolisiert.
Milchsäuregärung ist Basis für die Herstellung von Sauerteig (Brot),
Buttermilch, Joghurt oder Quark.
Zusammenfassung
Bei der Gärung metabolisieren (verstoffwechseln)
Mikroorganismen Kohlenhydrate zwecks Energiegewinnung (ATP).
Der Gärungsprozess benötigt keinen Sauerstoff, weshalb
Mikroorganismen, unter sauerstofffreien Bedingungen, mittels
Gärung Energie gewinnen.

Weiterführende Links
Atmung
Aerobe Atmung
Anaerobe Atmung
Energiestoffwechsel
Glykolyse
Citratzyklus
Atmungskette
Gärung
Alkoholische Gärung
Milchsäuregärung