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Pflege eines COPD Patienten –

benennen; beurteilen; einschätzen

Praxisanleiterkus 2016/ 2017 Verfasser: Jenna Madeline Penner


Abgabetermin ist der 06.03. 2017

Fachdozentin Susanne Klein- Stippler


Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe
Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Kemperhofs
Koblenzer Straße 115- 155
56073 Koblenz
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort .............................................................................................................................................1
2 Sachanalyse ......................................................................................................................................1
2.1 Definition COPD- Dafür stehen die Buchstaben.......................................................................1
2.2 Entstehung der chronischen Bronchitis ....................................................................................2
2.3 Ursachen von COPD- Das größte Risiko haben Raucher..........................................................2
2.4 Zwei Stereotypen der COPD Patienten ....................................................................................3
2.5 Leitsymptome mit Beobachtungsschwerpunkten ( AHA- Auswurf, Husten, Atemnot) ...........4
2.5.1 Auswurf (ausgehustetes Bronchialsekret): ........................................................................4
2.5.2 Husten:...............................................................................................................................4
2.5.3 Atemnot ( Dyspnoe „ gestörte Atmung“):..........................................................................4
2.6 weitere Pflege- und Beobachtungsschwerpunkten....................................................................5
2.7 Schweregrad der COPD.............................................................................................................6
2.8 Therapie- kann lindern, aber nicht heilen..................................................................................6
2.9 Zusatzwissen Intensivstation.....................................................................................................7
3 Grobe Wochenplanung des Gesamteinsatzes....................................................................................8
4 Bedingungsanalyse..........................................................................................................................10
4.1 Selbstanalyse............................................................................................................................10
4.2 Umfeldanalyse.........................................................................................................................11
4.3 Schüleranalyse.........................................................................................................................11
4.4 Patientenanalyse.......................................................................................................................12
5 Zielformulierung..............................................................................................................................13
5.1 Grobziel des Gesamteinsatzes.................................................................................................13
5.2 Feinziele ..................................................................................................................................13
6 Anleitungsplanung...........................................................................................................................14
6.1 Vorbereitung ( eine Woche vor Anleitungsbeginn)..................................................................14
6.2 Anleitungssituation Nr. 1.........................................................................................................14
6.3 Anleitungssituation Nr. 2.........................................................................................................15
6.4 Anleitungssituation Nr. 3.........................................................................................................17
7 Kompetenzenentwicklung durch meine Anleitungen......................................................................17
7.1 Anleitungssituation Nr. 1 .......................................................................................................17
7.2 Anleitungssituation Nr. 2.........................................................................................................18
7.3 Anleitungssituation Nr. 3.........................................................................................................19
8 Didaktisch- pädagogische Begründung meiner Anleitungswahl.....................................................19
8.1 Begründung der Anleitungssituation Nr. 1..............................................................................20
8.2 Begründung der Anleitungssituation Nr. 2..............................................................................20
8.3 Begründung der Anleitungssituation Nr. 3..............................................................................20
9 persönliches Schlusswort.................................................................................................................21
10 Schlusserklärung............................................................................................................................22
11 Quellennachweis............................................................................................................................23
11.1 Literaturnachweis...................................................................................................................23
11.2 Linknachweis.........................................................................................................................23
11.3 Abbildungsnachweis..............................................................................................................23
12 Anhang...........................................................................................................................................24
12.1 informative Begriffserklärungen............................................................................................24
12.2 Gradeinteilung nach GOLD Standard ...................................................................................26
Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

1 Vorwort

Für meine Anleitungssituation habe ich mir die Krankheit COPD ausgesucht, da wir auf
unserer Inneren Intensivstation häufig infektexazerbierte COPD Patienten notfallmäßig
behandeln. Außerdem ist COPD eine Volkskrankheit mit 10- 15 % in Deutschland un
daher auch im allgemeinen Pflegealltag häufig anzutreffen. Ich habe eine umfassende
Anleitungssituation gewählt. Mein Ziel ist das eigenständige Verknüpfen von theoretischen
Krankheitsbildern mit der tatsächliche Praxis. Symptome am Patienten ( zum Beispiel
während der Körperpflege) erkennen, beschreiben und beurteilen können und diese mit
der Krankheit in Verbindung bringen. Die Schüler sollen verstehen, dass Sie als
examiniertes Pflegepersonal dafür verantwortlich sind, die Bedürfnisse des Patienten zu
sehen, einzuschätzen und passende pflegerische Maßnahmen durchzuführen.
Pflegepersonal ist nah am Patienten und sollte den Patienten und seine Situation
einschätzen können. Zudem sollen sie entscheiden können, welche Informationen sofort
weiterzuleiten sind, wenn eine ärztliche Intervention erforderlich ist.

2 Sachanalyse

Die Sachanalyse musste ich für diese Facharbeit stark eingrenzen, da ich eine Vielzahl an
Pflegediagnosen und Maßnahmen bei der Pflege eines COPD Patienten aufführen
könnte. Ich setze einige Schwerpunkte um eine klare Struktur und Übersicht zu behalten.
Ich gehe darauf ein, was COPD ist und benenne die Therapiemaßnahmen aus ärztlicher
Sicht. Ich führe pflegerelevante Beobachtungsschwerpunkte auf und zeige meine
gewählten Pflegemaßnahmen auf. In dem praktischen Einsatz auf unserer Station wird
durchaus mehr fachliches Wissen über die Pflege der COPD genutzt werden und können.
Die Anleitungen können weiter ausgearbeitet werden und auch bei weiteren
Krankheitsbildern angewendet werden.
Generell ist es mir wichtig das die Schüler die Erkrankungen richtig verstehen und
einzuschätzen lernen.

2.1 Definition COPD- Dafür stehen die Buchstaben

COPD steht für „chronic obstructive pulmonary diseas“. Auf Deutsch bedeutet dies
chronisch Obstruktive Lungenerkrankung, mit und ohne Lungenemphysem ( siehe in

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Sacherklärungen). Chronisch bedeutet, dass es sich um eine lebenslange Erkrankung


handelt. Sie kann nicht geheilt werden, aber durch Medikamente in Ihrem Verlauf
beeinflusst werden. Obstruktiv heißt, dass die Atemwege verengt sind. Ursachen der
dauerhaften Atemwegsverengung sind lungengängige Schadstoffe (
Noxen) : meist Zigaretten- Wasserpfeifenrauch, Feinstaub, die sich in der Lunge
festsetzen und entzündliche Prozesse auslösen.
Die COPD ist dadurch gekennzeichnet, dass die Atemnot in der Regel nicht plötzlich
auftritt ( wie beim Asthma), sondern anfangs erst unter Belastung und schleichend
innerhalb von Jahren so zunimmt, dass Atemnot selbst in Ruhe besteht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ( WHO) ist COPD weltweit die


dritthäufigste Todesursache. Schätzungsweise beträgt die Zahl der in Deutschland
erkrankten etwa 5 Millionen Menschen. ( ~ 82 Millionen Menschen gesamt)

2.2 Entstehung der chronischen Bronchitis

Normalerweise sorgt die mukozilliäre Clearance in den Bronchien dafür, dass


eindringende Stoffe schnell wieder aus der Lunge abtransportiert werden. Der Rauch ist
eine schädigende Noxe, welche die Lungengewebsschleimhaut und die mukozilliäre
Clearance reizt, sodass mehr Schleim als Schutzreaktion gebildet wird. Das ist die
Ursache des Hustens und der Verengung der Luftwege. Der Abtransport ist durch den
Rauch gestört und ein idealer Nährboden für Erreger ist geschaffen. Es kommt immer
wieder zu endzündlichen Prozessen ( chronische Bronchitis). Auf Dauer bewirkt diese
anhaltende Endzündung ein irreversiblen Umbau in Narbengewebe.

Wissenswert: Der physiologische Atemantrieb setzt ein, wenn unser CO²- Wert über den
Sollwert steigt. Bei COPD Erkrankten ist das CO² Verhältnis gestört, da dieser Parameter
dauerhaft erhöht ist. Hier setzt der Atemantrieb ein, wenn der O²- Wert unter den
Sollwert fällt. Gebe ich daher zu viel Sauerstoff über die Nasenbrille, fehlt der
Atemantrieb und es kann zum Atemstillstand kommen. Daher nie mehr als 2l O² bzw.
nach Arztanordnung. ( siehe 2.5.3 Bewusstseinseintrübung)

2.3 Ursachen von COPD- Das größte Risiko haben Raucher

• Chronische Bronchitis ist die Hauptursache von COPD

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• Aktives Rauchen: 80- 90% der COPD- Fälle sind durch Rauchen verursacht.
• Passivrauchen: Nach Schätzungen der European Respiratory Society
( Europäische Lungenfachgesellschaft) sterben in Deutschland jedes Jahr über
900 Patienten an einer durch Passivrauchen verursachten COPD.
• Genetische Veranlagung: Es gibt eine angeborene Erbkrankheit. Den so
genannten Alpha- 1- Antitrypsin- Mangel. In Verbindung mit Rauchen kann sich im
Laufe der Zeit eine COPD entwickeln. Alpha 1 schützt die Bronchialschleimhaut
vor Noxen. ( siehe in Sacherklärungen genauer aufgeführt)
• Jahrelange Exposition ( Aussetzung) berufsbedingter Noxen: kristallines Quarz,
Tridymit und Cristobalit; Cadmium; Holzstaubexposition; Baumwollstaub;
Chlorgas, Nitrogase, Phosgen, Ammoniak;
• Risikofaktoren: Frauen, familiäre Häufung

2.4 Zwei Stereotypen der COPD Patienten

Abbildung 1

Blue Bloater ( engl. blauer Huster)


So nennt man einen bestimmten Patiententyp der COPD, der im fortgeschrittenen
Stadium ist, bei dem die dauerhafte Bronchitis im Vordergrund steht. Er ist oft
übergewichtig, hustet sehr extrem und seine Lippen wirken bläulich ( zyanotisch) aufgrund
des Sauerstoffmangel im Blut ( Hypoxie). Die Atemnot ist jedoch gering.

Pink Puffer ( engl. rosa Schnaufer)


Ist meist bei einem Patienten mit Lungenemphysem. Er ist typischerweise untergewichtig,
hat starke Dyspnoe. Seine Haut wirkt rötlich und gereizt. Durch die Dyspnoe beansprucht
er stark die Atemhilfsmuskulatur was viel Energie verbrennt und zur Gewichtsabnahme
führt.

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2.5 Leitsymptome mit Beobachtungsschwerpunkten ( AHA-


Auswurf, Husten, Atemnot)

2.5.1 Auswurf (ausgehustetes Bronchialsekret):


Achte auf Konsistenz (serös, mukös), Menge, Farbe ( klar, gelb-grünlich), Geruch
( süßlich, säuerlich, stechend), Häufigkeit
• Physiologich ist seltenes, klares, geruchloses, seröses Sekret
• Ist der Auswurf mukös ( zäh), so wende Schleimlösende Maßnahmen an, damit
das Infektionsrisiko sinkt. ( festhaftender Schleim ist ein guter Nährboden)
• gelb-grünlicher Auswurf der süßlich riecht, weißt auf eine bakterielle Infektion hin.

2.5.2 Husten:
Der typische Krankheitsverlauf beginnt gewöhnlich mit Husten, aufgrund des vermehrten
Schleims. Meist morgens am stärksten ausgeprägt. Bei körperlicher Belastung kommt es
auch zu quälenden Hustenanfällen.
Achte auf Häufigkeit, bei Belastung oder in Ruhe, Produktivität (mit Auswurf) oder nur
quälender Reizhusten
• produktiver Husten ist positiv, da der Auswurf nicht in der Lunge bleibt. Reduktion
des Nährbodens!
• Reizhusten sollte, besonders zur Nacht, mit Hustenstillenden ( z.B. leichte Opioide
( antitussiv)) Medikamenten behandelt werden.
• ob bei Belastung oder in Ruhe gibt Hinweis auf den Erkrankungsgrad ( siehe
GOLD- Klassifikation „C AT- Score“ im Anhang)

2.5.3 Atemnot ( Dyspnoe „ gestörte Atmung“):


Achte auf Atemtiefe, Atemgeräusch, Atemfrequenz
• Gradeinteilung der Dyspnoe Grad I → bei großer körperlicher Anstrengung; Grad
IIII ist Atemnot auch in Ruhe.
• Atemgeräusch ist brummend oder pfeifend → weißt auf Verschleimung und
Spastik der Lunge hin
• Angst zu wenig Luft zu bekommen, dadurch veränderte Mimik →
Angstverminderte Maßnahmen
• veränderte Körperhaltung ( aufrichten den Oberkörpers, Arme spreizen) →

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Atemhilfsmuskulatur wird eingesetzt


• Innere Unruhe und Angst und Engegefühl des Brustkorbs
• abfallende Sauerstoffsättigung; SO²% über den Pulsoximeter erkennbar
(Monitoring) Normwerte liegen bei 94% - 99%. Bei COPD Erkrankten ist ein SO²
%- Wert von 90 % angestrebt.
• Die Beste Aussagekraft über den Hypoxiezustand liefert die Blutgasanalyse
• Zyanose
• Bewusstseineintrübung:
Häufig ist die Lungenfunktion so insuffizient ( Lungenfunktion wird nicht richtig
erfüllt), dass CO² ( Kohlenstoffdioxid) nicht ausreichend ab-geatmet wird. Es
kommt zu einer CO²- Narkose: Bewusstseinseintrübung bin hin zum Koma.
→ beurteilen nach der „Glasgow Koma Skala“ und Blutgasanalyse durchführen
→ Sauerstoffzufuhr überwachen ( max. 1-2 Liter)
→ Arzt informieren

2.6 weitere Pflege- und Beobachtungsschwerpunkten

Auswirkungen der chronischen Lungenerkrankung:


• chronischer Sauerstoffmangel
(Trommelschlägerfinger)
• Zyanose ( bläuliche Hautfarbe) besonders um die
Lippen
• es kommt meist durch den Rückstau zu einer Abbildung 2:
Rechtsherzbelastung bis hin zur
Trommelschlägerfinger

Rechtsherzsuffizienz „Cor Pulmonale“ ( periphere Ödeme, Halsvenenstauung)

Gewichtsverlust:
• COPD kostet den Körper viel Energie. Die Atemhilfsmuskulatur ist stark
angespannt.
• Achte auf Menge des Gegessenen, welche Art von Ernährung nimmt der Patient
zu sich ( Ernährungsscreening durchführen)
• Zusatznahrung anbieten

Depressionen:
• Achte auf Stimmungslage ( Antriebslosigkeit, schlechte Laune, schlechte

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Stimmung, keine Freude, Hoffnungslosigkeit)


• etwa 40 % der COPD Patienten leiden an Depression. Hinzu kommt auf
Intensivstation der Verschlechterungsschub und die damit verbundene
Verstärkung der Erkrankung. Bei Aufnahme auf die Intensivstation steigt die
Todesrate enorm und erreicht Werte von 40 %.

Schalfstörungen:
• Bei ständigen Hustenanfällen und Atemnot bei Nacht. → hustenstillende
Maßnahmen
• Achte auf Müdigkeit bei Tag, Verhaltensantrieb, gereiztes Auftreten,
Sättigungsabfall

2.7 Schweregrad der COPD

Die Lungenkrankheit wird nach Global Initiative on Chronic obstructive Lung Diseas
( GOLD) klassifiziert. So kann der Erkrankungsstand eines Patienten bestimmt werden.
Ziel des GOLD- Standards ist es, den Schweregrad der Erkrankung zu ermitteln, die
medizinische Behandlung der COPD zu vereinheitlichen und die Entscheidung für die
notwendigen therapeutischen Maßnahmen zu erleichtern.
( Scores und Skalen siehe im Anhang)

2.8 Therapie- kann lindern, aber nicht heilen

• Rauch- STOPP !!!


• Lungen-belastende Schadstoffe meiden
• präventive Schutzimpfungen ( Grippe, Pneumokokken)
• Physiotherapie: Kraft und Ausdauertraining, Spaziergänge in der frischen Luft
gezielte Übungen bei starken Symptomen der Dyspnoe: Lippenbremse
( Atemwege bleiben weit und Lunge wird entleert) , Kutschersitz
(Atemhilfsmuskulatur wird entlastet)
Übungen bei starker Verschleimung: abklopfen von Rücken und Brustkorb z.B. mit
dem Vibrax®, Quinke- Hängelagerung zum Abhusten
• Atemphysiotherapie ( Stärkung der Atemhilfsmuskulatur durch gezielte Übungen)
z.B. Triflow®
• Ausgewogene Ernährung oder Zusatznahrung ( um Mangelernährung

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vorzubeugen), heißen Tee mit Zitrone trinken ( antibakteriell bei Infekt), bei starker
Verschleimung Banane, Milch, Weißbrot, Nüsse vermeiden!
• Sauerstofftherapie bei chronischer Atemnot in Ruhe (im stark fortgeschrittenen
Stadium). Maximal 1- 2 liter O2.

Drei Säulen der Medikamentösen Therapie ( meist als Dosieraerosol zur Inhalation)
Fett markiert sind die Präparate, die unsere Intensivstation nutzt!

a) Bronchodilatatoren: entkrampfen und erweitern die Bronchien, dass mehr Luft


einströmen kann. Dauertherapie langwirksam z. B. Spiriva®, Symbicort® und im Notfall
schnell wirkend Atrovent®, Salbutamol®

b) Antiendzündliche Medikamente:
• Nur zur Behandlung von schwerer COPD mit hohem Exazerbationsrisiko! Eher
Inhalativ als Tablettenform. Intravenöse Gabe nur im Notfall auf Intensivstation.
• Kortisonhaltige Medikamente: z.B. Budesonid, Symbicort®, SoluDecortin®,
Prednisolon®

c) Schleimlösende Medikamente/ Maßnahmen


• spezielle Atemtherapiegeräte, sogenannte PEP- Systeme (z.B. RC-Cornet®,
Flutter VRP1®). Das regelmäßige Training mit diesen Geräten löst den zähen
Bronchialschleim und erleichtert das Abhusten.
• Außerdem helfen pflanzliche Schleimlöser wie Cineol (aus Eukalyptusblättern
gewonnen) in Soledum® (rezeptfrei in der Apotheke)

Pflegeaufgabe ist die sachgemäße Verabreichung der Medikamente nach Beipackzettel


und Arztanordnung, sowie die Überwachung. Oft müssen Patienten im Umgang mit
Dosieraerosolen angeleitet bzw. überwacht werden. Der Schüler sollte wissen welche der
Symptome durch welche Maßnahme beeinflusst wird und diesen Prozess evaluieren
können.

2.9 Zusatzwissen Intensivstation

Der Schüler muss wissen: auf Intensivstation ist ein COPD Erkrankter nur im
lebensbedrohlichen Notfall, wie der Zustand der Infektexazerbation ( Verschlechterung

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eines oder aller Symptome). Das kann sein: Somnolenz bis zur Bewusstlosigkeit und
starker Atemnot mit invasiv bestätigter Hypoxie (siehe Blutgasanalyse). Die Infektion,
welche für die akute Verschlechterung verantwortlich ist, wird mit Antibiotika therapiert.
Während der akuten Infektionsphase ist das Höchste Ziel die:
Ausreichende Oxigenierung (Sauerstoffversorgung) für den Körper!
• O²- Therapie über Nasenbrille ( max. 2 liter O²) → Bei Dyspnoe nach
Arztanordnung
• 4x täglich Inhalation mit Bronchialdilatierenden Medikamenten; spezifisch im
Kemperhof mit 10 Hüben Atrovent® und 0,5 ml Salbutamol® → Bei Dyspnoe
nach Arztanordung
• systemisch wirkendes Glukokortikoid meist intravenös (SoluDecortin® wirkt
entzündungshemmend; maximal 10- 14 Tage bei hohen Nebenwirkungen) →
nach Arztanordnung
• bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Ursache sollte eine antibiotische
Therapie injiziert werden. → nach Arztanordnung
• es kann zur temporären ( zeitbegrenzt für die Dauer des Infektes) nichtinvasiven
oder invasiven Beatmung kommen → Pflegepersonal überwacht die Symptome
und gibt Auffälligkeiten an den Arzt weiter.
• Pflegerische Aufgabe: Durchführen und überwachen der Therapie und den
Patienten begleiten, überwachen und Sicherheit geben.

3 Grobe Wochenplanung des Gesamteinsatzes

1. Woche:
• Erstgespräch ( Ziele festlegen)
• Kennenlernen der Station ( Räumlichkeiten, den Ablauf des Stationsalltages);
• Kennenlernen von Kollegium und Ärzteteam;
• Schüler geht nah mit dem Praxisanleiter mit und nimmt Beobachterrolle ein, bei
Dingen die sie noch nicht kennt, hilft aber bei pflegerischen Routinearbeiten mit
( wie Körperpflege)
• Überwachungsmonitor kennen ( Monitoralarme nicht einfach quittieren, sondern
gemeinsam mit einem Examinierten nach der Ursache schauen!)
• Dokumentationskurven kennenlernen und selbstständig schreiben ( mind. 2-
stündliche Vitalzeichenkontrolle);
• Kennenlernen der häufigsten Diagnosen

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• einen COPD Patienten auswählen und anhand dieses Fales Theorie und Praxis
verknüpfen

2. Woche:
• COPD weiter vertiefen, Anleitungen und Abfragen fortführen, im Blick behalten

3. Woche:
• Wiederholungen bzgl. COPD, Evaluation der bisherigen Beurteilungs- und
Einschätzungsfähigkeit
• Arterielle Blutabnahme und Blutgasanalyse, hiermit die invasive
Überwachungsmethode nahe bringen

4. Woche:
• Zwischengespräch → sind die bisherigen Ziele erreicht?,neue Ziele festlegen und
Wochenplanung anpassen
• ein weiteres Krankheitsbild ( akute Niereninsuffizienz; NI) mit Mikroanleitungen von
der Theorie in die Praxis bringen
• Evaluation COPD
• Abfrage von der Schule vorbereiten, Informationen sammeln, PA bringt die Theorie
praktisch nahe und fragt die Schülerin über ihr Thema ab ( Je nach Schülerwunsch
z.B. Arterielle Blutabnahme, ZVD messen, akute Niereninsuffizienz, COPD)

5. Woche:
• selbstständige Übernahme eines Patienten der Atmung und Kreislauf stabil ist
( Visiten ausarbeiten, Pflege planen und durchführen, Medikamente und
Infusionen verabreichen, Übergabe an Kollegen); Idealerweise COPD Patient.
• Evaluation COPD
• Mikroanleitungen bei akuter NI

6. Woche:
• Makroanleitung zur Cardioversion (Demonstration durch PA, gemeinsame
Handlungsdurchführung)
• weiterhin die selbstständige Pflege eines Patienten anstreben
• Evaluation COPD; Evaluation akute NI

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7. Woche:
• weiterhin die selbstständige Pflege eines Patienten anstreben
• Evaluation COPD und akute NI
• Trachealkanülenmanagement beobachten, praktisch unter naher Anleitung

8. Woche:
• weiterhin die selbstständige Pflege eines Patienten anstreben
• Trachealkanülenmanagement
• Endgespräch

4 Bedingungsanalyse

Ich möchte eine Anleitung planen um den größtmöglichen Lernerfolg für meine Schülerin
zu ermöglichen. Dazu muss ich bestimmte Rahmenbedingungen berücksichtigen und
einplanen.

4.1 Selbstanalyse

Ich habe meinen Abschluss zur Gesundheits- und Krankenpflegerin 2014 geschafft und
bin somit seit 2 1/² Jahren examiniert. Direkt nach der Ausbildung habe ich eine
Vollzeitbeschäftigung auf der Medizinischen Intensivstation des Kemperhofs erhalten. Die
Fachweiterbildung für den Bereich Intensiv und Anästhesie habe ich noch nicht begonnen.
Ich liebe das Arbeiten auf der Intensivstation und möchte die Schüler daran teilhaben
lassen. Mein Schwerpunkt beim Anleiten der angehenden Gesundheits- und
Krankenpfleger sehe ich in den einzelnen Krankheitsbildern. Ich möchte, wie im Vorwort
erwähnt die Theorie in die Praxis holen. Die Schüler sollen Selbstständigkeit auf
basiertem Fachwissen erlernen und ihre Arbeit lieben.
Manchmal bekomme ich positive Rückmeldung von außen bezüglich meines Erklärens.
Dies möchte ich erweitern und in Zukunft Anleitungssituationen schaffen, in denen der
Schüler selbst zum Denken und Beurteilen aufgefordert wird. Bis jetzt habe ich noch
wenig Erfahrung im gezielten Anleiten.
Über das Thema COPD habe ich mich weit über die Sachanalyse hinaus belesen und
Routine in der pflegerischen Betreuung erlangt.
In meiner Schicht sind zwei weitere erfahrene Praxisanleiter. Mit Ihnen habe ich geklärt,

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dass ich die Schülerin in den nächsten Wochen betreuen werde. Genau 6 Dienste sind es
im Februar. Ich hoffe, dass ich mit der Eingewöhnungsphase der Schülerin genügend Zeit
habe, die Anleitung suffizient durchzuführen, ohne sie zu überfordern.

4.2 Umfeldanalyse

Die Anleitung findet auf der Medizinischen Intensivstation des Klinikum Kemperhof statt.
Hier kann ich die Schülerin 1 zu 1 betreuen. Es ist ein anderes Arbeiten, im Vergleich zu
den normalen Stationen. Anfangs wird die Schülerin meistens an meiner Seite mitlaufen,
bei fehlender Kenntnis über das Monitoring und die Geräte. Momentan ist die
Personalsituation schlecht.. Ich hoffe, dass wir im Februar besser besetzt sind, sodass ich
nur 3 Patienten betreuen muss. Nur so kann ich mich ausreichend um die Schülerin und
die geplanten Anleitungen kümmern. Ich habe Anleitungen gewählt, die ich problemlos in
meinen Stationsalltag einbauen kann. Auch die Zeit kann ich selbst bestimmen.
Wenn ich der Schülerin mehr anvertrauen kann, wird sie auch selbstständig einen
Patienten übernehmen, aber ich werde die Situation überwachen. Dies ist mein Grobziel.
Reflexionen und Gespräche unter vier Augen können wir ungestört in der Personalküche
oder im Stationsleiterbüro planen. Für das Erstgespräch haben wir den 18. 02. 17 geplant.
Bisher habe ich noch keine Schülergespräche geführt. Zu Beginn bitte ich eine Erfahrene
Praxisanleiterin, Sr. Heike mit dazu. Sie wird mir anschließend eine Rückmeldung geben.
Die Hilfsmittel und Materialien bezüglich meiner Anleitungen zu COPD, haben wir alle auf
Station.

4.3 Schüleranalyse

Schülerin Laura T. ist auf der Zielgeraden zum Examen der staatlich anerkannten
Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie ist 20 Jahre alt und am Ende des Oberkurses.
Sie macht jetzt den achtwöchigen, praktischen Einsatz auf unserer Medizinischen
Intensivstation. Sie ist ein praktischer Lerntyp und möchte selbst aktiv an der Pflege
teilhaben, außerdem ist es ihr wichtig vermehrt das selbstständige Arbeiten zu üben und
selbst Patienten zu übernehmen, um gut für ihr Examen vorbereitet zu sein. Dies ist auf
unserer Station gut möglich.

Vor ihrer Ausbildung hat sie ein Freiwilliges Soziales Jahr ( FSJ) auf der Station 7B im
Kemperhof absolviert. Hier hat sie die Situation richtig bewertet: Sie konnte in diesem
Jahr wunderbar den Umgang mit Patienten und Kollegium erlernen. Das merkt man im

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Gespräch mit ihr, die Empathiefähigkeit und Liebe zum Beruf. Im FSJ hat ihr die fachlich
fundierte Pflege durch professionelle Anleitung und das fehlende Wissen über die
Krankheitsbilder gefehlt. Dies lernt sie jetzt in der Ausbildung. Sie meint jedoch, dass ihr
bei manchen Krankheitsbildern die Verknüpfung von Theorie in die Praxis schwer fällt. Ihr
Wunsch ist es die akute und chronische Niereninsuffizienz ( das Organ Niere ) in der
Praxis zu erleben. Das Krankheitsbild der COPD hat Laura in der Schule bereits
durchgenommen und ist mit der Theorie bekannt. Sie kennt das Ausmaß der Erkrankung
und weiß, dass die Therapie lindern kann, aber nicht heilen. Die Diagnose ist stets
fortschreitend. Schwächen hat Laura beim benennen der Pflege- und
Beobachtungsschwerpunkte. Laura kann sich nicht erinnern, einen Patienten mit COPD
versorgt oder bewusst praktisch erlebt zu haben.

Sie freut sich auf den Einsatz auf unserer Intensivstation. Sie hat noch keine speziellen
Erfahrungen bezüglich der Intensivmedizin gemacht, aber ihre Cousine hat ihr viel von der
Arbeit dort erzählt. Ihre Cousine ist selbst Krankenschwester und hat einige Jahre auf
unserer Intensivstation gearbeitet. Die meisten Kollegen können sich an Stefanie
erinnern.
Man merkt Ihren Respekt vor dem Monitoring und dem Notfallgeschehen. In einem
Gespräch vor dem Einsatz, haben wir direkt geklärt, dass sie keine Bedenken zu haben
braucht. Schüler gehen immer nah mit einer verantwortlichen Praxisanleiterin mit, vor
allem zu Beginn des Einsatzes. So wird sie Stück für Stück an die Überwachung und das
Monitoring herangeführt und eingewiesen.
Laura bringt klar zum Ausdruck, dass sie sich auf den Einsatz freut. Die grob geplante
Wochenplanung gefällt ihr gut und entsprechen ihren Zielen und Wünschen.

4.4 Patientenanalyse

Frau K. ist eine Patientin im präfinalen Zustand. Sie hat das Stadium GOLD IV erlangt und
war längere Zeit auf unserer Intensivstation invasiv beatmet. Seit wenigen Tagen ist sie
extubiert. Seitdem intermittierend über die NIV ( Nicht- invasive Maskenbeatmung)
beatmet. Sie möchte nicht mehr intubiert oder reanimiert werden. Sie möchte nach Hause
und zeigt sich incompliant. Patienten Verfügung und Vorsorgevollmacht liegen nicht vor.
Zu der massiven COPD Erkrankung hat sie ein 3- Gefäß KHK. Dieses müsste im
Herzkatheterlabor mit Stents versorgt werden. Doch in der schwierigen respiratorischen
Situation ist dieser Eingriff nicht möglich.

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Frau K. ist zurzeit wach und ansprechbar. Sie bekommt dauerhaft Opioid- Analgesie über
den Perfusor um jegliche Schmerzen zu nehmen. Außerdem ein nerven- dämpfenden
Wirkstoff, bei Innerer Unruhe. Diese werden täglich reduziert. Besonders nachts ist sie in
einem Verwirrtheitszustand nach der langen Beatmungs- und Sedierungphase. Ihre Sorge
ist, dass Bekannte sie besuchen könnten. Mit ihrer Krankheit möchte sie sich nicht
auseinander setzen.
Es gibt nur weit entfernte Angehörigen und Bekannte, welche die Betreuung nicht
übernehmen möchten. Bisher hat sich ein Cousin gemeldet. Er kommt gelegentlich zu
Besuch. Eine gesetzliche Betreuerin wurde per Eilverfahren eingerichtet, mit dem
Aufgabenbereich: Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmungssorge, Finanzen und
Postgenehmigung.

Die Patientin ist sehr schmal und leicht und lässt sich gut Mobilisieren. Sie kann kurz vor
dem Bett stehen. Sie sitzt im Pflegestuhl und trinkt und kann schlucken. Essen verweigert
sie zurzeit noch.

5 Zielformulierung

5.1 Grobziel des Gesamteinsatzes

• Schülerin Laura übernimmt selbstständig die Pflege, Visiten auszuarbeiten,


Medikamenten zu verabreichen, Beratung und Übergabe eines Patienten. ( bei
einem Patienten mit stabiler Atem- und Kreislaufsituation).
• Die Schülerin kann die Situation eines Patienten mit COPD einschätzen, die
aktuellen Pflegediagnosen erkennen, beschreiben und beurteilen. Passend zu den
ihr aufgefallenen Beobachtungsschwerpunkten wählt sie fachlich fundierte
Maßnahmen um Linderung oder Besserung zu schaffen. Diese Maßnahmen kann
sie richtig evaluieren ( → einschätzen der Maßnahmenwirkung).
• Die Schülerin kann den jeweiligen Gesundheitszustand eines COPD Patienten
einschätzen und eine Verschlechterung erkennen ( mithilfe der Gradeinteilung aus
der Patientenakte und den zu beobachteten Symptome). Außerdem kann die
Schülerin erkennen wann die eigene Kompetenz endet und den Arzt zu
informieren.

5.2 Feinziele

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Die Feinziele benenne ich zu den jeweiligen folgenden Anleitungssituationen in


Abschnitt 6.

6 Anleitungsplanung

Um mein gewünschtes Ziel mit der Schülerin zu erreichen, habe ich die Methode der
Mikroanleitungen gewählt. Diese beginnen jeweils mit einem kurzen Vorgespräch mit
einem klaren Arbeitsauftrag. Darauf folgt die Durchführung durch die Schülerin. Direkt im
Anschluss wird ein kurzes Nachgespräch geführt. Eine genauere Auswertung kann auch
im Nachhinein in Ruhe stattfinden.

Ich beschreibe im folgenden die konkrete Planung von der Vorbereitung vor Beginn und
drei Mikroanleitungen, die ich in einem Frühdienst durchführen werde.

6.1 Vorbereitung ( eine Woche vor Anleitungsbeginn)

Sachinhalt Aufgabe des Praxisanleiters Aufgabe der Schülerin


Die Schülerin erhält die klare Aufgabenformulierung Informationen sammeln,
Informationsaufgabe sich Theorie über COPD
über das Krankheitsbild der auffrischen,
COPD zu informieren. Das Zusammenfassung
theoretische Wissen aus der gestalten
Schule soll wiederholt
werden. Das Wichtigste soll
zusammengefasst werden.
Konzentration liegt auf den
Pflege- und Beobachtungs-
schwerpunkten, sowie den
pflegerischen Maßnahmen.

6.2 Anleitungssituation Nr. 1

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Vorbereitung: Geeignete Bilder über COPD ausdrucken; Zeitpunkt wird spontan gewählt
wenn sich Zeit genommen werden kann ( Je nach Patienten und Stationsanforderungen)
PA meldet sich beim Kollegium ab, um ein Gespräch mit der Schülerin zu führen,
Patienten werden von den Kollegen versorgt.

Sachinhalt Aufgabe des Aufgabe der


Praxisanleiter Schülerin
Vorgespräch entfällt
Durchführung ca. PA und Fachlich fundiert Aktiv lernen durch
eine halbe Stunde,
Schülerin überprüfen; erklären von Wissen;
Zeitpunkt spontan
festlegen sitzen in die Schülerin Motivation haben
einem korrigieren;
ruhigen Bilder vorlegen;
Raum; Schülerin durch die
Abfrage über gewählten Bilder in
COPD; eine gezielte
Anhand von Richtung lenken
Bildern soll ( Pflege und
die Schülerin Beobachtungs-
ihr Wissen schwerpunkte und
darlegen. mögliche
Maßnahmen, in
Anlehnung an die
Sachanalyse)
Nachgespräch entfällt

Feinziele der Aufgabe:


• Schülerin steht mit der Praxisanleiterin auf einem abgeglichenen Fundament
bezüglich dem Krankheitsbild der COPD.
• Schülerin kann theoretisch die Pflege- und Beobachtungsschwerpunkte benennen
und Pflegemaßnahmen begründen

6.3 Anleitungssituation Nr. 2

Sachinhalt Aufgabe des Aufgabe er Schülerin


Praxisanleiters

15
Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

Vorgespräch Klare PA gibt klaren S. bereitet sich vor:


Aufgabenstellung; Arbeitsauftrag: S. Patientenakte
soll den Patienten ansehen, geeignete
und seine aktuelle gedankliche
Lage einschätzen Vorbereitungen
und beurteilen in treffen
form eines
Anamnesegespräch
es; Welche
Bedürfnisse hat der
Patient? Wie ist der
Bewusstseins-
zustand? COPD
Pflegeschwerpunkte
sollen im Hinterkopf
sein
Durchführung dauert Schülerin führt ein Gespräch führen,
ca. 10 min. Anamnesegespräch gezielte Fragen
mit dem COPD stellen, Patienten
Erkrankten. beobachten
Nachgespräch Auswertung der PA stellt gezielte S. soll ihre
direkt im Anschluss gesammelten Fragen ( Wie ist der Einschätzung
Informationen aktuelle mitteilen
Bewusstseins-
zustand?; Sind
Depressionen oder
Ängste vorhanden?;
PA bewertet die
Einschätzung der S.
und gibt ihr
Feedback ( aktuelle
Situation richtig
erkannt? Welche
Schwerpunkte hat
die S. von sich aus
bei der Wiedergabe
gesetzt? Erkennt die
Schülerin mögliche
Handlungsnotwendig
keit?

Feinziele:
• Schülerin kann einen Patienten mit COPD objektiv einschätzen, sowohl den
Schweregrad, als auch die aktuelle Situation
• Schülerin tritt in nahen Kontakt mit dem Patienten bezüglich seiner
Krankengeschichte und kann ehrlich und offen mit ihm kommunizieren.
• Schülerin weiß, dass der nahe Kontakt zum Patienten viele Fragen beantwortet.

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

6.4 Anleitungssituation Nr. 3

Sachinhalt Aufgabe des PA Aufgabe der


Schülerin
Vorgespräch Klare Klare Beobachtungs- Aufgabe verstehen,
Aufgabenstellung: schwerpunkte Motivation haben
S. soll eine festlegen ( siehe
Körperpflege bei der Sachanalyse)
Patientin
durchführen.
Durchführung Komplette Stichprobenartig - S. bereitet
Körperpflege überwachen und Materialien für die
selbstständig beobachten Körperpflege vor
durchführen - S. soll sich direkt
danach schriftlich
Stichpunkte machen
mit aktuellen
Pflegeproblemen
und geeigneten
Pflegemaßnahmen
Nachgespräch findet Auswertung der Eingehen auf S. gibt Feedback:
direkt im Anschluss schriftlichen Pflegeprobleme: - Wie war es,
am Pflegestützpunkt Stichpunkte Welche wurden gut Beobachtung und
statt. erkannt, nicht Pflegetätigkeit zu
erkannt? Sind die verbinden,
Maßnahmen - gab es
angemessen? Schwierigkeiten?

Feinziel:
• Schülerin beobachtet den Patienten während jeder Pflegetätigkeit auf bekannte
erkrankungsspezifische Kriterien und reagiert immer angemessen. ( entweder mit
Pflegemaßnahmen oder durch Weitergabe der Informationen an den zuständigen
Arzt.

7 Kompetenzenentwicklung durch meine Anleitungen

7.1 Anleitungssituation Nr. 1

Fachkompetenz: Schülerin hat sich fachlich fundiertes Fachwissen selbst


angeeignet. Dieses wird durch PA überprüft, so können weniger Fehler eingeprägt
werden und die Schülerin ist sicher.

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

Methodenkompetenz: Sie lernt das selbstständige Informationssammeln und


aneignen von Fachwissen. Der Schülerin ist es bisher schwergefallen, die Theorie
in die Praxis mit einzubringen. Nun kennt sie die Methode und Wichtigkeit, sich
auch während der Praxis mit dem theoretischen Schulwissen
auseinanderzusetzen und beides zu einem kompletten Bild zusammenzufügen.

Personalkompetenz: Wenn die Schülerin verstanden hat, das Theorie und Praxis
das Bild komplettiert, und dies in Zukunft umsetzt, hat sie die Kompetenz zur
Selbstständigkeit erlangt. Dies im Bezug auf das selbstständige informieren in
fach- fundierter Literatur.
Wenn theoretisches Hintergrundwissen hinter einer Pflegetätigkeit steht, ist das
Pflegepersonal selbstsicher und kann seine Handlung fundiert begründen. So
erlangt Laura durch diese Übung an Selbstsicherheit für die weiteren Aufgaben
rund um pflege eines COPD Patienten.

Sozialkompetenz: Steht bei dieser Übung nicht im Mittelpunkt und wird auch nicht
gefördert.

7.2 Anleitungssituation Nr. 2

Methodenkompetenz: Die Schülerin lernt, dass eine Pflegeanamnese sehr gut in Form
eines Gespräches erfolgen kann. Das objektive einschätzen einer Erkrankung, sowie des
gesamten Menschen. Dies ist der erste Schritt um weitere Maßnahmen zu planen.

Sozialkompetenz: Es findet eine offene, lockere Kommunikation mit dem Patienten statt,
die auf beruflicher Ebene genutzt wird. Laura bringt schon ein hohes Maß an
Sozialkompetenz im Bezug auf Patientenkontakt mit. Bei dieser Übung erlernt sie, dass
Gespräch mit gezielten Fragen und Beobachtungsschwerpunkten auszuwerten. Damit
das Gespräch zur pflegerischen Einschätzung eins COPD Patienten dient.

Fachkompetenz: Die Schülerin kann bei dieser Übung praktisch sein, wie es ihrem
Lerntyp entspricht. Laura beobachtet die Patientin gezielt auf die zuvor erarbeiteten
Symptome. Sie erkennt diese, benennt und beurteilt diese Symptome.
Durch das Nachgespräch und die Mitteilung der Beobachtungen an den PA, wird die
fachlich korrekte Übergabe an einen Kollegen trainiert und gefördert. Die Schülerin

18
Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

berichtet nicht von ziellosem Pflegehandeln, sondern erfasst die gesamte Situation des
Patienten und kann davon berichten.

Personalkompetenz: Die gesamte Situation eines Patienten zu erfassen und davon


berichten können, wie bereits in der Fachkompetenz angedeutet, zeugt auch von
Personalkompetenz. Wenn ein Kollege den Patienten gut eingeschätzt hat und diese
Informationen professionell im Team weitergeben kann.
Auch eine gesteigerte Selbstsicherheit wird durch begründetes Handeln gefördert.

7.3 Anleitungssituation Nr. 3

Fachkompetenz: Fachlich korrekte Durchführung der Körperpflege. Währenddessen


fachlich fundierte Beobachtungen bezüglich des spezifischen Erkrankungsbildes machen
und beurteilen.

Methodenkompetenz: Die Pflegeanamnese wird mit der praktischen Tätigkeit


( Körperpflege) verbunden und die Übergabe an den Praxisanleiter ist strukturiert.

Sozialkompetenz: Gefördert wird ein guter Umgang mit der Patientin. Für Laura eine
spezielle Übung in der Begegnung mit chronisch Kranken und sterbenden Patienten.

Personalkompetenz: Selbstständigkeit in der Pflege wird erlangt.

8 Didaktisch- pädagogische Begründung meiner


Anleitungswahl

Diese kurzen Anleitungen sind vorbereitende Übungen, welche die Schülerin befähigen
einen Patienten mit COPD selbstständig zu pflegen!
Diese Art der Mikroanleitungen gefällt mir sehr gut, da ich sie problemlos in mein
Arbeitsalltag integrieren kann. Wichtig dabei sind die Auswertungsgespräche. Davon
profitiert die Schülerin, da ich zu einer bestimmten Handlung, direkt konstruktive und
annehmbare Kritik aussprechen kann.
Wichtig ist auch die Wiederholung der verschiedensten Anleitungen über den gesamten
Einsatz hindurch das Erlernte zu festigen. So kann eine Entwicklung bezüglich der
Beurteilungsfähigkeit von der Schülerin festgestellt werden.

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

8.1 Begründung der Anleitungssituation Nr. 1

Wenn der Schüler selbst zum forschen und erklären angehalten wird, behält er sich die
ganze Materie besser, als wenn der Praxisanleiter einfach sein bearbeitetes Skript
„herunter rattert“. Der Schüler lernt aktiv, aber bisher noch auf theoretischer Ebene.
Lernen bedeutet aufnehmen, verarbeiten was die Schülern selbst durchführt bevor der
Einsatz beginnt. Das Anwenden erfüllt sich im Erklären ihres Wissens. Damit es nicht
langweilig wird und das Gehirn visuell wahrnehmen kann, bringe ich vorbereitete Bilder
mit ins Spiel. So kann ich die Richtung meiner Abfrage in eine bestimmte Richtung lenken
und die Schülerin findet einen leichten Einstieg zum Erklären.

8.2 Begründung der Anleitungssituation Nr. 2

Wenn ich eine Übergabe über einen Patienten bekomme, sagt es mir schon vieles.
Jedoch ist es sehr wichtig sich selbst ein Bild zu dem Patienten zu machen. Eine
Einschätzung gegenüber dem Schweregrad der Erkrankung und gegenüber dem
Menschen findet immer im inneren statt. Bei dieser Übung soll die Schülerin ihre
Gedanken der Praxisanleiterin mitteilen. So können Anleiter und Schülerin sich darüber
austauschen und die Meinungen vergleichen. Mit dieser Übung soll ausdrücklich die
Wichtigkeit der patientennahen Beobachtung vermittelt werden.

8.3 Begründung der Anleitungssituation Nr. 3

Bei dieser Aufgabe soll die Schülerin die theoretisch besprochenen


Pflegeschwerpunkte erkennen und diese schriftlich festhalten. Hierbei wird die
Schülerin aktiv. Sie verknüpft selbstständig die Theorie mit der Praxis.
Anfangs ist es für Schüler noch schwierig einen Patienten einzuschätzen. Dies
während einer relativ kurzen Pflegetätigkeit. Viele Prozesse von beobachten
bis beurteilen laufen bei einer geübten Krankenschwester in Gedanken sehr
schnell ab. Daher wird oft von einem geschulten „Pflegeauge“ gesprochen.
Dieses entwickelt sich vor allem mit Erfahrung.
Mit dieser Übung wird das Gedankengebilde eines geschulten Auge genauer
unter die Lupe genommen. Die Schülerin kann ihre Gedanken und
Einschätzungen der PA mitteilen und diese kann ihre Erfahrungen und
Ratschläge mitgeben.

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

9 persönliches Schlusswort

Mir hat sehr Spaß gemacht mit der Schülerin zu arbeiten. Sie ist aufgeschlossen und
motiviert. Sie nimmt Ratschläge von mir an und setzt diese auch um. Wir haben ein gutes
Verhältnis, sodass beide ehrlich sein können und effektiv gelernt werden kann. Auch die
Patientin war geeignet um das Krankheitsbild der COPD praktisch näher zu bringen. Das
freut mich sehr, denn ich hatte vorher bedenken, ob ein COPD Patientien auf Station ist.
Ich habe diese Art der Anleitungen gewählt, weil ich mich selbst erinnern kann wie lange
es dauert solch ein „geschultes Pflegeauge“ zu entwickeln. Es hilft dabei die
Krankheitsbilder theoretisch zu besprechen und dann direkt mit der Praxis zu verknüpfen.
Außerdem macht es Freude das gelernte „ Schulwissen“ so erlebbar in der Praxis zu
gebrauchen.

Die Mikroanleitungen sind so leicht umzusetzen, dass es mir nicht wie Anleitungen
vorkam. Wichtig jedoch, dass die Anleiterin die Aufgabe nicht selbst übernimmt, sondern
tatsächlich die Schülerin aktiv werden lässt. Erst soll die Schülerin ihre Selbstreflexion
geben, bevor die Anleiterin mit Ratschlägen und Erkenntnissen loslegt ( Feedback).
Mir ist aufgefallen, dass es beim Anleiten viel auf die Gespräche miteinander ankommt,
um einen hohen Lernerfolg zu erzielen. Die Selbstreflexion und das Feedback geben!

21
Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

10 Schlusserklärung

Ich erkläre, dass ich die Studienarbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im
Literaturverzeichnis/Quellennachweis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe
und dass ich die Stellen der Facharbeit, die im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt aus
anderen Werken entnommen wurden, mit genauer Quellenangabe kenntlich gemacht
habe. Verwendete Informationen aus dem Internet sind dem im Anschluss angefügten
Quellennachweis mit einer Liste der erforderlichen Zugangsadressen (URL) – zur
Verfügung gestellt worden.

___________________
____________________________
Ort, Datum Unterschrift

Ich bin damit einverstanden, dass meine Facharbeit, die ich im Rahmen meiner
Weiterbildung zum Praxisanleiter / zur Praxisanleiterin im Gesundheitswesen angefertigt
habe, in der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe am Gemeinschaftsklinikum
Mittelrhein Kemperhof Koblenz zur Ansicht ausgelegt werden darf.

_________________ _____________________________
Ort, Datum Unterschrift

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

11 Quellennachweis

11.1 Literaturnachweis

Lektorat Pflege und Dr. med. Nicole Menche. ( Juli 2007). Pflege Heute.
( 4. Auflage). Langen/ Hessen: Verlag Urban& Fischer; Seiten 763- 767

11.2 Linknachweis

http://www.medizinfo.de/lungeundatmung/COPD/berufsbedingte_ursachen.sht
ml
http://link.springer.com/article/10.1007/s00390-009-0055-y
http://www.leichter-atmen.de/copd-behandlung
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/asthma/copd/zu-unrecht-
unterschaetzte-atemwegserkrankung-schluss-mit-der-unwissenheit-zehn-
fakten-ueber-copd_id_3555750.html

11.3 Abbildungsnachweis

Abbildung Deckblatt:
https://zeichenschatz.net/uploads/2013/09/analyse_website-800x532.jpg

Abbildung 1:
http://68.media.tumblr.com/3a71d20276eaee840fffd13bb9bcf347/tumblr_inline
_mliy1xvAm81qz4rgp.jpg

Abbildung 2:
http://www.dgu-
online.de/fileadmin/_processed_/csm_glasgow_coma_scale_85bcb86e77.jpg

Abbildung 3 (im Anhang):

https://www.lungenemphysem-copd.de/pages/public/aktuelles-
startseite/4/copd_1-4.jpg

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

12 Anhang

12.1 informative Begriffserklärungen

Exazerbation
Als Exazerbation ( „Krankheitsschub“ ) bezeichnet man eine plötzlich, deutliche
Verschlechterung des gesamten Gesundheitszustandes insbesondere bei Patienten, die
unter chronischen Krankheiten leiden. Im Rahmen der COPD treten sie besonders häufig
im Herbst und Winter auf und werden meist durch Infektionen mit Bakterien oder Viren
ausgelöst. Exazerbationen treten bereits bei leichten Schwergraden der COPD auf und
beschleunigen den Lungenfunktionsverlust. „Exazerbationen vorzubeugen, ist das
zentrale Ziel der COPD-Therapie.

Warnzeichen für eine Exazerbation:


• zunehmende Atemnot, auch in Ruhe
• mehr Husten
• Veränderungen des Auswurfs: größere Mengen, gelb- grüne Farbe, veränderte
Zähigkeit
• erhöhter Verbrauch an Notfallsprays
• allgemeine Beschwerden: verminderte Belastbarkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit
• Peak-Flow-Werte sinken

Peak-Flow-Meter
Mit diesem Gerät misst man jeden morgen die größtmögliche Geschwindigkeit, mit der
man Luft aus der Lunge pustet. Der beste Wert von 3 Messungen wird ins Peak- Flow
Tagebuch eingetragen. So hat man einen Überblick über den aktuellen Krankheitsverlauf.
Vorsicht: Eine rapide Verschlechterung der Werte weißt auf eine Exazerbation hin!

FEV1 Wert
engl. Forced Expiratory Pressure in 1 Second. Also die größtmöglichste Luft, die Sie
innerhalb von 1 Sekunde forciert ausatmen können. Gemessener Wert bei der
Spirometrie.

Lungenemphysem
Ist quasi eine Fortsetzung der Lungenerkrankung. Nun kommen zu den verengten

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

Bronchien, die funktionslosen Alveolen hinzu.


Ist eine irreversible Schädigung der Lungenblässchen aufgrund von Schadstoffen. Die
dünnen Trennwände der Lungenblässchen werden zerstört und es bilden sich größere
Emphysemblasen. Eine so genannte „Überblähung“ der Lunge. Etwa jeder dritte COPD
Patient bildet ein Lungenemphysem aus. Weitere Ursachen für das Lungenemphysem
sind Alpha 1 Antitrypsinmangel oder der Alterungsprozess. Ein Kreislauf der Verengung
entsteht. Durch die großen Alveolen werden die Atemwege mehr verengt. Es bleibt immer
mehr Luft in der Lunge gefangen. CO²- Wert steigt.

Alpha-1- Antitrypsin- Mangel ( AAT)


Ist eine Erbkrankheit. Dieses Alpha 1 schützt die Lungenbläschen vor Eiweißabbauenden
Enzyme. Im Rahmen der vererbten Genänderung wird es in zu geringen Anteil gebildet.
Die Lungenschleimhaut ist nun hochempfindlich für Noxen wie Rauch. Die COPD ist
vorprogrammiert.

12.2 Gradeinteilung nach GOLD Standard

Seit dem akuellen GOLD- Experten Report für 2017 setzt sich der Schweregrad aus dem
COPD Stadium ( I- IV) und der Patientengruppe (A- D) zusammen. Die Patientengruppe
wird aus 2 Kriterien bestimmt. Die krankheitsbezogene Lebensqualität anhand des CAT-
Scores ( COPD Assessment Test) oder dem Dyspnoe Grad gemäß MRC- Skala einerseits
und die Exazerbationsrate im zurückliegenden Jahr andererseits.

1. Schritt: Das COPD Stadium wird mittels der Spirometrie ( Verfahren zur Messung
und Beurteilung der Lungenfunktion) ermittelt. Dabei wird die
Einsekundenkapazität der Expiration gemessen im FEV1- Wert (engl. Forced
Expiratory Pressure in 1 Second). Also die größtmöglichste Luft, die Sie innerhalb
von 1 Sekunde forciert ausatmen können.

GOLD 1 mehr als 80 Prozent


GOLD 2 50 bis 79 Prozent
GOLD 3 30-49 Prozent
GOLD 4 weniger als 30 Prozent

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Jenna Madeline Penner; anleiten didaktisch, pädagogisch durchleuchtet

2. Schritt: Zur Ermittlung der Patientengruppe muss der Betroffene seinen


individuellen Symptome mithilfe des CAT- Score bestimmen oder die MRC- Skala
anwenden.
Tabellen können im Internet gefunden werden.

Abbildung 3

Beispiel: Der Betroffene ist GOLD II klassifiziert, hat im CAT- Score weniger als 10
Punkte, auch in der MRC- Skala keinen Punkt. Jedoch mindestens 2 Exazerbationen pro
Jahr. Der Schweregrad ist demnach: GOLD II C. Der Gleiche Patient mit denselben
Symptomen und höchstens einer Exazerbation pro Jahr ist mit GOLD II B klassifiziert.

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