Sie sind auf Seite 1von 1

ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE %%%%%%%%%%%%%%%%%%%

hervor: ein Anwendungsheft der Circularschrift Boidrini, allen gebräuchlichen Verfahren, als Flachdruck (Litho
das die vornehme Wirkung dieses zur Herstellung feiner graphie), Tiefdruck (Kupferstecherkunst) und Hochdruck
merkantiler Arbeiten besonders geeigneten Erzeugnisses (Holzschneidekunst und Chemigraphie)wurde kurz ein
in bester Weise zeigt. Von den bereits in Heft 12 vorigen Überblick über deren Eigentümlichkeiten gegeben, worauf
Jahrganges erwähnten „Randläufern" derselben Firma wer dann besonders die Chemigraphie erschöpfend behandelt
den alle vier Serien in besonderem Hefte praktisch vor- wurde. Von der Vorlage (dem Original) ausgehend, fanden
die einzelnen Stadien der Herstellung eines Cliches aus
führliche Besprechung, wobei als besondere Punkte die
Retouche, die Photographie, das Kopieren, die Ätztechnik
bei Zinko und Auto, das Fertigmachen der Cliches, die
Zurichtung und der Druck zu eingehender Erläuterung
Veranlassung gaben. Unter anderem wurde der Gebrauch
Cicero SchreibschriftBoidrini
des Äreograph erklärt und durch praktische Anwendung die
WilhelmWoellmersSchriftgießereiin Berlin SW.
Vereinfachung der Positiv-Retouche vorgeführt. Die Ver
wendung der Reproduktions-Kamera, der Prismen bei der
Aufnahme und des Rasters wurde erläutert, ferner eine
Übersicht über die verschiedenen Arten des Kopierver
fahrens (z. B.Asphalt, Chrom-Albumin- und Email-Ver
tu Ct)er am C?. f&ttwacAj 'den 25. ^S^uj/uäL.
fahrens), sowie der direkten Übertragung mittels Gelatine-
Papiergegeben. Der Vortragende besprach dann ausführlich
Cjtn<u&iJi4in meinem neu-
meinem neu- das Abdecken und Ätzen, so daß die Zuhörer ein vollkom
atatißntientl-eti
menes Bild der mannigfachen Behandlung eines Cliches
ez&aa/en <X*a/taid <jfan-z. &t^ehe/uxt etnc^e/aden erhielten, bevor dasselbe die Ätzanstalt verläßt. — Nach
kurzer Pause schritt Herr Mühlthaler in dem zweiten Teile
Text SchreibschriftBoidrini seines interessanten Vortrages zur Darstellung der Platten
in Berlin SW.
WilhelmWoellmersSchriftgießerei herstellung für Farbendruck (Chromotypie). Unter Erwäh
nung des Tuschverfahrens und der Kornmanier wurde die
Herstellung der Platten mittels Farbfiltern in ausführlicher
<^yL)ietnuL. zur ■at Weise besprochen und durch Vorführung von Lichtbildern
die Gewinnung der Farbplatten für den Dreifarbendruck
leicht faßlich erläutert, wobei auch auf die Herstellung
(/(v/d* die C ) lö^tin n<f c)er ^y^tmöt- solcher Platten nach direkten Naturaufnahmen eingegangen
wurde. Außer der Galvanoplastik, als eines außerordent
lich wichtigen Hilfsmittels zur Vervielfältigung von Platten,
<S^lu 'ö y/<? ' f/ii n<jf in C?en ^oäumen wurde auch die Behandlung der fertigen Druckplatten be
sprochen und dann gute Ratschläge über Aufbewahrung
und Konservierung der Ätzplatten — (gegen Oxydation
^er ^/?/iil/iaAst?ia/ite2 am wurde Aufstrich einer Asphalt-Lack-Lösung empfohlen) —
Q^onnta^.
DoppelciceroSchreibschriftBoidrini erteilt. Mit schätzenswerten Winken für den Druck, die
WilhelmWoellmersSchriftgießereiin Berlin SW. Zurichtung unter der Platte und auf dem Cylinder, sowie
über die Anwendung der mechanischen Zurichte-Verfahren
geführt und die vielseitige Verwendungsfähigkeit dieses schloß der Vortrag. — Lebhafter Beifall wurde Herrn Mühl
Ziermaterials in Verbindung mit modernen Schriften thaler für diesen höchst interessanten und belehrenden
bewiesen. Von weiteren Neuheiten der Firma erwähnen Vortrag von seifen der zahlreich erschienenen Zuhörer zu
wir noch: die in breiterem Schnitt gehaltenen Brotschrift teil, die selbst aus den umliegenden Städten gekommen
grade der Kunstschrift Siegfried, der wir aber auch in waren. Die Vorführung von Lichtbildern, die Ausstellung
dieser etwas ruhigeren Wirkung keinen rechten Geschmack von Cliches in den verschiedenen Zuständen der Herstel
abgewinnen können. Chronos. lung und die außerordentlich reichhaltige Ausstellung von
Ein- und Mehrfarbendrucken war aufs beste geeignet, dem
Photomechanisches Verfahren. hauptsächlich aus Berufsgenossen bestehenden Auditorium
Über die modernen Reproduktionsverfahren, beson das im Vortrag gegebene Bild des hohen Entwicklungs
ders über die Chemigraphie, hielt am 2. März 1903 im Lese grades der Chemigraphie zu vervollständigen. Herrn Mühl
saal des Kunstgewerbe-Museums in Köln a.Rh. Herr Mühl thaler sei an dieser Stelle nochmals ganz besonders ge
thaler, Inhaber der chemigr. Kunstanstalt Joh. Hamböck, dankt; möchte durch seine schätzenswerte Initiative der
München-Köln, einen Vortrag, in dem er die große Bedeu Ansporn zu weiterer Betätigung auf fachlichem Gebiete
tung dieser Verfahren für den Buchdruck betonte. Von für Köln gegeben sein. G. D.

fiS 112 23