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Friseure dürfen ab 4.

Mai wieder öffnen – Branche


rechnet mit "riesigem Ansturm"
focus.de/finanzen/news/in-ganz-deutschland-friseure-duerfen-ab-4-mai-unter-bedingungen-wieder-
oeffnen-die-preise-steigen_id_11889498.html

Donnerstag, 30.04.2020, 08:37


Trotz Corona-Krise: Friseur-Salons dürfen ab 4. Mai wieder öffnen. Das haben Kanzlerin
Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder entschieden. Jetzt stehen
die Auflagen fest, unter denen Friseur-Besuche ab Mai wieder erlaubt sind. FOCUS Online
gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

So hatten Bund und Länder beschlossen, dass Friseurbetriebe bundesweit ab dem 4. Mai
wieder öffnen können - "unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur
Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher
Schutzausrüstung", wie es in dem Beschluss heißt. Schon jetzt steht fest: Der
Friseurbesuch wird nicht mehr so sein wie gewohnt.

Was Sie jetzt für Ihren nächsten Besuch wissen müssen:

Muss ich beim Friseur einen Mundschutz tragen?


Ja. Beim Bedienen müssen sowohl Friseure als auch Kunden einen Mund-Nasen-Schutz
tragen. Man kann einen eigenen mitbringen, die Salons werden aber wohl auch einen
bereitstellen. Probleme beim Schneiden soll es da nicht geben, sagt Jörg Müller,
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks.
Gegebenenfalls nimmt man die Schlaufen kurzzeitig vom Ohr. Damit der Mundschutz
dann nicht abfällt, könnte ihn der Kunde in dieser Zeit festhalten.

Lesen Sie auch: Ab wann die Maskenpflicht für Kinder gilt - und ab welchem Alter

Wie wirken sich die neuen Vorgaben auf die Preise aus?
Kunden müssen bei einem Friseurbesuch in Zukunft wohl mehr bezahlen. Der Grund
dafür ist zum einen der zeitliche Mehraufwand durch den neuen Schutzstandard. Zum
anderen müssen Friseursalons mehr Geld für Schutzausrüstung wie etwa
Einmalhandschuhe, Masken und Desinfektionsmittel ausgeben. All das führt nach
Angaben des Zentralverbands zu einem moderaten Anstieg der Preise.

Wie teurer ein Haarschnitt künftig wird, lässt sich allerdings nicht genau beziffern - das
legt jeder Salon selber fest. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit
einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro.

Lesen Sie alle News zur Coronavirus-Pandemie im Live-Ticker.

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Werden weiterhin alle Dienstleistungen angeboten?
Nein. Kunden werden sich auf einige Abstriche einstellen müssen. "Gesichtsnahe
Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen
derzeit nicht ausgeführt werden", heißt es dazu in dem Schutzstandard. Das trifft etwa
die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können in Zukunft nur
Herrenhaarschnitte anbieten.

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Männer werden zudem um einen Nasshaarschnitt nicht umhinkommen. Haare waschen
wird mit dem Standard nämlich für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den
Haaren abgetötet werden. Dazu reicht es auch nicht, sich vor dem Friseurbesuch die
Haare selbst zu waschen. Auf dem Weg zum Salon könnte man nämlich erneut mit dem
Virus in Kontakt kommen.

Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee wird es außerdem vorübergehend beim Friseur
nicht geben. Eine Zeitschrift beim Haare schneiden oder Föhnen zu lesen, ist ebenfalls
verboten. Beides soll das Infektionsrisiko in den Salons verringern.

Kann man jetzt nur noch mit einem Termin zum Friseur?
Theoretisch sind sogenannte Walk-in-Friseure, also solche ohne Terminvergabe,
weiterhin erlaubt. Der Zentralverband empfiehlt dennoch, Termine auszumachen.
Wegen der erwartbar hohen Nachfrage nach der Wiedereröffnung dürfte es schwer
werden, ohne Ankündigung einen Haarschnitt zu bekommen. Der Schutzstandard
verbietet zudem Wartebereiche in den Salons. Im Zweifel müssten Kunden also vor dem
Salon auf einen freien Platz warten.

Was ist, wenn ein Kunde oder Mitarbeiter positiv auf das
Coronavirus getestet wird?
Dazu sollen alle Kunden ihre Kontaktdaten im Friseursalon hinterlassen. Dazu zählt nicht
nur die Adresse, sondern etwa auch die Handynummer oder E-Mail-Adresse. So sollen
Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden können. Will man seine Daten
nicht bereitstellen, gibt es übrigens auch keine Bedienung. "Kunden können nur bedient
werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind", steht in dem
Arbeitsschutzstandard.

Große Verunsicherung in der Branche - Friseure rechnen mit


"riesigem Ansturm"
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Wenige Tage vor Wiedereröffnung der Friseursalons ist die Verunsicherung in der
Branche laut Hamburger Innung groß. "Das Büro der Friseur-Innung hat sehr viel zu tun,
weil so viele Anfragen eingehen. Alle sind verunsichert wegen der zahlreichen Auflagen",
sagte der Verbandsvorsitzende, Obermeister Birger Kentzler, der Deutschen Presse-
Agentur in Hamburg. Die zuständige Berufsgenossenschaft habe sechs Seiten
Arbeitsschutz-Standards für das Friseurhandwerk geschickt. "Wenn ich das lese, frage ich
mich schon, ob das nicht ein bisschen zu viel des Guten ist."

Nach der wochenlangen Schließung dürfen auch Friseure in Berlin ab Montag wieder
ihre Salons öffnen - und rechnen zum Teil mit einem "riesigen Ansturm". "Wir hören von
Friseuren beides: Manche sind besorgt, dass die Kunden aus Unsicherheit nicht
kommen. Aber die meisten gehen davon aus und setzen auch Hoffnungen darauf, dass
es einen großen Andrang geben wird", sagte Daniel Jander, Sprecher der
Handwerkskammer Berlin. Viele Salons vergeben bereits online oder telefonisch Termine
und sind für die erste Zeit nach der Öffnung ausgebucht.

Da sich der Mindestabstand von 1,50 Meter beim Schneiden nicht einhalten lässt, sollen
sowohl Kunden als auch Friseure einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Vor dem Schneiden
müssten die Haare gewaschen werden, heißt es in einem Arbeitsschutzstandard der
zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

FOCUS Online/Wochit

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