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Das Technische Hilfswerk (THW) ist die deutsche Zivil- und

Katastrophenschutzorganisation des Bundes mit ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen


Mitarbeitern (§ 1 Abs. 1 THW-Gesetz) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des
Innern, für Bau und Heimat. Die Bundesanstalt hat ihren Sitz in Bonn-Lengsdorf. Das THW
wurde am 22. August 1950 gegründet und ist seit dem 25. August 1953 eine nicht
rechtsfähige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts mit eigenem Verwaltungsunterbau. Ihr
englischer Name lautet German Federal Agency for Technical Relief.[4]

Vorläufer des Technischen Hilfswerks war die 1919 von Otto Lummitzsch, einem
Pionieroffizier, gegründete Technische Nothilfe (TN), die bis 1945 existierte.

Die Notwendigkeit des nicht-militärischen Schutzes der Zivilbevölkerung vor


Kriegseinwirkungen und deren Beseitigung waren die hauptsächlichen Gründe für die
Schaffung des Technischen Hilfswerkes. Mit dem gesetzlichen Auftrag wird heute direkt
Bezug auf das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz genommen und damit auf die enge
Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Aufgabenbewältigung im Verteidigungsfall.
Zur Erfüllung dieser Aufgabe stellt das THW flächendeckend Einrichtungen und Einheiten
auf, die aus Helfern gebildet werden.

Das THW ist bewusst dem Bundesministerium des Innern und nicht dem Bundesministerium
der Verteidigung (BMVg) unterstellt. Es ist ausdrücklich keine militärische oder
paramilitärische Organisation. Im Verteidigungsfall stehen die THW-Helfer unter dem
besonderen Schutz der vierten Genfer Konvention als zivile Nichtkombattanten, das heißt, sie
dürfen nicht kämpfen, aber auch nicht angegriffen werden (ähnlich zu den Sanitätstruppen der
Streitkräfte, die militärische Nichtkombattanten sind).

Die Bundesrepublik Deutschland bietet anderen Staaten vor allem bei Naturkatastrophen
Hilfe an oder reagiert auf Hilfeersuchen anderer Staaten und bedient sich dabei u. a. der
technischen und personellen Mittel des THW. Der Einsatz des THW als humanitärer
Botschafter ist ein wichtiges Element im Rahmen internationaler Beziehungen, die Hilfe wird
hierbei über das Auswärtige Amt vermittelt. Das THW hat für diese Zwecke bereits Ende der
1980er Jahre die Schnelleinsatzeinheiten Bergung Ausland (SEEBA) und seit 2004 die
Wasser Ausland (SEEWA) aufgestellt,[7] die innerhalb weniger Stunden weltweit Hilfe leisten
können. In europäischen Nachbarländern kommen reguläre Einheiten mit teilweise mehreren
hundert Helfern (z. B. Hochwasser in Südfrankreich im Dezember 2003) zum Einsatz.

Daneben gibt es die im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens entwickelten High


Capacity Pumping Modules (HCP) und die durch das THW als Partner im EU-Mechanismus
vorgehaltenen technischen Unterstützungsteams (Technical Assistance Support Teams
(TAST)).

Für die Logistikabwicklung der ins Ausland zu verlegenden Einheiten wurde die
Schnelleinsatzeinheit Logistikabwicklung im Lufttransportfall (SEElift) aufgestellt.

Zur Unterstützung von UN-Einsätzen in den Bereichen Friedenssicherung und


Friedenskonsolidierung bietet die Standing Engineering Capacity (SEC) Fähigkeiten zum
schnellen Aufbau von Infrastruktur im Einsatzgebiet.

Zusätzlich werden auch langfristige Entwicklungs- oder Wiederaufbauprojekte im Auftrag


des UNHCR durchgeführt, beispielsweise in Bosnien und Herzegowina beim Aufbau der
Stari most in Mostar oder auf dem afrikanischen Kontinent (z. B. Brunnenbau).