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Die Entwicklung der ersten Automobile

Zuerst waren die Menschen mit Kutschen unterwegs.


Pferde zogen die Kutschen.
Die Menschen wollten eine Kutsche erfinden,
die ohne Pferde fahren kann.
Ingenieure entwickelten verschiedene Modelle.
Zuerst versuchte man, die Fahrzeuge mit
Dampf anzutreiben, wie die Eisenbahnen.
Andere versuchten eine Kutsche zu bauen, die Kutsche/die Kutschen
die mit Gas angetrieben wird.

1769 baute Nicolas Cugnot in Frankreich ein Fahrzeug, welches mit Dampf angetrieben
wurde. Das Fahrzeug war sehr schwer und fuhr mit einer Geschwindigkeit von 3-4,5
km/h. Es war schwierig zu steuern.

Gottlieb Daimler und Carl Benz versuchten unabhä ngig voneinander


ein Automobil zu entwickeln. Automobil heisst: „Es bewegt sich von selbst.“
Daimler, der in Stuttgart (Deutschland) lebte, entwickelte einen kleinen, leichten
Benzinmotor.

Carl Benz lebte in Mannheim (Deutschland). Er baute ein Fahrzeug mit drei Rä dern und
einem Benzinmotor. Sein erstes Auto fuhr mit einer Geschwindigkeit von nur 18 km/h.
Viele Leute lachten ihn aus. Aber Carl Benz verbesserte sein Auto.

Gottlieb Carl
Daimler Benz

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Das Auto von Gottfried Daimler Das erste Auto von Carl Benz

Ein anderer wichtiger Mann war Wilhelm Maybach.


Er war noch ein Kind, als seine Eltern starben.
Er kam in ein Waisenhaus und machte
eine Ausbildung als technischer
Zeichner und Konstrukteur.
Spä ter arbeitete er im Team von Daimler.

Benz und Daimler kannten sich nicht. Keiner von beiden wusste, dass der andere
an einer ä hnlichen Erfindung arbeitete.
Immer wieder machten sie Probefahrten, um ihre Autos zu verbessern.
Die Leute wunderten sich ü ber die „Herren Ingenieure“ und ihre „Motorkutschen“.

Diese Autos hatten noch kein Dach, keine Tü ren, keine Fenster und keinen Kofferraum.
Der Benz- Motorwagen sah aus wie ein Dreirad mit einer Gartenbank darauf.
Viele Menschen hatten Angst vor dem Auto. Der Motor war sehr laut.
Die Geschwindigkeit betrug weniger als 20 km/h.
Niemand wollte eine „Benzinkutsche“ kaufen.

Das ä nderte sich, als Frau Benz eine Fahrt mit dem Automobil unternommen hatte:

Es geschah an einem sonnigen Morgen im August 1888. Carl Benz sass beim Frü hstü ck
in der Kü che in Mannheim. Er war allein, weil seine Frau mit den beiden Sö hnen nach
Pforzheim gereist war. Sie hatten den Frü hzug genommen. Die beiden Mä dchen
schliefen noch.
Plö tzlich wurde die Tü r aufgerissen. Meister Spittler kam aufgeregt in die Kü che.
Er sagte: „Herr Benz, kommen Sie schnell! Das Modell 3 ist weg! Das Auto ist gestohlen
worden.“
Carl Benz dachte einen Moment nach. Dann sagte er: „Beruhigen Sie sich! Ich glaube,
meine Frau ist mit dem Automobil nach Pforzheim gefahren und nicht mit dem Zug.“
„Was? Bis nach Pforzheim? Das ist doch gar nicht mö glich! Da hat es Steigungen bis zu
12 %. Das schafft man nie!“
„Ich weiss es. Und meine Frau weiss es auch“, antwortete Carl Benz.

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Etwa zur gleichen Zeit stand Bertha Benz in einer Apotheke in Wiesloch.
Sie wollte eine Flasche Ligroin kaufen. Ligroin wurde auch Petroleumbenzin
genannt. Viele Leute brauchten Ligroin fü r die Kleiderreinigung.
Der Apotheker stellte eine 5dl-Flasche auf den Ladentisch.
Frau Benz sagte: „Das ist zu wenig. Ich brauche viel mehr Ligroin.“
Der Apotheker erklä rte: „Eine 5dl-Flasche reicht doch fü r eine Familie ein halbes
Jahr lang.“
„Die Leute aus ihrem Dorf benutzen das Ligroin ja auch nicht zum Fahren!“
„Sie benutzen das zum Fahren?“, fragte der Apotheker verwundert.
„Geben Sie mir zehn Liter und ich zeige Ihnen, wie man das macht!“, antwortete
Frau Benz.
Der Apotheker musste nachschauen, ob er ü berhaupt so viele Flaschen hatte.
Dann stellte er 14 Halbliterflaschen auf den Ladentisch.
„Mehr habe ich nicht!“, sagte er, „aber in anderen Orten gibt es ja auch Apotheken.“
„Wir schaffen das schon“, sagte Frau Benz, „senden Sie die Rechnung bitte an die
Firma Benz in Mannheim!“
Frau Benz trat auf die Strasse hinaus. Vor der Apotheke standen viele neugierige
Leute um die pferdelose Kutsche herum. Frau Benz goss einen Liter Ligroin in den Tank
und dann konnte die Fahrt weitergehen. Der Motor ratterte und alle Leute sahen
staunend dem Automobil nach.
Frau Benz und ihre Sö hne kamen gut vorwä rts.
Wenn es stark aufwä rts ging, mussten sie das Auto schieben.
Plö tzlich stotterte der Motor, er setzte aus – und das Auto blieb stehen.
Ein Kabel war kaputt.

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Frau Benz reparierte es mit einem Strumpfband.
Schon ging die Fahrt weiter.
Bald war ein Ventil verstopft.
Diesmal nahm Frau Benz eine Haarnadel zu Hilfe.
Unterwegs mussten sie auch einen Schuhmacher aufsuchen,
der die Lederbeschlä ge an den Bremsen ersetzte.
Dann kamen Frau Benz und die beiden Sö hne
endlich in Pforzheim an.
Sie hatten eine Strecke von zirka 106 km zurü ckgelegt.
Mü de, ö lverschmiert und schmutzig waren sie,
aber auch stolz, dass sie es geschafft hatten. Bertha Benz

Nach ein paar Tagen fuhren Frau Benz und die Sö hne zurü ck nach Mannheim.

Verschiedene Ingenieure bauten Autos. Leider waren die ersten Autos so teuer,
dass sie fast niemand kaufen konnte.
Jeder Autofahrer musste auch ein bisschen ein Mechaniker sein, weil es viele
Pannen gab.

1908 baute Henry Ford das erste Fahrzeug, das billiger war, weil er es am Fliessband
herstellen liess: das „Modell T“.

Bald darauf entstanden Autofabriken in den USA und in Europa.

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Wörterliste

Deutsch Englisch meine Muttersprache


der Dampf, die Dä mpfe the steam, the vapour
das Gas, die Gase the gas
der Motor, die Motoren the motor, the engine
die Geschwindigkeit, the speed, the velocity
die Geschwindigkeiten
das Waisenhaus, the orphanage
die Waisenhä user
die Ausbildung, the education,
die Ausbildungen the apprenticeship
die Erfindung, the invention
die Erfindungen
die Probefahrt, the test run
die Probefahrten
die Angst, die Ä ngste the fear, the anxiety
die Steigung, the incline,
die Steigungen the terrain slope
die Apotheke, the drugstore, the
die Apotheken chemist’s, the pharmacie
das Petroleum the petroleum
das Benzin, die Benzine the petrol, the fuel
die Flasche, die Flaschen the bottle
der Tank, die Tanke the tank
das Kabel, die Kabel the wire
das Ventil, die Ventile the valve
das Strumpfband, the garter
die Strumpfbä nder
die Haarnadel, the hair pin
die Haarnadeln
der Schuhmacher, the shoemaker
die Schuhmacher
die Bremse, die Bremsen the brake
das Leder, die Leder the leather
die Panne, die Pannen the break down
das Fliessband, the assembly line,
die Fliessbä nder the production line
steuern to steer
stehlen to steal
sich bewegen to move
schieben to push
stottern to sputter, to stutter
verbessern to improve, to ameliorate
staunen to be astonished
vorwä rts forward
aufwä rts upward
verstopft blocked

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Setze die passenden Wörter aus der Wörterliste ein:

1. Der ___________________________ ist leer, du musst ______________________ einfü llen.

2. Die ersten Zü ge fuhren mit ______________________________ .

3. Er kauft in der _____________________________ eine Flasche Hustensirup.

4. Dein Velo braucht zwei ________________________________ , damit du anhalten kannst.

5. Er braucht einen Mechaniker, weil er eine ________________________ hat.

6. Die Arbeit am _________________________ scheint monoton zu sein, aber viele Sachen


werden so hergestellt.

7. Welche ___________________________ hat Thomas Edison gemacht?

8. Er hat sein Mofa repariert. Jetzt will er eine ______________________________ machen


und schauen, ob das Mofa wieder gut fä hrt.

9. Es ist wichtig, dass alle Schü ler eine Lehrstelle finden und eine gute

__________________________________________ machen kö nnen.

10.

Die _____________________________________ beträ gt 12%

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Fragen zum Text:
richtig falsch Das kann man
Nicht wissen
1.Daimler und Benz bauten zusammen das erste
Auto.
2. Das erste Auto von Daimler hatte drei Rä der.
3. Bertha Benz war die erste Autofahrerin.

4. Die erste Fahrt von Frau Benz fand 1899 statt.


5. Der Apotheker verkaufte das Petroleum
zu einem sehr hohen Preis.
6. Herr und Frau Benz hatten zwei Kinder.
7. Henry Ford baute eine Autofabrik.

Setze die Sätze ins Präteritum. Verwende die Tabelle!

Infinitiv Präsens Präteritum Perfekt


fahren Er fä hrt Er fuhr Er ist gefahren.
geben Er gibt Er gab Er hat gegeben
gehen Er geht Er ging Er ist gegangen
geschehen Es geschieht Es geschah Es ist geschehen
kennen Er kennt Er kannte Er hat gekannt
kommen Er kommt Er kam Er ist gekommen
nehmen Er nimmt Er nahm Er hat genommen
schlafen Er schlä ft Er schlief Er hat geschlafen
stehen Er steht Er stand Er ist gestanden
sterben Er stirbt Er starb Er ist gestorben
ziehen Er zieht Er zog Er hat gezogen

1. Ein Pferd (ziehen) _______________________ die Kutsche.


2. Er (ziehen) _______________ den Koffer zum Bahnhof.
3. Ich (ziehen) _________________ meine Jacke an.

4. Die ersten Autos (fahren) __________________________ nur langsam.


5. Peter (fahren) ____________________ nach Zü rich.
6. Ihr (fahren) ______________________ in die Tü rkei.

7. Die Eltern von Wilhelm Maybach (sterben) __________________________ frü h.


8. Das Meerschweinchen (sterben) _____________________ nach wenigen Jahren.

9. Es (geschehen) ______________________ im Jahr 1888.


10. Was (geschehen) ______________________ im Januar 2013?

11. Die zwei Mä dchen von Frau Benz (schlafen) __________________________ noch.
12. Er (schlafen) ___________________ viele Stunden.

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13. Du (schlafen) ____________________ im Wohnwagen.
14. Wir (schlafen) _____________________ im Hotel.

15. Herr Spittler (kommen) _______________________ in die Kü che von Herrn Benz.
16. Ich (kommen) ___________________ nicht zu spä t.
17. Du (kommen) _____________________ mit zum Fussballspiel.

18. Frau Benz (stehen) ____________________ in der Apotheke.


19. Vor der Apotheke (stehen) _______________________ viele Leute um das Auto herum.
20. Ich (stehen) ______________________ um sechs Uhr auf.
21. Er (stehen)_________________________ auf dem Pausenplatz.

22. Die Strasse (gehen) ___________________ steil aufwä rts.


23. Das Mä dchen (gehen) _______________________ in die 7. Klasse.
24. Du (gehen) ____________________ am Freitag ins Training.
25. Wir (gehen) _______________________ auf die Schulreise.

26. Frau Benz (nehmen) _____________________ eine Haarnadel.


27. Wir (nehmen) _______________________ euch gerne mit.
28. Er (nehmen) _________________________ im Restaurant einen Eistee.
29. Du (nehmen) __________________________ keinen Schirm mit.

30. Es (geben) _______________ viele Pannen auf dem Weg von Mannheim nach
Pforzheim.
31. Ich (geben) _____________ dir meinen Bleistift.
32. Wir (geben) ____________________ den Fehler zu.

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Was ist gemeint? Ordne zu:

1. unabhä ngig voneinander etwas erfinden a. fast gleich

2. ä hnlich b. ist genug

3. eine Fahrt unternehmen c. besuchen

4. eine Flasche reicht d. fahren oder gehen

5. eine Nadel zu Hilfe nehmen e. jeder fü r sich

6. einen Schuhmacher aufsuchen f. als Werkzeug brauchen

7. eine Strecke zurücklegen g. machen