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Konzeption

Kindergarten Rein
Inhalt

Unsere Konzeption ............................................................................................................. 3

Unser Weg zur Konzeption ............................................................................................... 4

Gesetzliche Vorgaben ........................................................................................................ 5

Das sind wir ......................................................................................................................... 6

Pädagogisches Profil unseres Kindergartens ................................................................ 8

Der Bildungsauftrag der Pädagoginnen im Kindergarten........................................... 14

Unser professionelles Selbst- und Rollenverständnis ................................................ 16

Arbeit im Team .................................................................................................................. 20

Wir organisieren unsere Bildungsarbeit zielorientiert und effizient ........................... 21

Wir reflektieren und evaluieren unseren Arbeitsprozess regelmäßig ....................... 30

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Unsere Konzeption beschreibt,
wer wir sind und was wir können,
wo und wie wir leben,
wohin wir wollen,
woran wir uns orientieren,
was unserem Tun und Sein
Sinn und Bedeutung verleiht.

Unsere Konzeption

Unsere Konzeption ist die schriftliche Ausführung von Zielen, Gedanken, Hal-
tungen und Vereinbarungen sowie didaktischen und organisatorischen Maß-
nahmen, die in unserem Kindergarten für alle Beteiligten von Bedeutung sind.

Unsere Konzeption beschreibt innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen


das Profil unseres Kindergartens.

Die Aussagen sind für alle Mitarbeiterinnen verbindlich.

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Unser Weg zur Konzeption
Vorwort des Projektteams

Das neue Bildungsgesetz sieht die Erstellung einer Konzeption für jeden einzelnen
Kindergarten vor:
"Jeder Kindergarten erarbeitet auf der Grundlage der Rahmenrichtlinien des
Landes und des Leitbildes des Kindergartensprengels eine eigene Konzeption
und stellt sie den Familien vor.“

Im Rahmen des Projektes „Profil-/Identitätsfindung und Konzeptionsentwicklung“ des


Kindergartensprengels Bruneck haben sich elf Teams in der „Arbeitsgruppe Konzep-
tionsentwicklung 2“ zusammengefunden. In den darauf folgenden zwei Jahren haben
wir der gesetzlichen Vorgabe entsprochen und dabei zwei Aspekte berücksichtigt:

a) Prozessentwicklung:
An der Konzeptionsentwicklung waren alle Mitarbeiterinnen der Kindergärten sowie
das Projektteam (Direktorin Olga Pedevilla, Vizedirektorin Martina Dorfmann, Pro-
jektbegleiterin Karin Neumair, Sekretärin Blandina Fuchs) beteiligt. Für die Korrektur
zeichnete Helene Dorner (Pädagogisches Beratungszentrum Bruneck) verantwort-
lich. Jeder Schritt führte uns in eine bedeutsame Auseinandersetzung mit wichtigen
Themen. Dies geschah sowohl durch Impulse von Referenten (Ulrike Obermair, Pao-
lo Renner, Reinhard Feichter, Roland Feichter), durch professionelle externe Unter-
stützung des Projektteams durch Peter Paul Niederegger als auch durch teaminterne
Gespräche, in denen eigenen Erfahrungen und Kompetenzen Raum gegeben wurde.
Das führte sowohl die Teams als auch die Arbeitsgruppe enger zusammen und lässt
uns heute unsere Arbeit bewusster erleben und kompetenter gestalten.

b) Produktentwicklung
Der Prozess fand seinen Niederschlag in der kindergarteneigenen Konzeption. Das
Ergebnis ist gleichsam eine Visitenkarte: ein Dokument, das die vorgegebenen
Rahmenbedingungen (Bildungsgesetz, Rahmenrichtlinien des Landes, Leitbild des
Kindergartensprengels) berücksichtigt sowie das Einzigartige, das Einmalige des je-
weiligen Kindergartens hervorhebt.

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Gesetzliche Vorgaben

"Der Kindergarten trägt zur ganzheitlichen Bildung der Kinder bei, geht von ihren Be-
dürfnissen aus und fördert ihre affektive, kognitive, soziale, ethische und religiöse
Entwicklung.
Er fördert die Beziehungsfähigkeit jedes einzelnen Kindes, seine Eigenständigkeit,
seine Kreativität und sein Lernvermögen und gewährleistet allen Kindern die ihnen
entsprechenden Bildungsmöglichkeiten.“

(LG vom 16. Juli 2008, Nr. 5, Art. 2)

"Die vorliegenden Rahmenrichtlinien beruhen auf einer Bildungsphilosophie, die


das kindliche Lernen als ganzheitlichen Prozess begreift. Fühlen, Erleben, Denken,
Erfahren und Handeln gehören untrennbar zusammen."

"Entscheidend für eine positive Entwicklung des Kindes ist die Bereitschaft der Er-
wachsenen, seiner natürlichen Lernfreude einen lernintensiven Rahmen für die in-
dividuelle, spielerische Auseinandersetzung mit der Welt zu bieten und sich ge-
meinsam mit ihm auf Entdeckungsreise zu begeben und gemeinsam Wissen und
Sinn zu generieren."

"Bildung im Kindesalter gestaltet sich als sozialer Prozess, an dem sich Kinder und
Erwachsene aktiv beteiligen. Soziale Interaktion und sozialer Dialog sowie der co-
konstruktive Prozess bilden den notwendigen Rahmen, in dem Bildung stattfindet.
Bildungsprozesse sind damit zugleich eingebettet in den sozialen und kulturellen
Kontext, in dem sie jeweils geschehen."

(BLR vom 3. November 2008, Nr. 3990)

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DAS SIND WIR

Kindergarten Rein
Dorf Nr. 74
39032 Rein in Taufers
Tel: 0474/672017
E-Mail-Adresse: kg_rein@schule.suedtirol.it

Öffnungszeiten:

Der Kindergarten ist von Montag bis Freitag geöffnet.


Kindergartenbeginn: 7:45 Uhr
Eintrittszeit: 7:45 Uhr – 9:00 Uhr
Abholzeiten: Mo – Do 12:45 Uhr
14:45 Uhr
Fr 12:45 Uhr
13:45 Uhr

Öffnungs- und Ferienzeiten

Unser freier Wochentag ist der Samstag. In Absprache mit der Grund-
schule orientieren wir uns am offiziellen Schulkalender.

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ICH BIN EIN WUNDER

Ich bin ein Wunder:

kann gehen

sehen

mich drehen

ganz wie ich will

kann lachen

Dummheiten oder

gar nichts machen

kann denken

schenken

ein Auto lenken

kann träumen

klettern in Bäumen

kann trinken

winken

mich ehren

mit Freunden verkehren.

Ich, du, er/sie/es,

wir alle sind

ein Wunder.

Klaus Kordon

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Pädagogisches Profil unseres Kindergartens

Unser Bild vom Kind

Jedes Kind ist einzigartig: der Zugang, den es sich zur Welt schafft, ist individuell und
hat seine Besonderheiten.

Jedes Kind hat seinen persönlichen Weg zu lernen, die Welt zu entdecken und grö-
ßere Zusammenhänge zu verstehen. Es gibt viele Ausdrucksmöglichkeiten, um mit
der Welt in Dialog zu treten. Jedes Kind sucht und findet sie. Die Aufgabe der Er-
wachsenen ist es, diese Form der Sprache „sprechen zu lernen“, um mit dem Kind in
Beziehung zu treten.

Jedes Kind braucht Wertschätzung: es braucht Erwachsene, die selbst weltoffen und
positiv im Leben stehen, die das Kind annehmen, im nötigen Maße anleiten, Anre-
gungen und Orientierung bieten. Es braucht Erwachsene, welche die Schätze im
Kind wahrnehmen und schätzen.

Jedes Kind will lernen. Aber Lernen ist das Gegenteil von belehrt werden. Lernen
kann man nur selbst. Das Kind ist nicht ständig auf Erwachsene angewiesen. Ler-
nende Kinder sind kompetente Kinder. Eigenständiges Lernen und selbständiges
Denken sind in einer sich ständig verändernden Welt unerlässlich.

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WEN DU BRAUCHST

Einen zum Küssen und Augen-Zubinden,


einen zum Lustige-Streiche-Erfinden.
Einen zum Regenbogen-suchen-Gehen
und einen zum Fest-auf-dem-Boden-Stehn.
Einen zum Brüllen, zum Leise-Sein,
einen zum Lachen und einem zum Weinen.

Auf jeden Fall einen, der dich mag,


heute und morgen und jeden Tag.

Regina Schwarz

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Co-Konstruktion

„In einer Lerngemeinschaft von Erwachsenen und anderen Kindern lernt das Kind,
gemeinsam Probleme zu lösen und die Bedeutung von Dingen und Prozessen zu er-
forschen sowie mit den anderen zu diskutieren. Es lernt dabei vor allem seine eige-
nen Ideen und sein Verständnis von der Welt zum Ausdruck zu bringen, sich mit an-
deren darüber auszutauschen und Bedeutungen gemeinsam auszuhandeln.“ (RRL,
S. 18)

Für uns Pädagoginnen ist es wichtig, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder vonei-
nander zu unterscheiden und unser Handeln entsprechend darauf abzustimmen. Wir
führen mit den Kindern Vorhaben und Tätigkeiten durch und reflektieren gemeinsam,
wie sie die Dinge erleben und verstehen.

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„Wenn man genügend spielt,
solange man klein ist,
dann trägt man Schätze mit sich herum,
aus denen man später
sein ganzes Leben lang schöpfen kann.
Dann weiß man, was es heißt,
in sich eine warme,
geheime Welt zu haben,
die einem Kraft gibt,
wenn das Leben schwer ist.
Was auch geschieht,
was man auch erlebt,
man hat diese Welt in seinem Inneren,
an die man sich halten kann“

Astrid Lindgren

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Spielen und Lernen

„Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse.“ (RRL S. 15)

Das Spiel ist eine Form des Umgangs mit dem Leben, es ist als Ursprung kreativen
Handelns zu betrachten. Die verschiedenen Spielformen spiegeln den unterschiedli-
chen Entwicklungsstand und die individuelle Kreativität wider.

Das Spiel ist für die Kinder die wichtigste Aktivität. Spielend begreifen sie die Welt,
bauen Beziehungen zu anderen auf und lernen sich selbst kennen. Das Spiel ist eine
wichtige Grundlage der kindlichen Entwicklung.

So bedeutet Spielen und Lernen im Kindergarten, dass die Kinder ihre eigene Ent-
wicklungszeit haben, um bestimmte Fähigkeiten zu Kompetenzen zu entwickeln, wo-
bei die individuellen Bedürfnisse Berücksichtigung finden.

Spielen macht Spaß, und was Spaß macht, das machen Kinder mit ganzem Herzen.
Zeit zum Spielen ist Zeit, in der Kinder konzentriert einer Aktivität nachgehen und
dabei Ausdauer und Durchhaltevermögen entwickeln.

Mit anderen zusammen sein heißt für Kinder vor allem mit anderen spielen. Gemein-
sames Spielinteresse verbindet. Im Spiel planen Kinder miteinander, setzen sich mit
den verschiedensten Themen auseinander, lernen sich behaupten, finden Kompro-
misse, schließen Freundschaften …

Konzeption 12 Kindergarten Rein


„Erzähle mir etwas und ich vergesse es,
zeige es mir und ich erinnere mich,
lass es mich tun und ich verstehe.“

Konfuzius

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Der Bildungsauftrag der Pädagoginnen im Kindergarten

Unser Bildungsauftrag besteht darin, die Kinder in ihrer ganzheitlichen Persönlich-


keitsentwicklung zu unterstützen. Durch die pädagogisch durchdachte Organisation
des Tagesablaufes, der Lernumgebung, des Materialangebotes und des Bildungsan-
gebotes werden die Kinder in verschiedenen Kompetenzbereichen gestärkt:

- in personalen Kompetenzen

- in sozialen und kommunikativen Kompetenzen

- in lernmethodischen Kompetenzen

- in Sachkompetenzen

Wir legen die Spiel-, Lern- und Arbeitsaktivitäten so an, dass die Kinder weder unter-
noch überfordert sind.

Um die Kinder in ihrer Ganzheitlichkeit zu stärken und sie zur Selbstständigkeit und
Eigenkompetenz zu begleiten, halten wir uns an folgende Grundsätze:
Wir beginnen jeden Tag von neuem, ohne Vorurteile und ohne Vorwürfe.
Wenn wir Kinder ansprechen oder berühren, behandeln wir sie achtsam und res-
pektvoll.
In einer sicheren Umgebung und innerhalb vereinbarter Regeln gewähren wir den
Kindern so viel Freiheit wie möglich. Mehr Freiheit heißt mehr Platz für Kreativität. Je
mehr Zeit wir in diese Art der Bildung investieren, umso sicherer können sich die
Kinder entwickeln.

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„Wenn ich nur darf, wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich auch nicht,
wenn ich muss.
Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn schließlich:
Die können sollen,
müssen wollen dürfen!“

unbekannt

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Unser professionelles Selbst- und Rollenverständnis

Erziehen heißt mit Kindern unterwegs sein

Das bedeutet, Kindern zu begegnen:


- im konkreten Tun
- im verweilenden Sein
- im Gespräch
- in der Auseinandersetzung mit Lebensplänen und Lebensthemen.

Es bedeutet auch:
- die Kinder in ihren Ausdrucksformen zu verstehen
- die Kinder in ihrer Entwicklung aktiv zu unterstützen
- den Kindern in ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

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„Ein Kind ist kein Gefäß,
das gefüllt,
sondern ein Feuer,
das entzündet werden will.“

François Rabelais

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Mit Kindern unterwegs sein umfasst im Einzelnen folgende Tätigkeiten

Organisieren und Orientieren

Den Kindern stehen gut vorbereitete Lernräume, verschiedenste Materialien und


Informationsquellen zur Verfügung. Um für die Kinder einen möglichst großen Erfah-
rungsbereich zu schaffen, werden sämtliche Räume und das Außengelände als
Spielbereiche genutzt. Wir besprechen Tätigkeiten des Alltags und vereinbaren Auf-
träge zu eigenständigem Handeln.

Moderieren und Kommunizieren

- erzählen, was man erlebt hat


- die eigene Meinung äußern
- zusammen ein Spiel oder einen Ausflug planen
- einen Streit miteinander klären
- sagen können, was man will und was man nicht möchte …

Impulse der Kinder werden aufgegriffen, um auf diese Weise die Entwicklung der
Kinder zu fördern und Lernprozesse zu unterstützen.

Beobachten und Dokumentieren

Wir bieten den Kindern Möglichkeiten, eigene Ausdrucksformen zu finden. Dabei


entwickeln sie Eigeninitiative und Fantasie, verfolgen ihre Ideen, entdecken eigene
Wege und Lösungen, werden erfinderisch und kreativ. Durch differenzierte Beobach-
tungen und Dokumentation dieser Entwicklungsprozesse können wir Angebote opti-
mal auf die Bedürfnisse der Kinder abstimmen.

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Zum Nachdenken

Wenn wir mit Menschen zusammenarbeiten,


die an das glauben, was sie tun, und uns das vorleben,
dann lernen auch wir,
Glauben zu entwickeln und zu haben.

Wenn wir unsere gemeinsamen Ziele geklärt haben


und mit jemandem im Team zusammenarbeiten,
der sich mit aller Kraft nach diesen Zielen hin ausstreckt,
dann lernen wir,
uns von seiner Begeisterung anstecken zu lassen.

Wenn wir bei unserer Arbeit unterstützt werden,


dann lernen wir,
Vertrauen zu den Teamkolleginnen zu haben.
Wenn wir wissen, dass unsere Arbeit Anerkennung findet,
dann lernen wir,
fair und großzügig zu anderen zu sein.
Wenn wir mit Leidenschaft arbeiten,
dann lernen wir,
uns selbst zu lieben und zu achten.

Wenn wir uns der Unterstützung unseres Teams gewiss sind,


dann lernen wir,
unsere Arbeitsgemeinschaft zu lieben
und die Ergebnisse – seien sie positiv oder weniger positiv –
standhaft nach außen hin zu vertreten.

Der heimliche Lehrplan –


jenseits aller Worte und Taten.

Bachmann

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Arbeit im Team

Wir orientieren uns an unseren Stärken und Ressourcen. Gemeinsam gestalten wir
die Lern- und Lebensräume des Kindergartens.
Wir analysieren unsere Ausgangslage und überlegen, wie wir die Zusammenarbeit
optimieren können. Dadurch steigern wir die Qualität der Teamarbeit und der Ange-
bote des Kindergartens.

Aufgrund der geringen Gruppengröße ergibt sich im Kindergarten Rein eine beson-
dere Situation. Da die Pädagoginnen nicht immer gleichzeitig arbeiten, erfordert dies
große Flexibilität und genaue Planung und Absprache.

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Wir organisieren unsere Bildungsarbeit zielorientiert und
effizient

Organisation der didaktischen Tätigkeiten

Bei der Planung der didaktischen Tätigkeiten greifen wir Impulse der Kinder auf, um
gemeinsam Bildungsprozesse zu gestalten. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kinder
im Vordergrund.
Kinder lernen ständig, sie machen Erfahrungen und entwickeln Qualitäten, die sie
stark machen für ihr Leben. Vieles von dem, was die Kinder im Kindergarten lernen,
tragen sie unsichtbar nach Hause - in Form von Erfahrung, Wissen und Kompeten-
zen.

Unser Tagesablauf

Eintrittszeit und Morgenkreis


Die Kinder kommen zwischen 7:45 Uhr und 8:45 Uhr in den Kindergarten. Sie haben
Zeit, sich zu orientieren und wählen Spielpartner, Lern- und Bildungsräume sowie Or-
te und Spieldauer selbstständig.

Freispielzeit und gleitende Jausezeit


Die Freispielzeit hat bei uns einen hohen Stellenwert. Die Kinder planen und organi-
sieren einen Teil ihrer Zeit selbst, lernen Entscheidungen zu treffen und die Konse-
quenzen daraus zu tragen. Sie sind Entdecker und Handelnde.

Während der Freispielzeit dürfen die Kinder nach Belieben die Jause essen. Der
Jausetisch ist Treffpunkt und Austauschplatz zugleich und lädt die Kinder zu einer
kurzen Verschnaufpause ein.

Nach der Freispielzeit versammeln sich die Kinder im Morgenkreis. Hier beginnen al-
le den gemeinsamen Tag. Wir schauen, wer anwesend ist und welcher Tag heute ist
und wir tauschen Informationen aus. Die Kinder erzählen auch gerne von sich und
von ihren Erlebnissen.

Konzeption 21 Kindergarten Rein


Gemeinsames Aufräumen
Auch das gemeinsame Aufräumen ist Teil der Bildungsarbeit. Dabei wird der wert-
schätzende Umgang mit den Spielsachen gefördert. Die Kinder übernehmen selbst-
ständig Aufgaben und sind stolz darauf.

Pädagogische Angebote
Wir gestalten die Tagesstruktur so, dass die Jungen und die Mädchen in ihrem ei-
gentlichen Lernen, das heißt im Freispiel, so wenig wie möglich gestört werden. Bil-
dungsaktivitäten, die sich nach den Interessen der Kinder richten, werden in der
Freispielzeit eingebaut. Die Spielzeit ist wichtige Lernzeit. Durch ständige Unterbre-
chungen würden die Kinder in ihrem Lernen gestört. Kinder lernen ganzheitlich. Sie
wollen Dinge nicht nur anschauen oder darüber reden, sondern sie wollen sie anfas-
sen, daran riechen, sie schmecken und mit ihnen experimentieren. Nur so machen
die Kinder Erfahrungen, die sie in die Lage versetzen, mitzudenken und Zusammen-
hänge gedanklich nachzuvollziehen.
Schmutzige Kleidung und klebrige Hände bleiben bei den verschiedenen Tätigkeiten
nicht aus. Nur umfassende Sinneswahrnehmungen versetzen die Kinder in die Lage,
mitzudenken und Zusammenhänge gedanklich nachzuvollziehen.
Damit die ganzheitliche Förderung gelingt, ermöglichen wir vielfältige Angebote: Ge-
schichten, Gespräche, Bilderbücher, Tischtheater, Experimente, Projekte, Schüler-
treff, Turnen, Rollenspiele, Singspiele...

Konzeption 22 Kindergarten Rein


Aufenthalt im Freien
Rein bietet den Kindern viele Möglichkeiten und viel Freiraum zum Entdecken und
zum Erkunden: Felder und Wiesen, der Spielplatz, der Wald, der See und weitere
Plätze in der Umgebung laden die Kinder ein, ihre Bewegungslust auszuleben.
Dadurch lernen sie, ihre Fähigkeiten einzuschätzen und weiter zu entwickeln.
Über Bewegungsangebote im Freien machen die Kinder grundlegende Erfahrungen
über sich selbst, den eigenen Körper und ihre Fähigkeiten. Sie sammeln Wissen
über Dinge und deren Gesetzmäßigkeiten.

Mittagstisch
Gepflegte Tischkultur und gesunde Ernährung sind uns wichtig. Im Kindergarten
Rein wird nicht gekocht - das Essen wird geliefert. Die Kinder gestalten den Ablauf
aktiv mit. Jedes Kind deckt am Vormittag mit Teller, Besteck und Glas selber seinen
Platz. Das Essen wird jeweils von einem Kind, dem „Koch“, ausgeteilt.

Angebote am Nachmittag
Je nach Interesse der Kinder gibt es am Nachmittag verschiedene Angebote, wie
Bewegungsbaustelle, Stilleübungen, Spiel im Garten oder eine weitere Freispielzeit.

Konzeption 23 Kindergarten Rein


Was ich kenne, tut mir gut.
Rituale geben den Kindern Sicherheit.

Unbekannt

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Rituale im Kindergarten

- Wir heißen am Morgen jedes einzelne Kind willkommen.

- Im Morgenkreis begrüßen sich die Kinder gegenseitig.

- Vor dem Mittagessen sprechen wir ein Gebet.

- Das Aufräumen der Spielsachen wird durch ein akustisches Signal eingeleitet.

- Bevor wir nach Hause gehen, verabschieden wir uns mit einem Lied.

Feste im Kindergarten

Im Laufe des Kindergartenjahres gibt es immer wieder Anlässe für Feste:


Geburtstagsfeier der Kinder, Laternen-fest, Nikolausfeier …
Zu einigen Feiern laden wir auch Eltern, Großeltern, Schüler und Freunde ein.

Konzeption 25 Kindergarten Rein


Projekte

Die Arbeit an einem Projekt bietet die Möglichkeit, die Kinder sowohl individuell als
auch altersspezifisch anzusprechen, zu motivieren und zu fördern.

In jedem Projekt werden alle Sinne der Kinder einbezogen. Die Kinder bekommen
keine vorgefertigten Lösungen vorgelegt, sondern sie werden angeregt, durch Erfah-
rungen, Impulse und Experimente den Weg selbst zu bestimmen.

Die Kinder bekommen die Gelegenheit, Projektinhalte sowohl im Freispiel als auch in
geleiteten Angeboten zu erleben.

Projekte entstehen:
- aus den Bedürfnissen der Kinder
- aus den Beobachtungen der Kindergruppe und ihren aktuellen Interessen
- aus aktuellem Anlass
- aus dem Jahreslauf

Durch die immer neuen Projekte bleibt der Kindergarten für die Kinder spannend und
erlebnisreich. Die Funktionsbereiche werden den jeweiligen Themen angepasst. Die
Aufmerksamkeit der Kinder bleibt wach und sowohl die Lernfreude als auch die
Wissbegierde der Kinder werden individuell gefördert und befriedigt. Wie von selbst
verinnerlichen die Kinder die Inhalte zum jeweiligen Projekt, erkunden Zusammen-
hänge und machen vielfältigste Einzel- und Gruppenerfahrungen.

Gestaltung der Spiel- und Lernräume

Unsere Spiel- und Lernräume bieten genügend Platz für das konzentrierte Einzel-
spiel, für das Spiel zu zweit, für das Spiel in der Kleingruppe und für die Aktivitäten
mit der ganzen Gruppe. Die Kinder haben die Möglichkeit, Nähe, aber auch Distanz
zu anderen Kindern und zu den Pädagoginnen selbstständig zu wählen. Dies gibt je-
dem Kind die Möglichkeit, zu erleben, wie es sich in den verschiedenen Situationen
fühlt.

Konzeption 26 Kindergarten Rein


„Der Übergang von der Familie in den Kindergar-
ten ist von größter Bedeutung. Wir achten auf die
Entwicklung jedes einzelnen Kindes und auf die Be-
sonderheiten der Familien. Die Entwicklung des
einzelnen Kindes und die Merkmale seiner Familie
müssen berücksichtigt werden.
Der Erfolg des Überganges bezieht sich nicht nur auf
das einzelne Kind, sondern auch auf die beteiligten
sozialen Systeme. Auch die Eltern machen einen
Übergang, wenn ihr Kind zum ersten Mal in den
Kindergarten geht. Deshalb ist es wichtig mit den
Eltern schon vor Kindergartenbeginn in Dialog zu
treten.“
Rahmenrichtlinien, Seite 60

Konzeption 27 Kindergarten Rein


Gestaltung von Übergängen

Um den neu eingeschriebenen Kindern den Einstieg zu erleichtern, bieten wir mehre-
re Vorbesuche im Winter und im Frühling an. Im Juni gestalten wir einen Informati-
onsabend für die Eltern der „neuen“ Kinder. Schafft man es, eine Vertrauensbasis zu
den Eltern aufzubauen, können Kinder und Eltern beim Übergang besser unterstützt
werden.

Da Kindergarten und Schule im selben Gebäude untergebracht sind, arbeiten wir in-
tensiv mit der Grundschule zusammen. Zu Jahresbeginn planen wir gemeinsame
Schwerpunkte. Alle Kinder lernen die Lehrerinnen, die Schulkinder, die Räumlichkei-
ten und den Tagesablauf in der Schule früh kennen und können sich so sehr gut auf
die Schule vorbereiten.

Regelmäßig gibt es zwischen Pädagoginnen und Lehrpersonen einen Erfahrungs-


austausch zu pädagogischen Themen, z.B.: Was erwartet die Lehrerin vom Kinder-
gartenkind? Welche Anforderungen kommen auf die Kinder zu?

Gemeinsame Aktivitäten
- Die Kinder der 3. und 4. Klasse übernehmen eine Lesepatenschaft für jeweils ein
Kindergartenkind. Sie kommen regelmäßig, um den Kindern vorzulesen oder um
mit ihnen ein Lernspiel zu spielen.
- Auch die Schüler der 1. Klasse lesen den Kindergartenkindern gerne vor. Sie zei-
gen dann stolz, was sie schon alles gelernt haben.
- Wir gestalten gemeinsame Turnstunden, welche abwechselnd von einer Pädago-
gin oder einer Lehrerin geleitet werden.
- Regelmäßig führen wir die Brandschutzübung durch.
- Auch Feste, wie Laternenfest, Faschingsfeier oder Frühlingsfest, werden meist
gemeinsam organisiert und durchgeführt.
- Besonders freuen sich die Schüler, wenn wir sie einfach mal zum Spielen einla-
den. Diese willkommene Abwechslung genießen sie sichtlich.

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Bildungspartnerschaften

Die Familie
Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen des Kindes. Von ihnen übernehmen
die Kinder Werte und Kompetenzen, welche einen grundlegenden Einfluss auf ihre
Bildungs- und Lernbiographie haben. Eine gute und partnerschaftliche Zusammenar-
beit mit den Eltern ist für uns unerlässlich.

Weitere Bildungspartner

Konzeption 29 Kindergarten Rein


Wir reflektieren und evaluieren unseren Arbeitsprozess re-
gelmäßig

Regelmäßig reflektieren und evaluieren wir unsere pädagogischen Angebote und


deren Auswirkungen auf die Kinder. Bei der Reflexion und Evaluation kommen uns
die dokumentierten Beobachtungen - Zeichnungen, Fotos, Filme, Lerngeschichten,
gezielte Beobachtungen - zugute. Ziel unserer Evaluationstätigkeit ist die Qualitätssi-
cherung und die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres pädagogischen Han-
delns.

Die in den Jahren 2009 – 2011 erstellte Konzeption wurde


im Februar 2020 von der Mitarbeiterin Monika Kofler
im Hinblick auf den geplanten Neubau überarbeitet und aktualisiert.

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