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Förderpreis des

Deutschen Stahlbaues
2004

Eine Gemeinschaftsorganisation von


stahlerzeugenden Unternehmen und
dem Deutschen Stahlbau-Verband DSTV
Herausgeber:

Danksagung BAUEN MIT STAHL e. V.


Sohnstraße 65
BAUEN MIT STAHL dankt allen Jury- 40237 Düsseldorf
mitgliedern für ihren Einsatz und ihr Postfach 10 48 42
Engagement, der KölnMesse sagen wir 40039 Düsseldorf
Dank für die großzügige Unterstützung Telefon (02 11) 67 07-828
und die Zurverfügungstellung der Telefax (02 11) 67 07-829
Räumlichkeiten. zentrale@bauen-mit-stahl.de
www.bauen-mit-stahl.de
Unser besonderer Dank gilt auch der
Fachhochschule Köln, insbesondere Oktober 2004
den Herren Dipl.-Ing. Axel Kotitschke
und Dipl.-Ing. Heiner Rosenkranz, Ein Nachdruck dieser Publikation –
die uns bei der Gesamtorganisation auch auszugsweise – ist nur mit
eine großartige Hilfe waren. schriftlicher Genehmigung des
Herausgebers bei deutlicher Quel-
lenangabe gegen ein Belegexem-
plar gestattet.

Titelbild:
Förderpreis des
Deutschen Stahlbaues 2004 –

1. Preis:
Neukonzeption des Sportgeländes
„Alte Försterei“ in Berlin-Köpenick

Preisträger:
Jonas Schmidt-Thomsen
Förderpreis des
Deutschen Stahlbaues
2004
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

Vorwort der Vorsitzenden der Jury

Fast zwei Tage der interessanten Erfreulicherweise ist die Benut- Wo früher in mühsamer Handar-
und intensiven Auseinanderset- zung digitaler Darstellungsmedien beit Farbflächen mit Maskenfolien
zung mit dem Material Stahl liegen inzwischen an den Hochschulen auf die Zeichnungen aufgetragen
hinter den acht Juroren. Anlass zum Standard geworden, jedoch wurden, ein fertiges Bild also nach
war die Beurteilung der Beiträge variiert und differiert die Art und und nach entstand, genügen heute
von fortschrittlichen und zukunfts- der Stellenwert des Umgangs mit mehrere Mausklicks, um ganze
weisenden Ideen und Lösungen CAD und Bildbearbeitung noch Quadratmeter mit Farbe zu füllen
für Stahlkonstruktionen auf dem stark. Die Bandbreite der Dar- und grafische Effekte zu erzeugen.
Gebiet des Hoch- und Brücken- stellungen reichte daher von ver- Feinabstimmungen finden am
baus für den Förderpreis des Deut- meintlich „trockenen“ Strichdar- Plotter statt. Die Möglichkeiten
schen Stahlbaus. Zugelassen waren stellungen bis zu opulenten Farb- des technischen Prozesses durfte
Arbeiten von Studierenden der bildplakaten. Dies machte die die Jury nicht darüber hinwegtäu-
Architektur und des Bauingenieur- Arbeit der Jury mitnichten „ein- schen, dass zu allererst der Inhalt
wesens, sowie von kooperieren- facher“, denn es galt nun auch der Arbeit bewertet werden soll.
den Teams beider Fachbereiche. hinter die Bilder zu schauen. Das Fehlen von Skizzen wurde
94 Arbeiten stellten sich zur Dis- allgemein in der Jury bedauert,
kussion, wobei die Arbeiten der Beeindruckende grafische Präsen- hier sei daran erinnert, dass eine
Architektursparte eindeutig in der tationen müssen auch inhaltlich einfache Handskizze häufig her-
Überzahl waren. Dies ist sicher einem zweiten Blick standhalten vorragend eine Idee beschreiben
auch dem Umstand geschuldet, können, die Juroren sich auf die kann und daran appelliert, weiter
dass sich Architekten im späteren wesentlichen Aussagen konzen- der eigenen Hand zu vertrauen.
Berufsleben immer wieder der trieren und der Blendung wider-
anonymen Konkurrenz stellen stehen. Unschlagbar in ihrer Kom- Die Jury legte in der Diskussion
müssen. So wird bereits hier die munikationskraft sind weiterhin während der einzelnen Rund-
Möglichkeit genutzt, für die Praxis die Arbeiten, die sich auf die klas- gänge folgende Kriterien ihrer Ent-
zu lernen. sische empirische Methode des scheidungsfindung zu Grunde:
Modellbaus verlassen, in diesem
Wie in jedem anonymen Wettbe- Verfahren nur zugelassen als Fotos. Sie reflektierte die Plausibilität der
werbsverfahren, stand auch dieser Aber sofort wird offensichtlich, ob Idee an der vorgeschlagenen Um-
im Zeichen der Kommunikation. die Bearbeiter, im wahrsten Sinne setzbarkeit und suchte sie im
Auf der Seite der Studierenden des Wortes „begriffen“ hatten, was interdisziplinären Gespräch nach-
gingen der Abgabe Überlegungen sie taten und welche Konsequen- zuvollziehen. Hier galt es, in der
und Dutzende Entscheidungen zen dies für das entworfene Pro- Frage nach der Tiefe der Durch-
zur Darstellung und Vermittlung jekt hatte. Diese Arbeiten erreich- arbeitung die Waage zu halten
der entwickelten Ideen voraus, auf ten auf Grund der direkten Über- zwischen großformatigen Lösungs-
der Seite der Jury folgte die Über- prüfbarkeit des Erdachten die ansätzen einiger Arbeiten und bis
prüfung der Nachvollziehbarkeit größte Präzision und damit die zur Schraube durchdachten De-
des Erarbeiteten, das Lesen des Anerkennung der Jury. taillösungen anderer. Da die Auf-
Projektes. So war der erste Sich- gabenstellung offen war, möchte
tungsrundgang auch der längste. die Jury mit der Wahl der fünf
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des Deutschen Stahlbaues 2004

Preisträger auch die eingereichte Die Jury wollte daher ebenfalls An dieser Stelle möchte sich nun
Bandbreite aufzeigen und ebenso Ideen- und Lösungsansätze fördern die Jury bei den Initiatoren dieses
rein ingenieurwissenschaftliche und zumindest mit einer Belobi- Stahlbauförderpreises, dem „Bauen
Arbeiten mit innovativem Ansatz gung auszeichnen, die außerhalb mit Stahl e. V.“ für die Möglichkeit
entsprechend würdigen. des bereits bekannten Aufgaben- dieser interessanten Auseinander-
kanons des Stahlbaus angesiedelt setzung bedanken. Dank gilt auch
Als förderungswürdig wurde an- waren, um die Auseinandersetzung allen teilnehmenden Studierenden,
gesehen, wenn eine Arbeit es mit mit unkonventionellen Konstruk- die mit ihren Arbeiten bereits auf
eigenständigem Lösungsansatz tionen anzuregen und die Studie- interessantem Niveau zum Gelin-
schaffte, Inhalt und Form im Ideal- renden dahingehend zu ermun- gen des Wettbewerbs beigetragen
fall zur Deckung zu bringen und tern, diese unkonventionellen An- haben.
sich dabei nicht allein von den sätze auch zu einem Punkt vor-
Möglichkeiten und Verführbarkei- anzubringen, der als Lösung im Die Jury möchte alle jetzigen und
ten eines CAD- oder Bildbearbei- Detail plausibel erscheint. Die zukünftigen Teilnehmer und die
tungsprogramms leiten zu lassen, Jury freut sich daher, auch zwei Hochschulen ermutigen, weiter-
sondern eine individuelle Hand- überzeugende maritime, schwim- hin mit Engagement an der Verfei-
schrift sichtbar wurde. Auch hier mende Konstruktionen mit einem nerung des Stahlbaus zu arbeiten.
gilt, wie beim Bauen mit Stahl ge- Lob auszeichnen zu können.
nerell, die Ökonomie der einge-
setzten Mittel zu wahren. Diesen Dennoch liegen die klassischen Vorsitzende der Jury zum
Kriterien entsprach die Arbeit des Themen des Stahlbau in der Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2004
1. Preisträgers, dessen Experimen- Wertung vorn: Hallen, Brücken,
tierfreudigkeit einer nachvollzieh- Dächer. Hier möchte die Jury die Dipl.-Ing. Arch. Ulrike Passe
baren Lösung die Jury besonders Hochschulen weiter motivieren, (Vorsitzende Architektur)
würdigt. andere Wege zu gehen, da sie mit
ihren Semesteraufgaben häufig Univ.-Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hanswille
Stahl ist ein Material mit einer die Weichenstellung für die Ein- (Vorsitzender Bauingenieurwesen)
sehr expliziten Charakteristik, reichungen geben. Schwierigkei-
welche sich in der Ästhetik der ten im Umgang mit den Themen
Konstruktion niederschlägt. So Brandschutz und Bauphysik soll-
diskutierte die Jury vielfach, ob ten gerade reizen, sich vermehrt
eine Konstruktion stahlspezifisch mit Hochhäusern und Geschoss-
sei, oder auch in einem anderen bauten auseinander zu setzen.
Material realisierbar wäre. Dies Große Geschoss weite Spannwei-
sei als Motivation verstanden, noch ten sind in der Praxis noch immer
expliziter „Stahl zu denken“ und ein unschlagbares Argument für
zu „erdenken“, um den Blick zu den Stahlverbundbau. Ein Preis-
schärfen und zu weiten für die träger trägt mit seinem großmaß-
vielfältigen Einsatzmöglichkeiten stäblichen Kubus dieser Thematik
des Materials. Rechnung. Er war jedoch unter den
Einreichungen in der Minderheit.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

Der Wettbewerb Preise, wobei jeweils mehrere In der vorliegenden Broschüre wer-
Arbeiten prämiert werden kön- den die prämierten und belobig-
Der alle zwei Jahre von BAUEN nen. Je nach Entscheidung der ten Arbeiten des Wettbewerbs um
MIT STAHL ausgelobte Förder- Jury werden weitere Einreichun- den Förderpreis 2004 dokumen-
preis des Deutschen Stahlbaues gen mit einem Lob ausgezeichnet. tiert. Die Entwürfe sollen Ansporn
für den studentischen Nachwuchs Der Gewinner des 1. Preises wird und Wegweiser für den Nach-
der Architekten und Bauingeni- anlässlich des Deutschen Stahlbau- wuchs sein und können vielleicht
eure besteht seit 1974. Der Preis tages (15. Oktober 2004 in Berlin) sogar innovative Wege für die
wird verliehen für fortschrittliche vorgestellt. Zukunft des Bauens mit Stahl
und zukunftsweisende Ideen und weisen.
Lösungen auf den Gebieten des
Hoch- und Brückenbaues. Den Die Jurysitzung
Arbeiten sollen Stahlkonstruktio- Die Ausstellung
nen zugrunde liegen. Die Jury unter den Vorsitzenden
Dipl.-Ing. Ulrike Passe (Vorsit- Die Wettbewerbsergebnisse zum
Um den Förderpreis können sich zende Architektur) und Univ.- „Förderpreis des Deutschen Stahl-
Studierende der Architektur und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hanswille baues“ für den studentischen
des Bauingenieurwesens an deut- (Vorsitzender Bauingenieurwesen) Nachwuchs werden gemeinsam
schen Universitäten, Hoch- und tagte für eineinhalb Tage am 22./ mit dem „Preis des Deutschen
Fachhochschulen bewerben sowie 23. April 2004 in der KölnMesse. Stahlbaues“ für Architekten in
deutsche Staatsangehörige, die an einer Wanderausstellung gezeigt,
einer entsprechenden ausländi- Von den insgesamt 197 Teilneh- die ca. zwei Jahre lang die ver-
schen Einrichtung studieren. Es mern wurden 94 Arbeiten (ein- schiedensten Ausstellungsorte in
können sich sowohl Einzelperso- schließlich Gruppenarbeiten) der Bundesrepublik durchläuft.
nen als auch Arbeitsgemeinschaf- eingereicht, davon 72 von Archi- Interessenten, insbesondere Hoch-
ten beteiligen. Die Entwürfe sol- tekten, 8 von Bauingenieuren und schulen, wird die Ausstellung
len im engen Einvernehmen mit 14 von Gruppen beider Diszipli- kostenfrei zur Verfügung gestellt.
entsprechenden Lehrstühlen der nen. Beteiligt waren 16 Technische Die Dokumentation zum Preis
Hoch- und Fachhochschulen Hochschulen/Universitäten mit des Deutschen Stahlbaues 2004
durchgeführt werden; sie können 56 Entwürfen und 16 Fachhoch- (Architektenwettbewerb) wird
im Rahmen einer Seminar- oder schulen mit 36 Entwürfen, zwei vom Verlag DAS BEISPIEL, Darm-
Diplomarbeit behandelt werden. Arbeiten wurden frei entworfen. stadt, herausgegeben.

Der Wettbewerb erfolgt anonym Da die Themenstellung des Stu-


über Tarnzahlen, die mit einem dentenwettbewerbs offen war, Der nächste Wettbewerb
Formblatt bei BAUEN MIT STAHL umfasste die Palette der einge-
vorher anzufordern sind. Arbeiten, reichten Arbeiten Stadien und Im Frühjahr 2006 lobt BAUEN MIT
die bereits am Wettbewerb um Arenen, Ausstellungs- und Messe- STAHL wieder den Förderpreis
den Förderpreis des Deutschen hallen, Flughäfen und Brücken des Deutschen Stahlbaues aus.
Stahlbaues beteiligt waren, dürfen ebenso wie Büro- und Industrie- Auslobungsbedingungen und Ein-
nicht erneut eingereicht werden. bauten. reichungstermin werden rechtzei-
Die Teilnahme an anderen Wett- tig bekannt gegeben und sind im
bewerben ist kein Hinderungs- Die Einreichungen wurden in drei Internet unter www.bauen-mit-
grund. Wertungsdurchgängen beurteilt. stahl.de/wettbewerbe.htm abruf-
Nach ausführlichen Diskussionen bar. An den Hochschulen wird
Eine unabhängige Jury bewertet wurden ein erster, zwei zweite auf den Wettbewerb aufmerksam
die eingereichten Arbeiten in und zwei dritte Preise sowie gemacht.
nicht öffentlicher Sitzung. Ihre sieben Lobe ermittelt. Als Preis-
Entscheidung ist endgültig, der geld werden für den 1. Preis
Rechtsweg ist ausgeschlossen. 2.000,- Euro, für die 2. Preise je
Vergeben werden erste bis dritte 1.500,- Euro, für die 3. Preise je
750,- Euro zuerkannt.
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Die Jury bei der Arbeit

Die Jury 2004 (Foto v. l. n. r.):


Dipl.-Ing. Kersten Lenzen, Leiter Technisches Marketing, Peiner Träger GmbH, Peine
Dipl.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Marc Blum, Geschäftsführer Arcelor Sections Commercial Deutschland GmbH, Köln
Dipl.-Des. Sonja Schulenburg, DBZ Deutsche Bauzeitschrift, Gütersloh
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hanswille, Institut für Konstruktiven Ingenieurbau, FBD, Bergische Universität Wuppertal
Prof. Dipl.-Ing. Johann Eisele, FG Entwerfen und Baugestaltung, FB Architektur, TU Darmstadt
Dipl.-Ing. Arch. Ulrike Passe, Passe + Kälber Architekten, Berlin
Prof. Dipl.-Ing. Arch. Gunther Vettermann, Abteilungsleiter Ausstellungstechnik KölnMesse, Köln
Dipl.-Ing. Arch. Elmar Schossig, Gatermann + Schossig Architekten BDA, Köln
Dipl.-Ing. Horst Hauser, Moderator, Geschäftsführer BAUEN MIT STAHL e. V., Düsseldorf
Fachliche Beratung: Dipl.-Ing. Hiltrud Kaiser, Dipl.-Ing. Ronald Kocker und Dipl.-Ing. Walter Suttrop,
Beratungsingenieure BAUEN MIT STAHL e. V., Düsseldorf
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1. Preis

Neukonzeption des Sport-


geländes „Alte Försterei“
in Berlin-Köpenick
Diplomarbeit
Jonas Schmidt-Thomsen

Technische Universität Berlin Konzept


Fachgebiet Konstruktives Entwerfen
und Klimagerechtes Bauen Zentrales Thema des Entwurfs ist
Prof. Rainer Hascher die Tribünenerweiterung und
Dr.-Ing. Eddy Widjaja -überdachung des Stadions „Alte
Försterei“. Die Spielstätte des
1. FC Union Berlin war zu DDR-
Zeiten Sammelbecken politisch
Laudatio Andersdenkender.

Der Verfasser schlägt vor, das Sys- Während die Form des existieren- Damit der vorhandene Stadionwall
tem des bekannten, geschlossenen den, rechteckigen Unterrings er- klar erkennbar bleibt, wurde ein
„Geiger-Dome“ weiterzuent- halten bleiben soll, wird für die Dachtragwerk gewählt, das im
wickeln. Das vorgespannte Stahl- Kapazitätserweiterung ein ellipti- Außenraum keine Maste, Pylone
tragwerk hält über Diagonal-, scher Oberring (Betonhohlkam- oder Abspannungen benötigt,
First- und Ringseile konisch aus- merrippenschale) gewählt. Das gleichzeitig die Stützenfreiheit im
gebildete Druckstäbe frei im Konzept folgt dem Gedanken, das Innenraum gewährleistet.
Raum. Alle Zugkräfte werden in Traditionelle (Unterring), vom
den außen liegenden Druckring Neuen (Oberring), zu unterschei- Eine Tensegrity-Konstruktion
eingeleitet und bilden so ein in den und abzusetzen. Zwei vertikal (D. Geiger) wurde hierfür leicht
sich geschlossenes Tragsystem, unterschiedliche Tribünenfiguren modifiziert und weiterentwickelt.
welches ohne Pylone und/oder trennen Geschichte und Zukunft, Die Dachkonstruktion wurde über
Abspannungen auskommt. bringen sie in ein spannungsrei- der Spielfläche ausgespart und
ches Gefüge und dadurch zusam- dem Druckring ein der Dynamik
Als Ganzes entsteht eine Architek- men – dies soll erkennbar und und Bewegung des Sportgesche-
tur, die im Zusammenspiel von Alt spürbar sein. hens entsprechender Schwung
und Neu, von Masse und Trans- verliehen.
parenz ihre Eigenständigkeit und
Harmonie der Gegensätze zeigt.
Auf diesem hohen Niveau kann
auch der Baustoff Stahl zeigen,
dass er mit seiner Leistungsfähig-
keit in der obersten Liga leicht
mitspielt.
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Das vorgespannte Tragwerk hält


über seine Diagonal-, First- und
Ringseile Druckstäbe frei im Raum
und stellt ein in sich kraftschlüssi-
ges System dar, bei dem die Aus-
steifung in den Fußpunkten der
Druckstäbe durch die Ringseile
und in den Kopfpunkten durch die
Membranflächen erreicht wird.
Die ausschließlich auftretenden
Zugkräfte werden in einen Druck-
ring (Biegebogen) abgetragen. Der
Druckring erzeugt lediglich Verti-
kalkräfte, die über Pendelstäbe in
die Stahlbetonschale eingeleitet
werden.
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2. Preis

Steg über die Donau


bei Inzigkofen
Semesterarbeit
Martin Wille
Rainer Nitschke

Fachhochschule Stuttgart
Fachbereich Architektur
Prof. Gerd Gassmann
Prof. Fritz-Ulrich Buchmann

Laudatio Auffallend bei dieser Arbeit ist die


intensive Auseinandersetzung mit
Der Entwurf eines Stegs über den dem Detail und der Ausführung.
40 m breiten Fluss im oberen Die kleine Fußgängerbrücke wur-
Donautal überzeugt durch ein de konsequent in Stahl geplant
leichtes, filigran wirkendes Trag- und überzeugt in ihrer formalen
werk. Die Verfasser reagieren mit und konstruktiven Einfachheit.
dieser eleganten, einfachen, leicht Der konsequente und logische
geschwungenen Brücke auf eine Aufbau der Brücke, ihre Stringenz
äußerst sensible, landschaftlich und Machbarkeit wie Funktiona-
reizvolle Situation. lität tragen erheblich zur Attrakti-
vität dieser Arbeit bei.
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Konzept Das Bauwerk sollte möglichst fili- Zugstäbe auf der Unterseite vor-
gran und zurückhaltend wirken, gespannt. Um die Verwindungs-
In Inzigkofen, bei Sigmaringen im um in der reizvollen Landschaft steifigkeit und Tragfähigkeit für die
oberen Donautal, einer reizvollen nicht zu stören. Von großer Wich- Vertikallasten zu erhöhen, sind
Landschaft von Wäldern, Wiesen tigkeit waren auch Langlebigkeit Bögen und Zugstäbe mit einer
und bizarren Felsen, besteht ent- und Wartungsfreiheit. Die Kon- Anordnung von Stahlrohren ge-
lang der Flussufer ein weitver- struktion sollte größtenteils vor- lenkig miteinander verbunden.
zweigtes System von Wander- montierbar sein, um sie mit Hilfe
wegen. Um die Donau zu über- eines Hubschraubers an den nur Der Knotenpunkt zwischen Zug-
queren, wird ein nur zu Fuß nutz- zu Fuß zugänglichen Standort stäben und Druckdiagonalen
barer Steg an einer günstigen Stelle bringen zu können. wurde speziell entwickelt, um ein
geplant, wo die Ufer nur ca. 40 technisch und optisch einwand-
Meter weit voneinander entfernt Tragende Hauptelemente der Brü- freies Ergebnis zu erhalten. Er be-
sind. cke sind zwei parallel verlaufende steht aus gefrästen, vorgefertigten,
Bögen aus Flachstahl (80 x 160 gleichen Teilen, die auf einen
mm), verbunden durch Vierkant- Gewindebolzen aufgereiht und
rohre und ausgesteift durch Rund- miteinander verschraubt werden.
stähle. Die Bögen sind durch vier
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2. Preis

Your work is where you are –


Arbeitswelten der Zukunft
Diplomarbeit
Lutz Krüger

Fachhochschule Aachen
Fachbereich Architektur
Prof. Hans-Georg Brückmann

Laudatio

Das Thema Arbeitswelten der Zu-


kunft orientiert sich vorrangig am
Thema Flexibilität und Kommuni-
kation. Die adäquate konstruktive
und technische Antwort wird in
einer Lösung aus Kern und tragen-
der Außenhaut gefunden. Das
sich nach außen vermittelnde Bild
dieser Idee ist in seiner Bildhaftig-
keit auch emotional überzeugend.

Konzept

Entwickelt wird eine multifunktio-


nale Struktur für Arbeiten, Wohnen
und Freizeitgestaltung von morgen,
die flexible Reaktionen auf schnell
wechselnde Aufgaben und Orga-
nisationsstrukturen zulässt. Als
Standort könnte man sich z. B.
die alten Docklands in London
(Canary Wharf) vorstellen, nur
wenige Kilometer von der City
entfernt. Integrierte Angebote wie
Restaurants, Fitnesscenter, Service-
leistungen etc. sollen zugleich
einen „Mehrwert“ gegenüber her-
kömmlichen Wohn- und Arbeits-
welten bieten. – Arbeiten, wo wir
uns gerade befinden – > YOUR
WORK IS WHERE YOU ARE <
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Herz des Gebäudes ist der massive Aus diesen Überlegungen wurde Das Außentragwerk ist eine selbst-
Kern, der die vertikale Erschlie- die Baukonstruktion abgeleitet. tragende, aussteifende Stahl-Glas-
ßung und die haustechnische Um ein hohes Maß an Flexibilität Konstruktion aus biegesteifen
Versorgung übernimmt. Um ihn zu erhalten, gibt es keine Decken Dreiecken. Diese bestehen aus
herum „rotieren“ die verschiede- tragenden Stützen. Die Horizon- betongefüllten Stahlhohlprofilen.
nen Levels (L´s) mit den Primär- tallasten werden ausschließlich Im Achsabstand von 6 m werden
flächen (Büroflächen). Die dazwi- über den massiven Betonkern so- mit speziellen Stahlschwertern
schen liegenden Freiräume dienen wie die transparente Außenhülle die fischbauchartigen Verbund-
als gemeinsam nutzbare Sekundär- abgetragen. deckenträger an die Knoten der
flächen mit Recreation-Level, Außenhülle angeschlossen. Die
Kantinen/Restaurants, Audito- als Scheibe ausgebildeten Decken
rium, Bars, Konferenzräumen so- leiten die Windlasten in das äuße-
wie der Sky-Lounge. Das Gebäude re Tragwerk ab. In den Freiräumen
gliedert sich in einen öffentlichen im Inneren übernehmen die Fisch-
(Level 1 – 3, + 12 ) und den nicht- bauchträger diese Aufgabe.
öffentlichen Teil (Level 4 – 11, die
Büroflächen).
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3. Preis

Leistungsfähigkeit von
Stahlrahmenecken mit Vouten
aus Dreiecksblechen
Diplomarbeit
Jens Martin Löffler
Christina Martin

Fachhochschule
Nordostniedersachen
FB Bauingenieurwesen
Prof. Dr.-Ing. Maritta Pertersen

Laudatio

Die Wirtschaftlichkeit von Stahl-


konstruktionen wird in hohem
Maße durch die Anschlusstechnik
bestimmt. Die Verfasser, Diploman-
den, entwickeln eine Anschluss-
ausbildung für steifenlose, biege-
steife Rahmenecken, bei denen
die Vouten mit Dreiecksblechen
ausgebildet werden.
Konzept
Die Arbeit überzeugt durch ihren
hohen Praxisbezug und eine um- Aufgabe der Diplomarbeit war es, → Parameterstudie, in der eine
fassende Bearbeitung der Auf- die Lastabtragung einer Rahmen- Abschätzung des Tragverhaltens
gabenstellung. Aufwändige 3 D ecke mit einem dreiecksförmigen über ein Rechenmodell vorge-
Finite-Element-Berechnungen wer- Voutenblech aus HEA-Profilen zu nommen wurde. Ziel war es, ein
den mit Hilfe von sorgfältig geplan- untersuchen, ein Tragmodell zu möglichst zutreffendes und den-
ten und durchgeführten experi- entwickeln und dafür ein einfach noch praktikables Verfahren für
mentellen Untersuchungen über- zu bedienendes Bemessungspro- die Bemessung der Grenztrag-
prüft. Für die Praxis wird ein ver- gramm zu erstellen. fähigkeit dieser Rahmenecke zu
einfachtes Bemessungsverfahren entwickeln.
entwickelt. Die vorgestellte Lösung Die Untersuchung dieses Rahmen- → Experimentelle Untersuchungen
bietet die Möglichkeit einer signi- eckentyps stützte sich auf drei an acht verschiedenen Versuchs-
fikanten Reduktion der Fertigungs- Teile: körpern im Maßstab 1 : 1, wobei
kosten. → FEM-Modell (Finite-Element- der Kraftfluss mittels Dehnungs-
Methode), in dem das Rahmen- messstreifen (DMS) und die Ver-
eckenmodell in 3 D modelliert formung mittels optischer Vermes-
und berechnet wurde. Dabei sung durch einen Theodoliten auf-
wurde insbesondere auf eine gezeichnet wurde.
möglichst wirklichkeitsnahe Simu-
lation großen Wert gelegt, um die
Ergebnisse mit den experimentel-
len Untersuchungen vergleichen
zu können.
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Durch die Auswertung der Ergeb-


nisse wurde das entwickelte Trag-
modell bestätigt. Die Rahmen-
eckenausbildung mit Voute aus
Dreiecksblech zeichnet sich durch
einen reduzierten Fertigungsauf-
wand und einfachere Montage
aus. Es sind wesentlich geringere
Säge-, Schneid- und Schweißar-
beiten erforderlich, somit beläuft
sich die Fertigungsdauer auf fast
die Hälfte der Dauer einer konven-
tionellen Voute mit Flansch. Die
Untersuchungen ergaben, dass
die Beanspruchbarkeit nur gering-
fügig unter der einer ausgesteiften
Voute liegt, so dass die Rahmen-
ecke mit Voute aus Dreiecksblech
für HEA-Profile als wirtschaftlicher
angesehen werden kann.

Modellierung der Schrauben


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3. Preis

Elbbrücke Olympiapark
Semesterarbeit
Frauke Meyer-Speulda

Hochschule für Bildende Künste


Hamburg
Fachgebiet Tragwerksentwurf
Prof. Dr.-Ing. Michael Staffa
Prof. Asmus Werner
Dipl.-Ing. Till Bingel

Laudatio

Basierend auf einer Ausgangs-


vision, in exponierter Lage als
letzte Brücke über die Elbe ein Tor
zur Welt zu gestalten, kombiniert Konzept
mit einem innovativen Drehme-
chanismus, zeigt sich hier eine Zu den Olympischen Spielen 2012 Fahrwasser durch eine Reihe von
sehr strukturierte und durchdachte wird eine Elbquerung geplant, die Dalben „geteilt“ ist, sind zwei
Lösung dieser Aufgabenstellung. die Norderelbe überspannen und Öffnungen mit einer Durchfahrts-
Die Materialwahl Stahl zeigt sich den Olympiapark und das Stadion breite von jeweils 35 m vorgese-
dem Betrachter in der Notwendig- erschließen soll. Die Brücke muss hen. Als „Tor zur Welt“ soll die
keit zur Leichtigkeit und Beweg- beweglich sein, um Schiffsdurch- Olympiabrücke eine signifikante
lichkeit der Konstruktion. fahrten zu ermöglichen. Da das Gestalt erhalten, in bewusstem
Kontrast zu den benachbarten
Elbbrücken (Freihafenbrücke und
Neue Elbbrücken).

Ein einfaches Öffnungsprinzip


lässt die Brücke in einer Bewegung
gleichzeitig zur Seite und nach
oben schwenken. Der Kern des
Bewegungsmechanismus ist die
um 30° geneigte Drehachse am
Fuß des Pylons: Die Rotation um
diese schräge Achse hat eine Be-
wegung in drei Dimensionen zur
Folge. Der Pylon, dem Brücken-
deck diametral, sorgt dafür, dass
der Brückenschwerpunkt in der
Drehachse liegt.

Die beim Öffnen auftretenden


Momente gleichen einander aus,
in jeder Position herrscht ein in-
differentes Gleichgewicht. Ledig-
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lich das Trägheitsmoment und der


Reibungswiderstand müssen mit
Hilfe eines hydraulischen Antriebs
überwunden werden. Eine Arretie-
rung ist in jedem Öffnungszustand
durch die Hydraulikzylinder mög-
lich.

Das Haupttragwerk besteht aus


einer Vollwandbalkenbrücke mit
Hohlkastenquerschnitt und einer
Bauhöhe von 2,73 m. Im Bereich
der Vorlandbrücke wird ein offe-
ner Querschnitt mit je zwei Haupt-
trägern gewählt, bei einer Bauhöhe
von 0,45 m.

Der Verkehr wird in drei Ebenen


geteilt: Fußgänger- und Radfahrer-
verkehr auf der der Stadt zuge-
wandten Seite des Hohlkastens,
ruhender und langsam fließender
Fußgängerverkehr auf dem Hohl-
kasten (zugleich Aussichts- und
Ruhezone), Kraftfahrzeugverkehr
auf der den Elbbrücken zugewand-
ten Seite.
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LOB Von hier aus blickt man in den Trotz seiner Bauhöhe wirkt das
Ausstellungsbereich des Gebäudes Dach als schwebender Körper
Informationszentrum für Bionik, und hat Zugang zu einem Café. über der Glasfassade, die unter
Rosensteinpark Stuttgart Der zweigeschossige, große Aus- den Aspekten größtmöglicher
Semesterarbeit stellungsraum dient als zentraler Transparenz mit Glasschwertern
Florian Schramm Verteiler für die anderen Räume, zur Abtragung horizontaler Lasten
Matthias Bambuch wie Multi-Media-Raum, kleiner ausgebildet wurde. Als Eindeckung
Nina Landau Ausstellungsraum, Vortragssaal. wird im Bereich des Innenraums
Stefan Sindlinger Werkstätten, Lager- und Verwal- Isolierverglasung eingesetzt, licht-
Stephan Zemmrich tungsräume befinden sich im lenkende Lamellen bilden den
Sockelgeschoss. Sonnenschutz. Über dem Umgang
Universität Stuttgart
Fakultät Architektur und
Stadtplanung
Prof. Stefan Behling
Prof. Dr.-Ing. Jan Knippers
Dipl.-Ing. Jörg Hieber
Dr. Marios C. Phocas

Konzept

Das Gebäude schiebt sich förm-


lich aus dem leicht abfallenden
Hang. Die Glasfassade auf der
Ebene des Platzes ist nach innen
versetzt, so dass sich ein Umgang
bildet, mit freiem Blick auf den
Neckar und das dahinter befind-
liche Gottlieb-Daimler-Stadion.

Funktionale Bedeutung hat die (Außenbereich) wurde Einfachver-


Dreischichtigkeit des Gebäudes: glasung verwendet.
Sockel – Glasfassade – Dach.
Über das „intelligente“ Dach wer- Solarkollektoren dienen der Ener-
den das Raumklima, die Innen- giegewinnung und gleichzeitig als
raumbeleuchtung sowie die Haus- konstruktiver Sonnenschutz für
technik gesteuert. Dabei wurde den Innenraum. Die dem Sockel
die besondere Konstruktion des vorgesetzte Lamellenfassade regelt
Tragwerks genutzt, um die kom- Belichtung und Verschattung der
plette Haustechnik samt Dachent- Räume und dient gleichzeitig dem
wässerung zu integrieren. konstruktiven Witterungsschutz für
die Fassade. Bei Nacht vermittelt
Das Tragwerk besteht aus einem die hindurchscheinende Innen-
modular zusammengesetzten Rost, raumbeleuchtung den Eindruck
wobei jedes Modul – aus Stahl- eines „lebendigen“ Sockels.
blech bestehend – durch die Trich-
terform im Innern das Licht lenkt,
bzw. über integrierte Leuchtkör-
per ein stufenloser Übergang von
Tages- zu Kunstlicht möglich ist.
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LOB

Architekten entwerfen
einen Oceanliner
Diplomarbeit
Sven Vandeven

Universität Stuttgart
Institut für Baukonstruktion
Prof. Stefan Behling
Dipl.-Ing. Friedrich Grimm
Prof. Dr.-Ing. Günter Eisenbiegler
Universität Rostock
Institut für maritime Systeme Im Inneren überlagern sich hori- Zur Optimierung des Material- und
und Strömungstechnik zontale und vertikale Erschlie- Fertigungsaufwandes (Rohrdurch-
Prof. Dr.-Ing. Pentscho Pentschew ßungsstränge mit einer räumlich messer bis zu 1 m) werden für die
freieren Anordnung von Wegen Knotenverbindungen Schweißkon-
und Nutzflächen, die deckweise struktionen eingesetzt. Sie könnten
variieren können: z. B. Decks im außerhalb der Werft gefertigt und
Konzept oberen Bereich als terrassierte aufgrund ihrer Abmessungen auf
Landschaften mit freiem Ausblick dem Landweg angeliefert werden.
Analog zu den Prinzipien im nach allen Seiten, Entertainment- Die Fügung der Knoten und Stäbe,
Hochhaus- oder Brückenbau wird Zonen im „dunklen Bauch“ des wiederum durch Schweißen, er-
versucht, Tragstrukturen für den Schiffes. folgt auf der Werft, wo das Know-
Bau von Passagierschiffen zu ent- how und die Facharbeiter für diese
wickeln. Im Vergleich zum her- Als Baustoff werden Profilstahl für Technik schon vorhanden sind.
kömmlichen Schiffbau liegen die die strukturellen Elemente und
Vorteile in der räumlichen Flexibi- Stahlfeinblech (als Trapezblech) Für die Hülle werden Elemente
lität sowie Kosten- und Gewichts- für den Ausbau gewählt. Die Pri- unterschiedlicher Festigkeit und
einsparungen durch höhere Nutz- märstruktur des Schiffs ist eine Opazität gewählt, die auf die von
lasten und geringeren Treibstoff- Röhre, aufgelöst in eine grobma- der Geometrie des Primärtrag-
verbrauch. Neue Nutzungsper- schige Gitterschale. Diese be- werks abgeleitete Gitterstruktur
spektiven tun sich auf. Der Ocean- stimmt die äußere Form und bietet aufsetzen. In der unteren, durch
liner kann als Verkehrsmittel brei- im Inneren maximale Freiheiten Wellenschlag und Wasserdruck
tere Zielgruppen erschließen, z. B. (keine auskreuzenden Diagonalen). belasteten Zone sind dies Sand-
Geschäftsreisende, und zugleich wichpaneele, nach oben hin Ver-
ein Ort für Meetings und Konferen- glasungselemente.
zen sein.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

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LOB

Sea – The Future/


Schwimmendes Wohn-
und Geschäftsgebäude
Semesterarbeit
Alexander Mertens

Universität der Künste Berlin


Fakultät Gestaltung
Prof. Dr.-Ing. Franz-Josef Hilbers

Konzept

In Zeiten zunehmender Auflösung


des Raumes und der Ortsgebun-
denheit bietet das schwimmende
Wohn- und Geschäftsgebäude
einen ortsunabhängigen Arbeits-
platz für Unternehmen und deren
Klienten. In einer intensiven
Arbeits- und Erlebnisatmosphäre
können auf dem Wasser innova- Appartment
tive Konzepte und Planungen Deck
entwickelt sowie Kongresse und
Tagungen abgehalten werden.

Das schwimmende Wohn- und


Geschäftsgebäude besteht aus 26
Wohneinheiten, die für jeweils
eine Person konzipiert sind, einem
Bürobereich mit entsprechend
vielen Arbeitsplätzen sowie einem
Freizeitbereich für das „Captain’s
Dinner“ mit Lounge.

Die Funktion eines Schiffes be- Gestaltungsmerkmal des Gebäu- Das konstruktive Hauptelement
stimmt dessen Gestaltung. Die des ist die Symmetrie, die sich im des schwimmenden Gebäudes
stabilisierenden Eigenschaften Inneren an den Apartments und besteht aus 112 vollverschweißten
durch die Rumpfform und den an der Erschließung wiederfindet. und vorgefertigten Stahlschalen.
Kiel waren für die Formgebung Diese Schalen sind als orthotrope
des schwimmenden Gebäudes Die neueren Entwicklungen aus Platten ausgebildet, d. h. durch
ausschlaggebend. Schiffe mit bau- der Schiffs- und Automobilin- Verstärkungsrippen ausgesteifte
chigerem Rumpf, d. h. eine mög- dustrie führen dazu, dass com- Bleche. Den größten Teil der Be-
lichst lange Wasserlinie, liegen putergesteuertes Schneiden und lastungen durch Zug-, Druck-, und
dabei weitaus stabiler im Wasser Schweißen von Stahl zunehmend Torsionskräfte nehmen durchge-
als schmalere, schnellere Schiffe. in der Architektur Anwendung hende und stärkere Spanten mit
Ein weiteres wichtiges äußeres findet. aufgeschweißten Flanschen auf.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

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LOB

Arena am Ostbahnhof
Semesterarbeit
Johanna Kuna
Anke Müller

Technische Universität Berlin


Fachgebiet Konstruktives Entwerfen
und Klimagerechtes Bauen
Prof. Rainer Hascher
Dipl.-Ing. Joachim Dieter

Konzept Das Primärtragwerk besteht aus und bilden die unterschiedlichen


einem Vierecksmaschennetz mit Maschenwinkel. In den Knoten
Auf dem Gelände des ehemaligen gleichen Systemlängen der Stäbe greifen, gelenkig gelagert, die
Güterbahnhofs am Berliner Ost- von 4,70 m. Für die Schalentrag- diagonalen Druck-Zug-Stäbe an.
bahnhof soll eine Multifunktions- wirkung werden zug- und druck- Sie dienen der Aussteifung und
halle für Sport, Unterhaltungs-, beanspruchte Diagonalstäbe ein- machen die Schalenwirkung des
Kultur- und Kongressveranstaltun- gesetzt. Sie werden als unver- Tragwerkes erst möglich.
gen mit 16.000 Sitzplätzen er- schweißte Stahlrundrohre ausge-
richtet werden – als gleichzeitige führt. Die Stäbe der Kehle am Übergang
Heimstätte des Eishockey-Vereins von der Haupt- zur Nebenhalle
„EHC Berliner Eisbären“. Die Gussknoten sind entspre- werden stärker dimensioniert,
chend ihrer Lage in der Netzkup- hier werden die Lasten auf fünf
Die Arena wird als Gitterschale pel in Schalenebene gekrümmt „Bögen“ der Kehle verteilt. Die
ausgeführt. Alle Baukörper und Stäbe werden mit den Knoten ver-
die Tribüne stehen frei im Raum, schweißt. Da Schweißen auf der
bilden jedoch in ihrer Form eine Baustelle sehr aufwendig ist, ins-
Einheit mit der Gitterschale. Der besondere in der Höhe, sollte die
Entwurf nimmt in seiner Formen- Gitterschale in größtmöglichen
sprache die Dynamik des mit dem Modulen vorgefertigt werden. Die
Nutzungskonzept verbundenen Anlieferung kann auf dem Wasser-
Eissportes auf. Ein filigranes, trans- wege erfolgen, da das Arenagelän-
parentes Glasdach überspannt de nahe der Spree liegt.
Haupt- und Nebenhalle.
Die Vertikallasten werden über
Auflager in die Fundamente gelei-
tet. Die horizontalen Auflager-
kräfte werden von der Boden-
platte aufgenommen und zu den
Schotten abgetragen. Die Boden-
platte ersetzt einen Zugring. Die
Stäbe sind tangential zu den Auf-
lagern eingespannt. An ihre Enden
wird eine gebohrte Kopfplatte ge-
schweißt. In die Fundamente sind
Anker eingelassen, auf die die
Kopfplatte gesteckt wird. Über das
Gewinde des Ankers werden sie
gespannt.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

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LOB

Fußballstadion Tivoli, Aachen


Semesterarbeit
Daniel Kniess

Technische Hochschule Aachen


Lehrstuhl für Baukonstruktion II
Prof. Hartwig N. Schneider
Dipl.-Ing. Robert Thomé
Dipl.-Ing. Arndt Bischof

Konzept

Der traditionelle Tivoli in Aachen, gebäude integriert. Serviceräume, Das quadratische Modul des
ein für seine besondere Atmo- Technik- und Lagerflächen dage- Tragwerks ist Taktgeber für die
sphäre bekanntes „reines“ Fuß- gen sind im ersten Untergeschoss Gebäudehülle. Sowohl die äußere,
ballstadion, zeigt unverkennbare eingegraben. als auch die innere Lage des Trag-
Zeitspuren – ein neues Stadion werks ist mit trichterförmigen
soll entstehen. Ziel des Entwurfs Das Raumtragwerk, eine zwei- Membranen ausgefacht. Der Halb-
ist es, in die uneinheitliche, städte- lagige Oktastruktur, bildet eine oktaeder der Raumstruktur ist da-
bauliche Vielfalt des Ortes einen Art Haube oder Glocke, ein räum- bei Form generierend. Über den
klaren, zurückhaltenden, aber den- lich wirksames Tragwerk. Einem Knotenpunkt wird in jedem qua-
noch präsenten Bau einzufügen. Schuhkarton vergleichbar, in des- dratischen Rasterfeld ein Trichter
sen Mitte man ein Loch schnei- aufgespannt. Die notwendige
Leicht und elegant erhebt sich det, werden die Lasten in den Flä- Krümmung der Membran und die
der flache Kubus des neuen Sta- chen – hier in ein vektoraktives Ausbildung eines mittigen Tief-
dions. Der Sockel, über dem es Stabwerk aufgelöst – zu den Auf- punktes bietet sich zur Entwässe-
zu schweben scheint, wirkt wie lagern abgeführt. Ein napfförmiger rung der Dachfläche im Zwischen-
in den Hang gegraben. Die Besu- Gussknoten bringt die Quadrat- raum des Stabwerks an.
cherströme fließen direkt von der rohre der oberen und unteren
Plateau-Ebene, teils unter den auf- Lage mit den runden Rohren der Die Konstruktionshöhe des Trag-
geständerten Tribünengebäuden Diagonale zusammen. Sowohl werks steht als Installationsraum
hindurch, in die kesselartige Mul- über Wandungsstärke, als auch für Technik, wie Beschallung und
de. Alle kleinteiligen Raumstruk- über Außenabmessung kann auf Beleuchtung, zur Verfügung.
turen, wie VIP-Lounges, Presse- unterschiedliche Spannungen rea- Durch das Bespannen gewinnt
Bereiche oder Gastronomie- giert werden. das Fachwerk eine zusätzliche
flächen, werden in die Tribünen- plastische Komponente. Die Idee
der schützenden Haube setzt sich
fort.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

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LOB

Brücke für den Elberadweg


in Dresden-Pieschen
Stegreifentwurf
Robert Bauer
Ines Adamik

Technische Universität Dresden


Fakultät Architektur
Lehrstuhl für Tragwerksplanung
Dipl.-Ing. Gunnar Baier

Konzept

Der Elberadweg von Schöna an Die Gestalt der Brücke wird abge- Aufgrund der schmalen Mole und
der tschechischen Grenze nach leitet aus der Bewegung und dem um ein spitzwinkliges Einbiegen
Hamburg verläuft im Bereich Schwung der Fahrt auf dem Rad- auf die Brücke zu vermeiden, wird
Dresden-Pieschen entlang der weg entlang der Elbe. Sie nimmt die Fahrbahn s-förmig gekrümmt.
Straße. Um den Radweg auf der die Bewegung ihrer Nutzer auf Gegen die daraus resultierende
Mole des Pieschener Hafens fort- und leitet diese ohne Aufenthalt seitliche Belastung des Druckbo-
setzen zu können, soll eine Rad- auf einem idealen Weg über den gens aus der Fahrbahn stemmt
und Fußgängerbrücke gebaut Hafen. Durch ihre filigrane und sich dieser ebenfalls durch eine
werden. transparente Ausführung als Stahl- Drehung aus seiner Achse und
konstruktion ermöglicht sie einen wirkt so den auftretenden Kräften
freien Blick auf die schon von die- mit seiner Bewegung entgegen.
sem Standpunkt aus zu sehende Dadurch ist das tragende Element
Dresdener Altstadt. nicht mehr Teil eines Kreises.

Die Brücke ist als Bogenbrücke In der Längsachse und im Grund-


konzipiert. Auf dem Bogen, der riss ist zu erkennen, dass beide
die Lasten durch Druck in die Enden nach verschiedenen Seiten
Widerlager abträgt, ist die Fahr- „weggebogen“ sind. Trotz außer-
bahn aufgeständert. Der Brücken- mittiger Last kann der Bogen so
bogen besteht aus Stahlstäben. Als ausschließlich auf Druck belastet
Verbindungen werden Gusskno- werden.
ten gewählt, wodurch einfache,
gerade Anschlüsse möglich sind
und sonst notwendige Verschnei-
dungen der Rohrkonstruktion ver-
mieden werden.
Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2004

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LOB Die tragende Struktur des Turmes


besteht aus einer Tetraederhelix
Lindwurm mit metallic-blau lackierten Stahl-
Semesterarbeit rohren. Die Stäbe werden mittels
Andreas Vötter Mero-Knoten zu einem räumlichen
Felix Koch Fachwerk gefügt, das sowohl
Druck- als auch Zugkräfte abtra-
Fachhochschule Augsburg gen kann.
Fachbereich Architektur und
Bauingenieurwesen Die rote Struktur gliedert sich in
Prof. Dr.-Ing. Martin Bauer drei Elemente: Dem Rampenele-
Prof. Dr.-Ing. François Colling ment, dem ersten Podestelement
Prof. Christian Hößl und dem zweiten Podestelement
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Lauer mit Aussichtsplattform und Spre-
Prof. Dr.-Ing. Richard Rojek cherkabinen. Die begehbaren,
roten Elemente des Turmes basie-
ren auf der Struktur des Oktaeders,
Konzept erkennbar an der Rampe. Sprecher-
und Moderatorenkabinen sind
Die Kanuslalomstrecke in Augs- elementierte, temporäre Bauten, da
burg sollte einen Aussichtsturm sie nur zwei- bis dreimal
erhalten mit ganzjährig nutzbarer jährlich genutzt werden.
Aussichtsplattform sowie Spre-
cher- und Moderatorenkabinen. Die drei teilvorgefertigten Ele-
Das gesamte Terrain war 1972 mente werden an die Tetraeder-
für die Olympischen Spiele in helixstruktur angehängt. Wäh-
Deutschland gestaltet worden. rend der Bauzeit ist eine
Einrüstung nötig, um der
Der Turm entwickelt sich aus einer roten Struktur Steifigkeit zu
der heutigen Zeit angemessenen, verleihen. Durch die schrau-
neuen Formensprache – unter benartige Verwindung – bei gleich-
Abstraktion der Natur- und Wett- zeitig einachsialer Aufhängung –
kampfeigenschaften des Ortes. erhält die rote Konstruktion erst
Sie reflektiert auf die Elemente mit dem letzten Stab die erforder-
und die fünf regelmäßigen, plato- liche Steifigkeit. Toleranzen wer-
nischen Körper. Plato und später den an der Elementfügung mit
Keppler haben jedem der fünf vertikalen und horizontalen Lang-
Körper ein Element zugeordnet: löchern abgefangen.
dem Tetraeder das Feuer, dem
Würfel die Erde, dem Oktaeder Die exakte räumliche Ausrich-
die Luft, dem Ikosaeder das Was- tung der roten Struktur geschieht
ser und dem Dodekaeder das über die Podeste in Form von drei
himmlisch Göttliche. Tarierstäben, angrenzend an die
Rampenelemente und den Knoten
der Tetraederhelix.

Alle losen Rundrohre (Tetraeder-


helix, Tarierstäbe) werden mit
Mero-Systemknoten verbunden.
Das Fundament des Turmes be-
steht aus Stahlbeton und nimmt
die Biegekräfte auf.