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Ausgabe 07 November 2010

[STARS] StadträumeininSpannungsfeldern
Stadträume
Plätze,Parks
Plätze, Parks
öffentlicher
und
Spannungsfeldern
und Promenaden
undprivater
öffentlicherund
Promenaden
privater
im im Spannun
Schnittbereich
Aktivitäten
Aktivitäten

… Fortsetzung folgt!
Das STARS-Forschungsprojekt geht in sind, dass also in jedem Raum nicht nur eine
die nächste Runde. Unter dem Namen bestimmte Konstellation nicht-kommunaler
STARSmulti forschen wir ein weiteres Jahr, Akteure von Bedeutung ist, sondern dass dar-
gefördert von der DFG, um speziell die Inter- über hinaus auch Rollen und Einflüsse der
essen und Motive der nicht-kommunalen Ak- verschiedenen Akteure sehr unterschiedlich
teure am öffentlich zugänglichen Stadtraum sein können. Wünschenswert wäre, darauf
unter die Lupe zu nehmen. wies uns die Dialoggruppe zum Forschungs-
Unsere bisherigen Forschungsergebnisse ha- projekt ebenso hin wie einige unserer lokalen
ben wir zusammen mit vielen interessanten Gesprächspartner, wenn nun auch weitere je-
Artikeln zum Thema unter dem Titel: „Stadt- weils in den Räumen Aktive unmittelbar in
räume in Spannungsfeldern. Plätze, Parks und unsere Untersuchungen einbezogen würden:
Promenaden im Schnittbereich öffentlicher Wer erfolgreich in diesen „Spannungsfeldern“
und privater Aktivitäten“ in einem Buch ver- handeln wolle, müsse, so hieß es, die Interes-
öffentlicht: Weitere Details dazu und zu dem senlagen und Handlungslogiken der anderen
parallel erschienenen Band: „Plätze, Parks & Beteiligten möglichst differenziert kennen.
Co. Stadträume im Wandel“ finden Sie auf der Diesem Erkenntnisinteresse aus Wissenschaft
Rückseite dieses Journals. und Praxis widmen wir uns im Folgeprojekt
Das siebte STARS-Journal beginnt mit einem STARSmulti, das wir Ihnen in dieser Ausgabe
kurzen „Blick zurück nach vorn“: Im Mittel- vorstellen.
punkt des Forschungsprojekts „Stadträume in Neues gibt es auch vom Forschernetzwerk
Spannungsfeldern“ standen bislang die Fra- STARSinternational. Juliane Pegels berichtet
gen, wo, warum und wie öffentlich nutzbare von ihrem fünfmonatigen Forschungsaufent-
Stadträume entstehen, die nicht allein Produkt halt an der RMIT University in Melbourne,
kommunaler Aktivitäten sind, welche Akteure Australien. Zudem lesen Sie über unseren
beteiligt sind und welcher Handlungsbedarf Ausflug zur europäischen Konferenz „Public
aus der Sicht kommunaler Planung gesehen space and the challenges of urban transformation
wird. Anhand von 29 Fallstudien in den drei in Europe: Politics and culture“ an der TU Wien,
exemplarisch ausgewählten Städten Aachen, gewinnen einen Einblick in die jüngsten Ak-
Leipzig und Hannover haben wir gezeigt, dass tivitäten zur deutsch-chilenischen Kooperation
diese Räume im Schnittbereich des Handelns und erfahren mehr über den STARS-Beitrag
verschiedener Akteure sehr viel verbreiteter auf dem IFLA World Congress Zürich 2011.
sind als bislang angenommen. Eine Befragung
von Planungs- und Grünflächenamtsleitern in Wir freuen uns auf ein weiteres spannendes
17 weiteren Kommunen bestätigte unsere Fall- Jahr der STARS-Forschung und den (fortge-
studien-Befunde. setzten) Dialog mit Ihnen!
Diese Interviews verschafften uns ein diffe-
renziertes Bild der kommunalen Problemsicht Das Team des [STARS]-Projekts am Lehrstuhl für
sowie kommunaler Handlungs- und Einfluss- Planungstheorie und Stadtentwicklung
möglichkeiten. Zugleich war festzustellen, Ulrich Berding, Antje Havemann, Juliane Pegels,
dass die Zusammensetzungen der Akteure Klaus Selle und Peter Weber
in jedem einzelnen Fallstudien-Raum anders
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Blick zurück nach vorn


Das STARS-Projekt
Wenn es um den öffentlichen Raum geht, scheinen sich in den aktuellen Diskussionen mehr und
mehr Horrorszenarien zu etablieren: Der öffentliche Raum ginge durch fortschreitende Privatisie-
rung verloren, an seine Stelle träten abgeschlossene Shoppingmalls und Einkaufspassagen, die den
kaufkräftigen Bevölkerungsgruppen vorbehalten sind. Private Unternehmen übten Hausrecht aus
und unerwünschte Gruppen würden ausgeschlossen – die Öffentlichkeit sei unter Kontrolle. Diese
einseitige Sicht des Stadtraums leidet nicht nur an einer verkürzten und vereinfachenden Betrach-
tung des Gegenstands „öffentlicher Raum“, sondern offenbart auch ein wesentliches Problem: Fak-
tenarmut und Empiriedefizite. Hier schafft das STARS-Projekt Abhilfe mit einer gezielten Erfassung
und Analyse von Räumen in nicht-kommunalem Eigentum oder unter nicht-kommunaler Beeinflus-
sung, auch kurz als „hybride Räume“ bezeichnet.

In drei Städten – Aachen, Hannover und Leip- tertainment-Center. Starke nicht-kommunale


zig – wurden hierzu ca. 100 Räume identifi- Einflüsse fanden sich in ganz alltäglichen öf-
ziert, die im „Verdacht“ standen, maßgeblich fentlich nutzbaren Plätzen, Grünflächen, Ver-
von nicht-kommunalen Akteuren geprägt zu bindungsräumen und deren Misch- und Über-
sein. Zu den untersuchten nicht-kommunalen lagerungsformen.
Akteuren zählen all jene, die Rechte an dem Ebenso vielfältig wie die Raumtypen waren
jeweiligen Stadtraum innehaben, ihn (mit-) auch die Entstehungshintergründe und die
finanziert haben, pflegend, unterhaltend Nutzungszeiträume: Unter den untersuchten
oder regulierend tätig werden. Aus den 100 Räumen gab es sowohl seit Jahrhunderten
„Verdachtsräumen“ wurden 29 Fallstudien existierende Platzanlagen als auch in jüngster
ausgewählt und eingehender untersucht. Im Zeit angelegte Grün- und Freiflächen, sowohl
Anschluss an diese wurde in einer Interview- im Zuge von Konversionsprozessen geöffnete
reihe mit kommunalen Vertretern der Frage und dauerhaft zugänglich gemachte Räume
nachgegangen, welche Folgerungen aus dem als auch Einzelgrundstücke, die nur temporär
Zusammenwirken der verschiedenen, an der als öffentlicher Freiraum nutzbar sind. Die
Produktion der Stadträume beteiligten Akteu- These der Alltäglichkeit bestätigte sich nicht
re für den Handlungsbedarf der Kommunen zuletzt auch darin, dass den untersuchten Bei-
resultieren. Dazu wurden in 20 deutschen spielräumen ihre nicht-kommunalen Einflüs-
Großstädten leitende Vertreterinnen und Ver- se oft nicht anzusehen sind, sondern sie als
treter der jeweiligen für Stadtplanung und ganz „normale“ Stadträume wahrgenommen
Grünflächen zuständigen Ämter bzw. Fach- werden.
bereiche nach ihren Erfahrungen mit der Ko- Diese Normalität und Unauffälligkeit führt
Produktion hybrider Räume gefragt. dazu, dass hybride Räume ein wichtiger und
geläufiger Bestandteil des Netzwerks der Stadt-
Hybride Räume sind „ganz normal“ räume sind. Durchaus überraschend ist, wie
Eines wurde schon gleich zu Anfang der viele der untersuchten Räume substanziell-in-
STARS-Untersuchungen deutlich: „hybride“ tegraler Teil dieses Netzes sind und damit eben
Räume sind in jeder Hinsicht „ganz normal“. nicht dem „Gated-Community“-Gedanken
Bei 100 gefundenen Verdachtsräumen han- eines eingezäunten, sauberen, aber auch nur
100 „Verdachtsräume“ delte es sich nicht um „besondere“ Räume für eine erlesene Besucherschar gedachten pri-
in Aachen, Hannover und mit speziellen Funktionen oder Bauformen vaten Raums entsprechen, wie die Fachdebatte
Leipzig – wie etwa Shopping-Malls oder urbane En- oftmals suggeriert. Diese Räume integrieren
sich ohne spürbare Barrieren oder Schwellen
in das System der angrenzenden Stadträume.
Ein Absperren dieser Räume würde sich stark
auf den Bewegungsfluss der Passanten auswir-
ken und wäre mit einer massiven Störung des
Raumsystems verbunden. Bei Betrachtung grö-
ßerer Raumzusammenhänge integrieren sich
hybride Flächen auf vielfältige Weise räumlich,
funktional und oft auch gestalterisch in das
System öffentlich nutzbarer Räume, ohne dass
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die Kommune unmittelbar und ausschließlich


Einfluss auf ihre Entwicklung nehmen könnte.
Die Kommunen müssen sich also der Präsenz
dieser Räume und der sie potenziell beeinflus-
senden Akteure bewusst sein, wenn sie in das
Geflecht der öffentlich nutzbaren Stadträume
planerisch und konzeptionell eingreifen wol-
len.
Hingegen verweist die Tatsache, dass privat-
öffentliche Koproduktionen nur als Einzelfälle
ins kommunale Bewusstsein treten – nämlich
nur dann, wenn es erforderlich ist,– schon da-

07
rauf, dass es kaum einen standardisierten Um-
gang mit Räumen in Schnittbereichen gibt.
Eine Ausnahme bilden die Städte, die dem
öffentlichen Stadtraum durch (Stadtplatz-)
Programme und Aktionen generell eine große
Aufmerksamkeit widmen. Diese Programme
schließen häufig, wenn auch nicht immer ex-
plizit benannt, hybride Räume mit ein. Dem-
entsprechend sind diese Kommunen auch
besser vorbereitet, wenn es um die Integration
privater bzw. nicht-kommunaler Interessen
Ausgabe November 2010
und Planungen geht.

Wer macht was? Editorial 01


Recht – Regulierung – Produktion
Die für kommunale Planung relevanten Be-
sonderheiten hybrider Räume – nämlich die in Blick zurück nach vorn
die Entstehung und Instandhaltung involvier- Das STARS-Projekt 02
ten Akteure und deren Verantwortlichkeiten
– lassen sich vereinfacht über ein sogenanntes
„Polaritätsprofil“ darstellen. Es macht deutlich, STARSmulti
inwieweit mehrere Akteure in unterschiedli- Forschungsfragen und
cher Weise die Entwicklung und Nutzung ei- Arbeitsprogramm 09
nes Raumes beeinflussen und unterschiedli-
che Rechte innehaben können.
Spannungsfelder anderswo
Recht Privately influenced Public Space
Die im Polaritätsprofil dargestellte Katego- in Melbourne 11
rie „Recht“ ist dabei durchaus vielschichtig,
wenn sie auch vom Eigentumsrecht dominiert
wird. Dieses wird oft in der Fachdebatte und Public space and the challenge of
in der Regel im kommunalen Alltag zur Un- urban transformation in Europe 19

Freiraumtypen
STARS@IFLA World Congress 2011 22

STARSinternational
Nächste Schritte in der deutsch-
chilenischen Kooperation 23

Impressum/Kontakt 24
4 [STARS] Ausgabe 07_2010

Verantwortlichkeiten nur informell über Ab-


sprachen unter den Akteuren verteilt sind.

Regulierung
Die Möglichkeiten der Nutzer- und Verhaltens-
regulierung gestalten sich für kommunale und
nicht-kommunale Akteure zunächst grund-
sätzlich unterschiedlich. Die Kommune muss
aufgrund der Verpflichtung zur Daseinsfür-
sorge öffentlich nutzbare Freiräume ohne Zu-
gangsbeschränkungen und Nutzerausschlüsse
zur Verfügung stellen. Private dürfen auf ihren
Flächen ihr Hausrecht ausüben. Jedoch führen
häufig z. B. Übernutzungen öffentlich zu-
gänglicher Plätze durch einzelne Gruppen zu
Konflikten, in deren Folge einige Kommunen
einen Regulierungswunsch artikulieren, wie
er in der Regel nur „privaten” Akteuren zuge-
Typen öffentlich schrieben wird. So würden viele Kommunen
nutzbarer Räume gerne mehr Personal zur Kontrolle von Nut-
zerinnen und Nutzern und generell Nutzun-
terscheidung von „öffentlich“ (im kommuna-
gen öffentlich zugänglicher Räume aufbieten
len Eigentum) und „privat“ als Anhaltspunkt
können und an manchen Orten auch gerne
herangezogen – und greift häufig zu kurz. Die
stärker reglementieren – nicht nur auf rein öf-
meisten der im Rahmen des STARS-Projekts
fentlichen Flächen, sondern auch auf privaten
untersuchten Räume sind nicht oder nur zum
Flächen, die z. B. von hoher Bedeutung für das
Teil im Eigentum der Kommune. Möchte diese
Image der Stadt sind. Hier scheint ein kom-
also Interessen bezüglich Gestaltung oder Nut-
munaler Konflikt durch – zwischen der Wah-
zung eines solchen Raums geltend machen,
rung des öffentlichen Gutes des für alle offe-
muss sie sich mit einem externen Rechteinha-
nen Freiraums und dem Wunsch nach einem
ber auseinandersetzen. Hierbei ist es aus Sicht
positiven und damit wirtschaftlich attraktiven
der Kommune vergleichsweise unerheblich,
Image der Stadt.
ob es sich um eine öffentliche Bundesbehör-
de, eine Kirche, einen gemeinnützigen Verein,
eine Großbank oder ein städtisches Tochter-
Einfluss verschiedener
unternehmen handelt – all diese Akteure ver-
Akteure auf den Raum
folgen eigene Ziele, die sich nicht immer mit
denen der Kommune decken müssen. Doch
auch dort, wo die Kommune Eigentumsrech-
te innehat, können nicht-kommunale Akteure
Nutzungs- und Verfügungsrechte besitzen, die
den kommunalen Einfluss begrenzen.
Umgekehrt nutzen die Kommunen jedoch
auch eine Vielzahl von Rechtsinstrumenten
zur Regelung der Verantwortlichkeiten in Räu-
men, die sich im Eigentum nicht-kommunaler
Akteure befinden: Dies sind vor allem Festset-
zungen in der Bauleitplanung, im Grundbuch
eingetragene öffentliche Widmungen sowie
Geh-, Fahr- und Leitungsrechte. Auch städte-
bauliche Verträge zwischen Kommune und
Privaten regeln in einzelnen Fällen detailliert
die jeweiligen Rechte und Verantwortlichkei-
ten, über Satzungen können Ge- und Verbote
für bestimmte (Teil-)Räume erlassen werden.
Doch neben den Beispielen mit hoher Rege-
lungsdichte gibt es durchaus auch Räume, für
die keine vertraglich gesicherten Regelungen
getroffen wurden, sowie solche, in denen die
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und eine spätere Instandsetzung zu. Im Rah-


men von Neubauvorhaben ist deswegen die
Kapitalisierung von Pflegeleistungen für privat
gebaute und dann in öffentliches Eigentum
übergehende Flächen durchaus üblich. In den
untersuchten Fällen zeigte sich aber auch, dass
gerade die nicht-kommunalen Akteure ein
großes Interesse an einer guten Pflege ihrer
Räume haben und dieser teilweise sogar etwas
sorgfältiger nachkommen als die kommunale
Hand. Dies gilt dann oft auch für die angren-
zenden kommunalen Flächen, in denen Priva-
Drei Kategorien des Raumes:
te durchaus die Pflege-Mehrkosten überneh-
Recht, Regulierung, Produktion
men. Die Kommunen wiederum beteiligen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Nut- sich in einzelnen Fällen an der Planung und
zerregulierung – von Schildern über Video- Entwicklung von Räumen, die nicht oder nicht
überwachung bis hin zu Sicherheitsdiensten, gänzlich in ihrem Besitz sind – zum Teil sogar
die von Verhaltenshinweisen bis zu klaren unaufgefordert und ohne rechtliche Notwen-
Verboten alles aussprechen. Die Wirkung von digkeit. Pflege und Unterhalt übernimmt die
Hausordnungen und anderen schriftlich fest- Kommune in der Regel aber nur dann, wenn
gehaltenen Nutzungs- und Verhaltensbestim- sie auch Eigentümerin der Fläche ist. Proble-
mungen entfaltet sich allerdings meist erst matisch kann das Thema der Instandsetzung
dann, wenn es Personal gibt, das diese durch- werden, wenn in ko-produzierten Räumen
setzt – diese Erfahrung machen Kommunen nach Jahren des Betriebs Aufwertungs- und
und Private gleichermaßen. Umgestaltungsmaßnahmen anstehen, die in
Etwas subtiler – aber in ihrer Wirkung auch den anfänglichen Absprachen zur Koprodukti-
schwerer kalkulierbar – funktioniert die Über- on oft nicht thematisiert wurden – und dann
wachung von öffentlich nutzbaren Räumen geklärt werden muss, in wessen Zuständigkeit
durch Videokameras; allerdings wurde nur in diese fallen, bzw. ob der Kooperationspartner
drei der 29 Fallbeispiele der Gebrauch von Vi- überhaupt bereit ist, diese mitzutragen.
deoüberwachung festgestellt. Erstaunlich und
für die Fachdebatte sicher interessant: Trotz Wie entstehen hybride Räume?
mancher Beispiele mit mehr oder weniger Ein erheblicher Teil der untersuchten hybriden
starken Formen der Nutzerregulierung fanden Räume ist durch die Öffnung vormals nicht
sich auch zahlreiche Fälle ohne eine erkenn- zugänglicher Bereiche entstanden. Die Aktivi-
bare, über das Maß der sozialen Kontrolle hi- täten nicht-kommunaler Akteure lassen neue
nausgehende Beeinflussung von Nutzerinnen Räume im Netzwerk aller öffentlich nutzba-
und Nutzern. Insgesamt hat sich der Eindruck ren Stadträume entstehen. Ungeachtet der
erhärtet, dass die untersuchten hybriden Räu- Debatte um eine „Privatisierung“ öffentlicher
me – trotz starker „privater“ Prägung – nicht Räume gibt es zahlreiche Beispiele für eine
durch eine außergewöhnlich starke Überwa- „Veröffentlichung“ privater Räume. So etwa
chung oder strenge Nutzerregulierung ge- die Alte Spinnerei in Leipzig: Nach Wegfall der
kennzeichnet sind. industriellen Nutzung wurde dieses Gelände
von einer Grundstücksentwicklungsgesell-
Produktion schaft öffentlich nutzbar gemacht. Oder das
Auch in der Raumproduktion, also der Her- Kapuziner-Karree in Aachen: Der ehemals von
stellung und Instandhaltung, sind nicht-kom- der Hauptpost genutzte Innenhof wurde von
munale Akteure in allen Phasen präsent: Sie einem privaten Entwickler erworben und neu
entwickeln, planen, finanzieren und bauen gestaltet und ist nun uneingeschränkt öffent-
Räume, betreiben die Pflege und den Unter- lich nutzbar.
halt – und sind dauerhaft wichtige Akteure Zahlreiche der betrachteten Stadträume ent-
im Stadtraum. Die Produktion von öffentlich standen bzw. veränderten sich im Zuge von
nutzbaren Räumen ist also durchaus auch Umbau- und Aufwertungsprozessen. Wenn
„Privatsache“. Aus Sicht der Kommune lassen Räume in die Jahre kommen und den aktuel-
sich allerdings Geldgeber für Planung und Bau len Nutzungsansprüchen und Gestaltungsvor-
von Räumen sehr viel besser finden als Finan- stellungen nicht mehr entsprechen, wenn be-
ziers des dauerhaften Betriebs. Nach dem Bau sondere Ereignisse eine Umgestaltung erfor-
eines Raumes kommen auf die Verantwortli- dern oder wenn ein Eigentümerwechsel statt-
chen hohe Kosten für Pflege, Unterhaltung gefunden hat, können Aufwertungen und Um-
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„Unsichtbare“ Eigentumsgrenze auf dem Bahmhofsvor- Das Gelände „Seelhorster Garten“ in Hannover
platz „Ernst-August-Platz“ in Hannover

gestaltungen notwendig werden. Ein Beispiel men beteiligt sind, macht deutlich, welche
hierfür ist der Ernst-August-Platz in Hannover. Bandbreite von Interessen in hybriden Räu-
Dieser wurde im Vorfeld der EXPO 2000 als men aufeinanderstößt. Dabei ist die Zusam-
repräsentativer Bahnhofsvorplatz vollständig menarbeit für Kommunen nicht automatisch
neu gestaltet. Kommunale und private Seite leichter mit kommunen-nahen oder anderen
haben die Entwicklung gemeinsam betrieben öffentlichen Akteuren. Sowohl Länder und der
und über Eigentumsgrenzen hinweg einen zu- Bund als auch Kirchen können sehr renditeo-
sammenhängenden Platzraum gestaltet. rientiert und damit durchaus gegen die Inter-
Doch auch im Zuge von Neubauprojekten essen der Stadt agieren.
stellen nicht-kommunale Akteure öffentlich In einigen Kommunen nehmen die Befrag-
nutzbare Räume her. Dies geschieht zumeist ten aufgrund der eher betriebswirtschaftlich
im Interesse einer besseren Vermarktbarkeit: ausgerichteten Interessen auch städtische Ei-
Neue Wohn- oder Gewerbegebiete sind attrak- genbetriebe als „quasi-private” Akteure wahr,
tiver, wenn hochwertige Freiräume zur Verfü- obwohl sie eindeutig zu den öffentlichen, kom-
gung gestellt werden. Auch die Kommunen munalen Akteuren gehören. Dies zeigt wiede-
haben in vielen Fällen Interesse an privaten rum, dass auch innerhalb der Kommune oft
Entwicklungsmaßnahmen und bemühen sich gegensätzliche Haltungen vertreten werden.
bei der Umsetzung um private Unterstützung. Auf die Kommunikation nach außen wirken
Das Beispiel „Seelhorster Garten“ in Hanno- sich diese internen Unstimmigkeiten ungüns-
ver steht exemplarisch hierfür: Ein privates tig und auf das Gegenüber verunsichernd aus.
Unternehmen entwickelte auf dem Gelände Die Vielzahl der beteiligten städtischen Ämter
einer ehemaligen Obstplantage ein hochwer- und z. B. die Aufsplitterung vieler Grünflä-
tiges Wohngebiet mit öffentlich zugänglichen chenämter komplizieren die interne und exter-
Grün- und Freiflächen. Nach Fertigstellung auf ne Kommunikation und erschweren damit das
private Kosten gingen dann vereinbarungsge- Aushandeln der einen kommunalen Position
mäß Teile des Freiraums in das Eigentum der – und damit auch die Verhandlung mit dritten
Stadt über, die fortan für Pflege und Erhalt die- Akteuren.
ser Bereiche zuständig ist. Die private Produk- Ein wesentlicher Faktor, der die privat-kommu-
tion von öffentlich nutzbaren Räumen kann nale Koproduktion erschweren kann, ist darü-
also sowohl im privaten als auch im öffentli- ber hinaus die Dauer kommunaler Verfahren.
chen Interesse sein. In vielen Städten finden Privaten widerstreben die langwierigen Pro-
sich allerdings auch „ungeregelte” Koproduk- zesse in der Regel. Es ist ihnen oft wichtiger,
tionen, die aus vorhandenen Gegebenheiten, schnell einen kalkulierbaren Zeitrahmen zu
überkommenen Traditionen, alten Verträgen haben, als spezifische Forderungen durchzu-
oder unklaren Besitzverhältnissen resultieren. setzen. Allerdings sehen die kommunalen Ver-
treterinnen durchaus die Notwendigkeit, sich
Kommunale und nicht-kommunale Akteure den Privaten in diesem Punkt anzupassen; sie
Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Ak- resümieren: „Der Private ist inzwischen auch
teure, die an der Koproduktion von Stadträu- der Tempogeber.” Das Ziel der Kommunen,
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die eingesetzten Instrumente und ihre Rege- Generell wurde in den Gesprächen des For-
lungen so zu gestalten, dass sie alle aktuellen schungsprojektes STARS jedoch schnell deut-
und zukünftigen Fragestellungen und Belan- lich, dass sich die Kommunen aufgrund ihrer
ge ausreichend thematisieren, führt hin und eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten
wieder zu hoch komplexen Vertragswerken. auf die Zusammenarbeit mit Privaten einlas-
Neben allen strategischen Überlegungen wird sen müssen. Es stellt sich daher die Frage, wie
Kommunikation als zwingend notwendig be- die Kommune, obwohl sie für die Realisierung
schrieben. Alle Interviewten stimmen darin von Projekten und vor allem auch der Finan-
überein, dass frühzeitiger Austausch und Kon- zierung des Unterhaltes auf externe Unterstüt-
taktpflege mit Privaten ausschlaggebend für zung und Gelder angewiesen ist, ihre eigenen
das Gelingen von Kooperationen sind. Interessen durchsetzen und sich in Verhand-
In der Regel ließen sich private, am Markt agie- lungen gut positionieren kann.
rende Akteure durch bezahlbare Qualität über-
zeugen, so die Erfahrung vieler Amtsleiter/-in- Einflussmöglichkeiten der Kommune
nen. Solange sich Maßnahmen „rechnen”, Die größten direkten Einflussmöglichkeiten
würden sie mitgetragen. Obwohl sich der Wert hat die Kommune naheliegenderweise immer
von Stadträumen in den letzten zehn bis zwölf dann, wenn Private auf Baurecht angewiesen
Jahren verändert hat und zum wichtigen Ver- sind, weil sie klare Bedingungen stellen und
marktungsargument geworden ist, sei es aber Rahmenbedingungen vorgeben kann. Beson-
nach wie vor schwierig, Private langfristig zu ders in den Kommunen, in denen Bauland
gewinnen. Während einige Städte durch ansäs- sehr gefragt ist, werden häufig Forderungen
sige Konzerne oder Mäzene Unterstützung bei an die Vergabe von Baurecht geknüpft. „Deals”
der Durchsetzung ihrer Ziele bekommen, wer- oder Kopplungsgeschäfte mit Privaten sind in
den in vielen anderen befragten Kommunen den Kommunen möglich und üblich: „Städte-
jedoch das Schwinden der Ortsbindung und bauliche Verträge bieten die Möglichkeit, ein
ein verringertes Engagement beklagt. Kopplungsgeschäft zu schließen: Baurecht
Oft hängen räumliche Entwicklungen und dy- wird dann hergestellt, wenn sich jemand zu
namische Akteurskonstellationen eng zusam- etwas verpflichtet.”
men. Weniger offensichtlich, aber im Sinne Trotz der zur Verfügung stehenden Instrumen-
einer akteursbezogenen Betrachtung von gro- te der Bauleitplanung können die Kommunen
ßer Bedeutung, sind z. B. Veränderungen von ihre Ziele und Wünsche jedoch oft nicht direkt
Zuständigkeiten und Eigentumsverhältnissen. durchsetzen. In solchen Fällen kommen einer
Insgesamt führt die große Vielfalt der nicht- stetigen Kommunikation und Kontaktpflege,
kommunalen Akteure in Verbindung mit den bilateralen Gesprächen und auch einer einheit-
Strukturen der kommunalen Verwaltungen lichen kommunalen Position hohe Bedeutung
dazu, dass sich für die Zusammenarbeit zwi- zu. Dabei spielt das Aufgabenverständnis und
schen kommunalen und nicht-kommunalen die Selbsteinschätzung der Amtsleiterinnen
Akteuren kaum Regeln aufstellen lassen – eine und Amtsleiter eine große Rolle. Diejenigen,
vergleichbare Akteurskonstellation kann in der die routiniert mit Privaten verhandeln, schät-
einen Stadt schwierig und konfliktträchtig sein zen ihre Möglichkeiten auch hoch ein, ihre
und in der anderen reibungslos funktionieren. Interessen erfolgreich einbringen zu können.
Die Instrumente, die den Kommunen zur Ge-
Hybride Stadträume – ein Spannungsfeld? staltung der Bezüge zwischen den Akteuren
Die Vermutung, dass Konflikte spezifisch für zur Verfügung stehen, sind letztendlich in
Räume im Schnittbereich öffentlicher und allen Kommunen dieselben. Deren kreativer
privater Aktivitäten sind und durch die Ak- Einsatz oder deren Kombination ist das, was
teurskonstellationen verstärkt auftreten, be- die jeweilige Versiertheit im Umgang mit wei-
stätigt sich nicht. Vielmehr gehören die ge- teren Akteuren ausmacht.
schilderten Probleme in der kommunalen
Wahrnehmung zum „alltäglichen Geschäft”. „Die Kommune muss wissen, was sie will…”
Verschärfte Konflikte treten hauptsächlich im In den Gesprächen des STARS-Projekts ist
Zusammenhang mit Sondernutzungsrechten insgesamt deutlich geworden, dass die Ein-
und der privaten Beanspruchung kommunaler bindung privater Akteure zunehmend wichtig
öffentlicher Flächen für rein private Veranstal- ist – nicht zuletzt in Zeiten leerer kommuna-
tungen auf. Hier herrsche – so war von allen ler Kassen. Bei den Kommunen ist durchaus
Kommunen zu hören – „weitgehende Diszi- die Bereitschaft erkennbar, Kompromisse ein-
plinlosigkeit” und ein allgemein wachsender zugehen und „Deals” mit nicht-kommunalen
Druck auf die Flächen. Akteuren auszuhandeln. Letzten Endes würde
es viele Projekte ohne die Initiative, Mitarbeit
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Interessen der Akteure


oder die Finanzierung durch nicht-kommuna- sie will, kann sie als starker Verhandlungspart-
le Akteure nicht geben. ner auftreten. Darüber hinaus ist es sehr hilf-
Den öffentlichen Räumen wird in der Regel reich, wenn Kommunen Konzepte und Strate-
eine Sonderstellung in der kommunalen und gien erarbeiten, in denen grundsätzliche Ziele
auch in der wissenschaftlichen Wahrnehmung und Leitlinien zur Entwicklung der öffentlich
eingeräumt. Allerdings ist auch der öffentliche nutzbaren Räume formuliert werden. Damit
Raum mittlerweile Gegenstand des Verhand- ist sowohl nach innen als auch nach außen
lungsstädtebaus und damit ein Handlungsfeld eine berechenbare Positionierung möglich, so
der Stadtentwicklung wie jedes andere. Dies dass nicht immer wieder geklärt werden muss,
wiederum bedeutet, dass sich die Kommune ob bestimmte Wünsche oder Forderungen
auch in Bezug auf die öffentlichen Stadträu- nicht-kommunaler Akteure im kommunalen
me auf nicht-kommunale Akteure einlassen Interesse sind oder nicht.
muss, wenn sie Stadträume produziert, pflegt Doch mindestens genauso wichtig ist es für
und betreibt. Dabei kommt ihr weniger die eine Kommune, möglichst früh ihre jeweiligen
Rolle eines neutralen Moderators konträrer In- nicht-kommunalen Gegenüber zu identifizie-
teressen zu, sondern eher die Pflicht, ihre ei- ren und deren spezifischen Ziele und Interes-
gene Position in dieser Koproduktionen zu fin- sen in Erfahrung zu bringen. So kann sich viel-
den. Gerade in Bezug auf öffentlich nutzbare leicht auch schnell herausstellen, dass sich die
Räume ist dies ein schwieriges Unterfangen, Interessen beider Seiten gar nicht so inkom-
da es in keiner Kommune eine Gesamtverant- patibel darstellen, wie vielleicht zunächst zu
wortung dafür gibt. Die neue Wahrnehmung vermuten wäre – beispielsweise sind die brei-
„öffentlich nutzbarer Raum“ statt „öffentlicher te öffentliche Nutzbarkeit, eine ansprechende
Raum“ bietet hier die Chance, den dahinter Gestaltung sowie ökonomische Tragfähigkeit
stehenden komplexen Verhältnissen gerecht oftmals sowohl im kommunalen als auch im
zu werden und sich durch die oben beschrie- „privaten” Sinne.
benen Maßnahmen auf Veränderungen und
Verhandlungen vorzubereiten. Antje Havemann
Wenn die Kommunen das Zusammenspiel
mit den nicht-kommunalen Akteuren frucht-
bar gestalten und „Win-win-Situationen” er-
zeugen wollen, dann müssen sie in jedem
Einzelfall klären, wer die wichtigsten Beteilig-
ten sind und welche Interessen diese jeweils
vertreten. Dies betrifft zum einen die jeweilige
Kommune selber, denn nur wenn sie mit „ei-
ner Stimme spricht” und wenn sie weiß, was
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STARSmulti
Forschungsfragen und Arbeitsprogramm
Das Projekt STARS hat deutlich gemacht, wie komplex und vielfältig das Akteursgeschehen öffent-
lich nutzbarer Räume ist. Zugleich wurde aber auch klar, dass wir wichtige Perspektiven noch zu
wenig berücksichtigen konnten: Die Sicht- und Handlungsweisen, die Interessen und Motive der
„privaten“, also der nicht-städtischen Akteure blieben weitgehend unbeleuchtet. Zwar konnten uns
die kommunalen Gesprächspartner einiges über ihre Auffassung zum Den-ken und Handeln der
Privaten berichten, doch einen vertieften Einblick in die private „Insider-Perspektive“ haben wir
bislang nicht bekommen. Diese Lücke möchten wir mit STARSmulti nun schließen.

Ziele und Forschungsfragen städtische, Landes- oder Bundesbehörde ge-


Ein erstes und wesentliches Ziel des Projektes nauso betriebswirtschaftlich orientiert handeln
STARSmulti ist es, die vorliegenden Fallstudi- wie eine gewinnorientierte Entwicklergesell-
en-Räume in Aachen, Hannover und Leipzig schaft. Auch Kirchen handeln keineswegs im-
auch im Hinblick auf die nicht direkt, sondern mer gemeinnützig, wenn es um ihr Eigentum
nur mittelbar involvierten Akteure genauer geht.
unter die Lupe zu nehmen. Nicht nur die Ak- So ist es beispielsweise offenkundig, dass am
teure, die unmittelbar an Recht, Regulierung Markt orientierte Akteure vor allem kommer-
und Produktion beteiligt sind, sondern auch zielle Interessen verfolgen. Sie werden den öf-
die „Stakeholder“, also jene Akteure, die dar- fentlich zugänglichen Raum vor allem als Wirt-
über hinausgehend weitere Interessen an dem schaftsstandort begreifen, ihn entsprechend
Raum haben (als Anrainer, Mieter von Ge- optimieren wollen und auch das Verhältnis zu
schäften usw.), werden hinsichtlich ihrer Mo- anderen Akteuren von diesem Interesse leiten
tive, Interessen und Handlungsweisen näher lassen.
untersucht. Das muss aber nicht immer zu gleichen Ergeb-
Zudem werden wir unabhängig von den Fall- nissen führen (etwa zur Maximierung der Nut-
studien-Räumen weitere Interviews mit priva- zungsdichte), sondern kann sich – vermutlich
ten Akteuren führen. Uns interessieren Akteu- in Abhängigkeit von Branche, Standort und
re, die an der Entwicklung und Produktion von Zielgruppe – durchaus sehr unterschiedlich
„Stadträumen in Spannungsfeldern“ beteiligt auswirken. Auf der anderen Seite folgen auch
sind. Damit wollen wir vor allem die Übertrag- öffentliche Akteure gelegentlich durchaus
barkeit bzw. Verallgemeinerungsfähigkeit der Marktlogiken, indem sie etwa den in ihrem
in den vertieften Fallstudien gewonnenen Aus- Besitz befindlichen Grund und Boden intensiv
sagen prüfen. ökonomisch nutzen, beispielsweise durch die
Vergabe von Sondernutzungsrechten.
Motive und Selbst-Verständnisse Beide Beispiele sollen hier nur illustrieren,
Eine wichtige Erkenntnis der bisherigen dass es Aufgabe der STARSmulti-Forschungen
STARS-Forschungen war, dass mit dem Be- ist, traditionelle Pauschalzuschreibungen zu
schreiben von Rechten, Zuständigkeiten und überwinden und ein differenzierteres Bild der
Aktivitäten und dem Analysieren der Akteurs- Akteure und ihrer Handlungsweisen und Mo-
Beziehungen und den Interviews mit kom- tive zu entwickeln. Das gilt im Übrigen auch
munalen Vertreterinnen und Vertretern, die für nicht-marktorientierte – etwa zivilgesell-
Motive und Beweggründe für das Handeln schaftliche, bürgerschaftliche und gemeinnüt-
der nicht-kommunalen, „privaten“ Akteure zige – Akteure. Auch sie sind in ihren Zielen
offen bleiben mussten. Allerdings können und Interessen sehr differenziert zu betrach-
wir – auf der Grundlage der von uns befragten ten. Generell können wir von vielschichtigen
städtischen Akteure – Mutmaßungen darüber Positionen und Sichtweisen der unterschied-
anstellen, mit welchen Motiven und Motivati- lichen Akteure in verschiedenen räumlichen
onen die privaten Akteure öffentlich nutzbare und funktionalen Zusammenhängen ausge-
Stadträume produzieren, gestalten, nutzen. Es hen.
wurde in den Fallstudien und den Interviews Aus der beispielhaften Frage nach einer ökono-
jedoch auch schnell deutlich, dass die Inter- mischen Verwertungsperspektive ergibt sich
essen in den verschiedenen Akteursgruppen eine Reihe weiterer Fragen zum besseren Ver-
nicht zu vereinheitlichen sind. So kann eine ständnis des Handelns der privaten Akteure:
10 [STARS] Ausgabe 07_2010

Welche Akteure nehmen Einfluss auf die Ent- Liegenschaftsamt, Tiefbauamt oder kommu-
wicklung von Räumen? nale Entwicklungsgesellschaften) zu Wort
kommen.
Was prägt das Handeln der Akteure in Bezug
auf öffentlich nutzbare Räume? Welche Inter- Akteure interessenbezogen interviewen
essen und Ziele verfolgen sie? Die Vertiefung ausgewählter Fallstudien soll
unsere Kenntnisse über die Perspektiven der
In welchem Verhältnis stehen die Akteure zu- privaten Akteure ausweiten und ergänzen.
einander? Welche Regelungen gibt es? Die hierbei gewonnenen Einblicke in die
Motive und Sichtweisen privater Akteure be-
Wie wird das Verhältnis insbesondere zu kom- ziehen sich notwendigerweise auf die spezifi-
munalen Akteuren gesehen und gestaltet? schen lokalen Verhältnisse des jeweiligen Un-
tersuchungsraums. Schon in der ersten Phase
Welche Möglichkeiten haben die jeweiligen des STARS-Projekts zeigte sich aber, dass es
Akteure zur Durchsetzung ihrer Interessen? neben den sehr individuellen Konstellationen
vor Ort auch Akteure und Akteursgruppen
Welche Faktoren bestimmen die tatsächliche gibt, die in zahlreichen Städten an der Ent-
Handlungs- und Gestaltungsmacht der Ak- wicklung öffentlich nutzbarer Räume beteiligt
teure? sind. Dies sind neben bürgerschaftlichen Ak-
teuren (etwa Bürgervereine und Initiativen)
Die bereits untersuchten Fallstudien zeigen, und privaten Förderern (Mäzene) insbeson-
dass uns über die Motive und Handlungslo- dere Akteure der Privatwirtschaft: vor allem
giken der handelnden privaten Akteure wenig Vertreterinnen und Vertreter der Immobilien-
bekannt ist. Dabei ist die Frage nach der Pers- wirtschaft, Projektentwicklungsgesellschaften
pektive der privaten Akteure auch und gerade und z. B. die Deutsche Bahn AG. Um – ana-
nach Auffassung der kommunalen Akteure log zur bereits durchgeführ-ten Befragung
von direktem und praktischem Interesse. Dies kommunaler Planungs- und Grünflächen-
wurde immer wieder auch im Zuge der Inter- amtsleiter – die Gültigkeit der vor Ort erhalte-
views mit Leiterinnen und Leitern städtischer nen Hinweise zu prüfen und darüber hinaus
Planungs- und Grünflächenämter deutlich. gehende querschnittsorientierte Aussagen,
Dies verweist auf einen weiteren Aspekt: Das Perspektiven, Befunde und Sichtweisen zu er-
Interesse am Verstehen der privaten Perspek- halten, ist ein Austausch mit diesen Akteuren
ti-ven führt zur Frage, wie sich Interessen und erforderlich. Dem gehen wir im Rahmen von
Handlungsmöglichkeiten kommunaler und Gesprächen mit leitenden Vertreterinnen und
privater Akteure konstruktiv für die Entwick- Vertretern von Vereinen, Initiativen und Un-
lung öffentlich nutzbarer Räume gestalten ternehmen nach.
lassen. Ein Ziel von STARSmulti ist deswegen Für diese Serie von fallübergreifenden Inter-
die Skizzierung möglicher Kooperationsfor- views sehen wir bundesweit Gespräche mit
men und -strukturen in verschiedenen Ak- insgesamt circa zehn privaten Akteuren vor,
teurskonstellationen. um Einblicke in die jeweiligen Problemstel-
lungen zu erhalten und entsprechend unter-
Akteure fallbezogen interviewen schiedliche Erfahrungen erläutert zu bekom-
Einen wesentlichen Schwerpunkt von STARS- men. Diese Einblicke werden zusammen
multi stellt die systematische Befragung der mit den Ergebnissen der Vor-Ort-Interviews
bislang nicht interviewten Akteure in be- geeignet sein, umfassende Rückschlüsse und
reits bekannten Beispielräumen in Aachen, fundierte Ergebnisse zu formulieren.
Hannover und Leipzig dar. Im Rahmen von
STARSmulti geht es dabei um eine möglichst Ulrich Berding
tiefe und differenzierte Betrachtung vor allem
der privaten Akteurs-Perspektiven. Darüber
hinaus möchten wir auch ergänzende Inter-
views zur Vervollständigung der kommuna-
len Perspektive durchführen. Bislang haben
wir vor allem Leiterinnen und Leiter der
Planungs- und Grün-flächenämter befragt.
Daher werden bei STARSmulti auch Kommu-
nalpolitikerinnen und -politiker sowie weite-
re Ämter und Betriebe (bspw. Ordnungsamt,
[STARS] Ausgabe 07_2010 11

Spannungsfelder anderswo
Privately Influenced Public Space in Melbourne
Die öffentlich zugänglichen Räume unserer Städte sind nicht nur Gegenstand der Forschung und
der Fachdebatte, sondern vor allem Orte, die tagtäglich genutzt werden. Vielleicht werden sie des-
halb so genau beobachtet und ihre Veränderungen oftmals mit so großer Sorge diskutiert. Und
das in den letzten Jahren vermehrt. Angeheizt durch eine zunehmende Zahl von kommerziellen
Veranstaltungen, Märkten, Konzerten, Sportveranstaltungen auf der einen, und Verwahrlosung,
Verschmutzung und mangelnde Pflege auf der anderen Seite, sind die öffentlich nutzbaren Räu-
me unserer Städte wieder vermehrt ins Blickfeld der fachlichen und populärwissenschaftlichen
Auseinandersetzung gelangt (siehe hierzu Harlander 2005, Weilacher 2006, Matzig 2007, Pesch
2008, Hochstadt 2010, Havemann/Selle 2010). In dieser Debatte stehen sich aber nicht nur kon-
träre Beobachtungen und unterschiedliche Einschätzungen gegenüber, sondern es werden oftmals
private Einflüsse vorschnell für unliebsame Veränderungen verantwortlich gemacht. Wie genau der
Einfluss privater Akteure auf Stadträume ist, welche Ziele sie verfolgen und wie die Kommune mit
ihren nicht-kommunalen Gegenübern – ihren Partnern – umgeht, bleibt in vielen Betrachtungen
zunächst unklar.

Handelt es sich um ein „Spannungsfeld“ die durch private Aktivitäten wesentlich ge-
oder ähneln sich vielmehr die Ideen der un- prägt sind. In 29 Fallstudien in Aachen, Han-
terschiedlichen beteiligten Akteure? Welche nover und Leipzig, ergänzt durch eine Inter-
Folgen hat das Zusammenwirken der privaten viewreihe mit kommunalen Vertretern, wurde
und kommunalen Partner auf die Nutzerin- deutlich, dass viele alltägliche Plätze, Parks
nen und Nutzer? Sind diejenigen die Leidtra- und Promenaden unserer Städte wesentlich
genden, deren Zugang und Entfaltung in den von privaten Kräften mit geprägt sind, dass sie
Stadträumen eingeschränkt wird? Dies sind ohne das Engagement nicht-kommunaler Ak-
einige von zahlreichen Fragen, denen nachge- teure nicht existieren oder nicht gepflegt wür-
gangen werden muss, um im Dschungel ver- den. Es wurde auch klar, dass eine Bandbreite
schiedener Beobachtungen und Befürchtun- nicht-kommunaler Akteure unterschiedliche
gen klarer zu sehen. Im Forschungsprojekt Rechte in Räumen innehat, dass sich nicht
„STARS – Stadträume in Spannungsfeldern“ selten mehrere Akteure Verantwortlichkeiten
haben wir einen Beitrag dazu geleistet, indem in Stadträumen teilen, dass die privat-öffentli-
wir untersucht haben, welche Akteure in wel- che Zusammenarbeit jeweils projektbezogen
che Räumen welche Verantwortung überneh- organisiert wird und durchaus komplexer
men. Auch das Studium der privately owned Koordinierung bedarf. Kurzum, die „Kopro-
public spaces in New York City hat zur Diskus- duktion“ von Plätzen, Parks und Promenaden
sion beigetragen und Fragen generiert, die kann ein durchaus vielschichtiger Koopera-
auch in der privat-öffentlichen Koproduktion tionsprozess sein und das vereinfachte, viel-
von Stadträumen in Deutschland thematisiert leicht gewohnte Bild der alleinigen kommu-
werden müssen. Ganz aktuell können wir nalen Verfügung über öffentlich zugängliche
die Auseinandersetzung um koproduzierte Räume greift zu kurz.
Stadträume um neue Impulse aus Melbourne
bereichern, wo insbesondere Gespräche mit Ob die Annahme, dass die öffentliche Zu-
privaten Akteuren bisher wenig erfasste Sicht- gänglichkeit eines Stadtraumes mit kom-
weisen eröffnet haben. munaler Verfügung einhergeht eine beson-
ders deutsche Sichtweise ist, kann nur eine
Angeregt durch den Eindruck, dass private Auseinandersetzung mit verschiedenen Pla-
Aktivitäten schnell mit negativen Veränderun- nungskulturen klären. Zumindest verwun-
gen im Raum in Zusammenhang gebracht dert privates Engagement in der Entwicklung
werden, haben wir im Forschungsprojekt von Stadträumen in einigen Ländern weniger,
„STARS – Stadträume in Spannungsfeldern. so zum Beispiel in den USA. Dort überrascht
Plätze, Parks und Promenaden im Schnitt- der neu eröffnete Millennium Park in Chica-
bereich privater und öffentlicher Interessen“ go (Bruner Foundation, Inc. 2009) kaum,
(siehe hierzu auch Beitrag in diesem Heft und der eines der Aufsehen erregendsten Beispie-
Berding et al. 2010) Stadträume untersucht, le dafür ist, dass öffentliche Räume in den
12 [STARS] Ausgabe 07_2010

USA ohne privates Engagement kaum mehr Aber als das incentive zoning 1997 abgeschafft
zu denken sind. „The Boeing Gallery“, „The werden sollte, war der Widerstand zu groß.
AT&T Plaza“ oder „The Wrigley Square“ ma- Nun widmet sich New York City den Versäum-
chen schon deutlich, welche Rollen meistbie- nissen dieses juristisch definierten Tauschge-
tende Sponsoren in der Produktion des Parks schäfts und appelliert an die Eigentümer die-
spielen. Was in Chicago besonders plakativ ser Stadträume ihrer öffentlichen Verantwor-
ist, ist in New York City seit Jahrzehnten an tung besser nachzukommen (Klein/Pegels
der Tagesordnung. Die Stadt ist schon lange 2010). Nicht dass in Manhattan ein vorbildli-
daran interessiert, private Akteure an der Her- ches Modell für die Gestaltung privat-öffent-
stellung und Pflege von Stadträumen zu be- licher Interdependenzen gefunden worden
teiligen. Central Park wäre heute in weniger wäre, aber wenn Stadträume koproduziert
gutem Zustand, würde sich nicht seit Jahren werden – was STARS auch für Deutschland
die Central Park Conservancy, eine durch pri- gezeigt hat – dann sind den New Yorker Er-
vate Spenden finanzierte Arbeitsgruppe, um fahrungen durchaus wichtige Hinweise zum
die Pflege kümmern – was nicht ohne Kritik langfristigen Austarieren aller an der Kopro-
bleibt (siehe zum Beispiel Low et al. 2006). duktion beteiligten Interessen zu entnehmen.
Aber ohne privates Engagement würde es
kleine Oasen wie z. B. den „Paley Park“ nicht So häufig Stadträume in amerikanischen
geben – hätte das Ehepaar Paley nicht auf den Städten koproduziert werden, so facettenreich
Bau eines Wolkenkratzers zugunsten eines Koproduktionen in deutschen Kommunen
kleinen Parks verzichtet. Manche Baulücke sind, so vielschichtig sind die Diskussionsan-
läge noch brach, hätten sich Anwohner nicht regungen aus den Forschungen in der austra-
für die Nutzung als community garden enga- lischen Stadt Melbourne. Da in Melbourne,
giert (Pegels 2004). Am konsequentesten anders als in kolonialen Stadtgründungen wie
werden private Eigentümer aber zur Schaf- z. B. Santiago de Chile, kein Block als zentra-
fung von Freiraum durch das sogenannte in- ler Stadtplatz von Bebauung freigehalten wur-
centive zoning animiert, was den bauwilligen de, und das Raster ähnlich wie in New York
Eigentümern bis zu 2o Prozent mehr Brutto- City dicht bebaut ist, ist öffentlich zugängli-
geschossfläche zugesteht, wenn sie Teile ihres cher Raum auf kommunalem Grund rar; auf
privaten Grundstücks für die Öffentlichkeit privatem Grund allerdings umso häufiger. So
zugänglich machen. Über dieses in der Zo- ist zu erklären, dass in fast jedem der 32 Blök-
nenbauordnung verankerte Instrument sind ke des Hoddle Grid ein privately owned oder
seit 1961 weit über 500 Plätze, Arkaden und zumindest privately influenced public space zu
Blockdurchgänge in Manhattan entstanden. finden ist. Der öffentlich zugängliche Raum
Diese privately owned public spaces sind nicht der Innenstadt wäre ohne das Engagement
unumstritten, entsprechen sie doch oft nicht privater Akteure wesentlich ärmer. Anders als
den gestalterischen Vorstellungen der Stadt, in New York Citys privately owned public spaces
werden Zugänglichkeit und Nutzbarkeit ein- folgt die Zusammenarbeit der Akteure jedoch
geschränkt oder die in der Baugenehmigung keinem standardisierten Verfahren, sondern
formulierten Anforderungen nicht realisiert. sie wird, wie auch in Deutschland, projekt-

Abb. 01: Federation Square Abb. 02: South Bank Promenade


[STARS] Ausgabe 07_2010 13

Abb. 03: City Square Abb. 04: Bestandsaufnahme


Central Business District

bezogen gestaltet. Folglich sind Melbournes prozess initiierte. Heute prägen kleine dezen-
Stadträume im Spannungsfeld öffentlicher tral ins Raster eingefügte Plätze, Gassen oder
und privater Interessen ein ideales Studien- Grünflächen den innerstädtischen Freiraum,
feld: viele wären ohne das Engagement Pri- dessen Gesamtfläche sich fast verdoppelt hat.
vater nicht entstanden und die Stadt wäre in Zu den neuen Stadträumen zählen „der“ zen-
ihren Revitalisierungsbemühungen weit we- trale Federation Square (Abb. 01), die Ufer-
niger erfolgreich. Mit dem Beitrag Privater promenade Southbank Promenade (Abb. o2)
geht jedoch auch ein wesentliches Mitspra- und der neugestaltete City Square (Abb. o3).
cherecht in diesen Räumen einher und damit Des Weiteren wurden viele der für Melbour-
auch das Recht deren Gestaltung und ihre ne charakteristischen laneways , die zur Er-
Nutzungsmöglichkeiten zu beeinflussen. In schließung der Blockinnenbereiche dienten,
einem fünfmonatigen, vom DAAD finanzier- aufgewertet und öffentlich nutzbar gemacht.
ten post-doc fellowship an der RMIT Universi- Dabei ist kaum einer der neu geschaffenen
ty Melbourne konnte dieses Spannungsfeld oder aufgewerteten Räume allein kommuna-
genauer untersucht werden. Aus den in Mel- ler Initiative zu verdanken. Vielmehr ähneln
bourne untersuchten sechs Fallstudien mit er- die Beobachtungen in Melbourne denjenigen
gänzenden Interviews resultieren Erkenntnis- in Aachen, Hannover, Leipzig und New York
se, die – genau wie die Studien in New York City: auch in dieser zweitgrößten australi-
City – auch für die deutsche Forschung neue schen Stadt ist eine Vielzahl und Vielfalt von
Fragen aufwerfen. öffentlich zugänglichen Räumen von den Ak-
tivitäten nicht-kommunaler Akteure wesent-
Studienfall: Melbourne lich geprägt.
Die Innenstadt der über drei Millionen Ein-
wohner zählenden Stadt Melbourne ist noch Koproduktion ist überall
heute vom 1837 von Hoddle entworfenen Die überschaubare Anzahl der Blöcke des
Straßenraster geprägt. In den 1980er Jah- innerstädtischen Straßenrasters reizten zu-
ren muss Melbournes Innenstadt dann nächst eine umfassende Inventarisierung al-
eine „Rasterstadt, mit breiten Straßen, ohne ler öffentlich zugänglichen Räume vorzuneh-
Platzräume, mit unkoordiniert entwickelten men, was aus zeitlichen Gründen schließlich
Hochhauskomplexen“ (Lee 2008) gewesen doch nicht zu leisten war. Aber schon in der
sein; ein monofunktionales, leeres, hässliches ersten Annäherung wurde deutlich: in vielen
Stadtzentrum: „a dough-nut with nothing in the Blöcken befinden sich Freiräume (Abb. 04),
center“ (Gehl 2004). Das hat sich seit Mitte in denen private Akteure Verantwortlichkei-
der 1990er Jahre deutlich verändert, nach- ten übernehmen. Verschiedene Indizien vor
dem der dänische Architekt Jan Gehl im Auf- Ort, z. B. der Wechsel von Platzoberflächen
trag der City of Melbourne eine umfassende oder das Verhängen von Hausordnungen wie-
Bestandsaufnahme machte und mit Empfeh- sen auf diese private Einflussnahme hin. Die
lungen für Veränderungen, insbesondere des für die Auswahl der Fallstudien zunächst er-
öffentlichen Raums, einen Revitalisierungs- fassten annähernd 50Verdachtsräume lassen
14 [STARS] Ausgabe 07_2010

Abb. 05: forecourt Abb. 06: entrance plaza

sich fünf Kategorien zuordnen: den forecourts Räumen einer Shopping Mall gleichsetzen –
oder foregardens, den entrance plazas, den office in Melbourne scheint ein solcher Vergleich
plazas, den through-block-circulation spaces und jedoch abwegig zu sein. Vielmehr werden
den civic spaces. Während die foregardens und die abwechslungsreiche Bespielung, die gute
forecourts vor allem die Vorbereiche öffentli- Pflege und die ansprechende Gestaltung ge-
cher Gebäude zieren (Abb. 05), erweitern die lobt. Allein die Beispiele laneways und Federa-
entrance plazas primär die Eingangsbereiche tion Square verweisen auf die Variationsbreite
von Bürogebäuden (Abb. 06). Im Gegensatz in der Verfügung über Stadträume und geben
dazu übernehmen die office plazas repräsen- einen ersten Eindruck von der Art, in denen
tativere Funktionen; sie nehmen größere Tei- Melbourner Akteure Einfluss auf ihren Stadt-
le des Grundstücks ein (Abb. 07) und lassen raum nehmen.
an die viel gepriesene plaza vor New Yorks
Seagram Building von Mies van der Rohe den- Gestaltung der Interdependenz: Ringen um
ken. Die through-block-circulation spaces (Abb. Verfügung und Einfluss
08) schaffen ähnliche Verbindungen durch So ungewöhnlich aus europäischer Sicht ein
die Blockinnenbereiche, wie die alten lane- zentraler Stadtplatz scheint, der von einem
ways (Abb. 09) es taten. In den meisten Fällen privatwirtschaftlich agierenden Unterneh-
lässt allein die Beziehung der Freiräume zum men bewirtschaftet wird, so wenig man kleine
Gebäude eine private Einflussnahme vermu- Gassen zwischen Gebäuden dem kommu-
ten. Nur im Falle der civic spaces, also Räumen, nalen Einfluss zugeordnet hätte, so facet-
die mit zentralen Markt- oder Rathausplätzen tenreich sind Melbourner Koproduktionen.
zu vergleichen sind, vermutete mein europä- Ähnlich wie in Deutschland – jedoch anders
ischer Blick allein kommunale Verfügung. Bei als in New York City, wo die privat-öffentliche
der Überprüfung dieser Annahme trat Über- Interdependenz in den sogenannten private-
raschendes zu Tage: viele der kürzlich revitali- ly owned public spaces einem vorgegebenem
sierten und Melbournes Innenstadt prägende Schema folgt – wird die Verteilung von Rech-
laneways, also das Netzwerk kleiner Gassen ten und Zuständigkeiten für jeden Stadtraum
(Abb. 10) unterliegen der kommunalen Ver- individuell unter den beteiligten Akteuren
fügung. Jedoch ist „der“ zentrale Stadtplatz, ausgehandelt. Dabei stehen verschiedene
der erst 1999 zur Erinnerung an den 100. Vertragsinstrumente zur Verfügung, die den-
Geburtstag der australischen federation fer- jenigen in Deutschland ähneln; so sichern
tiggestellte Federation Square (Abb. 01) fest zum Beispiel auch in Melbourne easements
in privater Hand. Er ist nicht nur im Eigen- öffentliche Gehrechte auf privatem Grund
tum eines eigens für den Betrieb des Platzes oder 163-agreements schreiben die öffentliche
gegründeten Unternehmens, sondern wird Nutzbarkeit eines privaten Grundstücks im
auch von deren Geschäftsführerin gewinn- Grundbuch fest. Je nach Interessen, Zielen
bringend bewirtschaftet (Day 2005). Aus Sicht und auch Verhandlungsgeschick der beteilig-
der Verfügung über den Raum könnte man ten Akteure werden Rechte und Pflichten in
den Platz mit den öffentlich zugänglichen einem Raum aufgeteilt; so können verschie-
[STARS] Ausgabe 07_2010 15

dene Akteure für den Bau, die langjährige


Pflege und Instandhaltung sowie die Regu-
lierung der Nutzung verantwortlich sein. Die
Gestaltung der Interdependenz der beteiligten
Akteure folgt keinem standardisierten Verfah-
ren; vielmehr sind koproduzierte Stadträume
das Resultat von intensiven Diskussions- und
Verhandlungsprozessen. Es handelt sich um
ein lernendes System, wie sowohl die Stadt als
auch private Entwickler berichten.
So bereute der Leiter des Stadtplanungsamtes
in einem Beispiel, die alltägliche Verfügung
über die öffentlich zugänglichen Flächen ei-
nem privaten Eigentümer überlassen zu ha-
ben und plante dies beim nächsten Mal nicht
wieder zu tun. Genau dieser Projektentwickler
berichtete aus seiner Perspektive von Schwie-
rigkeiten in der Abstimmung mit der Stadt
und war entschlossen, beim nächsten Projekt
auf die alleinige Verfügung über den öffent-
lich zugänglichen Raum zu bestehen – wie es
Abb. 09: laneway
im Falle des Media Houses dann auch gesche-
hen ist: Aus stadtgestalterischen Gründen spricht der Entwickler von guter Zusammen-
sollte diesem neuen Bürogebäude am west- arbeit und fährt fort: „The city did not insist on
lichen Rand der Innenstadt eine großzügige owning, they had a positive approach. If the city
Freifläche vorgelagert werden. Die Stadt war would have said it is fundamental to owning it, it
Eigentümer dieser Parzelle und verlangte vom would have made the delivery of the whole project
Entwickler, dass er diese Freifläche mitentwik- much more difficult or even put in danger“. Ob-
keln solle. Dies verweigerte der private Akteur wohl nach Darstellung des Projektentwicklers
und wollte insbesondere der anhaltenden Ein- die Situation zur Zufriedenheit aller gelöst
flussnahme der Stadt nicht zustimmen – aus wurde, demonstriert der Fall, welche Bedeu-
folgenden Gründen: „Our view is: we do a bet- tung der private Akteur uneingeschränkter
ter job in managing the public space than they Verfügung über den Freiraum zumisst; wo-
do. We control the maintenance, the cleaning, von er letztlich sogar die Entwicklung des
the security, who can set up a protest there and gesamten Projekts abhängig macht. Was in
who cannot, what it can be used for and what it „we do a better job“ positiv klingt, zeugt jedoch
cannot be used for and we do not want to behol- auch von wenig Kompromissbereitschaft und
den to the city‘s processes“. Trotz dieser unter- bestätigt, dass die uneingeschränkte Verfü-
schiedlichen Vorstellungen und dem privaten gung über den Raum zentrale Voraussetzung
Wunsch nach Verfügung über den Freiraum, für sein Engagement war.

Abb. 07: office plaza Abb. 08: through-block-circulation-space


16 [STARS] Ausgabe 07_2010

„Management matters“
Während im STARS-Projekt die Rolle der
beteiligten Akteure auf rechtlicher Ebene, in
der Raumproduktion und bezüglich der Re-
gulierung der Nutzer betrachtet wurde (siehe
hierzu Erläuterungen zum „Polaritätsprofil“
in Berding et al. 2010), kristallisierte sich in
Melbourne das management eines Raum als
eine wesentliche Einflussebene heraus. In
verschiedenen Fallstudien wurde deutlich,
dass „management matters“, also die Verfü-
gung und Organisation der Nutzung und die
Regulierung der Nutzerinnen und Nutzer
wichtiger Bestandteil der Sorge und des Ein-
flusses im öffentlich zugänglichen Raum ist
– von Seiten unterschiedlicher Akteure:
So wird zum Beispiel der City Square als einer Abb. 10: Netzwerk der laneways
der wenigen, im kommunalen Eigentum be-
findlichen Plätze (Abb. 03), von einem square
manager betreut, der eigens dafür von der for one public is not necessarily good for another
Kommune angestellt wurde und seine Aufga- public“. Und in diesem Balanceakt würde sich
be so beschreibt: „we control that space ... host ihre Arbeit nicht von der der Kommune un-
events big and small, all the time“. Was nach terscheiden: „we have a public orientation in our
privater Aktivität klingt, ist kommunaler Na- management, therefore it does not matter whether
tur. Aber auf privater Seite sieht die Geschäfts- it is privately or publicly managed.“
führerin der Federation Square Pty. Ltd ihre Aus einer anderen, privaten Perspektive ent-
Aufgabe ähnlich und erklärt: „the public itself steht sehr wohl der Eindruck, dass mit der
does not generate events ... people say it is good Management-Kompetenz Nutzungs- und Nut-
there is always something going on.“ Inwieweit zerbeschränkungen assoziiert werden – wie
diese Maßnahmen auch Einschränkungen schon oben zitiert und hier ergänzt: „the city
für Nutzerinnen und Nutzer zur Folge haben, could say it is fair and reasonable for the building
bleibt zu untersuchen. Die Geschäftsführerin workers to put 2000 people on the plaza, where as
spricht diesbezüglich von einem „juggling act private owner you can say it is private property.“
we run all the time ... what is could for the public Die unterschiedlichen Stimmen zum
is not always good for the tenant ... what is good Management zeigen, dass der Organisation
der Nutzung eines Raumes in Melbourne
Abb. 11: Media House
große Bedeutung zugemessen wird. In den
drei beschriebenen Fallstudien unterschei-
den sich dabei die kommunalen Ziele wenig
von privaten. Vielleicht sind es hier eher die
Nutzer, deren Interessen anders gelagert sind.
Die unterschiedlichen Auffassungen darüber,
ob und welche Einschränkungen Nutzerin-
nen und Nutzern eines Raumes zuzumuten
sind – „we cannot avoid that this is a managed
space ... Melbournians get used to the rules of
engagement“ – bleibt zu diskutieren. De jure
ist die Lage in Deutschland und Australien
ähnlich: während Private in ihren Räumen
vom „Hausrecht“ Gebrauch machen können,
muss die Kommune besondere Regeln und
Nutzungshinweise legitimieren lassen.

Interessen am öffentlich zugänglichen Raum


sind ähnlich – solange langfristig gedacht wird
So wenig sich kommunale und private Interes-
sen und Ziele beim Management voneinander
abgrenzen lassen, so nah beieinander liegen
oft auch die Interessen der unterschiedlichen
[STARS] Ausgabe 07_2010 17

Akteure an der Produktion von Stadträumen. Interessen zusammentreffen, muss intensiv


Insbesondere in den Fallstudien, in denen kommuniziert werden – weshalb private Ent-
private Akteure dauerhaft an einem Raum in- wickler in Melbourne auch professionelles
teressiert sind, also langfristig als Eigentümer „Akteurs-Management“ betreiben. Denn nur
aktiv bleiben, unterscheidet sich die Interes- wenn möglichst viele Anliegen unterschied-
senslage der interviewten Privaten kaum von licher Akteure Beachtung finden, kann eine
denen der kommunalen Vertreter. Von beiden dauerhaft stabile Kooperation erarbeitet wer-
Seiten wird das Leitbild der „urban experience“ den. Aus diesem Ruf nach „Akteurs-Manage-
angestrebt; es werden belebte, sichere und ment“ lässt sich auch eine Konsequenz für
saubere Stadträume gewünscht, die die In- das kommunale Handeln ableiten: wenn man
nenstadt Melbourne zu einem attraktiven Ort in der Produktion von Stadträumen auf das
auch jenseits der Bürozeiten macht. Dass es „Ko-“ angewiesen ist – wie es in Melbourne
dabei aber nicht allein um urban experience der Fall ist und auch in Deutschland durch
geht, macht der Bürgermeister deutlich, wenn schwindende kommunale Ressourcen ver-
er den Revitalisierungsprozess der Innenstadt mehrt unumgänglich wird – ist nicht nur die
auch in „economic terms“ als gelungen be- Kenntnis aller beteiligten Akteure, sondern
zeichnet (Gehl 2004). So verwundert es nicht, auch die Kommunikation und Diskussion al-
wenn auch der interviewte private Entwick- ler Interessen ein wesentlicher Schritt für eine
ler den Zusammenhang zwischen qualitativ dauerhafte Balance Zudem sind dies wichtige
hochwertigen Räumen und ökonomischen Voraussetzungen, um Stadträume zu schaf-
Interessen hervorhebt: „The nature of a public fen, von denen eine Vielzahl und Vielfalt von
space and how it is used are key in determining Bürgerinnen und Bürgern profitiert.
the success of the building and the tenants desire
to go there ...“ und fährt fort: „we will derive a ... und die Realität vor Ort?
higher income from a higher quality of the envi- Während „Akteurs-Management“ als Schlüs-
ronment the building is in. Yes, if we control the selwort für Koproduktion steht, stellt sich die
public environment, we will have a higher inco- Frage, wie und ob sich ein gutes Akteurs-Ma-
me“. Vor diesem Hintergrund ist auch gut zu nagement auch vor Ort in der Regulierung der
wissen, dass sich das Engagement in einem Nutzerinnen und Nutzer zeigt. So sind zum
Raum den zeitlichen Rahmenbedingungen Beispiel einige Melbourner Fallstudien nicht
anpasst – wie im Fall des bereits erwähnten gut dokumentiert, da mich Sicherheitsdienste
Media Houses: „if we were only interested up to immer wieder am Fotografieren hinderten.
the end of the development stage and sold it into Während sich der Leiter des Stadtplanungs-
an investment vehicle or trust fund, our interest amtes davon überrascht zeigt – „I was never
in the management would be much less ... now stopped taking photos in Europe ... there seem to
we have the ongoing involvement much like the be a cultural difference on what is public space
city or the state“. Wenn also private Akteure ein and what is private space. I am not aware of the
langfristiges Interesse an einem attraktiven fact that you are stopped to do so here in Melbour-
und frequentierten Freiraum haben, was un- ne ... I am glad you highlight that. It is something
terscheidet sie dann noch vom kommunalen we need to address“, hinterfragt der private In-
Interesse am öffentlichen Raum? Die in Fall- terviewpartner die Legitimation dieser Ein-
studien und Interviews gesammelten Infor- schränkung und spielt den Ball an den Nut-
mationen vermitteln den Eindruck, dass sich zer zurück: „I am not sure if the security people
die Ziele, Interessen und Handlungslogiken can actually tell you not to take photographs, but
der unterschiedlichen Akteure weniger unter- they do it and who pushes back?“ Diese Situati-
scheiden, als vermutet. Es zeichnet sich eher on erinnert an New York City, wo ein großes
eine Gemengelage von Interessen ab. Damit Problem der privately owned public spaces darin
geht es bei der Koproduktion von Stadträu- lag, dass viele per Baugenehmigung gefor-
men häufig also weniger um das Überwinden derten Gestaltungsdetails und Ausstattungs-
von Gegensätzen, als vielmehr um das Abglei- gegenstände nie vor Ort ausgeführt wurden
chen aller am Raum beteiligten Akteursinter- oder nach einer Zeit wieder verschwanden. Es
essen. fehlte einfach an Kontrolle, das „lack of enforce-
ment“ galt als einer der Gründe dafür, dass so
Akteursmanagement als Schlüsselwort viele die Räume nicht als Bereicherung des
Wenn eine langfristig tragfähige Kooperati- Stadtraumes, sondern als „good for nothing“
on entstehen soll, ist deshalb intensive und eingestuft werden mussten (Kayden 2000,
frühe Kommunikation notwendig. Da in vie- Pegels 2004). Nun sind es in Melbourne nicht
len Projekten nicht nur zwei, sondern eine über 500 Räume, die kontrolliert werden
Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen müssen, sondern die Anzahl ist so überschau-
18 [STARS] Ausgabe 07_2010

bar, dass sie vom Leiter des Planungsamtes Privately Owned Public Space: The New York
persönlich in Augenschein genommen wer- Experience. New York (USA)
den können – was er zu tun verspricht und Klein, Vera und Juliane Pegels (2010): „New
wofür er in der Stadt auch bekannt ist. Für die York City: 50 Jahre Erfahrung im Umgang mit
Diskussion über das privat-öffentliche Span- privately owned public space“ in: pnd-online
nungsfeld ist die Diskrepanz zwischen dem II.2010
Management der verantwortlichen Akteure
auf der einen Seite und dem, was in den Räu- Lee, Jenny (2008): Making Modern Mel-
men selber durch beauftragtes Sicherheitsper- bourne. Melbourne (Australien)
sonal passiert, zu beobachten. Vielleicht wird Low, Setha; Smith, Neil [Hrsg.] (2006): The
der Kommune durch Koproduktionen aus Politics of Public Space. New York (USA)
manchem finanziellen Engpass geholfen, aber
die Konsequenzen, wie z. B. eine notwendige Matzig, Gerhard (2007): Event, Event, ein
verstärkte kommunale Kontrolle privat domi- Lichtlein brennt. Weihnachtsmarkt, Lovepa-
nierter, öffentlich zugänglicher Räume, muss rade, Stadtmarathon oder Bladenight: Wie die
gleichermaßen thematisiert werden. Städte ihre Straßen und Plätze verramschen.
in: Süddeutsche Zeitung, 02.11.2007
Juliane Pegels Pegels, Juliane (2004): Privately Owned Pub-
lic Space. New York Citys Erfahrungen mit
öffentlich nutzbaren Räumen, die sich in pri-
vatem Besitz befinden. Dissertationen an der
Literatur Fakultät für Architektur der RWTH Aachen: I.
Berding, Ulrich, Antje Havemann, Juliane Architektur und Planung, Nr. 1. Aachen
Pegels, Bettina Perenthaler [Hrsg.] (2010):
Pesch, Franz (2008): Stadtraum heute. Be-
Stadträume in Spannungsfeldern. Plätze,
trachtungen zur Situation des öffentlichen
Parks und Promenaden im Schnittbereich
Raums. In: Raumplanung 13. 6. Februar 2008
öffentlicher und privater Aktivitäten. Detmold
Weilacher, Udo (2006): Die Zukunft des
Bruner Foundation, Inc. (2009): Rudy Brun-
öffentlichen Raumes – Traum oder Alptraum?
er Award: Silver Medal Winner. Millennium
In: Europäisches Haus der Stadtbaukultur
Park Chicago, Illinois (USA)
(Hg.): 5 Jahre Landesinitiative Stadtbaukultur
Day, Norman (2005): Federation Square. Mel- NRW. Duƀsseldorf. S. 42–45
bourne. 2nd Edition. Prahran, Victoria (Aus-
tralien)
Liste der zitierten Gesprächspartner
Gehl, Jan in collaboration with City of Mel- Head of Urban Design, Melbourne City Coun-
bourne (2004): Places for People. Melbourne cil, 28 May 2010
(Australien) Chief Executive Officer, Federation Square
Harlander, Tilmann; Kuhn, Gerd (2005): Re- Pty. Ltd., 31 May 2010
naissance oder Niedergang? Zur Krise des Open Space Manager, Melbourne City Coun-
öffentlichen Raums im 20. Jahrhundert. In: cil, 02 June 2010
Bernhardt, Christoph; Fehl, Gerhard; Kuhn, General Manager, Grocon Pty. Ltd., 31 May
Gerd; von Petz, Ursula [Hrsg.] (2005): Ge- 2010
schichte der Planung des öffentlichen Raums.
(Dortmunder Beiträge für Raumplanung 122).
Dortmund
Havemann, Antje und Klaus Selle [Hrsg.]
(2010): Plätze, Parks und Co. Stadträume im
Wandel – Analysen, Positionen und Konzepte.
Edition StadtEntwicklung. Detmold

Hochstadt, Stefan (2010): Öffentlichkeit und


Privatheit: Wem gehört die Stadt? In: Raum-
Planung 148, Februar 2010
Kayden, Jerold S., The New York City Depart-
ment of City Planning (DCP) und The Munic-
ipal Art Society of New York (MAS) (2000):
[STARS] Ausgabe 07_2010 19

Public space and the challenge of „multiple roles“ were discussed during the se-
urban transformation in Europe cond day.

Insights from the SKUOR Conference Due to the large number of presentations with
Vienna 2010 uncountable inspirations it is impossible to
give anything like a comprehensive summary
The Interdisciplinary Center for Urban Cul- of these days. However what remains, is a lar-
ture and Public Space (SKUOR – Stadtkul- ge array of insights, in what is still discussed
tur und Öffentlicher Raum) at the Technical in regard to public space, on what researching
University Vienna invited to a two day confe- colleagues all over Europe are working on,
rence on November 10th and 11th, 2010. Ali on the variety of approaches with which dif-
Madanipour and Aglaée Degros both holding ferent academics are trying to grasp certain
a one year guest professorship financed by the issues of this broad field. At the end of day
City of Vienna brought together a large num- one, after listening to different concepts and
ber of young academics from 30 countries to following different analyses one was almost
discuss the important subject: public space. unsure whether the object of study – public
For Ali Madanipour as experienced researcher space – was at all something we are familiar
from the United Kingdom and Aglaée Degros with. Consequently, Ali Madanipour raised
as young practitioner from Rotterdam public the questions whether it at all matters if we
space „is a window into its society and culture, are unclear what public space means, or how
mirroring how people live and relate to one far it matters for continuing our work. Proba-
another, and how they respond to the challen- bly to not frustrate the audience, but rather
ges of social and economic change in an incre- encourage them to keep (re)searching, he re-
asingly urban world“ (Conference Program). peated his welcoming words and said that to
The conference intended to investigate „how him public spaces are „windows to societies“,
city authorities understand and deal with their that they reflect upon urban societies with
public spaces, how this interacts with market all their complexities. Uwe Altrock acknow-
forces, social norms and cultural expectations, ledged this complexity in his keynote speech
whether and how this relates to the needs and when he described his understanding of the
experiences of their citizens“ and hoped to ex- production and management of public space
plore new strategies and innovative practices as a system of “hybrid spaces“ which he sees
for strengthening public spaces and urban rather as „a continuous series of negotiations,
cultures (Conference Program). In order to conceptual innovations, and governance rear-
discuss these questions and search for new rangements“ than as a sharply defined entity
strategies, the over 60 conference contribu- as the discussion often suggests. Similar to
tions were arranged around the three themes: the findings of the STARS, Altrock asks for a
„strategies, plans and policies“, „everyday life more differentiating understanding of public
and sharing the city“, and „multiple roles of space which helps to capture the multiplicity
public spaces“. Whereas the first day was de- of situations and opens up opportunities for
dicated to the first theme, „everyday life“ and strategic interventions.
20 [STARS] Ausgabe 07_2010

When Madanipour was trying to summarize this international discussion raises important
the two days, he was wondering whether we questions we need to address in our coming
are now – after a long time of pessimism – project STARSmulti in Germany in which we
too optimistic about what is happening in try to better grasp non-municipal stakehol-
and with public spaces of our cities. One the ders, their interests in public spaces, and what
one hand, he noticed that quite a number of it means for for designing co-productions,
scholars look at processes of producing valu- and what consequences for public policy can
able spaces with inclusive appearances, while be drawn.
others see the state of public space a lot more
critical and notice conflicts, problems, and the Although almost all conference participants
dominance of power of certain actors. To Ma- surprised with their precise and complex
danipour, it is not a questions of who is right knowledge of readings and theories in the
or wrong, whether we should be optimistic or field, whenever privatization was mentioned
not, but he is rather looking for a good balan- and discussed, it remained unclear to us, what
ce, where to draw a line, what to continue to kind of private influence is meant precisely
watch carefully, and where we need to inter- when blaming private interests and actions.
vene in planning processes and policies. He In addition, although SKUOR as interdiscip-
was also questioning our optimism when dis- linary center reached out to scholars from dif-
cussing the STARS project and its findings. ferent disciplines, it was surprising to us that
Although we identified non-municipal actors the majority of presentations did not touch
as partners in creating and caring for publicly upon the design of public space as one way
accessible spaces, we found that a large variety to influence the physical appearance and ac-
of different stakeholders are involved, and that cordingly the use and character of these parts
co-produced urban spaces are rather normali- of our cities. Maybe architects and urban de-
ty than exception, we have to study further the signers are not used to discuss their work on
intentions and goals of „the others“, the non- academic conferences – which is a pity – since
municipal actors. Are they really interested in their role is not to underestimate in this re-
the wellbeing of spaces in a long run as muni- alm. And if researchers looked at urban de-
cipal stakeholders have to be? Ali Madanipour sign issues, there perspective was rather cri-
was quite sceptical about this and referred to tical: empty, useless spaces were criticized for
examples in the United Kingdom where priva- not meeting user needs. Chris Keulemanns, a
te developers went bankrupt, withdrew from dutch journalist and cultural organizer made
their responsibility in public space, and their such observations in his keynote speech. He
public commitment stemming from to the pu- talked about „open, clean and bright spaces“
blic subsidies they received. These examples as something generally desired, but in his po-
maybe special to Britain however they may be etic words, he also saw them as being so open
less present in Germany – a situation not un- that security forces could access and intervene
common to international conferences. When way too easily, so clean that every chewing
scholars from 30 different countries report gum thrown out becomes a criminal act, and
on their case studies, different issue may be so bright that any user can be spotlighted in
seen differently and actually be present to dif- every niche. He took us on a wonderful walk
ferent degrees in each context. Nevertheless, through Amsterdam‘s north, the neglected
[STARS] Ausgabe 07_2010 21

EUROPEAN NOVEMBER CONFERENCE VIENNA 2010

Public space and the challenges of urban


Planung neu denken
transformation in Europe: Politics and culture Das STARS-Journal 07 wird im ersten Quartal
2011 in erweiterter Form als Themenschwer-
punkt bei pnd | online erscheinen.
pnd | online ist eine Plattform des Lehrstuhls
für Planungstheorie und Stadtentwicklung
mit Texten und Diskussionen zur Entwick-
lung von Stadt und Region.

10th and 11th November 2010 Interdisciplinary Centre for Urban Culture
and Public Space
Palais Kabelwerk, 12. District Department of Spatial Development,
Infrastructure and Environmental Planning
Programme: http://skuor.tuwien.ac.at Faculty of Architecture and Planning
Registration: info@skuor.tuwien.ac.at Vienna University of Technology

part of town, a similar place to Amsterdam


what Australia has been to the England: a
colony of convicts. Although, a place for the
undesired, Keulemanns‘ described its special
character as place where to most likely „love
with, chat with, and fight with a local stranger“
– the essence of public space as he says and as
it was also saying on the conference bags: „Pu-
blic space is where public life unfolds“.

The event was offering enriching two days


that fed our desire to keep exploring public
space further with all its limitations, its dif-
ficulties in trying to define what we talk about,
its different perspective on its status, whether
to worry about or to be optimistic about pu-
blic space, hence its overall complexity. Even
though public space is something we all know,
we all use, we all appreciate, it is even harder
to create, shape, and design these places of
our urban environments.

Juliane Pegels
22 [STARS] Ausgabe 07_2010

STARS@IFLA World Congress


Publicly Accessible Urban Spaces in
Between Public and Private Interests
Dass die Auseinandersetzung mit koprodu- Noch bis zum 30.November 2010 ist folgen-
zierten Stadträumen kein deutsches Anliegen der Call for Abstracts für Session # 3 offen:
allein ist, zeigen unsere bisherigen Bemühun- „Open spaces like plazas, parks, and promenades
gen um Austausch und Kooperation mit For- are publicly accessible, often not only as the sole
scherinnen in Chile, Japan und Australien. Im product of communal activities but also as a co-
Frühjahr 2010 erweiterte sich der Kreis, als product of several public and private stakeholders.
aus der Schweiz die Anfrage kam, ob wir nicht Quite a large number of publicly usable spaces
eine session auf der Konferenz der Internatio- are being created by private and public interests.
nal Federation of Landscape Architects (IFLA) According to the different starting points of the
gestalten und moderieren wollen, die im projects, stakeholders take over different responsi-
Juni 2011 in Kooperation mit der GrünStadt- bilities in creating and managing public spaces;
Zürich abgehalten wird. Unsere Bewerbung hence, the form in which the public-private co-
war erfolgreich, so dass wir jetzt auf interes- production is organised and regulated varies. As
sante Beiträge und Diskussionen mit Exper- a large number of public spaces is being created
ten hoffen, die sowohl aus kommunalen und not only by communal stakeholders, it is time
privatwirtschaftlichen Kontexten als auch aus to study this co-production and to discuss what
internationaler Forschungsperspektive über impact it has on our cities and their inhabitants.
Planung und Entwicklung von Stadträumen The session aims to centre on speakers who have
im privat-öffentlichen Spannungsfeld berich- been involved in planning public spaces either
ten können. in a municipal context or as private developers
and on experts with a broad knowledge of public-
Weitere Informationen zum Kongress: private partnerships regarding the establishing of
public spaces.“ jp
„Scales of Nature“
48th IFLA World Congress Zürich
27.  - 29. Juni 2011
www.ifla2011.com

From Urban The World-


Landscapes Congress of
to Alpine Landscape
Gardens Architecture

Karte_148x105_IFLA_2011_EN_08.indd 1 29.7.2010 16:02:36 Uhr


[STARS] Ausgabe 07_2010 23

STARSinternational
Nächste Schritte in der deutsch-
chilenischen Kooperation

Die privat-öffentliche Koproduktion von ihrer Veranstaltung „Lugares publicos en trans-


Stadträumen ist nicht nur ein deutsches The- formacion. Escenarios de la vida publica en la
ma. Auch andere Länder diskutieren, was die cuidad latinoamericana y europea“ am 03. und
Entwicklung und Instandhaltung von öffent- 04. November 2010 im Goethe-Institut einen
lich zugänglichen Räumen im Schnittbereich Auftakt, der im Dezember 2010 in Aachen
kommunaler und nicht-kommunaler Verant- fortgesetzt wird. Im Rahmen eines deutsch-
wortlichkeiten ausmacht. So wissen wir von chilenischen Workshops findet am 03. De-
Erfahrungen im Umgang mit diesen Räumen zember 2010 ein Expertentag an der RWTH
nicht nur aus Aachen, Hannover und Leip- Aachen statt, zu dem Wissenschaftler und
zig, sondern auch aus New York City, Tokio, Wissenschaftlerinnen verschiedener Fakul-
Yokohama, Melbourne, Zürich und Santiago täten eingeladen sind über Ihre Arbeiten in
de Chile. In ersten Begegnungen der in den lateinamerikanischen Forschungskontexten
unterschiedlichen Ländern forschenden Wis- zu berichten und Ansätze der deutsch-chile-
senschaftler und Wissenschaftlerinnen wurde nischen Forschung zu diskutieren. Im März
deutlich, dass 1. Stadträume im privat-öffentli- 2011 reisen dann die Aachener Forscherinn-
chen Schnittbereich überall wichtige Motoren nen nach Santiago de Chile; nicht nur um
der Stadtentwicklung darstellen, dass 2. sehr die koproduzierten Räume vor Ort in Augen-
unterschiedliche Wege des Interessenaus- schein zu nehmen, sondern um einen ge-
gleichs für diese privat-öffentlichen Koopera- meinsamen Forschungsantrag zu realisieren.
tionen gesucht werden und dass 3. Fragen zur
Gestaltung der Interdependenz für die kom- Einen ersten Einblick in die gemeinsame For-
munale Steuerung zentral sind. schungsarbeit gibt der Text: Christian Dim-
mer, Juliane Pegels, Elke Schlack Fuhrmann.
Das informelle Netzwerk STARSinternatio- „Ähnliche Phänomene, unterschiedliche Er-
nal soll den Austausch über die deutschen fahrungen: Öffentlich zugängliche Räume in
Landesgrenzen hinweg verstetigen. Bereits Chile, Japan und den USA“. In: Berding et
im Juni 2008 konnten wir im Rahmen der al. (2010). Stadträume in Spannungsfeldern.
pt-Tagung in Aachen in der Arbeitsgruppe Plätze, Parks und Promenaden im Schnittbe-
„Koproduktion global – Öffentliche Räume reich öffentlicher und privater Aktivitäten. An
in internationalen Kontexten: Tokio, Santia- einem weiteren Baustein arbeitet Elke Schlack
go de Chile, New York City“ eine Diskussion Fuhrmann derzeit mit der Herausgabe des
beginnen, die im Herbst 2008 im „Seminario Buches „Producción privada de espacio público.“
POPS“ in Santiago de Chile fortgesetzt wurde. (Erscheinung 2011), das wichtige Texte aus der
Durch ein vom DAAD finanziertes post-doc deutschen Diskussion auch dem spanisch-
fellowship an der RMIT University Melbourne sprachigem Umfeld zugänglich machen soll.
konnte Juliane Pegels die Forschungsarbeit jp
nach Australien ausweiten, wo in einem
Workshop im Mai 2010 nicht nur Melbourner
Akteure über Koproduktionen diskutierten,
sondern auch Christian Dimmer von der Uni-
versity of Tokyo über Stadträume im japani-
schen „Spannungsfeld“ berichtete.

Diese eher punktuellen Begegnungen können


wir Dank der DFG nun verstetigen, da sie uns
Mittel zur „Intensivierung der deutsch-chile-
nischen Kooperation“ zur Verfügung stellt.
Im Rahmen dieser Intensivierungsphase fin-
den Workshops in Aachen und Santiago de
Chile statt. Zudem werden öffentliche Ver-
anstaltungen organisiert, in denen vor allem
erörtert werden soll, welche Fragen Inhalt ei-
nes binationalen Forschungsprojektes werden
können. Elke Schlack Fuhrmann machte mit
24 [STARS] Ausgabe 07_2010

Unsere Bücher!

Antje Havemann, Klaus Selle (Hg.)

Plätze, Parks & Co.


Stadträume im Wandel. Analysen, Positionen, Konzepte.

38,– Euro, ISBN 978-3-939486-48-0, 14,5 x 21,5 cm, 672 Seiten, Hardcover in Fadenheftung, Sep-
tember 2010 – edition stadtentwicklung

Öffentlich nutzbare Stadträume bilden ein zentrales und facettenreiches Handlungsfeld von
Städtebau und Stadtpolitik. Ein entsprechend großes Gewicht nehmen sie in der Fachliteratur
ein. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Daher werfen wir (erneut, wie schon 2002 in
einer ersten Textsammlung) die Frage auf: »Was ist los mit den öffentlichen Räumen?« und
stellen neues wie altes, weiterhin aktuelles Material zu ihrer Beantwortung bereit: Analysen des
Wandels der Stadträume, Positionen zu Rolle und Aufgaben öffentlicher und anderer Akteure
sowie Konzepte zur Gestaltung von Plätzen, Parks & Co.

Analysen, Positionen und Konzepte von


Uwe Altrock, Sid Auffarth, Ulrich Berding, Benjamin David, Heidi Dumreicher, Andreas Feld-
tkeller, Jan Gehl, Thomas Göbel-Groß, Klaus Habermann-Nieße, Dieter Hassenpflug, Ulrich
Hatzfeld, Antje Havemann, Ulfert Herlyn, Michael Hootz, Sandra Huning, Bettina Kolb, Oliver
Kuklinski, Jürgen Milchert, Brigitte Nieße, Nina Overhageböck, Hanno Rauterberg, Christa Rei-
cher, Jochen Richard, Hilde Richter-Richard, Marlo Riege, Klaus Ronneberger, Adelheid von Sal-
dern, Bernhard Schneider, Jochem Schneider, Herbert Schubert, Hille von Seggern, Klaus Selle,
Walter Siebel, Thomas Sieverts, Erika Spiegel, Maria Spitthöver, Wulf Tessin, Jan Wehrheim und
Martin Wentz.

Ulrich Berding, Antje Havemann, Juliane Pegels, Bettina Perenthaler (Hg.)

Stadträume in Spannungsfeldern
Plätze, Parks und Promenaden im Schnittbereich öffentlicher und privater Aktivitäten

38,– Euro, ISBN 978-3-939486-49-7, 14,5 x 21,5 cm, 372 Seiten, Hardcover in Fadenheftung, Septem-
ber 2010 – edition stadtentwicklung

Im Rahmen des Forschungsprojektes »Stadträume in Spannungsfeldern« (STARS) sind Plätze,


Parks und Promenaden in deutschen Städten untersucht worden, an deren Entstehung, Gestal-
tung und Unterhaltung sowohl öffentliche als auch private Akteure beteiligt waren und sind. Die
Ergebnisse dieser Forschungen werden in diesem Buch einerseits präsentiert und andererseits
diskutiert und erweitert. Fachleute aus Forschung und Praxis, Planung und Verwaltung ergänzen
die Forschungsergebnisse und lenken den Blick auf rechtliche, soziologische, historische, bau-
kulturelle oder auch internationale Kontexte, auf neue Beispiele, auf spezielle Kooperationen und
beschreiben die Wahrnehmung dieser »Spannungsfelder« aus ihrer Sicht.

Mit Beiträgen von


Uwe Altrock, Paul Bauer, Ulrich Berding, Katharina Brzenczek, Christian Dimmer, Gerhard Fehl,
Antje Havemann, Bernd Hunger, Marieluise Jonas, Robert Kaltenbrunner, Kaspar Klaffke, Martin
Klamt, Anne Kraft, Harald Lange, Franziska Lehmann, Andrea Lietz, Stephan Mitschang, Juliane
Pegels, Bettina Perenthaler, Franz Pesch, Ulrike Rose, Elke Schlack Fuhrmann, Tim Schwarz,
Klaus Selle, Wulf Tessin, Claus-C. Wiegandt und Elena Wiezorek.

07 Impressum/Kontakt

Journal zum Forschungsprojekt [STARS] – Stadträume in Spannungsfeldern.


Herausgegeben im November 2010 von:
Ulrich Berding, Antje Havemann, Juliane Pegels, Klaus Selle und Peter Weber
 Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung, RWTH Aachen University
Postfach, 52056 Aachen. T +49 241 80 983 04
stars@pt.rwth-aachen.de www.pt.rwth-aachen.de
Bildnachweis: Wenn nicht anders angegeben, alle Abbildungen: PT