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Charakterisierung Patriarch

Gotthold Ephraim Lessing war einer der bedeuteten Aufkläre seiner Zeit, denn er verband
das Theaterdramaturg Unterhaltung mit der Aufklärung. Er wollte, dass die Leute eine
Botschaft aus seinen Dramen mitnahmen, weshalb er unteranderem „Nathan der Weise“
schrieb. Im folgenden Text werde ich den Patriarchen charakterisieren auf Grundlage von
dem I Aufzug, dem 5 Auftritt und dem IV Aufzug, dem 2 Auftritt.

Der Klosterbruder wurde beauftragt den Tempelherrn davon zu überzeugen, Saladin der den
Tempelherrn begnadigt und somit sein Leben gerettet hat. Der Tempelherr lehnt dies
allerdings ab, unter der Begründung dass er Saladin sein Leben verdanke. Das sieht der
Klosterbruder als Unmündigkeit des Tempelherrn da er seine Mündigkeit an den Patriarchen
abgegeben hat. Das wird deutlich in den Zeilen: „Gehorcht ihr denn auch ohne zu klügeln?“
„Wär' s sonst gehorchen?“ (v560f)

Der Patriarch führt ein Leben im „Prunk“(v2455), daraus lässt sich schließen dass er eine
mächtige Person ist und dies auch nach außen zeigen will. Verdeutlicht wird es noch
dadurch, dass er sein eigenes „Gefolge“(v2464) hat.

Der Patriarch verhält sich schon im ersten Satz respektlos dem Tempelherrn gegenüber
indem der Patriarch den Klosterbruder fragt „Was will er?“(v2460f) anstatt den Tempelherrn
selbst zu fragen.

Er hat ein klares Verständnis für die Pflichten eines christlichen Ritters. Der Templer ist da,
um "dem Herrn zu dienen" (Zeile 2473). Daher hat er seine Ansichten von Anfang an klar
zum Ausdruck gebracht. Als der Templer meint, dass er seinen Rat brauche, betonte der
Patriarch, „Nur ist der Rat auch anzunehmen.“(v2475). Dabei behauptete er indirekt, er sei
absolut zuverlässig und seine Ansichten seien immer richtig. Als der Templer "Doch
blindlings nicht?" protestierte (v2476), beantwortete der Patriarch zuerst die rhetorische
Frage "Wer hat es gesagt?" (Zeile 34) und erklärte dann, warum dieser Verdacht auf ihn
veraltet war. Er vergleicht sich mit einem Engel und betrachtet sich daher als Sprachrohr
Gottes, so dass er absolut zufrieden ist. Er erklärte, er sei ein klarer Gegner des
aufgeklärten Denkens, weil er dem Templer verbiete, sein Verständnis mit der Kirche in
Verbindung zu bringen. Ihre Lehre - eine so lange Aussage - ist " das ewige Gesetz der
Herrlichkeit des Himmels " (v2489 f.) und daher unwiderruflich.

Nachdem der Tempelherr ihm von Recha erzählt hatte ohne einen Namen zu sagten, war
der Patriarch fassungslos: " Mich schaudert " (v2509), er wollte sich bestätigen, dass es nur
ein " Spiel des Witzes" war (v2520). Wenn dies zutrifft, müsste der Jude auf dem
„Scheiterhaufen“ (v2537) verbrannt werden. Diese Bemerkungen gaben den Vorfahren
zweifellos eine fanatische Haltung. Seiner Ansicht nach ist das Christentum die einzig
wahre Religion. Seiner Ansicht nach repräsentiert seine Kirche allein die Wahrheit. Er
glaubt, dass alle anderen Religionen zu verdammen sind.
Der Patriarch wies auch den Einwand des Templers zurück, dass das christliche Kind
gestorben wäre, wenn der Jude es nicht aufgenommen hätte. Er sagte sogar: Denn besser,
Es wäre hier im Elend umgekommen (v2547f). Er akzeptierte keine Argumente des
Tempelherrn, wiederholte aber die radikalen Lehren der Kirche mit einer zunehmend
heftigen Haltung.

Durch die Wiederholung des Satzes " Tut nichts – Der Jude wird verbrannt "
(v2547,2552,2559) wird die Hasshaltung des Patriarchen deutlich. Er ist ein intoleranter
Fanatiker, und er wird keine Mühe scheuen, die Macht der Kirche zu festigen. Als der
Templer versuchte, ihn zu beschwichtigen und die Juden zu verteidigt damit dass der Jude,
seine Kinder mit rationalem Geist auf zog statt mit jüdischem Glauben. Die Empörung des
Patriarchen erreicht einen Höhepunkt. In Bezug auf die Tatsache, dass das Tolerieren eines
solchen Verhaltens die Existenz des Staates gefährden würde, wolle er „sogleich zum
Sultan“(v2570) gehen. Der Patriarch hatte kein Recht, selbst zu entscheiden, da der Sultan
zu dieser Zeit in Jerusalem regierte. Dies zeigt, dass er ein kein mächtiger Mensch ist, sein
Verhalten beruht eher auf Selbstsucht und Taktik als auf menschlichem Verstand.

Als der Patriarch am Ende der Szene den Klosterbruder mit " Hier, mein Sohn"(v2600)
ansprach, um ihn für seine Zwecke zu gewinnen, machte er erneut deutlich, dass er sich
selbst als Vertreter der Kirche über andere stellt. Seine Art wie er hier spricht erinnert an
Gottes Art zu sprechen, die in der Bibel zitiert wird. Sein anmaßendes Verhalten wird in der
Szene durch seinen immer mehr werdenden Sprechanteil verdeutlicht. Diese Tatsache
unterstreicht auch sein steifes und arrogantes Verhalten.

Im Allgemeinen akzeptiert der Patriarch keine vernünftigen Argumente des Tempelherrn.


Er benutzte nicht sein eigenen Verstand, sondern beruft sich nur auf die Lehren der Kirche.
Der Templer brachte den Patriarchen nicht dazu sich umstimmen zu lassen, dass er mit
aller Kraft an seinem dogmatischen Standpunkt festhalten sollte. Er steht anderen
Religionen nicht offen gegenüber, sondern ist ein fanatischer Hassprediger.

Die Gespräche mit dem Patriarchen scheitern da er nicht auf eine Argumentation einlässt
sondern seine Meinung als die einzig wahre ansieht. Er stellt sich durch seine Position als
unfehlbar dar. Er spricht von oben auf seinen Gesprächspartner herab und verlangt das
seine Wille ausgeführt wird.