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Einführung in die Quantenphysik - Einfach

erklärt
14.06.2018 12:10 | von Michael Stahl
Im 20. Jahrhundert führten einige erstaunliche Experimente zur Entwicklung der Quantenphysik, die für
Laien gar nicht so einfach zu erklären ist. Sie gilt vor allem für physikalische Objekte und Größen der
Mikrophysik, also den kleinsten Teilchen und ihren Merkmalen. Die Quantenphysik widerspricht den
klassischen Vorstellungen der Physik, dass die Natur stets kontinuierlich aufgebaut und immer messbar
ist. In diesem Artikel erfahren Sie die wichtigsten Erkenntnisse und Aussagen der modernen
Quantenphysik.

Erklärung Quantenphysik: Der äußere photoelektrische


Effekt
1888 beschreibt der deutsche Physiker Hallwachs, dass eine elektrisch negativ geladene Zinkplatte bei
Bestrahlung mit UV-Licht entladen wird. Das Herauslösen von Elektronen durch Licht bezeichnet man
allgemein als äußeren photoelektrischen Effekt.
 Bei Bestrahlung mit sichtbarem oder infrarotem Licht tritt jedoch keine Wirkung auf, auch nicht,
wenn man die Lichtintensität steigert.
 Auch eine positiv geladene Platte lässt sich durch Bestrahlung nicht entladen. Eine
Quecksilberdampflampe liefert dagegen ultraviolettes Licht: diese UV-Strahlung hat genügend Energie,
um die Elektronen der negativen Zinkplatte herauszulösen.
 Erhöht man die Intensität der ultravioletten Strahlung, erfolgt die Entladung der Zinkplatte
schneller. (UV-Licht hat eine kürzere Wellenlänge und eine höhere Frequenz als sichtbares Licht.)
Einführung in die Quantenphysik (Quelle: Pixabay)

Deutung des photoelektrischen Effekts


Das Versuchsergebnis, dass erst Licht mit einer genügend hohen Frequenz ausreichend Energie für die
"Auslösearbeit" der Elektronen zur Verfügung stellt, als auch die Tatsache, dass die herausgelösten
Elektronen auch mit intensiverem Licht nicht schneller werden, obwohl ja insgesamt mehr Energie
bereitgestellt wird, konnte erst Albert Einstein 1905 erklären.
 Er postulierte, dass sich die Energie des Lichts eben nicht kontinuierlich im Raum verteilt,
sondern in bestimmten Energieportionen vorliegen muss. Diese werden als Energiequanten
beziehungsweise Photonen bezeichnet. Ihre Energie ergibt sich zu: E = h ⋅ f und ist unteilbar.
 Beim photoelektrischen Effekt wird ein Photon mit genügend großer Energiemenge vom Elektron
in der Metallplatte geschluckt: Mit dieser Energie (h ⋅ f) kann das Elektron die Metallplatte verlassen
(Austrittsarbeit) und hat gegebenenfalls noch zusätzlich Energie für seine Bewegung: h ⋅ f =
Austrittsarbeit + Kinetische Energie gegen ein elektrisches Feld.
 Eine größere Lichtintensität bedeutet zwar mehr Photonen, diese sind jedoch nicht
energiereicher. Je höher die Frequenz des eingestrahlten Lichtes, desto schneller sind die freien
Elektronen nach ihrer Auslösung. Dieser lineare Zusammenhang wird durch den stets gleichen Faktor h –
dem Planckschen Wirkungsquantum – beschrieben: h = 6,6260 ⋅ 10¯³⁴ Js.

Teilcheneigenschaften für das Licht, Welleneigenschaften


für Teilchen
Mit der speziellen Relativitätstheorie und der Beziehung E = m ⋅ c² erhalten die Photonen sowohl eine
Masse m = h ⋅ f / c² als auch einen Impuls p = m ⋅ c = h ⋅ f / c. Trotzdem sind Photonen keine Teilchen,
denn sie zeigen ja die typischen Interferenzerscheinungen von Wellen.
 Aber auch Elektronen, die durch einen Doppelspalt fliegen, zeigen nicht wie erwartet ein klares
determiniertes Ergebnis: vielmehr variieren die Auftrefforte auf einem Detektorschirm stark und zufällig
und sind nicht vorhersagbar. Elektronen sind also wie Photonen Quantenobjekte: es zeigt sich, dass
neben Protonen und Neutronen sogar Atome und Moleküle Quantenobjekte sind.
 Auch ihre Interferenzen kann das Teilchenmodell nicht beschreiben. 1924 führt daher Louis de
Broglie den Begriff der Materiewelle ein, der den Teilchen ebenso eine Wellenlänge zuordnet: λ = h / p
(vgl. Photon).

Welle-Teilchen-Dualismus
Das Nebeneinander von Wellen- und Teilchenmodell bezeichnet man als Dualismus. Aus den Versuchen
des Engländers Taylor, der mit kleinsten Intensitäten von Photonen beziehungsweise Elektronen am
Doppelspalt arbeitete, konnte die Nichtvorhersagbarkeit schließlich als Wahrscheinlichkeitswelle der
Quantenobjekte interpretiert werden (1926 Max Born).
 Treffen viele Teilchen (egal ob Photonen oder Elektronen) auf dem Detektorschirm auf, zeigt sich
das bekannte Interferenzmuster einer Welle: für einzelne Objekte ist allerdings keine Voraussage
möglich.
 Photonen lassen sich daher sowohl als elektromagnetische Wellen wie auch als
Wahrscheinlichkeitswellen deuten - Materiewellen nur als Wahrscheinlichkeitswellen.

Unschärfeprinzip in der Quantenphysik


Trifft ein Strom von Quantenobjekten (Elektronen oder Photonen) des Impulses p = h / λ auf einen Spalt
der Breite Δx und man verringert diese Spaltbreite, vergrößert sich (anders als es in der klassischen
Physik zu erwarten gewesen wäre) die Beugungsfigur auf dem Schirm.
 Die Teilchen haben bei der Passage durch den Spalt Δx einen Querimpuls in x-Richtung ("px")
erhalten.
 Werner Heisenberg setzte mit der Gleichung Δx ⋅ Δpx = h die Ungenauigkeit des Ortes sowie des
Impulses zueinander in Relation. Diese Heisenbergsche Unschärferelation setzt eine Grenze für die
gleichzeitige Bestimmung von Ort und Impuls.
 Es ist unmöglich, gleichzeitig Ort und Impuls eines Quantenobjektes beliebig genau zu
bestimmen. Sie ergibt sich aus dem Welle-Teilchen-Dualismus (und nicht etwa aufgrund der
Messapparaturen und möglicher Messfehler).
Das Unschärfeprinzip (Quelle: CHIP)

Besonderheiten der Quantenphysik zusammengefasst


Gemäß der Heisenbergschen Unschärferelation sind nicht alle Größen bestimmbar und messbar:
Kausalität und Determinismus sind im Mikrobereich aufgehoben – Voraussagen für Einzelobjekte sind
kaum mehr möglich. Quantenobjekte folgen statistischen Gesetzen.
Im nächsten Praxistipp erklären wir Ihnen die Relativitätstheorie.