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Willy Brandt – Stationen

seines politischen Lebens


•Gegner der Nazis
•Exilant in Skandinavien,
•Regierender
Bürgermeister
• Außenminister
•Bundeskanzler
•Friedensnobelpreisträger
• SPD-Vorsitzender
•Präsident der
Sozialistischen
Internationale.
Widerstandskämpfer im norwegischen E
Arbeiterjunge in Lübeck 1913-1932 xil 1933-1939

Demokratischer Sozialist und Journalis SPD-Politiker im geteilten Berlin 1947-


t in Schweden 1940-1946 1956
Regierender Bürgermeister und Kanzl Außenminister und Bundeskanzler in
erkandidat 1957-1966 Bonn 1967-1974

Internationaler Staatsmann ohne Staat Überzeugter Europäer und deutscher


samt 1975-1982 Patriot 1983-1992
Frieden sichern und Mauern überwinden – Ost- und
Deutschlandpolitik 1955–1989
Ideelle Wurzeln in den 1950er Jahren

Die Wurzeln des ost- und deutschlandpolitischen Denkens von Willy Brandt reichen bis in die
Anfangsjahre des Kalten Krieges zurück, der von 1948 an Deutschland, Europa und die Welt teilt. Die
gescheiterten Volksaufstände in der DDR 1953 und in Ungarn 1956 bringen den Berliner
Sozialdemokraten zu der Überzeugung, dass sich die Herrschaft der Kommunisten nicht mit Gewalt
beseitigen lässt, wenn es nicht zum Atomkrieg kommen soll. Seiner Meinung nach kann der freiheitlich-
demokratische Westen nur mit einer auf Entspannung, „friedlicher Koexistenz“ und Austausch zwischen
den Blöcken angelegten Politik dazu beitragen, das kommunistische System im Osten langfristig zu
überwinden.Als Regierender Bürgermeister von Berlin fordert Brandt bereits Anfang 1958, dass die
Bundesrepublik Deutschland – in Ergänzung zu ihrer Westintegration und in enger Absprache mit ihren
westlichen Partnern – auch „Ostpolitik“ betreiben müsse. Damit meint er sowohl ein besseres Verhältnis
zur Sowjetunion als auch die Aufnahme von Kontakten mit den kommunistisch regierten Staaten in
Osteuropa, vor allem mit Polen.
Für den Zusammenhalt der deutschen Nation

•  Willy Brandt für Austausch statt


Abschottung.‘

• Er bekämpft das kommunistische SED-


Regime in der DDR unter Walter Ulbricht
und tritt leidenschaftlich für die staatliche
Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit
ein.

• Die Bundesrepublik soll sich


• Deshalb stellt Brandt schon seit Mitte der demnach besonders darum
1950er Jahre die Wahrung des nationalen bemühen, durch Vereinbarungen
Zusammenhalts und die Linderung der mit den ostdeutschen Behörden
menschlichen Not, die durch die Teilung das Leben der Menschen im
Berlin-Krise und Mauerbau

Indes werden die entspannungspolitischen Ideen durch


das Chruschtschow–Ultimatum Ende 1958 und die dadurch
ausgelöste Berlin-Krise mehr als vier Jahre fast völlig in den Hintergrund
gedrängt. Wichtigste Ziele in dieser Krise sind für Willy Brandt
• zum einen die Sicherung der Freiheit und der Lebensfähigkeit von West-
Berlin
• zum anderen das Offenhalten der Grenze zu Ost-Berlin.
„Friedliche Koexistenz“ und „Wandel durch Annäherung“

Die brutale Realität der Mauer erzwingt geradezu eine neue


Ost- und Deutschlandpolitik der Bundesrepublik und des
Westens insgesamt. Auf die eigenen Ideen aus den 1950er
Jahren zurückgreifend und angelehnt an US-Präsident John F.
Kennedy, wirbt Willy Brandt in Vorträgen in Harvard 1962 und
in Tutzing 1963 für eine „Politik der friedlichen Koexistenz“,
der Entspannung und des Austauschs mit dem Osten. Sie soll
• den Frieden in Europa und der Welt sichern helfen
• langfristig Veränderungen im kommunistischen Machtbereich
anstoßen.
Unterstützt wird der Regierende Bürgermeister bei diesen
Überlegungen durch seinen engsten Berater Egon Bahr, der
die Entspannungspolitik auch gegenüber der DDR anwenden
möchte und dafür 1963 die Formel „Wandel durch
Annäherung“ prägt.
Friedliche Koexistenz“ und „Wandel
durch Annäherung

In Berlin geht es den Verantwortlichen im Rathaus Schöneberg vor allen


Dingen um spürbare Erleichterungen für die von der Mauer getrennten
Familien. Statt große Reden für die Wiedervereinigung zu halten wollen Brandt
und seine Mitstreiter im West-Berliner Senat mit einer „Politik der kleinen
Schritte“ die Grenze durchlässig machen. Deshalb verhandeln sie Ende 1963
erstmals mit der DDR-Regierung. Diese Gespräche führen zum ersten
Passierscheinabkommen, durch das Hunderttausende West-Berliner über die
Weihnachtstage 1963/64 Verwandte in Ost-Berlin besuchen können.
Ost- und Deutschlandpolitik der Großen Koalition

• CDU/CSU und SPD befürworten eine internationale Entspannung und halten


eine Lösung der deutschen Frage nur im Rahmen einer europäischen
Friedensordnung für möglich. Darüber hinaus sind sich die Koalitionspartner
in dem Bestreben einig, mit den Nachbarn in Osteuropa Vereinbarungen über
Gewaltverzicht zu schließen und die Aussöhnung mit ihnen zu suchen. Die
Aufnahme von diplomatischen Beziehungen gelingt hingegen nur
mit Rumänien 1967. Auf Druck der Sowjetunion, der DDR und Polens
verweigern sich die übrigen Ostblockstaaten einer Annäherung an die
Bundesrepublik.
„Neue Ostpolitik“ der sozial-liberalen
Koalition

Erst die sozial-liberale


Erfurt, Treffen Willy Brandt mit Willi Stoph Bundesregierung von
Bundeskanzler Willy Brandt (SPD)
und Außenminister Walter
Scheel (FDP) wagt es ab 1969,
die alten Tabus zu brechen. Sie
leugnet nicht länger die Existenz
des zweiten deutschen Staates,
setzt ihre Unterschrift unter den
Atomwaffensperrvertrag und gibt
den Bonner
Alleinvertretungsanspruch
auf. Als erster bundesdeutscher
Regierungschef reist Brandt
1970 zu Gesprächen in die DDR.
„Neue Ostpolitik“ der sozial-liberalen Koalition

Die Leitsätze der „neuen Ostpolitik“ 


• Gewaltverzicht
• Respektierung der
Unverletzlichkeit der Grenzen
in Europa
• Abbau von Spannungen
• Friedenssicherung,
• gut nachbarliche
Beziehungen
• blockübergreifende Unterzeichnung des Moskauer Vertrages im Kreml, 12.
August 1970
Kooperation 
Internationaler Ansehens- und Vertrauensgewinn

 Mit seinem Kniefall in Warschau, der weltweit großes Aufsehen erregt, bekennt sich
Brandt auch zu Schuld und Verantwortung der Deutschen für die millionenfachen
Verbrechen des NS-Regimes. Stellvertretend für sein Land bittet der Kanzler stumm um
Vergebung.
Verleihung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt,
10. Dezember 1971
Die Europäische Union wird kommen!

Am 13. November 1973 spricht Bundeskanzler


Willy Brandt als erster Regierungschef eines EG-
Mitgliedsstaates vor dem (noch nicht direkt
gewählten) Europäischen Parlament in
Straßburg. In der viel beachteten Rede ruft er
dazu auf, die Einigung Europas weiter
voranzutreiben. Brandt ist überzeugt:
„Die Europäische Union wird kommen!“
Internationale Entspannung und ihre Grenzen

Höhepunkt der
internationalen Entspannung • zur Unverletzlichkeit der
ist 1975 die KSZE-Schlussakte
Grenzen in Europa
von Helsinki. Darin
verpflichten sich die 35 • zur Nichteinmischung in die
europäischen und
nordamerikanischen inneren Angelegenheiten
Unterzeichnerstaaten
insbesondere anderer Staaten

• zur Einhaltung der

Menschenrechte.
Für die Einheit ganz Europas

• Auch nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler


1974 engagiert sich Willy Brandt
leidenschaftlich für die Einigung Europas, vor
allem für die Demokratisierung des Projekts.
1979 zieht er als Spitzenkandidat der SPD bei
den ersten Direktwahlen in das
Europaparlament ein, dem er bis 1983
angehört und für das er mehr Rechte
einfordert.
„Zweiter Kalter Krieg“ 

Durch den:

• sowjetischen Einmarsch in Afghanistan 1979,  Im „zweiten Kalten Krieg“ steht


• die Polen-Krise 1980/81 für Willy Brandt die
• das atomare Wettrüsten der Supermächte zu Verhinderung eines
Beginn der 1980er Jahre
Nuklearkriegs, der alles
verschärft sich der Ost-West-Konflikt aufs Neue.
vernichten würde, im Zentrum.
„Zweite Phase der Ostpolitik“

Ziel dieser „zweiten Phase der Ostpolitik“ ist es:


• die Entspannung wiederzubeleben
• die Abrüstung zu fördern
• Elemente einer europäischen
Friedensordnung zu entwickeln.
Jetzt wächst zusammen, was
zusammengehört
• Mit den revolutionären Veränderungen in
Osteuropa 1989/90 öffnet sich endlich auch
die Perspektive für die gesamteuropäische
Einheit, auf die Brandt stets gehofft hat.
Bereits einen Tag nach dem Mauerfall sagt er
in Berlin den berühmten Satz „Jetzt wächst
zusammen, was zusammengehört“, dem er
hinzufügt: „Das gilt für Europa im Ganzen.
Vorgelegt von:
HELGA ICKA
XHOANA FERATI