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Mathematik - Vorkurs

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Goethe-Universität - Frankfurt am Main

1 Goethe-Universität - Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Mathematik - Vorkurs


MAVO
Mathematik-Vorkurs am Fachbereich Wirtschaftwissenschaften

Diese Foliensätze zum Mathematik-Vorkurs und die dazugehörige


Aufgabensammlung sind im Rahmen meiner Tätigkeit am Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität entstanden.

Ich bedanke mich herzlich bei Prof. Dr. Michael Weba, Dr. Olga Borozdina,
Markus Kontny, Steffen Peterskovsky und Kevin Rink sowie den
wissenschaftlichen Hilfskräften und dem Vorkurs-Tutorenteam für wertvolle
Korrektur- und Verbesserungsvorschläge.

Ich weise hiermit ausdrücklich darauf hin, dass ich sämtliches Kursmaterial
ausschließlich zur Verwendung im Rahmen der Mathematik
Vorkurs-Veranstaltungen an der Goethe-Universität zur Verfügung stelle.
Eine Weitergabe an Dritte sowie das Nutzen zu kommerziellen Zwecken ist
nicht erlaubt.

Frankfurt am Main, im Dezember 2015


Nora Dörmann

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Mathematik - Vorkurse
Literaturempfehlungen

◮ Sydsæter, K.; Hammond, P. mit Strøm, A.: Mathematik für


Wirtschaftswissenschaftler - Basiswissen mit Praxisbezug.
Pearson, 4. Auflage.
◮ Merz, M.; Wüthrich, M.: Mathematik für Wirtschafts-
wissenschaftler - Die Einführung mit vielen ökonomischen
Beispielen. Vahlen.
◮ Merz, M.: Übungsbuch zur Mathematik für Wirtschafts-
wissenschaftler. Vahlen.

Sekundärliteratur:
◮ Böker, F.: Formelsammlung für Wirtschaftswissenschaftler
- Mathematik und Statistik. Pearson.

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Mathematik - Vorkurse
Online-Mathematik-Brückenkurs

Ein weiteres Angebot der Goethe-Universität ist der


Online-Mathematik-Brückenkurs (OMB):

www.omb.uni-frankfurt.de

In diesem Online-Kurs kann Gelerntes wiederholt, Wissens-


lücken geschlossen und Kenntnisse überprüft werden. Der
Kurs ist kostenlos.

Die Betreuung erfolgt über Online-Tutoren.

Zusätzlich zu den Fachbereich-spezifischen Vorkursen können


Sie gerne auch dieses Angebot nutzen.

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Mathematik - Vorkurse
Kapitelübersicht

1. Einführung
2. Gleichungen
3. Univariate Funktionen
4. Differenziation
5. Kurvendiskussion
6. Integralrechnung

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Kapitel 1: Einführung
Inhalt

1.1 Grundlagen

1.2 Potenzen

1.3 Vereinfachung algebraischer Ausdrücke

1.4 Wurzelgesetze

1.5 Ungleichungen

1.6 Intervalle

1.7 Absolutbeträge

1.8 Summen- und Produktzeichen

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1.1 Grundlagen
Das Zahlensystem
◮ Natürliche Zahlen: N = {1, 2, 3, . . .}
◮ Ganze Zahlen: Z = {. . . , −3, −2, −1, 0, 1, 2, 3, . . .}

◮ Rationale Zahlen: Q = ba | a ∈ Z, b ∈ N
Rationale Dezimalbrüche sind immer periodisch. Es wird dabei
unterschieden in:
- Endlich rationale Dezimalbrüche
Beispiel: 18 = 0, 125
- Unendlich rationale Dezimalbrüche
Beispiel: 75 = 0, 714285714285 . . .
- Irrationale Zahlen sind nicht-periodische, unendliche
Dezimalbrüche √
Beispiele: 2, π
◮ Reelle Zahlen: R = {x | x ist eine Dezimalzahl}

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1.1 Grundlagen
Rechengesetze
Es seien a, b, c ∈ R. Es gelten folgende Rechengesetze:
◮ Addition
- Kommutativgesetz: a+b =b+a
- Assoziativgesetz: (a + b) + c = a + (b + c)

◮ Multiplikation
- Kommutativgesetz: a·b =b·a
- Assoziativgesetz: (a · b) · c = a · (b · c)

◮ Distributivgesetze
a · (b + c) = a · b + a · c
(a + b) · c = a · c + b · c

◮ Vorzeichengesetze
− (a + b) = −a − b
− (a − b) = −a + b
a · (−b) = (−a) · b = − (a · b)
(−a) · (−b) = a · b
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1.1 Grundlagen
Binomische Formeln
Für alle reellen Zahlen a und b gilt:
◮ 1. binomische Formel
(a + b)2 = (a + b) · (a + b) = a2 + 2ab + b2
◮ 2. binomische Formel
(a − b)2 = (a − b) · (a − b) = a2 − 2ab + b2
◮ 3. binomische Formel
(a + b) · (a − b) = a2 − b2

Für höhere Potenzen lassen sich binomische Formeln mit dem


binomischen Lehrsatz verallgemeinern:
m
   
m P m i m−i m m!
(a + b) = a b , wobei =
i=0 i i (m − i)! · i!

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1.2 Potenzen
Potenzschreibweisen

Allgemein:

. . · a} = an (a – Basis; n – Exponent)
| · .{z
a
n-mal

Definitionen:
◮ a0 = 1 für a 6= 0

1
◮ a−n = , wobei n ∈ N und a 6= 0
an

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1.2 Potenzen
Potenzgesetze
Für a, b, c ∈ R und m, n ∈ N gilt:
◮ am an = am+n

◮ (am )n = amn = (an )m

am 1
◮ = am−n = n−m
an a

◮ am a−m = a0 = 1

◮ (ab)m = am bm
 a m am
◮ = = am b−m
b bm
◮ (abc)m = am bm c m
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1.3 Vereinfachung algebraischer Ausdrücke
Rechenregeln für Brüche
Es seien a, b ∈ R und c, d, e ∈ R\{0}.

a·d a
◮ =
c·d c
−a (−1) · a a
◮ = =
−c (−1) · c c

a a (−1) · a a −a a
◮ − = (−1) · = = = =
c c c (−1) · c c −c

a b a+b
◮ + =
c c c
a b a·d +c·b
◮ + =
c d c·d
a b a·b
◮ · =
c d c·d
a d a e
◮ : = ·
c e c d
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1.4 Wurzelgesetze
Quadratwurzel

1 √
2

Quadratwurzel: a2 = a= a für a ≥ 0

Rechenregeln:
√ √ √
◮ ab = a · b für a, b ≥ 0
q √
◮ a
= √a für a ≥ 0, b > 0
b b

1
1 √ √ √
Für r = 2 gilt: (a + b) 2 = a + b 6= a+ b

Die Quadratwurzel ist nicht-negativ:


Für die Gleichung x 2 = 4 existieren zwei Lösungen

x 2 = 4 ⇐⇒ x = ± 4 = ±2 .

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1.4 Wurzelgesetze
Wurzel- und Potenzgesetze
Für a > 0 und n ∈ N wird die n-te Wurzel definiert als
1 √
a n = n a,
wobei
 1
n √
n
n √  √  √ 
an = a = n a · n a · ... · n a = a
| {z }
n−mal

Für a, b > 0 und n, m ∈ N gelten folgende Rechenregeln:


√n √ √
◮ ab = n a · n b
q √n
◮ n a = √ a
b n
b
q
◮ n 1 = √ n
1
b b
p
m n
√ p√ √ 1
◮ a = n m a = mn a = a mn

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1.4 Wurzelgesetze
Wurzel- und Potenzgesetze
Für Potenzen mit gebrochenen Exponenten mit a > 0 und q ∈ N,
p ∈ Z gilt:
p
 1 p √ p 1 √
aq = aq = q a = (ap ) q = q ap

Für Potenzen mit rationalen Exponenten mit a, b > 0, n, m ∈ N und


p, q ∈ Q gilt:
√ √ √
◮ n ap · m aq = nm apm+qn

n p
a nm

◮ √
m q
a
= apm−qn
q √ q √
m n nm
◮ ap = apq


n

n
q
n p
◮ ap · bp = (ab)

√ q 
n
a p n a p
◮ √
n p
b
= b

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1.5 Ungleichungen
Schwache und strikte Ungleichungen
Die Zahl a ist größer als die Zahl b, wenn der Ausdruck a − b positiv ist bzw.

a > b oder b < a.

Falls a ≥ b, dann a − b ≥ 0.

Ungleichungen werden unterschieden in:


◮ > und < : Strikte bzw. starke Ungleichungen
◮ ≥ und ≤ : Schwache Ungleichungen
Rechenregeln:
Für a, b, c ∈ R gilt:
◮ a>b ⇒a+c >b+c
◮ a > b und b > c ⇒ a > c
◮ a > b und c > 0 ⇒ ac > bc
◮ a > b und c < 0 ⇒ ac < bc
◮ a < b und c < d ⇒ a + c < b + d

Alle Rechenregeln gelten auch für schwache Ungleichungen.


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1.5 Ungleichungen
Multiplikation mit negativen Zahlen & Doppelungleichungen

◮ Werden beide Seiten einer Ungleichung mit einer


negativen Zahl multipliziert, kehrt sich die Richtung des
Ungleichheitszeichens um.

Beispiel: 6 < 8 | ·(−2) ⇐⇒ −12 > −16

◮ Die Ungleichungen
a≤z und z<b
können zu einer Doppelungleichung zusammengefasst
werden:
a≤z<b
Dabei sind die Ungleichheitszeichen nur in eine Richtung
erlaubt.

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1.6 Intervalle
Definitionen
(a, b) a<x <b Offenes Intervall von a bis b

[a, b] a≤x ≤b Abgeschlossenes Intervall von a bis b

(a, b] a<x ≤b Halboffenes Intervall von a bis b


(linksseitig offenes und rechtsseitig
abgeschlossenes Intervall von a bis b)

[a, b) a≤x <b Halboffenes Intervall von a bis b


(linksseitig abgeschlossenes und rechtsseitig
offenes Intervall von a bis b)

◮ [a, ∞): alle Zahlen x mit x ≥ a.


Das Intervall besitzt keine obere Schranke.
◮ (−∞, b): alle Zahlen x mit x < b.
Das Intervall besitzt keine untere Schranke.

Die Länge eines Intervalls ist als b − a definiert .


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1.7 Absolutbeträge
Definition

Es sei a eine reelle Zahl. Der Abstand zwischen a und 0 heißt


dann Absolutbetrag:
(
a falls a ≥ 0
|a| =
−a falls a < 0

Somit gilt:

|a| < b ⇐⇒ −b < a < b


|a| ≤ b ⇐⇒ −b ≤ a ≤ b

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1.8 Summen- und Produktzeichen
Summenzeichen
Um Summen der Form a1 + a2 + . . . + an−2 + an−1 + an vereinfacht
darzustellen, wird das Summenzeichen verwendet:
X n
ai
i=1

Dabei ist i = 1 der Summationsindex oder die untere Summengrenze, n die


obere Summengrenze und der Ausdruck ai der i-te Summand.

Rechenregeln:
Für ai , bi , c, d ∈ R gilt:
P n
◮ c = c + c + c + ... + c = n · c
i=1
| {z }
n Summanden
n
P n
P
◮ c · ai = c · a1 + . . . + c · an = c (a1 + . . . + an ) = c · ai
i=1 i=1
Pn n
P n
P
◮ (ai + bi ) = ai + bi
i=1 i=1 i=1
Pn n
P n
P
◮ (cai + dbi ) = c · ai + d · bi
i=1 i=1 i=1

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1.8 Summen- und Produktzeichen
Summenzeichen - Arithmetisches Mittel

Das Summenzeichen wird häufig in der Statistik verwendet.

Beispiel:
Berechnen Sie das arithmetische Mittel von x1 , x2 , . . . , xn . Die
Stichprobe habe dabei einen Umfang von n.

Das arithmetische Mittel berechnet sich aus der Summe der


Werte von xi beginnend bei i = 1 bis i = n, die dann durch den
Stichprobenumfang dividiert wird:
1
x̄ = n · (x1 + x2 + x3 + . . . + xn−2 + xn−1 + xn )
Pn
= n1 · xi
i=1

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1.8 Summen- und Produktzeichen
Produktzeichen
Um Produkte der Form a1 · a2 · . . . · an−1 · an vereinfacht darzustellen, wird
das Produktzeichen verwendet:
Yn
ai
i=1

Dabei ist i = 1 der Laufindex oder die untere Grenze, n die obere Grenze
und der Ausdruck ai der i-te Faktor.

Rechenregeln:
Für ai , bi , c ∈ R und m, n ∈ N gilt:
Qn
◮ ai = am · . . . · an für m ≤ n
i=m
n
Q k
Q n
Q
◮ ai = ai für k = 1, . . . , n − 1
ai ·
i=1 i=1 i=k +1
n n
 
Q Q
◮ (c · ai ) = c n · ai
i=1 i=1
Qn n
Q n
Q
◮ (ai · bi ) = ai · bi
i=1 i=1 i=1
n
Q n+k
Q
◮ ai = ai−k
22 i=1
Goethe-Universität i=1+k
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1.8 Summen- und Produktzeichen
n Fakultät

Für n ∈ N ist der Ausdruck n Fakultät definiert als

n! = 1 · 2 · 3 · . . . · (n − 2) · (n − 1) · n

bzw.
n
Q
n! = i.
i=1

Zudem gilt 0! = 1.

Weitere Eigenschaften:
◮ (n + 1)! = n! · (n + 1)
√ 
n n
◮ n! ≈ 2πn · e (Stirlingsche Formel für große n ∈ N)

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