Sie sind auf Seite 1von 21

92 Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden aus: Christian Weber, Wie andere Kulturen die

n die Bibel sehen.


Ein Praxisbuch mit 70 Kunstwerken aus 33 Ländern, Zürich,
2020, 92f.,, 111, 97-106, 122f.

Kommentare zur Bibel aus nichteuropäischen Kontexten


Ein Meilenstein der interkulturellen Bibelinterpretation ist die Veröffentlichung von ganzen Bibelkommenta­
ren, deren Auslegungen sich explizit auf bestimmte Kulturräume beziehen, indem sie entweder Stimmen aus
verschiedenen Kontinenten zusammenbringen oder aber ausdrücklich für nichtwestliche Kontexte geschrieben
sind.56 Die meisten Werke liegen (auch) auf Englisch oder Spanisch vor. Mehrere Projekte sind gegenwärtig in
Erarbeitung. Wichtige Titel sind:

Der International Bible Commentary (hg. von William R. Farmer u. a. ) wurde 1998 als
katholisches und ökumenisches Werk mit fast 2000 Seiten herausgegeben und versteht sich
als erster einbändiger Bibelkommentar mit weltweiter Perspektive. Ein Vergleich mit dem
vorangegangenen Catholic Commentary on Holy Scripture von 1953 zeigt die Auswirkun­
gen des II. Vatikanischen Konzils. Die Herausgeber kommen aus den USA, Kanada u.nd
Argentinien, di.e Beiträge aus 32 Ländern aller Kontinente.

GLOBAL Der Global Bible Commentary (hg. von Daniel Patte) erschien im Jahr 2000 und bietet auf
BIBLE
COMMENTARY 600 Seiten kritische Auslegungen zu ausgewählten Bibeltexten. Die Autorinnen und Auto­
ren kommen aus allen Erdteilen und legen jeweils zu Beginn ihren Interpretationskontext
offen.

Der Comentario Biblico Latinoamericano (hg. von Armando J. Levoratti) ist ein drei­
bändiges Werk mit über 3000 Seiten, auf Spanisch zwischen 2003 und 2011 veröffentlicht.
Allein für den Band zum Neuen Testament haben knapp 70 Autorinnen und Autoren aus
Lateinamerika Auslegungen und thematische Artikel beigesteuert.

Das Centre for Dalit/Subaltern Studies (Neu-Delhi, Indien) veröffentlichte seit 2006 den
Dalit Bible Commentary: englischsprachige Kommentare zu einzelnen biblischen Büchern
aus Dalit-Perspektive. Die Auslegungen wurden 2010 in einem Band zum Neuen Testament
zusammengefasst (571 Seiten), 2015 zum Alten Testament (960 Seiten).

Unter dem Titel «True to Our Native Land. An African American New Testament Com­
mentary» (hg. von Brian Blount) erschien 2007 in den USA der erste Kommentar (566
Seiten), der die besonderen historischen, sozialen, kulturellen, religiösen und politischen
Realitäten anspricht, die die afroamerikanische Erfahrung mit der Bibel geformt haben.

56 Vgl. das Literaturverzeichnis mit kontextbezogenen Bibelinterpretationen aufS. 111. Die Website covenantseminary.edu//ibrary/com­
mentaries/non-western-commentaries listet nichtwestliche Kommentare zu einzelnen biblischen Büchern auf.
-1

Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden 93

Die auf ]ohn Stott zurückgehende und evangelikal geprägte Langham Partnership initiierte
seit der |ahrtausendwende die Herausgabe von mehreren kontinentalen Bibelkommenta-
ren mit jeweils fast 2000 Seiten.57 70 afrikanische Theologinnen und Theologen erarbeiteten
bis 2006 den Africa Bible Commentary (hg. von Tokunboh Adeyemo), der inzwischen auf
Englisch, Französisch, Portugiesisch, Swahili und Malagasy erschienen ist.

5or- t rt .\st,r 2015 folgte der South Asia Bible Commentary (hg. von Brian Wintle) auf Englisch, der
llrsr r (.orrrrr,r r rru'
innerhalb von acht Jahren von 91 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus (meis-
i tens) Indien sowie aus Sri Lanka, Nepal, Pakistan und Bangladesh geschrieben wurde. Er
soll demnächst auch auf Hindi publiziert werden.
l I1

( \\llill lr'l,l 1l i
2016 wurde in Kiew (Ukraine) der Slavic Bible Commentary auf Russisch präsentiert, an
iil 11, \l I It.ll ll l
dem94 Autorinnen und Autoren aus zehn osteuropäischen Ländern fünf |ahre lang gear-
k()\1\lllll.\l'llll
beitet hatten. Eine englische Übersetzung ist geplant.

2019 erschien in Lateinamerika der Comentario Biblico Contemporäneo (hg. von C. Rend
c0mentari0 Padilla) auf Spanisch. Die von über 100 Mitarbeitenden geschriebenen Auslegungen sind
Biblico durch Reflexionsfragen und thematische Artikel ergänzt. Einen englischen Vorabdruck zu

ffi
contemporäneo den biblischen Büchern Rut, Obadja und Galaterbrief bot die Zeitschrift Journal of Latin
American Theology II (2016, Heft 1).

In den nächsten fahren soll schliesslich der Arabic Contemporary Commentary erschei-
nen.

Neben diesen kontextbezogenen Bibelkommentaren verdienen Studienbibeln mit kontextueller Ausrichtung


Beachtung, z.B. die Africa Study Bible (2016) oder La Biblia Latinoamerica/The Latin American Bible (2012).s8

57 Y gl. langhamliterature.org.
s8 Die zweisprachige Ausgabe der Biblia Latinoamerica bietet den Bibeltext auf Spanisch und Englisch, die Erläuterungen jedoch nur auf
Spanisch.

A-
Zugangs: Auslegungen - wieTexte in fremden Kulturen interpretiert werden 111

Verzeich n is von Literatu r m it kontextbezogenen Bi bel i nterpretationen


kontextbezogenen Bibel-
Die Liste verzeichnet Kommentare, Sammelbände und Monografien mit ausdrücklich
verwiesen. Quellen mit
auslegungen. Im Text wird darauf mit Autorenangabe bzw Titel und Erscheinungsjahr
Kunstwerken zur Bibel sind auf S. 231-241verzeichnet'

Rapids/Michigan'
Africa Bible Commentary (2006), hg. von Tokunboh Adeyemo, Nairobi and lr,and
ifrica Study Bible (ZOrc),hg. von John Jusu, Wheaton/Illinois. [africastudybible.com]
hg. von Hugh R' Page, Minneapolis/Min-
iyrirono niute Olte) (2gl0)IReading Israel's scriptures from Africa and the African Diaspora,
nesota.
Biblia Latinoamörica (La) (2012). Espaflol & English, Madrid und Estella/Spanien.
Testament Commentary, Minneapolis/Minnesota'
Br,ouNr, BnreN K. (Hg.) (2007): True to Our Native Land. An African American New
original 1975]
cenor,Ner, EnNssro (1981): Das Evangelium der Bauern von solentiname, Wuppertal. lspan'
comentario Biblico contemporöneo (zoi,9),hg. von c. Renö
padilla, Buenos Aires. fenglischer vorabdruck in: Journal of Latin American
Theology lt (20t6, Heft 1)l
Pablo R. Andinach, Elsa Tamez, Estella/Spanien'
Comentario Biblico Latinoa*rriroro (2010), 3 Bde., hg. von Armando f. Levoratti,
Dalit Bible Commentary. New Testamen (2010), hg. uJn James Massey, New Delhi. [Bezug über dkagencies'com möglich]
Dalit Bible commentary. old Testament (2015), hg. von fames Massey, New Delhi.
Afrika - Asien, ziürich' [drei Ausle-
DrBrnrcu, wel:rrn/Luz, urnrcu (ug.) izooz): iibrt i* weltkontext. Lektüren aus Lateinamerika -
gungen der Weihnachtsgeschichtel
Interpretation, Minneapolis/Minnesota'
Fu"iu*,"CerN Horr (Hg.) (igst), stony the Road We Trod. African American Biblical
Global Bible Commentary (200a), hg. von Daniel Patte, Nashville/Tennessee'
GoNzi,r,Bz,Jusro L. (1996): Santa Biblia. The Bible Through Hispanic Eyes, Nashville/Tennessee'
International Bible Commentary (The) (1998), hg. von William Reuben Farmer, Collegeville/Minnesota'
feNs,werrrn(Hg.)(1979): Assoiziationen.GedinkenzubiblischenTexten,Bd.T:wochensprüche,stuttgart.[Beiträgeaus16aussereuro-
päischen Ländernl
America, Maryknoll/New York'
Krusrrn, Ross/Kr1srEn, Gronre (Hg.) (2005): God\ Economy. Biblical Studies from Latin
(2004) An ßlue of Relevance. A Comparative Study of the Story of the Bleeding Woman (Mk 5:25-34; Mt 9:20-22:
LsrvraneueNo, GneNr :

Lk 8:43-48) in North Atlantic and African Contexts, New York'


AtlantalGeotgia.
Loztot,Fnewcrsco Jn. (2017): Toward a Latino/a Biblical Interpretation,
(Hg.) (2019): Die Bibellesen mit den Augen Anderer, Stuttgart'
Meynn, GesnrsLs/DTNKELÄKER, Bnnuslnp
aus Brasilien für uns, 2 Bde., Mainz und München'
Mnsrnns, cenros (19g3): vom Leben zur Bibel - von der Bibel zum Leben. Ein Bibelkurs
Predigen in Zeiten von Aids, Basel und wuppertal'
Mission 2llyereinteEvangelische Mission (Hg.) (2005): Gott bricht das schweigen.
Iauch auf Englisch und Französisch erschienen]
RHoÄDS, oavro (Hg.) (2005): From every people and nation. The book of
Rewlation in intercultural perspectiue, Minneapolis/Minnesota'
[auch Anhänge zu <Intercultural Bible Studyn]
(Jntersuchung mit Frauen in Brasilien (Exegese
ScHürnr, suseur (2006): Bibellektüre und Befreiungsprozesse. Eine empirisch-theologische
in unserer Zeit 16), Münster.
South Asia Bible commentary (2015), hg. von Brian wintle, Udaipur/Indien.
in the Third World, Maryknoll/New York (4' Aufl')'
SucrnrnaneJau, Resreu s. (ng I Qißrc\: Voices from the Margin. Interpreting the Bible
Violence, hg. von Fred Nyabera and Taryn Montgomery'
Tamar Campa ign (2007): C'oniixtual Bible Study. Manual on Gender-Based
Nairobi.
on Gender Based violence and Peace, hg. von The Fellows-
Tamar campa ign (2017): contextual Bible study Manual and sermon outlines
(FECCLAHA), Nairobi. [fecclaha.org/index'php/
hipof christian councils and churches in the Great Lakes and the Horn of Africa
en/ do w nlo / ublicati o n s
a ds P l
of London'
WBsr:, G'uro u. a. (2009): In the BeginningWas the Word, Group Bible studies on the Gospel lohn,
Blbla Amsterdam' [Kap' 2l: z'tloh 4 in 57 Bibel-
Wr.r, Heus or u. a. (Hg.) (200a)t ThÄugh tn nyn of Another. Intircultural Reading of the
Zuordnungl
gruppen aus l6 Lä-ndern; zeigt Banäbreite der Interpretationen, aber keine geografische
(Hg.i(z Bible and Traisformation. The Promise of Intercultural Bible Reading (society of Biblical Litera-
Wr! Haus oE/Dv<, JeNnr 015):
ture. Semeia Studies 8l), Atlanta/Georgia.
Bible in Dialogue. In Quest of a Shared Meaning (Studies of
Wr,-l Hens pr/Wrsr, GEnero O. (2008): African and European Readers of the
Religion in Africa 32), Leiden and Boston.
?
zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden 97

Beispiele: Kontextbezogene Ausleg un gen von fü nf Bi beltexten


Die folgenden Auszüge aus Bibelkommentartexten aus aller Welt sind keine wörtlichen übersetzungen,
sondern
zusammenfassende Übertragungen, teilweise sprachlich geglättet, um wichtige Akzentsetzungen
und Unter-
schiede deutlich zu machen.

Feuer- und Wolkensäule (2Mo 13,21f)

Die Feuer- und Wolkensäule ist ein uraltes Bild, das Gottes Gegenwart in der Zeitvonlsraels Wüstenwanderung
symbolisiert. wie ist es zu deuten? welche Relevanz besitzt es für heute?

Gott zeigt uns, wie wir uns verhalten sollen


Africa Bible Commentary (2006) 104: Abel Ndjerareou, Tschad
Die Feuer- und Wolkensäule ist dieselbe Wolke der Herrlichkeit Gottes, die später die Stiftshütte überschat-
tet. Sie zeigt die ständige Gegenwart Gottes an und wird am Ende des Buchs Exodus noch einmal erwähnt
(2Mo 40,34-38). Sie gibt dem Volk Gottes Orientierung, wann es aufbrechen und wann es pausieren
soll.

Gott leitet uns auch in hoffnungsloser Lage


Africa Study Bible (2016) 103
Nach dem Swahili-Sprichwort <Ein sinkendes Boot braucht keine Navigation> macht es keinen Sinn, in
einer
hoffnungslosen Situation einzugreifen. Doch Gott greift ein, obwohl aas Votk Israel sich in hoffnungsloser
Lage
befindet. Gott lässt uns in keiner Lage des Lebens allein und leitet uns.

Gott schützt uns wie ein Hirte


South Asia Bible Commentary (2015) 96: P. G. George, Mar Thoma Church, lndien; paul Swarup, Church of North lndia, Indien
Wie ein traditioneller westasiatischer Hirte geht Gott seinem Volk voraus, um es zu leiten. Er versichert es
seiner machtvollen Gegenwart durch die schützende Wolke. Gottes schützende Führung gilt auch uns, egal
was
hinter oder vor uns liegt.

Gott führt uns, auch wenn wir das Ziel nicht sehen
Dalit Bible Commentary (20i 5) 209: James Massey, lndien
Als die Tage vergingen, ermüdeten die Israeliten zunehmend, weil die Tage in der Wüste heisser wurden und
die Nächte kälter. Nichts als Leere lagvor ihnen und sie wanderten einem unbekanntenZielentgegen. Doch
Gott kam ihnen wieder zu Hilfe. Die Säule war eine ständige Erinnerung daran, dass sie unter übernatürlicher
Führung wanderten und dass sie sich danach richten sollten. Dalits
[die in der hinduistischen Gesellschaft als
unrein geltenden Nachfahren der indischen Ureinwohner] können der Führung Gottes sicher sein, wann immer
sie darum beten, vorausgesetzt, dass sie in ihrem Glauben fest bleiben.

Gott leitet uns auf seltsamen Wegen


Global Bible Commentary (2004) 24: Jorge pixley, Baptist Church, Nicaragua

Die Israeliten sind der Sklaverei in Agypten entkommen. Die Wolke repräsentiert die ständige Gegenwart
Gottes, indem sie tagsüber Schatten und nachts Licht gibt. Seltsamerweise führt die Wolke sie in die Wildrri,
zwischen Agypten und dem Meer. In dieser Wildnis kommt es später zu Klagen und sogar Rebellionen
gegen
Mose und das Projekt der Befreiung(2Mo 15,22-27).

Gott zeigt uns seine Gegenwart nur indirekt


Biblia Latinoam 6rica (2012) jO2

Wolken- und Feuersäule sind für das Volk deutlich sichtbar, aber doch nur ein Zeichen.Es scheint, dass Gott
seine Anwesenheitmit einem Zeichen offenbart, während er sein Geheimnis verbirgt.
98 Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden

Salz der Erde (Mt 5,13)


In den berühmten Bildworten vom Salz und Licht spricht |esus seinen Zuhörerinnen und Zuhörern zu, was
sie sind. Er ruft sie nicht dazu auf, etwas zu tun, sondern er beschreibt die doppelte Bewegung, die mit ihnen
geschieht: Sie werden ausgestreut wie Salzkörner und bringen Menschen zusammen wie das Licht.
Inwiefern lassen sich Christinnen und Christen mit Salz vergleichen?66 Gibt es Salz, das seinen Geschmack
verlieren kann?

Nicht die Berufung verlieren


Africa Bible Commentary (2006) I 145f: Joe Kapolyo, Baptist Church, Sambia
Christen und Christinnen, die nach den Seligpreisungen leben (Mt 5,1-12), spielen eine wichtige Rolle in
der Gesellschaft. Sie sind wie Salz, das Wunden reinigt, Nahrungsmittel haltbar macht und ihren Geschmack
verbessert. Sie werden die Erde zu einem besseren Ort machen.
Normalerweise kann Salz nicht den Geschmack verlieren. Aber im Palästina des 1. |ahrhundert war ein
Salz gebräuchlich, wie es heute in Sambia aus bestimmten Gräsern hergestellt wird: der Regen kann seinen
Geschmack auswaschen. Christen und Christinnen, die sich weigern, ihre Berufung zu leben, haben keinen
Einfluss und werden unbrauchbar.

Durstig machen nach dem Wasser des Lebens


Africa Study Bible (2016) 1385
Salz reinigt, konserviert und gibt Geschmack, aber es macht auch durstig. Die Bewohner der Kalahari-Wüste
nutzen diese Eigenschaft, um Wasser zu finden. Affen in dieser Region wissen, wo sich Quellen befinden, ver-
raten sie aber nicht. Erst wenn man sie mit Salz füttert, werden sie so durstig, dass sie direkt zur nächsten Was-
serstelle gehen.
Salz, das nicht die Eigenschaften von Salz hat, ist nutzlos. Christen, die nicht die Eigenschaften des Reiches
Gottes haben, sind ebenfalls nutzlos. Christliche Handlungsweisen (Mt 5,1-L2) machen Menschen durstig nach
dem Wasser des Lebens.

Rechtschaffen leben in einer korrupten Welt


South Asia Bible Commentary (2015) 1231: Brian Wintle, Church of North lndia, lndien
Salz gibt Geschmack und wird als Konservierungsmittel gebraucht. Ein Sprichwort sagt: <Eine Speise ohne
Salz gehört in den Mülleimer.> |esus erwartet von seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern, wie Salz in einer
korrupten Welt zu sein. So lange sie salzig, d. h. rechtschaffen sind, werden sie positiven Einfluss haben.

Fähig sein, Verantwortung zu übernehmen


Dalit Bible Commentary (2010) 103: Monodeep Daniel, lndien
Zu seinen |üngerinnen und |üngern und zu allen, die ihm zuhörten, sagte Jesus, dass sie wie Salz sind, mit
einer positiven Bestimmung in der Gesellschaft. fesus warnte sie eindringlich davor, fade zr,t werden - das wäre
eine Dummheit. Denn niemand wird ihre Kraft wieder herstellen. Fades Salz wird weggeschüttet und etwa zum
Strassenbau verwendet. Auch das Volk der Dalits soll seine inneren Qualitäten täglich verbessern und es muss
sich weigern nt akzeptieren, dass sie als Dalits nur einfache |obs bekommen, nicht aber verantwortungsvolle
Posten.

Als Minderheit für Gerechtigkeit kämpfen


Cardenal (1 98i ) 335-337
Wir sind daz;u da, der Welt einen guten Geschmack zu geben und sie vor dem Zerfallzu bewahren. Eine Welt
voller Ungerechtigkeit ist fade. Vor allem für die Armen hat das Leben so keinen Geschmack. Wie bereits eine
kleine Prise Salz wirzt, so können wir, obwohl wir nur wenige sind, der Welt Geschmack geben. Ein Christen-
tum, das nicht mehr für Gerechtigkeit kämpft, hat seinen Geschmack verloren.

uu vgl. s.56.
Tugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden 99

Den Mist verbrennen und das Feuer erhalten


Comentario Biblico Latinoamericano. NuevoTestamento (2. Aufl.2007) 306: Armando Levoratti, Argentinien
Salz ist ein unverzichtbares Element des Lebens: Es würzt die Nahrung, reinigt und beseitigt die Wirkstoffe der
Gärung undZersetzung (übertrageni z. B. Korruption). Nahrung ohne Salz hat keinen Geschmack (Hiob 6,6),
und deshalb wurden auch die Opfergaben reichlich gesalzen (3Mo 2,13), um den Willen zu bekunden, Gott
ein Opfer anzubieten, das ihm gefüllt. Darüber hinaus waren diejenigen, die Brot und Salz zusammen assen,
durch ein besonderes Band verbunden. Salz konserviert Nahrung. Wenn die Texte von einem Salzbund spre-
chen (4Mo 18,19; 2Chr 13,5), wollen sie den dauerhaften und unzerbrechlichen Wert der Bindung hervorheben,
der durch den Bund Gottes mit seinem Volk begründet ist. In rabbinischen Schriften wird Salz mit Weisheit in
Verbindung gebracht.
Wir sollten uns auch an den Erdofen der palästinischen Kultur erinnern, der schon zu biblischen Zeiten unter
freiem Himmel gebaut wurde (vgl. Hiob 28,5). Das Feuer in diesen Öfen wurde mit Tiermist gespeist. Damit
dieser verbrennen kann, wird der Boden des Ofens mit einer Salzschicht bedeckt und ebenso der Mist mit Salz
bestreut. Im Lauf der Zeit bewirkte die Hitze des Ofens im Salz eine chemische Reaktion, die es nutzlos machte.
Dies war der Moment, in dem die Salzkristalle entfernt werden mussten, weil sie ihren Salzgehalt verloren hat-
ten. Wie Lk 14,35 sagt: Es ist weder für die Erde noch für den Mist nützlich; es wird hinausgeworfen.
Wenn das Salz dazu diente, den Mist zu verbrennen und das Feuer zu erhalten, sollen der Zuhörer und die
Zuhörerin diese Symbolik auf die eigene Situation anwenden: Es liegt auch an ihm und an ihr, eine Entscheidung
zu trefen und entsprechend zu handeln.

Maria und Marta (Lk 10,38-42)


Die Geschichte von Maria und Marta kann sehr unterschiedlich verstanden werden.67 Einige Möglichkeiten:
. <Maria setzte sich> (V39): Frauen sind gleichberechtigt und nicht nur zum (Be-)Dienen da.
Eine Botschaft an Unterdrückte: Die Gleichwertigkeit aller Menschen ist wichtiger als Gender- oder Status-
unterschiede.
r <<ufld hörte seinen Worten zu (V39): Kontemplation ist wichtiger als Aktion.
Eine Botschaft an Menschen, die zu Aktionismus neigen: Erst empfangen, dann geben.
. <Marta, Marta, du sorgst und mühst dich> (V41): |esus ermutigt in einer vom Mangel geprägten Gesellschaft,
die Sorge ums materielle Überleben zurückzustellen und Gott sorgen zu lassen.
Eine Botschaft an Sorgenvolle: Vertrauen ist wichtiger als Sorgen.
e (urn vieles> (Val): |esus kritisiert das übermässige Arbeiten und fordert zu einem einfachen und konzent-
rierten Lebensstil heraus.
Eine Botschaft an Workaholics: Weniger ist mehr.
. <doch eines ist nötig> (Yaz): Das Reich Gottes setzt neue Prioritäten, relativiert das Gebot der Gastfreund-
schaft und schaft neue Freiheit.
Eine Botschaft an Pflichtbewusste: Das Kommen des Gottesreichs ist wichtiger als noch so heilig erschei-
nende Gebote.
. <Maria hat das gute Teil erwählt> (YaD: |esus fordert seine füngerinnen und |ünger heraus, zu lernen und zu
lehren. Herzensbildung stärkt das Reich Gottes.
Eine Botschaft an Praktiker und Praktikerinnen: Erst hören und nachdenken, dann handeln.
Welcher Gesichtspunkt ist zentral?

Gewaltfreie Familienbeziehungen aushandeln


Tamar Campaign (201 7) 16f: Julius Kithinji, Methodist Church, Kenia

Obwohl dieser Text nicht ausführlich von Geschwisterrivalität handelt, erzählt er - aus der Perspektive vieler
afrikanischer Gesellschaften - von einem Konfliktfall. Die Geschichte zeigt, wie ein Konflikt entsteht, wenn sich
jemand auf die Kultur oder vorherrschende Genderkonstruktionen beruft, um die Freiheit und Wahl des ande-

67 In zentralasiatischenSprachen entscheidet schon die Übersetzung über die Bedeutung der Geschichte. Denn Sprachen wie das Mon-
golische kennen kein Wort, das einfach nur Schwester (oder Bruder) meint, sondern immer wird zwischen jüngerer und älterer
Schwester unterschieden. Wer für die Hausarbeit zuständig ist, ist meistens klar geregelt. War nun Maria diejenige, die traditionell die
Hauswirtschaft zu versehen hatte, oder Marta? Vgl. Klur, Tlrouas: Das Marta-Maria-Problem, in: Brrrn (2012) (wie Anm.2) 14.
1 00 Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden

ren zu beschneiden. In vielen afrikanischen Gesellschaften werden Hausarbeiten ausgehandelt und unter den
Geschwistern aufgeteilt. In diesem Fall können wir nur spekulieren, dass Maria und Marta ihre Aufgaben nicht
abgesprochen haben.
Wie sich Marta verhält, ist nicht an sich negativ, ist sie doch engagiert wie die ausgesandten |ünger (Lk 10,2-
12) oder der barmherzige Samaritaner (Lk 10,34f). Welche Faktoren unter Geschwistern heizen Konflikte und
Gewalt in unseren Häusern an? Welche Dimensionen der Geschichte helfen uns, sie anzusprechen? Wie können
wir gesunde und gewaltfreie Beziehungen aushandeln?

Zur Entspannung berufen


lnternational Bible Commentary (1 998) 1407f: Samuel Oyin Abogunrin, Nigeria
Diese Episode ist voller Humor. Maria findet es viel bedeutungsvoller, zu den Füssen |esu zu sitzen, als ihre
Aufgaben als Gastgeberin zu erfüllen. Marta arbeitet währenddessen in der Küche. Maria handelt aus freier
Wahl, Marta aus Pflichtgefühl. In Wahrheit wollten beide mit |esus zusammen sein. |esus will mit seiner Antwort
auf Martas Kritik ihre ungeteilte Aufmerksamkeit gewinnen. Sie ist wie die Personen in den vorangehenden Ge-
schichten herausgefordert, zl <sehen> und zu <höreno.
Was Marta <sehen> soll, ist, dass Maria das gute Teil gewählt hat. Die Botschaft |esu lautet: Entspann dich,
Marta! Die besten Momente des Lebens liegen jenseits von Sorgen und Angsten durch selbstauferlegte Pflichten.
Schliess dich Maria zu Füssen des Meisters an! Es passt, dass die Geschichte von Maria und Marta nach derjeni-
gen vom barmherzigen Samariter erzähltwird. Wenn Pflichterfüllung dazu führt, dass wir uns über das Verhal-
ten anderer beklagen, sollten wir für die Möglichkeit offen sein, dass die anderen einer höheren Berufung folgen.

Zuhören als Vorrecht


South Asia Bible Commentary (2015) 1358: Takatemjen, Baptist Church, lndien
Lukas lässt auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter eine Geschichte folgen, die es ergänzt. Während
das Gleichnis die aktive Seite des Glaubens betont, die Werke der Barmherzigkeit, betont die Geschichte von
Marta und Maria die empfangende Seite des Glaubens, das Zuhören. Diese sind zwei Seiten derselben Medaille.
Hören ist die Grundlage für das Tun, und durch das Tun verstehen wir das Wort Gottes besser. Gastfreundschaft
bedeutet nicht nur, am Tisch zu bedienen, sondern auch, |esus zuzuhören und ihm zu antworten.
In der Zeit fesu wurden Frauen nicht viel im Gesetz unterrichtet. Deshalb mussten solche <Unterrichtsstun-
den> sehr überraschend sein. Die Befreiung, die fesus verkündete, schloss die Armen wie Maria und Marta ein.
So wurden sie von Unwissenheit befreit und erlangten einen neuen Status, der sie den anderen füngern |esu
gleichstellte.
Marta war durch ihre Arbeit von dem abgelenkt, worauf es wirklich ankommt. Sie hatte nicht verstanden, wie
wichtig es war, von |esus zu lernen, während er in ihrem Haus weilte. Maria dagegen hatte gewählt, was besser
war, nämlich das Reich Gottes, das nicht von ihr genommen wurde.

Zuhören und Dienen - je nach Situation


Dalit Bible Commentary (2010) 236

fesus blieben nur wenige Tage, um ferusalem zu erreichen, wo er lehren und seinen |üngern letzte Anweisun-
gen über ihre zukünftige Arbeit geben musste. Deshalb folgte er seinen Prioritäten.
|esu Antwort an Marta war ganz naheliegend, weil das Lehren in diesem Augenblick für ihn wichtiger war.
Marta wollte ihm die bestmögliche Gastfreundschaft erweisen, aber fesus war mehr daran interessiert, dass sie
ihm zuhörte und die Botschaft empfing, für die er sich auf den Weg gemacht hatte.
In einem anderen Zusammenhang hatte fesus die |üngerschaft als Dienst definiert (Lk22,24-27). Aber hier
legte er die Betonung aufs Zuhören, was auch Bestandteil seiner Botschaft war.

Gelegenheiten nicht verpassen


Biblia Latinoam6rica (2012) NT 151

|esus und seine Gefolgschaft wurden im Haus einer Familie empfangen, in der es nicht am Notwendigen
mangelte und bei der sie schon zu anderen Gelegenheiten gewesen waren. Es scheint, dass es keinen (männli-
chen) Hausbesitzer gab.
Maria war höchstwahrscheinlich Teil der Gruppe, die mit fesus kam; sie blieb bei den Männern, die zuhörten,
anstatt wie üblich mit den Frauen zu dienen. Sie nahm die traditionelle Haltung eines Jüngers ein, der zu Füssen
seines Lehrers sitzt. Maria fühlte sich dort wohl und sie wusste auch, dass ihre Anwesenheit fesus nicht störte. Sie

\-.
Zugang 5: Auslegungen - wieTexte in fremden Kulturen interpretiert werden 101

wusste, wie sie diese kurzen Momente ausnutzen konnte, in denen sie bei Iesus sein und ihm zuhören konnte. Das
Evangelium erwähnt ihre Intuition und ihre privilegierte Behandlung während der letzten Tage fesu auf Erden.
Viele Dinge sind im häuslichen Leben notwendig: Putzen, Essen zubereiten, auf Kinder aufpassen usw. Aber
wenn es keine Zeit mehr gibt, anderen ntnthören, was ist das Leben wert? Was ist <der beste Teil>>? Auf das Wort
Gottes zu hören? Der |esusgruppe gefolgt zu sein ohne Angst davor, was andere sagen? Eine von denen zu sein,
die selbst ihre Pflichten vergessen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, die nicht verpasst werden sollte?

Maria und Marta in mir


Africa Bible Commentary (2006) 1251f: Paul John lsaak, Lutheran Church, Namibia
Oft werden die beiden Schwestern, Maria und Marta, als Symbol für den Konflikt zwischen kontemplativem
und aktivem Leben dargestellt. Das kontemplative Leben wird als höher, geistlicher und wesentlicher angesehen;
das aktive, praktische Leben als nötig, aber untergeordnet. Aber ist dies, was der Text sagen will?
Manche weisen darauf hin, dass der Name Marta auf aramäisch nsouveräne Frau> bedeutet. Der Name betont
Martas autonome, wohlhabende und dominante Stellung. Sie ist die gastgebende Hausmutter, die einen Wander-
prediger willkommen heisst und die praktischen Aufgaben ausführt, die der Besuch erfordert. Ihre Arbeit wird
wiederholt diakonia genannt. Wenn diakonia überall sonst im Neuen Testament ein positiver Begriffist, warum
sollte er hier für eine falsche Wahl stehen? Was fesus vielmehr missfällt, ist die Art und Weise, wie Marta ihre
Arbeit macht, mit Getue und Aufregung. Wir müssen nicht die sanften, zuhörenden, sich hingebenden Marias
und die pragmatischen, beschäftigten Martas trennen. Mit anderen Worten: Die Maria in mir sollte nicht die
Marta unterdrücken, und die Marta in mir nicht die Maria. Wir sind berufen, erst auf das Wort Gottes zu hören
und uns aufdieser Basis sozial zu engagieren.

Prioritäten setzen
Africa Study Bible (2016) 1494
Unser Kontinent Afrika ist bekannt für seine hart arbeitenden Frauen. Eine überlieferte Geschichte erzählt
von einem Stammesoberhaupt, das ein bestimmtes Dorf besuchte, um dessen Frauen darüber zu informieren,
dass sie Land zum Anpflanzen bekommen würden. Einige der Frauen wussten, dass dieser Chief ihnen immer
gute Nachrichten brachte, wenn er ihr Dorf besuchte. Andere wollten ihm zeigen, wie sehr sie für ihn sorgten, so
dass er auf sie aufmerksam würde.
Als der Chief ankam, entschieden sich die einen, die den Zweck seines Besuchs ahnten, erst zuzuhören,
welche Neuigkeiten er bringen würde. Die anderen, die meinten, dass der Chief erst etwas zu essen brauchte,
kümmerten sich um das Kochen. Unglücklicherweise war der Chief in Eile. So überbrachte er seine wichtige
Botschaft denen, die zuhörten, während die anderen an der Feuerstelle beschäftigt waren. Der Chief teilte das
Land unter denen auf, die anwesend waren, und liess sie unterschreiben. Er musste wieder abreisen, bevor die
anderen Frauen mit dem Kochen fertig waren. Diese Frauen verpassten beides, die Landzuteilung und die Gele-
genheit, mit dem Chief zusammenzusein.
Im Leben ist es unerlässlich, Prioritäten za setzen. Viele Dinge sind wichtig, aber einige sind wichtiger als an-
dere. Christus zu dienen ist wichtig, aber die Beziehung zu ihm ist das wichtigste und sollte unsere erste Priorität
sein, bevor wir darüber nachdenken, wie wir ihm dienen. Als Christinnen und Christen muss unser Dienst für
Gott aus der Zeit entspringen, die wir damit verbringen, mit Gott im Gebet zu sprechen und auf das zu hören,
was er uns durch sein Wort sagt.
V
102 Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden

Die Erfahrung der Auferstehung (Joh 20,1 9-23)


In grosser Dichte schildert das |ohannesevangelium wie sonst nur das Lukasevangelium (und doch ganz anders)
die erste Begegnung Jesu mit seinen )üngern nach der Auferstehung. Zweimal spricht er ihnen den Frieden zu.
Er verwandelt damit Furcht und Leid in Freude. Und er sendet sie damit in die Welt. Mit einer Symbolhandlung
spricht er ihnen den Heiligen Geist zu. Ihr Auftrag: Sünden erlassen.
Wie ist all das zu verstehen?

Barrieren niederreissen und Menschen in die Gemeinschaft bringen


lnternational Bible Commentary (1998) 1499:Teresa Okure SHCJ, Nigeria

fesus gibt seinen füngern seinen Frieden und befreit sie von Angst. Er erwähnt mit keinem Wort, dass sie ihn
in seiner schwersten Stunde verlassen haben. Stattdessen zeigt er ihnen seine verwundeten Hände, mit denen er
sie festhalten und vor dem Untergang bewahren wird. Er zeigt ihnen seine Seite, von der Ströme neuen Lebens
ausgehen.
Durch den Heiligen Geist gestärkt, werden die |ünger in die Welt gesandt. Wie |esus gesandt war, um Menschen
von Sünde zu befreien und in die Gemeinschaft zu bringen, so auch die |ünger. In der katholischen Tradition wird
Vers 23 als Begründung fiir das Busssakrament verstanden. Im Kontext des |ohannesevangeliums geht es aber we-
niger um eine Vorschrift als einfach um den Hinweis: Wenn ihr vergebt, sind die Sünden vergeben, wenn ihr euch
weigert zu vergeben, bleiben sie unvergeben. Wie im Vaterunser lädt uns |esus ein, einander grenzenlos ztJverge-
ben und so,in Gemeinschaft zu bleiben. Als fesu |ünger sind wir berufen, seine Auferstehung zu bezeugen, indem
wir die Barrieren der Sünde und Trennung in unseren Herzen und Gemeinschaften niederreissen.

Das Unmögliche wird möglich: Hoffnung auf Frieden für den Kontinent
Africa Bible Commentary (2006) 1320: Samuel Ngewa, Kenia
Niemand der |ünger konnte meinen, die Erscheinung fesu sei nur ein Traum, weil alle ihn sahen. Sie konnte
auch keine Einbildung sein, weil die fünger sie gar nicht erwarteten; vielmehr waren sie voller Angst. Die ersten
Worte fesu zu den fassungslosen füngern waren: <Friede sei mit euch!> (V21). Schalom (hebr. Frieden) war
ein im ersten |ahrhundert üblicher hebräischer Gruss und Segenswunsch. Die Welt insgesamt und besonders
Afrika haben es nötig, die Worte |esu, <Friede sei mit euch!>, zu hören. fahr für |ahr bleibt Afrika ein blutender
Kontinent voller Kriege. Möge |esus Frieden in unseren Kontinent senden! Wenn fesus aber diese Worte zu den
|üngerinnen und füngern sprach, zielte er auf Frieden im Kopf und im Herzen. Möge dieser Frieden unsere Er-
fahrung in Afrika sein, während wir auf den äusseren Frieden warten!
Dass es in Afrika an Frieden mangelt, liegt oft an der Feindseligkeit, die auf ideologischen, ethnischen oder
religiösen Unterschieden beruht. Nachfolgerinnen und Nachfolger Christi sind berufen, in Frieden zusammen-
zuleben und denen Trost zu geben, die ihn brauchen. Die durch Krieg, Aids, Hunger oder einen anderen Grund
zu Witwen oder Waisen wurden, haben es nötig, die Worte fesu zu hören: <Friede sei mit euch!>. Wenn wir
ihnen dienen, werden wir die Freude erfahren, die die fünger erfuhren, als sie |esus sahen.
|esus beendete das Treffen mit seinen füngern mit einer Erinnerung an die Verheissung des Heiligen Geistes,
indem er sie anblies und sagte: <Heiligen Geist sollt ihr empfangenb> (Y22). Er machte diese symbolische Geste,
um sie zu erinnern, was er sie über den Beistand gelehrt hatte und was der Heilige Geist für sie tun würde. Er
würde mit ihnen sein und sie in alle Wahrheit führen, sogar bis hin zur Unterscheidung, wie mit Sünde umzu-
gehen ist (vgl. foh 16,4-15). Nur wenn der Heilige Geist uns dazu fähig macht, können wir Afrika umkrempeln.
Wenn unsere Verfügbarkeit und die unbegrenzte Macht des Heiligen Geistes zusammenkommen, kann Afrika
gerettet werden - nicht nur geistlich, sondern auch in jeder anderen Hinsicht.

Die Erfahrung von Befreiung macht mutig


Dalit Bible Commentary (2010) 308: Raj lrudaya SJ, lndien
Nachdem Maria Magdalena ihnen von der Auferstehung berichtet hatte, sehnten sich die |ünger danach, den
Auferstandenen selbst zu sehen, um glauben zu können. Weil |esus ihre Sehnsucht verstand, zeigte er sich ihnen.
Er gab den verstörten und schwankenden |üngern Frieden, das Geschenk der Auferstehung. Durch die Gabe des
Heiligen Geistes wollte fesus seine fünger in mutige Personen verwandeln.
Auferstehung ist eine Erfahrung der Befreiung vom Tod. Wann immer die Dalits Befreiung von all dem
erfahren, was ihnen die Menschenwürde nahm, muss es verkündigt und gefeiert werden. Wenn Dalits solche
Erfahrungen bezeugen, verkündigen sie Gottes Gegenwart und Kraft.
J

Zugang 5:Auslegungen - wieTexte in fremden Kulturen interpretiert werden 103

Ein Friede, auf den man warten muss und der wirkt
South Asia Bible Commentary (2015) 1445f: Pratap C. Gine, Baptist Church, lndien; Jacob Cherian, Assemblies of God, lndien

Jesus grüsste die |ünger mit Worten, die sie verzweifelt nötig hatten: <Friede sei mit euch!> Er hatte ihnen vor
seinem Tod einen einzigartigen Frieden versprochen, der ihnen helfen würde, jede Furcht und Not in der Welt
zu überwinden. Sie würden aber Trost, Freude und Mut erst erfahren, nachdem sie den Auferstandenen gesehen
hatten.
Dass fesus seine Jünger anhaucht, erinnert an das Wirken des Geistes bei der Schöpfung. Im Johannesevan-
gelium ist es ein wichtiges Thema, dass ]esus Gottes Geist gibt und dass der Geist als prophetische Salbung
den Jüngern hilft, die Botschaft des Lebens zu verkündigen. Diese Mission schliesst ein, das Heil und Gottes
Vergebung zu vermitteln. Die Antwort der Menschen auf Christus entscheidet, ob sie gerecht gesprochen oder
verurteilt werden.

Kraft der Vergebung und Versöhnung


Blblia Latinoam6rica (2012) NT 235

Jesus sagt zu seinen füngern: <Friede sei mit euchr, und das gilt unmittelbar. fesus sagt: <Empfange den
Geist>, und du empfängst ihn. So wie in der ersten Schöpfung Gottes Atem dem Adam Leben einflösste, so über-
mittelt der Atem jesu der neuen geistigen Schöpfung Leben. Christus, der gestorben ist, um die Sünde der Welt
wegzunehmen, überlässt seinem Volk die Kraft zu vergeben.
Einige wundern sich, dass hier die Vergebung der Sünden hervorgehoben wird. Gott hatte |esus so erzogen,
dass er die universale Gegenwart der Sünde spürte. Wer Liebe übt, wird sehr bald die Gegenwart der Sünde
erfahren, die Schatten auf das Leben wirft. Und um alles zu erneuern, wird Vergebung nötig sein. Wir sollten
die Vergebung der Sünden nicht auf das Sakrament der Vergebung beschränken. Jesus kündigt an, dass die
Gläubigen durch die Taufe im Geist die vollkommene Versöhnung mit Gott kennen und dass der christlichen
Gemeinschaft die Mittel der Versöhnung untereinander und mit Gott zur Verfügung stehen.

Leben aus dem Glauben (Gal2,16-21)

In Galater 2 schreibt Paulus den Kern seiner Botschaft nieder. Seine Erzählung vom Streit mit Petrus (Kephas) in
Antiochien (V11-14) geht geschickt über in eine theologisch dichte Erörterung (V15-21).In Vers 16 erklärt er
gleich dreifach den Grundsatz: Nicht durch Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben an Jesus Christus
besteht der Mensch vor Gott. In Vers 20 formuliert er in persönlicher Weise, was für ihn Leben aus dem Glauben
bedeutet: <Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir; sofern ich jetzt noch im Fleisch lebe, lebe ich im
Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.>
Hat das Gesetz für Paulus noch eine Bedeutung? Wie stehen die Positionen von Paulus und Petrus zueinan-
der? Welche Rolle spielte der Herrenbruder fakobus in diesem Konflikt? Inwiefern ist dieser Konflikt auch heute
aktuell?

Das vollständige Evangelium


Comentario Biblico Contemporäneo (2019) 1527,vg|. Journal of Latin American Theology (20'16) 68-70: Alberto F. Roldän, Argentinien

Paulus ist für das Gesetz gestorben, um für mit


Gott zu leben. Aber bedeutet dies, dass Paulus nichts mehr
dem göttlichen Gesetz zu tun hat? Auf keinen Fall! Wie er später in Gal 5,13-15 argumentieren wird, bleibt
Gottes Gesetz im christlichen Leben voll in Geltung, da ja die Liebe des Gesetzes Erfüllung ist. Man beachte:
Erfüllung, nicht Ersatz oder Aufhebung.
Paulus fügt einen weitreichenden Grundsatzhinzu, der seine Erfahrung mit Christus zusammenfasst (V20):
Leben im Fleisch (sarx) meinlnicht nur das Leben im menschlichen Körper, sondern die menschliche Zerbrech-
lichkeit und Vergänglichkeit und die völlige Unfühigkeit der Menschheit, Gott durch ihre eigenen Bemühungen
zu gefallen. Das Kreuz stürzt jede Absicht des menschlichen Stolzes, Gott zu gefallen. Das Eigentliche am christ-
Iichen Leben ist, dass Christus in uns lebt. Unser irdisches Leben kann in vollem Sinn nur durch den Glauben
an Christus gelebt werden.
Wir in Lateinamerika sollten immer wachsam sein, wenn jemand das Evangelium und etwas anderes predigt.
Die Bibel lehrt uns, dass das Evangelium von Christus vollständig ist und keine Ergänzungen braucht. Nicht das
Evangelium plus Wohlstand, nicht das Evangelium plus Werke, nicht einmal das Evangelium plus integrale Mis-
sion [soziales Engagement]. Das Evangelium von Christus ist das vollständige Evangelium.
104 Zugang 5: Auslegungen - wie Texte in fremden Kulturen interpretiert werden

Die neue ldentität solidarischer Gemeinschaft


Global Bible Commentary (2004) 466-468: N6stor Oscar Miguez, Methodist Church, Argentinien
In Galater 2 spricht Paulus über einen theologischen Konflikt, der zugleich ein persönlicher Konflikt (zwi-
schen Petrus und Paulus) ist. Im Grunde handelt es sich um einen ethnisch-kulturellen Konflikt zwischen fu-
denchristen und Heidenchristen. Zunächst war das Zusammenleben beider Gruppen möglich, als aber die
Gemeinschaft grösser wurde, bestanden die |udenchristen darauf, dass das Heil durch strikte Einhaltung des
mosaischen Gesetzes erlangt werde, mit besonderer Betonung der Beschneidung. Die Identität einer (jüdischen)
Untergruppe wurde der ganzen Gruppe aufgedrängt und so die Einheit der Gruppe zerstört. Die Auflösung der
Solidarität zeigte sich darin, dass die verschiedenen Gruppen nicht mehr miteinander assen.
Paulus schlägt nicht vor, dass sich alle früheren Identitäten in eine neue, allumfassende Identität auflösen
sollten (2. B. dass alle |uden- oder Heidenchristen sein sollten), im Gegenteil. Er macht darauf aufmerksam, dass
die Gruppenidentität wichtiger ist als die der Untergruppe. Partielle Identitäten müssen nicht verleugnet werden,
wenn sie dazu beitragen, eine solidarische Gemeinschaft aufzubauen, wenn sie auf Gerechtigkeit basieren und
auf der Tatsache, dass wir vor Gott gerechtfertigt sind durch Christus. Das Ziel sollte sein, |udenchrist oder Hei-
denchrist am gemeinsamen Tisch zu sein. Eine Identität, die für Freiheit wirbt und auf der Gerechtigkeit unseres
gnädigen Gottes ruht, ist eine sinnvolle Identität, die weder Fragmentierung noch Isolation bewirkt, sondern
gegenseitige Anerkennung.
Das Kreuz Christi zeigt uns das neue Gesicht von Gottes Gerechtigkeit, und auf dieser Grundlage können
alle Traditionen und Kulturen erneuert werden. |ede Tradition und Kultur beinhaltet Zweideutigkeiten und
innere Unterdrückung lvon Minderheiten]. fede Tradition und Kultur kann aber auch dank Gottes befreiender
Gnade erneuert werden. Dies unterscheidet sich vom christlichen Imperialismus, der das Kreuz aufdrängt und
unterdrückerisch wird, oder von einer Globalisierung, die reiche und vielfdltige Traditionen und Geschichten
überschattet und auslöscht.

Gemeinsam essen
lnternational Bible Commentary (1 998) 1661f: ElsaTamez, Costa Rica
Paulus erinnert an den Zwischenfall in Antiochien zwischen ihm selbst und Kephas (Petrus). Dort stellte sich
die konkrete Frage, ob |uden und Nichtjuden zusammen essen können. Da das Evangelium kein Ansehen der
Person kennt, sieht es Paulus als falsch an, das Brot nicht zu teilen. Dies betrift auch die Eucharistie.
Zunächst hatte Petrus es gewagt, zusammen mit Nichtjuden zu essen, ein Zeichen grosser Kühnheit für einen
|uden. Aber Petrus zog sich zurück, als einige Konservative mit ein wenig Autorität ankamen. Die veränderte Hal-
tung von Petrus gefährdete das Zusammenleben zwischen |udenchristen und Heidenchristen. Noch schlimmer wat
dass sich die nichtjüdischen Christen verpflichtet fiihlten, dem jüdischen Gesetz zu folgen, um als den fudenchristen
ebenbürtig angesehen zu werden. Dies würde bedeuten, das Geschenk der Freiheit zurückzuweisen. Aus diesem
Grund kritisierte Paulus das Verhalten von Petrus öffentlich. Der Galaterbrief fordert uns auch heute heraus, uns von
den Begrenzungen bestimmter kirchlicher Traditionen zu befreien, um das Abendmahl des Herrn zu teilen.
[Anmerkung Interessanterweise wurde diese Passage im <Catholic and Ecumenical Commentary> (so der Un-
tertitel des <International Bible Commentaryr) bzw. im <Catholic Commentary> (so im Impressum des gleichen
Werke) nicht gestrichen. Ein redaktioneller Einschub ttersucht aber an dieser Stelle zu rechtfertigen, warum die
römisch-katholische Krche andere Konfessionen vom Abendmahl ausschliesst.l
Paulus definiert in diesem Abschnitt sein Evangelium und präsentiert die zentrale These des Briefs: Aus
Glauben gerechtfertigt zu sein bedeutet, dass Menschen unabhängig vom Gesetz von Gott als gerecht erklärt
werden. Durch das befreiende Leben von |esus Christus nimmt Gott sie in Gnade an und verwandelt sie in neue
Personen, die fühig sind, Gerechtigkeit zupraktizieren. Sie können das, indem sie von ihrem eigenen erneuerten
Gewissen in Christus geleitet werden und nicht von den Diktaten des Gesetzes, dank der Gabe des Geistes.
Paulus kam wahrscheinlich durch eigene Erfahrung dazu, das Problem des Gesetzes wahrzunehmen. Er
folgte als Pharisäer übereifrig dem Gesetz und verfolgte gewaltsam die Glaubenden. Als ihm offenbart wurde,
dass der Gekreuzigte von den Toten auferweckt worden ist, erkannte er, dass sich Gott mit dem Gekreuzigten
identifiziert. Paulus begriff, dass das römische Gesetz einen Unschuldigen bestraft und das jüdische Gesetz den
Sohn Gottes verurteilt hatte. Gerechtigkeit kann nicht vom Gesetz kommen, weil das Gesetz kein Leben gibt.
Paulus relativierte das Gesetz, indem er die Begrenzungen des Gesetzes erkennt und die Bedeutung des Glau-
bens an Christus akzeptiert. Durch die Entdeckung dieser Dimension des Glaubens wurde die gute Nachricht
zur universellen Botschaft. Nun können alle die Gerechtigkeit Gottes erlangen: fuden und Griechen, Frauen und
Männer, Sklaven und Freie.

t
7 Zugang 5: Auslegungen - wieTexte in fremden Kulturen interpretiert werden 105

Echte Einheit unter Menschen mit verschiedenen sozialen ldentitäten


Blount (2007) 336-338: Brad R. Braxton, USA
Nachdem Menschen, gleich welcher sozialen Identität, an fesus Christus glauben konnten, erwies sich der
Glaube als der grosse soziale Gleichmacher. Glaube an |esus Christus gewährte Zugangzu Gottes Gnade jenseits
irgendwelcher engen sozialen Grenzen. Indem sich Petrus von den Heidenchristen in Antiochien zurückzog,
deutete er an, dass |udenchristen höher stehen als Heidenchristen. Statt dass Petrus die göttliche Gnade bezeugt,
die soziale Grenzen wegräumt, errichtete sein Verhalten einen ethnischen Zatnum die Gnade.
Leider halten sich bis heute Perspektiven und Stereotypen beharrlich, die echte Einheit verhindern. Margina-
lisierte Gruppen - ob ethnische Minoritäten, Frauen, ökonomisch Benachteiligte, Schwule oder Lesben - wer-
den häufigvon gewissen dominanten Gruppen aufgenommen, nur um später in Momenten der Krise abgelehnt
zu werden. Während einer Wahlkampagne beispielsweise schütteln Repräsentanten von dominanten Gruppen
die Hände von marginalisierten Personen, teilen Brot mit ihnen und versprechen, politische und ökonomische
Koalitionen zu bilden. Wenn es an der Zeitwäre, die Versprechen zu erfüllen, haben sich die dominanten Grup-
pen oft auf sichere und unauffällige politische Positionen zuruckgezogen. Anstatt die Menschen am Rand zu
unterstützen und auf der Seite der Fairness zu stehen, haben sich die dominanten Gruppen von den jetzt <unrei-
nen> marginalisierten Gruppen getrennt. Dieses Verhalten zeigt ein mangelndes Interesse an echter Einheit und
den Unwillen, Privilegien und Macht für tiefe Überzeugungenzariskieren.
Der Zwischenfall in Antiochien zeigt, dass die Kirche von ihren frühesten Tagen an Mühe hatte, ihre hohen
Ansprüche von Einheit in eine lebendige Realität umzusetzen. Im Lauf der Geschichte sind viele Versuche fehl-
geschlagen, Gemeinschaft in der Kirche zu pflegen. Trotzdem muss im Leben der Kirche dasZielzentralbleiben,
echte christliche Einheit unter Menschen mit verschiedenen sozialen Identitäten zu schaffen.

<Wer sich hier und dort anhält, gewinnt nichts> (Sprichwort der Kamba)
Africa Bible Commentary (2006) 1444-1446: Samuel Ngewa, Nigeria
<Mehrere Axte in einem Korb werden schepperno (Kamba-Sprichwort, Kenia). Es überrascht nicht, dass es
manchmal Uneinigkeit zwischen Petrus und Paulus gab, die beide starke Führer in der jungen Kirche waren. In
ihrem Zusammenstoss ging es nicht um Grundsätze, sondern um ihre Auswirkungen.
Irgendwann besuchte Petrus Antiochien und war völlig einverstanden damit, mit den Heidenchristen zu es-
sen. Doch als gewisse Männer von |akobus kamen, hörte er damit auf. Der hier genannte |akobus ist der Bruder
des Herrn, der wahrscheinlich bis zu seinem Martyrium im |ahr 62 die ferusalemer Kirche leitete. Er hatte diese
Männer vermutlich nicht gesandt und vielleicht hätte er ihre Haltung auch nicht gebilligt. Aber sie kamen von
einer Gruppe in ferusalem, die mit |akobus in Verbindung gebracht wurde.
Paulus stellte fest, dass Petrus sich von den Heiden zarickgezogen hatte, weil er Angst vor denen hatte, die
sich für die Beschneidung der Heidenchristen aussprachen, und mit denen Petrus in einem gutem Verhältnis
bleiben wollte. Andere fuden taten es ihm gleich und spalteten so die Kirche. Gemäss dem Sprichwort <Der
Clan der Hyänen hinkt in derselben Weise> verführte Petrus die |uden dazu, den plus Werke>-Weg zu
"Glauben
hinken. Das war das Gegenteil des Evangeliums und seines Grundsatzes <durch Glauben allein>. Doch wie die
Kamba in Kenia sagen: <Wer sich hier und dort anhält, gewinnt nichts.> Weil Petrus den Grundsatz des Evange-
liums aufgab, konnte er sein Amt nicht mehr effektiv ausüben.
Paulus rügte Petrus öffentlich. Wie die |abo in Liberia sagen: <Einen Gerichtsfall regelt man nicht durch ei-
nen Abgesandten.> Die Angelegenheit war so ernst, dass sie nur von Angesicht zu Angesicht verhandelt werden
konnte. Aber die Konfrontation war nicht feindlich. Paulus erinnerte Petrus an ihr gemeinsames Verständnis der
Rechtfertigung. Die zentrale Bedeutung des Worts <gerechtfertigt> ist, dass Gott der Prüfer ist und feststellt, ob
jemand für das Heil zugelassen ist.
Wenn Paulus sagt: <Ich bin mit Christus gekreuzigb, so ist er nicht nur für das Gesetz tot, sondern auch
für sich selbst. Das Damaskuserlebnis machte einen Christenverfolger zu einem Missionar. Rechtfertigung aus
Glauben ermutigt die Glaubenden keineswegs, ein Leben zu führen, das auf ihr eigenes Vergnügen ausgerichtet
ist, vielmehr führt es zum Tod des Selbst und zu einem christusgemässen Leben, denn <nicht ich lebe, sondern
Christus lebt in min. Der Hausherr hat gewechselt.

Kompromisslos die Rechtfertigung leben


South Asia Bible Commentary (2015) 16'19-'1621l. Finny Philip, Filadelfia Fellowship Church of lndia, lndien
Petrus verbrachte einige Zeitin Antiochien mit Paulus und anderen Christinnen und Christen, |udenchris-
ten und Heidenchristen assen am gleichen Tisch. Einige dieser Mahlzeiten waren wahrscheinlich Agape-Mahle,
7
106 Zugang 5: Auslegungen - wieTexte in fremden Kulturen interpretiert werden

Feste der christlichen Liebe, in deren Verlauf das Herrenmahl gefeiert wurde. Aber all das endete, als gewisse
Leute von |akobus kamen.
Wer waren diese Leute? Im Galaterbrief identifiziert Paulus sie nicht, aber er gibt an, dass sie eine Delegation
von |erusalem waren, die mit Zustimmung von fakobus versuchte, Petrus vom Essen mit den Heidenchristen
abzuhalten. Sie wollten, dass er sich nach dem etablierten jüdischen Glauben richtete, wonach das Volk Gottes
sich frei vom Kontakt mit der bösen und abgöttischen Heidenwelt halten und die Speisegesetze von 3Mo 11 und
5Mo 14 beachten sollte. Petrus begann sich zurückzuziehen und sich von den Heidenchristen zu trennen. Mög-
licherweise fürchtete er, dass seine Führungsposition in ferusalem geschwächt werden könnte.
Petrus' Rückzug vom gemeinsamen Essen beeinflusste die fudenchristen in Antiochien, sogar Paulus' engen
Freund Barnabas. Das muss niederschmetternd für Paulus gewesen sein, der von Barnabas starke Unterstützung
erwartet hatte. Paulus gab dem Gruppendruck jedoch nicht nach, sondern klagte Petrus öffentlich der Heuchelei
an. Er gab sich kompromisslos, weil die Wahrheit des Evangeliums auf dem Spiel stand. Das Evangelium ist nicht
nur ein zu glaubendes Ideengut, sondern eine zu lebende Wirklichkeit. Petrus, Barnabas und die anderen wider-
sprachen mit ihrem Verhalten der Wahrheit, dass nicht das Befolgen des Gesetzes (Beschneidung, Speiseregeln
und Sabbatgebot), sondern allein der Glaube an Christus rechtfertigt.
Gerechtfertigt bedeutet, ins Recht versetzt oder in eine richtige Beziehung zu Gott gesetzt zu werden. Die-
ses Konzept hat seinen Ursprung in der Gerichtssprache. Es wird auch im Alten Testament verwendet, wenn
Propheten und Psalmisten Leid und Unterdrückung in der Gegenwart beklagen und von Gott zukünftige Reha-
bilitierung (Rechtfertigung) erhoffen. Wenn Paulus das Wort Gerechtigkeit verwendet, macht er deshalb mögli-
cherweise nicht nur eine juristische Aussage über Schuldenerlass, sondern er bezieht sich auch auf Gottes mäch-
tiges Eingreifen: Wenn Gott den Menschen rechtfertigt, bringt er alles zurecht, was schief gelaufen ist.

Dem Virus der Unberührbarkeit widerstehen


Dalit Bible Commentary (2010) 387f
Paulus wagte es, Petrus, fakobus und Barnabas für ihre Praxis der Unberührbarkeit [andere als unrein anzu-
sehen] öffentlich zu rügen. Er widersetzte sich kompromisslos der jüdischen Exklusion, die sich in den getrenn-
ten Mahlzeiten zeigte. Weil die jüdische Gesetzespraxis der Beschneidung mit dem Essen von rituell reinem
Fleisch verbunden war, brachte sie getrennte Bewirtung von fudenchristen und Heidenchristen mit sich.
Für Paulus war dies Heuchelei, weil es der inklusiven Natur der christlichen Gemeinschaft diametral wider-
sprach. Das Christentum trat dafür ein, religiöse Gesetzlichkeit und soziale Trennungen aufzugeben. Deshalb
argumentierte Paulus, dass die |udenchristen die Heidenchristen nicht zwingen dürfen, jüdische Bräuche anzu-
nehmen.
Im indischen Kontext wurden die Dalits Opfer des Kastensystems sowohl in der Kirche als auch in der Gesell-
schaft. Das Verbot, gemeinsam zu essen, führte zum Verbot der Heirat über Gemeinschaftsgrenzen hinweg und
sogar zu getrennten Friedhöfen. Der Bibelabschnitt zeigt, dass sogar die besten Führer der frühen Kirche nicht
gegen den <Virus der Unberührbarkeib immun waren. Das Kastensystem ist eine Sünde!
Rechtfertigung ist bedingungslose göttliche Annahme, sie kommt nicht aus der menschlichen Tradition. Aus
Dalit-Perspektive bringt das mit sich, dass eine gerechtfertigte Person gütig genug sein sollte, um zu vergeben,
grosszügig genug, um zu teilen, furchtlos und mutig genug, um für Gerechtigkeit und Gleichheit zu kämpfen.
Das Wohlergehen (Heil) liegt nicht im Buchstaben des mosaischen Gesetzes, sondern in der Einsicht, die da-
hinter steht. Wer inspiriert ist, dem mosaischen Gesetz gemäss gerecht zu handeln, lebt für Gott. Auf mystische
Weise ist es nicht er oder sie, sondern Christus, der in ihm oder ihr lebt.

l..-
122 Zugang 6: Bilder - wie Künstlerinnen und Künstler rund um den Globus einen Text sehen

Reproduktion von Kunstwerken zur Bibel


Wo findet man Kunstwerke zu Bibeltexten aus verschiedenen Ländern und Kulturen? In der westlichen Welt wur-
den aussereuropäische christliche Kunstwerke ab Beginn des 20. |ahrhunderts allmählich zur Kenntnis genom-
men. Ein Postkartenset des <Hamburger Missionshülfsvereins>, das um 1910 entstanden sein muss, reproduziert
diverse biblische Motive eines chinesischen Künstlers.t2t |ohann Baptist Aufhauser wies in der Zeitschrift <Die
christliche Kunsb von 1929 erstmalig auf <Christliche Eingeborenenkunst in nichtchristlichen Ländern> hin.

Bildbände und Bücher


Unter den Pionieren der Erforschung aussereuropäischer christlicher Kunst ragen auf katholischer Seite Sepp
Schüller seit 1939 (<Christliche Kunst aus fernen Ländern>) und Kardinal Celso Costantini heraus, letzterer
mit seiner Untersuchung <l,Arte Cristiana nelle Missioni> von 1940. Auf evangelischer Seite veröffentlichte Da-
niel |ohnson Fleming 1938 in New York den Band <Each with his own Brush. Contemporary Christian Art in
Asia and Africo. Zu gleicher Zeit verbreitete die britische <Society for the Propagation of the Gospel> in klei-
nen Bändchen biblische Motive aus China und Indien.r22 Umfassender waren die Sammlungen, die Arno Leh-
mann von der Leipziger Mission unter dem Titel (Die Kunst der jungen Kirchen> (1955) und <Afroasiatische
christliche Kunsb (1966) publizierte, nicht nur unter den erschwerten Bedingungen der DDR eine erstaunliche
Leistung. fosef Franz Thiel und Heinz Helf gaben 1984 einen Überblick über nChristliche Kunst in Afrika>,
der bis heute konkurrenzlos ist.r23 Die Initiative für weitere Bildbände ging von |apan aus: Masao Takenaka
veröffentlichfe <Christian Art in Asia> (1975) und <The Bible through Asian Eyes> (1991). Wenn seit der |ahr-
tausendwende zahlreiche Veröffentlichungen internationale Kunst erschliessen, die sich auf Christentum und
Bibel bezieht, so ist das ein neues Phänomen. Im deutschsprachigen Raum machte u. a. die von Martin Ott und
Theo Sundermeier herausgegebene Reihe auf <Christliche Kunst weltweib (Lembeck-Ve rlag, 4Bde. 2007 -2010)
aufmerksam. Gudrun Löwner und Volker Küster machten in zahlreichen Publikationen christliche Kunst aus
Indien bzw. aus Indonesien bekannt.r2a

Ausstellungen und Kataloge


Zu diversen Ausstellungen, die (auch) Kunstwerke zur Bibel zeigten, sind Dokumentationen erschienen. Hier
einige Beispiele:
. Das Haus Völker und Kulturen, das völkerkundliche Museum der Steyler Missionare in Sankt Augustin,
zeigte 1980 in Berlin die Ausstellung <Christliches Afrika. Kunst und Kunsthandwerk in Schwarzafrikau.r25
. Das 1997 inNew York eröffnete Museum of Biblical Art (MOBIA, seit 2015 geschlossen) zeigte 2007 die Aus-
stellung <The Christian Story: Five Asian Artists today>.r26
. Das Overseas Ministries Study Center in New Haven/Connecticü (ab 2020 in Princeton/New |ersey) lädt seit
2001 jährlich asiatische Künstlerinnen und Künstler für ein Sabbatical ein (<artist in residence program>),
organisiert mit ihnen Ausstellungen und veröffentlicht Bildbände. t'z?
. Missio in Aachen bot zwischen 2003 und 2010 die Ausstellung <WeltWeite Blicke> an, die je drei Kunstwerke
aus Asien, Afrika und Lateinamerika zu sieben Perikopen (Bibelabschnitten) umfasste.r2s

t" Das Postkartenset findet sich im Nachlass des Basler Missionars Heinrich Vömel, geboren 1878 in Hamburg und von l90l bis l91l
in China tätig, vgl. bmarchittes.org/brow s e/ # c=60 50.
"'
t"
Vgl. SPG (1938); SPG (194S); SPG (1959).
Selbstin diesem Standardwerk fehlen so wichtige Werke wie die Glasfenster von Kafusha Laban (D. R. Kongo) oder die geschnitzten
Säulen von Zöphyrin Lendogno (Gabun). Vgl. dazu die umfangreiche Rezension von HrnrrrcH Blrz, in: Theologische Rundschau
N. F.52 (1987) 10s-110.
t'n Siehe das Quellenverzeichnis aü S. 23I-238. Vier der neueren Titel sind besonders hilfreich, um Werke und Biografien von Künstle-
rinnen und Künstlern kennenzulernen: O'Gnaov (2003); SUnoERMEIER (2007); Arvremoess/LöwlrrR. (2012); Küsrun (2}l6a).
t" Vgl.Turnr (1980). Zu beachten ist auch der Katalog zur folgenden Ausstellung: Truer. (1981). Die Broschüre zur Ausstellung von
1977 enthältleider keine Abbildungen: Tnrrr., fosrr Fnexz (1976): Führer 1977. AfrikaNeuguinea Christliche Kuzlsf, Sankt Augustin.
t'u Vgl. Poncnecz (2007). Zv vorherigen Ausstellung <The Next Generation> siehe Por.rcnecz/Roosa (2005) sowie den kritischen
Artikel fonxsor.I, KtN: New Artists Who Are Motitated by Christianity, in: The New York Times 19.8.2005. Das Museum of Biblical
Art (MBA, seit 1967 in Dallas/Texas) und das Museum of the Bible (MOTB, seit 2017 in Washington D.C.) haben bisher Kunst ausser-
halb der westlichen Tradition nicht näher berücksichtigt.
t" VgLomsc.org/art; Javasunrve (2004); HE Qr (2006); Cnrnnewoxc (2007); Sesorvcro (2007); Vencussr (2009); WeruNasr SotcHr
(2010); Gerrger (201 l).
t'8 Die sieben Perikopen waren: <Hochzeit zu Kana>, <Auferstehung>, <Pfingsten>, <Kreuzigung>, <Brotvermehrung>, .Verlorener
Zugang 6: Bilder - wie Künstlerinnen und Künstler rund um den Globus einen Text sehen 123

a Die australische Major Issues and Theology Foundation (MIAT) konzipierte 2OI2 die Ausstellung <|esus
Laughing and Loving> mit37 Kunstwerken aus 17 Ländern.r2e
a 2013 zeigte das African Art Museum der SMA Fathers in Tenafly/New |ersey die Ausstellung <Africanizing
Christian Art>.130

Kunstkalender
Zwei über |ahrzehnte herausgegebene Kunstkalender haben für die internationale Kunst zur Bibel besondere
Bedeutung. Sie haben nicht nur Kunstwerke in aller Welt aufgespürt, sondern teilweise auch veranlasst und
mehreren Künstlerinnen und Künstlern zu internationaler Bekanntheit verholfen. Der grossformatige Kunst-
kalender von missio in Aachen erscheint seit 1973 durchgehend bis heute.r3l Der holländische ökumenische
<Missie-Zendingskalenden veröffentlichte zwischen 1980 und 2013 über vierhundert christliche Kunstwerke.r32
Der <<Zendingserfgoedkalender, (Mission Heritage Calendar) der holländischen Stiftung Missionserbe führt
diese Tradition weiter.r33

Websites
Inzwischen gibt es einige Websites, die Kunstwerke zu biblischen Texten samt Hintergrundinformationen zur
Verfügung stellen, z. B.
. artway.eu: die umfangreiche Internetseite der von Hans Rookmaaker inspirierten Stiftung ArtWay aus
ZwollelNiederlande, von Marleen Hengelaar redaktionell betreut, auf Englisch und Niederländisch; neben
vielem anderen mit der Rubrik <Word and Image Bible Studies>, einzelne Beiträge auf Deutsch.
. diglib.library.vanderbilt.edu/act-processquery.pl: die Sondersammlung <Art in the Christian Tradition> der
|ean and Alexander Heard Library Vanderbilt University, Nashville/Tennessee; etwa 4600 Werke, darunter
67 Kunstwerke des fesus-Mafa-Projekts. Die 62 Werke von He Qi sind seit 2018 nicht mehr zugänglich.
. sacredartmeditations.com: von fohn A. Kohan, Kunstsamm\er [sacredartpilgrim.coml und Leiter des <Art in
the Sanctuary exhibition program) an der Saint Peter's Episcopal Church in Delaware/Ohio.
, indigenousjesus.blogspot.fr:Der Blog des US-Amerikaners Scott Rayl berichtet seit 2010 über Neuerscheinun-
gen im Bereich nichtwestlicher christlicher Kunst und Kultur.
. artandtheology.org Blog von Victoria Emily |ones mit dem Ziel <Revitalizing the Christian imagination
through painting, poetry, music, and moreo; mit Links zu 160 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künst-
lern, die häufig biblische Themen aufnehmen.
. ccposters.com: Im Projekt <Chinese Christian Posters> untersucht und präsentiert das Center for Global
Christianity & Mission an der Boston University Plakatmotive, die zwischen 1927 und 1951 millionenfach
für Predigt und Unterricht gedruckt wurden.r3a

Die Websites ermöglichen schnellen Ztgangzu Kunstwerken, ihre dauerhafte Funktionalität ist jedoch unsicher,
besonders wenn sie privat betrieben werden.l3s Die Auflösung der Grafikdateien ist teilweise unzureichend.

Sohn> und <fesus und die Sünderin>. Leider ist die Ausstellung nicht dokumentiert.
t'" Vgl. miat.org.au/j esus-Iaughing-exhibtion.php.
t to Vgl. Bnr pcrn (20 l2) ; sm afathers. o rg/ mu s eum.
t" Vgl. missio-onlineshop.de (2015 Kunstwerke von Faiza Khan [Pakistan], 2016 Haji Chilonga [Tanzania], 2017 Emmanuel Garibay
[Philippinen], 2018 Idrissa Savadogo [Burkina Faso], 2019 Alem Getachew Worku [Athiopien]). Die Bildmotive sind im Bild- und
Medienarchivvon missio Aachen wter mikado-ac.info/starweb/missio/bildarchiv/Login.htm abrufbar.
tt' Vgl. missiezendingskalender.nl; Katalog unter jansimons.nl/relimarkt/bestandenrelimarkt/bijbel/indexbijbelkijken.htm. Bevor der hol-
ländische Missie-Kalender ab 1980 in ökumenischer Zusammenarbeit entstand und regelmässig biblische Kunstwerke zeigte, hatte
der Zendingskalender der Niederländischen Reformierten Kirche 1959 schon einmal vier Gemälde von Wayan Turun aus Bali prä-
sentiert. Auf Wunsch des Missionars Henk Visch und seiner Frau Cor Tonsbeek hatte der hinduistische Maler die nGeburt Jesuo, die
<Brotvermehrung,,, das <Gebet fesu in Getsemani> und die <Himmelfahrt Jesu> dargestellt,vgl. zendingserfgoed.nl/i-wayan-turun-
balr,'Lnnnaenr.r (1966) 273f; Küs:rrn (2016a) 106.
"' Vgl. zendingserfgoed.nl (2015 Kunstwerke von Farid Fadel [Agypten], 2016 Bilder des Jesus-Mafa-Projekts [Kamerun], 2017 Kirchli-
che Kunst aus Papua [Indonesien], 2018 Niederländische Ikonen aus der orientalisch-orthodoxen Tradition, 2019 Die Bibel in tradi-
tioneller Malerei von Bali IIndonesien]).
t3a Die lange als Propaganda abqualifizierten Bilder finden erst in den letzten
fahren unter dem Stichwort <Public Theologyu wissen-
schaftliches Interesse. Im Archiv von Mission 2llBasler Mission finden sich weitere Plakate aus China, die noch nicht auf bmarchives.
o4g abrufbar sind und in Boston offensichtlich nicht vorliegen.
t" Seit 2018 sind z. B. die Portale artbible.net (vom französischen reformierten Pfarrer Maurice Lamouroux seit 1999 aufgebaut) und
abrushwithgrace.com nichtmehr online, aber teilweise noch unter archive.orgzu finden. Unter art-club-jesus.corn stellte Klaus Wiek

[-
aus: Todd M. Johnson, Kenneth R. Ross (eds.), Atlas of Global
Christianity, Edinburgh 2009, 48f., 50f., 100f.
Christianity across twenty centuries

T he Maori people of New Zealand speak of the


future as being behind us; we cannot see it. lt is
the past that is in front of us: the most recent past
the barbarians of Northern and Western and Eastern
Europe were coming to appropriate the faith. In each
case, withering at the centre, the focus of apparent
greater than when Western missions there came to an
end in the middle of the twentieth century.
Over the past century, Christian advance and
lies before our feet, while the events of earlier times strength, was accompanied or closely followed by Christian recession have proceeded simultaneously
stretch back to a far horizon. If we take the Maori blossoming at or beyond the margins. - recession in the West, advance in other parts of the
hint and look at the past before our fe_et, our eyes Christian advance is not a progressive process, world. Once more the pattern of Christian advance
may rest particularly on the recently concluded a steady line of success. Advance may not produce appears as serial rather than progressive, withering at
twentieth century; and we may well decide that, as further advance, but recession. Christians dare the centre, blossoming at the edges. The great event
regards Christian history, it was the most remarkable never proclaim permanent gains, of the sort that can in the religious history of the twentieth century was
hundred years of any except the first. When it began, be plotted on a map and claimed as occupied terri­ the transformation of the demographic and cultural
Christianity appeared to most people, whether well tory. There is no especially Christian territory in the composition of Christianity brought about by the
disposed or not, to be both a Western religion and the sense that Muslims clairn Arabia, nowhere the faith simultaneous processes of advance and recession.
Western religion. Tue great majority of people in the belongs by right of ownership. There is no Christian lt means that the representative Christians, the
West professed it, and the overwhelming majority of equivalent of Mecca, no cosmic centre of the faith. Christian mainstream, now belong to Africa and Asia
those who professed it lived in Europe or Northern Christian advance is serial, rooted first in one place and Latin America, with intellectual and theological
America. When the century ended, the majority of and then in another, decaying in one area, appearing consequences still to be comprehended. At the great
professed Christians were living in Africa, Asia, anew in another. lt would seern that there is a vul­ World Missionary Conference of 1910, European and
Latin America or the Pacific region. Every year, it nerability at the heart of Christian faith; and indeed American mission leaders took responsibility for the
now seems, there are fewer Christians in the West, the Cross stands a reminder of that vulnerability. future of Christian mission in the world, acknowl­
and more in the rest of the world. Christianity is now There is a fragility of another kind, also; for, as we edging the presence of a handful of Asian (but no
entering a new phase of its existence, as a non-Western shall see, the effectiveness of Christian faith within African and no Latin American) Christian leaders, but
religion, a fact that must inevitably have implications a culture depends on translation, and the process dictating the proceedings themselves. That scenario
for its expression, its ways of thinking, its theology. of translation may become inhibited or atrophied. is no longer available. Whatever might happen in
To continue the Maori motif, the future is behind our There is no permanently Christian country, no single the economic and political and military spheres, the
backs, and the next hundred years is out of sight. Christian culture, no single form of Christian civilisa­ future of Christian operations will be determined by
What we can see is the past in front of us. From the tion. Historically, different areas of the world have the Christians of Africa, Asia and Latin America.
long history of Christianity stretched out before provided its leadership at different times, and then
us we might perhaps be able to discern particular passed the baton on to others. All expectation must Crossing cultural frontiers
themes and currents that enable us to make some be that this process will continue. The second generalisation to be drawn from Christian
generalisations about Christian history. Such gener­ history is that Christianity Jives by crossing cultural
alisations may enable us to consider some aspects frontiers. The first believers in Jesus were all Jews
of the Christian faith itself, and thus take us from by birth and upbringing, who saw in Jesus their
history to theology. And the generalisations come Once more the pattern of Christian Scriptures being fulfilled, giving new meaning and
most naturally if we carry out the survey within the advance appears as serial rather insight into convictions they had always possessed,
historical study of religions. truths they had always believed. They made no
than progressive, withering at the departure from ancestral religion or its institutions.
Serial character of Christian advance centre, blossoming at the edges. The Their acknowledgment of Jesus as Messiah caused
The first generalisation is that Christian advance is great event in the religious history them to love the Law and the Temple and its sacrifices
not progressive, but serial. To compare the history of more rather than less. Everything about Jesus made
Christianity with that of Islam is to see two religions of the twentieth century was the complete sense in Jewish terms, and for a long time,
which have much in common in their origins, have transformation of the demographic and while anxious that other Jews should hear the good
both spread across much of the world, and have news about the Messiah, they seem rarely to have
both gained the allegiance of very diverse peoples. cultural composition of Christianity mentioned him to people who were not Jews, and
But there has been a great difference in the extent to brought about by the simultaneous then only in special circumstances. All that changed
which the two faiths have retained the allegiance of processes of advance and recession. when (as described in Acts 11) a group of believers,
the peoples who have embraced them. Here Islam forced out of Jerusalem by a period of persecution,
seems to have been notably more successful. lt is hard came to Antioch and began to talk about Jesus to their
to think of Arabia, for instance, without thinking at Greek pagan neighbours, using in consequence a new
once of Islam; yet Yemen was once a Christian king­ Between the beginning of the twentieth century vocabulary and a new way of presenting Jesus. lt was
dom. Jerusalem is the mother church of all Christians; and the present day, western Europe has moved from such a departure from usual practice that the apostles
yet the name today does not immediately evoke its Christian heartland to Christian wasteland, and there sent an envoy, Barnabas, to report. That bicultural
Christian connotations. Nor do those of Egypt, Syria, has been a degree of withering in the West as a whole. church at Antioch, which comprised people of differ­
Turkey or Tunisia, all once leading centres of the On the other hand, there has been a massive move­ ent ethnic and cultural backgrounds, sent out its own
Christian faith. Generally speaking (there are some rnent towards the Christian faith in areas that a cen­ mission to both the Jewish and the Gentile worlds. It
exceptions), lands that becarne Muslim have remained tury ago had a very small Christian presence. In 1900 was remarkably effective, but more so among Creeks
Muslim. The same cannot be said of the lands that there were some ten million professing Christians in than among Jews. The importance of this became clear
became Christian. All the places named were once the the whole of the African continent; when the World when the Jewish war broke out, and, with the fall
very heartlands of Christianity, centres of Christian Missionary Conference met in Edinburgh in 1910, its of the Jewish state, the Church of Jerusalem lost its
devotion and Christian scholarship, nurseries of world survey, while optirnistic about China and Japan natural habitat. The mother Church of Jerusalem,
Christian martyrs. Today, Christians in all these places and India, concluded that the evangelisation of the the Church of the Apostles and Elders, the Church
are at the margins. Nor is that the end of this story. African interior had hardly begun. Yet estirnates of led by the brother of the Lord himself, lasted (as an
There was a time when the greater part of the popu­ Christian numbers in Africa at the beginning of the identifiable entity) barely two generations. After
lation of what is now Iraq professed the Christian twenty-first century exceeded 300 million, and most AD 70 Christianity might have been nothing but one of
faith; when from thence churches spread across much Africans have heard the gospel from other Africans. several struggling Jewish sects, but for one fact: it had
of Iran, and frorn thence across Central Asia. There Over the intervening century Korean Protestantism, crossed a cultural boundary and become independent
was a time when Britain sent out more rnissionaries a very small factor in 1900, was transformed into of the community of its birth. When the old Church,
than any other country, and Europe seemed the core the rnissionary phenomenon it has become today. Jewish in composition and in thought, faded frorn
territory of Christianity. Yet British cities are now Over the same period a whole band of Christian view, another, Greek in language and in thinking,
full of churches that no one wants, except for stores communities has come into being in a line that was already in place.
or bars or restaurants, and the European Union can stretches from the Himalayas through the Arakan The pattern was to be repeated in later times.
devise a constitution which makes no reference to the into the South-east Asian peninsula. Sixty years ago That Greek form of Christianity spread across the
Christianity which was once so powerful a constitu­ Nepal was accounted a land closed to the gospel; Hellenistic world and gained a dominant place in
ent of European identity. lt would seem that in this today it has a vigorous Church, to which the Nepali the Roman Empire, with its urban civilisation and its
respect Christianity historically has lacked a certain diaspora in India and elsewhere has been a major developed literature and technology. But a time was
resilience that Islam possesses. The reason for this we contributor. A century ago, mission magazines spoke to come when the Arabs, with their new-found faith
must consider later; for the moment we need notice of the intractable headhunters of North-east India; of Islam, assumed the rule in the eastern provinces
only that in each of the cases noted, the Christian today in the Indian state of Mizoram more than 90% of the Empire, and Christianity there moved slowly
cornmunity in what was once a Christian heartland, of the population professes the Christian faith, and into eclipse; and when devastating wars decimated
Christian core territory, faded. But in none of the cases the drums that Western missions once sought to ban the Church in the western provinces. What enabled
rnentioned did the fading of the Christian heartland are used mainly to call people to Christian worship. Christianity not only to survive but to grow was
community issue in the fading of the Christian faith More significantly, hundreds of Mizo and Naga and the crossing of another cultural frontier. This time
itself; rather the reverse. When the Jerusalem church, Kuki missionaries are to be found working all over it passed to the people whom the Romans feared
the church of the apostles, was scattered, the mission India and beyond. Over the borders, in Myanmar, in would destroy their civilisation, the tribal peoples
to the Greek world, begun by a few of its refugee South-west China, and into Thailand, Christian move­ they called barbarians, unlettered and with the sim­
members, spread the faith farther and faster than ments among ethnically related peoples add to the plest technology. More recent times have seen another
the Jerusalern-based church had ever done. When significance of this Himalayan-Arakan Christianity. crisis and another crossing of cultural boundaries.
the churches in Iraq began to decline, those in Iran And though accounts of the numbers of Christians in The people descended from those that the Romans
increased. As the great Christian centres in Egypt and China differ widely, by any reckoning the Christian called barbarians became the core Christian com­
Syria passed under Muslim rule and were eroded, so population of the world's most populous nation is far munity, and then, as we have seen, the faith began to

48
wither among them. In Europe the decline has been Mediterranean society. 'My dear children,'Paul bursts Israel's national salvation? In fact, the change of Iead-
sharp and rapid, while Northern America has long out to the Galatian believers, 'I am again in the pains ing term, with the change of conceptual emphasis
been exhibiting the signs evident in Europe at the of childbirth until Christ is formed among you.'Some that it brought, proved to be enriching rather than
time its own decline from Christianity began. That Galatian believers were adopting circumcision, tak- impoverishing. It made people think about Christ in
Christianity is not in decline in the world as a whole ing on voluntarily a |ewish lifestyle that would take a different way, because they were using indigenous
is due io one simple fact, that over recent centuries, them out of their society; Paul wants to see formed categories.
and especially during the last, the gospel has been among them a Galatian Christ embodying faith in Every time the gospel crosses a cultural frontier,
crossing cultural frontiers, in Africa and Asia, in the culture-specific Galatian terms. The message about there is a new call for theological creativity. Crossing
Americas and the Pacific. Christ has to penetrate beyond language, in the sense the frontier from the Greco-Roman to the barbarian
Christianity lives - one might say it survives -by of the translation of words; it has to pass into the local world, where law turned on compensation for offences
crossing the boundaries of ethnicity, language and systems of thinking and choosing, the networks of and the responsibility of kin for the offences of their
culture. Without that process, it can wither and die. In relationship, that make up identity. family, opened the way to doctrines of the Atonement.
the time to come, the now-rePresentative Christians of Our identity is shaped by our past. The past can- In our own day, the crossing of yet another cultural
Africa and Asia will need to cross cultural boundaries not be abandoned, nor can it be suppressed without frontier means a new call for theological creativity as
to share their faith. damage. It has to be converted. In the case of the the Biblical tradition interacts with the ancient cul-
Hellenistic world, this process of vernacular conver- tures of Asia and Africa. It could well prove the most
A translatable faith sion - thinking Christ not only into the language, important period of theological development since
Another generalisation from Christian history is that but into the categories of thought and methods of those early centuries and the Christian interaction
transmission of the faith involves translation, and reasoning built up over centuries - made possible with the Hellenistic world. As Africa and Asia - not to
translation leads to theological expansion. Translation the development of classical Christian theology. The mention Latin America - are increasingly the theatres
is fundamental to the Christian understanding of classical doctrines of the Trinity and Incarnation were of Christian mission where Christian choices have
revelation, and thus of how God deals with human- constructed from pre-existing vernacular materials. to be made, creative theology will become a neces-
ity. In the Pentecost narrative of Acts 2, one of the sity. And African and Asian materials will have to be
foundational stories of Christian origins, a crowd of The purpose of theology used for the theological task, materials that have not
Jewish expatriates are gathered in Jerusalem for one Theology arises as a fruit of vernacular translation in been used for that purpose before. They will need
of the great Jewish festivals. They come expecting to the process of the conversion of the past. The PurPose to be converted, turned to Christ, as they are used
hear the sacred Hebrew of the Temple liturgy; they of theology is to make or clarify Christian decisions. in interaction with the Bible and Christian tradition.
are astonished to hear instead the new dispensation It is about making up one's mind, about choosing to The process will be carried forward by new ques-
inaugurated by an account of God's wonderful deeds think in a Christian way. This need arises out of the tions that arise about Christ and Christ's work in the
in the various languages of their neighbours in the specific conditions in which believers find themselves, particular circumstances of Africa and Asia. There are
countries from which they had come. For Christians, the settings in which Christian faith r.nust be embod- already signs of this activity, starting in the demands
revelation involves translation. Revelation is centred ied. The tfreological agenda is thus culLraly induced; of pastoral practice and opening theological questions
in the person of Christ, described in the prologue to culture necessarily sets new tasks for theology. And in the process.
the Fourth Gospel as the Divine Word becoming flesh as the gospel crosses cultural frontiers, a whole range And so mission history leads us to look to a new
in Jesus. The central affirmation about the Incarnation of new tasks opens up, each one leading to another. blossoming of mission theology, where Christ is stead-
is itself about a sort of translation. Christ is God The theological task can never be completed while ily thought into the cultural frameworks of Africa,
translated into humanity, not as a loan word, but as Christian mission continues; Christian mission, in and India, and China, and Korea, and all the other
part of the functioning system of the language. Much culture-specific situations, constantly brings new Christian discourses opened up in the latest chapter
confusion in Christian-Muslim relations has arisen theological issues onto the agenda. of the serial Christian advance. Blossoming to the full
from the assumption that the Qur'an is for Muslims would foreshadow the finale of the whole process
what the Bible is for Christians; rather, the Qur'an is referred to in the Epistle to the Ephesians as summing
for Muslims what Christ is for Christians. up all things in Christ, so that the Lord of all rules
There is, for purposes of communication, no Our identity is shaped by our past. past and present. Failure to blossom at all could leave
generalised language, only particular languages, The past cannot be abandoned, whole theatres of mission to languish in confusion,
and Christian faith of its nature raises the option and the Church throughout the world to suffer loss.
nor cLn it be suppressed without Either way, we seem to be entering a highly exciting
for a particular language, typically the vernacular.
And the vernacular, the mother tongue, introduces damage. It has to be conaerted. and possibly turbulent period of Christian history. A
other specificities. Translation is not merely a matter period of theological creativity (and creativity nor-
of language, for language is only the outer skin of a mally involves turbulence) beckons, not inferior to
much larger body of the shared mental, moral and Equally, the materials for theology are culturally that period between the second and the fifth centuries
societal processes that we call culture. Just as there conditioned. The Biblical material is, of course, con- when Christian interaction with Hellenistic-Roman
is no generalised language, there is no generalised stant; but the same materials have to be brought to culture laid the foundations of classical theology. This
humanity, only culture-specific humanity, humanity bear on the specific situation that has brought about time, however, the field of interaction will be with
under the conditions of particular times and places. the need for choice. And this involves using the men- the cultures of Africa and Asia. Origen once pointed
Just as the vernacular principle is built into Christian tal materials of the time and place in which the choice out that the reason the Israelites could make the gold
history, so cultural diversity is built into the constitu- has to be made. For this to be effective, these mental cherubim symbolising God's presence in the wilder-
tion of Christianity. materials have to be converted - turned, that is, ness was that they had spoiled the Egyptians. It was
In its origins, we have seen that the original Jesus towards Christ - since they originally were designed Egyptian gold that adorned the Tabernacle, and its
community consisted entirely of observant Jews, for other purposes. The doctrines of the Trinity and curtains were made of Egyptian cloth. Perhaps we
maintaining, as Jesus himself had done, the pattern Incarnation as professed by the Church at large in may now see the signs of God's presence fashioned
of rituals, laws and practices that marked jews out the historic creeds were constructed largely from the from African gold, and the curtains of the tabernacle
from the rest of humanity. Faith in the Messiah Jesus materials of middle-period Platonism, converted for hung with cloths of Asia.
issued in a converted judaic lifestyle, a thoroughly a new purPose. AruoRew F. Wnlls
Jewish way of following Jesus. For some time the Conversion is about turning things towards
only style of 'Christian'life that anyone knew (though Christ. It is more about direction than about content; A longer version of this essay was published
the term'Christian'was not yet in use) was adapted and it is not about substituting something new for under the title 'Mission History as the Substructure
from observant Judaism. When the first Greeks were something old, but of turning what is already there. of Mission Theology' in Swedish Missiological Themes
converted in Antioctu many must have taken it for The doctrines of Trinity and Incarnation came into 93(3):367-78,2005. The editor's permission to include
granted that the new believers would become Jewish being through the need to think about Christ in a parts of this article here is gratefully acknowledged.
proselytes and adopt the ]ewish lifestyle sanctified by Christian way. And the need was a direct result of the
Kwame Bediako, Christianity in Africa: The Reneusal of a Non-West-
the Lord and his family and the apostles and all the crossing of the first cultural frontier from the Judaic ern Religion (Edinburgh: Edinburgh University Press, 1995).
most experienced followers of the Lord. But when to the Greek world. When believers who saw Jesus Kwame Bediako, Theology and ldentity: The lmpact of Culture upon
the Jerusalem Church fully considered the matter at essentially in terms of Jewish life and destiny first Christian Thought in the Second Century and in Modern Africa
shared their faith with Greek-speaking Gentile pagans, (Oxford: Regnum, 1999).
the council described in Acts 15, its leaders agreed Lamin Sannetr, Translating the Message: The Missionary Impact on
that circumcision and Torah were not required for they faced a difficulty. The word that best summed up Culture (Maryknoll, NY Orbis Books, 1989).
believers in Jesus who were not ethnic Jews. These the truth about Jesus was surely Messiah - the whole Andrew F. Walls , The Cross-Cultural Process in Christian History:
could enter the commonwealth of Israel and all its of the Scriptures was wrapped up in it. But the word Studies in the Transmission and Appropriation of Faith (Edinbwgh:

blessings, without the traditional signs of Jewish could mean little to Greeks without a great deal of T. & T. Clark,2002).
Andrew F. Walls, The Missionary Mouement in Christian History:
religious culture. explanation that went far beyond translation. A new Studies in the Transmission of Failh (Edinburgh: T. & T. Clark,
Hellenistic ex-pagan believers were now, under term was needed that would immediately speak to 1996).
the guidance of the Holy Spirit, to find a Hellenistic pagans with no background in Jewish thinking. The
way of being Christian, changing Hellenistic social word they adopted, Kurios, Lord, was used arnong
and family and intellectual life organically, from the pagans for their cult divinities. To preach Jesus in
inside. The Hellenistic way of being Christian would these terms, knowing what the connotations would
differ from the Jewish way of being Christian, and be, rather than with the riches of the term Messiah,
would involve the conversion of a different segment must have seemed to many an impoverishment, if
of social reality. Christ had so far been translated into not a distortion, of the gospel. Was it not dangerous
the specific humanity of Jewish Palestine. Christ must to adopt the vocabulary of pagan cults - and, in any
now be re-translated into the flesh of Hellenistic East case, should they not learn about the Messiah and

49
Christianity's centre of gravity, no 33-2100
ne of the most salient features of Christianity, general path and direction where the largest numbers However, after 900 the line moved unquestionably
its theology, ethics and ecclesiastical of individuals were becoming Christians-serving as to the north-west, and for the first time in Christian
structures, is the number and Iocation of its followers. a visual marker of the centre of gravity of Christian history Northern Christians were in the majority.
These followers are individuals who have distinct expansion. By 1000 the statistical centre was quite near
ethnic identities, speak identifiable languages, and Second, a trajectory formed by the increase in Constantinople, one of Christianity's great ecclesi-
live in specific geographic locations. Throughout Christian followers signifies more than simply a astical and spiritual centres. However, during the
the history of Christianity, the gospel of Jesus Christ demographic reality. Where there are more followers, next 100 years the great schism between Catholics
has often been embraced by whole villages, tribes or there are more churches, more priests and pastors, and Orthodox occurred and Catholics in Europe
peoples. Consequently, groups of followers, includ- more Christian institutions, more potential missionar- launched the Crusades, which ended in disaster for
ing their ethnicities and languages, can be named, ies to be sent out, more theologians and so on. The the Orthodox Christians of Western Asia. In 1000 and
located, Iisted, counted, mapped and tracked over trajectory, then, has ecclesiastical, missiological and 1100, Southern Europe was, once again, the most
time. As a result, Christians as a whole, at any given theological implications. These can be examined in populous Christian region. This distinction then
time in history, have a definable geographic boundary the context of Christian history and the future of shifted to Western Europe for 500 years, from 1.200 to
and a demographic or statistical centre. In practical Christianity. 1.700.8y 1500 the statistical centre of Christianity had
terms, a single geographic point on Earth can be seen The trajectory of the statistical centre of gravity reached its northernmost point. The churches in Asia
as the statistical'centre of gravity' of all Christian of Christianity can be viewed in four segments: (1) and Africa had waned, and Christianity was identified
followers at any given date - where the number of all early Christian expansion in various directions from almost exclusively as Northern and European.
Christians living to its north, its south, its east and its en 33 to 000; (2) a consistent northern and western After 1500 the statistical centre of Christianity,
west is exactly the same. trajectory from 600 to 1500; (3) a southern and western though still moving west, slowly began proceeding
The demographic history of Christianity is viewed trajectory from 1500 to 1970; and (4) a southern and south. The Age of Discovery brought Christianity
precisely through this lens in the map on the next eastern trajectory alter 1970. to the Americas, which further pulled the Christian
pair of facing pages. A single geographic point has centre of gravity to the west. Although first Roman
been identified as the statistical centre of gravity of Catholic missionaries (1500s) and later Anglicans and
Christianity for each of 28 different dates in Christian Protestants (1800s) made inroads into Africa and Asia,
history, beginning with eo 33 (the traditional date for
Haoing identified a single point as the resulting Christian communities were numerically
the origin of the Church) and projecting to eo 2100 the statistical centre of graaity of small. In 1500, 1600 and 1700 Western Europe still had
(a century into the future). The methodology, which more Christians than any other region. In 1800 and
Christianity for each of 28 different
employs current United Nations (UN) regional and 1900 Eastern Europe held this distinctioO largely due
country boundaries for arriving at the location of dates, it is instructiae to connect to the growth of the Russian Orthodox Church. But by
these points, is described on those facing pages. The these points, resulting in a line that 1900 Christians were located in significant numbers in
points have been connected in order to approximate most regions, and no single region would have much
a 'trajectory'of the demographic centre of gravity of
canbe considered a trajectory or impact on the trajectory.
Christianity throughout its history. general path taken by the statistical Even so, by 1900 something profound was hap-
It is important to point out that a series of single centre of graaity of Christianity. pening to the trajectory of global Christianity. The
points connected by a line, or a trajectory, is compat- line turned precipitously southwest. As Latourette's
ible with differing explanations of the geography 'Great Century' was coming to a close, churches
of Christian growth. All historians are aware that Follozning the trajectory in Christian history outside of Europe and the Americas that took root
the drama of Christian expansion has unfolded in a Christians were concentrated in or around Jerusalem in the nineteenth century began to grow rapidly in
complex set of events, but differing interpretations are at the time of the origin of the Church on the Day of the twentieth century. By around 1950 Christianity's
offered. Kenneth Scott Latourette explains these events Pentecost. From there Christians began to spread in statistical centre of gravity crossed below 31..8'north
in terms of expansion and recession. Ralph Winter several directions. The Acts of the Apostles provides latitude (|erusalem) for the first time since the time of
proposes viewing the expansion in terms of the pen- an outline of Christian expansion in its initial decades. Christ. Africa, in particular, led this transformation,
etration of new cultural basins in 400-year increments. If Christians had spread out in exactly the same num- growing from only 1.0 million Christians in 1900 to
Andrew Walls utilises the motif of serial expansion, bers in every direction from Jerusalem, the statistical 360 million by en 2000.
where Christianity moved into new areas and died out centre of gravity of Christianity would have remained The move to the south accelerated greatly by the
in areas of previous numerical strength. Nevertheless, in Jerusalem. But the growth of Christianity did not end ofthis period. From eo 1700to 1800 the statistical
utilising any of these explanations (or others), a follow a uniform pattern. Instead, Christianity, in its centre of gravity of Christianity did not move at a1l
demographic centre of all Christian followers can be first 100 years, grew more to the north and north-west to the south. From ao 1800 to 1900 it moved only 3.3"
identified for any date in Christian history. Locating than to the south or the east. to the south, but over the next 100 years it shifted to
and following the centre of gravity of Christianity as After eo 100, Christianity grew in an irregular the south an astounding 20o. In the same period, the
a trajectory over time helps us to visualise the demo- fashion, first in one direction, and then in another, trajectory moved at its fastest rate (24kmlyear from
graphic growth of Christian expansion. pulling the demographic centre in the direction of 1900 to 7970, then 39km/year from 1970 to 2000) of
Percentages for Christians living in the North growth (or away from areas of decline). In fact, this is any time in Christian history.
and South for 28 dates, presented in the final table precisely what canbe viewed on the trajectory map on Then around 1970, in an equally stunning devel-
on page 53, are represented in graphic form in the the next pair of facing pages. After ar 100 Christianity opment, the Christian centre of gravity turned back
graph on page 51: 'Percentage of all Christians in the grew to the west, then back to the east, and finally east (still moving south) for the first time since no
Global South, ,q.o 33-2100'. The general outline of in the north-western direction that would define the 600. This was due largely to the rise of Christianity
these percentages is well known. Christians were all bulk of Christian history. Maps of early Christian in the tropical countries of Africa and Latin America
Asian at the time of Christ, gradually becoming more expansion unmistakably illustrate this zig-zag growth (south) and in Asia, particularly in China and India
Northern until 1500, when fully 92o/"of alI Christians pattern. Southern Europe was the single region with (east). Shortly after 1980 Christians in the South
were Northerners (Europeans). This percentage the largest number of Christians in ao 100, 200, 300 outnumbered those in the North for the first time in
began to decline gradually until 1900, when it was and 400. Nonetheless, there were more Christians in 1.,000 years.
83%. After 1900 the Northern percentage declined Asia and Africa as a whole than in all of Europe for Projections for the future show that the trajec-
precipitously while the Southern rose meteorically. all of those dates. tory will continue to move to the south-east, as the
By 2100 over three-quarters of all Christians will be One of the clear features oI ttris zig-zae pattern Christian churches of the Global South (Africa, Asia,
living in the South. This represents a return to the in early Christian history was the emergence of mul- Latin America and Oceania) continue to acquire an
demographic make-up of Christianity at the time of tiple Christian centres of theological study and mis- increasing percentage of global Christianity. By 2100
Christ (predominantly Southern) but also depicts a sions. As churches grew all over the Mediterranean the geographic centre of Christianity is expected to be
vast extension of Christianity into all countries as well world, theologians were attracted to centres such as a full 30" south of its most northern point (in ao 1500)
as thousands of peoples, languages and cultures. Hippo, Carthage, Alexandria, Jerusalem, Antioch, and 20o south of Jerusalem, where it began in ao 33. It
Constantinople and Rome. The same was true in terms is likely that by 2100 Southern Christians (2.8 billion)
What does the trajectory signifu? of missionary-sending centres such as Alexandria, will be well over three times as numerous as Northern
Having identified a single point as the statistical centre Edessa and Rome, and some farther away, such as Christians (775 million).
of gravity of Christianity for each of 28 different dates, Merv in Central Asia and Iona in Scotland. The trajec-
it is instructive to connect these points, resulting in a tory depicts the movement of the centrepoint of all of Features of the present south-eastern trajectory
line that can be considered a trajectory or general path this activity. The fastest rate of expansion in any single What does it mean for the future of Christianity that
taken by the statistical centre of gravity of Christianity. direction in this period was from ao 400 to 500, when its demographic centre of gravity continues to move
The first application of the trajectory is as a visual the growth of the Church of the East along the Silk on a south-eastern trajectory as the South is home
marker for Christian demographics. The trajectory Road pulled the centre of gravity to the east at a rate to an increasing percentage of global Christianity?
of the demographic centre of gravity of Christianity of 5km per year over the 100-year period. We have identified four areas for brief consideration
throughout the centuries provides a visual context This same map illustrates an astonishingly con- here: (1) theology, (2) translation, (3) poverty, and
to the Christian story, especially from the standpoint sistent trajectory for Christianity from about an 600 (4) mission. Although numerous authors in the past
of Christian expansion. For example, in the earliest to 1500. The line moved steadily north and west after 35 years have written about the southward shift of
Christian centuries, Christianity penetrated dozens of 600, reaching its northernmost point in about 1500. Christianity, we believe that tracking the trajectory of
peoples in Asia, Africa and Europe, including Jews, In 600 and 700 the region with the highest number of Christianity may shed new light on these areas.
Romans, Greeks, Armenians, Copts, Ethiopians, Christians was still deep in Asia (South-central). In In recent centuries, the dominant theologies of
Indians, Berbers, Syrians and Persians. Then Vandals, 800 and 900 more ChriJtians lived in Western Asia, Christianity have been written by Northern scholars,
Celts, Anglo-Saxons, Vikings, Slavs, Turks, Russians and the statistical centre of gravity of Christianity was but the massive movements of Southern Christianity
and Chinese were added. The trajectory reveals the near Iconium (modern Konya, in present-day Turkey). will likely chart the future of Christian theology. From

50
'1-

the standpoint of the trajectory, theological reflec- increasingly important since all peoples, languages result, Muslims and Christians are in close proxim-
tion has emerged along its path throughout history, and cultures have a unique contribution to make to ity in countries like Nigeria, Sudan, Indonesia and
from the Church Fathers in the earliest centuries to global Christianity. Northern and Western scholars, no the Philippines. The same is true of Christians and
Europeans in the next 1,000 years (Roman Catholic, longer at the Christian centre of gravity, wilt also have Hindus in India and Buddhists and Christians in
Anglican, Protestant and Russian Orthodox). Today, to recognise and seriously consider writings in non- South-eastern Asia. Some observers see inevitable
then, one would expect voices to emerge along English and non-European languages. Consequently, conflict in the future, while others are more hopeful.
the south-eastern trajectory. However, one unique there is a great need for Christian schoiarship in The trajectory has given Christians around the globe a
feature of Christian demographics today is the near Southern languages to be translated into English, new opportunity to show hospitality to non-Christian
total geographic spread of Christianity worldwide. French, German, Italian and other languages. neighbours and to take a genuine interest in their
Therefore, one would anticipate not only contribu- Apart from the shift away from Northern lan- religions and cultures.
tions from near the centre of gravity in Africa, but guages as the dominant languages of Christianity, Finally, it is important to remember that there
from Southern Christians far from the trajectory, there is also a need for a change in the perception of are at least 4,000 cultures (out of 13,000) that have
such as Filipinos, Brazilians and Chinese. Southern missions as a Northern phenomenon. For the past not yet been reached with the Christian gospel. Most
Christians also can locate themselves on today's several hundred years, Christians in Europe and of these people are Muslims, Hindus or Buddhists
trajectory by interpreting and critiquing Northern the USA have been 'the Church', and the rest of the who are found in the South. Who from the South (or
Christianity's 1,000-year dominance of the trajectory world has been'the mission field'. But with the shift North) will be presenting the gospel to these peoples?
(en 950-1950). Furthermore, they can rediscover the of Christianity's centre of gravity from Europe to the What cultural expectations are likely to be made for
theological, ecclesiastical and missiological trajectory southern hemisphere, Africa, Asia and Latin America those who choose to follow Christ? Perhaps surpris-
of the first Christian millennium, when Southern can no longer be seen as the periphery. Instead, as ingly for many Northerners (and Southerners), there
Christians were in the majority and the centre of Samuel Escobar writes, 'Christian mission to all are encouraging signs that people from these great
gravity was in Western Asia. parts of the globe will require resources from both religious systems might not have to entirely leave
Christianity in the Global South tends to be the North and the South to be successful.' their traditions to become Christians. Nonetheless,
more conservative in theology and moral teaching the frontier missions task still remains unfinished in
than Northern Christianity. The churches growing the context of Christianity's south-eastern trajectory.
in the South, whether Anglican, Roman Catholic or So uth ern Chri sti qn s c an re dis coa er The 2,000-year trajectory of Christianity reveals a
Pentecostal, have a strong supernatural orientation fascinating story of Christianity's demographic roots
emphasising healing, prophecy and, in some cases, al, e cclesiastical an d
th e th e oI o gic
in Asia and Africa, its gradual move into Europe and
prosperity. Conservative bishops and church leaders missiological trajectory of the first its recent return to the South. Christianity's great
in the Global South have had an increasingly influ- institutions and leaders have followed this trajectory.
Christi an mill ennium, Tohen S outh ern
ential impact on the world's Christian communions, Therefore, the present south-eastern trajectory of
opposing same-sex marriage and emphasising Christians were in the majority and the Christian demographics represents a new chapter in
Scriptural authority. Some observers equate this theo- centre of graaity wes in Western Asia. global Christianity. What is certain is that Christianity
logical conservatism among Southern Christians with can no longer draw on a dominant Northern cultural,
Western political conservatism. But whereas Northern linguistic or political framework for direction. Neither
Christians have tended to emphasise moral conserva- The poor are still with us can the future be seen exclusively through the lenses
tism, Southern churches have been equally interested Another daily reality for Southern Christians is pov- of Southern Christianity. Global Christianity today is a
in social and economic justice. Northern Christians erty. Much of the Global South deals with serious phenomenon, not of uniformity, but of ever-increasing
are encouraged to practise their faith in private, while issues of poverty and a lack of access to proper health diversity. Paul-Gordon Chandler writes, 'It is like
Southern Christians feel an obligation to family, com- care. Countries that have been hardest hit by AIDS, the canvas of a beautiful painting with contrasting
munity and the public square. In addition, Northern such as Botswana, Zimbabwe and Swaziland, are also and complementary colors. The foundation for our
politics is heavily conditioned by strict separation of countries where Christianity is flourishing. Without unity as Christians throughout the world is not our
church and state as well as by strong secular ideology. access to the necessary medical care, accounts of heal- likeness but our diversity.'The unanswered question
Southern Christians do not generally operate under ing and exorcism found in the Bible are taken more for Christians from both the North and the South is
this worldview, but show greater loyalty to religious seriously. The work of the Holy Spirit, exhibited in the how well we will work, minister and grow together
institutions than political ones. ministry of signs and miracles of healing and deliv- in the context of this astonishing diversity. Today,
One example of Southern Christian activism is erance from demonic powers, has exploded in the the south-eastern traiectory of global Christianity's
the rise of Pentecostals in Latin America. Initially ministry of Pentecostal/Charismatic churches in the statistical centre of gravity provides clues about
thought to be politically 'quiet', they have become Global South. David Smith describes these churches where one might look to find both the answers and
increasingly drawn into politics. Their involvement as'overwhelmingly charismatic and conservative in the leadership for that quest.
normally starts locally in social concerns, but it has character, reading the New Testament in ways that Tooo M. JoHnson AND SuN Youruc CHurrrc
gradually manifested itself in voting blocs. This seem puzzlingly literal to their friends in the North',
bottom-up view of the Church transforming society and as'largely made up of poor people who in many This text was published in an earlier version in
is prevalent in Africa, Asia and Latin America. An cases live on the very edge of existence'. Thus the the International Reaiew of Mission, Vol. 93, No. 369,
interesting outcome might be that Christians in the growth of Christianity in poorer regions implies not April2004, pp.166-81.
Global South, given their unique position, could only an alternative reading of the Bible, but a differ-
finally solve the problem of the artificial bifurcation ent experience of the Bible. For the poorer Christian Paul Chandler, God's Global Mosaic: What We Can Learn from
between the gospel and social action so prevalent in communities in the South, meeting the social needs of Christians Around the World (Downer's Grove, iL: InterVarsity
Western Christianity. Press,2000).
people is integral to Christian witness, theology and Samuel Escobar, The New Global Mission: The Gospel from Eaery-
ministry. For the Western Church and missionaries, wherc to Etteryone (Downer's Grove, IL: InterVarsity Press, 2003).
'They speak in many tongues' poverty and AIDS in the South cannot be ignored, nor Philip Jenkins, The Next Christendom: The Coming of Global Christi-
The rapid southern trajectory of Christianity since can assistance be granted from a position of power, anity (Oxford: Oxford University Press, 2002).
1900 also suggests that the dominant languages of Kenneth Scott Latourette, The Emergence of a World Christian Com-
but only with humility and in acknowledgment of a u ilrify (New Haven, CT: Yale University Press, 1949).
Christianity will shift from North to South. Already crisis within the global Church. David Smith, Mrssion After Christendom (Lond,on: Darton, Long-
by 1980 Spanish (primarily in its Latin American man and Todd, 2003).
forms) was the leading language of church member- Whose mission?
ship in the world. But Christians in Africa, Asia and For 100 years the trajectory has been moving away
Latin America worship in numerous other languages. from traditionally Christian countries into both
Thus, translation of the Christian message has become non-Christian and newly-Christian lands. As a

Percentage of all Christians in the Global South, AD 33-2100


100o/o

< Glabal South ond Notth, T


^D
21A0
B0o/o This graph i lustrates the steady dec ine and then more recent
growth ln the percentage ofChrlstlans in the Global South
%o of world's population in the Global South from the time ofChrist to the present. Note that Christians
600/o in the clobal South represented at east 50%o ofa I Christians
1 981 from the beginnings ofChristianity until the year 923. For over
50o/o 1,000 years after thar, Christians in the cloba North domi-

400/o
923 nated Christian demographics. But in the twentieth century
a dramatic turnaround resulted in the majority of Christians
(since 1981) once again living in the Global Sourh. Note as well
that the current shift more closely matches the proportion of
20o/o the world's total population living in the G obal 5outh. Data
for this graph are found on page 53 and on page 352 in rhe
Appendices.
0o/o
I .t
tt I

JJ 500 1 000 1 500 2000

51
F

Pentecostals (Renewalists),1910-201 0
for healing are significant in the Majority World, which and the writers of The Apostolic Faith saw the Indian
f)entecostalism began in the early 1900s, so when
revival as a precedent to the one in which they were
I the Edinburgh World Missionary Conference con- may help explain why Pentecostalism has thrived
vened in 1910 Pentecostalism was just a few years old. there. Pentecostalism's lively music and enthusiastic involved. But these revivals, also including the Welsh
Although it had already spread into some 50 coun- singing accompanied by diverse instruments attract Revival from 1904-5, the revival in the Khassi Hills
tries, numbers of adherents were comParatively small many young people in particular. With eyes closed in North-East India in 1905, the Korean revivals
and marginal. For the Pentecostals, the Edinburgh during worship and arms often raised heavenwards, beginning in 1903 and 1907, and the Manchurian
event was hardly noticed: they were not invited to the desire of numerous worshippers in the Pentecostal Revival of 1910 were probably simultaneous rather
attend, and their work was unrecognised, but these tradition is to be overwhelmed by the presence of than sequential events in a general period of revival
were very early days. By 1'920 Pentecostalism was God. Pentecostalism's holistic spirituality, its dynamic in the evangelical world accompanying the beginning
already a global movement operating in at least 40 worship, the exercising of spiritual gifts, prayer with of the century.
countries outside the Western world, and the phe- fasting, dawn prayer and all-night Prayer meetings Second, women played a more prominent role
nomenon of independency was already beginning have contributed to its growth. Pentecostals also in the Indian revival than in the American one; in
to unravel. A prevailing assumption at Edinburgh emphasise an involved community life - at regular fact, the Indian revival was almost entirely led by and
was that Christianity would not flourish without small-group and prayer meetings, believers discover promoted by women. This illustrates Pentecostalism's
white missionary control; Pentecostalism proved this their identity as members of the church. The involve- äarly social activism, empowering the marginalised
wrong and probably became the main contributor to ment of women and laypeople in ministry, seldom and oppressed for service and bestowing dignity on
the reshaping of Christianity from a predominantly available in non-Pentecostal churches in the past, women.
Western to a predominantly non-Western phenomenon was one of the important factors in early Progress. The third consequence was that both Ramabai in
during the twentieth century. The global proliferation Other growth factors included active participation in her ministry and the revival she led demonstrated
of Pentecostalism and the essential characteristics that mission, other-worldliness as a form of escape from an openness to other Christians, an ecumenicity and
made it ultimately the most successful Christian mis- harsh realities, and a premillennial eschatology that inclusiveness that stand in stark contrast to the rigid
sionary movement of the twentieth century will be posited the imminent end of an evil world. exclusivism of most subsequent Pentecostal move-
outlined here. ments. This was undoubtedly one result of the plural-
Pentecostalism has polynucleated origins, a global istic context of India and of Ramabai's indebtedness
orientation and network, and inherent migrating to her own cultural and religious training in Brahmin
tendencies that, coupled with its strong individual-
Pente co stalism h as p olynucle ate d philosophy and national consciousness, despite her
ism, made it fundamentally a multidimensional mis- origins, a global orientation and later Christian fundamentalism. Ramabai was to use
sionary movement. Pentecostalism has always been the revival to illustrate the need for a truly Indian
network, and inherent migrating form of Christianity. It has been Pentecostalism's abil-
a missionary movement in foundation and essence.
It emerged with a firm conviction that the Spirit had tendencies that, coupled with its ity to adapt to different religious and cultural contexts
that has been one of its strengths.
been poured out in'signs and wonders'in order for strong indiaidualism, made it And fourth was the impact of the Indian revival
the nations of the world to be reached for Christ
before the end of the age. Its missionaries proclaimed fun d ament ally a mul ti dim ensi o n al on Latin American Pentecostalism. Minnie Abrams,
a 'full gospel' that included individual salvation, missionary moaement. Ramabai's close associate, contacted a friend and
physical healing, personal holiness, baptism with former Methodist Bible school classmate in Valparaiso,
the Spirit, and a life on the edge lived in exPectation Chile, May Louise Hoover and her husband Willis,
of the imminent return of Christ. Pentecostals today Charismata or 'spiritual gifts' and ecstatic or with a report of the revival in Mukti. That report
are among the most significant players in Christian 'enthusiastic' forms of Christianity have been found was contained in a booklet Abrams wrote in 1906,
missions, with perhaps three-quarters of Pentecostals in all ages, albeit sometimes at the margins of the titled The Baptism of the HoIy Ghost and Fire, which
in the Majority World. It is not only in terms of over- 'established'Churctu and they have often been a char- included a discussion of the restoration of speaking
all numbers and geographic distribution that there acteristic of the Church's missionary advance, from in tongues - the first written Pentecostal theology of
have been fundamental changes in Christianity. The the early Church to the pioneer Catholic missionaries Spirit baptism. As a result of Abrams' booklet and
most dramatic growth has been in Pentecostal and of the Middle Ages. It took new revival movements her subsequent correspondence with the Hoovers,
Charismatic churches, many of which are independent in the nineteenth century, especially of the Methodist the Methodist churches in Valparaiso and Santiago
of both Western 'mainline' and 'classical Pentecostal' and Holiness type and among radical Protestants who were stirred to expect and pray for a similar revival,
(Western-founded) denominations. Whereas older espoused similar ideas, to stimulate a restoration of which began in 1909. The Hoovers became leaders
Protestant churches bemoan their ever-decreasing spiritual gifts to accompany an end-time mission- of the new Chilean Methodist Pentecostal Church
memberships and possible demise in the West in the ary thrust. The Azusa Street Revival in downtown that resulted from their being expelled from the
early twenty-first century, a dramatic church growth Los Angeles (1,906-9), Ied by the African American Methodist Episcopal Church. Chilean Pentecostalism
continues to take place in Pentecostal and Independent preacher William Seymour, was undoubtedly the has its roots in the Mukti Revival and was specifically
Pentecostal-like churches outside the Western world most significant of these early twentieth-century a Methodist revival that did not promote a doctrine
and in migrant communities in the West. revival movements in the USA that were formative in of initial evidence', a belief that speaking in tongues
The variety in culture, religion, politics and the process of creating a distinct Pentecostal identity. would invariably follow Spirit baptism, the domi-
economy is so enormous that global Pentecostalism An outpouring of the Spirif accompanied by spiritual nant doctrine of Northern American Pentecostalism.
defies simple explanation. A century ago, the develop- gifts with a pneumatological emphasis on depend- An alternative to the 'initial evidence' form of
ing world suffered through the hardships of poverty ence on the leading of the Holy Spirit, provided a Pentecostalism was developing globally, and Mukti
and lack of access to healthcare and education, and distinctive stance toward mission in the world. The was its earliest expression. Pentecostalism has always
these led to a reach towards religion as an escaPe publication of magazines and periodicals like Azusa had revival centres for international pilgrimage, and
from the problems of life. Although the economy has Street's The Apostolic Faith and their international dis- Azusa Street and the Mukti Mission were probably
improved a great deal in some Asian countries, many tributiory informed people of the news of the revivals the most prominent of the earliest centres.
in the Majority World suffer from extreme poverty. and reports from missionaries. The interracial and A revival known as the 'Korean Pentecost'began
Pentecostal beliefs and practices were welcomed intercultural features of the revivals boosted essential in 1907 in P'yongyang, North Korea, and the fire of
among the poor from the beginning of the movement, aspects of the ministry of the Holy Spirit, especially the Spirit spread around cities as people continued
when its rapid growth came from its distinctive teach- the empowerment and reconciliation of believers. to come to God. Movements of the Holy Spirit were
ing on empowerment by the Spirit, accompanied by The Azusa Street Revival was the main cause for the led by Sun-Joo Gil with an emphasis on eschatological
external signs such as speaking in tongues or healing. rapid internationalising of American Pentecostalism, faith, by Ik-Doo Kim underscoring divine miracles
The latter in particular was an important reason for and missionaries from the USA went out to Africa, such as healings, and by Yong-Do Lee focusing on
conversions in many Pentecostal churches in various Europe, India, China and Latin America within two the suffering Jesus. The nature of these meetings was
countries, because medical care services were (and still years. From L91.2 to 1916 American Pentecostalism exactly like Pentecostal gatherings. In March 1928 the
are) often inadequate or non-existent. Pentecostalism began to split into many different denominations on first Pentecostal missionary, Mary C. Rumsey, arrived
has grown among the socially neglected and the poor theological and racial grounds, a schismatic tendency in Korea to work with a Salvation Army worker,
because it promises a better way of life for them. The that was exported with its missionaries. Heong Huh, who became the firsi Korean leader of
message of God's blessings and hope was developed But there were other similar movements at this the Korean Assemblies of God. Yonggi Cho's ministry
through the influence of social conditions. In many time, the most noteworthy of which was the revival in from the late 1950s has had an enormous influence
countries, upward social mobility has taken place the Mukti Mission near Pune, India (1905-7) under the on the growth of Pentecostalism in South Korea. By
among Pentecostals. Society now tends to be more famous Brahmin Christian woman Pandita Ramabai. the early 1990s his church had become the largest
open and provides a window of opportunity for This revival lasted for a year and a half and resulted single congregation in the world, with a reported
Pentecostal-Charismatic believers to be involved in in 1,100 baptisms at Ramabai's school and the wit- membership of 700,000.
social and political matters. nessing of some 700 of the young women who had The various revival movements were all part of
Buddhism, Confucianism and Hinduism in Asia, experienced Spirit baptism spreading themselves out a series of events that resulted in the emergence of
folk Catholicism in Latin America, and Christianity to preach in the surrounding villages in teams, about global Pentecostalism. Missionaries from these move-
and Islam in Africa are mixed with ancient shaman- 100 going out daily and sometimes for as long as a ments went out into faith missions and independent
istic beliefs and an emphasis on a world of spirits. month at a time. These 'praying bands'spread the missions, some joining Holiness and radical evangeli-
Pentecostalism's stress on spiritual experience and revival wherever they went, and some remarkable cal organisations like the Christian and Missionary
its understanding of the spiritual world has attracted healings were reported. The revival, in which many Alliance, and then became Pentecostal. Another very
many young people, and'power encounters' practised of these women also spoke in tongues, had at least important aspect of early Pentecostalism was its impact
by Pentecostals have been an effective instrument in four f ar-reaching consequences. upon Independent churches, especially in Africa,
bringing people to Christ. Emotional experiences and First, it is clear that witnesses of the Los Angeles India and China. The evidence that Pentecostalism
expressions in one's religious life and the central need revival such as Frank Bartleman, William Seymour converged with and strongly influenced the

100
phenomenon of independency is incontrovertible. churches that form the majority of Christians has
I'entecostal missionaries had direct contact with Iead_ weekly television show which discusses religious,
much to do with early pentecostal missions. There social and political issues.
ers of Independent churches, and often these leaders
are indications that Pentecostal missionaries tapped
were members of Western pentecostal churches or in into a newphenomenon that was particularly säong _ Healing evangelists have had an impact on global
Pentecostalism. The American Ord RoLerts was one
association with them. in South Africa. Clearly, many of the early pentecostal
In its emphasis on the supernatural, pentecostalism of the most prominent, beginning a healing ministry
'converts' in South Africa were alreadymembers
was in syncwith Chinese folk-religion; pentecostalism,s of in1.947 as a Pentecostal but eventually bäcoming ä
Christian.churches, especially African Independent Methodist. His services were characterised by a hJge
offer of spiritual power to eveiyor,e regardless of ones. Althouqh many of the largest Independent
status or achievements, and its deep süspicion of tent and massive crowds. He also began an iniluential
cnurcnes rn Southern Africa may no longer be television ministry and the Oral Rolerts University,
hierarchical and rationalistic Christianity, encouraged described as 'Pentecostal, without flrther q.rälifi.u_
the development of new, anti-Western Independ-ent and he became a promoter of the interdenominationäl
tiory the most characteristic features of their iheotogy Full Gospel Business Men,s Fellowship International.
churches. Pentecostal missionaries frequently and praxis are overwhelmingly pentecostal. In the
interacted with Chinese Independent churches in More recently, Lebanon-born Beneäictus (Bennie)
case of South Africa, this was-aiso influenced bv the
this period. Their policy of creäting self-supporting Hinn has conducted monthly miracle crusades
Zionist healing movement of John Alexander Dowie, around the world through which countless people
Chinese churches assisied in deveiäping inaepend_ whose Zion City near Chicago was supposed to be a
ency. The two largest Chinese pentecostaT d"no-i.,u_ have come to Christ and had healing .*puri"r,."r.
utopian theocracy at the close of the nineteenth cen_ German Pentecostal healing evange"list'Reinhard
tions to arise in the 1920s and 1930s were the True tury, but which had a spectacular demise at the time
Jesus Church and the Jesus Family, both of which Bonnke has had phenomenal internätional success,
Pentecostalism was born. Africans began to create especially in African cities.
came under both foreign and domestic influences. their own cities of Zion. Healing, prophäcy, speaking
Strong nationalist forcls formed churches totally Latin America has proportionately the largest
in tongues,.baptism by immersiön-(usually tnieefola)] number of Pentecostals. There a.e
independent of Western missions and developed ä per,tecoslals
and. even the rejection of medicine and the eating of
than
-ore
Pentecostal spirituality that was distinctively Chinese. 1l^9la1i1 any other country. Luigi Francescon
pork are some of these features that remain among (1866-1,964) established Italian congrelations in the
Presently, the house church movement in'China has these African churches. Whatever their motivationi
Pentecostal and Charismatic characteristics in its USA and Argentina in 1909 and their ii 1910 formed
might have been, early pentecostal missions were the Christian Congregation in Säo paulo, the first
worship and spirituality, and there is evidence that
the majority of Chinese Christians embrace this 9nw^itlingly catalysts for a much larger movement of Pentecostal church in Brazil. The formation of the
form the Spirit that was to dominate African Christianity Assemblies of God inBrazil, the largest non-Catholic
ofChristianity. for the rest of the twentieth century.
In South India, several Indian preachers associ_ church in Latin America, began w:ith two Swedish
Pentecostalism has survived in a historv of immigrants,
ated with American Pentecostal missionary Robert Gunnar Vingren and Daniel Berg, who
revivals- throughout the twentieth century. went to the northern Brazilian state of parä ii tStO.
Cook were instrumental in starting what äre now John
Sung's charismatic healing evangelism in China and A second phase of 20-30 new Brazilian pentecostal
the largest independent pentecostal"churches. These
throughout South-eastern AsiJfrom 1927 to 1,940 denominations
preachers include K. E. Abraham, who joined Cook arose in the 1950s, the most impor_
had a great impact upon Chinese Christianity in the tant being
in was ordained by Ramankutty paul of the
1.923, Brazil. for Christ Evangelical pentecostal
region. From the 1930s to the 1960s the Hong Kong Church,
Ceylon Pentecostal Missjon in 1930, änd founded God is Love pentecostal Church and the
actress, Kong Duen yee (Mui yee), played a sigiifican"t
the Indian Pentecostal Church of God in 1934; this Foursquare Gospel Church. After about 1,975, athird,
role in a Pentecostal revival movement. Här stress type of Pentecostal
church is (with the Assemblies of God) one of the on the baptism of the Spirit and speaking in tongues
movement began, the largest
two largest Pentecostal denominations in India. paul being the Universal Church of the K"ingdom of Cod,
created quite a stir among thö Chinäse puJpt". a prosperity-oriented
and his associate Alwin de Alwis were connected movement founded in L977 in
In the Indonesian island oflwest) Timor a revival Rio de
with missionaries Anna Lewini and Walter Clifford Janeiro by Edir Macedo that by the 1990s had
s.!{led in a congregation of the Gereja Masehi Injili a thousand churches, well over u .r,illio., members
in Colombo, Ceylon, before, in7927, commencing the di Timor (Evangelical Christian Church of Timor). ön and operations
Ceylon Pentecostal Mission, a unique indepenäent in over 50 countries. The countries
25 September 1965 the whole region experienced an
Pentecostal church that encourageä celibacy for its of Brazil, Chile and Argentina have the biggest
outpouring of the Holy Spirit; the Chuich in Timor Pentecostal
pastors and community living for its membeis. There churches or,1he continent, but n!ärly
doubled in size within six years. This revival was every, other
arenow many large independent pentecostal churches Latin American and Caribbean country
accompanied by reports of gifts of discernment, has also been affected by this phenomenon, often
throughout India, even in the predominantly Hindu revelations tfrougfi visions and d.eams, speaking with
north. the aid of Western missions. In countries like
in. tongues, divine healings, and water turning intö
The- pressures of religious change occurring in Guatemala, Pentecostalism may soon become more
. wine. numerous than Catholicism.
colonial Africa at the end of the ninäteenth century In the Philippines pentecostalism was first estab_
resulted in many movements of resistance to Western Pentecostalism in all its multifaceted variety,
lished by migrant Filipinos who had met with the
colonial ideologies. The ,Ethiopian, secessions that movement in the USA. In 1953 Assemblies of God Catholic lPentecostal-like, Independent churches and
Tcl-ud-ing
in South Africa and Nigäria towards the end
began Charismatics, is one o? the most significant
of thenineteenth century weie to set a pattern for 3i9sjonly Lester Sumrall established Bethel Temple forms of Christianity in the twentieth cent"urv. The
in Manila (now known as the Cathedral of praise); Charismatic Movement
the.next century. Secesiion was not a peculiarly that began in an Episcopalian
the church grew rapidly with pentecostal gifts and an
African phenomenon, as Africans were simply con_ church in California in 19601nd ,pr"äd inio the
emphasis on Spirit baptism. In 19Zg Eddie Villanueva Catholic Church by 1967 was ultimately to have the
tinuing what had become commonplace in European tormed the Jesus is Lord Church, an independent
Protestantism. The entrance of pentäcostalism inä the greatest impact on global Christianity. Founcl in almost
Filipino Pentecostal church that has grown rapidly every country
African melting-pot had the effect of stimulating new in the world and spanning all Christian
and steadily with a particular empha-sis on notstli denominations,
and more radically transforming forms of Indepeident
mission. The Bread of Life was folnded in 1,9g2 by Charismatic
in less than a ientury" pentecostal,
churches. The first'Ethiopian, Independent churches and associated movementä have become
Butch Conde and has actively grown as a prayer a major new
were overshadowed in the early twentieth century force in world Christianity.
movement, having its own prayer mountain, Touch
by new, rapidly growing ,prophlt-healing, churches of Glory. El Shaddai, a Charismatic Catholic group Julre Ma AND ALLAN AruoeRsol
or churches of the Spirit
- so named becaüse of their in the Philippines Ied by Mariano (,Mike,) Verlrdä, Allan Anderson,
An Introduction to pentecostalism: Globat Char_
emphasis on the power of the Spirit in healing, proph_ claims some 7-B million followers in the countrv and isma.tic Christianify (Cambridge: Cambridge University press,
ery and speaking in tongues. Along the coas"t of west another one million outside the philippines. Ii sup_ 2004).
Alnca, churches associated with the Liberian prophet porte.cl the candidacy of Joseph Estrada for president Allan Anderson and Edmond Tang (eds), Asian and pentecostal:
William Wade Harris and the Nigerian healing re'viv_ in 1998 and has supported other candidatei in more The Charismatic Faces of Christianlty in Asla (Oxford: Regnum
alist Garrick Sokari Braide emerled. They we"re later Books,2005).
recent years. Eddie Villanueva stood as a candidate Stanley M. Burgess (ed.), New International Dictionarv of pentecostal
followed by churches in south-weitern Nigeria known for the presidency in 2003, an example of the grow_ and Charismatic Mooements (Grand Rapids, MI: Zo:näervan,200Z).
by the Yoruba term AI adur a (, owners of piayer,) from
ing interest of Pentecostals in publiiaffairs. Fiiipino Harvey Cox, fire from Heaaen: The Rise'of pentecostat SpirinLility
the 1920s onwards, where the emphasis *ur'o., p.uy", a:d th:.R::la,ping of Retigion in the Twenty_first Centirq (London:
Pentecostal leaders are involved in writing a column
for healing. In Southern Africa today, the existence Cassell, 1996).
of for one of the major national .,"*rpup"rr-und run a Donald E. Miller and Tetsunao yamamori,
large and strong'Zionist' and Apostblic, Independent Globat pentecostal_
ism: The New Face of Christian Social Engagemenf (Berkeley,
CA:
Unlversity of California press, 2002).

Renewalists by country, 1910 and 2010


Larqest PoPulation Hiqhest percentaoex
191A Renewolists
Fastest
2010 Renewolists 1910 oÄ Renewalist 2AtA ok Renewolist 1910-201A % p.a.
I :oulh Affiqi 98?1000 2AAA-2A1 0 ok
Chyng el,3 I 6,009 souif Aflila P.a
2
I 164 :*gaililq 50.6 17.26
Nlq-eria 'I
1 1,000 Brazil 9?,099,009 2 Trinidad & Tobaoo 36 Zimbibwg
Laos 13.32
J '.1 464 15 96
USA 53,400 usA Nigefia
12.44
J u.b sgulf Afrila 44.9 1r 67
4 Germany 22,000 Nioeria Balgmas eliltl
1 0.2
21
5 Trrnidad & Tobaoo 1 1,800 lndia 11,2 ls 6.54
.l 5 Guyana 0,2 Botswa na 38.4
o C,hi19 2r r00 f lilippite: 6 fibgfia Saint Vincent
15.24

z lndjg 2,000 Sourh Africa


Q'l t:0 I4:83
,ee
a )amaica o,l Va nugtu
14 6A
1,000 Vi.et Nam
.
8 Ffance DR Conoo 13,7 592
8 USA 0,1 Gf9 na
14 51
9 C?nada 1,000 /\,4exico 9 Costa Rica 0.1 Chile
lslael 161
32:7 14 42
/0 North Korea 1,000 Colombia s'16
30.4 r4.30 Ind ia 5.21