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Tetra-Funk: Antrag ist zurückgezogen

Projektgruppe DigiNet im Innenministerium kann aber noch keinen neuen Standort nennen

Nur wenige hundert Meter Luftlinie trennen den zuerst geplanten Tetrafunk-Standort am Bahnhofsplatz (l.) und die denkbare Alternative Lagerhaus an der Silostraße (r.) voneinander. Gegner plädieren für einen Standort außerhalb der Stadt. − Foto: Kellermann Doch wohin soll der Sendestandort dann kommen? Die Projektgruppe DigiNet äußert sich dazu nicht. Eine mögliche Alternative: das Zizlsperger-Lagerhaus in der Silostraße. Für Bürgermeister Erich Schmid denkbar: „Unsere Bedenken im Bauausschuss waren gegen einen Standort nahe an Schule, Kindergarten und Altenheim. Wir wollten doch ein Stück Entfernung erreichen“, sagte er im Stadtrat auf Anfrage von SPDFraktionsvorsitzendem Georg Weiß. Der wiederum hatte die Diskussion im Bauausschuss anders verstanden: „Wir wollten es von der Wohnbevölkerung wegbringen. Und vom ZizlspergerLagerhaus ist die Realschule nicht weit entfernt.“ Weiß zeigte sich besorgt: Auf dem Lagerhaus seien bereits zahlreiche Sendeanlagen und wenn jetzt auch noch der rund um die Uhr sendende Tetrafunk hinzukomme, dann sorge er sich schon. Sein Appell: Die Stadt müsse alles tun, damit die Projektgruppe einen Standort außerhalb der Wohnbebauung finde. germeister Michael Weiderer damals klar formuliert hatte: „Sollen sie doch im Industriegebiet einen hundert Meter hohen Turm bauen und den Tetra-Funk installieren. Von mir aus. Aber doch nicht mitten in der Stadt. Direkt neben Kindergarten, Grundschule, Altenheim, Hotel und Wohnbebauung.“ Dass die Projektgruppe DigiNet durchaus nach Alternativen sucht, lässt sich auch an der Bilanz der Regierung von Niederbayern ablesen. Pressesprecherin Monika Linseisen: „Uns lagen/liegen derzeit 19 Anträge vor. Davon wurden fünf positiv entschieden. Zwei Anträge wurden wieder zurückgezogen, darunter der Plattlinger. In Deggendorf wird derzeit umgeplant, Alternativen werden geprüft.“ Der umstrittene Tetrafunk soll den analogen Funk der Behörten und Organe mit Sicherheits-

Von Konrad Kellermann

Plattling. „Leider gibt es im Fall Plattling noch keine Entscheidung bezüglich der tatsächlichen Standortwahl. Wir hoffen jedoch, dass noch im Laufe dieses Monats eine Entscheidung herbeigeführt werden kann.“ So sieht die Projektgruppe DigiNet des Bayerischen Innenministeriums, die den Tetrafunk im Freistaat einführen soll, den aktuellen Sachstand. Vom Tisch scheint zumindest der ursprüngliche Plan, die TetrafunkBasisstation auf dem TelekomFunkmasten an der Bahnhofsstraße zu platzieren. Bauausschuss und Anwohner hatten sich dagegen ausgesprochen. Das Bauamt hatte daraufhin bei der Regierung von Niederbayern beantragt, die fehlende Zustimmung zu ersetzen. Dieser Antrag wurde bereits Ende März wieder zurückgezogen.

Für einen Turm außerhalb der Stadt
Dieser Auffassung ist auch Birgit Weinzierl. Sie hatte im Dezember im Bauausschuss 400 Unterschriften gegen den Tetrafunk übergeben. Einen Standortwechsel um wenige hundert Meter hält sie für keine Alternative: „Es muss doch möglich sein, außerhalb der Stadt einen Turm zu errichten und die Anlage dort zu installieren.“ Damit wiederholt sie ihre Forderung vom Dezember, die der 2. Bür-

aufgaben (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz) ablösen. Die analoge Funktechnik gilt als veraltet, technisch ausgereizt und nicht mehr zukunftsfähig. Staatssekretär Gerhard Eck vom Innenministerium hat sich vor kurzem an alle Vertreter der bayerischen Kommunen gewandt. In einem dreiseitigen Schreiben nimmt er Stellung zu den Thesen der Tetra-Kritiker. Sein Fazit: „Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine wissenschaftlich fundierten Indizien dafür, dass sich die bei Tetra verwendeten Funkwellen nachteilig auf die Gesundheit auswirken können.“ Ecks Bitte an die Kommunalpolitiker: „Lassen Sie sich nicht durch die Aktionen der Digitalfunkgegner verunsichern. Bitte helfen Sie mit, dieses Projekt erfolgreich umzusetzen.“