Nachhaltige Konzepte für die kommunale

Wasserwirtschaft

Dr. Martina Winker und Dr. Engelbert Schramm
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main
48. ESSENER TAGUNG für Wasser- und Abwasserwirtschaft
Aachen, 17. April 2015

Wasserwirtschaft als Bindeglied

Hummel et al., 2004

Nachhaltige Konzepte für die kommunale Wasserwirtschaft, 48. ESSENER Tagung, Martina Winker

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Stadt im Wandel – Wasserwende
 Städte müssen sich verändern, um attraktiv zu bleiben
 Klimawandel, sozio-ökonomische Entwicklung, Energiewende,
demographischer Wandel

 Lösungen auch für sekundäre Herausforderungen
 Städtische Kühlung, Ressourcenschutz, erschwinglicher Wohnraum,
Hochwasserschutz

 Veränderung
 langfristig orientiert und nachhaltig
 haushälterisch geschehen
 Flexibilität besitzen

 Voraussetzung: Ressourcen
systematisch möglichst synergetisch nutzen.
Wasserwirtschaft ist gefordert, neue Konzepte
für städt. Wasserbewirtschaftung zu entwickeln.
Nachhaltige Konzepte für die kommunale Wasserwirtschaft, 48. ESSENER Tagung, Martina Winker

© hapa7 - Fotolia

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Technische Voraussetzungen für die
Wasserwende
Technische Voraussetzungen sind geschaffen!
 Prinzip der Stoffstromtrennung führte zur Systeminnovation
 Neue Lösungsansätze wie etwa die neuartigen Sanitärsysteme
(NASS) wurden möglich.
 Individuellere Gestaltung: Zentralität, Modularität
 Technische Regeln werden entwickelt:
Arbeitsblatt DWA-A 272

Warum gehen die Konzepte nicht in die Fläche?
 Es bedarf Veränderungen von Planungsprozessen, in der
Institutionenlandschaft und ein gerichtetes Transformationsmanagement.
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Veränderungen des Planungsprozesses
 Neues Leitbild: Orientierung an (Stoff-)Kreisläufen
 Gemeinsame Betrachtung von grauer, grüner und blauer
Infrastruktur
 Kreisläufe bereits in den Städten schließen, z.B.:
 Parks zur Beschattung und Kühlung: Bewässerung mit Niederschlagswasser bzw. gereinigtem Abwasser
 Offene Wasserläufe zur Nahrungsmittelproduktion und Sicherung der
Ökosystemleistungen

Umkehr des Planungsprozesses erforderlich: Integrierte Planung
 Stellenwert intelligenter Systemlösungen für
eine integrierte Planung sichtbar machen.
 Bezüge aufzeigen und schaffen.
© nanami - Fotolia.com

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Veränderte Institutionen
 Notwendigkeit eines anderen Umgangs und Managements
 Paralleles Management in unterschiedlichen räumlichen Dimensionen

 Kopplung an neuen Schnittstellen und mit anderen
Infrastrukturbereichen
 Statt „Einheitlichkeit der Lösungen“ nun „Lösungsvielfalt“
 Institutionen
 veränderte Ansprüche und Aufgaben
 Neue Kooperationsbeziehungen
 Neue Geschäfts- und Betätigungsfelder

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Koordination
Abstimmung der Netze

Beratung

Bauhandwer
k

Bauplaner
Bauhandwerk

HWC
Öffentliches Netz Häusliches Netz

Bauherren
Koordination

Kommunale
Abwasserunternehmen
Wasserversorger
Energieversorger

Beratung

Beauftragung
Kontrolle

Veränderte Institutionen

Bauplaner
Architekten

Sanitärgewerb
e
Schramm et al., 2015 (in prep.)

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Gerichtetes Transformationsmanagement
 Transformation ist abhängig von der Entwicklungsdynamik und dem
Transformationsaufwand einzelner Gebiete und Teilräume.

netWORKS, 2014

netWORKS, 2010

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Gerichtetes Transformationsmanagement
 Transformation ist abhängig von der Entwicklungsdynamik und dem
Transformationsaufwand einzelner Gebiete und Teilräume.
 Gute Gelegenheiten: hohe Entwicklungsdynamik bei geringem
Transformationswand
 Jenfelder Au in Hamburg (Konversionsgebiet)
 WHE in Qingdao (Entwicklungsgebiet)

 Gelegenheitsfenster: Siedlungsstrukturtyp und Lage in der Stadt
Gerichtetes Transformationsmanagement:
 Kommunale Entscheidungen, weg vom klein-klein
 Siedlungswasserwirtschaft muss ihre Ergebnisse
in Bezug zu den Teilraumtypen setzen

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Akzeptanz bei Nutzern
 Ihr Umgang entscheidet über innovative Konzepte im Alltag.
 Ihre Akzeptanz, ob Transformation erfolgreich ist.
→ Kenntnisse über Umgang, Einstellungen und Bedürfnisse
müssen verstanden werden.

Positionierung von
NutzerInnen in Objekten,
die mit Grauwasserbehandlung, Brauchwassernutzung und teils
Wärmerückgewinnung
ausgestattet sind:

Hefter et al., 2014

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Akzeptanz bei städtischen Akteuren
 Erhebliches Unwissen besteht bzgl. Wassertechnologien und
Gestaltungsalternativen.
 Akteure sind skeptisch:
 institutionelle und tarifliche Struktur
 neue Geschäftsmodelle
 rechtlicher Rahmen
 Pfadabhängigkeiten
 mentale und psychologische Barrieren

www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de

 Aktuelle Debatte zur Erhöhung der Grundpreise
 Kritisch bzgl. der Anpassungs- und Transformationsspielräume zu
bewerten

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Ausblick: Wasserwende
Demographischer Wandel
Globale wirtschaftliche Konkurrenz
Städtische Kühlung

Finanzkrisen & Reformstau
Soziale Attraktivität
Erschwinglicher
Wohnraum

Energiekosten
Ressourcenschutz
Klimawandel
Hochwasserschutz

Erhaltung von Stadt- &
Infrastrukturen

Quelle: © nanami - Fotolia.com; modifiziert durch ISOE, 2014

Nachhaltige Konzepte für die kommunale Wasserwirtschaft, 48. ESSENER Tagung, Martina Winker

Ausblick: Wasserwende
Demographischer Wandel
Globale wirtschaftliche Konkurrenz
Städtische Kühlung

Finanzkrisen & Reformstau
Soziale Attraktivität
Erschwinglicher
Wohnraum

Energiekosten
Ressourcenschutz

Erhaltung von Stadt- &
Infrastrukturen

Klimawandel
Hochwasserschutz

Techn.
Verbesserung

Planungsprozess im
Fokus

Lösungen
im Bestand

Ganzheitl.
Lösungsansätze

Quelle: © nanami - Fotolia.com; modifiziert durch ISOE, 2014

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Herzlichen Dank!

Vortrag basiert u.a. auf Ergebnissen aus den
vom BMBF geförderten INIS-Projekten
KREIS – Kopplung von regenerativer Energiegewinnung
mit innovativer Stadtentwässerung
und
netWORKS 3: Intelligente wasserwirtschaftliche
Systemlösungen in Frankfurt am Main und Hamburg

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