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MRSA

Methicillin/Multi resistenter Staphylococcus


aureus
Definition
Unter MRSA versteht man im engeren Sinne Staphylococcus-
aureus-Stämme, die gegen alle bisher marktverfügbaren β-
Lactam-Antibiotika (z. B. Penicillin) resistent sind. Sie sind
allerdings in der Regel multiresistent, verfügen also meist
auch über Resistenzen gegenüber
anderen Antibiotikaklassen.
Bewohner mit MRSA können aus Krankenhäusern in Alten- und
Pflegeeinrichtungen verlegt werden. Häufig sind diese Bewohner mit MRSA
in unterschiedlichen Körperregionen (Nase, Rachen, Perianalbereich,
Hautläsionen) besiedelt oder lokal begrenzt infiziert. Dies betrifft
insbesondere Bewohner, die häufig und lange Antibiotika einnehmen.
Mitarbeiter mit chronischen Hautveränderungen (Ekzeme, Schuppenflechte
oder anderen Hautläsionen) sollen keine MRSA- positiven Bewohner
betreuen. Bei einem gehäuften Auftreten (3 Bewohnern innerhalb 1-2
Wochen in einer Abteilung/Station), die in einem örtlichen und zeitlichen
Zusammenhang stehen, sind Untersuchungen bei allen Mitarbeitern und
Bewohnern des betreffenden Bereiches durchzuführen. Ab einer Anzahl von
mindestens zwei MRSA-Trägern in der Einrichtung, muss eine Meldung an
das Gesundheitsamt erfolgen.

Vor jedem Verlassen des Zimmers


Händedesinfektion!!!
Maßnahmen des persönlichen Schutzes
• das Personal ist bei der Pflege von Bewohnern, die mit MRSA besiedelt
oder infiziert sind, nicht im stärkeren Maße infektionsgefährdet als bei
der Pflege anderer Bewohner
• es kann allerdings zur Besiedelung der Haut- und Schleimhäute
kommen. Symptomlos angestecktes Personal stellt eine mögliche
Infektionsquelle dar. Durch kontaminierte Hände kann MRSA bei
ungenügender Händedesinfektion direkt oder indirekt über
Gegenstände auf andere Bewohner übertragen werden
• die Anzahl der Kontaktpersonen ist auf das notwendige Minimum zu
beschränken

Ziel und Zweck


• diese Arbeitsanweisung garantiert einen hohen Hygienestandard, der
allen vermeidbaren hygienischen Gefahren für Bewohner, Beschäftigte
und Dritte durch eine qualitätsorientierte Prävention entgegnet
Unterbringung von Bewohnern mit MRSA
MRSA Lokalisation Isolierung Sanierung
Nasen- Rachenraum Nach Möglichkeit nicht zwingend Ja

Wunde Keine Isolierung Ja


Urin Keine Isolierung Nein
Blutkultur Keine Isolierung Nein

Das Zimmer darf verlassen werden, wenn


• Der Bewohner kontinent ist oder der Urin sicher abgeleitet werden kann
z.B. gut sitzende Inkontinenzeinlagen oder DK
• Das Essen im Speisesaal ist möglich

Das Zimmer sollte möglichst nicht verlassen werden, wenn der


Bewohner
• abgesaugt werden muss
• starke Sekretabsonderungen hat, hustet oder schnupft
• nässende Ekzeme hat
• starke ausgetrocknete, schuppende Haut hat
• wenig bis keine Hygiene betreibt
Maßnahmen bei Bewohnern mit besonderem Risiko
(invasive Katheter, offene Wunden)

• Einzelzimmer sind nicht generell erforderlich, denn ein


Zusammenlegen mehrerer MRSA-Besiedelter ist möglich.

Soziale Kontakte
• soziale Kontakte zu Angehörigen, Besuchern und Mitbewohnern
unterliegen keinen Einschränkungen. Besucher müssen keine
Schutzkleidung und keine Einmalhandschuhe tragen
• mobile Menschen können am Gemeinschaftsleben teilnehmen, wenn
infizierte Hautläsionen, Wunden oder Tracheostomaöffnungen
abgedeckt sind
• bei medizinischer Indikation zur Harnableitung muss diese über ein
geschlossenes System erfolgen
• Besucher und Bewohner sollen zur regelmäßigen Händehygiene
angeleitet werden
• vor Gemeinschaftsaktivitäten sollte eine Händedesinfektion erfolgen
Maßnahmen bei Verlegung und Transport
• bei Einweisung ehemals oder bestehender MRSA-Infektion wird im
Pflegeüberleitungsbogen darauf hingewiesen. Bei einer planmäßigen
Verlegung, wird die zuständige Einrichtung vorab telefonisch informiert
• Wunden und Läsionen sind abzudecken
• bei Besiedelung im Mund-Rachen-Raum ist das Tragen eines Mund-Nasen-
Schutzes seitens des Bewohners empfehlenswert
• zuständiges Transportunternehmen wird bei Bestellung informiert
Sanierung von Erregerträgern
• sanierungshemmende Faktoren bestehen v. a. für Bewohner mit
besiedelten chronischen Wunden und dauerhaft invasiven Maßnahmen
(wie z. B. PEG, Harnwegskatheter oder Tracheostoma). Mehr als zwei
Sanierungsversuche unter diesen Voraussetzungen sind i. A. nicht sinnvoll.
Hier sollte zuerst die Wundheilung bzw. die Beseitigung der
sanierungshemmenden Faktoren im Vordergrund stehen
• die Entscheidung für eine Sanierungsbehandlung sollte nach Rücksprache
mit dem behandelnden Arzt nach Abwägung der individuellen Gefährdung
des Bewohners, der Gesamtsituation und der ausreichenden
Nachuntersuchung erfolgen
Tagesablauf des Bewohners
• bei dem morgendlichen Wecken des Bewohners ohne Kontakt mit
Ausscheidungen und Intimpflege ist Händedesinfektion gemäß
unserem Hygieneplan ausreichend
• beim Servieren des Essens ist ebenfalls eine Händedesinfektion
beim Verlassen des Zimmers ausreichend
• das benutzte Essgeschirr und Besteck wird in die entsprechende Box
für MRSA Bewohner abgelegt und direkt in die Küche gebracht.
Händedesinfektion wird durchgeführt
• bei der Grundpflege sind Einmalhandschuhe und Schutzkittel zu
tragen, ebenso beim Betten, Lagern und der Inkontinenzversorgung
des Bewohners
• beim Verbandswechsel sind Einmalhandschuhe, Schutzkittel und
Mundschutz zu tragen. Der alte Verband ist in einem geschlossenen
Müllbeutel in den Müllsack im Spülraum zu bringen
• in jeder Schicht wird von der Pflegekraft mit der im Hygieneplan
aufgeführten Desinfektionslösung eine Flächendesinfektion
durchgeführt, d.h. Patientenumgebung und alles was der Bewohner
oder der Mitarbeiter häufiger in die Hand nimmt. Die Desinfektion
geschieht mit Handschuhen, aber ohne Schutzkittel
• das Steckbecken wird direkt nach der Pflege mit Handschuhen in den
Spülraum gebracht und thermisch in der Schieberspüle desinfiziert
• die ggf. benötigte Waschschüssel wird im Zimmer belassen und nach
jeder Benutzung mit dem im Zimmer vorhandenen Desinfektionsmittel
gereinigt
• die Bewohnerwäsche wie z.B. Handtücher und Waschlappen werden
im Zimmer im roten Wäschesack gesammelt. Bettwäsche muss auch in
einem rotem Wäschesack gesammelt werden. Dieser wird dann in eine
Wäscherei gebracht
Hygienische Händedesinfektion
• vor dem Verlassen des Zimmers
• nach jeder Tätigkeit mit engem körperlichen Kontakt
• nach möglicher Kontamination mit Körpersekreten und
Ausscheidungen
• nach dem Ausziehen von Einmalhandschuhen

Schutzkittel
Anlegen eines bewohnerbezogenen Schutzkittels bei:
=> Wundversorgung, Absaugen
=> Pflege von Verweilkatheter, Sonden und Tracheostoma
=> Körperwaschung, Betten und Krankengymnastik
• die Schutzkleidung verbleibt im Zimmer und wird nach Gebrauch
abgeworfen
Einmalhandschuhe
• bei jeder Tätigkeit am Bewohner
• bei möglichem Kontakt mit Ausscheidungen und Sekreten
• bei der Grundpflege
• bei der Katheterpflege
• beim Verbandswechsel
• Handschuhe nach Gebrauch direkt in den Abfall, danach Händedesinfektion

Mund-Nasenschutz
• anlegen eines Mund-Nasenschutzes bei der Versorgung von MRSA - Trägern
bei der direkten Pflege (z.B. Ganzkörperpflege, Wundversorgung,
Absaugung, Mundpflege)

Pflegeutensilien
• benötigte Pflegeutensilien z. B. Blutdruckgerät, Stethoskop,
Fieberthermometer, Salben u. ä. bleiben im Bewohnerzimmer. Alle
Gegenstände, die unmittelbar am Bewohner angewendet wurden, sind
nach Sanierung zu desinfizieren bzw. zu verwerfen.
Wäsche
• zum Bettenmachen nur die benötigte Bettwäsche mit ins
Bewohnerzimmer nehmen. Wäsche, die nicht benutzt wurde, im Zimmer
belassen
• die Bettwäsche sollte täglich gewechselt werden
• die benutzte Wäsche direkt im Zimmer in einen Wäschesack entsorgen
• Körper- und Bettwäsche sind bei Temperaturen über 600 C desinfizierend
zu reinigen

Geschirr
• wird der zentralen thermischen Aufbereitung in der Spülküche zugeführt

Abfälle
• Abfälle im Zimmer direkt in den Abfallsack entsorgen. Danach übliche
Entsorgung

Reinigung
• das Reinigungspersonal über die notwendigen Schutzmaßnahmen
informieren (Schutzkittel, Handschuhe usw.)
• das Zimmer sollte täglich einer Flächendesinfektion unterzogen werden.
Die Reinigung ist am Ende des Reinigungsdurchganges vorzunehmen
Reinigung
• frische Reinigungsutensilien und Desinfektionslösung benutzen und
nach der Reinigung des Zimmers sofort entsorgen
• wenn das Zimmer eines MRSA-positiven Bewohners frei wird, ist es
einer gründlichen Scheuerwischdesinfektion zu unterziehen

Besucher
• müssen sich beim Pflegepersonal melden.
• über die Handhabung der hygienischen Händedesinfektion aufklären
und diese die Besucher vor Betreten und nach Verlassen des
Patientenzimmers durchführen lassen
• im Einzelfall muss geklärt werden, ob die Besucher auch Schutzkittel
und einen Mund-Nasenschutz tragen müssen
Vielen Dank für eure
Aufmerksamkeit!
Malgorzata
Iris
Mihnea