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Tobias Schmid Klasse 4r 22.6.

2009

Sein letzter Irrtum von Alfred Polgar


Literarische Interpretation

Alfred Polgar’s ”Sein letzter Irrtum” ist eine Kurzgeschichte welche von einem auktorialen
Erzähler erzählt wird. Er schreibt in gut verständlichen, nicht zu langen Sätzen was in Mr.
Gladham’s Büro geschieht. Die kurzen Gefühls- und Ortsbeschreibungen zwischen den
direkten Reden, welche meistens von Mr. Gladham ausgehen, lockern das ganze etwas auf
und helfen dem Lesefluss. Obwohl der Ausgang der Geschichte schon ziemlich früh erratbar
ist, bleibt die Geschichte spannend, da man nicht genau weiss wann es Mr. Bederich zu viel
wird.
Mr. Gladham Fröhlich ist der Redakteur einer populären Wochenzeitschrift. Er hält sich,
obwohl er noch nicht lange ein Bürger der Vereinigten Staaten ist, für den typischen
Vorbildsamerikaner. Dies möchte er auch allen zeigen, indem er allen sagt was amerikanisch
ist und was nicht.
Mr. Bederich ist ein Schriftsteller der aus Europa ausgewandert ist und nun schon zum
wiederholten Mal versucht an Geld zu kommen. Jedoch werden alle Geschichten, welche er
Mr. Gladham vorlegt, von diesem zurückgewiesen mit der Begründung, sie seien zu wenig
amerikanisch.
Beide stehen sich in Mr. Gladham’s Büro, welches im 32. Stockwerk eines Gebäudes liegt,
gegenüber. Die Geschichte spielt sehr wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1933 und 1945 als
viele europäische Schriftsteller auswanderten und damit ihr Leben retteten. Dies sieht man
sehr gut an dem Wort ”Asphalt-Literatur“, welches eine Bezeichnung der Nazis für
unerwünschte Schriften war. In der Geschichte steht nur, dass es ein milder Herbsttag ist.
Mr. Gladham korrigiert wieder einmal eine neue Geschichte von Mr. Bederich und beginnt
ihm seine Meinung zu den Geschichten zu sagen. Die Kommentare fallen ausnahmslos
negativ aus. Es sei nicht genug amerikanisch, findet er. Beispiele dafür kann er genügend
nennen. Mr. Bederich wird es immer unwohler. Ihm wird klar, dass wenn seine Geschichten
in Amerika nicht gut ankommen, seine Überlebenschancen klein sind. Als er dann vorschlägt
das Manuskript ins Klosett zu werfen korrigiert ihn Mr. Gladham wieder einmal. Dies wird
ihm dann alles zuviel. Er verlässt das Büro durchs Fenster. Dass Mr. Gladham ihm noch
nachruft, „In Amerika springt man nicht aus dem Fenster!!“, hört er schon nicht mehr.
Alfred Polgar wusste als emigrierender sehr gut, wie schwierig es war sich in einem neuen
Land das Überleben zu sichern und nie die Hoffnung zu verlieren. Man musste sich

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Tobias Schmid Klasse 4r 22.6.2009

vollkommen anpassen um in einem Land, welches von Flüchtlingen überschwemmt wurde


akzeptiert zu werden. Diese Problematik stellt er in seiner Kurzgeschichte sehr gut dar. Er
zeigt auch auf, dass die einen sich wie einfach an die Klischees hielten, während die anderen
ihre Lebensart einfach beibehielten. Im Schluss wird sehr schön gezeigt wie ausgelaugt und
hoffnungslos die einten Emigranten damals waren und dass schon ein kleiner Funken genügte
und das ganze Pulverfass in die Luft flog. Die beiden Personen in der Geschichte zeigen, dass
sich die Emigranten komplett verschieden integriert haben und wie sehr, dass eine Emigration
einen Menschen verändern konnte. Bei Mr. Gladham könnte man meinen er wisse welches
Leid den Emigranten widerfahren ist und wie schwer es war einen Job zu kriegen. Trotzdem
versucht er nichts um seinem Kollegen zu helfen.
Die ganze Zeit über kommt in dem Text der Satz, „Das macht man in Amerika nicht!“, vor.
Diese Wiederholung zeigt zwei Sachen. Es zeigt an wie viele neue Sitten und Bräuche man
sich anpassen musste und es zeigt, dass man eigentlich die ganze Zeit das gleiche hörte.
Durch die vielen Reden des Redakteurs und die vielen ”Mr. Gladham“ im Text sieht man
auch, dass man sich als Emigrant ganz klar den höheren unterordnen musste und nicht viel zu
Sagen hatte.

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