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[Kommentare: 2]
ARBEITSMARKT

Verschenkte ChancenDie Integration von Langzeitarbeitslosen ist gescheitert, sagt eine Studie. Im Abschwung kann das
schwere Folgen haben.

Berlin - Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist für die schwere Krise nicht gut gerüstet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle
Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die am Montag veröffentlicht wurde. Insbesondere für
Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte brechen demnach harte Zeiten an. Wie die Studie zeigt, konnten beide Gruppen
trotz der Arbeitsmarktreformen bereits vom zurückliegenden Aufschwung nicht profitieren. Noch schlechtere Chancen dürften
sich demnach im Abschwung ergeben, folgert das WZB. Grundlage für die Studie sind – teils wiederholte – Befragungen von
rund 3000 Erwerbslosen und Arbeitnehmern in den Jahren 2002 bis 2007 im Auftrag der arbeitgeberfinanzierten Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft.

„Die bisherigen Arbeitsmarktreformen haben das Problem der Langzeiterwerbslosigkeit nicht zufriedenstellend lösen
Ausgegrenzt. Die Zahl der können“, sagte WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger am Montag. Das WZB führt dies insbesondere auf mangelnde
Arbeitssuchenden könnte 2010 auf bis Betreuungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zurück, nennt aber keine weiteren Details. Frühere Untersuchungen der Bundesagentur
zu fünf Millionen steigen, schätzen
Experten. Vor allem Geringqualifizierte für Arbeit (BA) hatten bereits Ähnliches ergeben. Wie unterschiedlich die Chancen für Langzeit- und Kurzzeitarbeitslose auf dem
werden betroffen sein. Foto: ddp
Von Yasmin El-Sharif Arbeitsmarkt sind, zeigt ein Beispiel aus der WZB-Befragung: Während in den Jahren 2006 und 2007 mehr als 50 Prozent der
28.4.2009 0:00 Uhr Kurzzeitarbeitslosen wieder in Arbeit gekommen sind, waren dies nur 25 Prozent derjenigen, die zwölf Monate oder länger ohne Job
waren. Eine klare und strukturierte Betreuung der Langzeitarbeitslosen sei daher zwingend notwendig, sagte Allmendinger. Außerdem „müssen wir hier dringend mit
mehr Qualifikation ansetzen“, sagte sie. Sie plädierte dafür, alles zu tun, um Menschen in Arbeit zu bringen oder zu halten.

Die Expertin macht sich daher auch für eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds von 18 auf 24 Monate stark, wie sie derzeit von der Politik und Unternehmen diskutiert
wird. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass gleichzeitig „vernünftige Weiterbildungskonzepte“ angeboten würden, sagte die WZB-Präsidentin. Die beiden
Konjunkturprogramme der Bundesregierung hätten in diesem Punkt dringenden Nachholbedarf.

Sollte der Staat nicht bald Lösungen für die Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt finden, schließt Allmendinger auch soziale Unruhen in Deutschland nicht aus. Sie
knüpft damit an Äußerungen von DGB-Chef Michael Sommer und der SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan an, die in den vergangenen Tagen für regen
Diskussionsstoff gesorgt hatten. „Wenn wir wieder fünf Millionen Arbeitslose haben und keine Konzepte zur Integration dieser Menschen in die Gesellschaft entwickeln,
würde ich das Risiko von sozialen Unruhen nicht ausschließen“, sagte Allmendinger.

Trotz der Defizite hätten die Hartz-Reformen der rot-grünen Bundesregierung insgesamt Positives bewirkt, heißt es in der Studie. So hätten sich die Einstiegschancen vor
allem ostdeutscher und älterer Erwerbsloser verbessert. Ostdeutsche hätten heute nahezu die gleichen Chancen, einen Job zu finden, wie Westdeutsche. Die besten
Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt haben nach dem Ergebnis der Studie Menschen im Alter zwischen 26 und 35 Jahren, Westdeutsche, Hochgebildete und Menschen,
die nur bis zu drei Monate arbeitslos sind.

Laut Studie haben rund 45 Prozent der zwischen 2002 und 2007 neu aufgenommenen Erwerbstätigkeiten einen unbefristeten Vertrag zur Grundlage, rund 33 Prozent
einen befristeten. Die restlichen Neueinsteiger in den Arbeitsmarkt hatten keinen Vertrag oder gingen einer selbstständigen Tätigkeit nach. Rund zwölf Prozent nahmen
im Untersuchungszeitraum eine Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma auf.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.04.2009)

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http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Arbeitsmarkt-Langzeitarbeitslose;art271,2784075 12.05.2009
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Kommentare [ 2 ] Kommentar hinzufügen »


von terrier | 28.04.2009 02:00:53 Uhr
Höre ich da eine Art Furcht ...
... der Regierenden vor dem eigenen Volk heraus?

Hat da jemand kapiert, daß sich die Menschen nicht unendlich lang als notwendiges
Übel und Mehrheitenbeschaffer mitschleifen lassen wollen?

auf diesen Kommentar antworten

von brandenburger | 01.05.2009 17:57:30 Uhr


Was will die INSM uns damit vermitteln?
Offensichtlich war die Dosis der Agenda 2010 noch nicht ausreichend. Und natürlich
haben die Arbeitgeber mit verlagerten Arbeitsplätzen, Lohnsklaven in niedrig bezahlter
Leiharbeit und Lohndumping, 400 Euro Jobs bei gleichzeitig hoher Produktivität und
entsprechenden Gewinnen, die nicht umverteilt wurden, absolut nichts zu tun, sondern
nur die Politik.

Genau die Politik ist aber durch die enge Verfilzung auf allen Ebenen mit der Wirtschaft
und deren scheinheilig als "Helfer" arbeiteten Stiftungen und Instituten ebenso mit der
Wirtschaft im Boot, staat nur die Rahmenbedingungen aufzustellen und zu überwachen.

Irgendwann muss auch dem letzten klar werden, dass von unten nach oben umverteilt
wurde über die obige Schiene. Und ebenso klar sollte sein, dass das aktuelle System nicht
funktionieren kann, wenn es alleine in Deutschland reale (nicht die gefälschten Zahlen)
10 Millionen Menschen ohne Arbeit sind. Das hat mit "Eigenverantwortung" nichts mehr
zu tun. Das ist ein Systemfehler - und zwar objektiv gewollt.
Der schon extrem schwache Binnenmarkt wird noch schwächer und produziert dadurch
weitere Menschen ohne Arbeit, die keine Steuern und Sozialabgaben zahlen - womit sich
der Kreis schließt. Fernseher kaufen keine Fernseher, Autos kaufen keine Autos, sondern
Menschen mit realem Einkommen. Wenn aber fast 25% der Erwerbsfähigen von der
Arbeit ausgeschlossen sind, tickt da eine Bombe, die sich bald entladen könnte - trotz
Brot und Spielen auf den Privatsendern und einig tönenden und schreibenden Medien,
die durch Auswahl von Meldungen und Weglassen wichtiger Informationen die
Menschen desinformieren - ebenso wie die Politik(er).
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