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Darum ist es so richtig, wenn es in ei- und das Leben ist niemals mehr das-

nem Aufruf der Schweizer Kirchen von selbe.


1999 heißt: "Pfingsten eignet sich be-
sonders für eine Bitte um Versöhnung Wenn Gott den Geist schickt, gesche-
und Verständigung." hen wundervolle Dinge: Falkenstrasse 1 8630 Rüti

Die entscheidende Frage für einen Barrieren werden niedergerissen, Pfingstpredigt 2009
Christen lautet also nicht: "Habe ich Gemeinschaften werden geformt,
den Heiligen Geist", sondern: "Hat der
Gegensätze werden vereinigt,
Heilige Geist mich?" (Peter Strauch)
Einheit wird etabliert,
Den Heiligen Geist erhalten haben wir Krankheit wird geheilt,
heutzutage alle im Moment der Bekeh- Abhängigkeit gebrochen,
rung. Hier gibt es keinen Unterschied Städte erneuert,
unter denen, die wiedergeboren sind.
Rassen vereinigt,
Aber heutzutage lautet die Frage für
uns, ob wir uns seinem verändernden Hoffnung aufgerichtet, Apg 2,1-13
Wirken öffnen. Menschen gesegnet und
Gemeinde geschieht.
Es ist Zeit uns der unseren Verstand
übersteigenden, herzerwärmenden, Heute ist der Geist Gottes gegenwärtig Liebe Pfingstler, Der Heilige Geist: Neuer Antrieb,
lebensverändernden Kraft von Pfings- und wir haben Gemeinde. herzlich willkommen zu unserem heuti-
Also seid bereit, macht euch bereit ... neuer Motor im Menschen
ten zu öffnen. gen Gottesdienst! Ihr fragt Euch, wa-
Gott hat etwas vor: rum ich Euch Pfingstler nenne?
Die Kraft Gottes kann Ganz einfach! Wir sind alle Pfingstler, ein neuer Antrieb. Er ist das, mit dem
den Körper betreten, Wer entmutigt ist, fasse Mut, deswegen, weil wir als Gemeinde zu im Christenleben alles steht und fällt,
das Denken erweitern, wer unehrlich ist, werde ehrlich, Pfingsten unseren Geburtstag haben! denn ohne den heiligen Geist wissen
die Seele anschwellen lassen, wir zwar Dinge und wollen vielleicht
wer sauer ist, werde süß,
den Geist erheben und uns zu mehr Im Normalfall betrachten wir "Pfingst- auch Dinge aber die Kraft fehlt uns und
machen, als wir uns je vorgestellt ha- wer verschlossen ist, öffne sich, ler" als Bezeichnung für bestimmte der Wille ist nicht so stark. Der Antrieb
ben. wer klatscht und tratscht, schwei- Gemeinden, die nicht mit unserer iden- ist es, mit dem alles steht und fällt. Das
Sie kann dich jung machen, wenn du ge, tisch sind aber heute erinnern wir uns hat beispielsweise auch die Schweizer
alt bist wer sich freut, der rede lauter, daran, dass die christliche Gemeinde Uhrenindustrie erlebt. Wenn man im
und dich leben lassen, selbst, wenn du wer sich streitet, versöhne sich, ihre Wurzel an Pfingsten hat, ihren Ge- Jahr 1968 jemanden gefragt hätte, wer
stirbst. burtstag. Warum? 1985 die Weltuhrenherstellung domi-
wer schlafe, wache auf,
Die Kraft und Gegenwart des Geistes nieren würde, dann hätte er wahr-
wird verstören, erfreuen, Dinge mitbrin- wer lauwarm ist, werde feurig, Ganz einfach: Vorher haben die Men- scheinlich gesagt: die Schweiz. Wa-
gen und dich erheben. trockene Knochen werden leben- schen, die Jünger, die Freunde Jesu rum?
Wenn Gott seinen Geist schickt, "wird dig - aber das Wichtigste von allem: vieles von Jesus gewusst. Sie waren
das Angesicht der ganzen Erde erneu- von Jesus beeindruckt, sie waren so- Man hätte gesagt : Weil sie es bis da-
ert." Christus, der Erlöser der Welt, wird gar einsatzwillig aber eines hatten sie hin scho so stark getan hatte. Ende der
Wenn Gott den Geist schickt, wird das erhöht! noch nicht in dieser vollständigen Art 1960er Jahre stammten 44 Prozent der
Chaos, die Schöpfung verwandelt und und Weise, nämlich den Heiligen Geist, weltweit produzierten Uhren aus der
das Rote Meer öffnet sich zu einer Amen. die Kraft, das, was sie wussten, auch Schweiz. 15 Jahre später waren aber
Schnellstraße in die Freiheit. zu tun! gerade nur noch 13 Prozent. Warum?
Wenn Gott den Geist schickt: Sagt eine Wolfgang v. Ungern-Sternberg Es war eine Umwälzung geschehen:
junge Frau "ja". Jesus wird geboren Tel. 055 241 16 35 Der Heilige Geist ist wie eine Kraft, wie Quarz war jetzt angesagt und die
wolfgang.vonungern@chrischona.ch
Schweizer Uhrenindustrie hatte den Oder wie der bekannte Philosoph Blai- Mehr Feuer, mehr Farbe. Lassen wir Taten Gottes erzählen und das per
Zug verpasst. Eine einst stolze Indust- se Pascal seine Bekehrung beschrieb: den Geist Gottes in uns wirken! Wir wunderhaftem Eingreifen Gottes sogar
rie, die in den späten 60er Jahren rund werden das schon noch früh genug gut in verschiedensten Fremdsprachen.
90.000 Personen beschäftigte, zählte Das „Memorial" schweizerisch regulieren und verwal-
zu Beginn der 80er Jahre nur noch Das unmittelbar nach seinem Bekeh- ten ..." (Paul Vautier). Wollte Gott doch, dass wir spontan
knapp 35.000 Angestellte. rungserlebnis geschriebene „Memorial" eine solche Begeisterung für ihn spü-
bezeugt auf eindrucks- volle Weise das Vor etwa 100 Jahren predigte der be- ren könnten, mehr als anberaumte
Was war geschehen? Eingreifen Gottes in Pascals Leben. rühmte Albert Schweizer, der später als Punkte einer Sitzung, mehr als Punkte
Man hatte sich auf mechanische Uhr- Die stammelnden, in höchster Erre- Arzt und Theologe Weltberühmtheit in einem Jahresplanungsdiagramm,
werke, das alte Antriebsmittel einge- gung hervorgestoßenen Worte sind ein erlangen sollte und 1952 sogar mit mehr als Termine und Vereinbarungen,
stellt und ganz einfach die Neuentde- persönliches Glaubensbekenntnis be- dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet spontane Begeisterung, die direkt vom
ckung verschlafen, das Quarzuhrwerk. sonderer Art, in dem der Verstand hin- wurde, damals noch als Vikar von der Thron Gottes in unsere Herzen fließt
Man hatte den alten Antrieb und hatte ter einer überwältigenden Freude zu- Kanzel: "Den Geist dämpft nicht!" : und uns dazu hinreißt, anderen von
den neuen abgelehnt. Und das rächte rücktritt. Pascal nähte den Text in sein "Doch das Feuer kann nicht ausbre- ihm zu erzählen!
sich bitterlich. In der Schweiz fehlte Rockfutter ein, damit er ihn stets am chen, weil es keine Luft und Nahrung
eine ganze Generation Uhrmacher und Herzen trug. hat", "der Heilige Geist wird gedämpft Atem und Geist
der Wiederaufbau brauchte viel Kraft, durch die Ordnung und durch die Ver-
weil man sich umstellen musste auf JAHR DER GNADE 1654 nunft." Es läge an unseren wohlorgani- Wenn es hier heißt, dass sie das Ge-
den neuen Antrieb, die neue Kraftquel- FEUER sierten Kirchen, dass der Geist Gottes räusch eines "mächtigen Windes" hör-
le für die Uhr. Und genauso ist es zu Gott Abrahams Gott Isaaks, Gott Jakobs - gedämpft und gebremst würde. Weiter ten, ist schon damit darauf hingewie-
Pfingsten. Als Christen müssen wir uns nicht der Philosophen und Gelehrten. erläuterte Schweizer, dass der Heilige sen, dass es hier um ein mächtiges
anschließen an die Kraftquelle Gottes, Gewissheit, Gewissheit, Empfinden. Geist ein "Unbekümmertsein um das Wirken des Geistes geht, denn im Heb-
denn unsere eigenen menschlichen Freude. Friede. Urteil der Menschen, eine gewisse räischen sind "Wind" und "Geist" aus-
Fähigkeiten reichen nicht. Wir werden Gott Jesu Christi. Überspanntheit" sei. Seit dem ersten tauschbare Begriffe. Indem Gott seinen
glatt überfordert, wenn wir aus eigener Vergessen der Welt und aller Dinge Pfingstfest sei von "unvernünftigen" Atem in den Menschen hineingegeben
Kraft das tun wollen, was Gott möchte. außer Gott. Menschen der Geist Christi über die hat, hat er den aus Erde geformten
Freude, Freude, Freude, Welt ausgegangen. An vernünftigen Körper lebendig und zur lebendigen
Pfingsten ist eine Tränen der Freude. gäbe es auch in der Kirche keinen Seele gemacht, heißt es.
Ich habe mich von ihm getrennt: Mangel, aber an solchen, die unver-
ekstatische Erfahrung ich bin vor ihm geflohen, rückt im Geiste handeln und reden, Und indem er uns seinen Geist gege-
ich habe ihn verleugnet, gekreuzigt. damit aber der Welt überspannt er- ben hat, hat er uns lebendig gemacht -
Pfingsten ist eine ekstatische Erfah- Möge ich nie von ihm getrennt sein. scheinen. beide Dinge bedeuten dasselbe. Dar-
rung neuer Kraft Gottes. um kann man sagen, wie hier der Wind
Er wird nur auf den Wegen bewahrt, „Seid nicht zu vernünftig!“ hinbläst und hineinfährt in die Jünger
Wie es der bekannte Erweckungspredi- die das Evangelium lehrt: Jesu zu Pfingsten, führt Gott sozusa-
ger Charles Finney beschrieb: Vollkommene, innige Entsagung. "Seid nicht zu vernünftig" rief der Vikar gen nochmals eine Mund-zu-Mund-
"Da strömte plötzlich der Geist Gottes in seiner Pfingstpredigt in die Kirche St. Beatmung durch, wie eine Neuschöp-
Vollkommene Unterwerfung
auf mich nieder und überflutete mich Nikolai. fung. Die Bedeutung des Ereignisses
ganz und gar ... Es war mir, als stehe unter Jesus Christus kann gar nicht übersteigert genug dar-
ich unter dem Einfluss eines elektri- und unter meinen geistlichen Führer. Auf der einen Seite heißt es in der Bi- gestellt werden: Es handelt sich wie um
schen Stromes, der mir durch und Ewig in der Freude bel, dass Gott "nicht ein Gott der Un- eine neue Schöpfung. Durch das erste
durch ging. Liebeswelle auf Liebeswel- für einen Tag der Plage auf Erden. ordnung, sondern des Friedens ist", auf Beatmen mit Gottes Geist wurde der
le schien sich über mich zu ergießen ... der anderen Seite sehen wir hier aber Mensch als Mensch überhaupt leben-
unaufhörlich wogte es über mich hin, Und ein modernerer Kommentar aus etwas ganz Faszinierendes: Men- dig bei der Schöpfung und durch das
bis ich endlich ausrief: Wenn es so der Schweiz lautete: "Mein Wunsch für schen, denen das Herz so sehr brennt, neue Beatmen mit Gottes Geist voll-
weiter geht, muss ich sterben. Halt inne Pfingsten für Sie und für unsere Kir- dass sie fast platzen und dass sie raus- zieht sich die Neuschöpfung, dass
Herr!" chen in der Schweiz ist ganz einfach: gehen müssen und von den großen auch sein Geist wieder lebendig wird.