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Die Weiße Rose

Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe in München während den Nazizeiten.
Sie war im Juni 1942 gegründet und bestand bis zum Februar 1943. Der Widerstand war
ausdrücklich christlich motiviert. Sowohl die Deportation und Behandlung von Juden und
Regimegegner als auch Massenermordungen in Polen haben die Rebellion gestärkt. Nach den
Erfahrungen an der Front des Zweiten Weltkriegs waren Lesen und Diskutieren für die
Mitglieder der Gruppe nicht mehr genug. Sie wollten ihren Widerspruch zeigen. Deswegen
wurden die ersten vier Flugblätter verfasst und anonym mit der Post verschickt. Das fünfte
Flugblatt verteilten sie in mehreren süddeutschen und österreichischen Städten. Am Ende
Januar kamen zirka 230.000 deutsche Soldaten ums Leben wegen der verlorenen Schlacht um
Stalingrad. Das verstärkte den Widerstand in den besetzten europäischen Länder und für
Mitgliedern der Weiße Rose war das ein Grund für das sechste Flugblatt unter dem Titel
„Kommilitoninnen! Kommilitonen!“ Dieses Flugblatt führte die Gruppe zum Gefängnis.
Nachdem nicht alle Exemplare verschickt werden konnte, entschieden sie die übrig
gebliebenen Flugblätter an der Universität München zu verteilen. Am 18.Februar 1943
versuchte Geschwister Scholl, Mitglieder der Weiße Rose, die Flugblätter auszulegen aber sie
wurden von dem Hausmeister Jakob Schmidt entdeckt und dann von der Gestapo verhaftet
und zu der Todesstrafe verurteilt.
Aber die Weiße Rose, das sind nicht nur Flugblätter und Wörter des Widerstands. Das
sind auch Leute, die diese Organisation gründeten. Die Hauptmitglieder waren Hans und
Sophia Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf, ein Universitätsprofessor
Kurt Hubert und Hans Leipelt und Marie-Luise Jahn . Die Organisation hatte auch viele
Sympathisanten.

Geschwister Scholl

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Hans (1918-1943) und Sophie (1921-1943) wuchsen zusammen mit ihren Geschwister: Inge (1917-1998),
Elisabeth (1920) und Werner (1922-1944). Die Eltern: Mutter Magdalena, die bis zur Eheschließung eine
Diakonisse war und ihr Vater Robert war ein Liberale, der von 1945 bis 1949 Oberbürgermeister von Ulm
war, haben sie zu christlich-humanistischen Werte erzogen. Am Anfang waren beide mit dem
Nationalsozialismus fasziniert. Hans, gegen erklärten Willen seines Vaters, war ein begeistert Mitglied der
Hitler-Jugend und übernahm dort die Führungsposten. Sophie trat dem Bund Deutscher Mädel bei und, wie
ihr Bruder, Mutproben und Härtetests. Aber die Geschwister Scholl wurden plötzlich mit dieser Ideologie
enttäuscht. Als ging die Jugendzeit Hans Scholls zu Ende, begann er sich für Philosophie und Religion zu
interessieren. Nach dem Abitur fing Sophie das Biologie- und Philosophiestudium. In dieser Zeit Hans
studierte Medizin. Während seines Studiums wurde er als Sanitäter zum Frontdienst eingezogen. Angesicht
des Krieges zwang ihn die Weiße Rose, eine Studentengruppe, die gegen die Nationalisten kämpfte, zu
gründen. Die Gruppe beschäftigte sich mit Flugblätterproduktion. Insgesamt verteilten sie sechs Flugblätter.
Das letzte Flugblatt führte die Gruppe zum Gefängnis. Am 22. Februar wurden sie vom Volksgerichtshof
unter der Leitung von Roland Freisler zum Tod verurteilt und am selben Tag mit der Guillotine enthauptet.

Christoph Probst

Christoph Probst wurde am 6. November 1919 geboren und kam zu Tode zusammen
mit Hans und Sophie Scholl am 22. November 1943. Er stammte sich aus einer relativ
wohlhabenden Familie. Durch seinen Vater lernte er kulturelle und religiöse Freiheit und
schon sehr früh fing er an die Ideen des Nationalsozialismus stark kritisieren. Als er 17 Jahre
alt war bestand er die Abiturprüfung. Nach dem Militärdienst begann er sein Medizinstudium.
Mit 21Jahren heiratete er Hertha Dohrn und hatte mit ihr drei Kinder. In der Weiße Rose blieb

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er bei den Aktivitäten im Hintergrund, weil er Rücksicht auf seine Familie nehmen musste.
Am 21. Februar wurde er verhaftet aufgrund der Vertrieb der Flugblättern mit den
Widerspruchslogans. Während des Verhörs bat er um Gnade wegen seiner drei Kinder. Die
Geschwister Scholl lag möglichst viel Schuld auf sich selbst um Probst zu schützen. Es half
aber nicht und Probst bekam die Todesstrafe. Er war am 22. Februar 1943 enthauptet.

Alexander Schmorell

Alexander Schmorell wurde am 16. September 1917 in Orenburg in Russland geboren.


Seine Mutter war eine Russin und sein Vater kam aus Deutschland. Als Alexander ein kleines
Kind war, starb seine Mutter und er zusammen mit seinem Vater und seinem russischen
Kindermädchen zogen nach Deutschland. Nach Abitur arbeitete er im Reichsarbeitsdienst und
in der Wehrmacht. Im Jahr 1939, nach seinem Wehrdienst, fing er das Medizinstudium in
Hamburg an. Für ihm war Unabhängigkeit sehr wichtig, und das bewirkte dass nach dem
Wehrdienst bekam er ein entschiedener Gegner des NS-Regimes. Im Herbst 1940 kam er zur
Studentenkompanie „Weiße Rose“ zu München. Zusammen mit Hans Scholl verfasste er die
ersten vier Flugblättern. Nach der Verhaftung von Christoph Probst, Sophie und Hans Scholl
versuchte er erfolglos zu fliehen. Am Tag der Beerdigung seiner Freunde (24. Februar 1943)
wurde er verhaftet und an 19. April 1943 im zweiten Prozess gegen die Weiße Rose zum Tod
verurteilt. Am 13. Juli wurde er zusammen mit Kurt Hubert durch das Fallbeil hingerichtet.

Willi Graf

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Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 in Euskirchen-Kuchenheim geboren. Nach dem
Abitur fing er das Medizinstudium an. Von 1940 bis 1942 arbeitete er wegen seines Studiums
als Sanitäter an verschiedenen Kriegseinsätzen. In der Schule trat er in den katholischen
Verband für Jungen „Bund Neudeutschland“ ein. Seit 1934 war er auch ein Mitglied des
Grauen Ordens. Beide Organisationen waren in den Nazizeiten verboten. Im Jahr 1942 kam er
mit der Weiße Rose in Kontakt. Dort leistete er Hilfe beim Flugblätterproduktion. Am 18.
Februar 1943 wurde Graf zusammen mit seiner Schwester in München festgenommen. Am
19. April 1943 wurde er wegen Hochverrats und Feindbegünstigung zum Tode verurteilt.
Noch monatelang versuchte die Gestapo die Namen aus ihm herauszupressen. Willi Graf
wurde am 12. Oktober 1943 durch das Fallbeil hingerichtet.

Professor Kurt Huber

Kurt Huber wurde am 25. Oktober 1893 in Chur geboren. En war ein Professor für
Musikwissenschaften und Psychologie. An Münchener Universität studierte er Musik,
Psychologie und Philosophie. Im Jahr 1920 habilitierte er sich in Psychologie und von 1926
arbeitete er als ein außerordentlicher Professor. Im Dezember 1942 suchten zwei Studenten:
Hans Scholl und Alexander Schmorell den Kontakt zu Professor Huber. Zusammen verfassten
sie im Januar 1943 das fünfte Flugblatt der Widerspruchorganisation „Weiße Rose“ – „Aufruf
an alle Deutschen!“ Das letzte Flugblatt verfasste Huber allein. In diesem Flugblatt wendete
er sich gegen sie Kriegspolitik des Dritten Reiches. Kurt Huber bekam zusammen mit Willi
Graf und Alexander Schmorell erst in dem zweiten Prozess gegen die Weiße Rose die
Todesstrafe. Am 13. Juli 1943 wurden Huber und Schmorell enthauptet. Heute sind die beide
Plätze vor der Universitätsgebäude an der Ludwigstraße nach den Geschwister Scholl und
Professor Huber bekannt, ebenso die Straße in Gräfelfing, in der er zuletzt wohnte

Hans Conrad Leipelt

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Hans Leipelt wurde am 18. Juli 1921 in Wien geboren. Er war ein
Widerstandskämpfer in den Nazizeiten, der die Arbeit der Weißen Rose fortsetzte. Im Herbst
1940 begann er das Chemiestudium in Hamburg, wechselte aber im Wintersemester
1941/1942 an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach der Exekution von
Christoph Probst und den Geschwister Scholl erhielt er im Februar 1943 das sechste Flugblatt
der Weißen Rose und bekam es, zusammen mit Marie – Luise Jahn, vielfältigen und in
Hamburg verbreiten. Als die beiden Geld für die Witwe des hingerichteten Professors Kurt
Huber sammelten, wurden sie denunziert und festgenommen. Leipelt wurde zum Tode
verurteilt und am 29. Januar 1945 durch Fallbeil umgebracht.

Marie-Luise Jahn

Marie Jahn wurde am 28. Mai 1918. Sie studierte Medizin in Tübingen. Zusammen
mit Hans Leipelt verbreitete sie das sechste Flugblatt der Weißen Rose und sammelte das
Geld zur Unterstuzung der Witwe von Kurt Huber. Im Jahr 1944 wurde sie verhaftet und
erhielt als Hochverräterin eine Zuchthausstrafe von 12 Jahre. Sie war von 1987 bis 2002
Vorstandsmitglied der Weißen Rose Stiftung.

Erinnerung

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An der Ludwig-Maximilians Universität gibt es viele Symbole des Andenkens von der
Weiße Rose. Vor dem Eingang zu der Universität befindet sich ein Denkmal – in den Boden
gelassene steinerne Flugblätter- das an die Weiße Rose erinnert. Es wurde in der nacht auf
den 4. April 2006 von Unbekannten zerstört, aber es gibt Pläne der Erneuerung des Denkmals.
Innerhalb des Hauptgebäudes erinnern ein steinerne, roseförmiges Relief mit dem Bild der
Mitglieder der Gruppe mit darüber eingemeißelten Namen. Am 22. Februar 2005 wurde dazu
noch eine Bronze-Büste von Sophie Scholl gestellt.
Als Erinnerung entstanden auch zahlreiche Ausstellungen Hörspiele und
Theaterstücke. Eine Oper, ein Konzertstück und zwei Lieder wurden über die Weiße Rose
geschrieben. Darüber wurden auch vier Filme gedreht:
„Pedell“ von Eberhard Itzenplitz
„Die Weiße Rose“ von Michael Verhoeven
„Fünf letzte Tage“ von Percy Adlon
„Sophie Scholl – Die letzten Tage“ von Marc Rothemund

Der Name „die Weiße Rose“ bleibt unerklärt. Nach seiner Verhaftung sagte Hans
Scholl:
Zurückkommend auf meine Schrift 'Die Weiße Rose' möchte ich ... folgendes erklären: Der
Name 'Die Weiße Rose' ist willkürlich gewählt. ... Es kann sein, dass ich gefühlsmäßig diesen
Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen
Romanzen von Brentano'Rosa Blanca' gestanden habe. Zu der 'Weißen Rose' der englischen
Geschichte bestehen keine Beziehungen.
Es ist aber zweifelhaft, ob diese Aussage wahr ist. Es ist möglich, dass Scholl seine Motive
verheimlichen wollte. In einem Brief an seine Schwester schrieb er:
In meiner Brusttasche trage ich die Knospe einer Rose. Ich brauche diese kleine Pflanze, weil
das die andere Seite ist, weit entfernt von allem Soldatentum und doch kein Widerspruch zu
dieser Haltung.
Wegen der Aktivität in der Weißen Rose waren sieben Personen zur Todesstrafe
verurteilt, zwölf weiteren Personen bekamen Zuchthaus- oder Gefängnisstrafen. Unter
anderen waren das: Helmut Bauer, die Geschwister Bollinger, die Geschwister Hirzel, Gisela
Schertling und Franz Müller.

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Die Weise Rose Stiftung

Als Erinnerung entstand im Jahr 1980 mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-
Preis. Sieben Jahre später gründeten die Mitglieder der Weißen Rose und Verwandten der
hingerichteten Mitglieder in München die Weiße Rose Stiftung. In den Statut der Stiftung
sind sechs Ziele festgestellt. Der Verein soll die Weiße Rose durch Ausstellungen und
Veröffentlichungen darstellen und Gespräche mit Schülern und Lehrern sowie Vorträge und
Diskussionen in anderen Bildungseinrichtungen führen. Es soll auch Kontakte besonders mit
Goethe-Instituten aufrechthalten, um auch im Ausland die Weiße Rose bekannt zu machen.
Durch dieses Ziel könnte die deutsche Geschichte in einem anderen Licht erscheinen.
Zusammenarbeit mit Gruppen, die gegen Rassismus und Intoleranz kämpfen ist für die
Stiftung auch sehr wichtig. Im Mai 2003 wurde das Weiße Rose Institut, das die Leistung
der Gruppe wissenschaftlich untersuchen und würdigen soll.

Die Weiße Rose änderte nicht viel in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges aber
dank ihr Aktivität es wurde gezeigt, was das deutsche Volk wirklich über dem Krieg fühlt. Sie
waren die eigene, die über ihre Gefühle laut sprachen. Während des Verhörs sagte Sophie
Scholl: „I habe die Flugblätter runtergeworfen und ich bin stolz darauf“ und ein Paar Minuten
später: „Ich wurde es genauso wiedermachen“. Sie war stolz darauf, dass sie noch nicht
vergas, wie es ist echt frei zu sein.

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Bibliographie

Breinersdorfer, Fred „Sophie Scholl. Den letzten Tage“, Fischer Verlag


Scholl, Inge „Die Weiße Rose“, Frankfurt am Main 1955

Internet
www.weisse-rose-stiftung.de
www.bpb.de
www.weisserose.info
www.weisse-rose.source4u.de