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2005 12:34 Uhr Seite 2

Achtung Leseprobe, 11 von 47 Seiten!

Ein Blick ins Jenseits 2

Vorwort
Segensspuren – das sind unsere Klassiker. Hefte, die schon mehrere Jahrzehnte einen
festen Stammplatz in unserem Sortiment haben. Die Autoren, treue und gesegnete
Männer aus der Gründerzeit des Missionswerkes, sind schon lange am Ziel in der
ewigen Herrlichkeit. Sie haben uns ihre wertvollen Erfahrungen mit Gott und der Bibel
hinterlassen.
Viele Menschen haben bereits von dem Inhalt dieser Lesehefte profitiert und geistliche
Impulse empfangen. Sei es, dass sie Jesus Christus als ihren Retter kennen gelernt
haben oder auch durch neues Vertrauen in Gottes Wort in ihrem Glauben gestärkt
wurden.
Auch wenn Ihnen vielleicht Sprachstil und Ausdrucksweise ungewohnt vorkommt: Wir
wünschen Ihnen die Erfahrung, dass der Herr Jesus auch heute noch durch dieses Heft
in Ihrem Leben deutliche Segensspuren ziehen kann. Missionswerk Werner Heukelbach

Ein wichtiges Wort


nsere Blicke schweifen hierhin und sie schweifen dorthin. Sie sind wohl fast im-
U mer auf das Diesseits gerichtet. Auch neigen unsere Augen dazu, die Blicke auf
Sündiges zu richten. Wir lassen uns von einem nicht guten Blick oft gefangennehmen
und nehmen das in unser Herz und in unser Leben auf, was den Herrn Jesus verunehrt.
Durch diese Broschüre soll, lieber Leser, dein Blick auf das Jenseitige gerichtet
werden. Du sollst einmal hinter den Vorhang zur Ewigkeit schauen. Wir stehen tatsäch-
lich vor einem ganz großen Ereignis. Die Zeichen der Zeit deuten darauf hin, dass bald der
Herr Jesus in Wolken erscheint, um die noch lebenden Kinder Gottes vom irdischen Leib in
den himmlischen Leib zu verwandeln. Das Wort Gottes berichtet uns ganz klar von diesem
gewaltigen Ereignis. Beim Lesen dieser Schrift wirst du über manches aufgeklärt werden. Der
Heilige Geist will dir den Blick erhellen.
Mit dem Tode ist nicht alles aus. Beim Lesen und beim Betrachten dieser Schrift,
die jetzt vor dir liegt, wirst du nicht nur einen oberflächlichen Blick ins Jenseits tun,
sondern du wirst in manches hineinschauen und wirst sehen, wie es tatsächlich nach
dem Tode sein wird. Auch du hast dir gewiss schon oft die Frage vorgelegt: Wo sind un-
sere Toten jetzt? In dieser Broschüre soll dir gezeigt werden, wo die Gläubigen sich jetzt
schon aufhalten. Es soll dir aber auch gezeigt werden, wo die Unerretteten jetzt schon
sind. Lies bitte diese ganze Schrift mit dem Herzen. Lies sie sinnend. Lies dieselbe betend,
und du wirst hineindringen in manches, was dir bisher noch so dunkel war.
Der Tod bringt bei jedem Menschen die große Wende. Der Tod öffnet die Tür zur
Ewigkeit. Du siehst, wie die Kinder Gottes – die Menschen, die bei Lebzeiten eine
Wiedergeburt erlebt haben – ewig bei ihrem Herrn sein werden. Sie werden den Herrn
Jesus anbeten. Sie werden dem großen Gott, ihrem himmlischen Vater, Anbetung, Lob,
Preis und Dank darbringen. Der Herr sei mit dir! Werner Heukelbach
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3 Hinter dem Vorhang zur Ewigkeit

Hinter dem Vorhang Herrlichkeit auf dem Throne seiner


zur Ewigkeit Majestät sitzen sehen. Um den Thron
Gottes stehen 24 Throne mit den 24
em Erdenbürger ist der Blick ins Ältesten – die Repräsentanten der
D Jenseits verwehrt. Gott hat in seiner
Weisheit Sorge getragen, dass der Neu-
Erlösten. – Sie sind bekleidet mit weißen
Kleidern, und alle tragen Kronen auf
gierde des Menschen Schranken gesetzt ihren Häuptern, aus reinem Golde.
wurden. Nur dem Glauben ist der Blick Himmlische Wesen stehen vor dem
hinter den Vorhang der himmlischen und Throne Gottes und rufen Tag und Nacht:
höllischen Welt ermöglicht; denn Gott Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott,
hat uns in seinem Worte über alles Auf- Allmächtiger! – Johannes sieht dann wei-
schluss gegeben. Sein ganzer Ratschluss ter, wie die Erlösten niederfallen, ihre
von Ewigkeit zu Ewigkeit ist uns in der Kronen niederwerfen und anbeten.
Bibel enthüllt. Soviel ich mich erinnere, Im 5. Kapitel darf er vor dem Throne
ist im Neuen Testament drei Menschen Gottes ein Lamm stehen sehen, wie
das Vorrecht geschenkt worden, bei geschlachtet: Es ist der Herr Jesus, der um
Lebzeiten einen Blick in den Himmel zu unserer Sünden willen getötet wurde und
tun. Es war Stephanus, der bei seinem sterben musste. Er, der die Sünde der
Märtyrertod ausrief: Ich sehe die Himmel Welt trug, nimmt aus der Hand Gottes
geöffnet und den Sohn des Menschen – das Buch der Gerichte. In den weiteren
den Herrn Jesus – zur Rechten Gottes Kapiteln werden die sieben Siegel geöff-
stehen (Apostelg. 7,56). – Ebenfalls Paulus net, und bei jedem Siegel sehen wir mit
durfte einen solchen Blick tun, von dem Johannes, wie immer neue, furchtbare
er sprach: dass er entrückt wurde bis in den Gerichte über die ungläubige Welt kom-
dritten Himmel und bis ins Paradies und men. Johannes darf weiter sehen, wie der
unaussprechliche Worte hörte, welche der Herr Jesus sich auf den Richterthron
Mensch nicht sagen darf (2. Kor. 12,2–4). setzt, um alle, die ihn und sein vollbrach-
– Der dritte, und wohl der größte Seher, tes Opfer im Unglauben abgelehnt haben,
war Johannes. Auf die Insel Patmos ver- zu richten. Dort wird uns auch der Ort
bannt, durfte er nicht nur einen Blick in gezeigt, wohin diese Unglücklichen
den Himmel tun, sondern er bekam auch geworfen werden: Und wenn jemand
Einblick in die kommenden Ereignisse nicht geschrieben gefunden wurde in
und Kenntnis über das Schicksal der dem Buche des Lebens, so wurde er in
Erlösten, wie über das der Verlorenen. den Feuersee geworfen (Offb. 20,15). –
Im 4. Kapitel der Offenbarung schreibt Lieber Leser und liebe Leserin, sollte die-
er: Und siehe, eine Tür war aufgetan in ser Ernst der Gerichtsstunde uns nicht alle
dem Himmel, und die Stimme … sprach: aufhorchen lassen?
Komm hier herauf, und ich werde dir zei- Die letzten beiden Kapitel des Buches
gen, was nach diesem geschehen muss. – der Offenbarung gewähren uns noch
Die Schilderung der Herrlichkeit, die nun einen ganz besonderen Blick ins Jenseits.
folgt, ist einzigartig. Johannes darf den Dort wird uns die unvorstellbare Herrlich-
Herrn, den gewaltigen Schöpfer, in seiner keit all derer gezeigt, die durch das Blut
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Ein Blick ins Jenseits 4

Jesu Christi erkauft und erlöst sind. Sie Sache vor Jesus Christus in Ordnung brin-
gehen durch die geöffneten Perlentore in gen möchte, der tut Buße. Lieber Leser,
die goldene Stadt ein, um vor dem denke bitte daran:
Throne Gottes zu stehen und ihn in ewi- Gottes Güte will dich zur Buße leiten.
ger Huldigung und Anbetung zu ehren. Gott hat bei dir viel Geduld gehabt. Er
Dort heißt es am Schluss nochmals als hat dir seine Güte so reichlich erwiesen.
letzter Appell: Glückselig, die ihre Kleider Und wenn du dir jetzt einmal die Zeit
waschen, auf dass sie ein Recht haben an nimmst und seine Gütigkeiten addierst,
dem Baume des Lebens und durch die dann wirst du sehen, dass es eine große
Tore in die Stadt eingehen. Summe ist. Gottes Wort sagt dir nun
Wo mag nun dein Platz sein, lieber ganz persönlich: Oder verachtest du den
Leser? Ob auch du Vergebung deiner Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld
Sünden durch das Blut Jesu Christi und Langmut, nicht wissend, dass die
gefunden hast? Ob du wohl mit unter Güte Gottes dich zur Buße leitet? (Römer
den Lebensbäumen einst lustwandelst 2,4). – Buße ist: wenn du deinen Sinn
und auf den goldenen Gassen jubilierst? änderst! Ja: Buße ist ein Gottesgeschenk.
– oder ob dein Teil bei den Heuchlern ist, Reif zur Buße wird jeder Mensch, der sich
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer dafür öffnet.
nicht erlischt in ewiger Qual und Not? Jeder unbußfertige Sünder geht dem
Lass dich warnen und nimm auch diese Gericht Gottes entgegen. Du kannst dem
Broschüre als einen Wegweiser von Gott Herrn Jesus nicht ausweichen. Kein Land
zu deiner ewigen Erlösung. Er liebt dich der Welt hat einen Ort, wo du dich
und will nicht deinen Tod. Darum eile mit verstecken könntest, um dem Gericht
deinen Sünden zu Jesus, wenn du noch Gottes zu entfliehen. Das Hören und
keinen Frieden hast. Ja, tue Buße und Lesen der Botschaft des Evangeliums
nimm im Glauben das für dich an, was bringt für jeden unbußfertigen Sünder,
der Sieger von Golgatha dir im blutigen der sich nicht bekehren will, eine stärkere
Sterben errungen hat. Verantwortung. Diese Botschaft, lieber
Vielleicht fragst du beim Lesen dieser Leser, verkündigt dir aber auch eine
Zeilen: Was ist Buße? Ich will es dir große, große Gnade. Wer wirklich vor
sagen: Buße ist: wenn du vor dem Herrn dem Herrn Jesus tiefe Buße bezüglich
Jesus deine Sünden bedauerst. Buße ist: seiner begangenen Sünden getan hat, der
wenn du vor dem Sünderheiland deine bekommt himmlische Freude ins Herz. Er
Sünden bereust. Buße ist: wenn du dem bekommt eine gründliche Entlastung. Es
rettenden Gott sagst, dass dir deine weicht der Druck des Gewissens. Wer aber
Sünden Leid tun. Buße ist: wenn du deine in eigener Gerechtigkeit weitergeht, ohne
Sünden gern ungeschehen haben möch- seine Sünden vor dem Herrn Jesus zu
test. Wenn die Frage: Was ist Buße? bedauern, der bekommt nie diese Freude
schon dein Herz bewegte, dann möchte und nie diese Glückseligkeit ins Herz, die
ich dir jetzt sagen: wer im eigenen ein begnadigter Sünder besitzt. Lieber
Schuldbewusstsein zum Herrn Jesus Leser, gehe doch bitte diesen Weg der
kommt und in innerer Einkehr seine göttlichen Buße. Sei gewiss:
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5 Hinter dem Vorhang zur Ewigkeit

Es ist sogar die höchste Zeit, dass du So tut nun Buße und bekehret euch, dass
deine Sünden bedauerst. Der Herr Jesus eure Sünden ausgetilgt werden, damit
steht nahe vor seiner Ankunft. Das Wort Zeiten der Erquickung kommen vom
Gottes sagt: Tut Buße, denn das Reich der Angesicht des Herrn.
Himmel ist nahe gekommen (Matthäus 3,2). Das schon vorhin erwähnte letzte Buch
– Das Kommen des Herrn Jesus kann heute der Bibel, die Offenbarung, ist das Buch
noch stattfinden. Darum bitte ich dich: der Endgeschichte. Es zeigt uns den
Schiebe dein Bußetun nicht auf! Der Zustand der Kinder Gottes in Gemein-
Herr Jesus wartet jetzt auf deinen inneren schaft mit dem Herrn Jesus. Es zeigt
Bankrott. Du wirst zugeben müssen, dass auch, wie die Gerichte einmal über diesen
er seine Langmut dir gegenüber deutlich Erdball hereinbrechen. Auch zeigt uns das
erwiesen hat. Der Herr Jesus will nicht, dass Buch der Offenbarung, wie jeder einzelne
irgend jemand verloren geht. Er will, dass Mensch einmal gerichtet wird aufgrund
alle zur Buße kommen. Es muss aber jeder seiner Werke, die er auf Erden getan hat.
für sich in diese Buße hineinkommen. In 2. Alles Gericht hat der große Gott und
Petrus 3,9 ist gesagt: … er ist langmütig Vater dem Sohne – Jesus Christus – über-
gegen euch, da er nicht will, dass irgend- geben.
welche verloren gehen, sondern dass alle Der Herr Jesus ist der unbestechliche
zur Buße kommen. – Es gibt nur einen Richter. Vor ihm kann sich kein Mensch
Weg, um Vergebung der Sünden zu erlan- verschönern. Niemand kann vor dem
gen. Es gibt nur einen einzigen Weg, um Sohne Gottes etwas verbergen. In Offen-
Frieden mit Gott zu besitzen. Und dieser barung 1, vom 12. Verse ab, sehen wir
eine Weg ist: dass du eine Betrübnis über den Herrn Jesus – den gerechten Richter.
deine Sünden vor dem Herrn Jesus im Er erscheint mit einem bis zu den
Gebet zum Ausdruck bringst. Und ich darf Füßen reichenden Gewande. Er erscheint
es dir aus eigener Erfahrung sagen: hier als eine gewaltige Autorität. Hier
Dein Betrübtsein über deine Sünden wird er nicht mehr gesehen als das Lamm
stimmt den Heiland gnädig. Die Worte Gottes, welches die Sünden der Welt
aus 2. Korinther 7,10 sagen auch dir: sühnte. Hier erscheint er als der Sieger,
Denn die Betrübnis Gott gemäß, bewirkt erhaben über alles.
eine nie zu bereuende Buße zum Heil. – An der Brust ist er umgürtet mit einem
Suche dir doch irgendeinen Ort, wo du goldenen Gürtel. Die Festigkeit, die in seiner
möglichst allein bist. Knie dort vor dem Person verankert ist, der gewaltige Reichtum,
Herrn Jesus nieder. Sage ihm, dass du der in ihm zur Schau gestellt wird, der unbe-
Reue empfindest über deine begangenen siegbare Held: so erscheint er uns.
Sünden. Beklage dieselben vor ihm, und Sein Haupt aber und seine Haare sind
so kommst du in die lebendige Gemein- weiß wie Wolle, wie Schnee. Er ist der
schaft mit dem Heiland. Du darfst es Alte an Tagen. Er ist der, durch den die
glauben: Welten ins Dasein gerufen worden sind.
Durch eine aufrichtige Buße wird dein Er ist der, der das ganze All trägt durch
Sündenkonto gelöscht. In Apostel- sein Allmachtswort. Er ist der, der letzten
geschichte 3,19 ruft ein Zeuge Jesu aus: Endes auch die Grenzen und Wohnsitze
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Ein Blick ins Jenseits 6

der Völker bestimmt. Er bestimmt auch, verbunden, und zwar mit Schmerz und
wie lange und wie weit sie wohnen sollen. Weh für die ganze Ewigkeit! Die
Seine Augen sind wie eine Feuer- Gnadenzeit, wo Sünder selig werden konn-
flamme. Sie dringen durch bis in das ten, ist vorbei. Jahrtausende stand diese
Verborgenste. Er sieht, was jeder Mensch Gnadentür sperrweit geöffnet für jeden, für
getan hat. Er weiß, welche Lieblingssünde jeden, aber auch für jeden Menschen, der
jeder hatte. Er sieht, mit welchen Ketten einmal über diese Erde ging. Nun ist diese
oder mit welchen Fäden jeder Mensch Tür für ewig verschlossen.
gebunden war. Er kennt die letzten Sein Angesicht ist, wie die Sonne leuch-
Beweggründe jedes Herzens. Er weiß, was tet in ihrer Kraft. Kein Mensch kann vor
jeder gesprochen hat. ihm – vor dem Sohne Gottes, vor dem
Jede Witzelei ist ihm bekannt. Jedes leere gerechten Richter – bestehen. Niemand
Geschwätz hat er gehört. Es gibt dann auch kann ihm in die Augen schauen. Jeder
kein religiöses Gewand, hinter dem sich muss da sein Haupt senken. Die gewaltige
irgendjemand verbergen könnte. Nichts Autorität des Sohnes Gottes allein hat das
kann da vor ihm bestehen. Er deckt alles Recht, Gericht zu üben. Er allein hat die
auf. Er durchleuchtet alles. Fähigkeit, jede Situation richtig zu
Und wenn seine Füße sind gleich beleuchten. Vor ihm, vor dem heiligen
glänzendem Kupfer, als glühten sie im Ofen, Richter, wird jeder erzittern müssen. Hier
dann heißt das, dass keine Macht der Welt, gibt es kein Vertuschen. Hier gibt es kein
weder eine einzelne Person noch eine Fliehen und kein Ausweichen. Hier gibt es
Gruppe, noch ein Volk vor ihm, vor dem keinerlei Entschuldigung mehr. – – Aber:
Sohne Gottes, bestehen kann. Wo er, der alle Gotteskinder sind in seiner Hand. Sie
Sohn Gottes, seinen Fuß hinstellt, da wird werden ewig geborgen sein unter seiner
seine Herrschaft offenbar. Macht. Sie werden sich der Gegenwart des
Seine Stimme ist wie das Rauschen Sohnes Gottes, der für sie der Heiland der
vieler Wasser. Seine Stimme wird die Welt ist, erfreuen. Das Sehnen der Kinder
Stimmen der ganzen Völker zum Gottes geht immer wieder nach oben, dort-
Schweigen bringen. Kein Mensch kann hin, wo ihr Herr und Heiland ist:
sich in seiner Gegenwart verteidigen oder Amen, Amen, Jesu eile,
rechtfertigen. Er sieht nicht nur, wie jede still' das Sehnen Deiner Braut.
Situation war, sondern er überführt auch Mächtiglich die Wolken teile,
jeden von seinen Übertretungen. dass dich unser Auge schaut!
Aus seinem Munde geht hervor ein Steige auf am Horizonte,
scharfes, zweischneidiges Schwert. Er ist Morgenstern durchbrich die Nacht!
wirklich der Beherrscher der Lage. Er ist O dass deine Braut schon thronte
der Sieger, der dem Tode die Macht dort mit dir in Himmelspracht!
nimmt. Er ist auch der, der über jede Amen, Amen! Brich Dein Schweigen,
Macht des Bösen das letzte Wort spricht lass uns nicht getrennt mehr gehn,
und auch das Urteil über Satan voll- lass uns bald in selgen Reigen
streckt. Die Wirkungen des zweischneidi- dort um dich versammelt stehn.
gen Schwertes sind mit Schmerz und Weh Komm, Herr Jesus, komm behende,
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7 Hinter dem Vorhang zur Ewigkeit

zeig uns deiner Liebe Macht! Menschen öffnen. Er wird einmal jeden
Amen, Amen! O vollende, Menschen von seinen nicht guten Taten
was dein kostbar Blut gebracht! und von der Sünde überführen und über-
Johannes fiel zu seinen Füßen wie tot, er, zeugen.
der Jünger, der am Herzen des Herrn Der unbußfertige und unerrettete
Jesus ruhen durfte, als der Heiland noch Sünder geht in ewige Gottesferne. Der
im Fleische war. Er durfte aber erleben, begnadigte Sünder, ja, das Kind Gottes,
wie der Herr Jesus seine Rechte auf ihn geht in ewige Gemeinschaft mit dem er-
legte. Er hörte das Wort: Fürchte dich höhten Herrn und Heiland Jesus Christus.
nicht! – Dieses Fürchte-dich-nicht Welch ein Unterschied! Entweder: ewig
werden einmal alle Gotteskinder hören. errettet – oder ewig verloren! Dieses Heil
Ein jeder, der vor dem Herrn Jesus seine hat der Herr Jesus durch seinen Kreuzes-
Sünden bereute und bedauerte, darf mit tod für jeden Menschen erworben. Wer in
dieser inneren Ruhe in die letzte Zeit die Gottesferne, in die ewige Nacht geht,
hineintreten. geht freiwillig dorthin. So wirbt der Herr
Die Endzeit bringt den Kindern Gottes Jesus auch am Ende dieser Tage nur
Gutes. Der Liederdichter sagt: Freiwillige. Im Jenseits gibt es keine
Eh' noch die Gerichte toben, Entscheidung mehr für oder gegen den
werden wir zu ihm erhoben. Sohn Gottes. Diese Entscheidung für den
Die Kinder Gottes dürfen sich viel mehr Herrn Jesus wird hier auf Erden gefällt.
freuen auf die Wiederkunft des Herrn. Das Wort Gottes gibt darüber ganz
Sie sollten sich mehr danach sehnen, deutlich Auskunft. Es ist wirklich keine
entrückungsreif zu werden. Sie sollten Möglichkeit mehr vorhanden, nach dem
mehr ihrem Heiland und Retter vertrauen. Tode – oder nach der Wiederkunft des
Er, der der Erste war, er wird auch der Herrn Jesus in Wolken – die Entschei-
Letzte sein. Der Herr Jesus war von dung für Jesus Christus zu fällen.
Ewigkeit her. Der Herr Jesus war vor den Versuche deshalb, lieber Leser, zu
Uranfängen der Erde. Er war da, als die verstehen, warum mit allen Mitteln
Tiefen noch nicht waren. Er war da, als geworben und wieder geworben wird, um
noch keine Quelle sprudelte. Er war da, Menschen mit dem Heiland in Verbin-
ehe die Berge eingesenkt wurden vor den dung zu bringen. Schriftliche Verbreitung
Hügeln. Ja, er war da, als die Erde und die der Frohen Botschaft, mündliche Verkün-
Fluren noch nicht gemacht waren. Er war digung des Evangeliums in Zelten, Sälen,
da, als die Wolken droben befestigt wur- unter freiem Himmel, über den Rundfunk
den. Dieser gewaltige, große Herr, der und wie sie auch getan wird: alles, alles,
Werkmeister Gottes, ist der Heiland der aber auch alles soll nur dazu dienen,
Kinder Gottes. Er ist der, der für uns im- Menschen vom ewigen Verderben zu ret-
mer wieder grüne Auen hat und ten. Und doch –: Wie viele Menschen ver-
Erquickungen für unsere Seele. Er ist der, harren in Nacht und Grauen schon hier
der die Kinder Gottes braucht, um auf dieser Erde, um dann einmal in der
Menschen für sich zu gewinnen. Er wird Gottesferne, in Nacht und Grauen, die
einmal das Lebensbuch jedes einzelnen Ewigkeit zuzubringen.
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Ein Blick ins Jenseits 8

Bald ist es soweit die übrigbleiben, zugleich mit ihnen


entrückt werden in Wolken dem Herrn
ald ertönt das Signal zum großen entgegen in die Luft; und also werden wir
B Sammeln! – Es wird etwas geschehen,
was sich bis in die Gräber hinein auswir-
allezeit bei dem Herrn sein (1. Thess. 4,13–
17). – Es gibt viele Menschen, die bezüg-
ken wird. lich der Entschlafenen unkundig sind. Es
Der Tod ist der Feind alles Lebens. wird so sein, dass der Siegeszug der
Rücksichtslos nimmt er seine Beute. Er Erlösten, der sich am Tage der
fragt nicht nach deinem Weh und Wiederkunft des Herrn Jesus kundtun
Schmerz, nach deinen tränenvollen wird, alle jemals stattgefundenen Sieges-
Nächten und tränenvollen Tagen, nach züge weit, weit überragt. Und zwar wer-
deinem Einsamsein und deinem Kummer: den die Toten in Christo auferstehen zu-
Er gibt sein Opfer – und wenn du unter erst. Die Toten in Christo sind solche, in
dem Weh zusammenbrichst, und wenn deren Leben es eine Zeit gab, wo sie sich
du noch so sehr rufst, schreist und klagst als Sünder erkannten. Sie waren bei die-
– nicht zurück! Ja, der Tod ist etwas sem Sicherkennen nicht stehen geblieben.
Grauenhaftes. Sie haben irgendwann im Leben ihre Knie
Nur einer hat dem Tode die Macht vor dem Herrn Jesus gebeugt und haben
genommen. vor ihm – wie man so im Volksmund sagt
Und dieser Eine ist: Jesus Christus. Er – reinen Tisch gemacht. Sie empfanden
bringt einmal die große Änderung in im Blick auf ihre Sünden und Übertretun-
allen Gräbern hervor. gen eine besondere Reue. In diesem
Es werden alle aus den Gräbern her- Empfinden erklärten sie vor dem Herrn
vortreten, die einen persönlichen Heiland Jesus ihren inneren Bankrott – und beka-
hatten: Wir wollen aber nicht, Brüder, men Vergebung ihrer Schuld und Sünde.
dass ihr, was die Entschlafenen betrifft, Von ihnen sagt das Wort Gottes in der
unkundig seid, auf dass ihr euch nicht angeführten Bibelstelle, dass sie bei der
betrübt wie auch die übrigen, die keine Wiederkunft des Herrn Jesus auferstehen
Hoffnung haben. Denn wenn wir werden zuerst. – In keinem Fall sollst du,
glauben, dass Jesus gestorben und aufer- lieber Leser, weiter unkundig bleiben. Du
standen ist, also wird auch Gott die durch sollst wissen: Die noch lebenden
Jesum Entschlafenen mit ihm bringen. Gotteskinder werden verwandelt – umge-
Denn dieses sagen wir euch im Worte des staltet – werden. Es sind solche
Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrig Menschen, die dasselbe Erlebnis hatten,
bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den die auch ihren inneren Bankrott vor dem
Entschlafenen keineswegs zuvorkommen Herrn Jesus bekannten. Solche Leute
werden. Denn der Herr selbst wird mit nennt man Bekehrte, Wiedergeborene,
gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erlöste, Jünger und Jüngerinnen Jesu.
Erzengels und mit der Posaune Gottes Die Schar ist größer als du denkst. Sie ist
herniederkommen vom Himmel, und die in Stadt und Land, im In- und Ausland
Toten in Christo werden zuerst auferste- zerstreut. Die zu dieser Schar gehören,
hen; danach werden wir, die Lebenden, haben nicht alle die gleiche Sprache,
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9 Bald ist es soweit

nicht alle die gleichen Sitten und der dieses nicht erlebte. Da wird nicht Art
Gebräuche, noch nicht einmal die gleiche und Abstammung, da wird auch keine
Hautfarbe. Nur eins haben sie alle Hautfarbe, ob so oder so, entscheidend
gemeinsam: Sie sind gewaschen von ihren sein. Zugehörigkeit zu diesem oder jenem
Sünden im Blute des Lammes Gottes – im Volk ist da weder ein Vorzug noch ein
Blute Jesu Christi. Nachteil. Sondern: mitgehen werden alle,
Es kennt der Herr die Seinen die gewaschen wurden im Blute Jesu
in jedem Volk und Land. Christi. Und berechtigt ist wohl die Frage:
Ob sie verlassen scheinen, Wer bleibt denn zurück? – Zurück
sie sind von ihm gekannt. bleiben alle, die in der Sünde lebten, und
Er lässt sie nicht verderben. die sich nicht reinigen ließen von ihren
Er führt sie aus und ein, Sünden. Du denkst vielleicht, dass es
im Leben und im Sterben Hochmut sei, wenn jemand sich als ein
sind sie und bleiben Sein. Eigentum des Herrn Jesus bezeichnet. Ich
Diese große Schar der Erlösten wird den darf dir jedoch sagen, um zu Jesus
gebietenden Zuruf ihres Meisters hören Christus zu kommen, bedarf man nicht
und der Stimme des Erzengels lauschen. des Über-andere-Stellens; sondern die zu
Der Schall der Posaune Gottes wird für sie Jesus Christus kommen, haben sich als
ein Jubelton sein. In Offenbarung 20,6 Sünder und als Verlorene erkannt. Sie
heißt es: Glückselig und heilig, wer teilhat sind aber den Weg der Reue und Buße
an der ersten Auferstehung! – gegangen und erreichten als Ziel: die
Beide Gruppen, die ich dir schilderte, Begnadigung durch Jesus Christus.
werden entrückt in Wolken, dem Herrn Zurück bleiben auch alle die, die den
entgegen, in die Luft, um dann bei dem Weg wussten – und die doch diesen Weg
Herrn zu sein allezeit. Es gibt keine nicht gingen. Dazu gehören manche, die
Trennung mehr, keinen Abschied, kein gläubige Angehörige hatten. Auch manche
Weh, keinen Schmerz, keine Träne, kein gehören dazu, die unter Gläubigen, an der
Geschrei, kein Leid. Herrlichkeit, Seite von Jüngern und Jüngerinnen Jesu,
Herrlichkeit und wieder Herrlichkeit wird ihre Tätigkeit verrichteten. Es gehören
das ewige Teil der Erlösten sein. dazu Menschen, die um das Erlösungswerk
Ja, Jesus Christus wird wiederkommen von Golgatha wussten, die aber nicht den
in Wolken. Die Stimme des Erzengels und Mut und den Willen aufbrachten, diesen
die Posaune Gottes werden das Signal entscheidenden Schritt zu tun.
sein. Dieses große Sammeln wird keine Zurück bleiben die, die vor der engen
Grenzen kennen. Es wird über die Pforte standen, auch die, die die Klinke
Grenzen der Völker hinausgehen. zur engen Pforte schon in der Hand hat-
Welch eine eigenartige Mobilisation! ten – so will ich es einmal sagen – und
– Mitgehen werden alle, die den überlegten und zögerten und somit nicht
entscheidenden Schritt zu dem Herrn durchbrachen bis zum Ziel.
Jesus hin getan haben. Mitgehen werden Zurück bleiben die Vergnügungs-
alle, die durchgebrochen sind bis zum süchtigen, die alles und alles taten, um
Ziel. Auch kein Einziger wird dabei sein, sich durch dieses und jenes Vergnügen
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Ein Blick ins Jenseits 10

abzulenken und um sich zu vergessen. in der Endzeit, in der wir leben, ins
Zurück bleiben alle die, die immer und Bodenlose. Lass die Spötter spotten – lass
immer wieder von anderen ermuntert sie doch sagen, dass es nie wahr wäre, ja,
wurden, doch den schmalen Weg zu wahr würde, was geredet wird. Nur Gottes
betreten, die aber diese Ermunterung Geduld und Langmut verdanken wir es,
nicht ernst nahmen. dass die Gnadenzeit noch währt. Spötter
Zurück bleiben die vielen, die sich dem hat es immer gegeben. Ihre Zahl wird
Namen nach zum Christentum bekannten, nicht abnehmen. Im Gegenteil: die Zahl
die aber niemals ihr Herz dem Herrn Jesus der Spötter wird zunehmen. In ihren
auslieferten, damit er das Reinemachen Reihen sind viele leere Schwätzer, die nur
ihres Lebens durchführen konnte. das nachplappern, was sie gehört haben.
Zurück bleiben all die Verstandes- Viele von ihnen sind in Wirklichkeit einer
menschen, die das Erlösungswerk mit anderen Überzeugung. Sie reden nur aus
dem Kopfglauben für wahr hielten, die Großtuerei. Ja, viele von ihnen freuen
dieser Liebestat aber nicht das Herz sich sogar, wenn man ihnen zuredet und
öffneten. Und die eine Frage taucht da auf: zunickt.
Was geschieht mit den Zurück- Lass auch die Zweifler zweifeln. Lass
gebliebenen? Sie gehen den Weg, den die sie sagen: wo ist die Verheißung der
Völker gehen. Sie gehen den Weg durch Ankunft des Herrn? Zweifler haben nie
die große Trübsal, wo Massen umkom- etwas Festes, sie sind wie die Meeres-
men, wo das, vor dem sie Angst hatten, wogen. Ihre Gefühle gehen mal hoch und
Wirklichkeit wird, wo Ahnungen erfüllt mal tief. Ihnen fehlt das Ausgeglichene
werden, wo niemand mehr ausweichen im Leben. Oft sind es Menschen ohne
kann. Und noch einmal möchte ich es dir einen eigenen Willen. Es sind Menschen
sagen: ohne Ziel. Es sind Menschen, die hin und
Bald ist es so weit! Dann ist die Zahl her pendeln. Sie schwanken von der einen
derer, die errettet werden, die Zahl, die Seite zur anderen. Unglücklichsein schaut
Gott bestimmt hat, erfüllt. Da wandelt aus den Spuren ihres Wandelns. Sie
sich die Zeit der Gnade in die Zeit des hinterlassen und verbreiten keine Freude
Gerichtes. Da wird niemand mehr ermun- und keine Siegesgewissheit. – Auf der
tert, zu Jesus Christus zu kommen. Da anderen Seite ist es aber so:
wird keiner mehr für den anderen um Viele warten darauf, dass der Herr
Errettung beten. Da bangt kein Erretteter Jesus erscheint! – Sie sehnen sich danach.
mehr um die Unerretteten. Da hat jedes Sie schauen danach aus. Es dauert ihnen
Nötigen aufgehört. Ja, dann kommt die schon zu lange. Sie möchten gern, dass er
Zeit des Gerichts. heute käme. Sie bereiten sich auf
Ist vorher noch etwas zu erfüllen? – diesen Tag vor. Sie unterhalten sich darüber
Nur die Zahl derer, die bei der Wieder- mit Gleichgesinnten. Sie richten ihr Leben
kunft des Herrn Jesus dabei sein werden, danach ein. Sie wollen nie zu ihrer alten
ist noch nicht voll. Das Sündenmaß der Einstellung zurück. Ihnen blieb ja der
Einzelnen und der vielen fließt über. Der Weg offen zu den Spöttern, zu den
Strudel des Vergnügens zieht viele, viele Zweiflern, zu den Sündern. Teils kommen
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11 Bald ist es soweit

sie ja selbst aus ihren Lagern. Sie taten ner. Zu ihnen gehört auch nicht einer, der
aber den entscheidenden Schritt. Nun in diese Einsamkeit hineingewachsen wä-
wollen sie näher in die Gemeinschaft mit re, sondern alle müssen die ganz persön-
Gott. Sie wollen inniger in Gemeinschaft liche Begegnung mit dem Herrn Jesus
mit Jesus Christus. gehabt haben. Es ist und bleibt eben: die
Sie singen und sagen: Schar der Wiedergeborenen, die Schar der
Nur bei Jesu möcht' ich weilen, begnadigten Sünder. Es ist aber auch die
nur, wo Er ist, ruhen aus. Alles werd' Schar, die um des Namens ihres Herrn
ich mit ihm teilen dort im teuren Willen Schmach trug. Ich will dich nicht
Vaterhaus. fragen beim Lesen dieser Zeilen, ob du
Werde ganz für Ihn nur leben, stets dazu gehörst. Du wirst dir, ohne mein
Ihn preisen und erheben. O welch Hinzutun, schon selbst die Frage vorlegen.
Glück! wer spricht es aus? Du wirst sie dir auch selbst beantworten.
Du, des Himmels ew'ge Sonne, Nur eins möchte ich dir sagen: Tue den
Du, der Engel Herrlichkeit, entscheidenden Schritt und brich durch
Du, des Vaters Freud' und Wonne, bis zum Ziel. Heute ist noch Gnadenzeit.
Du bist mein in Ewigkeit. Heute kannst du noch zu dem Herrn
Möchtest Du doch all die Deinen Jesus kommen. Noch ist es nicht zu spät.
heute noch mit Dir vereinen Aber einmal – und zwar sehr bald – wird
dort in Deiner Herrlichkeit! die Zeit kommen:
Viele bangen davor, bangen vor der Da sucht man die Kinder Gottes
Wiederkunft des Herrn! – Die einen vergebens! – Wenn die Entrückung der
wissen, da wird es offenbar, dass sie nur Gläubigen stattgefunden hat, sind sie nicht
Mitläufer waren. Die anderen sehen ein, mehr da, sind sie nicht mehr aufzufinden.
dass ihnen das Letzte noch fehlt. Wieder Die, die dir lästig wurden, sind nicht mehr.
andere wissen, dass ihr Neutral-sein- – Ihre Reden, die du nicht mehr hören
Wollen nicht genügt. Die große Wahrheit konntest, sind verstummt. Ihre Manieren,
bleibt bestehen: nur Freiwillige gehen die dir oft widerlich waren, schaut dein
mit! Auge nicht mehr. Die, die immer und im-
Wenn die Eltern es noch so sehr wün- mer wieder versuchten, dich unter die
schen, und wenn der Vater den Sohn fast Verkündigung des Evangeliums mitzuneh-
zwingen will mitzugehen, wenn die men, sie lassen dich in Ruhe. Endlich hast
Mutter die Tochter flehentlich anhält, so du Frieden – und doch keinen Frieden! Die
ist und bleibt es doch so: nur Freiwillige dir immer wieder dasselbe sagten, sind fort.
gehen mit. Und wenn Verwandte und Fort sind aber auch ihre Gebete, die dir –
Bekannte, Nachbarn und Hausgenossen, zugegeben oder nicht zugegeben – oft
Kameraden und Kameradinnen noch so sehr erwünscht waren.
sehr um die, die um sie sind, bangen, so Immer wieder sagten sie dir von ihrem
bleibt dennoch das eine bestehen: nur Heiland und von ihrem Glück. Immer
Freiwillige gehen mit! wieder erzählten sie dir, wie sie es
Bei der Schar derer, die dem Herrn gemacht haben, dass sie ihren Retter
Jesus entgegengehen, ist kein Gezwunge- fanden. Die Stunde der großen Wende
Inhalt 09.08.2005 12:34 Uhr Seite 12

Ein Blick ins Jenseits 12

ihres Lebens haben sie oft angedeutet. sie zu Hause, dort haben sie gewohnt, hier
Teils unterbrachst du sie bei ihren Reden. haben sie ihre Hantierungen verrichtet:
Nun schweigen sie. Du hast Ruhe – und nun sind sie nicht mehr da. Vergebens
doch keine Ruhe! Wo sind sie nun, die sucht man sie in der Fremde. Nirgends tau-
von der einen Sache nicht schweigen chen sie mehr auf. Die Wiederkunft des
konnten? – Sie sind droben, und du bist Herrn Jesus zum Heimholen der Seinen löst
noch hier unten. Sie sind bei ihrem Herrn viel mehr aus, als wir alle ahnen. Da sieht
und bei denen, die dem Heiland gehör- man sie nicht mehr in dem Betrieb, wo sie
ten. Du bist bei den Kindern der Welt, zu schafften. Da stehen sie niemand mehr im
denen du eigentlich gar nicht passtest. Berufsleben im Wege. Nun können ihre
Du hättest viel besser zu der anderen Plätze von anderen besetzt werden.
Schar gehört. Doch Menschenfurcht und Manche glauben, da endlich ihr Ziel erreicht
Überlegung hielten dich fern. Der Drang zu haben, und viele werden erkennen müs-
zur Sünde war bei dir doch gar nicht so sen, dass ihr Sieg nur Niederlage ist.
überwältigend groß. Das Sehnen nach Im Dorf siehst du sie nicht mehr, diese
laufenden Vergnügungen nahm dich gar merkwürdigen Leute, Leute, die sich bei
nicht so gefangen. Nur die letzte den Festen des Dorfes absetzten. Sie sind
Schmach zu tragen, das fiel dir zu schwer. nicht mehr. Nun kann sich jeder hem-
Nun suchst du sie vergebens. Ja: mungslos, ohne zur Rede gestellt zu wer-
So wird es einmal sein. Glaube nicht, den, ohne ermahnt und ermuntert zu wer-
dass dies irgendein Märchen sei, ein Gebilde den, im Vergnügen tummeln. Auch in der
der Phantasie oder Ähnliches. Nein, es ist Stadt werden sie nicht mehr gesehen. Die
Ernst, bitterer Ernst! Es ist eine Tatsache, die einen werden kaum vermisst, die andern
von Namenschristen nur zu gern verschwie- vermisst man sehr. In der Verwandtschaft
gen und übergangen wird. ist endlich Ruhe eingekehrt. – Die, die sich
Die auf ihren Herrn Wartenden sind fort. nicht so anpassen wollten, sind fort. Es ist
Sie sind nicht mehr zu finden. Sie stehen scheinbar ein großer Sieg der Welt und ih-
nicht mehr an der Maschine, wo sie so lan- rer Gefolgschaft. Doch dieser Sieg steuert
ge standen. Sie sitzen nicht mehr an dem einer großen Niederlage entgegen. In der
gewohnten Tisch. Sie wandern nicht mehr Bekanntschaft fragt man sich, wo sind sie
Tag für Tag denselben Weg. Denke an die geblieben? – Ja, man sucht sie vergebens.
große Tatsache, dass dann manchem Auto In der Verwandtschaft, in Stadt und Land,
während der Fahrt der Fahrer entrissen in der Ruhe und im Betrieb, ja, sogar in der
wird. Der dahinbrausenden D-Zug-Loko- Familie: Sie sind entrückt! Sie sind bei
motive fehlt plötzlich der Lokomotivführer. ihrem Herrn in alle Ewigkeit.
Dort ist die Hobelbank leer. Hier fehlt der
Hausvater, da die Hausmutter. In einer an- Gott wird jede
deren Familie wird das schon ältere Kind Träne abwischen
vermisst. Es ist die Stunde, wo man mit
Recht sagen kann: das Sehnen der Kinder a weint die Mutter am Grabe ihres
Gottes ist erfüllt!
Ja, man sucht sie vergebens. Da waren
D Kindes. Da weint der Mann über den
Verlust seiner Frau. Da weint und weint

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